Herrschaft auf Erden:
Das Beste steht uns noch bevor
Ein Großteil der Geschichte ist eine Aufzeichnung
gescheiterter Regierungen. Aristokratie, Demokratie, Monarchie,
Diktaturen diverser Art und andere wurden ausprobiert, aber die
perfekte Herrschaft hat es noch nicht gegeben. Doch sie kommt!
Wie wird sie aussehen?
Von Jerold Aust
Eine einfache Charakterisierung menschlicher Regierungen
findet sich im berühmten Ausspruch des britischen Lord
Actons in seinem Brief an Bischof Mandell Creighton vom
5. April 1887: „Macht hat die Neigung, zu
korrumpieren, absolute Macht, absolut zu korrumpieren.“
Damit hatte Acton eigentlich Papst Alexander VI. im Sinn.
Sein geflügeltes Wort trifft aber genauso gut auch auf
profane Herrscher zu.
Lange vor Lord Acton traf diese Feststellung ebenso auf die
alten Griechen und Römer zu. Ihre Versuche, eine ideale
Regierungsform einzuführen, sind den gleichen
Schwächen zum Opfer gefallen, wie es bei allen anderen
Versuchen der Fall war.
Der australische Historiker R. F. Tapsell schrieb über
Griechenland: „Im heroischen Zeitalter des antiken
Griechenlands gab es der Legende nach etliche regionale
Königreiche und Stadtkönigreiche, aber im
7. Jahrhundert v. Chr., als klare historische Details
aufzutauchen beginnen, waren fast alle griechischen Städte
Republiken, auch wenn sie oft in der Praxis von
semi-monarchischen Tyrannen regiert wurden“ (Monarchs,
Rulers, Dynasties, and Kingdoms of the World, Seite
59).
„Perikles kam 461 v. Chr. durch das urbane Segment der
Athener Bürgerbevölkerung an die Macht. Perikles
führte zwei Prinzipien, die bereits in der Athener
Verfassung etabliert worden waren, zu ihrem logischen
Schlusspunkt: die Wahl von Verwaltungsbeamten durch das Los und
die Vormachtsstellung der Versammlung.
Als drittes Prinzip führte er die Zahlungen (aus dem
Reichsvermögen) für den öffentlichen Dienst ein.
Auf dieser Grundlage bezog die perikleische Demokratie den
Durchschnittsbürger mehr in eine aktive Regierungsrolle
mit ein als jemals zuvor oder seither“ (Encyclopedia
Americana, „Greek City-State Civilization; Athenian
Empire,“ 2004, Band 13, Seite 395).
„Die perikleische Demokratie stellte damit die
weitestmögliche Streuung von politischer Macht innerhalb
der Bürgergemeinschaft dar, welche aber immer noch eine
privilegierte Minderheit darstellte (zahlenmäßig
waren das etwa 43 000). Davon ausgeschlossen waren Frauen
(ungefähr 43 000), ausländische Bewohner
(ungefähr 28 500) und Sklaven (ungefähr
110 000), von der Bevölkerung des athenischen Reiches
außerhalb von Attika ganz zu schweigen.
In Wirklichkeit wurden die politischen Entscheidungen
aber von ,Führern des Volkes‘ getroffen, die eine
moralische Vorherrschaft etablierten sowie ihre eigene
Stimmenmehrheit bei Debatten in der Versammlung. Der
Athener Historiker Thukydides sagt, dass unter der Führung
des Perikles das, was dem Namen nach eine Demokratie war, in
Wirklichkeit zu einer Einmannherrschaft wurde“
(ebenda).
Im alten Griechenland führte eine fehlende Dimension
zum Niedergang.
Die Römer und ihre Republiken
Was Rom anbelangt, fasst R. F. Tapsell die Geschichte
folgendermaßen zusammen: „Laut Tradition wurde die
Stadt Rom im 8. Jahrhundert v. Chr. gegründet
und bis zur Errichtung einer Republik im Jahr 509 v. Chr.
von Königen regiert. Dabei entwickelte es sich von einem
kleinen Stadtstaat zu einer Macht, die im 3. Jahrhundert
v. Chr. bereits einen Großteil Italiens unter ihrer
Kontrolle hatte und diese bis zum 1. Jahrhundert
v. Chr. auf den gesamten Mittelmeerraum ausdehnte.
Gegen Ende jenes Jahrhunderts wurde Augustus Cäsar,
wenn auch nicht namentlich, zum monarchischen Herrscher des
Staates und begründete ein Reich, das mehr oder weniger
intakt blieb, bis es sich im 4. Jahrhundert n. Chr.
in eine östliche und westliche Hälfte
aufspaltete“ (Tapsell, Seite 115).
„Die Einrichtungen Roms wurden zuerst unter
königlicher Herrschaft und dann während der Republik
von einer Aristokratie geformt, die die Eroberung Italiens und
des Mittelmeerraums steuerte. Im letzteren Teil dieser
republikanischen Phase haben parteiische Machtkämpfe
unweigerlich zu der Herrschaft eines einzigen Mannes
geführt, eine Herrschaft, die Julius Cäsar
ermöglichte und die sein Erbe Augustus akzeptabel
machte. Die Nachfolger von Kaiser Augustus übten die
absolute Macht aus, die sie von ihm ererbt hatten. In ihren
Händen wurde diese Macht jedoch despotisch“
(Encyclopedia Americana, Stichwort „Ancient
Rome“, 2004, Band 23, Seite 700).
Gegen Ende von Roms republikanischer Phase endeten
Parteikämpfe oft im Bürgerkrieg, in dem
reformorientierte Führer Anschlägen zum Opfer fielen.
Ein Beispiel dafür ist Tiberius Gracchus, ein Volkstribun,
der es auf sich nahm, das landwirtschaftliche Problem zu
lösen. Mächtige Führer, die dabei
Besitztümer verloren hätten, leisteten ihm Widerstand
und er kam dann in einem Aufruhr im Jahr 133 v. Chr. ums
Leben.
Gaius Gracchus, der Bruder des Tiberius und zwei Jahre lang
ein erfolgreicher Volkstribun, rührte an
Empfindlichkeiten, als er eine ganze Reihe von gesetzlichen
Verfügungen vorschlug, die Missbräuche eindämmen
und ihm politische Vorteile bringen sollten. Er wurde im Jahr
121 v. Chr. zum öffentlichen Feind erklärt und
fiel einem Attentat zum Opfer.
Griechenland und Rom waren über große
Zeiträume Republiken, in denen ausgewählte
Repräsentanten gemäß der Gesetze regierten.
Gelegentlich handelten einige Regierungen demokratischer,
obwohl ihre Form der Demokratie nicht mit dem vergleichbar war,
was wir heute darunter verstehen. Am Ende waren aber alle
aufeinanderfolgenden Regierungen Griechenlands und Roms von
menschlicher Selbstsucht und einer Gier nach mehr Macht
motiviert. Einige stellten diese Gier offen zur Schau,
während andere sich den Anschein gaben, eher als
Wohltäter des Volkes zu handeln.
Später in der römischen Geschichte sahen sich die
Kaiser als mit göttlicher Autorität über ihre
Untertanen ausgestattet. Von Augustus Cäsar (27
v. Chr.) bis zu Konstantin dem Großen (324-327
n. Chr.) wurden die Kaiser als quasi göttliche Wesen
verehrt.
Ein neuer Versuch in der Neuen Welt
Die amerikanische Unabhängigkeitserklärung
des Jahres 1776 und die anschließende Gründung einer
Republik in der Neuen Welt waren wieder ein Versuch, eine
ideale Regierungsform zu schaffen. Der französische
politische Denker, Historiker und Schriftsteller Alexis de
Tocqueville, der im frühen 19. Jahrhundert die neue
Republik besuchte und ihre Menschen beobachtete, war von dem
amerikanischen Experiment tief beeindruckt.
Der britische Historiker Paul Johnson sagt über
Tocquevilles USA-Besuch: „Aus einem Land stammend, in dem
der Machtmissbrauch durch den Klerus den Antiklerikalismus hat
endemisch werden lassen, war er erstaunt, ein Land vorzufinden,
wo dieser praktisch unbekannt war. Zum ersten Mal erlebte er
das Christentum nicht als totalitäre Gesellschaft
verkörpert, sondern als eine grenzenlose Gesellschaft,
eine konkurrenzfähige Gesellschaft, die eng mit der
Freiheit und dem Marktsystem der säkularen Welt
verheiratet war“ (A History of the American
People, 1997, Seite 390).
Tocqueville erkannte einerseits, dass religiöse
Überzeugung den Unterbau der republikanischen Regierung
Amerikas bildete. Andererseits war der
„religiöse“ Einfluss des Staates selbst
minimal, was für ihn eine große Quelle moralischer
Stärke darstellte. Tocqueville schrieb dazu: „Eine
der glücklichsten Konsequenzen der Abwesenheit von
Regierung (wenn ein Volk so glücklich ist, in der Lage zu
sein, ohne diese auszukommen, was selten ist), ist die
Entwicklung von individueller Stärke, die unweigerlich
daraus folgen muss.
Jeder Mensch lernt so, zu denken und für sich selbst zu
handeln, ohne sich auf die Unterstützung einer
äußeren Kraft zu verlassen, die, ganz gleich
für wie wachsam man sie halten mag, nie alle sozialen
Bedürfnisse befriedigen kann. Der Mensch, der so daran
gewöhnt ist, sein Wohlergehen nur durch seine eigenen
Bemühungen zu erreichen zu suchen, erhebt sich damit
seiner eignen Auffassung nach, aber auch nach Auffassung der
anderen; seine Seele wird gleichzeitig größer und
stärker“ (Johnson, Seite 390).
Die neue amerikanische Regierungsform bot ihren Bürgern
das Recht, sich selbst zu regieren. Die europäischen
Regierungen waren dagegen keine Demokratien. Sie waren
hauptsächlich Monarchien, wo Könige oder
Königinnen so regierten, wie es ihnen beliebte und das
nicht selten zum Nachteil der Regierten.
„Die Staatsmänner Europas, erfahren in der
Politik an den Königshöfen, zwinkerten einander wohl
wissend zu und sagten voraus, dass das seltsame amerikanische
Experiment im Höchstfall einige wenige Jahre
überdauern würde – dass sich ein starker
Präsident weigern würde, sich den Wünschen der
Wahlmänner zu beugen und sich selbst zum König auf
Lebenszeit machen würde, oder dass ein schwacher
Präsident noch bevor seine vier Jahre abgelaufen waren
durch eine Revolution aus dem Amt gejagt werden würde. Sie
hatten Unrecht“ (David Whitney und Robin Whitney, The
American Presidents, Vorwort, 1993).
Die ersten Siedler in der Neuen Welt zeigten bei dem Entwurf
und der Entwicklung ihrer Regierungsform Weitsicht. Trotzdem
fehlte etwas. Die amerikanische Geschichte zeigt die Probleme
auf, die sich bei dieser Art Demokratie entwickeln, und die
geradezu einen Ruf nach der fehlenden Dimension für eine
gute Regierung herausfordern.
Alle Regierungen haben im Laufe der Geschichte an einem
Mangel dieser gleichen fehlenden Dimension gelitten. Selbst bei
den besten menschlichen Regierungen und menschlichen Absichten
wird es Menschen geben, die sich entweder weigern, sich selbst
zu regieren oder sich als unfähig dazu erweisen
werden.
Außerdem wird es Menschen geben, die das System zu
ihrem eigenen Vorteil missbrauchen. Die Freiheit, die ein
System der offenen Marktwirtschaft bietet, nutzen einige
z. B. als Gelegenheit zum Raubkapitalismus aus. Wie soll
der Mensch eine perfekte Regierung schaffen, wenn er nicht in
der Lage ist, sich selbst zu beherrschen?
Jüngste Experimente
Im Laufe der nachfolgenden Geschichte wurden Könige des
Öfteren abgesetzt, manchmal in blutigen Revolutionen wie
in Frankreich, wo König Louis XVI. 1793 in Paris
enthauptet wurde oder wie in Russland, wo Revolutionäre
das autokratische Regime von Zar Nicholas II. zu Fall
brachten. Er und seine Familie wurden dann 1918 von einem
bolschewistischen Erschießungskommando im Keller des
Hauses, in dem sie gefangen gehalten worden waren,
ermordet.
Im 20. Jahrhundert kamen der Kommunismus und der
Sozialismus auf und verhießen eine Lösung für
die großen Ungerechtigkeiten, die unter früheren
Regierungsformen geherrscht hatten.
Es ist wenig überraschend, dass einige der schlimmsten
Pogrome aller Zeiten stattfanden, als kommunistische
Regierungen ihre eigenen Landsleute millionenfach töteten,
wie das in Russland unter Joseph Stalin, in China unter Mao
Tse-tung und in Kambodscha unter Pol Pot geschah. Solche
Massaker, von Tyrannen an der eigenen Bevölkerung
vollzogen, sind Beispiele für die schlimmsten Exzesse
menschlicher Regierungen.
Selbst wenn wir solche blutigen Ideologien wie den
faschistischen Imperialismus weglassen, sind die
schädlichen Auswirkungen menschlicher Regierungen
offensichtlich. Allzu oft haben sie zum Tod vieler Unschuldiger
und zu wahren Blutströmen geführt. Ganz gleich um
welche Art von Regierung es sich handelte, immer war
menschliches Leben gefährdet, lebten die Menschen in
Gefahr.
Es gab jedoch eine menschliche Regierung, die in ihrem
frühesten Stadium teilweise als Modell dafür
angesehen werden kann, wie eine gute Regierung ihren
Bürgern dienen kann: das alte Israel unter König
Salomo.
Eine beispielhafte Regierung
Salomos Regentschaft begann als die friedlichste und
wohlhabendste israelitische Monarchie aller Zeiten. „So
war der König Salomo größer an Reichtum und
Weisheit als alle Könige auf Erden. Und alle Welt
begehrte, Salomo zu sehen, damit sie die Weisheit hörten,
die ihm Gott in sein Herz gegeben hatte. Und jedermann brachte
ihm jährlich Geschenke, silberne und goldene Geräte,
Kleider und Waffen, Spezerei, Rosse und Maultiere
. . . Und der König brachte es dahin, dass es in
Jerusalem so viel Silber gab wie Steine und Zedernholz so viel
wie wilde Feigenbäume im Hügelland“
(1. Könige 10,23-27).
Salomo trat sein hohes Amt mit Demut an und strebte nur
danach, was zum Vorteil seines Volkes war. In einem Gebet an
Gott zu Beginn seiner Herrschaft kommt seine innere Haltung
klar zum Ausdruck:
„Nun, Herr, mein Gott, du hast deinen Knecht zum
König gemacht an meines Vaters David statt. Ich aber bin
noch jung, weiß weder aus noch ein. Und dein Knecht steht
mitten in deinem Volk, das du erwählt hast, einem Volk, so
groß, dass es wegen seiner Menge niemand zählen noch
berechnen kann. So wollest du deinem Knecht ein gehorsames
Herz geben, damit er dein Volk richten könne und
verstehen, was gut und böse ist. Denn wer vermag dies dein
mächtiges Volk zu richten?“(1. Könige
3,7-9; alle Hervorhebungen durch uns).
Was reagierte Gott auf Salomos Gebet? „Das gefiel dem
Herrn gut, dass Salomo darum bat. Und Gott sprach zu ihm:
Weil du darum bittest und bittest weder um langes Leben
noch um Reichtum noch um deiner Feinde Tod, sondern um
Verstand, zu hören und recht zu richten, siehe, so tue
ich nach deinen Worten. Siehe, ich gebe dir ein weises und
verständiges Herz, sodass deinesgleichen vor dir nicht
gewesen ist und nach dir nicht aufkommen wird. Und dazu gebe
ich dir, worum du nicht gebeten hast, nämlich Reichtum und
Ehre, sodass deinesgleichen keiner unter den Königen ist
zu deinen Zeiten“ (1. Könige 3,10-13).
Gottesfürchtige Demut ermöglichte es Salomo,
Gottes Unterweisung anzunehmen. Deswegen segnete Gott ihn
für seine Einstellung und sein Handeln.
Aber Salomo war wie so viele Herrscher vor und nach ihm nur
Mensch gewesen. Leider ist er im Laufe der Zeit den
Verlockungen fremder Frauen, dem Glanz materiellen Erfolgs und
dem Beifall seiner Mitmenschen erlegen.
„Aber der König Salomo liebte viele
ausländische Frauen . . . Er hatte siebenhundert
Hauptfrauen und dreihundert Nebenfrauen; und seine Frauen
verleiteten sein Herz. Und als er nun alt war, neigten seine
Frauen sein Herz fremden Göttern zu . . . Der
Herr aber wurde zornig über Salomo, dass er sein Herz von
dem Herrn, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal
erschienen war und ihm geboten hatte, dass er nicht anderen
Göttern nachwandelte . . . Darum sprach der Herr
zu Salomo: Weil das bei dir geschehen ist und du meinen Bund
und meine Gebote nicht gehalten hast, die ich dir geboten habe,
so will ich das Königtum von dir reißen und einem
deiner Großen geben“ (1. Könige
11,1-4. 9-11).
Trotzdem könnte der frühe Teil von Salomos
Regentschaft wegen seiner Sorge um das Wohl des Volkes statt um
sich selbst als ein Vorläufer der bevorstehenden
vollkommenen Regierung angesehen werden. Die kommende,
allerbeste Regierung ist Gottes Regierung unter der
Führung Jesu Christi nach seinem zweiten Kommen. In
Christi Regierung werden wir die Dimension erkennen
können, die bei allen menschlichen Regierungen gefehlt
hat.
Die kommende Herrschaft Jesu Christi
Die ideale Regierung wurde der Menschheit in der Gestalt von
Jesus Christus noch vor Anbeginn der Welt verheißen.
Bevor die ersten Menschen erschaffen wurden, war Jesus bereits
der Menschheit verheißen worden (2. Timotheus 1,9).
Durch ihn, den kommenden König der Könige und Herrn
der Herren, wird die ideale Regierung die ganze Erde
umfassen.
Jesus lehrte seine Apostel die grundlegenden Prinzipien
des gottesfürchtigen Regierungsstils, auch wenn sie diesen
zuerst nicht verstanden. Einmal stritten sie sich
darüber, wer neben Christus zur höchsten
Position aufsteigen würde. Jesus wies sie auf ihre
irregeleiteten Vorstellungen von Herrschaft hin:
„Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wisst, dass
die Herrscher ihre Völker niederhalten und die
Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein
unter euch; sondern wer unter euch groß sein will,
der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will,
der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen
ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene
und gebe sein Leben zu einer Erlösung für
viele“ (Matthäus 20,25-28).
Der Schlüssel zum rechten Regieren, sagte Jesus,
besteht darin, anderen statt sich selbst zu dienen. Das ist im
Wesentlichen wahre Liebe, so wie sie die Bibel definiert
– sich mehr um andere zu sorgen als um sich selbst.
Leider ist das das Gegenteil von dem, wie wir normalerweise
denken und handeln. Wir sind praktisch von Geburt an darauf
konditioniert, zuerst an uns selbst zu denken, statt an andere.
Wir müssen diese Tendenz überwinden, wenn wir
wirklich so wie Christus werden wollen.
Das ist für diejenigen besonders wichtig, die wie
Salomo eine Führungsaufgabe haben. Der Apostel Paulus
betonte die Wichtigkeit von Ehrlichkeit sich selbst
gegenüber: „Gingen wir mit uns selbst ins Gericht,
dann würden wir nicht gerichtet. Doch wenn wir jetzt vom
Herrn gerichtet werden, dann ist es eine Zurechtweisung, damit
wir nicht zusammen mit der Welt verdammt werden“
(1. Korinther 11,31-32; Einheitsübersetzung).
Es ergibt sich von selbst, dass derjenige, der sich selbst
regiert, am besten regiert. Johann Wolfgang Goethe meinte:
„Welche Regierung die beste sei? Diejenige, die uns
lehrt, uns selbst zu regieren.“ Der große indische
Führer der Gewaltfreiheit Mahatma Gandhi merkte an:
„Eine gute Regierung ist kein Ersatz für
Selbstbeherrschung.“
Das Beste steht uns noch bevor
Es gibt eine Regierungsform, die der Mensch noch nie in
größerem Umfang ausprobiert hat. Ihr Oberhaupt wird
das Wesen sein, das sein Leben für die Menschen opferte
(Johannes 3,16-17).
Diese Regierung wurde der Menschheit vor Tausenden von
Jahren versprochen: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein
Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner
Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater,
Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde
und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem
Königreich, dass er’s stärke und stütze
durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit.
Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth“ (Jesaja
9,5-6).
Bei Jesu Wiederkehr wird Gottes Regierung alle menschlichen
Regierungen ablösen. Sie werden alle völlig von
dieser Erde verschwinden. Der Prophet Daniel beschrieb dieses
Ereignis in einer Prophezeiung zur Zeit des babylonischen
Königs Nebukadnezar: „Zur Zeit dieser Könige
wird der Gott des Himmels ein Reich aufrichten, das nimmermehr
zerstört wird; und sein Reich wird auf kein anderes Volk
kommen. Es wird alle diese Königreiche zermalmen und
zerstören; aber es selbst wird ewig bleiben“ (Daniel
2,44).
Christus wird bei seiner Wiederkehr nicht mit den
menschlichen Herrschern dieser Welt zusammenarbeiten. Sie sind
alle zu fest verwurzelt in den Wegen dieser Welt. Stattdessen
wird er alle menschlichen Regierungen auflösen und
ersetzen.
Diese Weltregierung – das kommende Reich Gottes
– war Jesus so wichtig, dass sie vor 2000 Jahren das
Hauptthema seiner Botschaft an die Menschen war. Was sagte er
nämlich, als er anfing, öffentlich zu predigen?
„Nachdem aber Johannes gefangen gesetzt war, kam Jesus
nach Galiläa und predigte das Evangelium Gottes und
sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist
herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das
Evangelium!“ (Markus 1,14-15).
Das Reich Gottes als Motiv zieht sich wie ein roter Faden
durch die Reden und Gespräche Jesu Christi. Das
Bibellexikon Zondervan Pictorial Encyclopedia of the
Bible stellt dazu folgendes fest: „Das Wort
,Reich‘ kommt 55-mal bei Matthäus, 20-mal bei
Markus, 46-mal bei Lukas und 5-mal bei Johannes vor.
Berücksichtigt man dabei die Benutzung dieses Wortes
für weltliche Königtümer und für die
Parallelstellen mit gleichem Inhalt, wird der Ausdruck ,Reich
Gottes‘ mit verwandten Ausdrücken wie
,Himmelreich‘, ,sein Reich‘ ca. 80-mal
benutzt“ (Band III, Zondervan Verlag, 1976, Seite
804).
Jesus sprach dreimal so oft über das Reich Gottes wie
über die Liebe! „Diese Statistiken zeugen von der
großen Wichtigkeit des Konzepts in der Lehre Jesu
. . . Es kann daher kaum angezweifelt werden, dass
der Ausdruck ,Reich Gottes‘ das Hauptthema seiner Lehre
darstellt“ (ebenda, Seite 804).
Das Reich Gottes war für Jesus so wichtig, dass er in
der Bergpredigt seine Nachfolger ermahnt hat, das Reich Gottes
als oberstes Lebensziel zu setzen: „Trachtet zuerst
nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so
wird euch das alles zufallen“ (Matthäus 6,33).
Wie wichtig ist Ihnen das Reich Gottes?
Ob Sie es glauben oder nicht: Sie können an dieser
kommenden Weltregierung Anteil haben! Der Apostel Paulus sagte,
dass die wahren Nachfolger Jesu Christi in der kommenden Zeit
„die Welt richten [Entscheidungen im Hinblick auf die
Welt treffen] werden“ (1. Korinther 6,2).
Jesus Christus ist heute dabei, seine wahren Nachfolger so
anzuleiten bzw. umzugestalten, dass sie gerechte Urteile fallen
können. Es sind Urteile, die sich auf sein Wort und seine
Gebote gründen. Wenn Jesu treue Diener bei seiner
Wiederkehr verwandelt werden (1. Korinther 15,50-54),
haben sie dann die Gelegenheit, als Lehrer während Jesu
tausendjähriger Herrschaft auf Erden Milliarden von
Menschen zu dienen (Offenbarung 20,4; 1,6).
Ja, eine Weltregierung kommt, die ganz anders sein wird als
alles, was die Welt je erlebt hat. Das Reich Gottes wird alle
menschlichen Regierungen ersetzen, die von Anbeginn an zum
großen Teil von selbstsüchtigen menschlichen
Interessen geprägt waren.
Die beste Weltregierung ist die gleiche gute und
gottesfürchtige Regierung, die Jesus im Sinn hatte, als er
seine Jünger in Matthäus 6, Vers 10 beten lehrte:
„Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im
Himmel so auf Erden.“
Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserer
kostenlosen Broschüre
Das Reich Gottes – eine gute Nachricht. Auf Anfrage
senden wir sie Ihnen gerne zu.
Auf welche Weise wird Gottes Herrschaft auf Erden anders
sein?
Die Prophezeiungen der Bibel weisen auf die Unterschiede
zwischen menschlicher Herrschaft und der Herrschaft Jesu
Christi hin. Jesus wird mit Gerechtigkeit gemäß
göttlicher Gesetze regieren und nicht zulassen, dass
irgendwelche politischen Parteien oder Politiker weiterhin eine
ungerechte Herrschaft über die Menschen ausüben
(Jesaja 11,1-5; Daniel 2,44).
• Der unsichtbare „Gott dieser
Welt“, Satan der Teufel, wird von der Menschheit entfernt
werden und wird nicht länger in der Lage sein, die
Menschen zu falschem Denken und Handeln zu beeinflussen
(Offenbarung 20,1-2).
• Die gesamte Menschheit wird den einzig wahren
Gott seine Lebensweise kennenlernen (Jesaja 11,9). Die Menschen
werden nicht länger durch falsche religiöse
Vorstellungen verführt sein, die zu Spaltungen führen
und dadurch Schaden anrichten (2. Korinther
11,4. 14-15).
• Gottes vollkommenes Gesetz, das uns von
schädlichen Gewohnheiten befreit, wird überall
geltendes Recht sein. Alle Menschen werden es beachten und die
Segnungen genießen, die das Halten des Gesetzes
hervorruft (Jesaja 2,2-4).
• Gottes Geist wird der gesamten Menschheit zur
Verfügung stehen und es ermöglichen, den wahren Gott
wirklich zu erkennen und im Verstand und Herzen geistlich
bekehrt und verändert zu werden (Jeremia 31,34;
Hebräer 8,10-12).
• Durch göttliche Heilung werden alle
Krankheiten, körperliche Leiden und Verletzungen behoben
werden (Jesaja 35,5-6; Jeremia 30,17).
• Privateigentum wird respektiert werden. Die
Menschen werden sich keine Sorgen machen müssen, dass ihr
Eigentum auf mutwillige und ungesetzliche Weise entwendet wird
(Micha 4,4).
• Gott wird die Welt mit fruchtbarem Boden
segnen. Das Wetter wird zu jeder Jahreszeit gut sein und zu
reicher Ernte führen (Amos 9,13). Es wird überall
reines Wasser geben. Die Wüsten werden fruchtbar werden
(Jesaja 35,6-7).
• Die ganze Welt wird den Weg zu
persönlichem und weltweitem Frieden lernen und daher
Frieden erleben und genießen (Jesaja 2,4).
Die vier Komponenten einer Regierung
Eine Regierung setzt sich aus vier grundlegenden Komponenten
zusammen: einem Herrscher, Untertanen, einem Staatsgebiet und
Gesetzen.
Der kommende Messias ist der große Herrscher,
der da kommen soll: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein
Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner
Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater,
Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde
und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem
Königreich, dass er’s stärke und stütze
durch Recht und Gerechtigkeit [vgl. dazu Johannes 12,48] von
nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn
Zebaoth“ (Jesaja 9,5-6; vgl. auch Jesaja 11,1-5).
Die gesamte Menschheit wird Jesus untertan sein:
„In den letzten Tagen aber wird der Berg, darauf des
Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und
über die Hügel erhaben. Und die Völker werden
herzulaufen . . . und sagen: Kommt, lasst uns hinauf
zum Berge des Herrn gehen und zum Hause des Gottes Jakobs, dass
er uns lehre seine Wege und wir in seinen Pfaden wandeln! Denn
von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von
Jerusalem“ (Micha 4,1-2).
Das Hoheitsgebiet der Regierung Jesu Christi wird die
gesamte Erde sein: „Dann wird der Herr König sein
über die ganze Erde“ (Sacharja 14,9;
Einheitsübersetzung).
Das Gesetz Gottes wird überall das
Landesgesetz sein und von allen anerkannt werden:
„So spricht Gott der Herr: . . . Ich will ihnen
ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben und
will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein
fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Geboten wandeln
und meine Ordnungen halten und danach tun“ (Hesekiel
11,17-20).
– GN Januar-Februar 2008

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