Glaube und Treue: Fundament für
Beziehungen und Verantwortung
Können Sie Gott ganz vertrauen? Kann Gott sich auf
Sie verlassen? Wäre es nicht schön, wenn Jesus
Christus bei seiner Rückkehr sagen würde:
„Recht so, du tüchtiger und treuer
Knecht!“?
Von Don Hooser
Der bekannte Geysir „Old Faithful“ (zu Deutsch
„Alter Treuer“) im amerikanischen Nationalpark
Yellowstone verdient seinen Namen, weil er seit seiner
Entdeckung 1870 zuverlässig alle 60 bis 90 Minuten eine
Wasserfontäne in die Luft schießt.
Der lateinische Spruch Semper fidelis bedeutet
„immer treu“. Gott ist immer treu! Wir können
ihn beim Wort nehmen. Tun wir das auch? Inwiefern kann man sich
auf Sie und mich verlassen?
„Viele reden von ihrer Treue; aber finde mal einen
Menschen, auf den Verlass ist!“ (Sprüche 20,6; Gute
Nachricht Bibel). Es wird immer schwieriger, jemanden zu
finden, auf dessen Liebe bzw. Loyalität man sich verlassen
kann. Viele Menschen sind wankelmütig und untreu.
Paulus’ Aussage über das erbärmliche
Verhalten „in den letzten Tagen“ (2. Timotheus
3,1) ist eine traurige Prophezeiung: Die Menschen „werden
viel von sich halten“ und „Lästerer“,
„lieblos“ „verleumderisch“ und
„Verräter“ sein (Verse 2-4). Die Konsequenzen
für die Gesellschaft sind fatal!
Glaube und Treue: Sie sind ein Grundstein für
Beziehungen und Verantwortung. Fehlen sie, sind Ehen und
Familien die Opfer. Immer weniger Menschen sind bereit, sich
lebenslang zu binden. Und viele, die ihr Jawort (sogar
„vor Gott“) geben, brechen dieses Versprechen
später auf die eine oder andere Weise. Wenn jemand seinen
Partner betrügt, urteilt Gott: „Du [hast] treulos
gehandelt . . ., wo sie doch deine Gefährtin ist
und die Frau deines Bundes“ (Maleachi 2,14-16;
Elberfelder Bibel). Gott hasst diese Form der Untreue.
Gute Beziehungen werden auf dem Fundament von Glauben und
Treue errichtet – auf gegenseitigem Vertrauen, das sich
auf Zuverlässigkeit gründet. Eine gute Ehe wird zum
großen Teil durch eine treue Frau und einen treuen
Ehemann definiert. Ein guter Freund ist ein
wahrer und treuer Freund: „Ein Freund steht
allezeit zu dir, auch in Notzeiten hilft er dir wie ein
Bruder“ (Sprüche 17,17; Gute Nachricht Bibel). Ein
guter Angestellter ist ein zuverlässiger und
fleißiger Arbeitnehmer, dem man vertrauen
kann.
Obwohl alle Menschen ab und zu unzuverlässig sind,
können wir uns immer auf Gott verlassen. Seine
Zuverlässigkeit hilft uns, uneingeschränkten Glauben
und vollständiges Vertrauen in ihn zu haben. Es ist
wichtig, dass wir auf die Treue des himmlischen Vaters und Jesu
mit tiefen und beständigem Glauben antworten, damit wir
ihnen unser Bestes geben – unsere größte
Loyalität, Treue, Ergebenheit und unseren bereitwilligen
Gehorsam!
Entstanden durch den heiligen Geist
Gottes Messlatte des Glaubens und der Treue ist viel
höher, als dass wir sie durch unsere eigene Kraft
erreichen könnten. Um so treu wie der Schöpfergott
werden zu können, müssen wir seine Hilfe mit
ganzem Herzen suchen! Bitten Sie deshalb im Gebet um
Glauben und Treue. Lesen Sie die Bibel, um mehr
über göttliche Treue zu lernen (Römer 10,17) und
um inspiriert zu werden, dem Beispiel Gottes zu folgen, so wie
andere Christen es in früheren Zeiten getan haben. Suchen
Sie die Gemeinschaft der „Kirche Gottes“, wo andere
auch heute noch treu versuchen, Gott zu folgen
(Apostelgeschichte 2,42; 20,28).
Um wirklich im Glauben zu leben, brauchen wir den
heiligen Geist in uns (2. Timotheus 1,13-14).
Wie erhalten wir Gottes Geist? Bei der Gründung der
neutestamentlichen Kirche zu Pfingsten im Jahr 31 n. Chr. hielt
der Apostel Petrus eine bewegende Predigt. Zum Schluss seiner
Predigt wies er seine ergriffenen Zuhörer an: „Tut
Buße [bereut] und jeder von euch lasse sich
taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer
Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen
Geistes“ (Apostelgeschichte 2,38; alle Hervorhebungen
durch uns).
Der heilige Geist übermittelt dann die Natur Gottes,
die sich in uns allmählich wie eine reifende Frucht am
Baum entwickelt.
Die „Frucht“, die durch Gottes Geist entsteht,
besteht aus vielen wunderbaren Tugenden. Der Apostel Paulus
zählte die wichtigsten auf: „Die Frucht aber des
Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit,
Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit“ (Galater
5,22-23).
Einige Bibelübersetzungen geben bei dem Wort
„Treue“ eine Fußnote an, die besagt, dass
hier auch das Wort „Glaube“ eingesetzt werden kann.
Dies stimmt mit der Art und Weise überein, wie das
griechische Wort pistis an dieser Stelle normalerweise
im Neuen Testament übersetzt wird, einschließlich
zahlreicher Schriftstellen im Galaterbrief. Trotzdem benutzen
die meisten Bibelübersetzungen in diesen Versen das Wort
„Treue“.
Ein Grund dafür ist, dass Glaube, unser Glaube an Gott
und Vertrauen in ihn, normalerweise als etwas gesehen wird, das
aus uns selbst heraus kommt, anstatt ein Produkt des heiligen
Geistes in uns zu sein. Es ist wahr, dass der Glaube an Gott
durch Reue kommt – vor dem Empfang des heiligen Geistes.
Allerdings wird der Glaube an anderen Stellen als eine Gabe des
Geistes bezeichnet (1. Korinther 12,9).
Der Galaterbrief selbst sagt aus, dass wir den
„Glauben Christi“ haben und danach leben
müssen (Galater 2,16. 20). Offenbarung 14, Vers 12
erklärt, dass die wahren Nachfolger Gottes „die
Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren“ (Offenbarung
14,12; Elberfelder Bibel).
Wie bringen wird dies alles in Einklang? Die Antwort
beinhaltet die verschiedenen Stufen des Glaubens. Unser
anfänglicher Glaube an Gott entsteht vor dem Empfang
seines heiligen Geistes. Doch selbst dieser anfängliche
Glaube ist eine Antwort auf das, was der Schöpfergott uns
im Leben zeigt, und auf die Hilfe, die er uns gibt, damit wir
glauben können. Nach dem Empfang des heiligen Geistes
wohnen Gott der Vater und Jesus Christus in dem Gläubigen
und verändern dessen Charakter von innen heraus. Auch der
Glaube des Gläubigen wächst durch das Wirken des
heiligen Geistes.
Durch diesen viel tieferen Glauben wird eine Person dahin
geführt, Gott völlig zu vertrauen in Bezug auf den
Segen, der darauf ruht, seinem Gesetz zu vertrauen. Dies
führt zu einem Gehorsam vom Herzen heraus und einer
ständigen reuevollen Rückkehr zum Schöpfer, wenn
man gesündigt hat. Dies ist lebendiger Glaube. Er
kommt durch den heiligen Geist. (Fordern Sie unsere kostenlose
Broschüre Lebendiger Glaube zum besseren
Verständnis an.)
Nachdem wir dies geklärt haben, ist es vielleicht nicht
so wichtig, ob das Wort „Glaube“ oder
„Treue“ in Galater 5, Verse 22 bis 23 eingesetzt
wird. Denn wenn wir lebendigen Glauben haben, werden wir mit
Treue antworten. Lebendiger Glaube ist ein Produkt des heiligen
Geistes genauso wie Treue.
Gottes Geist ist die einzige Kraft, die uns dabei hilft, die
bösen „Werke des Fleisches“ – unsere
egoistische menschliche Natur – zu überwinden
(Galater 5,19-21). Das Ergebnis dieser Selbstsucht sind
hässliche Beispiele der Untreue, einschließlich des
Ehebruchs (Untreue gegenüber dem Ehepartner), der Unzucht
(Untreue gegenüber dem zukünftigen Partner),
Götzendienst und Zauberei (Untreue und Betrug
gegenüber Gott) und Mord (völliger Verrat an
anderen). Möge Gott uns helfen, anders zu sein!
Treu in allen Dingen, groß und klein
Das Handbuch für die Menschheit, die Bibel, gibt uns
viele Lehren über Treue. Diese zeigen, wie der
Schöpfer unseren Charakter beurteilt.
„Wer im Geringsten treu ist, der ist auch im
Großen treu; und wer im Geringsten ungerecht ist, der ist
auch im Großen ungerecht“ (Lukas 16,10). Gott
übersieht nie Verantwortungslosigkeit. Wir müssen
selbst bei den kleinsten Pflichten unsere Zuverlässigkeit
beweisen.
„Und wenn ihr mit dem fremden Gut nicht treu seid, wer
wird euch geben, was euer ist?“ (Vers 12). Wir sollten
mit fremden Eigentum genauso vorsichtig – oder sogar noch
vorsichtiger – umgehen wie mit unserem eigenen.
Im nächsten Abschnitt geht es um Sklaven bzw.
verdingte Knechte. Die hier behandelten Prinzipien gelten auch
heute für Arbeitnehmer:
„Ihr Sklaven und Sklavinnen, gehorcht in allem euren
irdischen Herren und Herrinnen! Tut es nicht nur
äußerlich, um euch bei ihnen einzuschmeicheln. Dient
ihnen aufrichtig, als Menschen, die Christus als Herrn ernst
nehmen. Alles, was ihr tut, tut von Herzen, als etwas, das ihr
für den Herrn tut und nicht für Menschen. Seid euch
bewusst, dass ihr dafür vom Herrn das ewige Leben als Lohn
bekommt. Dient mit eurem Tun Christus, dem Herrn! Denn wer
Unrecht tut, wird dafür die volle Strafe erhalten. Gott
ist ein unparteiischer Richter“ (Kolosser 3,22-25; Gute
Nachricht Bibel).
„Herren“ (Arbeitgeber, Vorgesetzte usw.)
müssen ihr Verhalten gegenüber ihren Untergebenen
auch gegenüber Gott verantworten (Kolosser 4,1; Epheser
6,9).
Treue beinhaltet Beharrlichkeit
Beharrlichkeit ist ein Schlüssel zum Erfolg bei allem,
einschließlich eines Rennens. Als Paulus seinen zweiten
Brief an Timotheus schrieb, befand er sich im Gefängnis
und wartete auf seine sichere Hinrichtung. Trotzdem hatte er
einen inneren Frieden, weil er wusste, dass er Gott treu
gewesen war.
Paulus schrieb: „Ich habe den guten Kampf
gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben
gehalten“ (2. Timotheus 4,7). Mögen wir alle
dieselbe Zuversicht am Ende unseres Rennens besitzen! Der
größte Lohn für Beharrlichkeit ist ewiges
Leben!
Jesus sagte: „Haltet in Treue durch, auch wenn es euch
das Leben kostet. Dann werde ich euch als Siegespreis ewiges
Leben schenken“ (Offenbarung 2,10). Wir dürfen nie
aufgeben oder vom Ziel abweichen!
Im Matthäusevangelium, Kapitel 24 gab Christus seinen
Jüngern erschreckende Prophezeiungen über das
„Ende der Welt“ (Vers 3). In den Versen 9 bis 12
spricht er von Trübsal und Verfolgung. Doch in Vers 13
sagt er: „Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig
werden.“
Die Gläubigen, die, motiviert durch Glauben, Gott bis
zum Ende ihres Lebens oder bis zu Jesu Rückkehr (was immer
zuerst kommt) gehorcht haben und treu sein Werk getan haben,
werden reich belohnt werden (Matthäus 24,44-46; vgl. auch
Offenbarung 22,12).
Treue zu Gott und Christus
Was ist Gottes Wille und was ist sein Werk? Es
beinhaltet den Hungrigen zu Essen zu geben, den Durstigen zu
Trinken, Kleidung denen, die sie brauchen, und sich um
diejenigen zu kümmern, die krank oder im Gefängnis
sind (Matthäus 25,31-46).
In Matthäus 25, Verse 14-30 erzählte Jesus das
Gleichnis von den Talenten (ein „Talent“ war ein
Geldmaß). Diese Geschichte verdeutlicht verschiedene
wichtige Lektionen.
Der Schöpfer gibt jedem von uns unterschiedliche
Fähigkeiten und Gelegenheiten. Er erwartet, dass wir sie
in seinem Dienst voll ausschöpfen. Je nachdem wie sehr wir
in unserem Leben geistlich gewachsen sind und wie viel wir
gedient haben, werden wir großzügig belohnt werden.
Ein „unnützer Knecht“, der seine Zeit
verschwendet hat, anstatt Gott zu gehorchen, wird
„böse und faul“ genannt und bestraft werden.
Gott akzeptiert keine Ausreden – noch nicht einmal die
Angst vorm Versagen.
Die Hauptlehre dieses Gleichnisses ist aber, dass Christus
eines Tages wiederkehren wird, um seine treuen Nachfolger zu
belohnen – diejenigen, die Gott glauben und danach leben.
Jedem treuen Knecht wird der Herr sagen: „Recht so, du
tüchtiger und treuer Knecht, du bist über wenigem
treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh hinein
zu deines Herrn Freude! . . . Du bist über
wenigem treu gewesen, ich will dich über viel setzen; geh
hinein zu deines Herrn Freude!“ (Matthäus
25,21. 23).
Mögen wir alle nach dem Glauben leben, den der heilige
Geist in uns entwickelt, und damit die gewünschte Treue
zeigen. Und am Ende hören wir hoffentlich alle Christi
wunderbares Lob, dass er seinen treuen Nachfolgern bei seiner
Rückkehr aussprechen wird.
– GN Juli-August 2009

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