Darwins großes Märchen

Vor 150 Jahren veröffentlichte Charles Darwin seine Theorie über den Ursprung der Arten. In diesem „Darwin-Jahr“ findet die Tatsache kaum Beachtung, dass Darwins Theorie immer noch unbewiesen ist.

Von Mario Seiglie

Im „Darwin-Jahr“ ist der Einfluss von Charles Darwin unübersehbar. Die philosophischen Perspektiven, die im Bildungswesen und in den Massenmedien dargestellt werden, sind von Ideen aus der darwinschen Evolution durchdrungen. Für manche hat sie die Religion ersetzt – und ist zudem zu einer Religion geworden. „Außer der Bibel“, so der Anthropologe Ashley Montagu 1958 zur Neuauflage von Darwins Buch, „war kein Werk in praktisch allen Aspekten des menschlichen Denkens so einflussreich wie Die Entstehung der Arten.“

Für viele ist Religion lediglich ein Märchen. Interessanterweise passt diese Sichtweise auch zu der Theorie, die die Religion ersetzt haben soll. In Die Entstehung der Arten stellte Darwin viele Beispiele aus dem Tierreich dar, die seiner Meinung nach seine Theorie stützen. Tun sie das aber wirklich? Wir sehen uns in diesem Artikel nur einige dieser Beispiele an, die uns genau das Gegenteil zeigen.

Taubenzüchtung: künstliche oder natürliche Auswahl?

Zu Beginn von Die Entstehung der Arten betont Darwin die Bedeutung, die er der Tierzucht als einem Beweis für seine Theorie, der auf einem Analogieschluss basiert, beimaß.

„Beim Beginn meiner Beobachtungen“, schreibt er, „schien es mir wahrscheinlich, dass ein sorgfältiges Studium der Haustiere und Kulturpflanzen die beste Aussicht auf Lösung dieser schwierigen Aufgabe [die Frage, wie die Evolution funktioniert] gewähren würde. Und ich habe mich nicht getäuscht, sondern habe in diesem wie in allen anderen verwickelten Fällen immer gefunden, dass unsere wenn auch unvollkommenen Kenntnisse von der Änderung der Lebensformen im Zustande der Domestikation immer den besten und sichersten Aufschluss gewähren“ (Deutsche Ausgabe 1884; Hervorhebung durch uns).

Darwin hat selbst Tauben gezüchtet und war von all den Variationen, die ein Züchter erreichen kann, beeindruckt. Er erklärte im ersten Kapitel seines Buches, wie Tauben so gezüchtet werden können, dass sie viele unterschiedliche Schwänze, Schnäbel und Farben haben. Er schlug dann vor, dass die Natur, wenn Züchter durch künstliche Auswahl in so kurzer Zeit so große Veränderungen bewirken können, umso mehr durch natürliche Auswahl und Äonen an Zeit massenhafte Veränderungen bei Pflanzen und Tieren bewirken konnten.

Er gab zu, dass es sich dabei nur um eine Vermutung handelte, denn er hatte keine direkten Beweise dafür. Aber aufgrund seiner begrenzten Belege über Variationen innerhalb von Arten (was heute Mikroevolution genannt wird) ging er dazu über, daraus komplexe Veränderungen abzuleiten, die mit der Zeit zur Entstehung neuer Arten führen sollten (Makroevolution).

Darwin hielt dies für möglich, weil er die falsche Theorie vom Verschmelzen der Merkmale unterschiedlicher Arten akzeptierte. Er glaubte, dass innerhalb eines entsprechend langen Zeitraums eine praktisch unendliche Vielfalt an völlig unterschiedlichen Arten entstehen könnte. Er kannte aber die Mendelsche Vererbungslehre nicht, die zu seiner Zeit noch nicht entdeckt worden war. Diese begrenzt, wie weit sich ein Tier oder eine Pflanze wirklich verändern kann.

Das war einer von Darwins gröbsten Fehlern – die Annahme, dass das Leben eine unbegrenzte Kapazität für Veränderungen hätte, wenn es unter starken umweltbedingten oder fortpflanzungsbedingten Druck gerät. Weil sie die Gesetze der Vererbungslehre kennen, wissen die heutigen Wissenschaftler, dass es zwar eine Vielfalt gibt, diese aber begrenzt ist.

Das ist das, was Michael Behe, Professor für Biochemie an der Lehigh University in Pennsylvania, „die Grenze der Evolution“ nennt. Tiere und Pflanzen können sich bis hin zu ihrer genetischen Grenze entwickeln und untereinander variieren. Darüber hinaus ist aber keine wahre Variation mehr möglich, weil genetische „Mauern“ eine weitere Anpassung verhindern.

Die Genetik kann auch mit einem Sack voller Murmeln verglichen werden. Wenn man den Sack schüttelt, kann man jedes Mal eine unterschiedliche Murmel aus dem Sack ziehen – was hier für die unterschiedlichen Varietäten steht, die möglich sind. Aber es befindet sich nur eine bestimmte Anzahl von Murmeln in dem Sack, und man kann keine weiteren schaffen, ohne das Ganze zu zerstören.

Man kann nur aus der jeweiligen Mischung im Sack auswählen. Bei der Genetik verhält es sich genauso. Im genetischen Code jedes Lebewesens ist nur eine bestimmte Anzahl an Genen bzw. Informationspaketen (die Murmeln) enthalten. Man kann diese genetischen Daten durch Mutationen oder Gentechnik auf unterschiedliche Weise manipulieren (sie schädigen, spleißen, entfernen oder vervielfältigen), aber damit wird keine neue genetische Information erzeugt. Auf ähnliche Weise ist innerhalb jeder Tier- und Pflanzenart nur eine begrenzte Anzahl realisierbarer Kombinationen möglich.

Behe sagt nun in seinem Buch The Edge of Evolution (2007), dass die Wissenschaft tatsächlich mathematisch genau feststellen kann, wo diese genetische Grenzlinie liegt. Das ist ein weiterer schwerer Schlag für Darwins Evolutionstheorie.

Darwin hat seine Wette verloren, dass es innerhalb der Arten fast unbegrenzte Möglichkeiten für Variationen gibt und dass weitgehend unterschiedliche Pflanzen- und Tierarten einem gemeinsamen Vorahnen entstammen könnten. Trotz der großen Vielfalt an Hunden, vom winzigen Chihuahua bis zur riesigen Deutschen Dogge, handelt es sich doch immer noch um Hunde. Es gibt keine Hunde, die sich zu ganz anderen Lebewesen „entwickeln“. Ebenso kann man die „Hundemurmeln“ nicht in „Katzenmurmeln“ verwandeln, ganz gleich wie viele genetische Umstrukturierungen man vornimmt.

Darwins Finken fallen beim Test durch

Einer der berühmtesten „Beweise“ für die Evolution sind die Finken, die Darwin gesammelt hat, als er 1835 die Galapagosinseln besuchte. Ihm zu Ehren werden diese Vögel nun als „Darwinfinken“ bezeichnet.

Wieder zu Hause in England bemerkten er und andere, die diese Testexemplare untersuchten, dass es kleine Variationen in ihrer Größe und bei ihren Schnäbeln gab. In einer späteren Ausgabe von Die Entstehung der Arten grübelte er kurz darüber nach, wie die natürliche Auswahl den Schnabel und die Körpergröße dieser Tiere hätte verändern können. Er mutmaßte, dass bei entsprechend langer Zeit solche Veränderungen diese Finken allmählich in völlig andere Vögel verwandeln könnten.

„Es war zehn Jahre her, seit er Galapagos besucht hatte“, schreiben die Biografen Adrian Desmond und James Moore, „und er war immer noch damit beschäftigt, die Inseln neu zu konzeptualisieren. Bis dahin hatte er hinreichend Zeit gehabt, die Fauna im Lichte von John Goulds Werk über die Vögel und seine eigene Theorie neu zu interpretieren . . .

Aber Finken stellten immer noch einen geringen Teil seiner Evolutionsbeweise dar. Zugegeben, er stellte jetzt die unterschiedlichen Typen mit ihrer Auswahl an Schnäbeln dar. ,Wenn man die Abstufungen und unterschiedliche Strukturen bei einer kleinen, eng verwandten Gruppe von Vögeln sieht‘, führt er aus, ,könnte man wirklich auf den Gedanken kommen, dass bei einem ursprünglichen Mangel an Vögeln auf diesem Archipel, eine Art genommen und für unterschiedliche Zwecke modifiziert worden ist.‘ Es war ein allgemein gefasster Hinweis und es war alles, was er jemals wieder über die Evolution der Finken sagen würde“ (Darwin: The Life of a Tormented Evolutionist, 1991, Seite 327-328).

Obwohl er selbst die Finken als Beweis für seine Theorie nicht betont hat, sollten seine Anhänger im 20. Jahrhundert diese doch als einen der Hauptbeweise für den Darwinismus darstellen. In den 1970er Jahren führten die Biologen Peter und Rosemary Grant Studien über die Schnabelgröße der Finken auf den Galapagosinseln durch. Sie konzentrierten sich dabei hauptsächlich auf eine bestimmte Insel, Daphne Major, und bemerkten, dass, als in den Jahren 1976 und 1977 eine schwere Dürre herrschte, die meisten Finken starben. Aber diejenigen, die überlebten, waren diejenigen mit größeren Schnäbeln und Körpern. Sie konnten die großen, harten Früchte essen, deren Verzehr für Vögel mit kleineren Schnäbeln praktisch unmöglich ist.

Das Lehrbuch Biology von John Kimball merkt dazu an: „Hier war also natürliche Auslese am Werk. Aber hat sie eine Evolution bewirkt? Die Antwort darauf war ein Ja. Als sich die Population von G. fortis [der Finkenart] nach Rückkehr des Regens erholte, waren die durchschnittliche Körpergröße und die Schabeltiefe ihrer Nachkommen größer als zuvor (bei der Schnabeltiefe betrug die Zunahme 4-5 Prozent). Die Glockenkurve hatte sich nach rechts verschoben – [ein Beleg für] direktionale Selektion.“

Wie viele andere Lehrbücher, versäumt Kimballs Buch hier zu erwähnen, dass es im nächsten Jahrzehnt wieder die durchschnittliche Niederschlagsmenge gab und die Schnabelgrößen wieder ihren Normalzustand erreichten! Auf lange Sicht gab es also keine direktionale Selektion. Zudem waren die Veränderungen bei den Schnäbeln minimal gewesen – im Durchschnitt weniger als einen Millimeter! Finken mit Schnäbeln in diesem Größenbereich lebten sowohl vor als auch nach der Dürre auf der Insel. Wo also gibt es hier eine evolutionäre Veränderung?

Eine 1988 von der „U.S. National Academy of Sciences“ veröffentlichte Broschüre führt die Darwinfinken als ein „interessantes Beispiel“ für die darwinsche Evolution an. Danach sollen die von den Grants und ihren Kollegen durchgeführten Experimente zeigen, „dass ein einziges Dürrejahr auf der Insel evolutionäre Veränderungen bei den Finken vorantreiben kann . . . Wenn es etwa alle zehn Jahre eine Dürre auf den Inseln gibt, könnte in nur etwa 200 Jahren eine neue Finkenart entstehen“ (Teaching About Evolution and the Nature of Science, Seite 10).

Der Biologe Jonathan Well sagt über die Broschüre Folgendes: „Statt den Leser durch die Erwähnung zu verwirren, dass die Auslese nach der Dürre wieder rückgängig gemacht wurde und keine langfristige evolutionäre Veränderung erfolgte, lässt die Broschüre diese unangenehme Tatsache einfach weg. Es ist wie bei einem Aktienwerber, der behauptet, die Aktie könnte sich in zwanzig Jahren an Wert verdoppeln, weil sie 1998 fünf Prozent an Wert gewonnen hat. Dabei erwähnt er aber nicht, dass sie 1999 fünf Prozent an Wert verloren hat. So führt auch diese Broschüre die Öffentlichkeit in die Irre, indem sie einen entscheidenden Teil der Beweise verheimlicht.

Man fragt sich da, wie viele Belege es für Darwins Theorie wirklich gibt. Wie der Juraprofessor und Darwinkritiker aus Berkeley, Kalifornien, Phillip E. Johnson, 1999 im Wall Street Journal schrieb: ,Wenn unsere führenden Wissenschaftler zu der Art von Verdrehungen Zuflucht nehmen müssen, die einen Aktienwerber ins Gefängnis brächten, dann weiß man, dass sie in Schwierigkeiten stecken‘ “ (Icons of Evolution, 2000, Seite 175).

Das Zwischenglied, das keines war – Archäopteryx

Kurz nach dem Erscheinen von Die Entstehung der Arten gab es einen spektakulären Fund eines Fossils, das auf den ersten Blick eine Übergangsart oder ein Zwischenglied zwischen Reptilien und Vögeln zu verkörpern schien. Es wurde 1861 in Deutschland entdeckt und Archäopteryx genannt, was „uralter Flügel“ bedeutet. Der Archäopteryx hatte Flügel und Federn, aber auch, anders als die heutigen Vögel, Zähne und einen eidechsenartigen Schwanz sowie Krallen an seinen Flügeln. Während des letzten Jahrhunderts wurden noch weitere Exemplare gefunden.

Darwin fügte das in einer späteren Ausgabe von Die Entstehung der Arten seinen „Beweisen“ für die Evolution hinzu. Er gab dazu folgenden Kommentar ab: „Es wurde durch den Naturforscher [Thomas Huxley] gezeigt, dass sogar der große Abstand zwischen den Vögeln und den Reptilien auf die unerwartetste Weise teilweise überbrückt worden ist, einerseits durch den Strauß und den ausgestorbenen Archäopteryx und andererseits durch den Compsognathus, einen der Dinosaurier“ (1872, Seite 325). Der bekannte Evolutionist Ernst Mayr von der Harvard University nannte den Archäopteryx „das fast perfekte Zwischenglied zwischen Reptilien und Vögeln“ (The Growth of Biological Thought, 1982, Seite 430).

Aber in den letzten 25 Jahren wurde dieser angebliche Beweis in aller Stille heruntergestuft. Nach eingehenderer Untersuchung sehen die Wissenschaftler ihn nun nicht als eine Übergangsart, sondern als einen ausgestorbenen Vogel. Der Ornithologe Alan Feduccia stellte dazu fest: „Paläontologen haben versucht, aus dem Archäopteryx einen erdgebundenen, gefiederten Dinosaurier zu machen. Aber das ist er nicht. Er ist ein Vogel, ein Sitzvogel. Und noch so viel ,Paleogeschwätz‘ wird nichts daran ändern“ (zitiert in Virginia Morell, „Archaeopteryx: Early Bird Catches a Can of Worms“, Science, 5. Februar 1993, Seite 764-765). Professor Feduccia sagte sogar voraus, dass die Dinosaurier-Vogel-Theorie „zur größten Blamage der Paläontologie im 20. Jahrhundert“ werden würde (zitiert in Pat Shipman, „Birds Do It . . . Did Dinosaurs?“, New Scientist, 1. Februar 1997, Seite 28).

Woher kommt dieser tief greifende Sinneswandel? Er beruht auf Belegen, die nun auf die Ähnlichkeiten zwischen dem Archäopteryx und früheren und heutigen Vögeln hinweisen und nicht auf Ähnlichkeiten mit den Reptilien.

Es wurden Fossilien altertümlicher Vögel gefunden, die wie der Archäopteryx Zähne hatten, die sich von den Reptilienzähnen stark unterschieden. Einige der heutigen Vögel haben Krallen an ihren Flügeln, wie der Hoatzin in Südamerika und der Turaco und der Strauß in Afrika. Einige Embryos heutiger Vögel haben mehr Schwanzwirbel als der Archäopteryx, und die Schwanzstruktur des Schwans zeigt eine auffällige Ähnlichkeit. Es hat sich mittlerweile auch gezeigt, dass der Archäopteryx fliegen konnte und hohle Vogelknochen und ein volles Gefieder statt Reptilienschuppen hatte.

Noch einmal Jonathan Wells: „Das schönste Fossil der Welt, das Exemplar, das Ernst Mayr ,das fast perfekte Zwischenglied zwischen Reptilien und Vögeln‘ nannte, wurde in aller Stille zur Seite gelegt und die Suche nach fehlenden Zwischengliedern geht genauso weiter, als wäre der Archäopteryx nie gefunden worden“ (Seite 135).

Die seltsame Saga des Birkenspanners

Unterrichtsbücher für Biologie führen oft den Birkenspanner in England zu Beginn der Industrialisierung als Beispiel an, um zu zeigen, dass die darwinsche Evolution auch in der heutigen Welt stattfinden kann. Dieser Nachtfalter hat zwei Varianten, eine hellfarbige und eine dunkelfarbige. Jahrelang herrschte die hellfarbige Art vor, da ihre Färbung besser zur Rinde der Bäume passte, auf denen die Falter ruhten.

Da jedoch der Ruß, herrührend von den vielen Fabriken, die Baumrinde allmählich dunkler färbte, fielen die hellen Nachtfalter gegen die jetzt dunkleren Baumstämme auf. Die Vögel konnten so die hellen Nachtfalter besser sehen und vertilgten sie. Damit überwogen mit der Zeit die dunkleren Nachtfalter, die auf der nun dunkleren Rinde im Vergleich zu den helleren besser getarnt waren. „Dies ist in der Tat der erste direkte Beweis dafür“, steht in einem Biologielehrbuch geschrieben, um „Darwins Theorie zu unterstützen, dass eine natürliche Auslese auftritt“ (Contemporary Biology, 1973, Seite 567).

Und nun der Rest der Geschichte

Es ist bedauerlich, dass sich die Informationen, die in diesem Biologielehrbuch und in anderen vermittelt werden, auf grobe Weise als falsch erwiesen haben. Das zeigt, warum es so wichtig ist, beide Seiten einer Auseinandersetzung anzuhören und nicht nur eine.

Die Bibel sagt uns: „Wer bei einer Streitsache zuerst spricht, scheint Recht zu haben. Doch dann kommt sein Gegner und stellt alles in Frage“ (Sprüche 18,17; Gute Nachricht Bibel). Bei näherer Prüfung zeigt dieser sogenannte „Beweis“ für die Evolution im Zusammenhang mit dem Birkenspanner, dass sogar angeblich vorsichtigen und unparteiischen Wissenschaftlern nicht dahin gehend vertraut werden kann, ihre Vorurteile abzulegen, wenn es darum geht, die darwinsche Evolution zu lehren.

Weitere Untersuchungen zum Phänomen des Birkenspanners haben ergeben, dass Kettlewells klassische Experimente mit diesen Motten zutiefst fehlerhaft waren. Hier ist die offene Stellungnahme von Dr. Jerry Coyne, Professor für evolutionäre Biologie an der University von Chicago, in einer angesehenen britischen Fachzeitschrift:

„Ab und zu untersuchen Evolutionisten erneut eine klassische experimentelle Studie und stellen zu ihrem Schrecken fest, dass sie fehlerhaft oder völlig falsch ist . . . Das Paradepferd im Stall unserer Beispiele war die Evolution des ,Industriemelanismus‘ beim Birkenspanner, Biston betularia, die von den meisten Lehrern und Textbüchern als das Paradigma für natürliche Auslese und Evolution, die während einer menschlichen Lebenspanne erfolgt ist, dargestellt wird.

Die Nachprüfung dieser Geschichte ist das Kernstück von Michael Majerus’ Buch Melanism: Evolution in Action. Deprimierenderweise zeigt Majerus, dass sich dieses klassische Beispiel in einem schlechten Zustand befindet, und während es noch nicht ganz zum alten Eisen gehört, bedarf es doch ernsthafter Aufmerksamkeit . . . Majerus merkt an, dass das schwierigste Problem dabei ist, dass B. betularia wahrscheinlich nicht auf Baumstämmen ruht – in den letzten 40 Jahren intensiver Suche wurden nur zwei Motten in solch einer Situation gesehen.

Die natürlichen Rastplätze sind in Wirklichkeit ein Rätsel. Das allein macht Kettleweils Experimente des Aussetzens und Wiedereinfangens ungültig. Man setzte die Motten nämlich so aus, dass sie direkt auf Baumstämme gesetzt wurden. Dort waren sie für Räuber unter den Vögeln leicht sichtbar. (Kettleweil hat seine Motten auch während des Tages freigesetzt, während diese sich normalerweise in der Nacht ihre Ruheplätze auswählen.)

Die Geschichte wird weiterhin dadurch untergraben, dass das Wiederaufkommen der typica-Form [hellfarbige Motten] erfolgte, lange bevor die Flechten die verschmutzten Bäume wieder besiedelten. Eine parallele Zunahme und Abnahme der melanistischen Formen fand auch in den industriellen Gebieten der USA statt, wo es keine Veränderung bei der Menge der Flechten gab, die angeblich eine so wichtige Rolle spielen.

Und schließlich konnten die Ergebnisse von Kettlewells Verhaltensexperimenten in späteren Studien nicht reproduziert werden: Motten haben nicht die Tendenz, zu ihnen passende Hintergründe auszuwählen. Majerus findet noch viele andere Fehler in dem Werk, aber es sind zu viele, um sie hier alle aufzulisten. Ich habe selbst noch weitere Probleme aufgedeckt, nachdem ich verlegen darüber, dass ich die übliche Biston-Geschichte seit Jahren gelehrt hatte, Kettlewells Veröffentlichungen zum ersten Mal gelesen habe.

Majerus kommt vernünftigerweise zu dem Schluss, dass alles, was wir aus dieser Geschichte ableiten können, ist, dass es sich um einen Fall von rapider Evolution handelt, der wahrscheinlich mit Umweltverschmutzung und räuberischen Vögeln zu tun hat. Ich würde jedoch ,wahrscheinlich‘ durch ,vielleicht‘ ersetzen. Biston betularia zeigt den Fußabdruck einer natürlichen Auswahl, aber wir haben bisher noch nicht die Füße gesehen.

Majerus gewinnt seiner Analyse etwas Trost ab. Er sagt, die wahre Geschichte ist wahrscheinlich komplexer und daher interessanter, aber man hat das Gefühl, dass er hier aus der Not eine Tugend macht. Meine eigene Reaktion entspricht meiner Bestürzung, als ich im Alter von sechs Jahren entdeckte, dass es mein Vater und nicht der Nikolaus war, der am Heiligabend die Geschenke brachte“ (Nature, 5. November 1998, Seite 35-36).

„Beweise“, die voller Löcher sind

Welche Schlüsse können wir heute hinsichtlich der angeblichen Evolution der Birkenspanner ziehen?

Beide Mottenexemplare existierten bereits vor der Zeit der Experimente. Es trat keine neue Art als Reaktion auf die Umweltveränderungen auf.

Nur der jeweilige Populationsanteil der dunklen und hellen Motten veränderte sich im Verlauf des 19. und 20. Jahrhunderts aufgrund einer Reihe von Bedingungen, die bisher nicht alle wirklich verstanden wurden. Es gab keine Neuschöpfung oder eine Evolution zu einer neuen Art.

Die Zunahme an dunklen Motten und die Abnahme an hellen Motten war wahrscheinlich auf verschiedene Umweltfaktoren zurückzuführen, Vogelfraß mit eingeschlossen. Diese Beispiele zeigen aber auch, wie widerstandsfähig Gottes Geschöpfe sind, wenn sie mit sich ändernden Bedingungen konfrontiert werden.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts waren die dunklen Motten vielleicht zum Teil wegen der Verdunklung der Umwelt durch Industrieverschmutzung vorherrschend. Als die Umwelt sauberer wurde, wurden die hellen Motten zum vorherrschenden Typ. Es gab aber keine Veränderung in der Farbe und Struktur der Motten – beide hatten vor Beginn der Industrieverschmutzung existiert und beide existierten auch danach.

Die Fotos von Motten auf Baumstämmen waren gemäß der unzutreffenden Vorstellungen der Forscher gestellt. Spätere Untersuchungen zeigten, dass diese Motten normalerweise nicht auf Baumstämmen rasten.

Leider fahren einige Wissenschaftler, die Biologielehrbücher schreiben oder auf Wissenschaftskanälen im Fernsehen Informationen präsentieren, mit ihrem verzweifelten Versuch fort, Beweise für ihre „vom Molekül zum Menschen“ reichende Evolutionstheorie zu präsentieren. Dabei verwenden sie immer noch das Märchen vom Birkenspanner.

Eine ehrliche wissenschaftliche Publikation klärt zu diesem Thema auf: „Der Student soll verstehen, dass dies kein Beispiel für den evolutionären Wechsel von hellfarbigen zu dunkelfarbigen Nachtfaltern ist, da beide Arten schon vorhanden waren“ (Science Framework, 1990, Seite 103). Es entstand also nichts Neues! Was sich änderte, waren nicht die Nachtfalter selbst, sondern es verschob sich einfach der Anteil der beiden Varianten zueinander.

So lassen wir also, nachdem wir uns die Beweise auf beiden Seiten angesehen haben, eine weitere falsche Behauptung der Evolution in der Mottenkiste verschwinden. Geben wir Gott die Ehre dafür, dass er Varianten unter den Motten geschaffen hat, die in der jüngsten Geschichte gezeigt haben, wie sie sich unter unterschiedlichen Bedingungen anpassen und überleben können.

„Der große kosmogenetische Mythos des 20. Jahrhunderts“

Verschiedene andere angebliche „Beweise“ für die Evolution sind auch auf der Strecke geblieben. Haeckels berühmte Zeichnungen von Embryos haben sich als Fehlrepräsentationen erwiesen; Weiterentwicklungen von Fossilien, die die Evolution des Pferdes, des Wals und des Menschen zeigen sollten, sind in Misskredit geraten; antibiotikaresistente Bakterien zeigen lediglich eine verminderte und nicht eine erhöhte Menge an genetischer Information – so wurde auch in diesem Fall nichts Neues geschaffen.

Der agnostische Genetiker Michael Denton kam, nachdem er Darwins angebliche Beweise für die Evolution intensiv unter die Lupe genommen hatte, zu folgendem Schluss: „Man hätte eigentlich erwarten können, dass eine Theorie von solch grundsätzlicher Bedeutung, eine Theorie, die buchstäblich die Welt veränderte, sich als etwas mehr als Metaphysik, als mehr als ein Märchen erwiesen hätte. Letztendlich ist die darwinsche Evolutionstheorie nichts mehr oder weniger als der große kosmogenetische Mythos des 20. Jahrhunderts“ (Evolution: A Theory in Crisis, 1985, Seite 358; Hervorhebung durch uns).

Lassen Sie sich von all dem Blendwerk und den Taschenspielertricks von denjenigen, die die darwinsche Evolution als Tatsache verkaufen wollen, nicht täuschen. Es steht weit mehr auf dem Spiel als nur eine wissenschaftliche Theorie. Am Ende geht es darum, ob man Gottes Beweisen in der Bibel über die Schöpfung als sorgfältig entworfenes Produkt glaubt, oder dieser humanistischen Alternative, die auf einem ungerichteten Prozess aus zufälligen Mutationen und natürlicher Auswahl beruht – einer Theorie mit großen Lücken, die so viel Unglauben und Betrübnis verursacht hat.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unseren kostenlosen Broschüren Die alles entscheidende Frage: Gibt es einen Gott? und Evolution oder Schöpfung: Kennen Sie alle Fakten?. Auf Anfrage senden wir Ihnen ein Exemplar gern zu.

– GN März-April 2009 PDF-Datei dieser Ausgabe

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