Die neue Weltunordnung:
Wohin führt sie uns?
Warum scheint die Welt im Chaos zu versinken?
Können wir die Kräfte der Anarchie
zurückdrängen? Ist es möglich, den Kurs unserer
auf Abwege geratenen Zivilisation zu ändern und unsere
Probleme zu lösen? Leider scheinen wir keine Ahnung von
den unsichtbaren geistlichen Kräften zu haben, die in
unserer Welt wirksam sind. Darüber hinaus lehnen wir die
Quelle ab, die die einzigen machbaren Lösungen für
die Probleme unserer Zeit bietet.
Von John Ross Schroeder
Die Tragödien, die sich in unserer von Kriegen
zerrütteten Welt ereignen, verstärken sich jedes
Jahr. Beispielsweise beschreibt The Times in London das
„heimliche Massaker“ in Sri Lanka, bei dem
„20 000 Zivilisten beim entscheidenden Angriff Sri Lankas
auf die Tamilen-Tiger getötet wurden“ (29. Mai
2009). Der Artikel führt weiter aus, dass die wahre
Opferzahl das Dreifache der offiziellen Angaben ausmacht. Die
Todesfälle erfolgten durch eine wahllose Bombardierung
dicht bevölkerter Flüchtlingsgebiete.
Der Artikel auf der Titelseite und zwei Innenseiten mit
Fotos zeigen die schrecklichen Fakten, die
Enthüllungsjournalisten aufgedeckt haben. Darin wird
berichtet, wie „Sri Lanka durch den UNO-Rat für
Menschenrechte für unschuldig von jeglichem Fehlverhalten
erklärt wurde“.
Ein weiterer Artikel erläutert, dass „die
Unterstützung für diese tief greifend fehlerhafte
Resolution von den üblichen Verdächtigen kam –
China, Russland, Indien, Pakistan und einer Reihe asiatischer
und islamischer Staaten, die entschlossen sind, den Rat davon
abzuhalten, jemals Menschenrechtsverletzungen in ihrem eigenen
oder irgendeinem Land zu untersuchen“.
Solche und weitere Schreckensnachrichten werfen die Frage
auf: Wohin bewegt sich die Welt? Was läuft hier eigentlich
ab?
Unsere Welt am Abgrund
Die Propheten in unserer heutigen Welt – informierte
Autoren und Journalisten – sehen alarmierende Zeichen.
Der Autor und Pädagoge James Martin, Gründer des
„Institute for Science and Civilization“ an der
Universität Oxford, spricht diese ernste Warnung aus:
„Zu Beginn des 21. Jahrhunderts befindet sich die
Menschheit auf einem unhaltbaren Kurs – einem Kurs, der,
wenn er nicht geändert wird, zu Katastrophen und
schwerwiegenden Konsequenzen führen wird. Das könnte
das letzte Jahrhundert der Menschheit sein – oder ein
Jahrhundert, in dem die Menschheit zu einer überaus
spektakulären Zukunft aufbricht“ (The Meaning of
the 21st Century, 2007, Vorwort).
Die Wahlmöglichkeiten und die Alternativen der
Menschheit verringen sich zusehends. Intelligente Beobachter
des Weltgeschehens erkennen, dass wir unsere Lebensweise bald
ändern müssen. Sonst werden wir uns damit
konfrontiert sehen, um unsere reine Existenz in einer
gebrochenen und gestörten Welt zu ringen. Entweder uns
läuft die Zeit schnell davon oder wir haben den
gefürchteten Punkt erreicht, an dem es kein Zurück
mehr gibt.
Der Historiker und Experte für Zeitgeschehen Robert
Harvey hat schon früher eine ernsthafte Warnung
veröffentlicht: „Es sei denn, etwas wird
unternommen, während das warme Leuchten des
Sonnenuntergangs des 20. Jahrhunderts vom fahlen Morgenlicht
des 21. Jahrhunderts abgelöst wird, oder wir werden dem
gleichen Horizont von weltweitem Schrecken, den unsere
Urgroßväter erleben mussten, ins Auge schauen.
Diesmal wird der Anblick atomarer Art sein. Die Welt ist zu
einem viel gefährlicheren Ort geworden, als sie es fast
ein halbes Jahrhundert lang war“ (Global Disorder,
2003, Seite xxxii).
Der tschechische Patriot und ehemalige Präsident Vaclav
Havel vertritt die Ansicht, dass „kulturelle Konflikte
zunehmen und heute gefährlicher als jemals zuvor in der
Geschichte sind“ (zitiert in Samuel Huntington, The
Clash of Civilizations and the Remaking of World Order,
1997, Seite 28).
Hoffnungsvolle Euphorie erweist sich als
Täuschung
Nach dem Fall der Berliner Mauer 1989, dem
anschließenden Zerfall der Sowjetunion und dem
Zusammenbruch des Kommunismus in Osteuropa haben führende
Politiker wie der frühere amerikanische Präsident
George H. W. Bush (1988-1992) voller Hoffnung von einer
„neuen Weltordnung“ gesprochen.
Die damit einhergehende Euphorie in den Medien erinnerte an
eine ähnliche Stimmung, wie sie nach dem Ende des Ersten
Weltkriegs (1914-1918) herrschte – der Krieg, der
angeblich „allen Kriegen ein Ende setzen“ sollte.
Der Philosoph und Autor Frances Fukuyama nannte die bisherige
schlimme Geschichte der Menschheit „das Ende der
Geschichte“.
Damit meinte er, dass der Menschheit nun angeblich ein
Übergang in eine liberale Utopie bevorstand. Ca. 30 Jahre
später glaubten viele, dass die Vereinten Nationen nun
endlich mit ihren Friedensmissionen und -resolutionen ein neues
Zeitalter der Harmonie unter den Nationen einleiten und so
ihren Aufgaben gerecht werden würden.
Aber all diese Euphorie erwies sich sehr schnell als
trügerische Illusion! Wenn es stimmt, dass die Zeit nach
dem Zweiten Weltkrieg in der Tat eine kurzfristige Gelegenheit
zur Errichtung einer neuen Weltordnung bedeutete, löste
diese Hoffnung sich sehr bald in Geschichte auf, ohne dass
irgendwelche wirklich wirksamen Maßnahmen in jene
Richtung unternommen wurden. Stattdessen erlebte die Welt bald
darauf weitere Kriege bis hin zu den Terroranschlägen vom
11. September 2001, die eine zunehmende Intensität an
religiösen, stammesbezogenen und ethnischen Konflikten
widerspiegeln – teils vom Eifer des radikalen Islam
geschürt.
Vor mehr als einem Jahrzehnt fasste der mittlerweile
verstorbene Harvardprofessor und politische Analyst Samuel
Huntington (1927-2008) in seinem Buch The Clash of
Civilizations and the Remaking of World Order einige
unserer sich zuspitzenden Probleme zusammen:
„Der Sieg des Westens im Kalten Krieg hat kein
Triumphgefühl, sondern nur Erschöpfung
hervorgebracht. Der Westen beschäftigt sich zunehmend mit
seinen internen Problemen und Bedürfnissen, während
er mit sich verlangsamendem Wirtschaftswachstum [mittlerweile
eine ernsthafte weltweite Rezession] zu kämpfen hat, sowie
einer stagnierenden Bevölkerung [mit beunruhigend geringen
Geburtsraten unter der weißen Bevölkerung],
Arbeitslosigkeit, hohen Haushaltsdefiziten bei den
Staatsfinanzen, einer abnehmenden Arbeitsmoral, geringen
Sparraten und in vielen Ländern, einschließlich der
USA, sozialem Verfall, Rauschgift und Kriminalität“
(Seite 82).
Diese kurze Zusammenfassung erwies sich als erstaunlich
zutreffend – im Rückblick ja fast prophetisch! In
der Zeit seit der Niederschrift dieser Beschreibung ist die
Lage der westlichen Welt noch viel schlimmer geworden.
Wie äußerte sich vor etwa 2000 Jahren eine
weltbekannte Persönlichkeit zur Entwicklung der
Menschheit? Nachdem er die chaotischen Weltbedingungen
beschrieben hat, die in der Endzeit vorherrschen werden –
und die beunruhigend wie diejenigen klingen, die wir heute
allmählich erleben –, sagte Jesus Christus:
„Das ist aber erst der Anfang – so wie die
ersten Wehen bei einer Geburt“ (Matthäus 24,8;
„Hoffnung für Alle“-Übersetzung; alle
Hervorhebungen durch uns).
Die Nachrichten, die wir gerne verschwinden sehen
würden
Die obigen Bemerkungen bieten nur einen allgemeinen
Überblick. Die Details sind krass und
besorgniserregend.
Nehmen wir zum Beispiel die gegenwärtige Rezession. Das
frühere erhabene Symbol für den US-amerikanischen
Kapitalismus, der einstige weltgrößte Autohersteller
General Motors (GM) – der zu seinen besten Zeiten ein
Zehntel der nationalen Wirtschaft repräsentierte –
kündigte an, in diesem Sommer neun Wochen lang die
Produktion einzustellen. Eine Reihe von Fabriken wurde genannt,
die wohl für immer geschlossen bleiben werden. Das
demütigende Konkursverfahren bedeutet den Verlust von 21
000 Arbeitsplätzen und 2600 Autohändlern und wirft
einen Schatten auf die amerikanische Wirtschaft.
Die amerikanische Bundesregierung hat nun 60 Prozent der
Firma übernommen. Wie einige gewitzelt haben, bedeutet GM
jetzt „Government Motors“ [Regierungsmotoren]!
Werden die USA möglicherweise zu einem sozialistischen
Land?
Zuvor musste Chrysler, Amerikas drittgrößter
Autohersteller, die Demütigung einer Konkursanmeldung
über sich ergehen lassen. Dadurch sind fast 800
Autohändler von der Schließung bedroht. Ford kann
sich noch so durchlavieren, vor allem weil das Unternehmen mehr
flüssiges Kapital als die beiden anderen Firmen hat.
Detroit wird rapide zur ökonomischen Einöde.
Ruinöse Haushaltsdefizite plagen sowohl die
US-Bundesregierung als auch viele der einzelnen Bundesstaaten.
Der Bundesstaat Kalifornien allein kämpft in seinem
Jahresetat mit einer massiven Lücke von 21,3 Milliarden
Dollar. Im „Golden State“, dessen Spitzname mit der
Entdeckung von Gold 1848 zusammenhängt, ist der Goldrausch
längst vorbei.
Auf Bundesebene erreicht das Haushaltsdefizit von
Präsident Obama mittlerweile den Bereich von zwei
Billionen Dollar – viermal so hoch wie das höchste
Defizit unter der Regierung von George W. Bush. Enorme
Inflation und/oder unerwünschte Steuererhöhungen
drohen da am Horizont. Die Amerikaner haben den biblischen
Spruch vergessen: „Wer borgt, ist des Gläubigers
Knecht“ (Sprüche 22,7). Irgendwann kommt der Tag der
Abrechnung.
Beunruhigende Meldungen aus Korea
Schlechte Nachrichten gibt es aber nicht nur aus Amerika.
The Times schrieb am 28. Mai 2009. „Nordkorea
ließ gestern verlauten, dass es den Waffenstillstand, der
den Koreakrieg vor 56 Jahren [1953] beendet hat,
aufgekündigt und mit Krieg gedroht hat, falls Versuche
unternommen werden, seine Schiffe nach Massenvernichtungswaffen
zu durchsuchen.“
Der kürzlich durchgeführte unterirdische Test
einer Atombombe mit der Zerstörungskraft der
Hiroschima-Bombe, die erneute Inbetriebnahme eines Reaktors zur
Produktion von spaltbarem Material, der Test von neuen Raketen,
die Drohungen bei einem Gegenangriff, tausendfach
militärisch zurückzuschlagen, falls bedroht –
was wird dieser Staat als Nächstes tun? Offensichtlich
pokert Nordkorea mittlerweile höher, vor allem durch seine
Androhung eines Krieges mit Südkorea. Der Norden hat eine
Armee von 950 000 Soldaten gegenüber dem Süden
mit seinen 420 000 Soldaten. Ob es um Mannstärke oder
Bewaffnung geht, Südkorea ist in jeder Kategorie
zahlenmäßig unterlegen.
Der britische Journalist und Autor Max Hastings ist
dafür bekannt, die Dinge, die er erkennt, beim Namen zu
nennen. Seine Schlagzeile in der Daily Mail vom
28. Mai lautet: „Nordkoreas Herrscher mag
verrückt sein. Aber diese Drohungen zeigen die Ohnmacht
Amerikas und die Unmoral der Chinesen.“ Dieser
altgediente Journalist beschreibt die traurige Wahrheit, dass
die meisten der 23 Millionen Nordkoreaner „am Rande des
Hungertods“ leben und „fast die Hälfte des
armseligen nationalen Einkommens für die Streitkräfte
und das Nuklearprogramm verschwendet“ wird.
Die Volksrepublik China befindet sich in einer wesentlich
besseren Position, um Nordkorea in seine Schranken zu weisen,
tut es aber nicht. China verfolgt seine eigenen Ziele. Kim
Jong II., der nationale Führer des Nordens, gleicht
Robert Mugabe von Simbabwe als rücksichtslosem Diktator,
der sich wenig um das Wohl seines eigenen Volkes kümmert
und bereit ist, es verhungern zu lassen, wenn das seinem
eigenen Machterhalt dient. „Ein Gottloser, der über
ein armes Volk regiert, ist wie ein brüllender Löwe
und ein gieriger Bär“, heißt es in
Sprüche 28, Vers 15.
Hastings fährt mit seinem aussagekräftigsten Punkt
fort: „Allein die Tatsache, dass er [Kim Jong II.]
das Gefühl hat, dass er mit dem Säbel rasseln kann,
sagt sehr viel über die sich verschiebende globale Ordnung
und vor allem über die schwindende Autorität der USA
und seiner Verbündeten aus.“
Was ist der Hintergrund für den Niedergang des
Westens
Bereits Mitte der 1960er Jahre schrieb der
Politiktheoretiker James Burnham ein Buch mit dem Titel
Suicide of the West. Er begann seine Ausführungen
damit, dass der Westen zwischen 1900 und 1960 im Hinblick auf
Territorium und Bevölkerung gegenüber dem Rest der
Welt deutlich an Boden verloren hat. Burnham versuchte zu
verstehen, warum das so war.
Seine Schlussfolgerungen kommen für diejenigen, die die
Prophezeiungen der Bibel wirklich verstehen, nicht
überraschend: „Der Autoritätsverlust des
Westens kann nicht durch einen Mangel an ökonomischen
Ressourcen oder militärischer und politischer Macht
erklärt werden . . . Wir müssen daher zu
dem Schluss kommen, dass dieser Autoritätsverlust des
Westens [der im 21. Jahrhundert weitergeht] . . .
intern und nicht quantitativ erfolgte. Dabei spielten entweder
strukturelle oder intellektuelle, moralische oder spirituelle
Faktoren auf irgendeine Weise eine Rolle“ (1964, Seite
22-24).
Seine Bemerkungen bringen uns hier zu einem wichtigen Punkt.
„Moralische und spirituelle Faktoren“ deuten auf
einen Glauben an Gott und eine Reihe von Normen wie die Zehn
Gebote hin. Der Verlust des Glaubens an einen göttlichen
Schöpfer in Kombination mit der Situationsethik hat eine
wesentliche Rolle beim Schwinden von Einfluss und
Autorität der Vereinigten Staaten, Großbritanniens
und anderer Nationen der westlichen Welt gespielt.
Vor etwa 250 Jahren begannen viele Menschen die
Autorität der Bibel in Frage zu stellen. Sie wurden dabei
von Theorien beeinflusst wie der von Charles Darwin, der es
geschafft hat, die Schöpfung ohne den Schöpfer zu
erklären. Sie begannen die Existenz einer Geistwelt als
reinen Mythos zu betrachten und lächerlich zu machen, die
aber lange Zeit von Bibelgläubigen akzeptiert worden
war.
In führenden Universitäten weltweit dürfen
Skeptiker die Geltung und Zuverlässigkeit der Bibel offen
in Frage stellen. Wissenschaftliche Methoden wurden zum
Standard. Generationen von Führern wurde beigebracht,
alles zu verwerfen, was nicht mit wissenschaftlichen Methoden
gemessen werden kann. Nachdem sie die Offenbarung verworfen
hatten, die sich in Gottes Wort finden lässt, haben die
Menschen damit auch das Wissen verworfen, das so viel Licht auf
den gegenwärtigen tragischen Zustand unserer Welt
wirft.
Die Bibel offenbart die Existenz einer Geistwelt, in der
Hunderte von Millionen gerechter Engel Gott den Vater und
seinen Sohn Jesus Christus ehren und ihm dienen (Offenbarung
5,11; Einheitsübersetzung). Aber nicht alle Engel, die
Gott geschaffen hat, sind treu und gerecht geblieben. Gottes
Wort deutet an, dass ein Drittel der Engel sich dazu
entschloss, dem Erzverführer Satan, dem Teufel in einer
Rebellion gegen ihren Schöpfer zu folgen (Offenbarung
12,4).
Der Zeitgeist plagt die Menschheit
Das vom Apostel Johannes geschriebene Buch der Offenbarung
enthält eine der wichtigsten Aussagen der Bibel. In
Offenbarung 12, Vers 9 wird uns gesagt, dass der Teufel
„die ganze Welt“ verführt. Halten Sie einmal
einen Augenblick inne, um über diesen einzigen Vers
nachzudenken. Er sagt uns, dass die große Mehrheit der
Bewohner dieser Welt nicht mit Gott im Einklang steht. Die
meisten Menschen glauben Dinge, die einfach nicht stimmen. Sie
werden von falschen und lügenhaften Philosophien aller Art
in die Irre geführt.
Eine weitere biblische Passage, die auch von Johannes
verfasst ist, bringt diese gleiche geistige Verführung zum
Ausdruck: „Wir wissen: Wir [wahre Christen] sind aus
Gott, aber die ganze Welt steht unter der Macht des
Bösen“ (1. Johannes 5,19).
Viele machen andere Menschen für ihre Probleme
verantwortlich. Nationen neigen dazu, anderen Nationen die
Schuld zuzuweisen. Aber wahre Christen wissen: „Wir
kämpfen nicht gegen Menschen. Wir kämpfen gegen
unsichtbare Mächte und Gewalten, gegen die bösen
Geister, die diese finstere Welt beherrschen“ (Epheser
6,12; Gute Nachricht Bibel).
Am Anfang dieses Artikels haben wir erwähnt, dass die
menschliche Rasse als Ganzes kein wahres Verständnis der
geistlichen Kräfte hat, die gegen sie gerichtet sind.
Damit meinten wir im Prinzip den unsichtbaren dämonischen
Bereich, der die Macht hat, den Verstand des Menschen zu
beeinflussen. Durch diesen Einfluss erscheinen törichte
Handlungen attraktiv und werden dann in die Tat umgesetzt.
Ein Begriff, der manchmal dazu gebraucht wird, das
intellektuelle, moralische und kulturelle Klima einer Ära
zu beschreiben, ist Zeitgeist, was buchstäblich
„der Geist der Zeit“ bedeutet. Damit ist die
zugrunde liegende geistige Einstellung eines Zeitalters
gemeint. Die meisten Menschen wissen nicht, dass die wahre
Quelle hinter diesem „Geist der Zeit“ in der
menschlichen Geschichte der unsichtbare Bereich der
Dämonen ist, dem Satan der Teufel, „der Gott dieser
Weltzeit“, vorsteht (2. Korinther 4,4;
Einheitsübersetzung).
Das Wort Zeitgeist entstand in Deutschland, und
Zentraleuropa wird den Ausgangspunkt für eine der
größten Verführungen bilden, die die Welt je
erlebt hat. Eine neue Supermacht wird dort auf einem Gebiet
entstehen, das Teil des alten Römischen Reiches war.
Sowohl das alttestamentliche Buch Daniel als auch das
neutestamentliche Buch der Offenbarung beschreiben eine letzte
Wiederbelebung des Römischen Reiches (der vierten
großen geopolitischen Macht, die im Buch Daniel
beschrieben wird). Diese wird von zwei charismatischen
Individuen angeführt werden, die die Bibel „das
Tier“ (der politische Führer) und „den
falschen Propheten“ (den religiösen Führer)
nennt. Über die Menschen am Ende dieses Zeitalters sagt
uns Gottes Wort: „Sie beteten den Drachen [Satan] an,
weil er dem Tier die Macht gab, und beteten das Tier an und
sprachen: Wer ist dem Tier gleich und wer kann mit ihm
kämpfen?“ (Offenbarung 13,4).
Das Ausmaß dieser Verführung wird
erstaunlicherweise dazu führen, dass die Bewohner dieser
Welt buchstäblich den Teufel und sein Hauptwerkzeug
anbeten werden, das Gott lästert (Vers 6). Die satanische
Verführung wird so umfassend und von irreführenden
Zeichen und Wundern begleitet sein (Verse 13-14), dass die
große Mehrheit keine Ahnung davon haben wird, was
wirklich mit ihrer Welt vor sich geht.
Jetzt schon haben die meisten Menschen kein Interesse an
Gottes Warnungen, die in der Bibel niedergeschrieben wurden.
Wenn ungeheuerliche Ereignisse eine schnelle Reaktion
erfordern, wenn furchterregende Weltzustände Nachdenken
und eine tiefe Selbstprüfung auslösen sollten, leben
viele Millionen Menschen einfach nur so vor sich hin.
Sehen Sie sich z. B. einen Zeitungskiosk an, der
Hochglanzmagazine verkauft. Viele Zeitschriften sind nur Schund
oder einfach eine reine Zeitverschwendung. Sie werden oft
vergeblich nach lesenswerten Inhalten suchen. Die heutige,
alles umfassende Sensationslust am Leben Prominenter, an
Menschen, die meist völlig bedeutungslose Erlebnisse
haben, widerspricht jedem rationalen Denken.
Die Menschheit kann sich nicht selbst retten
In diesem Artikel wurden eine Reihe von internationalen
Quellen aus Büchern und Zeitschriften zitiert. Die meisten
sind von Menschen geschrieben worden, die seit vielen Jahren
weltweite Trends beobachtet haben. Ihr Beitrag zum besseren
Verständnis sollte sehr geschätzt werden. Die meisten
von ihnen denken aber, dass, wenn sie nur führende
Weltpolitiker dazu bringen könnten, ihren jeweiligen
Empfehlungen zu folgen, die Dinge sich am Ende zum Guten wenden
werden.
Die Weisheit einiger der angesehenen amerikanischen
Gründungsväter sagt uns das Gegenteil. Nachdem ihre
Zeit als Präsident beendet war, haben John Adams und
Thomas Jefferson längere Zeit miteinander korrespondiert,
bis sie dann beide am 4. Juli 1826 am gleichen Tag
starben. Dieser Tag war gleichzeitig der 50. Jahrestag der
Annahme der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung
durch den Kontinentalkongress. In einem Brief vom 9. Juli
1813 schrieb John Adams an Thomas Jefferson:
„Während andere Wissenschaften Fortschritte
gemacht haben, ist die des Regierens stehen geblieben; nur
wenig wird besser verstanden; nur wenig wird heute besser
praktiziert als das vor drei- oder viertausend Jahren der Fall
war. Was ist der Grund dafür? Ich meine, dass Parteien und
Interessengruppen keine Verbesserungen zulassen oder
erlauben.
Sobald ein Mann Verbesserungen vorschlägt, wird sein
Rivale diese diskreditieren. Sobald eine Partei eine
Verbesserung der menschlichen Situation oder eine hinsichtlich
der gesellschaftlichen Ordnung entdeckt und mit ihr aufwartet,
wird die entgegensetzte Partei dies leugnen,
fehlinterpretieren, fehldeuten, lächerlich machen,
angreifen oder auf negative Weise verfolgen“ (zitiert in
Norman Cousin, In God We Trust, 1958, Seite 231).
Das ist die Achillesferse demokratischer Regierungen –
sie sind voller Parteigeist und Streit. Gegnerische
Oppositionsparteien konzentrieren sich vor allem darauf, selbst
hohe Ämter zu erwerben, statt denjenigen, die die
Regierungsgewalt innehaben, dabei zu helfen, mit Weisheit zu
regieren.
Unvollkommene menschliche Regierungen (multistaatliche
Organisationen wie die Vereinten Nationen oder die
Europäische Union eingeschlossen) werden die wachsenden
Megaprobleme dieser Welt nicht in den Griff bekommen. Ein neuer
Präsident in den USA wird nicht in der Lage sein, die
Richtung, in der sich das Land bewegt, zu ändern. Ein
Regierungswechsel wird den anscheinend unaufhaltsamen
Niedergang der amerikanischen Nation hinsichtlich Moral und
Charakter nicht aufhalten können.
Nur die kommende göttliche Regierung, Gottes
Weltregierung unter Jesu Herrschaft, kann menschliche
Unzulänglichkeiten und Fehlentscheidungen überwinden.
Die Bibel sagt uns, dass dies die Zeit der
„Wiederherstellung aller Dinge“ (Apostelgeschichte
3,21; Elberfelder Bibel) sein wird. Dann – und nur dann
– werden wir die Art Regierung erleben, nach der sich die
Menschheit schon immer gesehnt hat. Trotz der besten Absichten
des Menschen und seiner vielen Versuche wird letztendlich keine
andere Lösung erfolgreich sein.
Nur Gott kann die Menschheit retten, indem er seinen Sohn
Jesus Christus wieder auf die Erde sendet, um uns von dem Chaos
zu erlösen, das wir selbst geschaffen haben. Er wird die
richtige Art von Regierung wiederherstellen. Offenbarung 11,
Vers 15 beinhaltet eine wunderbare Ankündigung, die zu
jener Zeit an die ganze Erde ergehen wird: „Es sind die
Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und
er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.“
Die Warnungen sind klar, aber dringen sie zu Ihnen
durch?
Martin Gray war einer der wenigen Warschauer Juden, die dem
Todeslager von Treblinka entkamen. 1943 in Warschau gefangen
genommen, wurde er im Lager zum Arbeitsdienst eingeteilt, statt
sofort nach Verlassen der Güterwagen in die Gaskammern
geschickt zu werden.
Martin war nur ein Jugendlicher, als er mit mehreren
Mannschaften arbeitete, bevor er für
„Ausgrabungsarbeit“ eingeteilt wurde, was Arbeit an
Massengräbern bedeutete. Martin lernte sehr schnell, dass
diejenigen, die mit den Massengräbern arbeiteten, selbst
nach einigen Wochen dort verscharrt wurden. Niemand sollte am
Leben bleiben, der der Welt die Wahrheit darüber mitteilen
konnte, was in den Lagern vor sich ging.
Martin gelang die Flucht, indem er sich mit Gürteln
unter einem Lastwagen festschnallte und sich danach in einem
Güterzug in einer Ladung von Kleidung versteckte. Sobald
er vom Zug abgesprungen war, sah er sich einer Aufgabe
verpflichtet: Er wusste, dass er die Juden in anderen
Städten und Dörfern Polens über ihre
bevorstehende Verschleppung und Ermordung informieren musste.
Nur so hatten sie die Möglichkeit, sich zu retten. Martin
schlich von Stadt zu Stadt und berichtete allen, die er
erreichen konnte, von Treblinka, den Gaskammern und den
Massengräbern. Schenkte ihm aber irgendjemand
Gehör?
In seinen eigenen Worten: „Ich schrie, rannte zwischen
ihnen hin und her. Sie zogen sich von mir zurück und
widmeten sich wieder ihrer Arbeit, als würde es mich gar
nicht geben . . . ,Hört mir zu, ich bin ein
Jude, ein Jude wie ihr! Ihr müsst mir einfach glauben: Sie
töten uns, alle von uns! Habt Ihr denn nichts über
Treblinka gehört?‘ Sie haben nicht einmal
aufgeschaut . . . Sie haben ihre Arbeit
fortgeführt, als wäre ich nicht einmal anwesend, als
ob Treblinka nur der Albtraum eines Verrückten
wäre“ (For Those I Loved, 2006, Seite
153).
Später berichtet Martin, wie er aus der Ferne
beobachtete, wie die Menschen in diesen Dörfern
zusammengetrieben, auf Lastwagen verladen und in ihren Tod nach
Treblinka geschickt wurden. „Warum haben sie nicht auf
mich gehört, warum haben sie mir nicht geglaubt?“,
fragte er sich.
Wie sieht es bei uns heute aus? Gibt es heute Warnungen, die
die Menschen absichtlich ignorieren? Enthalten unsere heutigen
Schlagzeilen starke Warnungen, die auf eine düstere
Zukunft hindeuten? Sehen wir uns einmal diese kurzen Meldungen
an, die vielleicht Ihrer Aufmerksamkeit entgangen sind:
• Die nationalen Schulden der USA erreichen 63,8
Billionen Dollar. „Die kürzliche Zunahme an
Bundesverpflichtungen bedeutet einen Rekord von 546 668 Dollar
pro Haushalt . . . Das ist das Vierfache von dem, was
der durchschnittliche amerikanische Haushalt an Hypotheken,
Autokrediten, Kreditkarten und anderen Schulden insgesamt auf
sich geladen hat“ (USA Today, 29. Mai
2009).
• Nordkorea hat eine Atomwaffe getestet, mehrere
Raketenversuche durchgeführt und den Waffenstillstand von
1953 aufgekündigt. Damit hat es im Prinzip Südkorea,
Japan, den USA, Großbritannien und anderen Nationen den
Krieg erklärt, falls sie Nordkoreas atomare Absichten
behindern sollten.
• In Pakistan „verliert die Regierung
zunehmend die Kontrolle über die eigene Bevölkerung
und das eigene Staatsgebiet. Und El Kaida sitzt genau in der
Mitte“, in einem Land, das laut einem führenden
Terrorismusexperten mehr als 100 Atomwaffen besitzt
(Australian Broadcasting Corporation News, 3. Juni
2009).
Diese Auslese alarmierender Schlagzeilen deutet sehr
schwierige Zeiten in der Zukunft an. Die Welt, wie wir sie seit
dem Ende des Zweiten Weltkriegs gekannt haben, geht schnell zu
Ende. Nimmt das aber irgendjemand zur Kenntnis? Führen wir
einfach nur unser tägliches Leben, als gäbe es
nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste?
Wiederholen wir die Erfahrungen der Polen, die Martin Gray zwar
gehört haben, sich aber dem, was er zu sagen hatte,
verschlossen haben?
Jesus Christus sprach mehrere entscheidende Warnungen in
einer sehr detaillierten Botschaft aus. Er sagte eine
zukünftige Zeit vor seiner Wiederkehr voraus, die die
schlimmste Zeit sein würde, die die Welt jemals erlebt
hat: „Denn was dann geschieht, wird furchtbarer sein als
alles, was jemals seit Beginn der Welt geschehen ist oder in
Zukunft noch geschehen wird“ (Matthäus 24,21; Gute
Nachricht Bibel).
Er hat sogar prophezeit, dass der Großteil der Welt
keine Warnungen beachten wird, sondern dass die Menschen ihre
Ohren davor verschließen werden genauso wie die Polen,
die von Martin Gray gewarnt wurden. Jesus sagte voraus, dass
diese Zeit nie dagewesener Leiden wie ein Fallstrick über
alle Menschen kommen wird, „die auf der ganzen Erde
wohnen“ (Lukas 21,35).
Er sprach auch eine Warnung darüber aus, was wir tun
sollten, wenn wir das Näherkommen dieser Zeit sehen. Er
sagte, dass es einen möglichen Ausweg gibt: „So seid
allezeit wach und betet, dass ihr stark werdet, zu entfliehen
diesem allen, was geschehen soll, und zu stehen vor dem
Menschensohn“ (Lukas 21,36). Um dem allen zu entkommen,
müssen Sie die Warnungen, die Sie hören, ernst
nehmen. Dabei kann Ihnen unsere Zeitschrift
Gute Nachrichten behilflich sein, denn
darin analysieren wir das Weltgeschehen vor dem Hintergrund
biblischer Prophezeiungen.
– GN September-Oktober 2009

Gute Nachrichten
Postfach 301509
D-53195 Bonn
|
| Telefon: |
(0228) 9 45 46 36 |
| Fax: |
(0228) 9 45 46 37 |
| E-Mail: |
info@gutenachrichten.org |