Fünf wichtige Prinzipien
für den Umgang Ihrer Kinder mit Geld
Wie vernünftig gehen Ihre Kinder mit Geld um?
Verstehen sie grundlegende Dinge wie Haushaltsplanung und
Sparsamkeit? Wir geben Ihnen hilfreiche Tipps, wie Sie ihnen
wichtige Prinzipien beibringen können.
Von Becky Sweat
Mein Sohn Daniel ist jetzt sechzehn Jahre alt, aber ich kann
mich noch sehr gut an eine Einkaufstour mit ihm erinnern, als
er erst sieben Jahre alt war. Wir befanden uns in der
Elektronikabteilung eines Kaufhauses. Ich drehte ihm nur kurz
den Rücken zu, als ich eine Ersatzbatterie für meine
Kamera suchte. Als ich mich wieder umdrehte, sah ich, wie
Daniel einen kleinen tragbaren Fernseher in unseren
Einkaufswagen legte.
„Ich werde den kaufen“, kündigte er an.
„Wir haben dafür kein Geld“, sagte ich
sofort und ergriff dann den Fernseher, um ihn wieder ins
Verkaufsregal zu stellen. Daniel rief sofort: „Aber Mama,
ich habe das Geld!“ Dann öffnete er seine
Brieftasche und zeigte mir sein Bündel von selbst
gemachten Geldscheinen.
Am Tag zuvor hatte Daniel, der schon immer ein ziemlich
guter Künstler war, einen Teil der Geldscheine in meiner
Geldbörse als Vorlage dafür benutzt, um sie
sorgfältig auf weißes Bastelpapier zu kopieren. Dann
hatte er die Geldscheine mit Malstiften nachgezeichnet und sie
ausgeschnitten. Sie waren dem Original erstaunlich
ähnlich.
Ich war davon ausgegangen, dass er seine hausgemachte
Währung dazu benutzen wollte, mit seinem jüngeren
Bruder „Ladengeschäft“ zu spielen. Aber auf
dieser Einkaufstour musste ich erkennen, dass das nicht der
Fall war. Daniel glaubte, dass man dadurch Geld
„macht“, indem man sein eigenes malt.
Ein Gespräch über Geld wird fällig
Ich hätte nie gedacht, dass mein Sohn solche
Vorstellungen von Geld hatte. Mir wurde klar, dass es an der
Zeit war, mit ihm über Geld zu sprechen – wie es
verdient wird, wie man es weise nutzt und warum es wichtig ist,
dass wir verantwortlich mit dem umgehen, was Gott uns gegeben
hat.
Wie steht es mit Ihnen? Sprechen Sie mit Ihren Kindern
– Teenagern und jüngeren Kindern –
über Geldangelegenheiten? Die Bibel hat viel über den
richtigen Umgang mit Geld zu sagen. Wir sollen diese
finanziellen Prinzipien unseren Kindern beibringen und ihnen
zumindest die Grundlagen des persönlichen
Finanzmanagements vermitteln.
Der gegenwärtige weltweite ökonomische
Abwärtstrend macht das nur umso dringlicher. „Die
Kinder wissen, dass wir vor schwierigen Zeiten stehen, aber sie
wissen nicht immer, wie es dazu kommen konnte“, schreibt
Dr. Karen Varcoe, Verbraucherschutzexpertin an der University
of California. Stattdessen lernen Kinder ihre
„Lektion“ im Bereich persönlicher Finanzen,
indem sie einfach nur beobachten, was ihre Eltern tun.
Dr. Varcoe fährt fort: „Was sie sehen, ist, dass
fast alles mit einer Kreditkarte oder einem Scheck bezahlt
wird. Sie sehen nicht immer Bargeld. Das kann ihnen den
falschen Eindruck vermitteln, dass der Familie Geld in endloser
Fülle zur Verfügung steht. Und in der Tat, wenn wir
Kreditkarten statt Bargeld benutzen, geben wir im Allgemeinen
mehr aus, als wir ausgeben sollten.“
Diese Art mangelnder Finanzdisziplin gibt den Kindern nicht
nur ein falsches Vorbild ab, sagt sie, sondern ist auch
sicherlich eine der grundlegenden Ursachen für die
gegenwärtige Wirtschaftskrise. Es ist auch der Grund
dafür, dass so viele Menschen im vergangenen Jahr in solch
ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten gerieten, als die
US-amerikanische Konjunktur in die Knie ging.
„Sie müssen Ihren Kindern sagen, wie sie Geld
sparen und klug ausgeben sollten und warum es wichtig ist,
einen Kreditrahmen nicht falsch zu nutzen, damit ihre
zukünftige finanzielle Stabilität nicht ernsthaft in
Gefahr gerät, wie das bei so vielen Menschen heute der
Fall ist“, betont sie.
Die Belehrung kann schon im Alter von drei oder vier Jahren
beginnen bzw. wann immer Ihr Kind Fragen über Geld stellt.
Wenn die Kinder im Vorschulalter sind, sind diese Lektionen
sehr elementar. Vielleicht erklären Sie ihnen nur, dass
man arbeiten muss, um Geld zu verdienen oder dass Geld nicht
„auf den Bäumen wächst“. Während Ihr
Kind aufwächst und reifer wird, können Sie
allmählich zu ausführlicherer Belehrung
fortschreiten.
Wie gehen Sie vor, wenn Ihre Kinder Teenager sind und Sie
niemals zuvor mit ihnen über den Umgang mit Geld
gesprochen haben? „Es ist nie zu spät für diese
Art von Gesprächen“, sagt Dr. Varcoe, „aber je
eher Sie das tun, umso besser.“
Hier einige Vorschläge für den Anfang.
1. Geben Sie Ihren Kindern Geld, das sie verwalten
müssen.
Ohne Verantwortung für eigenes Geld können Kinder
nicht lernen, richtig mit Geld umzugehen. Sie können ihnen
das durch ein Taschengeld oder das Bezahlen bestimmter Aufgaben
ermöglichen. „Wenn Ihre Kinder Ihr Geld ausgeben,
dann werden sie es sich nicht zweimal überlegen, ob sie es
ausgeben wollen. Wenn sie aber ihr eigenes Geld ausgeben, dann
treffen sie viel klügere Entscheidungen“, sagt Erica
Sandberg, Finanzberaterin für Familien in der Stadt San
Francisco.
Frau Sandberg schlägt vor, dem Kind dieses
„Einkommen“ zu bestimmten Zeiten, etwa
wöchentlich oder zweiwöchentlich, zukommen zu lassen.
Wie alt sollte Ihr Kind sein, bevor Sie mit diesem
regelmäßigen Einkommen beginnen? Während Kinder
im Vorschulalter lernen können, was Geld ist, sind Kinder
laut der Finanzberaterin Janet Bodnar, Autorin des Buches
Raising Money Smart Kids (2005),
entwicklungsmäßig erst mit sechs oder sieben Jahren
in der Lage zu lernen, wie man mit Geld richtig umgeht.
Sie glaubt, dass das das beste Alter ist, um ihnen ein
kleines „Einkommen“ zukommen zu lassen.
„Kinder sind dann nicht nur reifer, sie lernen auch in
der Schule, was Geld ist“, sagt sie. „Sie wissen
dann, dass ein Dollar vier Vierteldollar-Münzen entspricht
und dass sie mit ihrem Taschengeld von drei Dollar zum Beispiel
eine kleine Tüte Popcorn kaufen können.“
Um zu vermeiden, dass die Kinder eine
Anspruchsmentalität entwickeln, können die Eltern
Bedingungen für das Taschengeld stellen. Das bedeutet,
dass die Kinder nur dann ihr Taschengeld bekommen, wenn sie
täglich ihr Bett selbst machen, ihr Zimmer aufräumen
oder andere Routineaufgaben erledigen. Viele Eltern gehen
jedoch davon aus, dass die Kinder Routineaufgaben als Teil
ihrer Verantwortung als Familienmitglieder erledigen sollten,
ohne dafür bezahlt zu werden.
Ganz gleich wie Sie das sehen, Sie sollten Ihren Kindern die
Gelegenheit geben, ein Taschengeld oder zusätzliches Geld
durch die Erledigung von Aufgaben im Haushalt, die über
ihre normalen Verpflichtungen hinausgehen, zu verdienen –
etwa indem sie draußen das Laub zusammenrechen, Schnee
schaufeln, das Auto waschen, Unkraut im Garten jäten, den
Keller aufräumen, Fenster putzen usw.
Das lehrt Ihre Kinder Geld im Zusammenhang mit
Arbeit zu sehen. Zusätzlich zu dem Vorteil der Vermittlung
einer nützlichen Arbeitsethik ist auch die
Wahrscheinlichkeit größer, dass sie dann
vorsichtiger mit ihrem eigenen Geld umgehen, weil sie wissen,
wie schwer sie dafür arbeiten mussten.
2. Lehren Sie sie das Budgetieren.
Sobald Ihre Kinder ein regelmäßiges Einkommen
haben, können Sie ihnen beibringen, wie man mit einem
Budget umgeht. Erklären Sie ihnen, dass ein Budget ein
Plan ist, wie man das eigene Geld verwenden will. Helfen Sie
Ihren Kindern zu verstehen, dass eine Budgetplanung nicht nur
von weltlichen Finanzberatern empfohlen wird, sondern dass die
Bibel ebenfalls die Notwendigkeit einer Budgeterstellung
betont. In Sprüche 27, Verse 23-24 lesen wir: „Auf
deine Schafe hab Acht und nimm dich deiner Herden an; denn
Vorräte währen nicht ewig.“
Sprechen Sie mit Ihren Kindern darüber, warum es
wichtig ist, innerhalb der eigenen finanziellen
Möglichkeiten zu leben und einen Teil des Einkommens
regelmäßig aufzusparen. Besprechen Sie mit ihnen die
Nachteile von zu hohen Ausgaben und dem Schuldenmachen.
Sprüche 21, Vers 20 und Kapitel 30, Verse 24-25
können als Ausgangspunkt für ein Gespräch
darüber dienen, warum wir einen Teil unseres Einkommens
sparen sollten. Lesen Sie ihren Kindern Sprüche 22, Vers 7
bzw. Verse 26-27 vor, wenn es um die Gefahr des Schuldenmachens
geht. Erklären Sie ihnen, wenn Sie diese Bibelstellen mit
ihnen besprechen, was das im Alltag bedeutet und wie wir diese
Prinzipien im eigenen Leben anwenden können.
Wenn Sie selbst ein Budget haben (und hoffentlich haben Sie
eines!), dann zeigen Sie es Ihren Kindern, ganz gleich, ob es
im Computer gespeichert oder in Ihrem Kassenbuch
niedergeschrieben ist. Zeigen Sie ihnen Ihr monatliches
Einkommen, welche Rechnungen monatlich bezahlt werden
müssen und was dann als frei verfügbares Einkommen
übrig bleibt. Das wird Ihren Kindern ein besseres
Verständnis davon vermitteln, was es heißt, die
eigenen Finanzen zu planen.
Helfen Sie ihnen, nachdem Sie ihnen die Grundlagen der
Haushaltsplanung erklärt haben, ihr eigenes Budget zu
erstellen. Als Erstes können Sie ihnen helfen zu
errechnen, wie viel monatliches Einkommen sie durch Taschengeld
und Geld zur Verfügung haben, das sie durch die Erledigung
von Aufgaben im Haushalt und Teilzeitjobs verdienen. Helfen Sie
ihnen dann festzulegen, welcher Anteil ihres Einkommens
für die unterschiedlichen Kategorien verwendet werden
sollte – Spenden und Geschenke, Geld zum Ausgeben,
kurzfristige Sparbeiträge und langfristige
Sparbeiträge, etwa für die spätere
Universitätsausbildung usw.
Die Anteile für die Budgetkategorien sind variabel. Das
Sparen sollte aber einen hohen Stellenwert einnehmen. Shirley
Anderson-Porisch, Finanzberaterin für Familien an der
University of Minnesota, ermutigt Kinder, mindestens 50 Prozent
ihres „Einkommens“ zu sparen. Das kann dann auf
kurzfristiges und langfristiges Sparen verteilt werden.
„Wenn Kinder ihr Geld sparen, dann lernen sie
Selbstbeherrschung und die Disziplin des
Gratifikationsaufschubs – wichtige Lektionen angesichts
des heutigen Wirtschaftsklimas“, meint sie. Wenn Sie
kleine Kinder haben, dann ist es hilfreich, ihnen etwa ein
Glasgefäß oder einen Umschlag für jede der
Budgetkategorien zu geben. Das ist ein System, das Eva Miller
für ihre acht- und zehnjährigen Kinder verwendet.
Wenn sie Geld bekommen, dann verteilen sie es nach den
festgelegten Prozentanteilen.
„Nachdem sie Geld in ihre Gefäße für
Ausgaben oder ihre spätere Ausbildung gelegt haben,
verbleibt das Geld dort, bis die Summe von 20 Dollar erreicht
wird. Dann wird beispielsweise das Geld für die
Universitätsausbildung aufs Sparkonto eingezahlt“,
erklärt sie. „Sie haben auch Gefäße
für kurzfristiges Sparen und sie nutzen diese, um für
Dinge wie ein neues Spiel oder ,Geld für Spaß‘
zu sparen, das sie für tägliche Ausgaben wie den
Kauf eines Schokoriegels im Lebensmittelladen
nutzen.“
Wenn Sie Kinder haben, die fast oder schon Teenager sind,
dann können Sie sie ein Budget im Computer erstellen oder
sie ihr eigenes Kassenbuch führen lassen. Lassen Sie sie
jeden Monat dort ihre Ausgaben und die fortlaufende Summe ihrer
monatlichen Ausgaben in jeder der Kategorien eintragen.
3. Nutzen Sie Gelegenheiten, um Lektionen über Geld zu
lehren.
Das Leben bietet uns zahllose Gelegenheiten, unsere Kinder
über Geld zu belehren. Denken wir zum Beispiel an die
Geschichte zu Beginn des Artikels. Diese Situation bot mir eine
ideale Gelegenheit, mit meinem Sohn über Geld zu sprechen.
Noch während wir in dem Geschäft waren, nahm ich
Daniel zur Seite und verwandte einige Minuten darauf, ihm zu
erklären, wie mein Mann und ich unser Geld verdienen und
dass wir davon keinen unendlichen Vorrat hatten. (Ich
erklärte ihm auch, was es bedeutet, Geld zu
fälschen!)
Sie werden wahrscheinlich Ihre eigenen Gelegenheiten haben,
die sich für eine Lektion über Finanzmanagement
anbieten. Wenn Ihr Kind zum Beispiel sieht, dass Sie Ihre
Rechnung im Restaurant mit einer Kreditkarte bezahlen, ist das
ein guter Zeitpunkt, ihm zu erklären, wie Kreditkarten
funktionieren – dass es sich im Grunde um ein Darlehen
handelt, das innerhalb eines Monats zurückgezahlt werden
muss, um Zinsen zu vermeiden. Idealerweise haben Sie das Geld
für die Rückzahlung bereits eingeplant, so dass es
nur darum geht, eine andere Zahlungsart zu wählen und
nicht darum, sich etwas auszuleihen.
Zeigen Sie Ihren Kindern Ihre
Kreditkartenrechnung, wenn sie zugestellt wird.
Lassen Sie sie wissen, wie Zinszahlungen berechnet und
aufgerechnet werden. Erklären Sie ihnen, warum es wichtig
ist, keine Kreditkartenschulden, die nicht direkt
bezahlt werden können, auflaufen zu lassen, um so kein
Geld für Zinszahlungen zu verschwenden.
Sind Ihre Kinder dabei, wenn Sie Geld aus dem Geldautomaten
holen oder im Geschäft einen Scheck ausstellen, bietet
sich die Gelegenheit, ihnen zu erklären, wie ein Girokonto
funktioniert. Wenn Ihre Kinder Sie beim Einkauf begleiten,
können Sie ihnen Ihre Einkäufe erklären und
sie z. B. auf Sonderangebote aufmerksam machen.
Wenn Sie mit Ihren Kindern fernsehen und ein Werbespot etwas
Haarsträubendes über ein Produkt bzw. eine
Dienstleistung behauptet, können Sie die Gelegenheit dazu
nutzen, ihnen beizubringen, wie man Werbung richtig
einschätzt. Wenn Sie Angebote per E-Mail oder im
Briefkasten erhalten, die „zu gut sind, um wahr zu
sein“, dann ist das der Zeitpunkt, Ihre Kinder über
Schwindeleien und darüber, dass nichts wirklich
umsonst ist, aufzuklären.
Solche Gelegenheiten zur Belehrung sind effektiv, weil es
sich um Beispiele aus dem wirklichen Leben handelt. Ihre Kinder
können so selbst sehen, wie ein finanzielles Prinzip, das
Sie ihnen beibringen, im täglichen Leben angewandt werden
kann. So gewinnt Ihre Lektion an Relevanz.
4. Lehren Sie Ihre Kinder, dass sich nicht jeder Wunsch
erfüllen lässt.
Kinder betteln bei ihren Eltern geschickt um diverse
Spielzeuge – mechanisch sowie elektronisch –,
Designerkleidung und andere nicht wirklich notwendige Dinge.
Die meisten Eltern wollen nicht als schlecht dastehen oder
ihren Kindern Dinge versagen, die andere Kinder haben.
Trotzdem, sagt Sandberg, „sollten Sie nicht jeder Marotte
Ihrer Kinder nachgeben – selbst wenn Sie es sich leisten
könnten. Wenn Sie zu nachsichtig mit Ihren Kindern sind,
werden sie nicht wissen, was es bedeutet, zu arbeiten und
für die Dinge zu sparen, die sie gerne
hätten.“
Eine wichtige Lektion im Leben ist, dass sich nicht jeder
Wunsch erfüllen lässt. „Kinder müssen
bestimmte Enttäuschungen erleben, weil das zum Leben
gehört“, meint Dr. Michael Gutter,
Finanzberater an der University of Florida. Er schlägt
vor, dass Sie Ihren Kindern erklären, wie auch Sie
bestimmte Dinge gerne kaufen würden, sie sich aber nicht
immer leisten können. „Auf diese Weise erfährt
das Kind, dass es nicht der einzige Mensch ist, der nicht
bekommt, was er sich wünscht.“
Man kann auf diese Wünsche eingehen, indem Sie Ihrem
Kind sagen, dass es das Gewünschte zurzeit nicht bekommen,
es sich aber als Geschenk zu einem besonderen Anlass
wünschen kann. Falls Ihre Kinder fast oder schon Teenager
und damit alt genug sind, viele ihrer
„Wünsche“ selbst zu bezahlen, können Sie
sie dazu ermutigen, ihr Taschengeld aufzusparen oder
Extraaufgaben zu Hause zu übernehmen, um sich das Geld
selbst zu verdienen.
Wenn es etwa darum geht, dass Ihr Teenager mehr für ein
„Bedürfnis“ ausgeben möchte, als Sie
für angebracht halten – zum Beispiel doppelt so viel
für Schuhe, als Sie vorgesehen haben –, dann
können Sie ihm sagen, dass Sie bereit sind, den in Ihrem
Budget geplanten Betrag einzubringen, aber von ihm erwarten,
den Restbetrag selbst aufzubringen. „Das wird dabei
helfen, das Anspruchsdenken einzudämmen“, sagt Dr.
Gutter, „und macht Ihren Teenager für die
Erfüllung seiner Wünsche persönlich
verantwortlich.“
5. Ihr eigenes Beispiel ist wichtig.
Wir haben es bereits zu Beginn dieses Beitrags erwähnt,
aber es soll hier noch einmal betont werden: Ihre Kinder lernen
sehr viel über Geld, indem sie Sie einfach beobachten. Sie
sehen, wie Sie sich im Supermarkt, im Kaufhaus bzw. im
Einkaufszentrum, bei der Bank usw. verhalten. Sie neigen dazu,
Ihre finanzielle Einstellung, Ihre Werte und Ihr Verhalten
nachzuahmen. Je nachdem wie Sie sich verhalten, können sie
so einige sehr gute Lektionen oder weniger gute Lektionen
lernen.
In Lukas 6, Vers 40 lesen wir: „Im besten Fall kann er
werden wie sein Lehrer, wenn er alles von ihm gelernt
hat“ („Hoffnung für
Alle“-Übersetzung). Wenn Sie nur zum Vergnügen
einkaufen gehen oder viele Käufe rein impulsiv
tätigen, werden Ihre Kinder das wahrscheinlich als
normales Verhalten sehen und das Gleiche tun.
Wenn Sie auf der anderen Seite immer eine Einkaufsliste in
den Lebensmittelladen mitnehmen oder nur dann
größere Anschaffungen tätigen, wenn Sie das
Geld dafür gespart haben, werden Ihre Kinder auch diese
Verhaltensweise höchstwahrscheinlich übernehmen.
Sie müssen gute finanzielle Gewohnheiten vorleben.
„Wenn Sie das falsche Beispiel abgeben, werden alle
Gespräche, die Sie mit Ihren Kindern über rechtes
Haushalten hatten, auf taube Ohren stoßen“, sagt
Frau Anderson-Porisch. Ihre Kinder werden nicht vorsichtig mit
ihrem Geld umgehen, wenn Sie mit dem Ihrem sorglos umgehen
– selbst wenn Sie ihnen das Gegenteil sagen.
Das soll nicht heißen, dass es nicht wichtig ist, mit
Ihren Kindern über persönliche Finanzen zu sprechen.
Wie in diesem Artikel immer wieder betont wird, ist das auf
jeden Fall wichtig. Ihre Kinder brauchen Unterweisung und
Anleitung von Ihnen darüber, wie sie ein Budget
erstellen, sparen und klug einkaufen sollen. Aber es ist Ihr
Beispiel – die Art und Weise, wie Sie ihnen zeigen, dass
Sie mit Ihrem eigenen Geld vorsichtig umgehen –, das
ihnen dabei hilft zu sehen, dass diese Schritte nicht nur reine
Theorie, sondern wirklich wichtig sind.
Sie müssen wahrscheinlich einige Ihrer
Kaufgewohnheiten ändern, damit Sie das richtige
Vorbild abgeben können. Angesichts der heutigen
Unsicherheit der Wirtschaftslage ist das zudem etwas, das Sie
sowieso tun sollten. Die Zeit ist gekommen, unnötige
Käufe zu vermeiden, Kreditkartenschulden abzuzahlen und
Ihre Ersparnisse zu erhöhen – zum Wohl des
finanziellen Wohlergehens Ihrer Familie.
Die Tatsache, dass Ihre Kinder auf Ihr Beispiel achten,
macht diese Schritte noch notwendiger. Sie lernen lebenslange
Gewohnheiten im Umgang mit Geld von Ihnen – sowohl durch
das, was Sie sagen, als auch das, was Sie tun. Sie erhoffen
sich von Ihnen, dass Sie ihnen beibringen, wie sie eines Tages
ihre eigenen Haushaltsfinanzen managen können. Es liegt an
Ihnen als Eltern, sicherzustellen, dass Ihre Kinder gute
Gewohnheiten für den Umgang mit Geld entwickeln.
– GN Juli-August 2010

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