Drei Gärten und ein großer Zweck

Menschliches Leben begann in einem Garten. Die endgültige Bestimmung unseres Lebens führt wieder in einen Garten. Zwischenzeitlich fand etwas in einem Garten statt, das unser Leben verändern kann.

Von Robin Webber

Ein Aufenthalt in einem Garten belebt! Wer genießt nicht das grüne Umfeld und den Duft der Rosen und die bunten Farben anderer Blumen? Zeit im Garten zu verbringen fördert den inneren Frieden und die Erneuerung unseres Geistes, auch im Hinblick auf unsere Beziehung zum Schöpfer der Natur.

Ist Ihnen je aufgefallen, dass die Heilige Schrift mit einem Bericht über einen Garten beginnt und auch endet? Am Anfang haben wir den Garten Eden und zum Schluss gibt es den neuen Himmel und die neue Erde als Paradies im Grünen.

Dazwischen gibt es einen dritten Garten, der die beiden anderen Gärten verbindet. Es ist der Garten Gethsemane in Jerusalem, der als Schlüssel zum Paradies zum Schluss der Bibel führt. Ohne diesen Garten könnte ich diesen Beitrag nicht fortsetzen, aber glücklicherweise gibt es ihn! Warum ist er so wichtig und auf welche Weise sind die drei Gärten miteinander verbunden?

Wir unternehmen in diesem Beitrag und den beiden nachfolgenden Beiträgen eine Zeitreise durch diese Gärten. Dabei werden wir feststellen, dass Gott immer bei uns ist. Im ersten Garten – dem Garten Eden – begegnen wir ihm als dem Wort, das alles erschuf und durch das Gott mit den Menschen interagierte (Johannes 1,1-3. 14; Hebräer 1,1-2; Kolosser 1,15-16).

Wir lernen ihn später als Jesus den Menschensohn kennen (Jesaja 53,7-8) und zuletzt als den verherrlichten Messias (Offenbarung 4,11). Auf unserer Reise durch die Zeit ist Jesu Aufforderung an die Menschen, ganz gleich wer wird sind, immer „Folgt mir nach!“, damit wir Zugang zu seinem Vater haben, der seinen eingeborenen Sohn als Sühne für unsere Sünden opferte.

Gott verkündete die Bestimmung unseres Lebens bereits im ersten der drei Gärten: „Ich habe von Anfang an verkündigt, was hernach kommen soll“ (Jesaja 46,10).

Befassen wir uns nun mit diesem ersten Garten, der wiedergebracht werden soll. Handelt es sich dabei nur um Pflanzen, Bäume und Tiere oder geht es um etwas Tiefgründigeres? Worum ging es im ursprünglichen Garten Eden?

Gott wünscht sich eine Beziehung mit den Menschen

„Am Anfang“ ist das bekannte Wort im ersten Kapitel der Bibel, das uns eine außerordentliche Szene eröffnet. Können Sie sich vorstellen, wie anders die Welt damals war? Nachdem Gott die Schöpfung fertigstellte – einschließlich der ersten beiden Menschen –, bewertete er das Resultat mit „sehr gut“ (1. Mose 1,31).

Die Bibel sagt uns: „Und Gott der Herr nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte“ (1. Mose 2,15). Das Wort Eden bedeutet Wonne. Stellen Sie sich eine Welt vor, die in perfekter Harmonie mit ihrem Schöpfer existierte. Es war eine Welt ganz ohne Frustration. Zwietracht, Undankbarkeit, Ungehorsam, Unmoral und Hass hatten den Weg noch nicht ins menschliche Herz gefunden.

Am sechsten Tag der Schöpfungswoche hatte Gott wie ein Bildhauer den ersten Menschen aus Erde als die Krönung der physischen Schöpfung geformt. Er blies ihm dann den „Odem des Lebens“ ein, wodurch Adam zum Sohn Gottes wurde (1. Mose 2,7; Lukas 3,38).

Gott hatte seine Absicht für Adam und seine Nachkommen unmittelbar vor Adams Erschaffung verkündet. Die göttlichen Wesen, die uns jetzt als Gott, der Vater, und Jesus Christus bekannt sind, hatten von Anfang an die Erweiterung ihrer familiären Beziehung vor: „Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei“ (1. Mose 1,26). Gott will „viele Menschen als seine Kinder annehmen und sie in sein herrliches Reich führen“ (Hebräer 2,10; „Hoffnung für alle“-Übersetzung). Die familiäre Beziehung, die Gott für die Menschen vorgesehen hat, kommt aber nicht automatisch zustande, sondern setzt unsere Hingabe gegenüber Gott als Reaktion auf seine liebevolle Fürsorge voraus.

Versetzen wir uns einmal in Adams Situation, als er seine Augen zum allerersten Mal öffnete und Gottes Stimme hörte. Vielleicht sagte Gott ihm in etwa Folgendes: „Schau dich um! Alles, was du siehst, gehört dir. Am wichtigsten ist aber, dass du mich nicht aus den Augen verlierst. Warum das? Du sollst auf ewig mein Kind sein und du wurdest erschaffen, um mir in jeder Hinsicht zu entsprechen. Das trifft auf kein Tier zu! Doch du musst dich freiwillig dafür entscheiden.“

Die familiäre Beziehung, die Gott für die Menschen zwischen ihnen und ihm vorgesehen hat, spiegelt Gottes Vorhaben wider. Die Menschen sollen Gott von ganzem Herzen lieben und in Dankbarkeit ihm in allen Dingen untertan sein, weil er uns liebt, für uns sorgt und uns als ewige Angehörige seiner Familie in sein Reich aufnehmen will.

Stellen wir uns Adam im Garten Eden vor, als er sich zum ersten Mal umschaute. Was sah er? Er sah einen Fluss, Bäume und Obst, Kräuter, Tiere und – ja, nachdem Gott ihn ein kurzes Schläfchen halten ließ – eine Frau (1. Mose 2,21-24)! Gottes Schöpfung war in jeder Hinsicht perfekt. Hinzu kam Adams und Evas einmalige Erfahrung, Gott in diesem Garten zu erleben und mit ihm zu sprechen – etwas, was für uns nur schwer vorstellbar ist.

Beziehungskrach und die Verbannung aus dem Garten Eden

Doch bald hob die Schlange – Satan der Teufel (Offenbarung 12,9) – den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse besonders hervor. Er sah so verlockend aus, wie sich die Sünde immer darstellt! Er war bestimmt kein stachliger Kaktus, doch die symbolischen Stachel zeigten sich später, nachdem Eva auf Satans Lüge hereingefallen war: „Ihr werdet keineswegs des Todes sterben“ (1. Mose 3,4).

Die Frucht des Baums sollte Weisheit und Erkenntnis spenden. Schmeckte sie gut? Wahrscheinlich, aber mit ihrem ersten Bissen belasteten Adam und Eva ihre bisher vollkommen ungetrübte Beziehung zu Gott schwer. Man kann sich vorstellen, dass Gott die negativen Auswirkungen sofort wahrnahm.

Adam und Eva versteckten sich vor ihrem Schöpfer und versuchten, ihre Nacktheit voreinander zu verbergen. Der Teufel hatte ihnen ein Schamgefühl eingeflößt, das sie zuvor nicht gekannt hatten. Und von da ab gab es Schuldzuweisungen. Adam machte seine Frau für ihren gemeinsamen Ungehorsam verantwortlich, und Eva schob der Schlange die Schuld zu. Keiner stellte sich der persönlichen Verantwortung für eigenes Handeln, was leider zum Muster für alle nachfolgenden Generationen wurde. In letzter Konsequenz gaben sie eigentlich Gott für das eigene Versagen die Schuld.

In seinem Urteil über das im Garten Geschehene zog Gott beide zur Rechenschaft und verurteilte sie und ihre Nachkommen zu einem Leben der Trennung von Gott, außerhalb des paradiesischen Gartens (1. Mose 3,14-19). Doch der Garten war nicht das wesentliche Merkmal ihrer ersten Lebenserfahrung – es war der direkte Kontakt mit Gott!

Die Beziehung, die ursprünglich zwischen Gott und den Menschen existierte, wurde nicht deshalb abgebrochen, weil Gott es so entschieden hat. Stattdessen war es die natürliche Folge der kurzsichtigen Entscheidung unserer Ureltern. Im Garten Eden sehen wir zum ersten Mal die Formel Ursache und Wirkung: Unsere Entscheidungen können entweder Leben oder Tod bedeuten (vgl. dazu 5. Mose 30,19).

Mit ihrer Entscheidung verwirkten Adam und Eva ihren ungehinderten Zugang zum Baum des Lebens. „Gott der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist. Nun aber, dass er nur nicht ausstrecke seine Hand und breche auch von dem Baum des Lebens und esse und lebe ewiglich! Da wies ihn Gott der Herr aus dem Garten Eden, dass er die Erde bebaute, von der er genommen war. Und er trieb den Menschen hinaus und ließ lagern vor dem Garten Eden die Cherubim mit dem flammenden, blitzenden Schwert, zu bewachen den Weg zu dem Baum des Lebens“ (1. Mose 3,22-24).

Gottes großartiges Vorhaben

Wir können dankbar sein, dass Gottes großartiges Vorhaben unsere sterbliche Kurzsichtigkeit übertrifft. Um uns nach seinem Bilde zu schaffen, schenkte Gott uns den freien Willen, mit dem wir uns für seinen Weg entscheiden können.

Der freie Wille bedeutet aber auch, dass wir das Falsche wählen können. Gott hatte bereits am Anfang eine Lösung für diesen Fall vorgesehen, die uns in der ersten messianischen Prophezeiung der Bibel offenbart wird: „Ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen“ (1. Mose 3,15).

Der Rest der Bibel handelt von der Erfüllung dieser Prophezeiung! Die Schlange würde Krieg gegen den Nachkommen der Frau führen – gegen Jesus Christus. Mit Jesu Tod am Kreuz stach ihm die Schlange in die Ferse, doch Gottes Sieg durch seinen Sohn und dessen Auferstehung von den Toten hat zur Folge, dass der Kopf der Schlange endgültig zertreten werden wird (Römer 16,20).

Diese erste messianische Prophezeiung der Heiligen Schrift bedeutet Hoffnung für alle Menschen, die sonst keine Hoffnung hätten. Sie ist auch ein Wegweiser für die Nachkommen von Adam und Eva, die alle Sünder sind. Der Mensch wurde zwar aus dem Garten Eden vertrieben, aber Gott hatte bereits die Weichen für eine spätere Rückkehr gestellt, indem er Jesu Sühneopfer für unsere Sünden vorgesehen hatte – das Blutvergießen desjenigen, der Adam und Eva erschaffen und im Garten Eden mit ihnen gesprochen hatte. Im Alten Testament lernen wir ihn als das Wort bzw. den Herrn kennen, der mit den Menschen interagierte und zur Zeit des Neuen Testaments als Jesus Christus in Menschengestalt auf die Erde kam (Johannes 1,1-3. 14; Matthäus 1,23).

Der Apostel Petrus informiert uns über die Erlösung, die von Anfang an zu Gottes großem Vorhaben mit den Menschen gehörte: „Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen“ (1. Petrus 1,18-20; Hervorhebung durch uns).

Kurz vor seiner Verhaftung und seinem späteren Tod am Kreuz war Jesus mit seinen Jüngern im Garten Gethsemane. Er wusste, was ihm bevorstand (Johannes 18,4; Psalm 22), und war deshalb „betrübt bis an den Tod“ (Matthäus 27,38). Doch seine Bereitschaft, das Gelingen von Gottes Plan zu sichern, siegte über die Angst: „Mein Vater, ist’s nicht möglich, dass dieser Kelch an mir vorübergehe, ohne dass ich ihn trinke, so geschehe dein Wille“ (Matthäus 27,42).

Ja, der Nachkomme der Frau bahnt uns den Weg zurück in einen neuen Garten Eden, den wir als Abschluss von Gottes Plan auf Erden erleben werden (Offenbarung, Kapitel 21 und 22). Es ist der Nachkomme, dessen Tod und Auferstehung uns den Zugang zu diesem Garten öffnet – und zu einer ewigen familiären Beziehung mit unserem Schöpfer. Er möchte, dass wir mit ihm dort sind. Dazu richtet er jetzt die Aufforderung „Folgt mir nach!“ an seine Jünger, damit wir ewiglich vom Baum des Lebens essen können.

– GN November-Dezember 2017 PDF-Datei dieser Ausgabe

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