Warum gibt es keine perfekte menschliche Regierung?

Die Suche nach einer perfekten Regierungsform beschäftigt den Menschen seit Anbeginn der Geschichte, und doch haben wir bis heute kein System gefunden, das richtig funktioniert.

Von Steven Britt

Wenn man bedenkt, wie viel Mühe Philosophen im Lauf der Geschichte aufgewandt haben, um eine ideale Gesellschafts- und Regierungsform zu finden, wirkt es verwunderlich, dass noch niemand eine Lösung gefunden hat, die von allen als einigermaßen zufriedenstellend, geschweige denn perfekt, empfunden wird.

Die Gründe dafür, dass wir uns bislang nicht auf eine ideale Regierungsform einigen konnten, sind recht einfach.

Menschliche Vorstellungen und Gottes Weg

Von manchen wird die totale Regierungslosigkeit, von anderen die totale Regierungsgewalt gefordert. Das sind zwei gegensätzliche Extreme. Moderne Regierungen liegen irgendwo dazwischen.

Die Befürworter der Regierungslosigkeit sehen in der Freiheit des Einzelnen das höchste Gut. Manche, die nicht die totale Regierungslosigkeit, sondern nur einen minimalen Staat verlangen, sehen die Funktion einer Regierung nur darin, über die Einhaltung privater Verträge zu wachen und die Bürger daran zu hindern, sich gegenseitig Zwang anzutun.

Extrem Freiheitsliebende befürworten die totale Regierungslosigkeit und sind überzeugt, dass die Privatwirtschaft viel effizienter als der Staat für Sicherheit sorgen könnte. Grundlage ihres Denkens ist der Begriff des Naturrechts, nach dem Taten danach beurteilt werden, ob sie die Rechte anderer verletzen. Von dieser Überlegung abgesehen, sei alles erlaubt.

Die Bibel befürwortet Gesetze, die über das Naturrecht hinausgehen. Das ist den Befürwortern der Regierungslosigkeit – eigentlich der Anarchie – ein Dorn im Auge.

Die Befürworter der Regierungslosigkeit lehnen jede Autorität ab. Jeder soll sich selbst das Gesetz sein. Gott hingegen verlangt bedingungslose Unterwerfung. (Einige Befürworter der Regierungslosigkeit erkennen die Autorität Gottes im eigenen Leben an, lehnen aber das Recht anderer ab – vor allem das des Staates –, andere zum Glauben an Gott zu zwingen.)

Kommunisten, die Befürworter totaler Regierungsgewalt sind, wollen die Freiheit des Individuums einschränken, um die Gleichheit aller zu fördern. Ein Hauptmittel dazu sind Transferleistungen von den Wohlhabenden zu den Minderbegüterten. Wie es Karl Marx ausdrückte: „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen.“

Viele kommunistische Theorien sind offen atheistisch. Nach Meinung der Kommunisten führt Religion dazu, dass Menschen Ungleichheit und das damit verbundene Leid hinnehmen. Auch andere kommunistische Ideale widersprechen den Werten, die man im Wort Gottes findet.

Im reinen Kommunismus gibt es weder Privateigentum noch Geld. Alles gehört dem Staat, der es gleichmäßig an die Bevölkerung verteilen soll. In hundert Jahren des real existierenden Kommunismus haben wir aber gesehen, dass die Staatsfunktionäre besondere Privilegien und einen weitaus höheren Lebensstandard als ihre Landsleute genießen durften.

Gottes Gesetze sehen schon ein soziales Sicherheitsnetz vor (vgl. dazu 5. Mose 14,28-29 und 3. Mose 19,9-19), doch beruhte es auf der Hilfeleistung vor Ort. Es war kein staatlich organisiertes System mit erzwungenen Transferleistungen. Wer in dieser Hinsicht seine Pflicht verletzte, konnte mit der Missbilligung der Gemeinschaft und dem Gericht Gottes rechnen. In der Bibel sehen wir wiederholt, dass Gott bestimmte Menschen materiell bevorzugt, besonders solche, die mit anderen großzügig sind. Das mag den Kommunisten gegen den Strich gehen, denn Gott verteilt Wohlstand und Fähigkeiten ungleichmäßig.

In diesem Sinn schreibt der Apostel Paulus: „So erbarmt er [Gott] sich nun, wessen er will, und verstockt, wen er will“ (Römer 9,18). Das widerspricht dem Kerngedanken des Kommunismus, das heißt dem Gleichheitsprinzip.

Die Befürworter der Regierungslosigkeit und die Befürworter der totalen Regierungsgewalt liegen beide falsch, und zwar weil sie, alle beide, die Werte und Maßstäbe Gottes ablehnen. Davor ist keine menschliche Regierung gefeit, denn Menschen verlassen sich lieber auf ihren eigenen Verstand, anstatt auf Gott zu hören. Eine perfekte Regierungsform wäre mit Gottes Wort im Einklang. Aber keine von Menschen erdachte Regierungsform erfüllt diese Bedingung.

Das Herz des Menschen

Selbst wenn wir eine perfekte Regierungsform gefunden hätten, sie würde das Problem der menschlichen Natur nicht lösen. Wie es beim Propheten Jeremia heißt: „Nichts auf dieser Welt ist so hinterhältig und verschlagen wie das Herz des Menschen. Wer kann es durchschauen?“ (Jeremia 17,9; „Neues Leben“-Übersetzung). Jede menschliche Regierung wird von fehlbaren Menschen geführt. Deswegen ist bisher auch jede Regierung in der Menschheitsgeschichte auf die eine oder andere Weise von Unzulänglichkeit oder Korruption gekennzeichnet gewesen.

Um den Schaden durch Korruption auf ein Minimum zu beschränken, haben moderne Staaten eine Gewaltenteilung. Aber auch das ist so nutzlos wie ein Pflaster auf Krebs! Selbst in demokratischen Staaten werden die Führer nicht wegen ihrer Rechtschaffenheit, sondern wegen ihrer Ideologie gewählt.

Selbst wenn eine demokratische Gesellschaft göttliche Führer wählte, sie wären immer noch Menschen mit menschlichen Schwächen. Gott hat jedoch einen Plan, um eine perfekte, korruptionsfreie Regierung auf Erden zu bilden, die für Frieden sorgt.

Gottes Plan für eine perfekte Regierung

Wie sieht Gottes Plan für eine perfekte Regierung aus, die über die ganze Erde herrschen wird? Dazu drei Schriftstellen:

Offenbarung 11, Vers 15: „Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

Andere Stellen bestätigen auch, dass Jesus über die Menschen auf Erden herrschen wird (siehe Sacharja 14,16-19; Offenbarung 20,4-6). Er wird die Gewalt über alle Völker zu ihrem Besten übernehmen. Das Regierungsgeschäft wird nicht mehr von Korruption, Habgier und blankem Unsinn gekennzeichnet sein. Stattdessen werden Jesus Christus und seine Heiligen mit rechtschaffenem Charakter über die Erde herrschen!

Jesaja 2, Verse 2-3: „Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen! Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem.“

Gottes Herrschaftsordnung wird auf seinem Recht beruhen. Darüber, was richtig und verkehrt ist, werden die Menschen nicht mehr streiten. Kurzsichtigkeit und Selbstsucht werden der Vergangenheit angehören. Jeder wird den bestmöglichen Regeln für eine gesunde Gesellschaft unterworfen sein.

Hesekiel 11, Verse 19-20: „Und ich will ihnen ein anderes Herz geben und einen neuen Geist in sie geben und will das steinerne Herz wegnehmen aus ihrem Leibe und ihnen ein fleischernes Herz geben, damit sie in meinen Geboten wandeln und meine Ordnungen halten und danach tun. Und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein.“

Der Geist Gottes motiviert Menschen, dem Gesetz Gottes zu gehorchen, und der Prophet Joel verkündete, dass Gott seinen Geist allen Menschen zur Verfügung stellen wird. Jeder wird Gott kennen, wenn Christus als König herrscht. Nicht nur die Regierung wird von Korruption frei sein, sondern die Bürger insgesamt werden rechtschaffen leben und ehrlich handeln. Das hat es bisher nie gegeben!

Die kommende Regierung Gottes auf Erden wird den Gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes durchsetzen. Der Friede, den die Bibel für diese neue Welt prophezeit, wird aber in erster Linie dadurch zustande kommen, dass die Menschen anders denken werden als bisher. Der Friede wird auf Dauer möglich sein, weil die Menschen mit Gottes Hilfe perfekt, rechtschaffen und heilig sein werden. Gott wird ihnen ein neues Herz schenken und ihnen sein Gesetz ins Herz schreiben (Jeremia 31,33-34).

Angesichts des Versagens menschlicher Politik in der Geschichte kann man sich diese Erneuerung nicht sehnlicher wünschen!

– GN Januar-Februar 2018 PDF-Datei dieser Ausgabe

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