Nabots Weinberg und eine Toilette in Lachisch

Der Bericht über Jesus Christus und seine ersten Anhänger wurde uns im Neuen Testament überliefert. Aber wie zuverlässig ist diese Überlieferung? Und wie glaubhaft ist die Geschichte? Wie sieht das Beweismaterial aus?

Von Tom Robinson

Die geschichtliche Zuverlässigkeit der Bibel wird immer wieder von archäologischen Funden bestätigt. In diesem Beitrag behandeln wir zwei Entdeckungen dieser Art, die vor Kurzem in Israel gemacht wurden. Unsere Quelle ist die Fachzeitschrift Biblical Archaeology Review, November-Dezember 2017.

Eine Kelter in Jesreel

Im ersten Fall haben wir es mit dem Weinberg eines gewissen Nabot zu tun, der während der bösen Herrschaft des Königs Ahab und seiner Gemahlin Isebel im neunten Jahrhundert vor Christus lebte.

Die Geschichte finden wir in 1. Könige 21. Dort erfahren wir, dass Nabot einen Weinberg besaß, der neben einem großen Gebäude des Königs in Jesreel lag. Dort dürften sich die Streitwagen Ahabs zum Kampf gerüstet haben (Norma Franklin, Jennie Ebeling, Philippe Guillaume und Deborah Appler: „Have We Found Naboth’s Vineyard at Jezreel?“, Seite 52).

Ahab wollte das Nachbargrundstück für sich, doch Nabot weigerte sich, seinen angestammten Besitz abzugeben, obwohl ihm Ahab die Wahl zwischen Geld und einem anderen, gleichwertigen Weinberg angeboten hatte. Ihrem schmollenden Ehemann sagte die Königin Isebel, er sei der König und sie werde ihm den Weinberg Nabots verschaffen. Zu diesem Zweck ließ sie Nabot vor Gericht verleumden und anschließend zu Tode steinigen. Gott aber sandte den Propheten Elia zu Ahab und versprach ihm eine schlimme Strafe für dieses Verbrechen.

Der Acker, wo Nabots Weinberg gelegen hatte, wird auch im zweiten Buch der Könige erwähnt (2. Könige 9). Nach dem Tod Ahabs herrschte sein Sohn Joram an seiner statt. Isebel, inzwischen Königinmutter, war noch am Leben. Joram wurde in einer Schlacht im heutigen Jordanien verwundet und kehrte zur Genesung nach Jesreel zurück. Daraufhin ließ Gott den Hauptmann der israelitischen Streitkräfte, Jehu, zum König salben und gab ihm den Auftrag, das Haus Ahabs auszurotten. Mit rasender Geschwindigkeit jagte Jehu nach Jesreel, von Ost nach West. Nachdem der Wächter in Jesreel ihn hatte kommen sehen, fuhr Jehu Joram entgegen und traf ihn „auf dem Acker Nabots des Jesreeliters“ (Vers 21). Jehu erschlug den Joram und ließ seine Leiche auf den Acker Nabots werfen, um die von Gott angekündigte Strafe zu vollstrecken. Anschließend ließ er auch Isebel in Jesreel umbringen.

Im Jahre 2012 fanden Archäologen Hinweise auf eine alte Kellerei auf einer Kalksteinfläche neben dem alten Jesreel. Im Jahr darauf stellte man fest, dass die Kellerei eine Fläche von 14 Quadratmetern hatte. Dazu gehörte ein Tretboden mit einer Fläche von knapp 4 Quadratmetern, innerhalb dessen es zwei Weinfässer mit einem Querschnitt von je anderthalb Metern und einer Tiefe von je einem Meter gab (Seite 54). Mit Hilfe von Vergleichen mit anderen Keltern in der Umgebung datierten Teilnehmer an der Ausgrabung den Fund in die Eisenzeit. Das war die Zeit, zu der Ahab herrschte.

Die freigelegte Kellerei lag auf der östlichen Seite von Jesreel, der Seite von der Jehu auf die Stadt zukam. Sie war auch nicht weit von dem Weg, auf dem er gekommen sein wird. Die Archäologen stellten auch fest, dass der Boden in der Nähe der Kellerei für den Weinbau geeignet ist, während der Boden auf der anderen Seite der Stadt sich eher für den Anbau von Ölbäumen eignet.

Sowohl die Archäologie als auch Bodenuntersuchungen bestätigten die Annahme, dass es in der Eisenzeit nordöstlich von Jesreel einen Weinberg gegeben hat, wie man es aus der Bibel erwarten würde.

Eine Toilette in einer Torkapelle

Im achten Jahrhundert vor Christus hat Hiskia, König von Juda, Kultreformen durchgeführt, die durch die Archäologie Bestätigung finden. Bei dem zweiten Fund in diesem Beitrag handelt es sich um eine Toilette, mit der man zu seiner Zeit eine götzendienerische Torkapelle entweihte.

2016 wurde die Ausgrabung eines Stadttores der antiken Stadt Lachisch, südwestlich von Jerusalem, abgeschlossen. Dieses Tor bestand aus sechs Kammern, von denen eine anscheinend eine Kapelle war, wo der Gott Israels angebetet wurde. Das mag sich zwar ziemlich harmlos anhören, aber Gott hatte angeordnet, dass alle Anbetung an einer zentralen Stelle stattfinden sollte. Trotzdem hatten viele in Israel und Juda ihre Anbetung an anderen Stellen gepflegt, die in der Bibel mal „Höhen“, mal „Opferhöhen“ genannt werden.

Die Kammer, die anscheinend als Kapelle diente, bestand aus zwei Räumen, die unterschiedlich groß waren. In dem kleineren Raum fand man zwei gehörnte Steinaltäre gegenüber einer Nische aus Gips (Saar Ganor und Igor Kreimerman: „Going to the Bathroom at Lachish“, Seite 60). Jeder Altar hatte vier Hörner. Von den insgesamt acht Hörnern waren sieben mit einem scharfen Werkzeug absichtlich abgeschnitten worden. Im selben Raum fanden die Ausgräber einen großen Quader, der offensichtlich als Toilette gedient hatte. In der Mitte befand sich ein Loch, das mit dem Rand durch einen Kanal verbunden war. Er sah aus wie ähnliche Funde aus anderen Teilen des damaligen Israel und Juda.

Die Forscher sehen die Beschädigung der Altäre und die Anwesenheit einer Toilette in einer Kapelle als Zeichen einer bewussten Entweihung. Diese Meinung wird unterstützt von einem Bericht über die Ausrottung des Baalsdienstes durch den König Jehu (2. Könige 10,27).

Die Entweihung der Kapelle in Lachisch gehörte vermutlich zur Kultreinigung, die vom König Hiskia ausging (2. Könige 18,4). Hiskia wollte den Götzendienst aus Juda entfernen und die Anbetung Gottes auf Jerusalem beschränken. Wiederum sehen wir, dass die Archäologie die geschichtliche Zuverlässigkeit der Bibel bestätigt und dass die Bibel bis in die kleinste Einzelheit zuverlässig und wahr ist. Um Näheres darüber zu erfahren, empfehlen wir Ihnen unsere kostenlose Broschüre Die Bibel – Wahrheit oder Legende?.

– GN März-April 2018 PDF-Datei dieser Ausgabe

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