Gnade oder Werke:
Wie erlangen wir ewiges Leben?
Von David Treybig
Wie erlangen wir ewiges Leben? Jesus Christus sagte,
daß wir in unserem Leben Früchte hervorbringen
müssen: „Wer in mir bleibt und ich in ihm, der
bringt viel Frucht ... Darin wird mein Vater verherrlicht,
daß ihr viel Frucht bringt und werdet meine
Jünger“ (Johannes 15,5. 8).
Manche sind trotzdem verwirrt darüber, daß Jesus
offensichtlich von uns erwartet, daß wir Früchte
[mit anderen Worten: Taten] hervorbringen. Sie sehen darin
einen Hinweis, daß wir irgendwie unser Heil verdienen.
Natürlich ist dies unmöglich, denn das Heil [unsere
Rettung, Erlösung] ist ein freies, unverdientes Geschenk
von Gott. Wir könnten das Heil nicht in hundert Jahren
voller guter Werke „verdienen“. Worin liegt dann
das Problem?
Wir werden nicht durch unsere Taten [Werke] gerettet. Nur
das Opfer von Christi vergossenem Blut kann uns von unseren
Sünden reinwaschen. Weder unsere guten Gedanken noch
irgendwelche Taten können dies erreichen. Wir werden durch
Christi Leben gerettet, weil Christus lebt und aktiv daran
beteiligt ist, uns zu verändern [bekehren].
Paulus drückte dies deutlich aus: „Gott aber
erweist seine Liebe zu uns darin, daß Christus für
uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Um wieviel
mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn,
nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind! Denn
wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod
seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wieviel mehr
werden wir selig [gerettet] werden durch sein Leben, nachdem
wir nun versöhnt sind“ (Römer 5,8-10). Wir
können gute Werke dadurch tun, daß Christus in uns
lebt (Galater 2,20).
Die Begriffe Gnade, Werke und Gehorsam ergänzen sich,
statt sich zu widersprechen. Das Wort Gnade kommt von einem
griechischen Wort, welches „Geschenk“ oder
„Gunst“ bedeutet. Die Erlösung – oder
das ewige Leben – ist eine Gabe, die wir durch Gnade
erhalten (Römer 6,23; Epheser 2,8-9) und nicht als Lohn
für unsere Taten. Darüber jedoch später mehr.
Das ewige Leben ist ein Geschenk, wofür ein anderer
bezahlt hat. Christus bezahlte dafür mit seinem Leben,
damit wir die Gabe des ewigen Lebens erhalten können
(Apostelgeschichte 20,28).
Bedingungen für ewiges Leben?
Ja, es gibt Bedingungen. Geschenke zu erhalten, kann an
Bedingungen geknüpft sein, ohne daß wir deshalb das
Geschenk verdienen, nicht wahr? Als erstes müssen wir
bereuen. Wir verdienen keine Belohnung, weil wir bereuen. Reue
ist jedoch erforderlich. Warum? Weil Reue eine Voraussetzung
zur Vergebung ist (Apostelgeschichte 2,38).
Gott wird denjenigen nicht einfach vergeben, die
bewußt weiter sündigen wollen. Paulus schrieb:
„Was sollen wir nun sagen? Sollen wir denn in der
Sünde beharren, damit die Gnade um so mächtiger
werde? Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde leben
wollen, der wir doch gestorben sind?“ (Römer
6,1-2).
Als Vorbedingung müssen wir die Richtung in unserem
Leben ändern [uns bekehren], um Gottes Geschenk der
Erlösung erhalten zu können. Dies lehrten Christus
sowie die Apostel. Paulus verkündigte, daß wir
„Buße tun [sollten] und [uns] zu Gott bekehren und
rechtschaffene Werke der Buße tun“
(Apostelgeschichte 26,20). Werke beweisen unsere Reue und
unseren Glauben gegenüber Gott, doch sie werden uns nie
das Recht geben, von Gott das ewige Leben zu verlangen.
Jakobus sagt ausdrücklich, daß „Glauben
ohne Werke tot“ ist (Jakobus 2,20. 26), und Paulus
erläutert, daß Gott uns aus Gnade durch Glauben
errettet, damit wir gute Werke erbringen können.
„Denn aus Gnade seid ihr selig [gerettet] geworden
durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es,
nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme. Denn wir
sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken,
die Gott zuvor bereitet hat, daß wir darin wandeln
sollen“ (Epheser 2,8-10).
Ist dies so schwierig zu glauben und zu akzeptieren? Warum
nicht in Christi Fußtapfen gehen und seinem Beispiel
folgen (1. Johannes 2,6)?
Der Sinn von guten Werken
Ist es denn sinnlos, gute Werke zu tun? Jesus sagte:
„So laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, damit
sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel
preisen“ (Matthäus 5,16). Obwohl wir uns mit guten
Werken ewiges Leben nicht verdienen können, verherrlichen
wir Gott damit, und Gott verlangt von uns, daß wir ihn
durch unsere Lebensweise ehren.
Leute, die sich weigern, gute Werke zu tun, entehren Gott,
ob sie sich dessen bewußt sind oder nicht. „Sie
sagen, sie kennen Gott, aber mit den Werken verleugnen sie ihn;
ein Greuel sind sie und gehorchen nicht und sind zu allem guten
Werk untüchtig“ (Titus 1,16).
Gute Taten werden belohnt werden!
Gottes Wort sagt, daß die Toten „nach ihren
Werken“ gerichtet werden (Offenbarung 20,12). Jesus
erklärte, daß er für seine Nachfolger
„eine Stätte bereiten“ wird (Johannes 14,2-3).
Im zukünftigen Reich Gottes wird es verschiedene herrliche
Aufgaben in der Regierung Gottes geben, die Gott denen geben
wird, die überwinden: „Wer überwindet, dem will
ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, wie auch ich
überwunden habe und mich gesetzt habe mit meinem Vater auf
seinen Thron“ (Offenbarung 3,21).
Die auferstandenen Heiligen werden mit Jesus Christus in
seinem Reich regieren: „Selig ist der und heilig, der
teilhat an der ersten Auferstehung ... sie werden Priester
Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend
Jahre“ (Offenbarung 20,6). Wir bilden heute mit Gottes
Hilfe seinen gerechten, göttlichen Charakter, durch den
wir in der Lage sein werden, mit Jesus Christus zu
regieren!
Obwohl Werke uns nicht das Heil verdienen, werden sie doch
unseren Lohn in seinem Reich bestimmen. Jesus erklärte
dies im Gleichnis von den Zentnern (Matthäus 25,20-29) und
auch in Offenbarung 22, Vers 12, als er sagte: „Siehe,
ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie
seine Werke sind.“
– INTERN Mai 2001

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