Wie überwindet man die Sünde?

Verstehen Sie die Wichtigkeit der biblischen Formel für die Überwindung der Sünde?

Von Paul Kieffer

Ein grundlegender Aspekt der Berufung durch Gott ist unsere Reue – unsere Einsicht, daß wir Sünder sind und gegen Gottes Maßstäbe gerechter Lebensführung verstoßen haben. Daraus resultiert unser Vorsatz, ein neues Leben zu beginnen, ein Leben des Gehorsams gegenüber Gott. Wir sind dann bemüht, die Sünde in unserem Leben zu erkennen und zu überwinden.

Wenn Gott uns den Ernst und die Tragweite unserer Sünden erkennen läßt, ist Entmutigung oft unsere natürliche Reaktion. Auch der Apostel Paulus rang mit seiner Unzulänglichkeit. In seinem Kampf gegen die Sünde mußte er oft eine Niederlage eingestehen: „Ich weiß, daß in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt. Wollen habe ich wohl, aber das Gute vollbringen kann ich nicht ... das Böse, das ich nicht will, das tue ich“ (Römer 7,18-19).

Wie können wir unsere Charaktermängel überwinden und in das ewige Leben eingehen, das Gott mit uns teilen will? Wie können wir uns verändern und die Sünde überwinden?

Einst wollte ein reicher Jüngling von Jesus wissen, was man tun muß, um das ewige Leben zu erlangen. Jesus sagte ihm: „Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote“ (Matthäus 19,17). Als der junge Mann fragte, welche Gebote Jesus meinte, nannte Jesus fünf der Zehn Gebote und das Gebot der Nächstenliebe. Interessant ist, daß Jesus das letzte der Zehn Gebote nicht nannte, das das Begehren untersagt. Genau das war aber das Problem des jungen Mannes und der Grund, warum dieses Beispiel in der Bibel erwähnt wird. Der reiche Jüngling hing an seinem Wohlstand, und deshalb „ging er betrübt davon“ (Verse 21-22).

Gegenüber seinen Jüngern betonte Jesus, wie schwer es für einen Reichen ist, in das Reich Gottes einzugehen. Der Mensch neigt dazu, auf das Materielle zu vertrauen statt auf Gott. Jesu Jünger staunten über seine Worte und fragten: „Wer kann dann errettet werden?“ (Vers 25, Elberfelder Bibel). Jesu Antwort liefert uns den Schlüssel zur Überwindung der Sünde: „Bei den Menschen ist’s unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich“ (Vers 26, alle Hervorhebungen durch uns).

Ohne Gottes Hilfe kann keiner von uns seine Sünden und Verfehlungen überwinden. Durch große Selbstdisziplin mag es uns gelingen, unser Verhalten zu trainieren, aber nur Gott kann unser Herz verändern. In diesem Sinne ermahnte Paulus die Gemeinde in Rom: „Paßt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an. Laßt euch vielmehr von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird“ (Römer 12,2; Gute Nachricht Bibel).

Wollen wir das Problem Sünde ernsthaft angehen, ist unsere Kapitulation vor Gott erforderlich. Als Teil der Berufung führt Gott einen Menschen an diesen Punkt der bedingungslosen Kapitulation. Gottes Güte – nicht unsere eigene – macht diese Art Reue möglich: „Mißachtet ihr die große Güte, Nachsicht und Geduld, die Gott euch bis jetzt erwiesen hat? Seht ihr nicht, daß er euch durch seine Güte zur Umkehr bewegen will?“ (Römer 2,4; Gute Nachricht Bibel).

Gott schenkt uns Reue [= Umkehr], damit wir die Wahrheit erkennen können: „Ein Mensch, der dem Herrn dient, soll aber nicht streiten, sondern allen freundlich begegnen. Er muß in der Lage sein, ihnen die wahre Lehre zu vermitteln. Er darf sich nicht provozieren lassen, sondern muß die Gegner verständnisvoll auf den rechten Weg weisen. Vielleicht gibt Gott ihnen die Gelegenheit zur Umkehr und läßt sie zur Besinnung kommen, so daß sie die Wahrheit erkennen“ (2. Timotheus 2,24-25; Gute Nachricht Bibel).

Durch Reue haben wir Zugang zum wahren Leben: „Als sie das hörten, schwiegen sie still und lobten Gott und sprachen: So hat Gott auch den Heiden die Umkehr gegeben, die zum Leben führt“ (Apostelgeschichte 11,18). Da wir jedoch moralische Entscheidungsfreiheit haben, liegt es letztendlich an uns, ob wir bereuen oder nicht. Petrus ermahnte seine Landsleute: „Geht also in euch und kehrt um, damit Gott eure Schuld auslöscht!“ (Apostelgeschichte 3,19; Gute Nachricht Bibel).

Auf Reue folgt die Taufe als äußeres Zeichen unserer geänderten Lebensausrichtung. Haben wir diese Schritte getan, verspricht Gott, uns seinen Geist zu geben. Dieser Geist verleiht uns die Kraft, die Sünde zu erkennen und zu überwinden. Durch diese Bekehrung sind wir in seinen Augen eine „Neuschöpfung“: „Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden“ (2. Korinther 5,17). Wir sind veränderte Menschen und wollen unsere Sünden hinter uns lassen.

Wir können Sünde überwinden!

In 1. Johannes 3, Vers 9 lesen wir: „Wer aus Gott geboren ist, der tut keine Sünde; denn Gottes Kinder bleiben in ihm und können nicht sündigen; denn sie sind von Gott geboren.“ Dieser Vers zeigt uns verschiedene Dinge. Als erstes verstehen wir, daß der bekehrte Christ nicht gewohnheitsmäßig sündigt. Er hat sich nämlich von der Sünde als Lebensweise abgewendet.

Der Sinn der Bibelstelle hat mit gewohnheitsmäßiger Sünde zu tun, denn kein Mensch kann in diesem Leben behaupten, er würde nie sündigen: „Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns ... Wenn wir sagen, wir haben nicht gesündigt, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns“ (1. Johannes 1,8. 10).

Wir werden als Menschen von der eigenen menschlichen Natur und einer Gesellschaft beeinflußt, die sich immer mehr von Gott entfernt: „Mit den bösen Menschen aber und Betrügern wird’s je länger, desto ärger: sie verführen und werden verführt“ (2. Timotheus 3,13).

Zweitens zeigt uns die Bibelstelle in 1. Johannes, daß der heilige Geist wie eine männliche Samenzelle ist. Er zeugt neues Leben in uns und verleiht uns die Kraft, der Sünde zu widerstehen. Gottes „Samen“ (Griechisch: sperma) lebt in uns und verleiht uns die Kraft zum gerechten Lebenswandel nach dem Geist.

Schließlich soll unsere Gerechtigkeit besser sein „als die der Schriftgelehrten und Pharisäer“ (Matthäus 5,20). Sie waren für ihre buchstabengetreue Einhaltung der Gebote bekannt, wobei sie den Geist des Gesetzes übersahen bzw. mißachteten. Es geht also bei der Reue nicht nur um den Buchstaben, sondern auch um den Geist. Deshalb schenkt uns Gott seinen Geist.

Johannes überbringt uns also eine sehr gute Nachricht – mit Gottes Hilfe können wir die Sünde überwinden! Wie sieht die Entwurzelung der Sünde aus unserem Leben im konkreten Fall aus? So geht es auf jeden Fall nicht, daß wir Gott einfach um mehr von seinem heiligen Geist bitten, um uns bequem zurückzulehnen und Gott die Entfernung der Sünde aus unserem Leben zu überlassen. Es erfordert auch unseren Einsatz und unser bewußtes Bemühen, das vom Geist Gottes gefördert und bestätigt wird.

In Epheser 4 gibt uns Paulus eine einfache Formel für die persönliche Überwindung. Diese Formel veranschaulicht er mit Hilfe verschiedener Beispiele, damit wir verstehen können, was es mit der Überwindung der Sünde auf sich hat. Untersuchen wir diesen Abschnitt, so erkennen wir drei Schritte, die wir tun müssen, um den Wandel weg von einem sündhaften Leben hin zu einer Lebensführung zu schaffen, die von dem Wirken Gottes mit und in uns zeugt. Versäumen wir irgendeinen dieser Schritte, wird die Veränderung in unserem Leben entweder ausbleiben oder unvollständig sein.

Wie lautet Paulus’ Formel? Wir finden sie in Versen 22-24: „Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.“

Den alten Menschen ablegen

Als erster Schritt sollen wir „den alten Menschen mit seinem früheren Wandel“ ablegen. Dazu gehört die Erkenntnis, daß unser „alter Mensch“ – unsere bisherige Lebensausrichtung in ihrer Gesamtheit, mit unserer inneren Geisteshaltung – „Feindschaft gegen Gott“ war (Römer 8,7). Ohne den heiligen Geist werden wir mit unserer natürlichen Gesinnung von uns aus Gott nicht gehorchen wollen (5. Mose 5,29). Wir können uns selbst zwar täuschen (Jeremia 17,9) und meinen, daß wir gut sind, aber unsere natürlichen Wege enden im Tod (Sprüche 14,12; 16,25; Römer 6,23).

Der „alte Mensch“, den wir nach Paulus’ Aufforderung ablegen sollen, ist sowohl unsere fleischliche Gesinnung als auch jegliche sündhafte Tat, die diese Gesinnung hervorbringt. Der „alte Mensch“ wird durch den symbolischen Tod der Taufe begraben (Römer 6,1-4). Auf geistlicher Ebene müssen wir „die Axt allen Bäumen an die Wurzel legen“, welche die gute Frucht der Gerechtigkeit nicht hervorbringen (vgl. dazu Matthäus 3,8-10).

Gott kann mit dem schlimmsten aller Sünder arbeiten und ihn von den Sünden befreien, die ihn gefangenhalten. Darunter können Sünden sein, deren Überwindung wir für aussichtslos halten mögen. Wie Gulliver von den vielen Stricken der Liliputaner gefesselt war, können wir uns von den vielen „Stricken unserer Sünde gebunden“ sehen (Sprüche 5,22). Gott kann uns davon befreien!

Gott löscht unsere vergangenen Sünden aus, indem er uns Reue schenkt und uns durch den Tod seines Sohnes versöhnt. Danach stellt er uns die Kraft zur Verfügung, die wir für die Überwindung brauchen. Mit seiner Hilfe werden wir von der verkehrten Lebensweise befreit, die Paulus der Knechtschaft gleichsetzt:

„Wem ihr euch als Sklaven unterstellt, dem müßt ihr dienen. Entweder ihr wählt die Sünde; dann werdet ihr sterben. Oder ihr wählt den Gehorsam; dann werdet ihr vor dem Gericht Gottes bestehen können. Gott sei gedankt! Früher wart ihr Sklaven der Sünde; aber jetzt gehorcht ihr von Herzen der Lehre, die für euch verbindlich geworden ist“ (Römer 6,16-17).

Um den Durchbruch gegen diese Knechtschaft zu schaffen, müssen wir „die Glieder [töten], die auf Erden sind, Unzucht, Unreinheit, schändliche Leidenschaft, böse Begierde und die Habsucht“ (Kolosser 3,5).

Unser Studium des Wortes Gottes hilft uns, unsere Sünden zu identifizieren. Wenn wir die Bibel so gebrauchen, ist sie „lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert, und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens“ (Hebräer 4,12).

Erkennen wir anhand der Heiligen Schrift unsere verkehrten Gedanken und Taten, gilt es, sie abzulegen und durch göttliche Gedanken und Taten zu ersetzen. Das schaffen wir jedoch nicht aus eigener Kraft allein.

Nun brauchen wir die Kraft des heiligen Geistes, um im Kampf gegen die Sünde erfolgreich zu sein. Es ist wichtig, diesen Geist zu erwecken (2. Timotheus 1,6). Dieser Geist kann uns jeden Tag erneuern (2. Korinther 4,16) und uns für den Feldzug gegen falsche Gedanken und Taten kräftigen. Durch diesen Geist können wir „die Taten des Fleisches“ töten (Römer 8,13).

Manche versagen immer wieder in ihrem Kampf gegen die Sünde, weil sie sich auf ihre eigene Kraft statt den Geist Gottes verlassen. Paulus kannte diesen Kampf, den er in Römer 7, Vers 21 so beschreibt: „So finde ich nun das Gesetz, daß mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt.“ Diese Worte beschreiben den Zwiespalt, den nicht nur Paulus, sondern jeder Christ erlebt.

Durch Jesus Christus – seinen Opfertod für unsere Sünden und sein Leben in uns nach der Bekehrung (Galater 2,20; Römer 5,9-10) – erlöst er uns „von aller Ungerechtigkeit“ und reinigt uns „zum Eigentum“, damit wir „zu guten Werken“ eifrig sind (vgl. Titus 2,14). Mit Gottes Hilfe schaffen wir es!

Der nächste Schritt: den neuen Menschen anziehen

Legen wir „den alten Menschen“ nur ab, ist der Prozeß der Überwindung unvollständig. Das Leben des Christen ist eines der Veränderung. Es kann durchaus sein, daß wir das Problem in unserem bisherigen Leben klar erkannt haben: die sündhaften Eigenschaften des alten Menschen.

Es kann auch sein, daß wir Gott im Gebet um seinen Beistand gebeten haben, damit wir uns verändern können. Jetzt geht es um den schwierigen Teil: Mit Gottes Hilfe müssen wir die positiven Eigenschaften der Gerechtigkeit annehmen, die das Gegenteil der Gesinnung sind, die wir ablegen.

Tun wir das, so „ziehen wir den neuen Menschen an“ mit seinen göttlichen Attributen, wozu Paulus uns in Epheser 4, Vers 24 auffordert. Es gilt, unser Augenmerk auf das göttliche Verhalten zu richten, das wir in unserem Leben zur Gewohnheit machen wollen.

Wir müssen uns auf das Positive konzentrieren, um das Negative aus der Welt zu schaffen. Die Beispiele von Paulus sind in dieser Hinsicht klar und richtungsweisend, wie sein erstes Beispiel des Lügens (Vers 25). Was ist, wenn jemand zu Ihnen kommt und behauptet, er wäre ein Lügner? Kann man ihm glauben? Wann ist ein Lügner kein Lügner? Er hört nicht auf, ein Lügner zu sein, indem er schweigt. Wenn er schweigt, mag er lediglich „zwischen zwei Lügen“ sein. Der Lügner zeigt sein verändertes Verhalten allein dadurch, daß er anfängt, die Wahrheit mit seinem Nächsten zu reden (gleicher Vers). Er legt das alte ab, indem er das neue anzieht.

Wenn ein ehemaliger Lügner anfängt, konsequent die Wahrheit zu reden, bröckelt seine alte Gewohnheit des Lügens ab. Sie stirbt. Dabei hilft der heilige Geist bei der Überwindung.

Paulus gibt uns ein weiteres Beispiel, das Stehlen. Wann ist ein Dieb kein Dieb mehr? Ein Dieb, der augenblicklich nicht stiehlt, mag sozusagen nur „zwischen zwei Aufträgen“ sein. Der wahre Beweis, daß ein Dieb seinen falschen Weg verlassen hat, ist, daß er das Gegenteil tut. Stehlen ist das unrechtmäßige Nehmen. Das Gegenteil von Nehmen ist Geben. Gott kann einem Dieb helfen, einen ehrbaren Verdienst zu haben, „damit er dem Bedürftigen abgeben kann“ (Vers 28).

Destruktive Worte kontra Ermutigung

Paulus nennt ein weiteres Beispiel: unsere Worte. Die Zunge spiegelt unsere innere Haltung wider, ob gut oder schlecht. Gegenüber den Pharisäern stellte Jesus fest: „Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über“ (Matthäus 12,34). Der Apostel Jakobus schreibt, daß die ungezügelte Zunge „eine Welt voll Ungerechtigkeit“ ist (Jakobus 3,6).

Zu schweigen, damit man nichts Verkehrtes sagt, mag ein Schritt in die richtige Richtung sein. Durch Schweigen beweist man jedoch nicht, daß sich die innere Haltung geändert hat. Schließlich wird sogar ein Tor, wenn er sich beherrscht und den Mund hält, „für weise gehalten und für verständig“ geachtet (Sprüche 17,28).

Unsere innere Geisteshaltung hat sich jedoch grundlegend verändert, wenn wir unsere Zunge in positiver Weise einsetzen. Diesbezüglich schreibt Paulus: „Laßt kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören“ (Epheser 4,29).

Um den verkehrten Einsatz unserer Zunge zu überwinden, sollen wir Gott bitten, uns bei erbauenden statt niederreißenden Worten zu helfen. Unsere Worte sollen „ein Brunnen des Lebens“ sein (Sprüche 10,11). Gestalten wir unsere Worte wie „kostbares Silber“ (Sprüche 10,20). Bitten wir Gott um Hilfe, daß unsere Worte „allezeit freundlich und mit Salz gewürzt“ sind (Kolosser 4,6).

Überlegen wir auch die gegensätzlichen Verhaltensweisen, die Paulus in Epheser 4, Verse 31-32 gegenüberstellt: „Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung seien fern von euch samt aller Bosheit. Seid aber untereinander freundlich und herzlich und vergebt einer dem andern, wie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“

Wir werden unsere sündhafte Haltungen los, indem wir uns auf gerechtes Verhalten konzentrieren und es praktizieren. Dieses Prinzip können wir auf jeden Aspekt unserer Gesinnung beziehen. Wenden wir diese Formel mit Gottes Hilfe an, und die Überwindung der Sünde nimmt realistische Züge an.

Welcher „Mensch“ bestimmt unser Leben?

Nun soll die Bedeutung zweier Verse in diesem Abschnitt klar verständlich sein. Wenn wir den alten Menschen mit seiner Gesinnung weiterleben lassen, betrüben wir den heiligen Geist (Vers 30) und geben „Raum dem Teufel“ (Vers 27). Es soll uns klar sein, daß der Geist Gottes in einem fremden Umfeld des Lügens, Stehlens, der gottlosen Worte und Gedanken nicht wohnen bzw. wirken kann. Satan gedeiht unter diesen Bedingungen und fördert sie.

Der Geist Gottes hingegen gedeiht in einem Menschen, der ein göttliches Leben führt. Damit wird eine einfache, aber tiefgreifende Wahrheit veranschaulicht. Wenn wir „Gott untertan“ sind und dem Teufel widerstehen, „so flieht er“ von uns (Jakobus 4,7). Wandeln wir „im Geist“, so werden wir „die Begierden des Fleisches nicht vollbringen“ (Galater 5,16).

Die Luft in einem Glas „entfernen“ wir, indem wir das Glas mit Wasser füllen. In ähnlicher Weise entledigen wir uns unserer sündhaften Gesinnung – wir legen den „alten Menschen“ ab –, indem wir unser Leben mit der Gesinnung Gottes füllen und seine Lebensweise praktizieren.

Dank der Gnade Gottes können wir die Sünde überwinden. Damit soll nicht gesagt werden, daß wir als Menschen nie wieder sündigen werden, denn solange wir Menschen sind, unterliegen wir den Schwächen des Fleisches. Wir brauchen jedoch nicht zu verzagen, wenn wir straucheln und sündigen. Statt dessen sollen wir uns über das Bewußtsein unserer Verfehlungen freuen, denn diese Einsicht ist der erste Schritt auf dem Weg hin zu ihrer vollständigen Ausmerzung.

Gott hilft uns, unsere Verfehlungen zu erkennen. Durch die Kraft seines Geistes werden wir in unserem Kampf gegen die Sünde gestärkt, ermutigt und mit Hoffnung erfüllt. Wir haben aufgrund dieser Hilfe die Zuversicht, daß uns der Sieg über die Sünde sicher ist. Wenn wir den alten Menschen ablegen, werden wir durch die Erneuerung unseres Geistes verändert. So ziehen wir den neuen Menschen an.

Von der Sünde werden wir letztendlich vollständig befreit: „Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn!“ (Römer 7,24-25).

– INTERN April 2005 PDF-Datei dieser Ausgabe

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