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Glaubensgrundsätze der Vereinten Kirche Gottes, Teil 1

Glaubensgrundsatz 2.1.1
Gott der Vater, Jesus Christus und der heilige Geist

„Wir glauben an einen Gott, den Vater, ewiglich existierend, der ein Geist ist, ein persönliches Wesen von höchster Intelligenz, Erkenntnis, Liebe, Gerechtigkeit, Macht und Autorität. Er, durch Jesus Christus, ist der Schöpfer der Himmel und der Erde und von allem, was darin ist. Er ist die Quelle des Lebens und derjenige, für den menschliches Leben existiert. Wir glauben an einen Herrn, Jesus Christus von Nazareth, der das Wort ist und ewiglich existiert hat.

Wir glauben, dass er der Messias ist, der Christus, der göttliche Sohn des lebendigen Gottes, gezeugt vom heiligen Geist, geboren in menschlichem Fleisch von der Jungfrau Maria. Wir glauben, dass Gott durch ihn alle Dinge erschuf und dass ohne ihn nichts von dem gemacht wurde, was gemacht wurde. Wir glauben an den heiligen Geist als den Geist Gottes und Jesu Christi. Der heilige Geist ist die Kraft Gottes und der Geist des ewigen Lebens.“

Wir glauben, dass Gott der Herrscher über das Universum ist, der Höchste über alles andere. Gott ist Geist (Johannes 4,24) und existiert auf einer anderen Ebene als Menschen, die Fleisch sind. Unser Verständnis und unsere Vorstellung von Gott gründen sich daher auf Gottes Offenbarung an uns mittels seines geschriebenen Wortes, der Bibel.

Die Bibel offenbart Gott als „Vater“ und Jesus Christus als sein „Sohn“. Die Unterscheidung zwischen den beiden ist von Beginn der Offenbarung Gottes an (1. Mose 1,1) implizit, wo das hebräische Wort elohim verwendet wird (elohim ist die Pluralform des hebräischen Wortes für Gott, eloah.) Zwischen ihnen hat es von Anfang an Kommunikation gegeben, wie man an dem Beispiel von 1. Mose 1, Vers 26 erkennen kann. In diesem Vers werden die Pronomen „uns“ und „unser“ verwendet, die sich auf elohim beziehen: „Dann sprach Gott: Lasst uns Menschen machen als unser Abbild, uns ähnlich“ (Einheitsübersetzung).

Das Alte Testament konzentriert sich auf den Gott Israels, der sich als „ich bin“ (2. Mose 3,14; Elberfelder Bibel) und „der HERR, der Gott . . . Abrahams . . . Isaaks und . . . Jakobs“ (2. Mose 3,14-15) identifiziert. (Das Wort „Herr“ ist die Übersetzung des hebräischen JHWH, „Jahwe“.)

In Johannes 8, Vers 58 bezeichnet sich Christus als „ich bin“: „Amen, ich versichere euch: Ich bin – bevor Abraham überhaupt geboren wurde“ (Gute Nachricht Bibel; Hervorhebung durch uns). In einer Fußnote der Gute Nachricht Bibel heißt es zu diesem Vers: „Die Antwort von Jesus enthält eine Anspielung auf 2. Mose 3, Vers 14.“ Dabei handelt es sich um denselben Gott, der die Israeliten aus Ägypten befreite, sie in der Wüste begleitete und später, im Neuen Testament, als Jesus Christus bekannt war (1. Korinther 10,4).

Sowohl das Alte als auch das Neue Testament enthalten Hinweise auf mehr als eine Wesensheit der Gottheit: Psalm 110, Vers 1 beispielsweise, der in Apostelgeschichte 2, Verse 29-36 zitiert wird. Das Neue Testament identifiziert diese Wesensheiten als Gott der Vater und Jesus Christus der Sohn (1. Korinther 8,6). Auch der Sohn wird Gott genannt (Hebräer 1,8-9).

Jesus Christus wird das „Wort“ genannt, das im Anfang „bei Gott“ war und selbst auch „Gott“ genannt wird (Johannes 1,1-2). Er schuf alle Dinge (Vers 3 bzw. 10), wurde später Fleisch und wohnte unter den Menschen (Johannes 1,14). Er wird auch „der Erstgeborene . . . unter vielen Brüdern“ genannt (Römer 8,29). Die Menschen haben das wunderbare Potential und die Gelegenheit, Teil der Familie Gottes zu werden (Römer 8,14. 19; Johannes 1,12; 1. Johannes 3,1-2).

Die Beziehung zwischen dem Wort und dem Vater wird im Neuen Testament klarer definiert, als „das Wort Fleisch ward“ (Johannes 1,14; Philipper 2,5-11), seinen Jüngern den Vater offenbarte (Matthäus 11,25-27), für die Vergebung unserer Sünden geopfert wurde und jetzt vom Vater wieder verherrlicht wurde (Johannes 17,5).

Das Neue Testament betont die Einheit des Vaters und des Sohnes, unterscheidet aber in zahlreichen Bibelstellen klar zwischen den beiden (Johannes 20,17; Römer 15,6). Im Epheserbrief lesen wir, dass Jesus „alles geschaffen hat“ (Epheser 3,9; vgl. Hebräer 1,1-3). Die Beziehung zwischen dem Vater und dem Sohn spiegelt Gottes perfekte und ewige Lebensweise wider. Der Vater hat seinen Sohn immer geliebt, und der Sohn hat den Vater immer geliebt (Johannes 17,4. 20-26). Die Harmonie zwischen dem Vater und dem Sohn ist eine gemeinsame Zielsetzung, um deren Erfüllung Jesus Christus den Vater für seine Jünger, sich selbst und den Vater gebeten hat (Verse 20-23).

Das Wort „Gott“, wie es in der Bibel verwendet wird, kann sich auf den Vater (z. B. in Apostelgeschichte 13,33 und Galater 4,6), Jesus Christus den Sohn (z. B. in Jesaja 9,6 und Johannes 1,1. 14) oder beide (z. B. in Römer 6,9) beziehen, je nach dem Kontext der Bibelstelle.

Die Kraft und die Gesinnung, die von Gott hervorgehen, werden der Geist Gottes bzw. der heilige Geist genannt (Jesaja 11,2; Lukas 1,35; Apostelgeschichte 1,8 und 10,38; 2. Korinther 1,22; 2. Timotheus 1,7). Der heilige Geist wird nicht als dritte Person einer Dreieinigkeit identifiziert, sondern wird konsequent als die Kraft Gottes beschrieben. Der heilige Geist wird den Menschen nach Reue und Taufe (Apostelgeschichte 2,38) als Anzahlung auf das ewige Leben gegeben (2. Korinther 1,22; Epheser 1,14).

Gott will, dass wir ihn kennenlernen, damit wir ihm vertrauen und ihn lieben können. Die Namen, mit denen Gott denen erschienen ist, durch die er in vergangenen Zeitaltern gewirkt hat, offenbaren viel mehr über ihn. Diese Namen zeigen, dass Gott höchste Intelligenz, Macht, Herrlichkeit und Weisheit besitzt, dass er Himmel und Erde besitzt, dass er alle Gerechtigkeit, Vollkommenheit und Wahrheit verkörpert, dass er unsterblich und allen Lobes würdig ist. Gott ist unser Ernährer, Heiler, Schild, Verteidiger, Ratgeber, Lehrer, Gesetzgeber, unsere Kraft und Rettung. Er ist treu, barmherzig, großzügig, gütig, gerecht und mitfühlend. Gott erhört unsere Gebete, schließt mit uns einen Bund, ist eine Zuflucht in Schwierigkeiten, vermittelt uns Erkenntnis und will uns Unsterblichkeit geben, damit wir das ewige Leben mit ihm teilen können.

Glaubensgrundsatz 2.1.2
Das Wort Gottes

„Wir glauben, dass die Schrift, beides, das Alte und das Neue Testament, Gottes Offenbarung und vollständiger Ausdruck seines Willens an die Menschheit ist. Die Schrift ist in Gedanken und Wort inspiriert, unfehlbar in den ursprünglichen Schriften. Sie ist die höchste und endgültige Autorität im Glauben und im Leben und ist die Quelle aller Wahrheit“ (2. Timotheus 3,16; 2. Petrus 1,20-21; Johannes 10,35; 17,17).

Das Alte und Neue Testament sind vereint in der Offenbarung von Gottes Plan für die Errettung der Menschheit und der Entfaltung dieses Plans in der menschlichen Geschichte. Die ganze Bibel offenbart die Taten des barmherzigen Eingreifens Gottes, um die Menschheit für das ewige Leben in seiner Familie zu bewahren. Bei der Niederschrift der verschiedenen Bücher der Bibel spiegeln sich die Persönlichkeit, der Stil und das Vokabular des jeweiligen Autors wider. Bei ihrer Niederschrift waren sie von dem heiligen Geist motiviert (2. Petrus 1,21). So beeinflusste und leitete Gott die Gedanken seiner Diener, doch erlaubte ihnen bei ihrer Niederschrift der Bücher, die als das Wort Gottes bekannt sind, ihre persönliche Ausdrucksweise.

Die Heilige Schrift ist die einzige Grundlage der Erkenntnis und Wahrheit, die Jesus und die Apostel als Grundtext für das Lehren des göttlichen Weges zur Errettung benutzten. In erster Linie war es Jesus Christus, der ein Beispiel der christlichen Lebensführung der Befolgung der Schrift als höchster schriftlicher Autorität gab. Als Jesus der Versuchung Satans erfolgreich widerstand, sagte er: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht“ (Matthäus 4,4; Lukas 4,4; 5. Mose 8,3). In seinem Kampf gegen den größten Feind, den Teufel, zitierte Christus auch andere Bibelstellen (Matthäus 4,7. 10).

Anschließend begann Christus zu predigen. Dabei stellt er fest: „Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren“ (vgl. Lukas 4,16-21). In Johannes 10, Vers 35 sagte Jesus: „Die Schrift kann doch nicht gebrochen werden.“ Jesus bezog sich auf die Schrift als autoritative Quelle in seinem Leben (Johannes 7,38. 42). Nichts hielt Jesus von seiner Orientierung an der Schrift ab – weder Verrat noch Kreuzigung (Johannes 13,18; 17,12; 19,28; Matthäus 27,46; Psalm 22,1; Lukas 23,46; Psalm 31,5).

Die Apostel folgten dem Beispiel Christi. Die Grundlage christlichen Glaubens, christlicher Lehre und christlichen Verhaltens wurde weiterhin durch die Schrift definiert. Der auferstandene Jesus Christus setzte die persönliche Unterweisung seiner Jünger fort und „öffnete . . . ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift verstanden“ (Lukas 24,32. 44-45). Mittels der Heiligen Schrift wurden Jünger aus allen Nationen gemacht, wie beispielsweise der Kämmerer aus Äthiopien (Apostelgeschichte 8,26-35).

Als Apostel für die Heiden berief sich Paulus auf die Autorität der Schrift, indem er fragte: „Was sagt die Schrift?“ (Römer 4,3; Galater 4,30). In anderen Fällen bestätigt Paulus seinen Standpunkt mit der Feststellung: „Denn die Schrift spricht“ oder einer ähnlichen Aussage (Römer 10,11; Galater 3,8; 1. Timotheus 5,18). Es ist klar, dass das Alte und Neue Testament für Juden- als auch Heidenchristen geschrieben wurden.

Es gibt eine Kontinuität zwischen dem Alten und Neuen Testament (Matthäus 4,4; 2. Timotheus 3,15-16). Das Neue Testament baut auf dem Alten Testament auf und verstärkt es (Matthäus 5-7). Zur Zeit Jesu Christi und seiner Apostel waren die Schriften des Alten Testaments die einzigen biblischen Schriften.

Das Wort Gottes zu lesen, hören und danach zu handeln sind wichtige Eigenschaften von Gottes Volk (Lukas 8,21; 11,28). Das Wort Gottes stärkt den persönlichen Glauben (Römer 10,17; Kolosser 3,16). Gott erwartet, dass sein Volk sein Wort regelmäßig studiert zur persönlichen Erbauung und zum Schutz vor einer gottlosen Gesellschaft (Apostelgeschichte 17,11; Epheser 6,17; 1. Johannes 2,14; Psalm 119,9). Die Verinnerlichung von Gottes Wort befähigt uns zur Verteidigung unseres Glaubens (1. Petrus 3,15). Die Heilige Schrift kann uns „unterweisen . . . zur Seligkeit durch den Glauben an Christus“ (2. Timotheus 3,15).

Die Bibel lebt mit ihrer zeitlosen Anwendung in unserem täglichen Leben (Hebräer 4,12). Als Gefangener erinnerte Paulus Timotheus daran, dass der Mensch gebunden werden kann, das Wort Gottes hingegen nicht (2. Timotheus 2,8-9).

Die Kirche Gottes führt den biblischen Auftrag aus, sich bei ihrer Suche nach der Wahrheit auf das Wort Gottes zu verlassen. Wie wir in 2. Timotheus 3, Vers 16 erfahren, ist das inspirierte Wort Gottes eine Quelle der Lehre, der Zurechtweisung, der Berichtigung von Fehlern und der Unterweisung. Die Wahrheit der Bibel lehrt und führt das Volk Gottes nicht nur, sondern sondert es auch aus (Johannes 17,17). Die Bibel ist ein wichtiges Werkzeug in Gottes Beziehung zu seiner Kirche, um sie „durch das Wasserbad im Wort“ zu reinigen (Epheser 5,26).

Hinweis der Redaktion: Die Nummerierung der Glaubenssätze entspricht ihrer Auflistung in der Satzung der United Church of God.

Fortsetzung in Teil 2 »

– INTERN Dezember 2007 PDF-Datei dieser Ausgabe

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