Sieger im christlichen Wettkampf des Lebens

In der Nähe der griechischen Stadt Korinth fanden vor 2000 Jahren große athletische Wettbewerbe statt. Der Apostel Paulus bezog sich auf diese Spiele, als er seinen Kampf ums ewige Leben beschrieb.

Von Mario Seiglie

Sportler der Antike eiferten um die Teilnahme an den klassischen Spielen – nicht nur an den Olympischen Spielen, sondern auch an den Isthmischen, Pythischen und Nemeischen Spielen. Obwohl es sportliche Wettkämpfe in Griechenland und Rom bereits früher gegeben hatte, waren diese vier bis zur Mitte des sechsten Jahrhunderts v. Chr. die berühmtesten geworden, als Panhellenische Spiele bekannt. Bei den Wettbewerben wurde hart um den Sieg gerungen, um den angebeteten Göttern Ehre zu erweisen.

Der Historiker Eusebius berichtet, dass die Isthmischen Spiele in der Nähe von Korinth im ersten und dritten Jahr jeder Olympiade ab 523 v. Chr. ausgetragen wurden. Die dortigen Spiele fanden zur Ehre Poseidons, des Seegottes, statt. Die Gewinner erhielten einen mit Tannenzweigen geflochtenen Kranz. Die Pythischen Spiele in Delphi fanden in den anderen Jahren der Olympiade dem Apollos zur Ehre statt, dem Gott der Musik, Poesie, Wahrsagung und Medizin.

Die Gewinner in Delphi erhielten einen Lorbeerkranz. Von diesen Spielen leitet sich übrigens der heutige Ausdruck „auf seinen Lorbeeren ausruhen“ ab. Die Nemeischen Spiele in Argolis fanden in anderen Jahren ab 516 v. Chr. statt, wie bei den Olympischen Spielen auch zur Ehre von Zeus. In Argolis erhielten die Sieger einen aus wildem Sellerie geflochtenen Kranz.

Die Wettkampfveranstaltungen hießen im Griechischen agon, von denen wir unser heutiges Wort Agonie haben. Die Athleten trainierten hart in ihren Disziplinen – Laufen, Ringen, Boxen, Diskus- und Speerwurf usw. Viele dieser Disziplinen sind auch bei den modernen Olympischen Spielen vertreten. Der zweite Platz galt nichts, denn die Niederlage bedeutete Schande. Deshalb das Gebet mancher Sportler vor ihrem Wettkampf: „Kranz [d. h. Siegeskranz] oder Tod“.

Vor fast 2000 Jahren schrieb ein Mann einen Brief an die ersten Christen in der griechischen Stadt Korinth und erinnerte an einige olympische Momente. Es war der Apostel Paulus. Er hatte eineinhalb Jahre in Korinth gewohnt und kannte die große Begeisterung der Menschen für die athletischen Spiele in Griechenland.

Korinth selbst war der Austragungsort der Isthmischen Spiele. Der Name „Isthmisch“ bezieht sich auf die Lage der Stadt Korinth auf einem Isthmus, einer Landenge zwischen zwei Meeren. Die Bewohner des großen Handelszentrums waren zu Recht stolz auf diesen athletischen Wettbewerb. Athleten aus ganz Griechenland nahmen an den zweitwichtigsten Spielen überhaupt teil – und sie hatten schon über 500 Jahre lang stattgefunden! Die Menschen feierten die großen Isthmischen Momente des Triumphes und Mutes. Ihre Helden wurden jahrzehntelang verehrt – vielleicht sogar jahrhundertelang.

Der Apostel Paulus wollte aber, dass sich die Christen in Korinth auf einen anderen Wettbewerb konzentrierten – viel größer noch als die Isthmischen oder Olympischen Spiele. Es handelte sich hierbei um den geistlichen Wettkampf, an dessen Ziel das Reich Gottes stand. Paulus betonte, wie wichtig es ist, dieses Rennen mit einem Sieg zu beenden.

Paulus’ Worte gelten auch heute noch für all diejenigen, die den christlichen Kampf kämpfen und das geistliche Rennen ins Reich Gottes laufen – immer mit der Hoffnung, eines Tages die Ziellinie zu erreichen.

„Denkt daran, dass alle wie in einem Wettrennen laufen, aber nur einer den Siegespreis bekommt. Lauft so, dass ihr ihn gewinnt! Jeder Athlet übt strenge Selbstdisziplin. Er tut das allerdings, um einen Preis zu erringen, dessen Wert verblassen wird – wir aber tun es für einen ewigen Preis.

So halte ich mir stets das Ziel vor Augen und laufe mit jedem Schritt darauf zu. Ich kämpfe wie ein Boxer, aber nicht wie einer, der ins Leere schlägt. Mit der eisernen Disziplin eines Athleten bezwinge ich meinen Körper, damit er mir gehorcht. Sonst müsste ich befürchten, dass ich zwar anderen gepredigt habe, mich danach aber womöglich selbst disqualifiziere“ (1. Korinther 9,24-27; „Neues Leben“-Übersetzung).

Überlegen wir uns vier Prinzipien aus dieser Schriftstelle, die uns helfen, das geistliche Rennen, das vor uns liegt, erfolgreich zu laufen.

Die Wichtigkeit der Disziplin

Paulus weist darauf hin, dass jeder Athlet Selbstdisziplin ausüben muss. Er vergleicht Christen mit den Läufern und Boxern der Isthmischen Spiele. Die Teilnehmer dieser Spiele unterzogen sich einer strengen Diät und einem harten Training. Sie plagten ihren Körper endlose Stunden, um im Wettkampf siegen zu können.

Von allen Wettkämpfen war das Boxen der brutalste. In dieser Zeit umwickelte der Boxer seine Knöchel mit Lederriemen. Als die Römer diesen Wettbewerb übernahmen, gehörten auch Blei, Eisen und sogar Nägel zur Bandage! Manchmal boxten die Athleten bis zu vier Stunden. Der Kampf wurde nur beendet, wenn ein Boxer k.o. geschlagen wurde oder seinen Zeigefinger zum Zeichen der Niederlage hob.

Manchmal können Christen auch zermürbende Prüfungen erleben. Paulus warnte seinen Kollegen Timotheus, dass „alle, die fromm leben wollen in Christus Jesus . . . Verfolgung leiden“ müssen (2. Timotheus 3,12). Die Verfolgung kann viele Formen annehmen: offene Feindschaft, wirtschaftliche Not, verbale Schläge oder Demütigungen dafür, dass man versucht, Gottes Gesetzen zu folgen. Es wird ein großes Opfer gefordert. Einige Gläubige wurden ins Gefängnis geworfen, viele haben sogar ihr Leben verloren.

Aus diesem Grund sagt Paulus: „Körperliches Training hat einen gewissen Wert, aber geistliches Training ist noch viel wichtiger, denn es verspricht Gewinn in diesem wie auch im zukünftigen Leben“ (1. Timotheus 4,8; „Neues Leben“-Übersetzung).

Wenn Paulus das „Training“ erwähnt, dann dachte er an die Sporthalle, in der damaligen Zeit eine häufige Einrichtung in griechischen Städten. Dort verbrachte ein Athlet Zeit, um zu üben und seinen Körper für die bevorstehenden Spiele zu stärken.

Im Gegensatz dazu soll unsere Priorität darin liegen, unser geistliches Leben über das physische Leben hinaus zu entwickeln. Paulus ist nicht gegen Sport. Doch er weist darauf hin, dass er uns nur vorübergehend Vorteile bringt. Das Training für das geistliche Leben – welches die Disziplin des täglichen Gebets, Bibelstudiums, der Meditation und des gelegentlichen Fastens beinhaltet – sollte Priorität haben, denn es hat sowohl temporären als auch ewigen Nutzen.

Es kann keinen Zweifel daran geben – unsere geistliche Leistung hängt zum großen Teil von unserem geistlichen Zustand ab!

Die Wichtigkeit, Regeln zu verstehen und zu befolgen

Paulus schreibt: „Mit der eisernen Disziplin eines Athleten bezwinge ich meinen Körper, damit er mir gehorcht. Sonst müsste ich befürchten, dass ich zwar anderen gepredigt habe, mich danach aber womöglich selbst disqualifiziere“ (1. Korinther 9,27; „Neues Leben“-Übersetzung).

Vor der Teilnahme an den Spielen schwuren die Athleten in Korinth, dass sie die Regeln während des Trainings befolgen bzw. nicht durch Betrug versuchen würden, die Krone zu gewinnen. Paulus betont: „Auch wer an einem Wettkampf teilnimmt, kann nur gewinnen, wenn er sich an die Regeln hält“ (2. Timotheus 2,5; „Neues Leben“-Übersetzung).

Es gibt viele traurige Geschichten von vergangenen Olympischen Spielen, wo Athleten wegen eines Verstoßes gegen die Regeln disqualifiziert wurden. Sie waren vielleicht die schnellsten oder stärksten – aber sie verstießen gegen die Regeln und wurden vom Wettkampf ausgeschlossen. Auch im christlichen Rennen müssen die Regeln eingehalten werden, d. h., wir müssen dem universellen geistlichen Gesetz des Schöpfergottes gehorchen! Als ein junger Mann Jesus Christus fragte, was er tun müsse, um das ewige Leben zu ererben, antwortete Christus ihm: „Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote“ (Matthäus 19,17).

Wir sollten die Gebote Gottes kennen – einschließlich ihrer physischen sowie geistlichen Dimension. Wir sollten auch lernen, jedes einzelne Gebot zu schätzen und mit der Hilfe des Schöpfers in unserem Leben anzuwenden. Je mehr wir sie ausüben, desto besser werden die Ergebnisse – sie sind zu unserem Besten und zum Besten für unsere Mitmenschen.

Die Wichtigkeit, aus Niederlagen zu lernen

Die Bibelübersetzung „Hoffnung für alle“ übersetzt Paulus’ Worte in 1. Korinther 9, Vers 27 so: „Ich gebe alles für diesen Sieg und hole das Letzte aus meinem Körper heraus. Er muss sich meinem Willen fügen. Denn ich will nicht andere zum Kampf des Glaubens auffordern und selbst untauglich sein.“

Kein Athlet gewinnt alle Wettkämpfe in seinem Leben. Der einzige geistliche Athlet, der niemals einen Wettbewerb verloren hat, ist Jesus Christus! Alle anderen müssen lernen, mit Niederlagen umzugehen und nicht aufzugeben. Das bedeutet, dass wir mit unseren Sünden und Fehlern umgehen müssen und alles daran setzen müssen, sie zu überwinden.

Michael Johnson, der als erster Athlet bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille im 200 m und 400 m Lauf gewann, schreibt in seinem Buch Slaying the Dragon: „Ich weiß, dass ich ohne die zahlreichen Niederlagen von meinem ersten Jahr im College bis zu meiner enttäuschenden Leistung bei der Olympiade in Barcelona nicht der Läufer wäre, der ich heute bin.

Es war eine grauenhafte, bittere Zeit, die mich zu jemandem abzustempeln drohte, der kein großes Rennen gewinnen konnte. Meine Reaktion aber war die Kraft, die meinen starken Einsatz antrieb und mich direkt zu meiner Leistung von den Olympischen Spielen von 1996 führte.

Ich bin aufgrund dieser Niederlagen stärker geworden. Ohne den schlechten Beigeschmack von Barcelona in meinem Mund, wer kann schon sagen, wie wütend ich für die Medaille im 200 m und 400 m Lauf in Atlanta gekämpft hätte?“ (1996, Seite 50).

Paulus sagte über seine Fehler: „Ich bilde mir nicht ein, Brüder und Schwestern, dass ich es schon geschafft habe. Aber die Entscheidung ist gefallen! Ich lasse alles hinter mir und sehe nur noch, was vor mir liegt. Ich halte geradewegs auf das Ziel zu, um den Siegespreis zu gewinnen. Dieser Preis ist das ewige Leben, zu dem Gott mich durch Jesus Christus berufen hat“ (Philipper 3,13-14; Gute Nachricht Bibel).

Der Apostel lernte aus seinen Fehlern, ließ sie hinter sich und konzentrierte sich darauf, sich selbst zu verbessern und zu überwinden. Das ist das Beste, was jeder von uns erhoffen kann.

Die Wichtigkeit, das Ziel nie aus den Augen zu verlieren

Paulus benutzt eine weitere Beschreibung eines Läufers, der sich auf die Ziellinie konzentriert. Er fordert die Gläubigen auf: „Ihr wisst doch, dass an einem Wettlauf viele teilnehmen; aber nur einer bekommt den Preis, den Siegeskranz. Darum lauft so, dass ihr den Kranz gewinnt!“ (1. Korinther 9,24).

Bei den modernen Olympischen Spielen gibt es auch Medaillen für die zweit- und drittplatzierten Athleten. In der Antike bekam nur der Sieger einen Kranz. Es gab keinen zweiten oder dritten Platz. Deshalb bedeutete der Sieg alles!

Während der Isthmischen Spiele erhielten die Sieger einen Kranz aus wildem Sellerie oder aus Kiefernzweigen. Paulus nannte dies einen „Siegeskranz, der vergeht“ und der im Vergleich zu dem „Siegeskranz, der unvergänglich“ [das ewige Leben] ist, unbedeutend ist (Vers 25).

Die Worte des Paulus erinnern an die Ermahnung, die Jesus Christus an seine Jünger richtete: „Wer jedoch bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet“ (Matthäus 24,13; Einheitsübersetzung).

Geben Sie nie auf!

Eine freie Zusammenfassung von Hebräer, Kapitel 12, Verse 1-2 ermahnt uns: „Erkennt ihr, was das bedeutet – all diese Pioniere, die den Weg bereitet haben, all diese Veteranen, die uns zujubeln? Es bedeutet, dass wir besser jetzt gleich loslegen. Fangt an zu laufen – und gebt nicht auf! Kein überschüssiges geistliches Fett, keine parasitären Sünden! Richtet eure Augen auf Jesus, der das Rennen, das wir laufen, sowohl begonnen hat als auch beenden wird.

Studiert, wie er es geschafft hat. Er hat das Ziel nie aus den Augen verloren – die glorreiche Ankunft an der Ziellinie mit Gott! Er konnte alles ertragen, was während des Rennens geschah: Kreuz, Schande, alles! Und jetzt ist er dort, am Ort der Ehre, zur rechten Hand Gottes.“

Es ist erstaunlich! Selbst als Paulus auf seinen Tod in Rom wartete, kamen ihm die isthmischen Metaphern vom Boxer und dem Läufer in den Sinn, um sein diszipliniertes christliches Leben zu beschreiben. Er wusste, dass er vor dem glorreichen Ende seines Boxkampfes und am Ende seines geistlichen Rennens stand.

Er schrieb an den Ältesten Timotheus: „Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten; hinfort liegt für mich bereit die Krone der Gerechtigkeit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb haben“ (2. Timotheus 4,7-8).

Einer der Archäologen, der Korinth ausgegraben hat, Oscar Broneer, beschrieb Paulus’ Worte folgendermaßen: „Die Worte haben in der griechischen Sprache noch eine athletischere Bedeutung. Man könnte es so formulieren: ‚Ich habe die guten athletischen Spiele beendet, ich habe den Lauf vollendet, ich habe den Eid gehalten [d. h. das Versprechen des Athleten, seinen Wettkampf auf ehrliche Weise zu bestreiten].

Jetzt fehlt mir nur noch die Krone der Gerechtigkeit, die für mich beiseite gelegt wurde. Sie wird mir an diesem Tag [eine Anspielung auf den letzten Tag der Spiele, an dem den Gewinnern die Preise verliehen wurden] vom Herrn zur Belohnung gegeben werden, dem gerechten Richter‘ “ („The Apostle Paul and the Isthmian Games“, Biblical Archaeologist, 1962, Seite 31).

Jetzt, am Ende seines Lebens, hatte sich die Disziplin ausgezahlt. Paulus war ein Sieger und er fürchtete sich nicht mehr davor, disqualifiziert zu werden. Er war dabei, durch das Ziel zu laufen.

Die Olympischen Spiele sind nicht nur ein großartiges athletisches Ereignis – sie können uns auch als Erinnerung an unser geistliches Rennen ins Reich Gottes dienen.

Der Christ läuft in seinem Rennen Gott zur Ehre, um eine unvergängliche Krone zu erlangen – die Gabe des ewigen Lebens! Hat jemand im christlichen Rennen begonnen, so gibt es kein Zurück mehr, sondern nur ein Trachten nach vorne, dem Ziel entgegen: „Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes“ (Lukas 9,62; Hervorhebung durch uns).

Das vielleicht wichtigste Hindernis, das wir in unserem christlichen Rennen überwinden müssen, ist zu lernen, dass Gott immer an der ersten Stelle in unserem Leben stehen muss und dass er entschlossen ist, uns beim Erreichen der Ziellinie zur Seite zu stehen.

Der Lohn, der auf uns wartet, ist größer als der, den je ein Olympionike bekommen hat – wenn wir die Prinzipien, die Paulus uns gegeben hat, anwenden und in der Lage sind, unser großes Rennen mit Triumph zu beenden. Das christliche Rennen ist kein einfaches, aber der „Siegespreis“ ist von unschätzbarem Wert.

Denen, die sich im Rennen behaupten, ist eine inspirierende Verwandlung verheißen. Die Verwandlung findet bei der Rückkehr Jesu Christi zur Erde statt. Paulus beschreibt diesen wunderbaren Augenblick:

„Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen, und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden. Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit . . . dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht: Der Tod ist verschlungen vom Sieg“ (1. Korinther 15,51-54).

Sportliche Vergleiche in der Bibel

Es überrascht nicht, dass sich Paulus der Analogie eines sportlichen Wettkampfs bedient. Schließlich waren die Spiele in Griechenland sehr beliebt.

Die Isthmischen Spiele fanden im Frühjahr 55 n. Chr. in Korinth statt, ungefähr zur selben Zeit, als Paulus seinen ersten Brief an die Gemeinde zu Korinth schrieb. Die klassischen Wettkämpfe, die Paulus als Vergleich verwendete, waren seinen Lesern in Korinth bekannt. Wie heute begeisterten sich damals die Menschen über die Leistungen der Athleten bei den Spielen.

Die Korinther wussten genau, was Paulus meinte, als er schrieb: „Lauft so, dass ihr ihn [den Siegespreis] erlangt . . . Ich aber laufe nicht wie aufs Ungewisse . . ., sondern ich bezwinge meinen Leib und zähme ihn, damit ich nicht andern predige und selbst verwerflich werde“ (1. Korinther 9,24. 26-27). Paulus verstand die Selbstbeherrschung und das Training, die ein guter Sportler brauchte, um in seiner Disziplin den Siegespreis zu erringen.

Paulus lehrte die Christen seiner Zeit nicht, dass sie das ewige Leben durch eigene Taten verdienen konnten, aber er machte ihnen doch klar, dass ihre Lebensführung ihre Teilnahme am ewigen Leben verhindern konnte. Er selbst war besorgt und deshalb bemüht, nicht durch Nachlässigkeit in seinem Dienst für Gott am Ziel vorbeizutreiben. Das Wort Gottes zeigt uns, was Gott von denen erwartet, denen er ewiges Leben im Reich Gottes schenken möchte. Um diese Erwartung Gottes zu verdeutlichen, führte Paulus in einem Brief an Timotheus wieder einen Vergleich aus dem Sport an: „Wenn aber auch jemand am Wettkampf teilnimmt, so erhält er nicht den Siegeskranz, er habe denn gesetzmäßig gekämpft“ (2. Timotheus 2,5; Elberfelder Bibel).

Olympische Teilnehmer der Antike legten einen Eid vor Zeus ab, dass sie sich an die Regeln der Spiele halten würden. Christen sollen „von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht“, leben (Matthäus 4,4), also nach den Regeln, die er festgelegt hat.

Jesus Christus richtet an uns deutliche Worte hinsichtlich der „Leistung“, die er erwartet. Er ermahnte beispielsweise die Gemeinde zu Laodizea: „Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist . . . Weil du aber lau bist und weder warm noch kalt, werde ich dich ausspeien aus meinem Munde“ (Offenbarung 3,15-16). Für laue Christen ist kein Siegeskranz vorgesehen.

Stattdessen macht Jesus klar, dass das ewige Leben denen geschenkt wird, die Überwinder sind. Jesus lobt denjenigen, der „überwindet und . . . meine Werke bis ans Ende [hält]“ (Offenbarung 2,26). Die Überwinder dürfen Teil der Familie Gottes in Ewigkeit sein: „Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein“ (Offenbarung 21,7).

– INTERN März-April 2015 PDF-Datei dieser Ausgabe

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