„An den Beinen gestiefelt“

Das dritte Rüstungsteil der Waffenrüstung, die Paulus in Epheser 6 beschreibt, sind die Stiefel der Bereitschaft zur Verkündigung des Evangeliums des Friedens.

Wozu braucht man Schuhe? Und noch viel wichtiger: Was haben sie mit dem Evangelium des Friedens zu tun? In dieser Folge unserer Artikelreihe über die Waffenrüstung Gottes geht es darum, dass wir „an den Beinen gestiefelt [sind], bereit einzutreten für das Evangelium des Friedens“ (Epheser 6,15).

Dafür haben wir ein Beispiel aus dem Leben des Apostels Paulus. Einmal versammelten sich die Gläubigen und versuchten verzweifelt, Paulus davon zu überzeugen, von einer geplanten Reise nach Jerusalem abzusehen. Sie hatten nämlich die Prophezeiungen über das Schicksal, das ihn auf seinem Weg erwartete, gehört.

Paulus selbst sagte, dass er nicht wisse, was er zu erwarten habe, „nur dass der heilige Geist in allen Städten mir bezeugt, dass Fesseln und Bedrängnisse auf mich warten“ (Apostelgeschichte 20,23; alle Hervorhebungen durch uns). Die Gläubigen und Mitarbeiter von Paulus konnten den Gedanken, dass er bereitwillig auf all das zugehen würde, nicht ertragen und baten ihn, es sich noch einmal zu überlegen.

Gott aber hatte Paulus durch seinen heiligen Geist nach Jerusalem gerufen (Apostelgeschichte 20,22), und es war Paulus’ Absicht, diesem Ruf nachzukommen. Wohl wissend, dass die bevorstehende Reise sehr wahrscheinlich das Ende seines Lebens bedeuten könnte, antwortete er denjenigen, die ihm davon abrieten: „Was macht ihr, dass ihr weint und brecht mir mein Herz? Denn ich bin bereit, nicht allein mich binden zu lassen, sondern auch zu sterben in Jerusalem für den Namen des Herrn Jesus“ (Apostelgeschichte 21,13).

Paulus schrieb nicht nur über die Waffenrüstung Gottes – er hatte sie sich auch angezogen! Zu diesem Zeitpunkt seines Lebens war es ihm möglich, sich auf die Schuhe der Bereitschaft zur Verkündung des Evangeliums des Friedens zu berufen. Er fand Schutz und Stärke in der Bedeutung des Evangeliums für sein Leben und für das Leben derjenigen, mit denen er die gute Nachricht teilte. Seine Stellung war sicher und unerschütterlich, und er war dazu bereit, das Evangelium dorthin zu tragen, wohin ihn Gott schicken würde.

Beschuht mit dem Evangelium des Friedens

Wie auch der Gürtel scheinen Schuhe in einer Diskussion über geistliche Rüstung anfangs überflüssig zu sein. Sicher, es ist schön, sie zu haben, aber sind sie nicht eher eine Annehmlichkeit als eine Notwendigkeit? Sind sie wirklich so wichtig?

In dieser Folge lernen wir, warum geistliche Schuhe wichtig sind und warum wir sicherstellen müssen, dass wir mit ihnen ausgerüstet sind, bevor wir uns auf das Schlachtfeld bewegen.

Als Erstes stellen wir die Frage: Wozu braucht man Schuhe überhaupt?

Stellen Sie sich einen komplett ausgerüsteten Soldaten vor. Er hat sein Schwert, seinen Schild, seinen Helm, seinen Panzer und seinen Gürtel, doch seine Füße sind komplett nackt. Das Bild erscheint uns vermutlich etwas seltsam, und das sollte es auch! Schon wenn wir daran denken, merken wir, dass etwas fehlt.

Doch die Tatsache, dass dies komisch aussieht, ist noch das geringere Problem. Ein Soldat ohne Schuhe könnte in der Hitze des Gefechts nämlich in ernste Gefahr geraten. Solange er nicht auf Kunstrasen kämpft, wird er mit Sicherheit auf Geröll stoßen.

Es könnte sich zwar nur um Zweige und Kieselsteine handeln, doch mit einem ungeschützten Fuß kann dies sehr schmerzhaft werden – und mitten während eines Gefechts möchte man sich doch am wenigsten darum sorgen, wohin man tritt! Kurz gesagt: Schuhe ermöglichen es uns, uns frei und sorglos zu bewegen, während wir dem bevorstehenden Kampf unsere volle Aufmerksamkeit widmen.

Das wahre Evangelium

Wie viele verschiedene Evangelien gibt es in der Bibel? Was ist das Evangelium des Friedens? Die Evangelien berichten uns, dass Jesus das Evangelium predigte:

„Und Jesus zog umher in ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen im Volk“ (Matthäus 4,23).

„Dies ist der Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes“ (Markus 1,1).

Der Apostel Paulus bezog sich auch auf das Evangelium:

„Aber ich achte mein Leben nicht der Rede wert, wenn ich nur meinen Lauf vollende und das Amt ausrichte, das ich von dem Herrn Jesus empfangen habe, zu bezeugen das Evangelium von der Gnade Gottes“ (Apostelgeschichte 20,24).

„Wie sollen sie aber predigen, wenn sie nicht gesandt werden? Wie denn geschrieben steht: Wie lieblich sind die Füße der Freudenboten, die das Gute verkündigen“ (Römer 10,15).

Das Evangelium des Reiches, das Evangelium von Jesus Christus, das Evangelium vom Reich Gottes, das Evangelium von der Gnade Gottes, das Evangelium des Friedens – das sind einige der Beschreibungen, die an das Wort „Evangelium“ im Neuen Testament angehängt werden. Bedeutet dies, dass es verschiedene in der Bibel dargelegte Evangelien gibt?

Nein. Das griechische Wort, das mit Evangelium übersetzt wird – euaggélion – bedeutet einfach „gute Nachricht“. Dies wirft die Frage auf: Die gute Nachricht wovon? Die erste Beschreibung, die in den Evangelien benutzt wird, fasst auch die anderen zusammen: Das Evangelium vom Reich Gottes.

Die gute Nachricht vom Reich Gottes schließt die gute Nachricht über Jesus Christus als König, seine Gnade (unverdiente Vergebung) und seinen Plan der Erlösung für alle Menschen mit ein. Dieser Plan gibt uns jetzt Frieden und wird auch der ganzen Welt Frieden geben! Das ist die Nachricht, die Gottes Volk so eifrig mit anderen teilen will. Unser liebender Vater bereitet uns allen eine unvorstellbare und unbeschreibbare Zukunft.

Was hat das Evangelium des Friedens mit Stiefeln zu tun?

Der Auftrag der Kirche Gottes besteht in der Verkündigung der guten Nachricht vom Reich Gottes, das Gottes Weg des Friedens in der ganzen Welt verbreiten wird. Mit den Stiefeln sind wir bereit, anderen diese frohe Botschaft mitzuteilen.

Um die gute Nachricht zu verkünden, legte der Apostel Paulus unzählige Kilometer zu Fuß zurück. Heute steht es mit dem Verkehr und der Kommunikation zwar anders, doch wir müssen ständig bereit sein, unseren Teil zur Verbreitung der guten Nachricht zu tun.

Trotz aller menschlichen Anstrengungen um den Frieden sehen wir in den täglichen Nachrichten immer wieder, dass diese Welt den Weg zum Frieden nicht kennt. „Den Weg des Friedens kennen sie nicht“, bestätigte Paulus (Römer 3,17).

Jesus Christus nachzufolgen ist der Weg zu wahrem Frieden. „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht“ (Johannes 14,27). Den Frieden Jesu werden wir aber nur erleben, wenn wir ihn nachahmen: „Wer sagt, dass er in ihm bleibt, der soll auch leben, wie er gelebt hat“ (1. Johannes 2,6).

Gestiefelt stehen wir fest

In die Sandalen eines römischen Soldaten „wurden oft Nägel oder Stacheln eingehauen, um den festen Stand auf dem Boden zu ermöglichen“ (Albert Barnes’ Notes on the Bible). Gottes gute Nachricht und unser Auftrag – unser Marschbefehl –, sie zu predigen, dient uns als feste Basis.

Wenn wir es uns selbst wirklich erlauben, Geborgenheit in der von Gott versprochenen guten Nachricht zu finden, gibt es außerhalb von uns nichts, dass unser Herz beunruhigen oder uns Grund zur Furcht geben kann. Christus hat die Welt überwunden (Johannes 16,33), also haben wir von ihr auch nichts zu befürchten.

Jesus sagt uns: „Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Johannes 16,33).

In der gleichen Weise wie Stiefel es uns erlauben, furchtlos auf normalerweise schmerzhaftem Grund zu gehen, erlaubt es uns das Evangelium des Friedens, die Probleme und Sorgen des Lebens, die ansonsten ebenfalls schmerzhaft wären, furchtlos zu durchlaufen, da wir wissen, dass das, was uns erwartet, großartiger als alles andere ist, was wir in dieser Welt erleiden könnten: „Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll“ (Römer 8,18).

Deshalb sagte Jesus, dass wir uns darüber freuen sollen, dass unsere Namen im Himmel notiert worden sind: „Seht, ich habe euch Macht gegeben,

zu treten auf Schlangen und Skorpione, und Macht über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch schaden. Doch darüber freut euch nicht, dass euch die Geister untertan sind. Freut euch aber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind“ (Lukas 10,19-20).

Warum heißt es das Evangelium des Friedens?

Die Bibel zeigt deutlich, dass der entstehende Frieden, wenn Gottes Reich errichtet und die ganze Welt anfangen wird, Gottes Weg treu zu gehen, allumfassend sein wird. Es wird weder Krieg noch Angst geben, sondern weltweiten Frieden, der durch Gottes Lebensweg kommt.

„Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des Herrn Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des Herrn gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen!

Denn von Zion wird Weisung ausgehen und des Herrn Wort von Jerusalem. Und er wird richten unter den Heiden und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen“ (Jesaja 2,2-4).

Frieden wird ein wesentliches Merkmal der Herrschaft Jesu Christi sein, wie es Jahrhunderte vor seiner Geburt prophezeit wurde: „Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er's stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit. Solches wird tun der Eifer des Herrn Zebaoth“ (Jesaja 9,5-6).

Jetzt anwenden

Gott hat seiner Kirche einen gewaltigen Auftrag gegeben: der ganzen Welt das Evangelium vom Reich Gottes zu predigen!

„Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäus 28,18-20).

Nehmen Sie sich in den nächsten Tagen ein wenig Zeit, an eine Person oder eine bestimmte Gruppe zu denken, die diese gute Nachricht brauchen. Beten Sie, dass die Botschaft diese Person oder diese Gruppe auf die wirksamste Weise erreichen wird.

In der nächsten Ausgabe behandeln wir den Schild des Glaubens.

– INTERN September-Oktober 2015 PDF-Datei dieser Ausgabe

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