War Jesus gegen die Homosexualität?

Stimmt die Ansicht, wie manche meinen, dass sich Jesus zur Homosexualität nie geäußert hat? Wie kann man wissen, was Jesus zu diesem Thema gesagt hätte? Was ist die wahre Sichtweise der Bibel in dieser Frage?

Wir erlauben uns, auf einige grundlegende Erkenntnisse hinzuweisen, mit denen wir unsere Antwort auf diese Fragen begründen.

Erstens gilt es zu verstehen, dass die Bibel, auf die sich Jesus Christus bezog und die damals als einziger Teil der Heiligen Schrift der ersten Christengeneration bekannt war, das Alte Testament war. Beispielsweise war die „Schrift“ bzw. die Heilige Schrift, in der die Juden zu Beröa forschten und die Paulus seinem treuen Mitarbeiter Timotheus als Quelle der Errettung nahelegte, das Alte Testament (Apostelgeschichte 17,10-11; 2. Timotheus 3,15-17).

In unseren Publikationen haben wir mehrmals Jesu klare Stellungnahme zum Alten Testament zitiert (Matthäus 5,17-18), in der er sagte, dass er nicht gekommen war, um „das Gesetz oder die Propheten aufzulösen“. Mit „Gesetz“ und „Propheten“ hätten seine Zuhörer damals das uns bekannte Alte Testament verstanden.

Wer meint, Jesus habe sich zur Homosexualität nie geäußert, begründet seine Meinung mit dem Argument des Schweigens. Die Aussagen „des Gesetzes“ in der vorliegenden Frage sind jedoch eindeutig. Nach seinen eigenen Worten hatte Jesus nicht vor, sie aufzulösen. Unserer Meinung nach genügt daher das Argument des Schweigens nicht. Stattdessen müsste man auf eine konkrete Aussage Jesu hinweisen, mit der er die eindeutigen Aussagen des Gesetzes außer Kraft gesetzt hätte. Danach wird man aber vergeblich suchen.

Als Nächstes sehen wir unseren Standpunkt durch Jesu Tätigkeit in der Zeit vor seiner Menschwerdung bestätigt. Als Mensch war Jesus „Immanuel“ (= „Gott mit uns“, vgl. dazu Matthäus 1,23). Vor seiner Menschwerdung war er das Wort, durch das alles erschaffen wurde: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort. Dasselbe war im Anfang bei Gott. Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist . . . Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit“ (Johannes 1,1-3. 14; alle Hervorhebungen durch uns).

Jesus war auch deshalb zur Erde gekommen, um den Vater zu offenbaren, den die Menschen nie gehört noch gesehen hatten (Johannes 5,37). Da das Alte Testament von Begegnungen zwischen Gott und Mensch berichtet, kann das Wesen, das die Menschen zur Zeit des Alten Testaments gesehen bzw. gehört haben, nur „das Wort“ gewesen sein – d. h. Jesus vor seiner Menschwerdung. Mit anderen Worten: Jesus hat sich doch zu diesem Thema geäußert, und zwar in der Zeit vor seiner Geburt als „Immanuel“. Als das „Wort Gottes“ hat er selbst das Gesetz und die Propheten übermittelt!

Darüber hinaus geben wir zu bedenken, dass Jesus als „das Wort“ in Wirklichkeit auch derjenige war, der die Menschen erschuf (Johannes 1,3; Kolosser 1,16-17). Jesus berief sich auf diese Schöpfung und damit auch auf die Einführung der Ehe, als er eine Frage seiner Jünger zum Thema Ehescheidung beantwortete: „Der im Anfang den Menschen geschaffen hat, schuf sie als Mann und Frau und sprach: Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein“ (Matthäus 19,4-5).

Mit diesen Worten bestätigte Jesus eindeutig die Ehe als eine Lebensgemeinschaft zweier Menschen verschiedenen Geschlechts. In seiner schöpferischen Tätigkeit als das Wort hatte Jesus schließlich keine zwei Männer bzw. zwei Frauen geschaffen. Die Bibel sieht eine geschlechtliche Beziehung ausschließlich für die Ehe vor. Da Jesus die Ehe als Gemeinschaft zwischen Mann und Frau ausdrücklich bestätigte, schloss er damit andersgeartete Gemeinschaften aus.

Bei diesem Thema berufen sich manche auf die Liebe. Leider gibt es in unserer Gesellschaft keine Beständigkeit bei der Definition dieses Wortes. Manchmal bedeutet es einfach „gern haben“. Die meisten Menschen wären wohl der Ansicht, dass „Liebe“ – ein gewisses Maß an Respekt und Toleranz für zwischenmenschliche Beziehungen – notwendig ist. Wir meinen, dass hier etwas Vorsicht geboten ist, denn unter „Liebe“ (= Toleranz) kann man fast jedes Verhalten rechtfertigen. „Liebe“ ist gelegentlich nur ein Schlagwort, mit dem die Toleranz ungewöhnlicher und sogar destruktiver Verhaltensweisen propagiert werden soll.

Sicherlich ist es nicht unsere Aufgabe als Christen, über andere zu Gericht zu sitzen. Wie definiert aber die Bibel die Liebe? Nach der Bibel ist Liebe, „dass wir nach seinen [Gottes] Geboten leben“ (2. Johannes 1,6). In einem anderen seiner Briefe schrieb der Apostel Johannes: „Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer“ (1. Johannes 5,3).

Wer behauptet, Gott zu kennen und seine Gebote nicht hält, ist ein Lügner: „Wer sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, der ist ein Lügner, und in dem ist die Wahrheit nicht“ (1. Johannes 2,4). Wo hatte Johannes diese Denkweise kennengelernt? Bei seinem Herrn und Meister Jesus Christus: „Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe“ (Johannes 15,10).

In den Vorgaben der Bibel sehen wir einen Leitfaden für eine Lebensweise, die dem Willen Gottes entspricht und ihm wohlgefällig ist. In unserer kostenlosen Broschüre Die Zehn Gebote finden Sie eine lebensnahe Erläuterung der moralischen Prinzipien, die die Grundlage einer an der Liebe orientierten Lebensweise sind.

– INTERN November-Dezember 2015 PDF-Datei dieser Ausgabe

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