Der Frühling: Gottes symbolträchtige Jahreszeit

Die biblischen Festtage versinnbildlichen Gottes Heilsplan. Den Anfang des Weges, der zum ewigen Leben führt, erleben wir jedes Jahr aufs Neue beim Frühlingsfest.

Von Martin Fekete und Paul Kieffer

Bald sieht und spürt man überall, dass sich der Frühling nicht mehr aufhalten lässt! Das bedeutet, dass wir auch die Frühjahrsfeste bald wieder feiern werden, die eine sehr große Bedeutung für uns Christen haben. Jesus Christus ist unser „Passahlamm“: Ohne sein Opfer, das uns die Erlösung von unseren Sünden brachte, hätten die anderen Festtage keinen Wert für uns. Daher feiern wir voller Dankbarkeit das Passah jedes Jahr am 14. Nisan.

Für Christen ist das Passah eine Gedächtnisfeier: „Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt“ (1. Korinther 11,23-26; alle Hervorhebungen durch uns).

Wie oft halten wir das Passah?

Das Wort „sooft“ in Verbindung mit der Einnahme der neutestamentlichen Symbole Brot und Wein zum Gedächtnis Jesu Christi zeigt uns, wie oft wir das Passah des Neuen Testamentes halten sollen: einmal jährlich! Wir gedenken des Todes unseres Herrn, der bekanntlich am 14. Nisan gestorben ist.

Auch der Zeitpunkt der Einsetzung des Gedenkens, als Jesus die neuen Symbole des Neuen Bundes einführte und auf seinen bevorstehenden Tod hinwies, ist absolut unumstritten: zu Beginn des 14. Nisan, am Abend.

Für die Einnahme des Brotes und des Weins zu einer anderen Tageszeit bzw. an einem anderen Tag als am 14. Nisan gibt es kein Beispiel Jesu oder seiner Apostel, wohl aber unzählige Meinungen, die sich auf scheinbare menschliche Logik, nicht aber auf die Bibel gründen.

„Sooft“ wir gedenken, bedeutet also jedes Mal, wenn wir dieses Ereignisses gedenken: nämlich einmal jährlich, am 14. Nisan! Auch unter uns Menschen ist ein Gedenken an einem bestimmten Tag im Jahr üblich, wie z. B. am Todestag einer bekannten Person, am Hochzeitstag oder an einem Tag mit geschichtlicher oder nationaler Bedeutung wie am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit.

Wir gedenken also auch nur an dem Tag im Jahr, an dem das betreffende Ereignis stattfand. Interessant ist, dass auch die Israeliten des Alten Testamentes, deren Erfahrungen uns zum Vorbild dienen sollen, das Passah nur einmal im Jahr gefeiert haben. Vergessen wir nicht: Für Christen ist Jesus Christus das Passahlamm (1. Korinther 5,7)!

Wir kennen den Bericht über den Auszug Israels aus Ägypten (2. Mose 12). Zu jener Zeit setzte Gott das Passah ein. Er wies die Israeliten an, Lämmer „ohne Fehler“ auszuwählen, sie zu schlachten und mit dem Blut die Türpfosten ihrer Häuser zu bestreichen, damit der Todesengel an ihren Häusern vorüberginge.

Wir schlachten heute keine Lämmer, sondern nehmen Brot und Wein zu uns als Gedächtnis an seinen Opfertod. Wie bereits gesagt, setzte Jesus diese Symbolik am Abend vor seiner Kreuzigung ein (Lukas 22,13-20). Brot und Wein erinnern uns an sein Fleisch und Blut, das er freiwillig für unsre Sünden gegeben hat.

Mit seinem Tod am Kreuz machte Jesus Christus die Tieropfer überflüssig: „Er ist auch nicht durch das Blut von Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erworben“ (Hebräer 9,12). Mehr als 20 Jahre nachdem Jesus die Symbole des Neuen Bundes eingesetzt hatte, schrieb der Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth: „Denn auch wir haben ein Passahlamm, das ist Christus, der geopfert ist“ (1. Korinther 5,7).

Nur die wenigsten Juden bekennen sich heute zu Jesus. Jenen Menschen aber – Juden oder Nichtjuden –, die ihn als ihren Erlöser annehmen, bietet er heute den Neuen Bund an: „Desgleichen [nahm er] auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird“ (Lukas 22,20). Wenn wir das Opfer Jesu Christi zur Vergebung unserer Sünden annehmen, dann nehmen wir auch den Neuen Bund an, den uns Gott anbietet.

Der Neue Bund bedeutet, dass Gott sein Gesetz in unser Herz schreibt (Jeremia 31,31-33). Wenn Jesus Christus zum zweiten Mal zur Erde kommt, wird er mit Israel und Juda den Neuen Bund schließen. Freilich heißt das nicht, dass wir den Buchstaben nicht mehr zu beachten brauchen. Es ist unmöglich, das Gesetz dem Geiste nach zu halten und es gleichzeitig dem Buchstaben nach zu brechen (Hesekiel 36,26-27)!

Die Nacht des Wachens

Nach einem langen Aufenthalt in Ägypten durften die Israeliten das Land endlich verlassen:

„Die Zeit aber, die die Israeliten in Ägypten gewohnt haben, ist vierhundertunddreißig Jahre. Als diese um waren, an eben diesem Tage zog das ganze Heer des Herrn aus Ägyptenland. Eine Nacht des Wachens war dies für den Herrn, um sie aus Ägyptenland zu führen; darum sollen die Israeliten diese Nacht dem Herrn zu Ehren wachen, sie und ihre Nachkommen“ (2. Mose 12,40-42).

Welche Bedeutung hat die „Nacht des Wachens“ für uns heute als Christen? Am Freitagabend, dem 22. April, feiern wir in diesem Jahr den sogenannten „Auszugsabend“, weil Gott die Israeliten in dieser Nacht aus Ägypten herausgeführt hat – an diesem Tag begann ihr Auszug aus Ägypten.

Wir sollten mit anderen zusammenkommen und uns freuen, wie es auch in Jesaja 30, Vers 29 beschrieben wird. Traditionsgemäß ist es üblich, diesen Abend mit Gleichgesinnten bei einem gemeinsamen Essen zu verbringen.

An diesem Tag rufen wir uns in Erinnerung, was Gott für Israel in dieser historischen Nacht getan hat. Wir haben dadurch die Gelegenheit, unserer eigenen Befreiung von Ägypten – unserer Erlösung von der Sünde – durch Jesus Christus zu gedenken.

Israels Auszug zeigte symbolisch voraus, wie wir aus der schlimmsten Sklaverei von Sünde und ewigem Tod durch Jesus Christus befreit wurden.

Das Fest der Ungesäuerten Brote

Im anschließenden 13. Kapitel von 2. Mose lesen wir mehr von dem Fest der Ungesäuerten Brote: „Sieben Tage sollst du ungesäuertes Brot essen, und am siebenten Tage ist des Herrn Fest. Du sollst sieben Tage ungesäuertes Brot essen, dass bei dir weder Sauerteig noch gesäuertes Brot gesehen werde an allen deinen Orten . . . Darum halte diese Ordnung Jahr für Jahr zu ihrer Zeit“ (2. Mose 13,6-7. 10).

In diesem Zusammenhang hat der Ausdruck „zu ihrer Zeit“ die gleiche Bedeutung wie „sooft“: einmal im Jahr an dem Tag, an dem es fällt!

Es ist offensichtlich, dass es Parallelen zwischen dem Frühlingsfest im Alten Testament und dem Frühlingsfest im Neuen Testament gibt. Die Bibel zeigt uns, dass diese Festzeit für uns Christen große Bedeutung hat. Ca. 24 Jahre nach der Kreuzigung Jesu schrieb der Apostel Paulus dazu: „Darum schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja ungesäuert seid. Denn auch wir haben ein Passahlamm, das ist Christus, der geopfert ist. Darum lasst uns das Fest feiern nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern im ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit“ (1. Korinther 5,7-8).

Wie wir hier klar erkennen können, steht Sauerteig symbolisch für Sünde! Jesus hat uns befreit von der Knechtschaft der Sünde, so wie die Israeliten befreit wurden von der Knechtschaft der Sklaverei. In der gleichen Weise, wie die Israeliten physische Sklaven in Ägypten waren, waren wir geistliche Sklaven der Sünde in dem „Ägypten“ der heutigen Gesellschaft.

Nach der Anordnung Gottes sollten die Israeliten nach dem Passah während der darauf folgenden sieben Tagen nur ungesäuertes Brot essen (2. Mose 12,15-20). Der Apostel Paulus verstand die alttestamentliche Analogie des Sauerteigs als Sinnbild für Sünde. Sauerteig hat eine aufblähende Wirkung und steht deshalb als Sinnbild für die Wirkung der Sünde auf den Menschen. Wenn Jesus uns von der Sündenschuld erlöst, werden wir geistlich „ungesäuert“ gemacht. Weil wir nun von der Sünde erlöst worden sind, sollen wir Sünde meiden und ein „ungesäuertes“ Leben führen.

Wenn wir jedoch den Sauerteig der Sünde in uns entdecken, müssen wir ihn loswerden und Gott um Vergebung bitten:

„Denn wir haben nicht einen Hohepriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben“ (Hebräer 4,15-16).

Ein „ungesäuertes“ Leben können wir nur mit der Hilfe unseres Erlösers führen. Indem Jesus Christus in uns lebt, wie Paulus im Galaterbrief schreibt (Galater 2,20), können wir, nunmehr geistlich gereinigt, ein „ungesäuertes“ Leben führen. Durch Christus sollen wir ein neues Leben führen:

„Wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinem Tod getauft? So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln“ (Römer 6,3-4). Die Tage der ungesäuerten Brote erinnern uns an das neue ungesäuerte Leben in Christus, das wir nach der Taufe führen sollen.

Sind Gottes Festtage für Christen bindend gültig?

In der Heiligen Schrift gibt es genügend Beweise, dass alle Christen, sowohl Juden- als auch Heidenchristen, noch viele Jahre nach der Kreuzigung Jesu die Festtage gehalten haben.

Dreizehn Jahre nach der Kreuzigung schreibt Lukas über den Tod von Jakobus und die Festnahme von Petrus. Lukas war Nichtjude, und er schreibt an Theophilus, der auch als Heidenchrist angesehen wird. Dazu lesen wir in Apostelgeschichte 12, Verse 1-3: „Um diese Zeit legte der König Herodes Hand an einige von der Gemeinde, sie zu misshandeln. Er tötete aber Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert. Und als er sah, dass es den Juden gefiel, fuhr er fort und nahm auch Petrus gefangen. Es waren aber eben die Tage der Ungesäuerten Brote.“

Herodes hatte vor, Petrus erst nach dem Fest vor das Volk zu stellen (Vers 4). Sein Plan wurde jedoch vereitelt, als die Gemeinde für Petrus betete und Gott ihn durch ein Wunder aus dem Gefängnis befreite! Die Bibel hält fest, dass beim Beten „viele beieinander waren“ (Vers 12). Warum? Weil sie das Fest hielten! Immer wieder erwähnt Lukas die Festtage Gottes in der Apostelgeschichte, was aber nur dann einen Sinn hat, wenn sie für die Urgemeinde eine Bedeutung hatten.

In einem anderen Beispiel nahm Paulus die Gelegenheit wahr, zum Frühlingsfest bei den Geschwistern in Philippi zu sein: „Diese reisten voraus und warteten auf uns in Troas. Wir aber fuhren nach den Tagen der Ungesäuerten Brote mit dem Schiff von Philippi ab“ (Apostelgeschichte 20,5-6).

Später war Paulus in Eile, bis Pfingsten in Jerusalem zu sein: „Denn Paulus hatte beschlossen, an Ephesus vorüberzufahren, um in der Provinz Asien keine Zeit zu verlieren; denn er eilte, am Pfingsttag in Jerusalem zu sein, wenn es ihm möglich wäre“ (Apostelgeschichte 20,16). Es hätte keinen Sinn gehabt, sich zu beeilen, wenn dieses Fest für Paulus keine Bedeutung gehabt hätte. Wenn die Gemeinde aber Gottes Feste hielt, gab es einen guten Grund, rechtzeitig vor dem Fest anzukommen.

Vierundzwanzig Jahre nach der Kreuzigung Jesu rief Paulus die Korinther auf, „das Fest“ zu feiern (1. Korinther 5,6-8). Im gleichen Brief erwähnte er, er wolle bis Pfingsten in Ephesus bleiben (1. Korinther 16,8).

Betrachtete Paulus die Festtage Gottes als „Hindernis für den Glauben“? Das ist die Sichtweise einiger Menschen, die meinen, sie dienen Gott mit ihrem Predigen gegen die Festtage. In diesem Zusammenhang gibt es bestimmte Schriftstellen, die immer angeführt werden, wie z. B. Kolosser 2, Verse 16-17: „So lasst euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen . . . wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats.“

Warum sagt Paulus den Kolossern, dass sie sich kein Gewissen machen sollten? Weil die Menschen, die diese verwerflichen Behauptungen aufstellen, den Lehren von Menschen folgten! Im Zusammenhang kann man klar erkennen, dass Paulus vor Menschenlehren warnte: „Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus“ (Epheser 2,8; siehe dazu auch Verse 22-23).

Die falschen Lehrer hatten Vorstellungen darüber, wie und was man am Sabbat und an den Festtagen tun sollte. Wir stellen dazu klar fest, dass die Festtage bzw. der Sabbat nirgends in der Bibel als „die Lehre von Menschen“ bezeichnet werden – sie sind Gottes verordnete Tage!

Es ging hier nicht darum, ob der Sabbat oder die Festtage abgeschafft sind, sondern darum, dass einige Leute den Geschwistern ein „Gewissen“ machen wollten, was sie tun und was sie nicht tun durften. Dabei handelte es sich vom Kontext her um physische Vorschriften, die mit der geistlichen Bedeutung dieser Tage nichts zu tun hatten:

„Wenn ihr nun mit Christus den Mächten der Welt gestorben seid, was lasst ihr euch dann Satzungen auferlegen, als lebtet ihr noch in der Welt: Du sollst das nicht anfassen, du sollst das nicht kosten, du sollst das nicht anrühren? . . . Es sind Gebote und Lehren von Menschen, die zwar einen Schein von Weisheit haben durch selbsterwählte Frömmigkeit und Demut und dadurch, dass sie den Leib nicht schonen; sie sind aber nichts wert und befriedigen nur das Fleisch“ (Kolosser 2,20-23).

Paulus erinnert die Kolosser, dass Gottes Festtage „Schatten des Zukünftigen“ sind (das Wort „nur“, das man im Text der Lutherbibel in Kolosser 2, Vers 17 findet, steht nicht im Urtext). Sie sind also eine Vorausschau auf zukünftige Ereignisse – was in Gottes Plan mit den Menschen noch kommen wird!

Eine weitere Bibelstelle, die man als Beweis für die Abschaffung der Festtage anführt, finden wir in Galater 4, Verse 10-11: „Ihr haltet bestimmte Tage ein und Monate und Zeiten und Jahre. Ich fürchte für euch, dass ich vielleicht vergeblich an euch gearbeitet habe.“ Nichts in dieser Schriftstelle zeigt uns, dass hier die Festtage gemeint sind. Die Christen in Galatien waren vorher Heiden, und sie waren im Begriff, sich wieder ihren vorherigen Feiertagen zuzuwenden.

Da die Leser des Paulus von einem heidnischen Hintergrund gekommen waren, ist es schwer zu verstehen, wie die „Tage . . . und Monate und Zeiten und Jahre“, denen sie sich wieder zuwandten, der Sabbat und die anderen biblischen Feste sein konnten – sie konnten sich dem nicht wieder zuwenden, was sie vorher nicht gehalten hatten! Paulus erinnert sie an die Zeit, als sie Christen geworden waren, und warnt sie vor einer Rückkehr zu ihren früheren Praktiken:

„Aber zu der Zeit, als ihr Gott noch nicht kanntet, dientet ihr denen, die in Wahrheit nicht Götter sind. Nachdem ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch dann wieder den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von neuem dienen wollt?“ (Galater 4,8-9).

Es ist unmöglich, dass diese „schwachen und dürftigen Mächte“, denen sie sich wieder zuwandten (Vers 9), Gottes Gesetze, Sabbate und Feste waren. Das hier mit „Mächten“ übersetzte Wort heißt im Griechischen stoicheia, dasselbe Wort, das in Vers 3 ebenfalls „Mächte“ heißt. Dort erklärte Paulus seinen Lesern, dass sie einst „in der Knechtschaft der Mächte der Welt“ gewesen seien. Um dieses Wort in Vers 9 auf Gottes Gesetz zu beziehen, müsste es auch Gottes Gesetz in Vers 3 bedeuten, da dasselbe griechische Wort stoicheia benutzt wird.

Was immer die „Tage . . . und Monate und Zeiten und Jahre“ waren, die die Galater hielten, so hielten sie sie anscheinend in abergläubischer Weise, genauso wie sie Tage und Zeiten vor ihrer Bekehrung gehalten hatten.

Anhand des Zusammenhangs erkennen wir, wie unlogisch der Schluss ist, dass Paulus die Heiligung des biblischen Sabbats und der Feste kritisierte, da sie gar nicht erwähnt werden. Stattdessen griff er die fehlgeleiteten Bemühungen um die Erlangung des Heils durch abergläubische Praktiken an.

Wenn wir diese Schriftstellen richtig verstehen, dann führen sie uns eigentlich zu den wahren Festtagen hin. Gottes Festtage sind bedeutungsvoll in ihrem tiefen Sinn und ihrer geistlichen Bedeutung. Sie weisen uns auf die verschiedenen Stufen im Plan Gottes hin.

Symbolik für uns heute

Welche Lektion können wir als heutige Christen von den Tagen der ungesäuerten Brote lernen? Durch das Opfer Jesu Christi (unser Passahlamm) sind wir nicht mehr „Knechte der Sünde“, sondern wir sind „frei“ für Gott und sollen nunmehr ein „ungesäuertes“ Leben führen.

Wenn wir Jesu Sühneopfer annehmen, nehmen wir gleichzeitig die Bedingungen für den Neuen Bund an und werden durch sein Blut von der Strafe, die wir aufgrund unserer Sünden „verdient“ hatten, erlöst. Wir erlangen damit die Vergebung unserer Sünden, ein wesentlicher Aspekt beim Neuen Bund.

Das Passahopfer Jesu Christi, des Lammes Gottes, ist die Grundlage des darauf aufbauenden Rettungsplanes Gottes für die Menschen. Jesus Christus hat die Strafe für alle Sünden bezahlt und damit den Weg für unseren Auszug aus der Sklaverei der Sünde geebnet.

Der geistliche Auszug aus unserem Ägypten, der Sünde, versinnbildlicht durch das Fest der Ungesäuerten Brote, wäre ohne diese Grundlage nicht möglich, wie auch das Volk Israel ohne das Blut des Passahlammes nicht aus Ägypten weggekommen wäre.

Heute erinnert uns das Entfernen des Sauerteigs aus unseren Häusern sieben Tage lang an die Notwendigkeit, durch Gebet und mit Gottes Hilfe und Kraft die Sünde zu erkennen, zu entfernen und zu meiden. Daher ist das Fest der Ungesäuerten Brote eine Zeit der Selbstprüfung. Wir sollen über unsere Geisteshaltung und über unser Verhalten nachdenken und Gott um seine Hilfe beim Erkennen und Überwinden unserer Unzulänglichkeiten bitten.

Paulus sprach dieses dringend notwendige Nachdenken an, als er der Gemeinde zu Korinth schrieb: „Erforscht euch selbst, ob ihr im Glauben steht; prüft euch selbst! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist? Wenn nicht, dann wärt ihr ja untüchtig“ (2. Korinther 13,5).

Paulus erklärte die Bedeutung des Ausdrucks „Jesus Christus in euch“ in Galater 2, Verse 19-20: „Ich bin mit Christus gekreuzigt. Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.“

Diese sieben Tage der Selbstprüfung erweisen sich als von unschätzbarem Wert, da sie uns helfen, unser Leben Gott und Jesus Christus besser zu widmen. Dieses einwöchige Fest versinnbildlicht auch unseren Sieg über die Sünde. In derselben Weise, wie Gott die alten Israeliten von der Knechtschaft in Ägypten befreite, so befreit er uns von unserer Knechtschaft der Sünde (Römer 6,12-18).

Viele Jahre nach seiner Bekehrung beschrieb Paulus die starke Neigung zur Sünde: „So finde ich nun das Gesetz, dass mir, der ich das Gute tun will, das Böse anhängt. Denn ich habe Lust an Gottes Gesetz nach dem inwendigen Menschen. Ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüt und hält mich gefangen im Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. Ich elender Mensch!

Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde“ (Römer 7,21-25).

Paulus wusste, dass das Leben ein Kampf gegen die Sünde ist. Die Bibel erwähnt die Sünde, „die uns ständig umstrickt“ (Hebräer 12,1). Wir haben unsere eigene Verantwortung beim Ringen um die Überwindung der Sünde, wir müssen etwas dagegen tun. Aber das Problem der Sünde ist so tief in unsere menschliche Natur eingewurzelt, dass unsere eigene Kraft nicht ausreicht. Paulus hat dies den Philippern erklärt:

„Also, meine Lieben, – wie ihr allezeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit – schaffet, dass ihr selig werdet, mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist’s, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen“ (Philipper 2,12-13).

Unser Halten der Tage der ungesäuerten Brote hilft uns auch zu erkennen, dass wir Jesu Christi Hilfe bei der Überwindung unserer Schwächen brauchen. Das Schwingopfer, das während des Festes dargebracht wurde, symbolisierte die Auferstehung Christi und seine Annahme vom Vater als Erstling unter den Auferstandenen (3. Mose 23,10-14; 1. Korinther 15,20-23). Das Wunder der Auferstehung Jesu, bezeugt von Dutzenden von Augenzeugen, die ihn lebend gesehen haben, bewies, dass er wirklich der verheißene Messias war.

Durch das Leben des auferstandenen Jesus Christus werden wir gerettet: „Denn wenn wir, als wir Feinde waren, mit Gott versöhnt wurden durch den Tod seines Sohnes, so werden wir viel mehr, da wir versöhnt sind, durch sein Leben gerettet werden“ (Römer 5,10; Elberfelder Bibel).

In seiner jetzigen Aufgabe als unser Fürsprecher setzt sich Jesus, das Brot des Lebens, täglich für uns ein und macht uns so Mut, in unserem Kampf gegen die Sünde nicht nur sieben Tage lang, sondern während unseres ganzen Lebens auszuharren:

„Weil wir denn einen großen Hohepriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohepriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde.

Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben“ (Hebräer 4,14-16).

Wir freuen uns auf die Zeit, wenn wir, wie die Israeliten von einst, unser Gelobtes Land erreichen!

Sauerteig: Symbol einer tödlichen geistlichen Infektion

Stolz bläst uns auf. Das ist eine wichtige Lektion vom Sauerteig, die wir alle kennen. Wir reden über Leute, die sehr stolz sind und meinen etwas ganz Besonderes zu sein. Eitelkeit und Arroganz sind für unsere geistliche Gesundheit wirklich sehr gefährlich. Sie können dazu führen, dass wir uns selbst von Gott abschneiden, was den geistlichen Tod bedeutet!

Der aufgeblähte Zustand des Sauerteigs tritt aber nicht sofort ein. Es braucht seine Zeit, bis kleine Hefemikroorganismen sich vermehren und ausbreiten. Wenn die Schwellung dann anfängt, ist der Prozess – die Infektion – schon sehr weit fortgeschritten. Paulus schrieb den Korinthern: „Wisst ihr nicht, dass ein wenig Sauerteig den ganzen Teig durchsäuert? Darum schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr ein neuer Teig seid“ (1. Korinther 5,6-7).

Sie setzten sich der Infektion aus, statt denjenigen unter Quarantäne zu stellen, der mit seinem sündhaften Verhalten die falsche Einstellung verbreitete.

Sauerteig ist wie Krankheitszellen im Körper, die getötet oder entfernt werden müssen. Wenn man sie schnell zu fassen bekommt, kann man weiteren Schaden verhindern. Kontrolliert man sie aber nicht, wächst die Infektion außer Kontrolle und kann zu unserem Tod führen.

Biologischer und chemischer Krieg

Jedes Jahr können wir den Sauerteig eine Woche lang als eine Waffe Satans ansehen. Der Sauerteig, den wir vermeiden, kommt in zwei Arten: biologisch (Hefe) oder chemisch (Backpulver oder Natrium). Biologische und chemische Waffen gehören heute zu den meistgefürchtetsten Kriegswaffen. Genauso sollten Christen die geistlichen Gegenstücke fürchten.

Einige der Gase, die im Krieg benutzt wurden, können einen Mann bei nur einer Konzentration von eins zu zehn Millionen außer Gefecht setzen. Wie viel Sünde können wir berühren und sagen: „Das wird mir nicht schaden!“? Der einzig wahre Schutz ist, sich ganz von der Ursache zu entfernen.

Gott gibt uns die Kraft durch seinen heiligen Geist, die Ursache der Infektion, der Sünde, anzusprechen: „Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. Wir zerstören damit Gedanken und alles Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alles Denken in den Gehorsam gegen Christus“ (2. Korinther 10,4-5).

Den Sauerteig ersetzen

Der alte Sauerteig muss entfernt und durch den heiligen Geist ersetzt werden. Man kann die verseuchte Luft in der Lunge nicht loswerden, ohne sie durch gute Luft zu ersetzen. Wenn dem Tod des alten Menschen durch die Taufe nicht ein neuer Mensch folgt, wird der alte Mensch einfach wieder auferstehen.

Sünde ist eine gefährliche Infektion, die es unter allen Umständen zu vermeiden gilt. Wenn Sie dieses Jahr das Brot, die Krümel – den Sauerteig – wegräumen, dann denken Sie daran, die Infektion der Sünde zu bekämpfen. Während wir das ungesäuerte Brot essen, können wir uns daran erinnern, dass wir nicht nur Sünde entfernen, sondern dass Gott auch seine Natur in uns hineinpflanzt.

– INTERN März-April 2016 PDF-Datei dieser Ausgabe

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