Wie vermitteln Sie Ihren Kindern Werte?

Die meisten Eltern wollen ihren Kindern positive Werte vermitteln. Damit legt man die Grundlage dafür, dass sie zu produktiven Mitgliedern der Gesellschaft werden.

Von Bill Bradford

Wer bringt Ihren Kindern die Wertvorstellungen bei, die ihre Entscheidungen beeinflussen und ihre Zukunft bestimmen können? Lernen Ihre Kinder überhaupt Werte kennen? Die Antwort auf die zweite Frage ist relativ einfach: ja. Ihren Kindern werden kontinuierlich Werte vermittelt – entweder gute, positive Werte oder negative. Ob Sie bei der Vermittlung von Werten im Leben Ihrer Kinder eine Rolle spielen, ist jedoch die wichtigere Frage, die jedoch gelegentlich viel schwerer zu beantworten ist.

Vielen jungen Menschen fehlt eine starke eigene Identität – eine Vision darüber, wer sie sind und für welche zukunftsformenden Werte sie selbst stehen. Die fehlende Identität bedeutet, dass die Werte, die für die Eltern dieser Kinder wichtig sind und die sie ihren Kindern vermittelt zu haben glauben, keinen Boden finden.

In den Sprüchen lesen wir: „Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk wild und wüst; aber wohl dem, der auf die Weisung achtet“ (Sprüche 29,18). Gottes Weisung – dazu gehören die Prinzipien einer richtigen Lebensweise – zu kennen hilft, wenn unsere Mitmenschen diese Offenbarung verwerfen bzw. nicht beachten wollen. Ein Verhalten im Einklang mit Gottes Weisung ist der Grundstein für eine positive Zukunftsperspektive unserer heranwachsenden Jugend.

Die möglichen Konsequenzen fehlender Werte

Mächtige Einflüsse wirken auf junge Menschen ein, in deren Leben kein festes Gefüge positiver Werte existiert. Zu diesen Einflüssen können die heutigen Massenmedien und andere Teenager gehören. Ohne ein festes Fundament können solche Einflüsse das Verhalten junger Menschen mitgestalten und sich auf ihre Zukunft auswirken.

Wenn unsere Kinder falsche Werte annehmen, kann es vorkommen, dass sie falsche, kurzfristig angelegte Entscheidungen treffen, die aber von ihrer Umwelt als „Erfolg“ betrachtet werden. Hinter diesen Entscheidungen steht der natürliche Wunsch eines jungen Menschen, von seinen Freunden und Bekannten akzeptiert zu werden und von ihnen geschätzt zu sein.

Aus diesem Grund schließen sich manche Jugendliche einer Bande an. Jugendbanden bieten eine einfache und schnelle Akzeptanz durch die Gruppe, meistens indem das neue Bandenmitglied seine Bereitschaft unter Beweis stellt, gesetzeswidrige Taten auszuführen. Für einen jungen Menschen ohne solide, positive Wertvorstellungen kann diese Akzeptanz eine fast unwiderstehliche Versuchung sein, denn er erlebt ein schnelles „Erfolgserlebnis“ – er wird von der Gruppe akzeptiert.

Wie bereits erwähnt, ist es für junge Menschen nur natürlich, von ihren Freunden und Bekannten akzeptiert sein zu wollen. Dieser Wunsch kann jedoch die Versuchung bedeuten, Werte über Bord zu werfen, die ein junger Mensch zu Hause oder in der Gemeinde kennengelernt hat.

Die Versuchung, akzeptiert zu werden, kann stärker als das Gewissen eines jungen Menschen sein. Kurzfristig mag der Jugendliche die Akzeptanz seiner Gleichaltrigen erleben; mittel- oder längerfristig können die Auswirkungen seiner Entscheidung jedoch negativ sein. Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und vorehelicher Sex können das spätere Erwachsenenleben entscheidend beeinflussen. Hinzu kommen die möglichen Nachteile für die schulische Leistung.

Eltern sollten sich über den mächtigen Einfluss des Fernsehens und der Filmindustrie im Klaren sein. Diese Medien vermitteln jungen Menschen eine Vorstellung des Erfolgs, zumindest nach Meinung der Unterhaltungsindustrie.

In Wirklichkeit handelt es sich meistens um total unrealistische Fantasien, die auf dem Bildschirm oder der Leinwand vorgeführt werden. Leider können diese Fantasien eigene Wertvorstellungen vermitteln, die jungen Menschen eine unrealistische Zukunftsvision einflößen.

Die Macht positiven Gruppendrucks

In der gleichen Weise, wie der Gruppendruck einer Bande als negativer Einfluss bewertet werden muss, kann Gruppendruck auch etwas Positives bedeuten. In unseren Sommercamps haben wir Strategien entwickelt, um einen positiven Gruppendruck zu fördern.

Ich bitte unsere Betreuer, die mit zehn bis zwölf Jugendlichen in einer Wohneinheit zusammenleben, ihre Wohngruppe zu einem Team zusammenzuschmieden. Dabei ist es unser Ziel, junge Menschen Erfolgserlebnisse, die sich auf richtige Werte gründen, in der Gruppe erleben zu lassen.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist die ständige Ermutigung oberstes Gebot. Kein Schlechtmachen oder Niederreißen ist erlaubt. Jede Leistung, ob klein oder groß, wird vor der Gruppe anerkannt. Das ist die Regel, nicht die Ausnahme.

Die eingangs erwähnten Jugendlichen, die sich im Camp zunächst nicht zurechtfinden, erleben so erste Erfolge und lernen schnell, dass die Akzeptanz der Gruppe für ihre positiven Handlungen viel besser ist als die Aufmerksamkeit, die sie sich durch ihre aggressive Verhaltensweise „verdienen“.

Verhaltensweisen wie negative Kommentare, Beleidigungen, fiese „Späße“ usw. weichen von den positiven Erfahrungen ab, die man in der Gruppe erlebt. Wenn es notwendig ist, einen Jugendlichen auf sein negatives Verhalten hinzuweisen, dann geschieht dies unter vier Augen, aber auch dann ohne ihn zusammenzustauchen oder lächerlich zu machen.

Es ist unser Ziel, eine Atmosphäre zu schaffen, in der die Beachtung richtiger Werte zu Erfolgserlebnissen in der Gruppe führt. Solche Erlebnisse können jungen Menschen eine andere Vorstellung von der Zukunft geben. Mehr als alles andere wünschen wir unseren jungen Menschen, dass sie die Möglichkeit einer positiven Zukunft erkennen, wenn sie richtige Werte verinnerlichen und diese zum Anker ihres Wesens und Handelns werden lassen.

Ein Beispiel aus der Geschichte

In der Bibel finden wir die Geschichte eines Mannes, dessen Familie zu einer mächtigen und erfolgreichen Nation heranwuchs. Obwohl diese Geschichte Tausende von Jahren alt ist, enthält sie Wahrheiten, die heute genauso aktuell sind wie vor langer Zeit.

Gott sagte Abraham voraus, wie die spätere Entwicklung seiner Nachkommen sein würde, wenn Abraham bereit wäre, Gott zu gehorchen. Für Abraham war dies sehr motivierend, denn alle Eltern wünschen sich eine positive Zukunft für ihre Kinder. Abraham nahm Gott beim Wort und glaubte, dass Gott ihn und seine Kinder zu einer großen Nation machen würde, wenn er selbst Gott gehorchen und er auch seine Kinder den Gehorsam gegenüber Gott lehren würde.

Gott sollte ihr Gott sein und sie mit solcher nationalen Größe und Macht segnen, dass auch andere Nationen davon Vorteile hätten. Gottes Angebot an Abraham war eine außerordentliche Gelegenheit. Über diese Verheißungen Gottes, die an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wurden, können Sie in 1. Mose 12, 15, 22, 26, 35 und 48 nachlesen.

Stellen wir uns vor, welche Auswirkungen diese Zukunftsvision auf die Kinder Abrahams hatten, als sie hörten – vielleicht sogar täglich, während sie am Lagerfeuer saßen oder durch die Weiden gingen –, was ihnen und ihren Nachkommen versprochen wurde. Ihre Zukunft wurde für sie von ihren gläubigen Eltern ausgemalt.

Auch die Eltern waren zuversichtlich und von dieser Vision inspiriert. Abraham und Sara wurden von Gott gesegnet, weil sie Gott gehorchten und ihre Nachkommen ermahnten, dieses Beispiel des Gehorsams nachzuahmen.

Abraham gab die Vision an seinen Sohn Isaak weiter, und Isaak gab sie seinem Sohn Jakob weiter. Wir können uns den positiven Einfluss nur vorstellen, den diese Kinder erlebten, als sie vor dem Hintergrund göttlicher Verheißungen heranwuchsen, statt – wie heute – auf die Glotze zu starren und die vielen unmoralischen Darstellungen in zahllosen Talkshows, Fernsehreihen und Krimis aufzusaugen.

Damit soll nicht gesagt werden, dass Isaak, Jakob und ihre Nachkommen ein Leben ohne Enttäuschungen, Rückschläge und Herausforderungen kannten. Ihre Zukunftsvision half ihnen jedoch, Gott treu zu bleiben und sich auf die Erfüllung der göttlichen Verheißungen zu freuen.

Eltern sind herausgefordert

Können Sie als Eltern eine positive Atmosphäre zu Hause schaffen? Als Eltern müssen Sie gelegentlich schwierige Entscheidungen treffen. Sie müssen für Ihre Kinder Opfer bringen. Trotzdem sind Sie überzeugt, dass der Preis, den Sie „zahlen“, gering ist im Vergleich zu dem wunderbaren Resultat, das später auf Ihre Bemühungen folgen kann.

Die Betreuer in unseren Jugendcamps stellen während des Camps in der Regel eine Steigerung der Hoffnung und Zuversicht bei den einzelnen Campteilnehmern fest. Auf der anderen Seite wird uns berichtet, dass die jungen Menschen, wenn sie wieder zu Hause sind, innerhalb von Wochen oder nur Tagen in ihre alten Gewohnheiten und Sichtweisen verfallen können. Die Umwelt zu Hause, zu der sie zurückkehren, wird wieder zu dem bestimmenden Einfluss in ihrem Leben.

Als Campbetreuer sind wir bemüht, die Werte zu vermitteln bzw. zu bestätigen, die – wie wir hoffen! – auch zu Hause gelehrt werden. Wir sind jedoch realistisch und wissen, dass dies nicht immer der Fall ist. Manchmal werden zu Hause richtige Werte erwähnt, aber nicht konsequent gelehrt. Oder sie werden ganz vernachlässigt.

Unsere Kinder lernen ständig neue Werte, ob sie nun gute oder schlechte sind. Wenn andere Einflüsse außerhalb des Elternhauses zur Richtschnur für Ihre Kinder werden, können diese Einflüsse zur Hauptquelle der Wertvorstellungen Ihrer Kinder werden.

Für Eltern ist diese Situation freilich ein Dilemma. Wie können Sie damit fertig werden? Was können Sie tun?

Positive Schritte tun

Hier sind einige Vorschläge, wie Sie anfangen bzw. vorgehen können.

Halten Sie sich Ihre eigene Daseinsbestimmung immer klar vor Augen.

Haben Sie selbst eine klare Vorstellung über Ihre eigene Zukunft? Ist die Erkenntnis über Ihre Daseinsbestimmung die „treibende Kraft“ in Ihrem Leben? Gelingt es Ihnen, Ihren Kindern diese Vision zu vermitteln?

Wenn Sie nicht sicher sind, wozu Sie existieren, überlegen Sie die klaren Worte Jesu. Er lehrte, dass wir nach dem Reich Gottes trachten sollen (Matthäus 6,33). Darüber hinaus lehrte Jesus auch die Werte dieses Reichs – Werte, die sich auf die Prinzipien der Gesetze Gottes gründen.

Den Kern dieser Werte finden wir in der Bergpredigt, im Matthäusevangelium, Kapitel 5-7. Die in diesen Kapiteln dargelegten Werte bedeuten eine Zukunftsvision für die ganze Menschheit, denn alle Angehörigen der Familie Gottes werden nach diesen Werten leben.

Alles, was wir in diesem Leben tun, soll im Einklang mit den Werten stehen, die Jesus lehrte. Die persönliche Lebensführung nach diesen Werten gehört zu unserer Vorbereitung auf das Reich Gottes, das Jesus bei seiner Rückkehr zur Erde etablieren wird. Dieses Ziel sollte unser Leben radikal verändern.

Wenn das Reich Gottes zum Mittelpunkt unserer Lebensausrichtung wird, sind wir motiviert, an unseren Wertvorstellungen in einer Welt festzuhalten, die nach ganz anderen Werten lebt und richtige Werte immer mehr verdrängt.

Leben Sie nach göttlichen Werten?

Werden Ihre Entscheidungen häufig von den Maßstäben der Gesellschaft beeinflusst? Gottes Werte zu kennen bedeutet nicht, dass man diese automatisch umsetzt. Eine konsequent getroffene Entscheidung ist notwendig. Wenn Sie sich von Ihrer Umwelt beeinflussen lassen, wie können Sie dann etwas anderes von Ihren Kindern erwarten?

Überlegen wir eines der grundlegenden Prinzipien des Reiches Gottes: „Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel“ (Matthäus 5,37). Jesu Aufforderung hat mit der Wahrhaftigkeit zu tun, zeigt aber im Prinzip auch, dass unsere Worte mit unserem Handeln übereinstimmen sollen.

Gott möchte nicht, dass wir einen Eid ablegen müssen, um die Wahrheit erzählen zu können oder uns eine bestimmte Handlungsweise aufzuerlegen. Wir sollen ganz einfach die Wahrheit reden und zu unserem Wort stehen. Unsere Worte und Handlungsweise sollen miteinander im Einklang stehen und beständig sein.

Unsere Kinder lernen mehr von unseren Taten als von unseren Worten. Kinder können Heuchelei schnell durchschauen. Wenn sie ihre Eltern dabei ertappen, bestimmten Werten nur Lippenbekenntnisse zu widmen, nicht aber danach zu handeln, lernen die Kinder, dass es „in Ordnung“ ist, Kompromisse mit angeblichen Werten zu schließen.

Auf der anderen Seite können Sie Ihre Kinder zur Standhaftigkeit in ihrem eigenen Leben inspirieren, wenn sie sehen, dass Sie Ihren Prinzipien treu bleiben, auch wenn Sie dadurch persönliche Nachteile hinnehmen müssen. Diese konsequente Handlungsweise führt gelegentlich zu schwierigen Entscheidungen und fordert Entschlossenheit, nach richtigen Werten zu handeln.

Lassen Sie Kinder Erfolg erleben.

Jeden Tag verhalten sich Ihre Kinder oft richtig. Statt sie dafür zu loben, konzentrieren wir uns auf ihre Fehler, und wir weisen sie für diese Fehler zurecht. Es ist aber genauso wichtig – vielleicht wichtiger! –, die Dinge zu erwähnen, die sie richtig machen. Dadurch stärken und fördern wir ihr richtiges Verhalten.

In seinem Buch The One Minute Father [„Der Minutenvater“] empfiehlt Dr. Spencer Johnson Eltern, Kinder „beim richtigen Verhalten zu ertappen“. Wenn ein Kind zu Hause nur laufend von seinen Eltern für seine Fehler kritisiert wird, erlebt es sein Zuhause nicht als Ort des persönlichen Erfolgs, sondern des kontinuierlichen Versagens.

Wir wollen aber, dass Kinder Erfolge erleben. Wenn wir sie immer wieder für die Dinge, die sie richtig machen, loben, ohne Hinweise auf verbesserungsbedürftiges Verhalten zu vernachlässigen, schaffen wir ein Klima, in dem sie selbst bestimmen können, wie oft sie gelobt werden bzw. ein Erfolgserlebnis haben.

Fragen Sie sich, was Ihre Kinder richtig machen. Führt Ihre Kindererziehung zu dem gewünschten Resultat, wenn sie hauptsächlich um die Methode kreist, immer nur Fehler aufzuzeigen? Wahrscheinlich nicht.

Achten Sie stattdessen auf die Dinge, die Ihre Kinder richtig machen und sagen Sie ihnen mehrmals am Tag, wie sehr es Ihnen gefällt, wenn sie genau diese Dinge machen. Schaffen Sie so eine positive und ermutigende Atmosphäre in Ihrer Familie, und Sie werden wahrscheinlich feststellen, dass Sie Ihre Kinder weniger oft zurechtweisen müssen und dass Ihrer Zurechtweisung, wenn sie notwendig ist, größere Beachtung geschenkt wird.

Widmen Sie einem jeden Ihrer Kinder täglich Zeit.

Kinder haben die gleichen Bedürfnisse wie Erwachsene und wollen sich mitteilen. Wenn Sie Ihren Kindern Gelegenheit geben, sich mitzuteilen, erkennen Ihre Kinder, dass sie Ihnen sehr wichtig bzw. wertvoll sind. Was aber noch wichtiger ist, ist die Bestätigung, die Ihr Kind durch Sie erfährt, nicht durch jemanden außerhalb Ihrer Familie, dessen persönliche Wertvorstellungen vielleicht nicht diejenigen sind, die Sie sich für Ihr Kind wünschen.

Die richtige Art Selbstwertgefühl entsteht durch die elterliche Bestätigung, die ihr Leben nach richtigen Werten ausrichten und ihre Liebe zu ihrem Kind gewohnheitsmäßig ausdrücken. Ein falsches Selbstwertgefühl resultiert, wenn das Kind bezüglich der Feststellung seines Selbstwertgefühls sich selbst überlassen ist.

Als Eltern haben Sie die Gelegenheit, Ihrem Kind ein positives, an göttlichen Werten orientiertes Selbstwertempfinden zu vermitteln. Das Bedürfnis der Akzeptanz und der Bestätigung unterscheidet sich von Kind zu Kind; deshalb dürfen Eltern nicht annehmen, dass die emotionalen Bedürfnisse ihrer Kinder befriedigt werden, indem sie ihnen ein Dach über dem Kopf und zu essen bieten.

Ein Kind, das zu Hause keine Bestätigung erfährt, wird sich diese außerhalb des Elternhauses suchen und dabei der Versuchung ausgesetzt sein, Wege einzuschlagen, die ihm und seinen Mitmenschen schaden. In unseren Jugendcamps haben wir beobachtet, wie manche Jugendliche die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken versuchen, indem sie andere Campteilnehmer beleidigen, sich vulgär ausdrücken und generell gegen die Campvorschriften verstoßen. Wir versuchen, diese Teenager durch die Betonung der Dinge, die sie richtig machen, zu bestätigen, damit sie erfahren, dass es auch anders geht.

In seinem Buch Raising Positive Kids in a Negative World [„Positive Kinder in einer negativen Welt erziehen“] erwähnt der Autor Zig Ziglar eine Untersuchung, bei der 60 Schüler in drei Gruppen eingeteilt wurden und dann täglich fünf Tage lang eine Mathearbeit schreiben mussten. Die eine Gruppe wurde für ihre Leistung konsequent gelobt; die zweite Gruppe wurde nur kritisiert; die dritte Gruppe wurde ignoriert.

Die Leistung der Gruppe, die gelobt wurde, steigerte sich schlagartig; die Leistung der Gruppe, die kritisiert wurde, verbesserte sich ebenfalls, aber nicht in dem Umfang wie bei der ersten Gruppe. Wie erwartet verbesserte sich die Leistung der Gruppe kaum, die keine Bewertung erfuhr.

Das Ergebnis dieser Untersuchung enthält eine wichtige Lektion für Eltern. Widmen Sie Ihren Kindern die Aufmerksamkeit, die sie brauchen.

Schauen Sie ihnen in die Augen. Legen Sie Ihre Tageszeitung beiseite und schalten Sie den Fernseher aus, wenn Sie sich mit Ihren Kindern unterhalten. Hören Sie aufmerksam zu, wenn sie sich Ihnen mitteilen. Diese Handlungsweise lässt Ihr Kind wissen, dass es Ihnen sehr wichtig ist und dass Sie sich aufrichtig für das interessieren, was Ihr Kind bewegt.

Die größte Liebe hat mit Opferbereitschaft zu tun (Johannes 15,13). Opfern Sie sich für Ihre Kinder!

Mit der Zukunft vor Augen voranschreiten

Das vielleicht bemerkenswerteste Beispiel in der Familiengeschichte Abrahams ist das Leben Josefs, einer der Söhne Jakobs. Josef war von den Verheißungen, die sein Urgroßvater Abraham bekommen hatte, besonders angetan. Als Jugendlicher wurde Josef in die Sklaverei nach Ägypten verkauft und hatte dort keine Hoffnung, seine Familie oder sein Heimatland jemals wiederzusehen. In Ägypten wurde er zu Unrecht beschuldigt und landete aufgrund dessen im Gefängnis.

In seinen Trübsalen verlor Josef die Vision seiner Identität und seiner Zukunft nie aus den Augen. Er blieb seinen Werten auch unter schwierigen Bedingungen treu. Die Quelle seiner Kraft in dieser Phase seines Lebens waren die Verheißungen Gottes, mit denen er aufgewachsen war, und sein Glaube an Gott und dessen Zuverlässigkeit.

Ohne diese Vision wäre Josef bestimmt versucht gewesen, ägyptische Wertvorstellungen anzunehmen und dem wahren Gott den Rücken zu kehren. Seine Vision verhalf ihm zur beständigen Treue gegenüber Gott, und Josef stieg vom Gefängnisinsassen zum zweitmächtigsten Mann Ägyptens auf. Josef ging keine Kompromisse mit seinen Werten ein, und dafür segnete ihn Gott in all seinen Prüfungen.

Können Sie als Eltern ein Umfeld für Ihre Kinder schaffen, das einen stärkeren Einfluss auf Ihre Kinder ausüben wird als die Anziehungskraft der Gesellschaft mit ihren verlockenden Angeboten?

Eltern sind nämlich schon in der Lage, eine sehr einflussreiche Umgebung für ihre Kinder schaffen zu können, welche mit dem überaus starken Einfluss der Gesellschaft konkurrieren kann. Dadurch kann eine Gegenüberstellung zwischen richtigen und falschen Werten hergestellt werden, mit denen unsere Kinder in unserer Gesellschaft laufend bombardiert werden.

Leider nehmen manche Eltern, die durchaus die besten Absichten in der Kindererziehung haben, ihre Gott gebene Verantwortung für die Schaffung göttlicher Wertvorstellungen in ihren Kindern nicht voll wahr. Gelegentlich kommt es vor, dass die Zielsetzung gut, die Methodik hingegen schlecht ist.

Und es kommt vor, dass Eltern einfach nicht wissen, wie sie vorgehen sollen, oder nicht bereit sind, die schwierigen Entscheidungen zu treffen, mit denen sie die Werte, die sie ihren Kindern vermitteln wollen, untermauern.

Respekt, Güte, Ehrlichkeit, Mitgefühl, Durchhaltevermögen, Selbstdisziplin, Großzügigkeit, Verlässlichkeit, Mut. Die meisten Eltern wollen solche Werte in ihren Kindern verankern. Bemühen wir uns nicht, unseren Kindern solide Werte beizubringen, so werden wir unserer Verantwortung als Eltern nicht gerecht. Packen wir die Aufgabe mit Gottes Hilfe an!

– INTERN Juli-August 2016 PDF-Datei dieser Ausgabe

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