Kraft zur Verwandlung durch den heiligen Geist

Fernlehrgang zur Bibel, Lektion 9

Online bestellen: Fernlehrgang zur Bibel „Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene“ (Römer 12,2).

Wenige Geschöpfe in der Natur sind so schön wie der Monarch-Schmetterling. Seine bezaubernden Orange- und Schwarztöne sind wahrhaft eine Augenweide.

Aber der Monarch-Schmetterling beginnt seine Existenz ganz anders. Bevor er sein endgültiges Aussehen erlangt, muss er sich einer Reihe von Verwandlungen unterziehen. Als ein Gebilde von nur einem halben Millimeter wächst der spätere Schmetterling einige Tage im Ei, bevor er das Larvenstadium erreicht und dann seine Existenz als gelbgrün gestreifte Raupe fortsetzt. In diesem Stadium ernährt sich die Raupe von den Blättern ihre Gastgeberpflanze und macht bei ihrem Wachstum mehrere Häutungen durch, bevor sie die nächste Stufe der Metamorphose erreicht und zur Puppe wird.

Nun hängt die Raupe gewöhnlich von einem kleinen Zweig nach unten und hüllt sich dabei in einem schützenden Kokon ein. In dieser Lage macht sie in den nächsten zehn bis vierzehn Tagen eine weitere erstaunliche Veränderung durch. Am Ende dieser Verwandlung wird der Schutzkokon durchsichtig, aus dem ein reifer, majestätischer Monarch-Schmetterling schlüpft.

Damit ist diese Verwandlung abgeschlossen. Ein neues Geschöpf ist entstanden. Während seines Reifeprozesses fanden viele Veränderungen statt.

Die Heilige Schrift sagt uns, dass auch wir eine Verwandlung durchmachen sollen, bei der wir mit Gottes Hilfe „den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen und den neuen angezogen“ haben, „der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit“ (Kolosser 3,9-10; Epheser 4,22-24).

In dieser Lektion befassen wir uns mit dieser bemerkenswerten Veränderung, die durch die verwandelnde Kraft von Gottes Geist möglich gemacht wird.

Was ist der heilige Geist?

Die Bibel beschreibt die Geschichte des Volkes Israel, das die Bibel besser als irgendein anderes Volk gekannt hat. Trotz dieser Erkenntnis ist es den Israeliten nicht gelungen, konsequent nach der Anweisung ihres Schöpfers zu leben. Gott gab ihnen zwar die Erkenntnis von seinen Wegen, nicht aber die innere Kraft, die sie brauchten, um ihren Willen dem seinen unterzuordnen. Er versprach jedoch ein zukünftiges Zeitalter, wenn diese fehlende geistliche Kraft nicht nur ihnen, sondern auch allen anderen Völkern durch den heiligen Geist zugänglich gemacht werden wird.

Israels Erfahrung hilft uns zu verstehen, dass wir Menschen ohne Gottes Geist unvollständig sind. Der Apostel Paulus stellt dazu fest: „So weiß auch niemand, was in Gott ist, als allein der Geist Gottes“ (1. Korinther 2,11; alle Hervorhebungen durch uns). Er fügt hinzu: „Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muss geistlich beurteilt werden“ (Vers 14).

Dieses geistliche Urteilsvermögen gibt es nur als Gabe Gottes durch seinen Geist. Gott schenkt denjenigen Menschen seinen Geist, die bereut und ihren „alten Menschen“ mit Christus in dem symbolischen Grab der Taufe abgelegt haben. Jesus versprach allen Menschen, die so bekehrt wurden, dass der heilige Geist sie „in alle Wahrheit leiten“ wird (Johannes 16,13).

Um zu verstehen, wie Gottes Geist uns verwandeln kann, müssen wir verstehen, was Geist ist, denn Gott ist Geist, wie Jesus selbst sagte: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten“ (Johannes 4,24). Geist beschreibt in zutreffender Weise die Existenzform Gottes wie Liebe seinen Charakter beschreibt (1. Johannes 4,8. 16).

Der Engel, der Maria über die Geburt Jesu informierte, beschieb den heiligen Geist als „die Kraft des Höchsten“ (Lukas 1,35). Jesus sagte seinen Aposteln: „Ihr werdet die Kraft des heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird“ (Apostelgeschichte 1,8). Paulus schrieb dazu: „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furchtsamkeit gegeben, sondern der Kraft und der Liebe und der Zucht“ (2. Timotheus 1,7; Elberfelder Bibel). Paulus und andere wirkten „in der Kraft der Zeichen und Wunder, in der Kraft des Geistes“ (Römer 15,19).

Die Heilige Schrift beschreibt den Geist Gottes als die Manifestation seiner göttlichen Kraft in seiner Schöpfung, besonders in den Menschen, die er ruft und bekehrt – die „Heiligen“. Durch „die Kraft des Höchsten“ (Lukas 1,35) kann er uns Eigenschaften seiner göttlichen Natur zuteil werden lassen. Diese göttlichen, geistlichen Eigenschaften verwandeln unsere schwache menschliche Natur und machen es möglich, dass wir „Anteil . . . an der göttlichen Natur [bekommen]“ (2. Petrus 1,4). Dann müssen wir uns konsequent für den Gehorsam in unserem neuen Leben entscheiden – für den Einsatz des Geistes Gottes, um unsere eigene schwache menschliche Natur zu überwinden.

Die Wörter im Urtext, die mit „heiliger Geist“ übersetzt werden, vermitteln das Konzept der Kraft. Im griechischen Urtext heißt „heiliger Geist“ hagios pneuma, mit der wörtlichen Bedeutung „heiliger Wind“. Pneuma kann auch Atem oder Hauch bedeuten, wie z. B. in „Geist [pneuma] des Lebens“ (Offenbarung 11,11; vgl. dazu 1. Mose 7,15). In der gleichen Weise, wie der Atem für das materielle Leben notwendig ist, braucht man Gottes heiligen Geist für das ewige Leben. Genauso wie der Wind eine unsichtbare aber mächtige Kraft in unserem materiellen Umfeld ist, wirkt der heilige Geist bei unserer geistlichen Verwandlung als unsichtbare, mächtige Kraft in uns.

Das Holman Bible Dictionary fasst den alttestamentlichen Vergleich zwischen Gottes Geist und Wind bzw. Atem zusammen: „In einem Sinne wird der heilige Geist als mächtiger Wind dargestellt, mit demselben Wort [im] Hebräischen ruach für Wind, Atem und Geist. Zur Zeit des Auszugs [der Israeliten aus Ägypten] benutzte Gott diesen Wind, um das Meer zu teilen und so den Israeliten die sichere Überquerung und das Entkommen vor dem Pharao und seinem Heer zu ermöglichen (2. Mose 14,21) . . . Der Geist wird 87-mal als starker Wind beschrieben, davon 37-mal als Werkzeug Gottes, das häufig mit zerstörerischer Kraft wirkt. Diese Eigenschaft des Geistes spiegelt die Kraft Gottes klar wider“ (Stichwort „Holy Spirit“).

Paulus betete, „dass der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen . . ., damit ihr erkennt, zu welcher Hoffnung ihr von ihm berufen seid . . . und wie überschwänglich groß seine Kraft an uns, die wir glauben, weil die Macht seiner Stärke bei uns wirksam wurde, mit der er in Christus gewirkt hat. Durch sie hat er ihn von den Toten auferweckt und eingesetzt zu seiner Rechten im Himmel“ (Epheser 1,17-20).

Gott ließ den Einsatz dieser „Macht seiner Stärke“ mit einem „gewaltigen Wind“ vergleichen, als der heilige Geist erstmalig auf die Jünger Jesu ausgegossen wurde. Lukas beschrieb das Ereignis: „Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander. Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen zerteilt, wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen“ (Apostelgeschichte 2,1-4).

Petrus hielt eine kraftvolle Predigt über die Bedeutung des Wunders von der Ausgießung des heiligen Geistes auf Jesu Jünger und über Jesu Tod bzw. Auferstehung. Lukas beschreibt die Reaktion vieler der Zuhörer auf diese Worte: „Als sie aber das hörten, ging’s ihnen durchs Herz, und sie sprachen zu Petrus und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun? Petrus sprach zu ihnen: Tut Buße, und jeder von euch lasse sich taufen auf den Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden, so werdet ihr empfangen die Gabe des heiligen Geistes. Denn euch und euren Kindern gilt diese Verheißung, und allen, die fern sind, so viele der Herr, unser Gott, herzurufen wird“ (Verse 37-39).

Zum ersten Mal in der Geschichte machte Gott seinen Geist allen Menschen zugänglich, die willens waren, ihre Sünden zu bereuen und ihm zu gehorchen (Apostelgeschichte 5,32). „Die nun sein Wort annahmen, ließen sich taufen; und an diesem Tage wurden hinzugefügt etwa dreitausend Menschen. Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel“ (Apostelgeschichte 2,41-42). Das hatte es nie zuvor gegeben! Gottes Kraft der Verwandlung wirkte mächtig im Leben seiner Apostel und der anderen Menschen, die er berief.

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