Das neutestamentliche Passah

Der Tod Jesu Christi, unseres Erlösers, des biblischen Messias, wird in der Heiligen Schrift durch das Schlachten des Passahlammes am 14. Abib, dem ersten Monat des he­bräischen Kalen­ders, versinnbildlicht. Die neutestamentliche Kirche wurde gelehrt, dass Christus, unser Pas­sah­lamm, für uns geopfert wurde (1. Korinther 5,7). Während der letzten Pas­sah­feier vor seiner Kreu­zigung führte Jesus eine neue Zeremonie mit den neuen Symbolen des ungesäuerten Brotes und des Weines ein, die seinen Leib und sein Blut ver­sinn­bild­lichen. Diese neuen Symbole, wie das Passahlamm in der Vergangenheit, sind Zeichen des Lei­dens und des Todes des Messias als ein Opfer für Sünde, symbolische Erinnerung da­ran, was er an unserer Statt erlitt (Johannes 3,16; 2. Korinther 5,19).

Die Doktrin und die Handhabung der Vereinten Kirche Gottes bezüglich des Haltens des Pas­sahs sind fest auf das Beispiel und die Lehre Jesu und seiner Apostel, wie im Neuen Tes­ta­­­ment aufgeschrieben, gegründet. In diesem Studienpapier werden wir dieses Beispiel und die An­wei­sun­gen unter­suchen, die die Apostel uns zur Nachahmung hinterlassen haben.

Weil viele Details, die das Halten des Passahs zur Zeit Christi und der Apostel – wie es sowohl von den Juden als auch von der Kirche gehalten wurde – betreffen, nicht völlig im Neuen Testament erklärt werden, gibt es unter Christen Fragen zur richtigen Einhaltung. Kürz­­lich sind einige kontroverse Ideen aufgekommen, wie wir das Passah halten sollten. In diesem Studien­papier werden wir einige der wichtigeren Konzepte untersuchen.

Fragen und Kontroversen

Als Israel aus Ägypten auszog, wurde ein besonderes Opfer dargebracht. Das Töten des Passah­lammes wird in 2. Mose 12 als Einleitung zum Auszug Israels aus der ägyptischen Skla­­ve­rei beschrieben. Wir finden in 2. Mose 12, 3. Mose 23, 4. Mose 28, 5. Mose 16 usw. das Gebot, das Passah zu halten. Das Passah wurde durch die Geschichte des Alten Testamentes hin­durch (mit Unterbrechungen) gehalten. Es ist uns auch bekannt, dass im ersten Jahrhundert, zur Zeit Christi, die Juden das Passah in Jerusalem hielten. Wir haben das Beispiel Christi, der an dieser Feier als Kind und als Er­wach­sener teilnahm.

Inwiefern bezieht sich dies alles auf Christen? Wird von uns erwartet, dass wir das Passah halten? Aus den Schriften geht klar hervor, dass Christus und die Jünger sich in der Nacht vor seinem Tod versammelten. Wir lesen in Matthäus 26, Vers 17: „Aber am ersten Tage der Un­­ge­säuerten Brote traten die Jünger zu Jesus und fragten: Wo willst du, dass wir dir das Pas­sah­­­lamm zum Essen bereiten?“ Dies musste am Nachmittag des 13. Nisan und kurz vor dem Be­ginn des 14. des hebräischen Kalenders stattgefunden haben. Christus starb am näch­sten Nach­­mit­tag. In diesem Kapitel finden wir weitere Anweisungen Christi an seine Jünger: „Er sprach: Geht hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; ich will bei dir das Passah feiern mit meinen Jüngern. Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Passahlamm.“ Gab Christus damit ein Beispiel, dem Christen folgen sollten? Führte er eine neue Zeremonie anstelle des alten Opfers ein?

Es gab einige Kontroversen über die Gültigkeit dieser Feier für Christen. Einige nen­nen sie das Abendmahl des Herrn. Andere benutzen den Begriff Passah. Für einige ist der Be­griff Passah ein uraltes Wort, das keine Bedeutung für die heutige Kirche mehr hat. Was ist die Wahrheit? Was lehrt uns die Schrift?

Gebrauch des Wortes Passah

Das hebräische Wort, das mit „Passah“ wiedergegeben wird, lautet pesach (bzw. paµsach), während das griechische Wort für „Passah“ pascha (pavsca) ist. Dieser Begriff wird in Vine’s Expository Dictionary of Old and New Testament Words folgendermaßen defi­niert:

Pascha, die griechische Schreibweise des aramäischen Wortes für das Passah, vom hebräischen pesach, vorübergehen, verschonen, ein Fest, das Gott zum Ge­den­ken an die Befreiung Israels aus Ägypten einführte, das aber auch ein Sinnbild für das damals noch künftige Sühneopfer Christi war. Das Wort bedeutet 1.) das Passahfest, so in Matthäus 26,2; Johannes 2,13. 23; 6,4; 11,55; 12,1; 13,1; 18,39; 19,14; Apostelgeschichte 12,4; Hebräer 11,28; 2.) durch Metonymie [Vertauschung bedeutungsverwandter Be­griffe], (a) das Passah­mahl, Matthäus 26,18. 19; Markus 14,16; Lukas 22,8. 13; (b) das Pas­sah­lamm, so Markus 14,12 (vgl. 2. Mose 12,21); Lukas 22,7; (c) Christus selbst, 1. Korin­ther 5,7. (W. E. Vine, Vine’s Expository Dictionary of Old and New Testament Words, Fleming H. Revell, Grand Rapids, Michigan, 1981, Stichwort „Passover“; alle Stellenverweise beziehen sich auf den Wortlaut der englischen „King James“-Bibel).

Wie dieses Zitat zeigt, kann das Wort Passah buchstäblich „vorübergehen“ bedeuten. Für die alten Israeliten war die Verschonung ihrer Erstgeborenen das Kernthema dieses Festes. Andere Quellen erklären den Begriff in ähnlicher Weise. So lesen wir in Harper’s Bible Dictionary zum Stichwort „Passover“ [= Passah]:

Passah, ein religiöses Fest, das an die göttliche Befreiung der Juden aus der Knecht­schaft erin­nert. Dieses englische Wort gibt den Sinn des hebräischen pesach, wie es in 2. Mose 12,13 verwendet wird, wieder: „. . . will ich an euch vorübergehen, und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage“ (siehe auch Vers 23 und 27). Das entsprechende Verb könnte in Jesaja 31,5 die Be­deu­tung „beschüt­zen“ haben, wo­bei hier wohl die Erinnerung an den Auszug aus Ägypten mitschwingt (Jesaja 31,3). An anderen Stellen wird das Verb als „hinken“ übersetzt (1. Könige 18,21. 26). Es wird auch in 2. Samuel 4,4 mit der Bedeutung „er wurde lahm“ verwendet. Ein Hauptwort mit derselben Wurzel, das uns in 3. Mose 21,18; 2. Samuel 9,13 und Jesaja 35,6 begegnet, bedeutet „Lahmer“. Versuche, die Herkunft des Wortes pesach von akkadischen, ägyptischen und arabischen Lehnwörtern abzuleiten, sind nicht überzeugend. In der Bibel bezieht sich das Hauptwort pesach durchweg auf das Passah­opfer (2. Mose 12,27) oder das Passah (Paul J. Achtemier, Harper’s Bible Dictionary, Harper and Row Publishers, Inc., San Francisco, 1985, Stichwort „The Passover“).

Derselbe Beitrag merkt an, dass manche Aspekte dieses Festes unter Gelehrten um­strit­ten sind. Sein Zeitpunkt, sein Ursprung und seine Bedeutung sind alle Gegenstand einer Dis­kus­sion:

Weil die Bibel und andere Quellen nur spärliche Hinweise auf das Passah enthalten, sind Wis­sen­schaftler nicht ohne weiteres in der Lage, den Ursprung und die geschichtliche Ent­­wick­lung dieses Festes zu ermitteln. Ihre Aufgabe wird zusätzlich dadurch er­schwert, dass sie sich in der Bewertung des schriftlichen Quellenmaterials uneinig sind. Die Bibel enthält acht chro­nologische Hinweise auf das Passa (ebenda).

Das Wort Passah wird in der Bibel mit mehreren Bedeutungen verwendet. Harper’s Bi­ble Dictionary weist darauf hin, dass das Hauptwort „sich durchweg auf das Opfer (2. Mose 12,27) oder das Opferfest (2. Könige 23,22) [bezieht]“. Mal wird es für das Lamm ver­­wendet, das geopfert und gegessen wird, mal wird es für das Fest selbst gebraucht. Allein schon diese Tatsache erklärt zum Teil die Meinungsverschiedenheiten, mit denen das Passah um­geben ist. Wenn wir diesem Thema gerecht werden wollen, müssen wir uns verschiedene Be­deutungen klarmachen, die das Wort „Passah“ in der Bibel hat. Welche Bedeutung an einer be­stimmten Stelle gemeint ist, geht manchmal eindeutig, aber manchmal nicht aus dem Zu­sam­menhang hervor.

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