Wann sollen wir das Pfingstfest halten?

Pfingsten hat eine besondere Bedeutung in der Geschichte der Kirche Gottes, denn an diesem Tag wurde die neutestamentliche Kirche gegründet (Apostelgeschichte 2,1-3). Der Name des Festtages kommt von dem griechischen Wort pentekoste, was soviel wie „fünfzigster“ bedeutet, wobei der Begriff Tag hier angedeutet wird (Vine’s Expository Dictionary of Old and New Testament Words, Grand Rapids, Fleming H. Revell, 1981: „Wenn ein Adjektiv, das ,fünfzigster‘ bedeutet, als Hauptwort benutzt wird, wird der Zusatz ,Tag‘ automatisch als gegeben angenommen, es bedeutet also der fünfzigste Tag.“). Der griechische Begriff stellt eine Über­set­zung des hebräischen Wortes „Fest der fünfzig Tage“ dar. Die Septuaginta verwendet diesen Begriff nicht, wenn sie sich auf dieses Fest bezieht. Stattdessen finden wir dort das griechische Äqui­valent für „Wochenfest“ in 2. Mose 34, Vers 22. Der Begriff pentekoste wurde aber im hellenis­ti­schen Judentum (180 v. Chr. – 100 n. Chr.) für das Pfingstfest verwandt. Sowohl Philos als auch Josephus gebrauchten diesen Begriff (Philo Decal., 160; Josephus, Jüdische Altertümer, Buch III, 10, 6; Buch XIII, 8, 4; Buch XIV, 13, 4; Buch XVII, 10, 2).

Der Ausdruck bezieht sich auf die Tatsache, dass Pfingsten, bei einer bestimmten im Alten Testa­ment gebotenen Zählung von Tagen, der fünfzigste Tag ist. Dieses Fest ist einer der sieben jährlichen heiligen Tage, die in 3. Mose 23 aufgelistet werden:

„Und ihr sollt an diesem Tag eine heilige Versammlung ausrufen; keine Arbeit sollt ihr tun. Eine ewige Ordnung soll das sein bei euren Nachkommen, überall, wo ihr wohnt“ (3. Mose 23,21; alle Hervorhebungen durch uns).

Das gleiche Fest wird auch „das Fest der Ernte der Erstlinge deiner Früchte“ genannt (2. Mose 23,16). An anderer Stelle wird es auch Wochenfest genannt (2. Mose 34,22; 5. Mose 16,10. 16). Die häufige Verwendung des Begriffs „Wochenfest“ bezieht sich auf den Zeitabschnitt zwischen den Tagen der Ungesäuerten Brote und diesem bestimmten Festtag. Schon der Name des Pfingstfestes deutet eindeutig an, dass eine Anzahl von Tagen (oder Wochen) gezählt werden soll.

Die Vereinte Kirche Gottes erkennt die heiligen Tage, darunter auch das als Pfingsten bekannte Fest, als verbindliche Festtage für Christen an. Das Pfingstfest ist ein eintägiges Fest. Nach der Praxis der Vereinten Kirche Gottes folgt Pfingsten immer unmittelbar auf einen wöchentlichen Sabbat. Im Laufe der Jahre gab es immer wieder Fragen über die Festsetzung des Termins für diesen Festtag. Die Kontroverse um Pfingsten dreht sich meist um die Frage, welcher Tag der genaue Termin des Festes ist und weniger um die Frage, ob dieser Tag überhaupt gehalten werden soll. Die Anweisungen zu diesem Fest finden wir in 3. Mose 23, Verse 15-16:

„Danach sollt ihr zählen vom Tage nach dem Sabbat, da ihr die Garbe als Schwingopfer darbrachtet, sieben ganze Wochen. Bis zu dem Tag nach dem siebenten Sabbat, nämlich fünfzig Tage, sollt ihr zählen und dann ein neues Speisopfer dem Herrn opfern.“

Der Tag, an dem das Zählen der Tage begann, war der Tag des Opfers, der im alten Israel auch der erste Tag der Gerstenernte war. Harper’s Bible Dictionary sagt folgendes zum Stichwort „Gerste“: „Zwischen dem Beginn der Gerstenernte Ende April bis zum Ende der Weizenernte Anfang Juni vergingen sieben Wochen (5. Mose 16,9-12; Ruth 2,23). Die Ernte gipfelte im Pfingsttag“ (Achtemier, Paul J., Th.D., Harper and Row Publishers, Inc., San Francisco, 1985). Das Gebot, Pfingsten zu halten, finden wir in 5. Mose 16, Verse 9-10:

„Sieben Wochen sollst zu zählen und damit anfangen, wenn man zuerst die Sichel an die Halme legt, und sollst das Wochenfest halten dem Herrn, deinem Gott, und eine freiwillige Gabe deiner Hand geben je nachdem, wie dich der Herr, dein Gott, gesegnet hat.“

Die Zählung soll am fünfzigsten Tag enden, an dem ein Opfer aus zwei Broten, die mit Hilfe der Erstfrüchte aus der Weizenernte gebacken worden waren, stattfand (3. Mose 23,17-21). Der fünfzigste Tag ist also auch das Pfingstfest. Bei einer Analyse dieses Themas mit der Absicht, den richtigen Tag als Termin für das Pfingstfest festzustellen, müssen die folgenden Fragen beantwortet werden:

• Soll man mit dem Zählen nach dem ersten jährlichen Sabbat der Tage der Unge­säuerten Brote beginnen? Ist dieser Sabbat in 3. Mose 23 gemeint? Wenn dem so ist, beginnt die Zählung dann mit dem zweiten Tag der Ungesäuerten Brote?

• Soll die Zählung nach dem siebten Tag der Ungesäuerten Brote beginnen? Ist das der Sabbat, der in 3. Mose 23 gemeint ist?

• Beginnt die Zählung an einem Sonntag während der Tage der Ungesäuerten Brote? Wenn ja, welches ist dann das richtige Verfahren, um den Pfingsttag in einem Jahr zu bestimmen, in dem der erste Tag der Ungesäuerten Brote auf einen Sonntag fällt?

Je nachdem, wie man diese Fragen beantwortet, gibt es mindestens vier unterschiedliche Möglich­keiten, den Pfingsttag zu bestimmen – oder auch eine fünfte, wenn man die übliche Praxis der heutigen Kirchen, Whit Sunday zu halten, hinzurechnet. („Whit Sunday“ wird von Ostern ausgehend gezählt. Oft auch „Whit Suntide“ genannt, war das das erste jährliche Fest, das von der katholischen und protestantischen Welt begangen wurde und stellte eine Art Ersatz für Pfingsten oder eine bestimmte Form von Pfingsten dar. Für den römischen Katholizismus hängt die Bestimmung dieses Tages vom Datum des Ostersonntags ab. Die östlichen Kirchen bestehen darauf, dass der Tag in jedem Jahr erst dann begangen wird, wenn die Juden den ersten Tag der Ungesäuerten Brote gehalten haben.)

1. Der 6. Siwan oder ein festes Datum für Pfingsten. Nach diesem Szenario kann der je­weilige Pfingsttag auf praktisch jeden Wochentag fallen. Der 6. Siwan kommt 50 Tage nach dem 16. Nisan. Auf diese Weise entfällt die Notwendigkeit des Zählens. Indem man die Zählung an einem festen Datum eines Monats beginnt, fällt dann der Festtag selbst auch auf ein festes Datum.

2. Der 12. Siwan oder ein festes Datum für Pfingsten. Der 12. Siwan ist der fünfzigste Tag, wenn man mit dem Zählen am 22. Nisan beginnt, dem Tag, der unmittelbar auf den letzten Tag der Ungesäuerten Brote (den 21. Nisan) folgt. Hier kann das gleiche wie oben gesagt werden: Indem man mit der Zählung an einem festen Datum beginnt, braucht man nicht jedes Jahr erneut zu zählen.

3. Pfingsten an einem Montag, 50 Tage nach dem Sonntag während der Tage der Un­ge­säuerten Brote. Es gibt zwei Methoden, wie man einen Montag als Termin für Pfingsten festsetzen kann: (a) ausschließendes Zählen, wobei die Zählung mit dem Montag als Tag 1 beginnt und der Sonntag des Schwingopfers von der Zählung ausgeschlossen wird; (b) einschließendes Zählen, wobei man mit der Zählung am Sonntag des Schwingopfers beginnt, Pfingsten aber am Montag nach dem fünfzigsten Tag gefeiert wird.

4. Pfingsten am Sonntag, 50 Tage nach dem Sonntag während der Tage der Unge­säu­erten Brote. Es werden 50 Tage gezählt und Pfingsten wird am 50. Tag gefeiert, der immer ein Sonntag ist.

Angesichts dieser unterschiedlichen Möglichkeiten untersuchen wir nun die biblischen Belege, um zu sehen, welches Verfahren das korrekte ist. Welches stimmt mit den biblischen Anweisungen am genauesten überein?

Möchten Sie weiterlesen? Dann laden Sie dieses Themenpaper als  PDF-Datei herunter.

Gute Nachrichten
Postfach 301509
D-53195 Bonn

Telefon: (0228) 9 45 46 36
Fax: (0228) 9 45 46 37
E-Mail: info@gutenachrichten.org

Themenpapier-Liste ]  Artikel drucken ]  Artikel versenden ] Artikel kommentieren ]


© 1997-2017     Alle Rechte vorbehalten  
Valid XHTML 1.0