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Sollen Christen zur Wahl gehen?Sollen Christen zur Wahl gehen oder auf sonstige Weise am politischen System dieser Welt teilnehmen? Bei der Gründung der Vereinten Kirche Gottes wurde die traditionelle Lehre der Kirche, wonach Mitglieder sich nicht am politischen System dieser Welt beteiligen sollen, übernommen. In diesem Themenpapier wird der offizielle Standpunkt der Kirche zu dieser Frage näher erläutert. Bevor wir fortfahren, wollen wir anmerken, dass eine Teilnahme an weltlicher Politik ein anderes Thema ist als eine Abstimmung bei Angelegenheiten innerhalb der Kirche, bei der eine vom heiligen Geist geleitete Lösung angestrebt wird (vgl. dazu das Themenpapier „Abstimmungen in der Kirche“). Diese Unterscheidung zwischen politischen Wahlen außerhalb der Kirche und kircheninternen Abstimmungen wurde in einer Stellungnahme der Vereinten Kirche Gottes zu diesem Thema behandelt. Nachfolgend der Wortlaut der Stellungnahme (alle Hervorhebungen durch uns): Sie fragten, ob sich Wahlen bei
kirchlichen Zusammenkünften mit der Bibel vereinbaren
lassen. Durch das Wählen bringt man seine Meinung bei
einem Entscheidungsprozess zum Ausdruck. Ein anderes Wort
dafür ist Abstimmen . . . Der bisherige Standpunkt der Kirche zur Frage des Wählens und der PolitikIm Oktober 1948 veröffentlichte die „Radio Church of God“ (später in „Weltweite Kirche Gottes“ umbenannt) in ihrer Zeitschrift The Plain Truth („Klar & Wahr“) einen Artikel mit dem Titel „Wen würde Jesus als Präsidenten wählen?“ Dieser Artikel wurde 1952 in der Zeitschrift The Good News („Die Gute Nachricht“) erneut abgedruckt. 1956 erschien er unter dem gleichen Titel in der Oktoberausgabe von The Plain Truth. Der Artikel wurde 1960 in der Novemberausgabe von The Plain Truth nochmals veröffentlicht. Das letzte Mal, dass dieser Artikel in einer Publikation der Kirche erschien, war 1984, und zwar in der Oktoberausgabe von The Good News. Dieser Artikel wurde in all den Jahren als hauptsächliche Stellungnahme der Kirche zum Thema Stimmabgabe bei politischen Wahlen verwendet. Dabei ging es um das Wählen und die Frage, ob man sich als Kandidat für politische und öffentliche Ämter aufstellen lassen sollte. Im November 1948 wurde auch ein persönlicher Brief von Herbert W. Armstrong in der Zeitschrift The Good News veröffentlicht: „Sind die weltlichen, unbekehrten Menschen mit mehr Begeisterung, Eifer und Patriotismus für die Dinge dieser Welt erfüllt, als es wahre Christen für die Dinge Gottes sind? Der Dienstag, der Tag der Präsidentenwahl, wird bereits vorüber sein, wenn Sie diesen Brief lesen. Die Menschen dieser Welt werden ihren Patriotismus dadurch bekundet haben, dass sie zur Wahl gegangen sind. Die Menschen dieser Welt fühlen einen starken Patriotismus in ihrer Seele – sei es der Patriotismus für ihr eigenes Land, ihre eigene Universität, ihre Studentenverbindung, ihre Loge, ihren Verein, ihr Unternehmen oder für welche parteiische Organisation auch immer, der sie sich verbunden fühlen.“ Der 1960 in der Oktoberausgabe von The Good News erschienene Artikel „Sollte ein Christ kämpfen?“ von L. Leroy Neff beinhaltet folgende Aussage: „Da wir JETZT Botschafter für das Reich Gottes sind, verzichten wir auf das Recht zu wählen bzw. an der Politik oder den Regierungen dieser Welt teilzunehmen. Falls Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, dann bestellen Sie bitte umgehend unseren Artikel Wen würde Jesus als Präsidenten wählen?.“ 1980 erläuterte Herman Hoeh die über die Jahre hinweg eingenommene Position der Kirche in einer Predigt zum Thema „Militärdienst und die Kirche“ (2. Februar 1980, Predigttranskript): „Ich musste [in Bezug auf die Kriegdienstverweigerung] vor einem Richter erscheinen, und ich werde hier jetzt nicht auf die gesamte Geschichte dieses Ereignisses eingehen. Es hatte jedoch mit einer anderen Angelegenheit zu tun hat, nämlich dem Wählen. Das sei bei diesem Thema von kritischer Bedeutung, sagte mir dieser Mann nach unserem Gespräch. Er sagte, dass es interessant sei, dass es seit Beginn des Prinzips der Kriegsdienstverweigerung zwei Kirchen gegeben habe, die in ihrem diesbezüglichen Verständnis fundamental geblieben seien: die Mennoniten und die Kirche Gottes. Denn die Kirche Gottes, die damals ihren Hauptsitz in Stanbury in Missouri hatte, beantragte und erhielt bereits in den Tagen von Präsident Lincoln [1861-1865] den Status als Kriegsdienstverweigerer. Ich hatte das nicht gewusst, ich hatte nie davon gehört. Aber als mir das der Richter selbst mitteilte – ein Mann, der für das Gesetz zuständig ist –, da dachte ich mir, dass dies einen ausgezeichneten historischen Beleg für die Tradition unserer Kirche darstellt“ (siehe weitere Predigtauszüge im Anhang). 1988 verfasste die Korrespondenzabteilung der Weltweiten Kirche Gottes einen Brief, der bis weit in die 1990er Jahre eingesetzt wurde: Vielen Dank für Ihre Frage zum
Thema Wählen. Auch andere Veröffentlichungen der Kirche machten deutlich, dass die Kirche gegen das Wählen und das Kandidieren für ein politisches Amt war (siehe Anhang). Möchten Sie weiterlesen? Dann laden Sie dieses Themenpaper als PDF-Datei herunter.
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