Hebt das Neue Testament die Speisegesetze auf?

Die biblischen Speisegesetze © Shaun Venish/Corel Professional Photos
Ist Ihnen bekannt, dass Gott Unterscheidungen traf, die zeigen, welches Fleisch von Menschen verzehrt werden kann? Viele Menschen glauben, dass diese Merkmale nicht mehr länger zutreffen.

Manche verstehen die biblischen Speisegesetze falsch. Was offenbart die Bibel wirklich über dieses Thema? Welche Prinzipien stehen hinter diesen Gesetzen?

Von der Redaktion

Wer in der Kirche Gottes aufwuchs, lernte wohl im Kindesalter den Unterschied, den Gott zwischen reinen und unreinen Tieren macht. Wer das erlebte, kann sich daran erinnern, wie die Eltern die Namen von Tieren aufzählten und danach fragten, ob Gott sagte, dass man sie essen könnte oder nicht. Mit den bekanntesten Geschöpfen anfangend, die die Menschen essen, lernten die Kinder, dass man Kühe, Schafe, Wild, Hühner und Truthähne essen konnte, während Schweine, Hasen, Eichhörnchen, Pferde, Krabben und Hummer nicht dazu gehörten.

Nachdem die Kinder die Grundlagen gelernt hatten, führte ihre kindliche Neugier zu exotischen Tieren wie Tigern, Elefanten und Giraffen. Da diese Tiere in 3. Mose 11 oder 5. Mose 14 nicht im Einzelnen erwähnt werden, lernten sie, nach den charakteristischen Merkmalen zu suchen, die zeigten, welche Tiere für den menschlichen Verzehr geeignet waren.

3. Mose 11, Vers 3 sagt: „Alles, was gespaltene Klauen hat, ganz durchgespalten, und wiederkäut unter den Tieren, das dürft ihr essen.“ Dieser Vers zeigt, dass Tiger und Elefanten unrein sind, weil sie keine gespaltenen Hufe haben. Die Giraffe jedoch hat gespaltene Hufe, und sie käut wieder. Deshalb ist sie rein. Ebenso beschreiben diese Kapitel die Eigenschaften, die Geflügel, Fisch und Insekten rein oder unrein machen.

Die Auseinandersetzung mit den biblischen Speisegesetzen lässt manche Kinder später fragen: Warum missachten so viele Leute, was Gott sagt? Fakt ist, dass nur wenige Leute wirklich bereit sind, dem Gebot Jesu Christi zu folgen und ihr Leben nach „einem jeden Wort auszurichten, das aus dem Mund Gottes geht“ (Matthäus 4,4), auszurichten.

Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Vielen Leuten ist nicht bekannt, dass Gott Unterscheidungen traf, die zeigen, welches Fleisch von Menschen verzehrt werden kann. Andere, sogar viele, die diese Merkmale kennen, glauben, dass sie nicht mehr länger zutreffen. Untersuchen wir nun einige dieser Ideen.

Diverse Vorstellungen über Unterscheidungsmerkmale

Da viele Leute Schweinefleischprodukte (Schinken, Speck, Wurst) genießen und keine sofortigen gegenteiligen Auswirkungen verspüren, wurden einige wissenschaftliche Gründe untersucht, die Gott im Sinn gehabt haben könnte, als er dem alten Israel gebot, kein Schweinefleisch zu essen. Eine Theorie besagt, dass Gott Schweinefleisch verbot, weil die Israeliten Krankheiten wie Trichinose bekommen konnten, welche von Schweinen übertragen werden. Die Israeliten hatten noch keine eigenen Kühlschränke, und Wissenschaftler hatten die Menschen noch nicht gewarnt, Schweinefleisch gründlich zu braten, um alle potenziellen Krankheitserreger abzutöten.

Da die moderne Wissenschaft diese Probleme anscheinend gelöst hat, und da das meiste Fleisch gründlich zubereitet wird, um alle Parasiten zu töten, nehmen manche an, dass der Verzehr von Schweinefleisch vor Gott gerechtfertigt ist. Da viele Menschen ihr ganzes Leben lang Schweinefleisch essen und ein hohes Alter erreichen, nimmt der Durchschnittsmensch an – falls er überhaupt darüber nachdenkt –, dass Schweinefleisch kaum eine oder gar keine Auswirkung auf die Gesundheit oder ein langes Leben hat.

Untersuchungen haben jedoch einige Ärzte davon überzeugt, ihren Patienten zu empfehlen, Schweinefleisch oder Schalentiere in ihrer Diät zu vermeiden. Sie haben beobachtet, dass einige Menschen dieses Fleisch nicht richtig verdauen. So werden einige zugeben, dass es für Menschen mit bestimmten Gesundheitsproblemen sinnvoll ist, auf bestimmtes Fleisch zu verzichten, was aber nicht für alle gilt.

Parallel zu der wissenschaftlichen Argumentation hat sich eine religiöse Perspektive entwickelt. Theologen nehmen an, dass die Gesetze vom reinen und unreinen Fleisch unter dem Alten Bund mit dem alten Israel entstanden sind und mit der Einführung des Neuen Bundes abgeschafft werden. Deshalb soll eine Reihe von Gesetzen des Alten Testamentes für Christen nicht länger gültig sein.

Viele glauben, dass Paulus diese Auffassung bestätigte, als er sagte: „Ich weiß und bin gewiss in dem Herrn Jesus, dass nichts unrein ist an sich selbst; nur für den, der es für unrein hält, ist es unrein“ (Römer 14,14). Diese Überlegung versetzt Gott in die Rolle des Oberarztes des Alten Testamentes und Jesus in die Rolle des Befreiers von Gottes Gesetz im Neuen.

Wenn wir annehmen, dass Gott einfach nur um die Gesundheit des alten Israels besorgt war, wird die Liste der Bibel über reine und unreine Tiere einfach nur zu einem primitiven Gesundheitsthema, das die moderne, aufgeklärte und befreite Menschheit nicht mehr braucht. Indem man argumentiert, dass Christus dies verstand und seinen Nachfolgern die Freiheit gab, in solchen Angelegenheiten für sich selbst zu entscheiden, glaubt man, dass Gott jegliche Entscheidung akzeptiert, die wir in diesen Angelegenheiten für uns selbst treffen.

Diese verbreitete Sichtweise wird von den meisten Kirchen gelehrt. Gibt sie aber die biblische Lehre zutreffend wieder?

Gottes Sichtweise ist anders

Gott schuf die Menschheit nach seinem eigenen Bildnis (1. Mose 1,26-27). Dadurch gab Gott Männern und Frauen die Fähigkeit zu denken. Welch ein herrliches Geschenk! Unsere Denkfähigkeit ist jedoch nicht unfehlbar. Als das Denken des alten Israels fehlschlug, sagte Gott: „So kommt denn her, wir wollen uns auseinandersetzen“ (Jesaja 1,18; Menge-Bibel).

Die Schrift berichtet aber auch, dass Gott uns sagt: „Denn meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr, sondern so viel der Himmel höher ist als die Erde, so sind auch meine Wege höher als eure Wege und meine Gedanken als eure Gedanken“ (Jesaja 55,8-9). Deshalb sollte Gott und nicht der Mensch die Autorität für unser Verhalten sein (Sprüche 14,12), einschließlich darüber, welche Nahrung verzehrt oder nicht verzehrt werden sollte.

Des Weiteren gibt der Prophet Jeremia freimütig zu: „Ich weiß, Herr, dass des Menschen Tun nicht in seiner Gewalt steht, und es liegt in niemandes Macht, wie er wandle oder seinen Gang richte“ (Jeremia 10,23; alle Hervorhebungen durch uns).

Im Lichte dieser Bibelverse müssen wir die Angelegenheit des reinen und unreinen Fleisches genau untersuchen. Wir müssen sicher sein, dass wir Gottes Perspektive verstehen, statt ausschließlich auf menschliche Argumentation zu vertrauen.

Der Ursprung der Unterscheidungsmerkmale

Die erste Erwähnung in der Bibel über einen Unterschied zwischen reinen und unreinen Tieren findet lange vor dem Auszug Israels aus Ägypten statt. Fast tausend Jahre bevor es einen Bund mit der Nation Israel gab, wies Gott Noah an, zwei Paare unreiner Tiere und sieben Paare reiner Tiere in die Arche zu bringen (1. Mose 6, Vers 19 bis 1. Mose 7, Vers 2).

In diesem Bericht erfährt Noah nicht, dass Gott zum ersten Mal einen Unterschied zwischen den Tieren getroffen hätte. Gott sagt einfach nur: „Von allen reinen Tieren nimm zu dir je sieben . . . von den unreinen Tieren aber je ein Paar . . .“ (1. Mose 7,2).

Gott hat Noah die Bedeutung von „rein“ und „unrein“ nicht erklärt, denn Noah verstand Gottes Anweisungen und was von ihm gefordert wurde, und er gehorchte Gott. Um zu verstehen, was Gott mit diesen Begriffen meinte, müssen wir zu anderen Kapiteln der Bibel gehen, wie beispielsweise 3. Mose 11 und 5. Mose 14.

Der Bericht über Noah zeigt, dass der Unterschied zwischen rein und unrein schon früher in der Menschheitsgeschichte existierte, lange bevor Gott seinen Bund mit Israel schloss. Damit wird die verbreitete Idee, dass die Reinheit und Unreinheit der Tiere mit dem Alten Bund entstand, durch die Bibel als falsch überführt.

Da diese Unterscheidungen vor den israelitischen Opferritualen und der levitischen Priesterschaft existierten, kann die Schlussfolgerung nicht getroffen werden, dass diese Unterschiede mit einer Änderung der Ritualopfer oder der Priesterschaft beendet wären.

Wie wir sehen werden, lehrt die Bibel, dass der Unterschied zwischen rein und unrein nie aufgehoben wurde. Weiterhin wird fälschlicherweise angenommen, dass Gottes Gesetz nicht vor der Zeit existierte, zu der es zum ersten Mal erwähnt wird.

Dieses Missverständnis führt zu dem gleichermaßen fehlerhaften Glauben, dass die einzig gültigen Gesetze für neutestamentliche Christen diejenigen sind, die in dem Neuen Testament nach der Kreuzigung Christi bestätigt wurden. Jesus selbst wies diese Argumentation zurück (Matthäus 5,17-19).

Obwohl es für diese Ansichten, zu welchem Zeitpunkt Gottes Gesetz wirksam wurde, keine biblischen Beweise gibt, werfen sie jedoch ein wichtiges Thema auf, worüber es sich nachzudenken lohnt: der Fortbestand von Gottes Gesetz.

Die Natur von Gottes Gesetz

Die Art, wie zwischenmenschliche Beziehungen durch Gottes Grundgesetz in 1.Mose behandelt wird, stimmt mit der Aussage des Apostels Paulus überein, dass „das Gesetz geistlich ist“ (Römer 7,14). Die geistlichen Prinzipien, auf denen alle Anweisungen Gottes beruhen, haben immer existiert.

Genauso wie Gott ewig ist (5. Mose 33,27; Maleachi 3,6; Hebräer 13;8), sind auch die Prinzipien ewig, die seinen Charakter und seine Natur widerspiegeln. Gottes Gesetz beruht auf seinem unveränderlichen Charakter, der nicht von Ereignissen und Stimmungen abhängt, die in der Menschheitsgeschichte vorherrschen.

Natürlich erfahren wir zu einem bestimmten Zeitpunkt von Gottes Gesetz, doch das bedeutet nicht, dass Gottes Gesetz nicht schon vor unserer Kenntnisnahme des Gesetzes existierte. Einige argumentieren, dass Adam und Eva jedes Tier essen konnten, obwohl Noah es nicht konnte, oder dass es akzeptabel war, unreine Tiere bis zur Zeit Noahs zu essen, oder dass Noah, trotz der Unterschiede, die Gott machte, essen konnte, was immer er wollte, weil Gott keine besonderen Anweisungen offenbart hatte, die es ihm eindeutig verbaten.

Solch eine Argumentation ist fehlerhaft. Sie übersieht die dauerhafte Natur der geistlichen Prinzipien, die als Grundlage für die Anweisungen dienen, die Gott der Menschheit gegeben hat.

Vom Anfang bis zum Ende ist die Bibel ein Buch über das Gesetz. Es ist jedoch nicht als ein reines Rechtsbuch geschrieben worden. Das Wort Gesetz (hebräisch thora) schließt „Richtung“ und „Belehrung“ ein – ein Konzept, das viel breiter gefächert ist als ein reiner Gesetzeskodex. Gottes Gesetz existierte schon vor der Bibel.

Die Bibel ist zum großen Teil ein Buch über Beziehungen, genauer gesagt darüber, welches Verhältnis Menschen in der Vergangenheit zu Gott hatten und welches Verhältnis wir zu ihm haben sollten. Gottes Gesetz – seine Weisungen und Belehrungen für uns Menschen – gibt uns die Richtlinien, damit wir eine Beziehung zu ihm entwickeln können, die zum ewigen Leben führt (Johannes 17,2-3).

Das Halten des Gesetzes rettet uns jedoch nicht, sondern unser Glauben, den Gott uns gibt und der unsere Beziehung zu ihm ermöglicht, tut dies (Lukas 7,49; Epheser 2,8; Römer 12,3). Mit der Zeit, so wie sich unsere Beziehung zu Gott entwickelt, erfahren wir mehr darüber, was er von uns erwartet bzw. welche Gedanken und Taten unter seinem Gesetz akzeptabel sind. Wir beginnen, danach zu leben (Matthäus 7,21; Johannes 14,15; Offenbarung 14,12).

Wenn wir die geistlichen Prinzipien verstehen, die die Grundlage für Gottes Gesetz bilden, suchen wir nicht nach Schlupflöchern in seinem Gesetz, um seinen Geboten zu entgehen. Wenn wir in einer liebevolle Beziehung zu ihm stehen, halten wir seine Gebote (1. Johannes 5,2).

Der Apostel Johannes sagt deutlich: „Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer“ (Vers 3). Diese Gebote, einschließlich der Speisegesetze, die wir in 3. Mose 11 und 5. Mose 14 finden, dienen unserem eigenen Wohlergehen.

Abraham, der als ein Freund Gottes (Jakobus 2,23) und Vater aller Gläubigen (Römer 4,11) bezeichnet wird, verstand und hielt Gottes Gesetz. Gott beschrieb ihn als jemanden, der „meiner Stimme gehorsam gewesen ist und gehalten hat meine Rechte, meine Gebote, meine Weisungen und mein Gesetz“ (1. Mose 26,5).

Abraham hatte die Einstellung des vertrauensvollen Glaubens, verbunden mit einem aufrichtigen Gehorsam. Folglich wird Abraham, der lange vor Gründung des Alten Bundes mit Israel lebte, die Erlösung erfahren – die Belohnung für die, „die ihn suchen“ (Hebräer 11,6. 8-16).

Kodifikation von Gesetzen, die zuvor offenbart wurden

Als Gott anfing, mit dem alten Israel zu arbeiten, formulierte und verkündete er sein Gesetz nicht zum ersten Mal; er wiederholte es für eine Gruppe von Menschen, die mehrere Generationen lang Sklaven in Ägypten gewesen waren (2. Mose 12,41). Unter solchen Umständen konnten sie sich wahrscheinlich nicht an Gottes Gesetz erinnern und gehorchten ihm noch weniger. Deshalb wurde sehr viel Zeit darauf verwendet, Gottes Gesetz für die neue Nation in einem Gesetzbuch zusammenzufassen. Als Israel Ägypten verließ, fing Gott an, sie über seine Festtage zu belehren (2. Mose 5,1; 12,1-51).

Als sie zum Berg Sinai unterwegs waren, wies Gott sie an, an seinem wöchentlichen Sabbat zu ruhen (2. Mose 16,23). Er bekräftigte diese Lektion, indem er durch ein Wunder am sechsten Tag eine größere Portion Manna und am siebten nichts sandte (Verse 25-29). Als einige Israeliten Gottes Anweisungen ignorierten, wies Gott sie zurecht:

„Wie lange weigert ihr euch, meine Gebote und Weisungen zu halten?“ (Vers 28).

Dies geschah, bevor Gott das Halten seines Sabbats als eines seiner Zehn Gebote offenbarte, was einige Zeit nach dem Auszug Israels aus Ägypten geschah, als sie in die Wildnis von Sinai kamen (2. Mose 19,1). Dort verkündete Gott die Zehn Gebote vom Berg Sinai (2. Mose 20).

Danach offenbarte Gott seine Satzungen – Regelungen, wie die Israeliten sein Gesetz praktisch anwenden konnten – und weitere Instruktionen über den wöchentlichen Sabbat und die Festtage (2. Mose 21-23). Wenn sein Volk gehorchen würde, versprach Gott ihm physischen Segen, indem er Krankheiten wegnehmen würde und ihm Sicherheit in seinem neuen Land gewähren würde (2. Mose 23,25-33).

Der Zweck der Unterscheidungsmerkmale

In 3. Mose 11 und 5. Mose 14 finden wir eine Liste von reinen und unreinen Tieren. Beide Kapitel geben die gleichen Gründe für Gottes Anweisung über reines und unreines Fleisch an. In 3. Mose 11 sagt Gott, dass man die unreinen Dinge nicht essen soll, um „heilig“ zu sein (Verse 44-45). In 5. Mose 14 wird Israel angewiesen, keine gräulichen Dinge zu essen (Vers 3), „denn du bist ein heiliges Volk dem Herrn, deinem Gott“ (Vers 2. 21). Heilig zu sein bedeutet, ausgesondert zu sein.

Eine Untersuchung dieser Kapitel weist auf keine Erwähnung hin, dass besonders aus gesundheitlichen Gründen zwischen reinem und unreinem Fleisch unterschieden wurde. Obwohl der größere Teil von 3. Mose und 5. Mose Fragen zur Gesundheit und Hygiene behandelt, ist der wesentliche Grund, den Gott für die Vermeidung von unreinem Fleisch gibt, die Heiligkeit.

Er möchte, dass wir heilig sind. In Gottes Augen ist die Vermeidung von unreinem Fleisch ein Kennzeichen für die Heiligkeit derjenigen, die durch eine Beziehung zu ihm ausgesondert worden sind.

Die Heiligkeit wird in den Gedanken und den Taten derjenigen reflektiert, die durch eine Beziehung zu Gott ausgesondert sind. Gott fordert ein heiliges Benehmen, einen Lebensweg, der sich gründlich von dem Rest der Welt unterscheidet. Ein heiliges Benehmen bestimmt die Einstellung gegenüber Gott, anderen und sich selbst, und resultiert in Handlungen, die die Verursachung von Schmerz und Leiden vermeiden und auf Dauer positive Beziehungen aufbauen.

Natürlich bedeutet heilig zu sein viel mehr als nur unreines Fleisch zu meiden. Christus sprach vom „Wichtigsten im Gesetz“, wie Recht, Barmherzigkeit und Glauben (Matthäus 23,23).

Gott gab sein Gesetz physischen Menschen, die verflucht sind, wenn sie diesen Gesetzen nicht folgen. Das Brechen des Gebotes gegen Ehebruch kann z. B. eine Ehe und eine Familie zerstören. 5. Mose berichtet von mehreren Katastrophen, die die Israeliten befielen, als sie die Gesetze Gottes brachen. Gott versprach aber, dass er sie als ein heiliges Volk aufrichten würde, wenn sie seinen Geboten gehorchen würden (Vers 9).

Gottes fortwährender Wunsch, dass sein Volk heilig sein sollte, besteht noch immer. Wie Paulus sagte: „Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir, heilig und untadelig vor ihm sein sollten; in seiner Liebe“ (Epheser 1,4).

Der Apostel Petrus verwies auf den Kontext für Gottes Anweisungen über unreines Fleisch in 3. Mose 11, als er Christen unter dem Neuen Bund aufforderte, ein heiliges Volk für Gott zu sein: „Als gehorsame Kinder gebt euch nicht den Begierden hin, denen ihr früher in der Zeit eurer Unwissenheit dientet; sondern wie der, der euch berufen hat, heilig ist, sollt auch ihr heilig sein in eurem ganzen Wandel. Denn es steht geschrieben: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig“ (1. Petrus 1,14-16).

Natürlich hatte Petrus ein viel größeres Spektrum an göttlichem Verhalten im Sinn, als nur auf unreines Fleisch zu verzichten. Dies hatte auch Paulus, als er die Korinther an Gottes Anweisungen erinnerte:

„Darum geht aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr; und rührt nichts Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr“ (2. Korinther 6,17-18).

Wechsel der Priesterschaft für das Volk Gottes

Jesus kam auf die Erde, um für die Sünden der Menschheit zu sterben und um unser Hohepriester zu werden. Damit ersetzte er als Priester die levitische Priesterschaft, welche seit der Zeit Mose tätig gewesen war (Hebräer 7,11-14).

Jesus ist unser „Bürge eines viel besseren Bundes“ (Vers 22), der den heutigen Christen als der Neue Bund bekannt ist (Hebräer 8,8. 13) und „auf bessere Verheißungen gegründet ist“ (Vers 6).

Gottes Gesetz wird nicht durch den Neuen Bund ungültig gemacht oder außer Kraft gesetzt. Stattdessen wird es zum Teil der christlichen Denkweise und wird auf das Herz derjenigen geschrieben, die diesen Bund annehmen (Vers 10). An dieser Stelle betonen wir erneut: Jesus sagte, dass er nicht gekommen sei, um das Gesetz abzuschaffen (Matthäus 5,17-19).

Der Neue Bund, dessen Hohepriester Jesus ist, enthält „bessere Verheißungen“ (Hebräer 8,6), nicht ein besseres Gesetz. Die besseren Verheißungen schließen ewiges Leben sowie die Verheißung des heiligen Geistes ein, der es uns ermöglicht, Gottes Gesetze einzuhalten (Römer 8,4).

Beachten Sie, wie Paulus dieses Prinzip zusammenfasst: „Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr darin eure Frucht, dass ihr heilig werdet; das Ende aber ist das ewige Leben. Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn“ (Römer 6,22-23). Ein gerechtes Leben zu leben bedeutet, dass Christen an allen Anweisungen Gottes darüber, was uns heilig macht, festhalten.

Als der Wechsel von der levitischen Priesterschaft zur Priesterschaft Jesu Christi nach der Ordnung Melchisedeks stattfand, waren die Gesetze oder administrativen Prinzipien, die allein auf die Leviten zutrafen, nicht länger auf dieselbe Weise gültig. Wie Hebräer 7, Vers 12 es beschreibt: „Denn wenn das Priestertum verändert wird, dann muss auch das Gesetz verändert werden.“

Das Gesetz – ganz besonders das Gesetz, wer der Hohepriester sein konnte (Verse 13-14) – wurde geändert, aber nicht als ungültig erklärt oder abgeschafft. Gottes Gesetze, die vor der levitischen Priesterschaft existierten, bestehen weiterhin.

Die Apostel und die frühe neutestamentliche Kirche folgten weiterhin den Unterscheidungsmerkmalen, die Gott bezüglich des reinen und unreinen Fleisches gegeben hatte (Apostelgeschichte 10,14).

Einige Leute vermuten, dass die Speisegesetze einfach nur eine Sache der Kultur oder Tradition gewesen seien. Aber in Anbetracht der prophetischen Aussagen, die noch nicht erfüllt worden sind, spricht die Bibel von unreinen Tieren (Offenbarung 18,2) und der Bestrafung derjenigen, die Gott in dieser Sache ungehorsam sein werden (Jesaja 66,15-17).

Die Bibel zeichnet den Gehorsam gegenüber den Speisegesetzen weiterhin als ein Merkmal von Gottes Volk aus. Wenn man sich vom Rest der Gesellschaft unterscheidet, weil man Gottes Gesetz folgt, sollte man sich nicht dafür schämen.

Dazu unser Herr und Meister Jesus: „Wer sich aber meiner und meiner Worte schämt unter diesem abtrünnigen und sündigen Geschlecht, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er kommen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit den heiligen Engeln“ (Markus 8,38).

Petrus schreibt über Gottes herausgerufenes Volk: „Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht“ (1. Petrus 2,9).

Gott beschreibt sein auserwähltes Volk als zur Heiligkeit berufen! Christen sollten aber immer Weisheit und Umsicht gebrauchen, wenn sie diese Bräuche in der Familie bekanntgeben und Freunden offenbaren. Sie sollten nicht versuchen, Gottes Gesetz anderen aufzuzwingen. Paulus rät: „Verhaltet euch weise gegenüber denen, die draußen sind . . . Eure Rede sei allezeit freundlich . . ., dass ihr wisst, wie ihr einem jeden antworten sollt“ (Kolosser 4,5-6).

Der grundlegende Zweck vom Gesetz Gottes

Gottes Gesetze dienen unserem Besten. Sie definieren den Weg, von und durch Gott geheiligt und ausgesondert zu sein. Sie lehren uns Gottes Maßstäbe, wie man richtig von falsch, das Heilige vom Gewöhnlichen und Üblichen unterscheidet. Sie definieren unsere Hingabe, Trennung und Ergebenheit gegenüber Gott. Sie helfen uns, nicht der Welt, sondern dem Übel dieser Welt fernzubleiben.

Während wir Gottes Gesetze anwenden, ermutigen sie uns, anders zu denken – zu denken, wie Gott denkt. Sie verändern unsere Auffassung. Das Halten von Gottes Sabbat z. B. ändert unser Verständnis und beeinflusst, wie wir mit unserer Zeit umgehen – nicht nur am Sabbat, sondern auch an den anderen sechs Tagen der Woche.

Gleichermaßen verändert der Gehorsam gegenüber Gottes Speisegesetzen unsere Sichtweise bezüglich der Dinge, die für Gott wichtig sind. Außerdem kann unser Gehorsam in dieser Sache auch andere Bereiche der Ernährung beeinflussen.

Selbst wenn einige von Gottes Gesetzen etwas ungewöhnlich erscheinen mögen und wir ihren Sinn noch nicht vollständig erfassen, helfen sie uns physische, moralische und geistige Verunreinigung zu vermeiden. Das Wort Gottes gibt uns ein Muster für ein physisch, geistlich und moralisch gesundes Leben. Gottes Prinzipien von Gesundheit und Reinheit dienen unserem physischen und geistlichen Wohlergehen in diesem und auch im nächsten Leben.

Gott nannte den Patriarchen Noah einen gerechten Mann. Noah wusste, dass Gott zwischen reinen und unreinen Tieren unterscheidet. Das Einhalten von Gottes Gesetz, das reines und unreines Fleisch definiert, bleibt ein Kennzeichen für die Heiligkeit seines Volkes.

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– INTERN März-April 2018 PDF-Datei dieser Ausgabe

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