
Sind alle Menschen verloren, die sterben, ohne Jesus Christus als ihren Retter angenommen zu haben? Was ist mit denen, die seinen Namen nie gehört haben?
Von Dan Dowd
Manche Christen sind der Überzeugung, dass Menschen, die sich nicht wahrhaftig zum Christentum bekehren, auf ewig verloren sind. Doch was lehrt die Bibel tatsächlich?
Die weitgehend unbekannte Wahrheit ist: Wir leben nicht in der Zeit, in der Gott versucht, die ganze Welt zu retten. Jetzt ist nicht der einzige Tag (oder die einzige Zeit) der Erlösung. Es wird eine Zeit kommen, in der alle, die jemals gelebt haben, die Möglichkeit erhalten werden, umzukehren und ewiges Leben zu empfangen. Dies steht in direktem Zusammenhang mit den Herbstfesten, die in der Heiligen Schrift offenbart werden.
Satans Herrschaft im heutigen Zeitalter
In der Heiligen Schrift wird unmissverständlich berichtet, dass Satan der Gott dieses Zeitalters ist, der Fürst der Macht der Luft und der tatsächliche geistliche Herrscher dieser Welt (2. Korinther 4,4; Epheser 2,2-3; Johannes 12,31). Er ist mächtig! Er bot Jesus diese Macht an, wenn dieser ihn nur anbeten würde (Matthäus 4,9).
Doch erst dadurch, dass Jesus den Versuchungen Satans widerstand, gab Gott, der Vater, ihm diese Macht, wodurch er Satan letztendlich entthronen und ersetzen wird. Wenn Jesus Christus wiederkommt, um zu herrschen, wird Satan seiner Macht vollständig beraubt sein. Zurzeit hat er sie aber und kann nur aufgrund Gottes ausdrücklicher Erlaubnis an dieser Macht festhalten.
Im Garten Eden folgten Adam und Eva Satan statt Gott. Seit dieser Zeit hat Satan die Herrschaft über die Menschheit. Und deshalb ist es in dieser Zeit nicht jedem vergönnt, Gottes Wahrheit zu verstehen (siehe Lukas 8,10).
Satans Ziel ist es, die Menschheit zu täuschen, Gottes Wahrheit zu verdrehen und aufrichtige Menschen dazu zu bringen, eine Fälschung für das Echte zu halten. Damit verführt er sie zur Sünde. Leider war er damit bisher immer sehr erfolgreich (Offenbarung 12,9).
Doch wir nähern uns dem Ende von Satans Herrschaft über die Menschheit. Das tausendjährige Reich Jesu Christi naht und ihm wird die Herrschaft übertragen (Offenbarung 11,15; 20,4. 6). Satan wird dann gefesselt und in den „Abgrund“ geworfen werden, wo er keinen Menschen täuschen kann. Diese Zeit wird nicht ihm gehören, sondern Gott, der durch Christus herrschen und dann der ganzen Menschheit die Erlösung anbieten wird!
Nicht alle Unerlösten sind für immer verloren
Historisch lehrte das abgewandelte Christentum, dass alle Menschen am Ende ihres irdischen Lebens entweder „erlöst“ (mit der Ewigkeit bei Gott im Himmel belohnt) oder „verloren“ (zur Hölle verdammt) sind. Dieses Missverständnis hat zu unermesslichem Leid und unnötigem Kummer geführt.
Diese Vorstellung besagt, dass dies das einzige Zeitalter ist, in dem Gott verzweifelt versucht, die Welt zu retten. Der Auftrag der Kirche besteht demzufolge darin, so viele Menschen wie möglich zu retten, solange noch Zeit ist.
Wenn das stimmt, gibt es Fragen, die das abgewandelte Christentum nicht beantworten kann. Was ist mit den Menschen, die vor der Geburt Jesu lebten und starben? Was ist mit Menschen, die in Regionen lebten, in denen die Botschaft Jesu Christi nie bekannt war? Was ist mit Menschen, die in anderen Religionen aufgewachsen sind oder nie eine christliche Kirche von innen gesehen haben?
In der Bibel steht eindeutig, dass es unter dem Himmel nur einen Namen gibt, durch den wir gerettet werden können: den Namen Jesu Christi. „Im Namen Jesu Christi von Nazareth, den ihr gekreuzigt habt, den Gott von den Toten auferweckt hat; durch ihn steht dieser hier gesund vor euch. Das ist der Stein, von euch Bauleuten verworfen, der zum Eckstein geworden ist. Und in keinem andern ist das Heil, auch ist kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden“ (Apostelgeschichte 4,10-12; alle Hervorhebungen durch uns).
Es gibt keinen anderen Weg zu Gott als durch Jesus (Johannes 14,6). Dennoch gab und gibt es unzählige Menschen, die vor ihrem Tod nie von Christus oder seinen Lehren gehört haben. Nach gängiger christlicher Lehre sind diese Menschen für immer verloren. Sie wussten nicht, dass Reue und Umkehr für Vergebung und Erlösung notwendig sind.
Wahrscheinlich wussten die meisten dieser Menschen nicht einmal, was Sünde ist, geschweige denn, welche Folgen sie hat. Ihnen wurde nie das Evangelium vom Reich Gottes verkündet.
Ist es vernünftig zu glauben, dass ein Gott der Liebe Menschen ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung in die Welt bringt und zulässt, dass sie leben und sterben, ohne je das Evangelium oder den Namen Jesus Christus gehört zu haben? Hat ein solcher Gott sie somit einfach zur ewigen Verdammnis verurteilt, ohne ihnen jemals die Chance auf Rettung zu geben?
Das ist die logische Schlussfolgerung aus der Sichtweise mancher Christen, dass heute der einzige Tag des Heils sei. Doch Gott „will nicht, dass einige zugrunde gehen, sondern vielmehr, dass alle den Weg der Umkehr einschlagen“ (2. Petrus 3,9; Zürcher Bibel).
Jesus sagte außerdem, dass die Heiden der Antike umgekehrt wären, wenn sie seine Wunder und Lehren erfahren hätten (Lukas 10,13).
Wird Gott sie also auf einem anderen Weg retten, etwa wenn sie nach bestem Wissen und Gewissen handelten, ohne Christus zu kennen und anzunehmen? In der Bibel finden wir keine solche Lehre und wir haben bereits gesehen, dass es keinen anderen Weg zu Gott gibt.
Ein manchmal fehlinterpretierter Vers
Manche sind durch 2. Korinther 6, Vers 2 verwirrt, wo es heißt: „Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!“ Beachten Sie aber, dass dort nicht „der einzige Tag des Heils“ steht.
Außerdem zitiert der Apostel Paulus in diesem Vers aus Jesaja 49, Vers 8, doch der hebräische Text hat dort keinen bestimmten Artikel. Auch der griechische Text von 2. Korinther 6, Vers 2 hat keinen. Es heißt also: „Ein Tag des Heils“ – eine Zeit der Befreiung. Selbst wenn ein bestimmter Artikel impliziert wäre, würde dies lediglich bedeuten, dass es die Zeit des Heils für Gottes Nachfolger in dieser Zeit ist.
Dies ist in der Tat der Tag des Heils für diejenigen, die von Gott berufen wurden und deren Verstand für die Wahrheit geöffnet wurde. Jetzt haben sie die Gelegenheit, umzukehren, ihre Sünden zu überwinden und Teil von Gottes Reich zu werden. Für die große Mehrheit der Menschen ist aktuell jedoch nicht der Tag des Heils. Sie werden erst später ihre erste und einzige Gelegenheit zur Errettung erhalten.
Bedenken Sie auch: Wenn der einzige Tag der Erlösung zu Paulus’ Lebzeiten gewesen wäre, wären wir heute davon abgeschnitten. Paulus zitierte jedoch eine Schriftstelle, die Hunderte von Jahren älter ist. War die Zeit des Propheten Jesaja der einzige Tag der Erlösung? Natürlich nicht. Heute wie zu Paulus’ Zeiten war es unter anderem eine Zeit der Befreiung für die Menschen, mit denen Gott arbeitet.
Nicht alle werden jetzt berufen
Gott wird niemandem die Chance auf Erlösung verweigern. Doch die überwältigende Mehrheit der Menschen ist in dieser Zeit der Herrschaft Satans nicht berufen. Der Teufel versucht zwar, die Menschen von der Erlösung abzubringen, aber dies ist nicht die Zeit, in der Gott alle retten will.
Wenn dem so wäre, würde Satan diesen Kampf eindeutig gewinnen, denn der Großteil der Welt ist nicht einmal dem Namen nach christlich. In Wirklichkeit gibt es keinen Kampf zwischen Gott und Satan.
Gott herrscht über seine gesamte Schöpfung. Er lässt Satans Herrschaft vorerst fortbestehen, da dies seinen weisen Absichten dient, beispielsweise um der Menschheit die schrecklichen Folgen von Satans Lügen und Täuschungen am eigenen Leib zu zeigen. Wir sollen verstehen, dass Gott nach seinem Willen und nach seinem eigenen Zeitplan handelt. Dass heute nicht alle berufen werden, ist in seinem Plan vorgesehen.
Milliarden Menschen, die gestorben sind, ohne die Möglichkeit zur Erlösung zu erhalten, werden wieder zum Leben erweckt und ihre volle Chance bekommen, ohne dass Satan sie in Versuchung führen kann. In der Bibel wird diese zweite (oder allgemeine) Auferstehung nach eintausend Jahren der Herrschaft Christi unter anderem in Offenbarung 20, Vers 5 und den Versen 11-12 beschrieben.
An der ersten Auferstehung (siehe Offenbarung 20,4-6) nehmen diejenigen teil, die treue Nachfolger Christi aus dieser Zeit sind und bis zum Ende ihres Lebens auf Gottes Wegen gehen. Bei Christi Wiederkunft werden sie in unsterbliche Geistwesen verwandelt und erben das Reich Gottes (siehe 1. Korinther 15,45. 49-54). Dann werden sie mit Christus herrschen und die Völker lehren (Offenbarung 2,27; 3,21).
Das ist erst der Anfang. Selbst die allermeisten, die sich in dieser Zeit zu Christus bekannt haben, haben die Wahrheit noch nicht wirklich verstanden. Gott wird ihnen und allen Menschen in Zukunft eine echte Gelegenheit zur Umkehr und Nachfolge geben.
Gottes Plan sieht keine zweite Chance vor
Jedes Mal, wenn wir dieses Thema behandeln, werden wir gefragt: „Ist das nicht die Lehre von einer zweiten Chance?“ Nein, das ist es nicht.
Dies wird in Hebräer 6 und 10 ganz deutlich. Diejenigen, die jetzt nicht berufen sind, haben die Erkenntnis der Wahrheit noch nicht empfangen. Deshalb sind sie auch noch nicht in Bezug auf das Heil gerichtet worden. Die meisten Menschen begreifen das nicht.
Die biblische Wahrheit ist geistliches Wissen und kann dem menschlichen Verstand nicht auf natürliche Weise vermittelt werden. Geistliche Wahrheit muss uns offenbart werden (1. Korinther 2,14). Wir können sie nicht wirklich verstehen, es sei denn, Gott öffnet uns den Verstand und offenbart uns die Wahrheit durch seinen Geist.
Wenn jedoch jemand wahrhaftig von Gott berufen wurde, dessen Verstand für die kostbare geistliche Erkenntnis der Wahrheit geöffnet ist, und dieser Mensch bewusst und willentlich sündigt und Gott ablehnt, so ist er zum ewigen Tod verdammt (Hebräer 6,4-8; 10,26-27; Matthäus 12,31). Ein solcher Mensch hatte seine Chance.
Zu Gottes Zeit und nach seinem Plan wird jedoch jeder seine Gelegenheit erhalten. Zur Erlösung werden letztendlich alle berufen, die noch keine Gelegenheit dazu hatten. Eine zweite Gelegenheit gibt es nicht!
Die große Herbsternte
Wenn Jesus in Macht und Herrlichkeit wiederkommt, werden die in Christus Verstorbenen – diejenigen, die seinen Ruf angenommen haben und bis zum Ende ihres Lebens treu geblieben sind – unsterblich auferstehen. Seine noch lebenden Nachfolger werden von Fleisch und Blut in Geist verwandelt werden (vgl. 1. Korinther 15,50-53).
Bei der Auferstehung bzw. Verwandlung werden die Erretteten Jesus Christus in den Wolken begegnen und mit ihm herniederfahren und auf Erden herrschen (vgl. 1. Thessalonicher 4,13-17; Offenbarung 5,10). Dann wird Christi Thron auf Erden errichtet werden – der Thron seines Vorfahren David (Lukas 1,32). Auf diesem Thron werden die unsterblich gemachten Heiligen mit ihm sitzen (Offenbarung 3,21). Jesus wird tausend Jahre lang über die Völker herrschen.
In der Zeit der Herrschaft Jesu wird sich eine Trennung vollziehen zwischen denen, die Gottes Ruf folgen, und denen, die ihn ablehnen (vgl. Matthäus 25,31-34. 41). Die Menschen, die zu dieser Zeit leben, werden anhand ihrer Entscheidungen und Taten bewertet.
Diejenigen, die ein rechtschaffenes Leben führen, werden zur Rechten gestellt. Sie bekehren sich und erhalten Unsterblichkeit, denn Christus sagt zu ihnen und seinen Nachfolgern dieser Zeit: „Ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Anbeginn der Welt!“ (Matthäus 25,34). Sterbliche Menschen können dieses Reich jedoch nicht ererben (1. Korinther 15,50). Wer Böses tut, erhält die Strafe des Gesetzes – den Tod (Römer 6,23). Er wird zur Verdammnis im Feuersee verurteilt (Offenbarung 20,15).
Diese Abschnitte beschreiben einen Heilsprozess, der sich nach der Wiederkunft Christi während seines tausendjährigen Reiches und darüber hinaus fortsetzt. Dies ist die große „Herbsternte des Volkes“, die an den Herbstfeiertagen begangen wird (siehe 3. Mose 23,23-41).
Wichtig ist zu beachten, dass alle, die vor Christi zweitem Erscheinen auf Erden berufen und gerettet wurden, bereits vor seiner Wiederkunft und Thronbesteigung von den Unerlösten getrennt sind. Die Trennung, die in Matthäus 25 beschrieben wird und nach Jesu Thronbesteigung und Herrschaft über die Völker stattfindet, stellt somit eine neue Phase im großen Plan Gottes dar.
Der Posaunentag symbolisiert die Wiederkunft Jesu Christi. Der Versöhnungstag steht für die Verbannung Satans und die Aufforderung an die Menschheit, Christus als Erlöser anzunehmen. Das siebentägige Laubhüttenfest symbolisiert Christi Herrschaft über die Welt. Der abschließende „achte Tag“ weist auf die Erlösung hin, die den gemeinsam Auferstandenen vergangener Zeiten angeboten wird.
Die Menschen, die heute berufen sind
Erstaunlicherweise entspricht die gegenwärtige Ernte der Menschen (vgl. Matthäus 9,36-38; Johannes 4,34-36) der späten Frühjahrsgetreideernte im Heiligen Land, die am Pfingstfest gefeiert wurde. Sie ist Teil des jährlichen Zyklus der Feste, die Gott dem Volk Israel gab. Dieses Zeitalter ist die Vorernte der Menschheit.
In dieser Zeit der Herrschaft Satans sondert Gott ein Volk zu seinem Dienst aus, damit durch seine Barmherzigkeit gegenüber denen, die jetzt berufen sind, die große Mehrheit, die jetzt nicht berufen ist, dann Barmherzigkeit erlangen kann.
Die jetzt Berufenen sind die „Erstlinge“ von Gottes Heil (Jakobus 1,18). Sie sind berufen, um sich darauf vorzubereiten, Könige und Priester zu werden – die Werkzeuge, durch die Jesus die Welt erlösen wird, wenn seine Zeit gekommen ist. Welch ein herrlicher Plan und solch ein wunderbares Evangelium!
Welche Botschaft vermittelt uns die Symbolik der Feste Gottes? Daraus folgt, dass die meisten unserer Lieben, die ungläubig gestorben sind, nicht verloren sind, wenn sie nicht berufen wurden. Ihre Berufung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Sie werden auferweckt und erhalten ihre gerechte Chance.
Wenn Gott Sie heute beruft, offenbart er Ihnen diese wunderbare Wahrheit. Wenn Sie von Herzen überzeugt sind, danach zu handeln, erleben Sie jetzt Ihre einzige Chance zur Errettung. Nehmen Sie Ihre Berufung an und bereiten Sie sich darauf vor, bei der Wiederkunft Jesu Christi als Werkzeug in der liebevollen Arbeit der Rettung der übrigen Menschheit eingesetzt zu werden!
Welch tiefe Bedeutung erkennen wir in der Berufung, Nachfolger Christi zu sein! Dieses Verständnis offenbart den Sinn unseres Lebens und zeigt uns, warum wir geboren wurden und was uns nach dem Tod erwartet.
Fazit: Heute ist nicht der einzige Tag der Erlösung für die ganze Menschheit. Die heutige Zeit ist nicht die Zeit, in der Jesus Christus verzweifelt mit Satan um das Schicksal der Menschen kämpft. Stattdessen wird Christus wiederkehren, um zu herrschen, zu lehren und allen die Erlösung anzubieten.
Sind wir aber jetzt von Gott berufen, erleben wir unseren Tag des Heils! Beherzigen wir deshalb die Ermahnung des Apostels Petrus: „Darum, liebe Brüder, bemüht euch desto mehr, eure Berufung und Erwählung festzumachen“ (2. Petrus 1,10).
Ewiges Leben wird allen Menschen angeboten
Die Bibel macht deutlich, dass „kein andrer Name unter dem Himmel den Menschen [zur Erlösung] gegeben“ ist als der Name Jesus Christus (Apostelgeschichte 4,12).
Diese Bibelstelle provoziert schwierige Fragen für diejenigen, die glauben, dass Gott heute versucht, die ganze Welt zu retten. Wenn „heute“ in der Tat der einzige „Tag des Heils“ ist, dann müssen wir zu dem Schluss kommen, dass Christus bei seinem Auftrag, die Menschheit zu retten, weitgehend versagt hat. Schließlich sind Milliarden von Menschen gestorben, ohne den Namen Jesus Christus jemals gehört zu haben.
Trotz des missionarischen Eifers in den vergangenen Jahrhunderten sind weit mehr menschliche „Seelen“ verloren als gerettet worden. Die traditionelle Beschreibung des Konflikts zwischen Gott und Satan über die Menschheit offenbart einen Gott, der den Kampf verliert. Gott soll aber allmächtig sein. Warum haben so viele Menschen das Evangelium vom Reich Gottes nie gehört?
Was ist das Schicksal der Menschen, die in Unkenntnis gestorben sind? Was hat Gott mit denjenigen vor, die nie an Christus geglaubt oder Gottes Wahrheit nicht verstanden haben? Wie passen solche Menschen in den Heilsplan des Schöpfers? Sind sie bereits ewig verloren, ohne jegliche Hoffnung auf das Heil?
Lassen Sie uns nicht an Gottes rettender Kraft zweifeln! Untersuchen wir einige allgemeine Grundannahmen, um zu einem Verständnis der wunderbaren Lösung unseres Schöpfers zu gelangen.
Der Apostel Paulus schreibt, dass Gott „will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1. Timotheus 2,4; Einheitsübersetzung). Petrus ergänzt diese Aussage, indem er feststellt, Gott „will nicht, dass jemand verloren werde, sondern dass jedermann zur Buße [Umkehr] finde“ (2. Petrus 3,9). Dies ist Gottes großes Ziel für die Menschen: Er möchte, dass möglichst viele zur Reue kommen, seine Wahrheit verstehen und die Gabe des ewigen Lebens erlangen!
Das letzte der Feste Gottes, das die Bibel den „achten Tag“ nennt (3. Mose 23,36. 39), schließt sich unmittelbar an das Laubhüttenfest an. „Am letzten Tag des Festes, der der höchste war“, erklärte Jesus Gottes Vorhaben, als er unter dem Volk öffentlich auftrat: „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, wie die Schrift sagt, von dessen Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen“ (Johannes 7,37-38).
Jesus erklärte vor vielen Menschen, dass alle, die durstig sind, zu ihm kommen und durch das „Wasser“ erfrischt werden können – auf ewig! In dieser Analogie stellt das Wasser Gottes heiligen Geist dar, den diejenigen erhalten sollen, die an Jesus glauben (Johannes 7,39). Jesus zeigte, dass die Grundbedürfnisse geistlichen Durstes und Hungers nur durch ihn als das „Brot des Lebens“ (Johannes 6,48) und die Quelle lebendigen Wassers gestillt werden können.
Aber wann soll das geschehen? Die Worte, die Jesus „am letzten Tag des Festes“ sprach, sind nicht nur eine Vorausschau auf seine tausendjährige Herrschaft, sondern auch auf die Zeit unmittelbar danach, symbolisiert durch den „achten Tag“. Die Prophezeiungen der Bibel beschreiben, was nach dem Millennium stattfindet.
In Offenbarung 20, Vers 5 schreibt Johannes, dass die „andern Toten aber nicht wieder lebendig [wurden], bis die tausend Jahre vollendet wurden“. An dieser Stelle unterscheidet Johannes klar zwischen der ersten Auferstehung, die bei Christi Wiederkunft stattfindet (Vers 4 bzw. 6), und der zweiten Auferstehung, die am Ende der tausendjährigen Herrschaft Christi sein wird.
Vergessen wir nicht, dass die erste Auferstehung zum ewigen Leben ist. Im Gegensatz dazu erweckt Gott die an der zweiten Auferstehung Teilhabenden zum physischen Leben. Johannes beschreibt diese Auferstehung in Offenbarung 20, Verse 11-15. Die Toten, die vor ihrem Schöpfer stehen werden, sind all diejenigen, die gestorben sind, ohne den wahren Gott gekannt zu haben. Diese Menschen kommen aus ihren Gräbern hervor und fangen an, Gott wirklich kennenzulernen. Die Bücher (biblia im Griechischen, von dem das Wort Bibel abgeleitet wird), die geöffnet werden, sind die Heiligen Schriften, die einzige Quelle der Erkenntnis über das ewige Leben. Endlich werden alle in der Lage sein, Gottes Heilsplan zu verstehen.
Diese physische Auferstehung ist keine zweite Gelegenheit für das Heil. Für diese Auferstandenen ist es die erste Gelegenheit, ihren Schöpfer wirklich kennenzulernen. Die Auferstandenen werden „gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben steht, nach ihren Werken“ (Vers 12). Dieses Gericht schließt eine Zeitspanne mit ein, in der die Auferstandenen die Gelegenheit bekommen, Gottes Weg zu verstehen und darin zu wachsen und ihre Namen in das Buch des Lebens eintragen zu lassen (Vers 15). In dieser Zeit werden Milliarden von Menschen das Angebot des ewigen Lebens erhalten.
Was ist das Schicksal der Milliarden von Menschen, die den Zweck Gottes für ihr Leben nie gekannt haben? Die Bibel zeigt, dass diese Menschen nicht ohne Hoffnung sind. Gott wird sie wieder zum Leben erwecken und ihnen eine Gelegenheit für das ewige Leben – das Heil – geben.