Von der Redaktion

Der britische Historiker Arnold Toynbee (1889-1975) verfasste eine klassische Analyse über den Aufstieg und Untergang von Zivilisationen. In seinem zwölfbändigen Werk A Study of History untersuchte er 21 große Zivilisationen. Von all diesen haben allein die Vereinigten Staaten von Amerika unbeschadet bis in unsere Zeit überlebt.

Wenn Sie Amerikaner zum 250. Geburtstag der USA fragen würden, ob sie sich den Untergang ihrer Nation vorstellen können, würden die meisten von ihnen dies mit aller Deutlichkeit verneinen. Eine solche Reaktion würde nicht überraschend sein, denn die Einwohner der großen Reiche der Vergangenheit dachten ebenso.

Was dachten z. B. die Römer selbst über ihren Zustand, als das westliche Römische Reich, das im Jahr 476 n. Chr. sein Ende fand, seinem Untergang entgegenging? Der Autor Bryan Ward-Perkins schrieb: „Die Römer waren vor dem Untergang genauso davon überzeugt, wie wir es heute sind, dass ihre Welt für immer weitergehen und unverändert bestehen bleiben würde“ (The Fall of Rome, 2006, Seite 183). Amerika wäre deshalb gut beraten, die Lektionen der Geschichte zu beherzigen.

In den ersten Jahren nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 schien Amerika die Welt als ein großer Gigant zu überragen – wirtschaftlich und militärisch. Aber könnte Amerika, auch wenn sich das Land zurzeit noch an eine allgemeine Vormachtstellung klammert, trotzdem einen Niedergang erleben und zu Fall kommen?

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel würde seine Beschreibung Amerikas zur Amtszeit von US-Präsident Bill Clinton vom 1. September 1997 heute kaum wiederholen: „Kein Staat in der modernen Geschichte war je so unangefochten die Nummer eins auf der Welt ... Kein Konkurrent reicht an die amerikanische Wirtschaftsmacht heran. Unter Präsident Clinton sind die USA in einer beeindruckenden Boom-Phase; das riesige Etatdefizit schrumpft, Steuern werden abgebaut, die Arbeitslosigkeit sank auf ein Rekordtief“ (Ausgabe 36/1997, Titel „USA: Die Herren der Welt“).

Im August 2011 erschreckte die Ratingagentur Standard & Poor’s die Finanzwelt mit der Herabstufung der Bonität der USA – eine Entscheidung, die manche Analysten in Europa damals für längst überfällig hielten. Es hört sich vielleicht vermessen an, aber wir waren mit unserer Berichterstattung den Ereignissen voraus.

Seit der Finanzkrise im Jahr 2008 haben wir mehrmals die Problematik der US-Schuldenlast behandelt. Ist Ihnen bekannt, dass der US-Bundeshaushalt zu einem Drittel durch Schulden (Staatsanleihen usw.) finanziert wird? Die nationale Schuldenlast der USA ist proportional höher als die Schulden Griechenlands, die 2010 die Eurokrise ausgelöst haben. Überschuldung war einer der Gründe für den Niedergang früherer Reiche.

Der britische Premierminister und Historiker Winston Churchill stellte einst fest: „Je weiter zurück Sie schauen können, desto weiter werden Sie wahrscheinlich nach vorne blicken können.“ Was kann Amerika von der Geschichte der biblischen Nationen Israel und Juda lernen? Es kann lernen, dass es der Schöpfer des Universums ist, der Nationen Segnungen gibt, und dass er auch derjenige ist, der sie wieder wegnehmen kann.

Gott ist bereits dabei, die Segnungen, die er den USA gegeben hat, zu entziehen. Er tut dies, weil Amerika göttliche Werte zunehmend ablehnt. Die Nation ist ihm gegenüber ungehorsam und ignoriert ihn. Sie zieht stattdessen die falschen Götter Geld, Sex und Säkularisierung vor.