
„Das Internet ist wie geschaffen für Sex“, meinte ein Porno-Produzent vor einigen Jahren. Mit dem leichten Zugang gehört Pornografie für manche Menschen zur Alltagsbeschäftigung. Aber mit welchen Folgen?
Von David Cobb und Paul Kieffer
„Made in Germany“ steht seit jeher für Qualität, Präzision und technische Spitzenleistung auf den Weltmärkten. Von Physik und Chemie über den Automobilbau bis hin zu hochwertigen Konsumgütern gehört Deutschland in vielen Schlüsselbranchen zur Weltspitze. Ergänzt wird diese Stärke durch eine exzellente Ingenieur- und IT-Branche, hochmoderne Fertigungsindustrie sowie international renommierte Universitäten und Forschungsinstitute.
Doch Deutschland auf Platz 1 – als Porno-Nation? Das hätte sich wohl kaum jemand vorstellen können!
Einem Bericht des Nachrichtenmagazins FOCUS zufolge schauen die Deutschen mehr Pornos im Internet als die Bewohner jedes anderen Landes – sogar mehr als die Amerikaner. Laut WDR konsumieren etwa 90 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen in Deutschland zumindest gelegentlich Pornografie. Bei rund 500.000 Menschen bleibt es jedoch nicht beim gelegentlichen Konsum: Sie gelten als pornografieabhängig.
Das bedeutet: Es gibt in Deutschland fast halb so viele Porno-Süchtige wie Glücksspielsüchtige. Dass beim „Genuss“ der Pornografie eine Suchtgefährdung besteht, wird dem erstmaligen Konsumenten aber nicht mitgeteilt: Bei der Pornografie gibt es keinen Beipackzettel.
Die manchmal schwer vermeidbare Pornografie
Unsere moderne Kultur ist leider tief von Pornografie durchdrungen. Sexuell explizite Bilder und Videos sind im Internet allgegenwärtig und nur wenige Klicks entfernt. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Noch schwerer zu entkommen sind die zahllosen „Softporno“-Darstellungen – leicht bekleidete, sexualisierte Körper, die uns in Werbung, Filmen, Serien, Musikvideos, Social Media und Zeitschriften täglich begegnen.
Sexuelle Reize sind überall präsent. Man kann ihnen kaum entfliehen. Dieser ständige Sexkonsum in den Medien und die grenzenlose Verfügbarkeit von Pornografie erschweren ein Leben nach Gottes Willen erheblich. Besonders junge Männer und Frauen, die sich für ein Leben mit Jesus entscheiden, stehen vor einer großen Herausforderung: Sie müssen sich bewusst gegen diese schädlichen Einflüsse wehren.
Unser Schöpfer hat die Sexualität als etwas Gutes und Segensreiches geschaffen – aber nur in dem Rahmen, den er dafür vorgesehen hat. Außerhalb dieses Rahmens wird sie zum Fluch und hinterlässt tiefe seelische und geistliche Schäden. Wie können wir in einer pornografisierten Welt dennoch ein gesundes, gottgefälliges Verhältnis zur Sexualität bewahren?
Wir können die Pornografie nicht aus der Gesellschaft verbannen. Wir können aber sehr wohl entscheiden, wie wir mit ihr umgehen. Jesus fordert uns auf, nicht in der Dunkelheit zu bleiben, sondern im Licht zu wandeln (Johannes 12,35). Das bedeutet konkret: unser Denken, unsere Augen und unser Herz bewusst mit dem Licht Gottes zu füllen.
Ein entscheidender Schlüssel ist ein klares Verständnis des Unterschieds zwischen pornografischem Konsum und gesunder, von Gott geschaffener Sexualität. Wer diesen Unterschied wirklich verstanden hat, kann den Verlockungen viel besser widerstehen. Deshalb lohnt es sich, drei weitverbreitete Mythen über Pornografie der biblischen Wahrheit gegenüberzustellen.
Mythos Nr. 1: Pornografie ist harmlos und macht Spaß
Ein Großteil der Gesellschaft sieht Pornografie nicht als ernsthaftes Problem. Sie wird – wie viele andere Sünden – oft als „etwas, das Menschen eben machen“ abgetan. Manche bagatellisieren sie sogar als harmlosen, kindischen Unfug, den man einfach ignorieren sollte. Viele akzeptieren sie offen und betrachten sie als legitime Form der Unterhaltung: „Ein bisschen Spaß muss sein.“
Doch diese Sichtweise ist grundfalsch. Pornografie ist im Kern verwerflich. Es gibt keinen „verantwortungsvollen“ oder „harmlosen“ Konsum. Jeder Konsum zieht ausschließlich negative Folgen nach sich. Zu den häufigsten schädlichen Auswirkungen gehören:
• Unrealistische sexuelle Erwartungen an den Partner und an die eigene Sexualität
• Beziehungsprobleme und tiefgehende Unzufriedenheit in der Ehe oder Partnerschaft
• Schwierigkeiten, echte emotionale Intimität aufzubauen
• Soziale Ängste und gestörter zwischenmenschlicher Umgang
• Erhöhtes Risiko für Angststörungen und Depressionen
• Sexuell übertragbare Krankheiten – zum Beispiel, wenn Konsumenten das Gesehene in der Realität nachahmen
Ironischerweise sind sowohl die Darsteller in der Pornografie als auch deren Konsumenten diesen zerstörerischen Folgen ausgesetzt. Was als glamourös, frei und lustvoll vermarktet wird, endet in den meisten Fällen in Scham, Abhängigkeit, zerbrochenen Beziehungen und tiefer innerer Leere.
Wahrheit Nr. 1: In der Ehe ist Sex harmlos und macht auch Spaß
Unser Schöpfer hat die Sexualität als wunderbares Geschenk geschaffen. Sein Plan ist, dass Mann und Frau in einer liebevollen, verbindlichen Ehe körperlich und geistig „ein Fleisch werden“ (1. Mose 2,21-25). Sie ist keine kalte Pflicht zur Fortpflanzung, sondern eine zutiefst beglückende Möglichkeit, eine einzigartige, dauerhafte und intime Bindung aufzubauen. Innerhalb der sicheren Grenzen einer treuen Ehe ist Sexualität ein purer Segen Gottes.
Mythos Nr. 2: Pornografie zeigt, wie Sex wirklich ist
Viele junge Menschen wollen verständlicherweise etwas über Sex und körperliche Liebe wissen. Pornografie ist jedoch der denkbar schlechteste Lehrmeister.
Wie Aussteiger aus der Pornoindustrie bestätigen, sind die allermeisten Pornofilme sorgfältig inszenierte, geprobte und nachträglich stark überarbeitete Produktionen. Sie spiegeln täuschende Schauspielerei, Übertreibungen und extrem verzerrte Realität wider. Das, was in solchen Darstellungen gezeigt wird, hat mit normaler, erfüllender Sexualität in einer liebevollen Beziehung kaum etwas zu tun.
Die große Diskrepanz zwischen Pornografie und der Wirklichkeit schafft ernste Probleme: Statt junge Menschen auf echte Freude und Erfüllung in der Ehe vorzubereiten, raubt Pornografie ihnen genau diese echte Freude, die Gott eigentlich für sie vorgesehen hat. In Pornos wird Sex fast ausschließlich als rein körperlicher Vorgang dargestellt. Die Beteiligten sind keine Personen, die geliebt und geachtet werden, sondern bloße Objekte der Lust.
Doch kein Mensch möchte auf Dauer wie ein Objekt behandelt werden. Ein zukünftiger Ehepartner wird das Verhalten, das Pornografie vermittelt, mit Recht nicht akzeptieren – und das wird früher oder später zu Enttäuschung, Frust und Konflikten führen.
Wahrheit Nr. 2: Die Weisheit der Bibel – nicht Pornografie – bereitet uns auf ein erfülltes Sexualleben vor
Es mag überraschen, aber die Bibel ist keineswegs nur eine Liste von Verboten zum Thema Sexualität. Im Gegenteil: Gottes Wort gibt uns die allerbeste Anleitung für ein wirklich erfülltes und freudvolles Liebesleben.
Sexualität ist weit mehr als ein körperlicher Akt. Sie ist ein tiefer Austausch von Liebe, Hingabe und Zärtlichkeit innerhalb einer Beziehung. Gottes Wort lehrt uns vor allem, wie wir unseren Nächsten aufrichtig lieben, achten und für ihn sorgen sollen – und genau das ist der Schlüssel zu großer sexueller Erfüllung.
Wer lernen möchte, Sexualität wirklich zu genießen, sollte zuerst lernen, eine glückliche, gottgefällige Ehe zu führen. Wenn Mann und Frau einander mit Respekt, Demut, Liebe und Fürsorge begegnen, folgen die körperlichen Freuden der Intimität fast von selbst. Ein charakterstarker, christusähnlicher Umgang miteinander schafft die Sicherheit und Nähe, in der echte Leidenschaft wachsen kann.
Mythos Nr. 3: Pornografie befriedigt sexuelle Bedürfnisse
Das ist eine der gefährlichsten Lügen überhaupt! In Wahrheit befriedigt Pornografie weder körperlich noch emotional. Im Gegenteil: Sie erzeugt nur noch tiefere Unzufriedenheit und ein quälendes inneres Leeregefühl. Der Gedanke, Pornografie könne die gleichen natürlichen Bedürfnisse stillen wie echte Sexualität, ist nicht nur falsch – er ist absurd.
Pornografie ist kein harmloser „Ersatz“ und keine sichere Alternative. Sie ist meist der Einstieg in eine Abwärtsspirale. Wer mit kleinen Mengen beginnt, braucht oft immer stärkere Reize, um dieselbe Wirkung zu erzielen. So entwickelt sich schnell eine Abhängigkeit. Statt die Sehnsucht zu stillen, heizt Pornografie sie weiter an. Was als harmlose Entspannung beginnt, endet häufig in tiefer Scham, zerrütteten Beziehungen und geistlicher Entfernung von Gott.
Wahrheit Nr. 3: Falsch eingesetzter Sex schenkt keine echte Zufriedenheit
Unsere Gesellschaft tut gern so, als wäre Sex beim Menschen ein rein körperliches Bedürfnis – vergleichbar mit Hunger, Durst oder dem Fortpflanzungstrieb der Tiere. Man befriedigt es einfach, wie und wann man will.
Diese Sichtweise ist grundfalsch. Die gesamte Menschheitsgeschichte ist ein eindrückliches Zeugnis der körperlichen und seelischen Schäden, die diese Philosophie hinterlässt. Lassen Sie sich nicht täuschen: Sex entfaltet seine erfüllende Kraft nur, wenn er richtig gelebt wird. Der Apostel Paulus schreibt dazu klar und unmissverständlich:
„Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, dass ihr meidet die Unzucht und ein jeder von euch seine eigene Frau zu gewinnen suche in Heiligkeit und Ehrerbietung, nicht in gieriger Lust wie die Heiden, die von Gott nichts wissen“ (1. Thessalonicher 4,3-5).
Und weiter warnt er:
„Wisst ihr nicht: wer sich an die Hure hängt, der ist ein Leib mit ihr? Denn die Schrift sagt: Die zwei werden ein Fleisch sein. Wer aber dem Herrn anhängt, der ist ein Geist mit ihm. Flieht die Hurerei!“ (1. Korinther 6,16-18).
Und Jesus zeigt uns, dass die durch Pornografie erzeugte Begierde genauso gravierend ist wie die Ausführung der Tat: „Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen“ (Matthäus 5,28).
Pornografie ist ein tragischer Selbstbetrug, der allen Beteiligten – dem Konsumenten, den Darstellern und der Gesellschaft – tiefen Schaden zufügt. Pornografie scheint allgegenwärtig zu sein und die Versuchung ist stark. Mit Gottes Hilfe können wir der Versuchung widerstehen. Geben wir uns nicht mit einem schädlichen, letztlich unbefriedigenden Betrug zufrieden!