Hat der dritte Weltkrieg bereits begonnen?

In einem neuen Buch mit provokativem Inhalt behauptet ein französischer Journalist, daß der heutige Konflikt zwischen den Zivilisationen die erste Runde eines globalen Kampfes ist.

Von Joel Meeker

Hat der Dritte Weltkrieg bereits begonnen? Die Antwort des französischen Journalisten und geopolitischen Experten Laurent Artur du Plessis lautet „oui“! In seinem neuen Buch La Troisième Guerre mondiale a commencé [„Der Dritte Weltkrieg hat begonnen“] erläutert er die Gründe für seine Behauptung. Danach erlebt die Welt bereits die erste Runde eines Konfliktes, der in einen mit Massenvernichtungswaffen geführten Krieg mit verheerenden Folgen münden wird.

Du Plessis’ Analyse beruht ausschließlich auf seiner Einschätzung der gegenwärtigen geopolitschen Weltlage. Interessanterweise haben seine Schlußfolgerungen eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit Prophezeiungen der Bibel, die wir z. B. in Daniel 11 und Offenbarung 13 finden.

Die Hauptthese des Buches ist das vorherrschende geopolitische Ereignis heute und in der unmittelbaren Zukunft: die Konfrontation zwischen zwei großen Zivilisationen dieser Welt, den westlichen Demokratien und dem radikalen Wahhabiten-Islam. Für du Plessis gründen sich diese Zivilisationen auf gegensätzliche Wertevorstellungen, für die eine Auseinandersetzung geradezu vorprogrammiert ist. Die vorherrschenden Wertevorstellungen der westlichen Zivilisation sind Individualismus und Freiheit.

Die islamische Zivilisation hat als Grundlage eine religiöse Weltanschauung. Nach du Plessis hat jede Religion einen ihr eigenen „Geist“ (im Sinne einer inneren Haltung), und der Geist des Islam ist Gewalt, deren Einsatz zur Ausbreitung dieser Religion legitim ist. Die aus dieser Haltung hervorgehende Anspannung und Gewalt machen sich weltweit breit, besonders im Nahen Osten, aber auch zwischen Indien und Pakistan, in Indonesien und in mehreren Ländern Afrikas. Pakistan zählt jetzt zu den Mitgliedern des „atomaren Klubs“. Fällt das Land unter den Einfluß islamischer Extremisten – was du Plessis voraussagt –, so hätten diese Extremisten ihre Hände am nuklearen Druckknopf.

Die Konfrontation zwischen den beiden Zivilisationen, so du Plessis, wird durch einen weltweiten wirtschaftlichen Kollaps weiter angeheizt. Ursache für die Wirtschaftskrise ist die hohe Verschuldung, besonders auf staatlicher Ebene, die ein Weiterdrehen an der Steuerspirale auslösen und so zur Erstickung der Innovation und Produktivität führen wird.

Eine globale Wirtschaftskrise würde das Leben im Westen beträchtlich erschweren, aber für die Menschen in den sogenannten Entwicklungsländern – darunter sind fast alle muslimischen Länder – würde das Elend in bedrückender Weise gemehrt, wenn nicht das Leben überhaupt unmöglich gemacht. Die Gelder, die für Entwicklungshilfe bereitgestellt werden, müßten drastisch gekürzt werden.

Gesundheits- und Versorgungssystemen in den armen Ländern würde der Zusammenbruch drohen. Hungersnot und Seuchen wären das Resultat. Bemerkenswert ist, daß biblische Prophezeiungen über die Zeit vor der Rückkehr Jesu Christi diese Dinge voraussagen (Offenbarung 6,5-8; Matthäus 24,7).

Kommt ein mächtiger Kalif an die Macht?

Im dritten Teil seines Buches sagt du Plessis voraus, daß durch die bevorstehende Weltwirtschaftskrise radikale islamische Gruppen in allen arabischen und nichtarabischen muslimischen Ländern an die Macht kommen werden. Aus diesen derzeit schwachen Ländern soll eine vereinte islamische Bewegung entstehen.

Du Plessis sieht die Wiedereinführung des Kalifats kommen, wahrscheinlich unter türkischer Führung. Würde die islamische Welt einen obersten Führer dieser Art anerkennen, könnten die islamischen Länder ihre Bemühungen koordinieren und so großen Einfluß ausüben. Du Plessis weist auf mehrere islamische Extremistenorganisationen im muslimischen Zentralasien hin, beispielsweise die „Islamische Bewegung Usbekistans“ und die „hizbul-tahir“-Befreiungspartei, die für das Etablieren des Kalifats plädieren. Du Plessis hält dieses Ereignis für glaubwürdig, denn „die Alchemie der Geschichte hat außergewöhnliche Menschen in außergewöhnlichen Zeiten hervorgebracht“ (Seite 235).

Wie wird sich das auf Europa auswirken? Als Reaktion auf die Herausforderung durch den Islam sieht du Plessis eine Erneuerung des Christentums für Europa voraus. Der zu erwartende Konflikt zwischen dem Islam und dem Westen wird Europa sich auf seine christliche Herkunft rückbesinnen lassen, verknüpft mit neuem Eifer für den christlichen Glauben und einer damit verbundenen entschlossenen Glaubensausübung.

Auf dem Gipfel dieser Auseinandersetzung wird die Gewalt plötzlich ausbrechen. Du Plessis sagt islamischen Terror gegen westliche Demokratien voraus: chemische, biologische und atomare Angriffe auf große Häfen (vielleicht mit versteckten Kampfstoffen in Containern, deren Sicherheit kaum zu gewährleisten ist), der Abschuß von Passagierflugzeugen mit tragbaren Raketen, das Zünden radioaktiver („schmutziger“) Bomben in Ballungsgebieten, die Atombombe im Koffer und Anschläge auf Kernkraftwerke. Alle sind im Bereich des Möglichen und könnten von bereitwilligen islamischen Fanatikern ausgeführt werden, die damit ihre Fahrkarte ins Paradies lösen möchten.

Wie wird sich der Westen wehren? Autor du Plessis meint, daß eine wirksame Abwehr letztlich nur durch den Einsatz von Atomwaffen möglich sein wird. Nach seiner Vorstellung werden dabei ganze Städte und sogar Nationen ausradiert. In dieser Auseinandersetzung werden alle Länder der Welt gezwungen, Farbe zu bekennen. Der Einsatz von Kernwaffen zum Niederkämpfen des Terrorismus wird der letzte Akt in einem grausamen Weltkrieg mit unvorstellbarer Zerstörung sein.

Eine für Europäer interessante Spekulation du Plessis’ ist, daß Rußland, in der Hoffnung, einen Teil Europas wieder zu besetzen, sich auf die Seite der Islamisten schlagen könnte. Stimmt seine Prognose, so müßte Europa zeitgleich der Bedrohung durch den radikalen Islam und der Konfrontation mit Rußland entgegentreten.

Für diejenigen, die die Prophezeiungen der Bibel kennen, dürfte manches von dem, was du Plessis in seiner Analyse der gegenwärtigen Situation als Möglichkeit für die Zukunft voraussieht, gar nicht so unbekannt sein.

Biblische Parallelen

Daniel 11 enthält eine detaillierte Prophezeiung über zwei Mächte, die „der König des Nordens“ bzw. „der König des Südens“ genannt werden. Fast die ganze Prophezeiung galt den antiken Dynastien der Seleukiden und Ptolemäer, die nördlich bzw. südlich von Jerusalem gelegen waren. Ein Teil der Prophezeiung ist jedoch noch nicht in Erfüllung gegangen und hat mit der Endzeit zu tun.

Andere Prophezeiungen zeigen, daß es in der Endzeit eine letzte Wiederbelebung des Römischen Reiches geben wird (mehr Informationen dazu erhalten Sie in der nächsten Ausgabe). Der endzeitliche „König des Nordens“ ist der mächtige politisch-religiöse Führer dieses endzeitlichen Römischen Reiches. Offenbarung 17, Verse 11-18 nennt ihn „das Tier“.

In Daniel 11, Vers 40 lesen wir: „Und zur Zeit des Endes wird der König des Südens mit ihm [dem König des Nordens] zusammenstoßen, und der König des Nordens wird gegen ihn anstürmen mit Wagen und mit Reitern und mit vielen Schiffen.“ Da diese Prophezeiung aus dem Blickwinkel Jerusalems „gesehen“ wird, gibt es in der Endzeit eine mächtige Militärmacht nördlich von Jerusalem – in Europa – und ein anderes Machtzentrum südlich des heiligen Landes.

Unter den Ländern, die in südlicher Richtung von Jerusalem gelegen sind, findet man islamische Länder wie Ägypten, Jordanien, Saudi-Arabien, der Sudan, Jemen, Libyen und Äthiopien. (Obwohl Äthiopien einen großen christlichen Bevölkerungsanteil hat, ist der Islam immer noch die größte Religion des Landes.) Es ist daher wahrscheinlich, daß diese Länder auch zur Einflußsphäre vom König des Südens gehören werden. Tatsächlich werden Ägypten, Libyen und Äthiopien in Daniel 11, Vers 43 als Länder erwähnt, die vom König des Nordens bei seinem Angriff auf den König des Südens erobert werden.

Ein von allen Muslimen anerkannter Kalif könnte die Art Führer sein, den die Bibel als den „König des Südens“ bezeichnet. Du Plessis glaubt, daß ein arabischer Staatenbund Europa angreifen wird, was zu einem atomaren Gegenschlag Europas führen wird.

Nachdem der „König des Nordens“ einen Großteil des Nahen Ostens erobert hat, „werden ihn aber Gerüchte erschrecken aus Osten und Norden, und er wird mit großem Grimm ausziehen, um viele zu vertilgen und zu verderben“ (Daniel 11,44). Wenn, wie du Plessis meint, Rußland (das „östlich“ und „nördlich“ des Heiligen Landes gelegen ist) sich auf die Seite einer terroristischen islamischen Macht schlagen sollte, wäre ein bewaffneter Konflikt mit Europa so gut wie vorprogrammiert.

Die Zukunftsvisionen des Autors Laurent Artur du Plessis haben eine gewisse Ähnlichkeit mit bestimmten Prophezeiungen der Bibel, stützen sich jedoch nicht auf sie. So sagt er z. B. eine enge Zusammenarbeit zwischen Europa und den USA im Kampf gegen den islamischen Fundamentalismus sowie den endgültigen Sieg Amerikas voraus. Die Bibel sagt jedoch etwas anderes über die Zukunft der USA voraus. Auch wenn du Plessis’ Buch in manchen Details irrt, zeigt es doch, wie informierte Menschen die Trends erkennen können, die vor Tausenden von Jahren in der Bibel vorausgesagt wurden.

– GN Juli-August 2004 PDF-Datei dieser Ausgabe

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