Die biblische Lösung
zu Afrikas großer Krise

Auf der letztjährigen AIDS-Konferenz in Bangkok wiesen die Delegierten die Forderung nach Abstinenz zur Bekämpfung von AIDS ab. Interessanterweise sind Abstinenz-Programme in Afrika, das von AIDS schwer heimgesucht wird, derzeit die einzigen, die Erfolge aufzuweisen haben.

Ich erhielt eine Einladung, vor dem „Kumasi Virgins Club“ in Kumasi, der zweitgrößten Stadt Ghanas, zu referieren. Die Mitglieder des Vereins treffen sich jeden Sonntagnachmittag. Man sagte mir, daß ca. 100 Personen anwesend sein würden. In Wirklichkeit waren es 284 Zuhörer. Der Verein hat 420 eingetragene Mitglieder, alles Jungfrauen, die sich verpflichtet haben, sich bis zur Eheschließung des Geschlechtsverkehrs zu enthalten.

Können Sie sich einen „Verein für Jungfrauen“ in Hamburg oder Wien vorstellen? Förderer des Vereins in Kumasi ist ein örtlicher Rundfunksender. Alle Mitglieder sind jung und scheinen begeisterte Anhänger der Zielsetzung des Vereins zu sein. Auf ihren T-Shirts stand der Satz: „Ich bin stolz darauf, Jungfrau zu sein.“

Selten waren die Zuhörer so aufmerksam. Alle warteten geduldig darauf, als meine Worte in Twi, die Sprache des Akan-Stammes, übersetzt wurden. Diejenigen, die des Englischen mächtig waren, hörten sie sogar zweimal.

Die Vernichtung eines Kontinents?

Der Klub ist relativ neu und wurde als Reaktion auf die Ausbreitung der Immunschwächekrankheit AIDS gegründet. Ghanas Präsident John Kufour führte in seinem Land das „ABC“-Programm ein, das auf der anderen Seite des Kontinents in Uganda Erfolge verzeichnen konnte. Die Formel für das Programm lautet wie folgt:

A steht für ,Abstinenz‘. B bedeutet ,Bleib Deinem Ehepartner treu‘. Schaffst Du es nicht, benutze ein Condom (C). Es ist so einfach wie das ABC.“

Diese Botschaft hat man überall im Land plakatiert in dem Bemühen, dem Desaster Einhalt zu gebieten, das die Existenz des ganzen Kontinents bedroht. Und damit übertreibe ich wahrlich nicht.

Ghana ist nicht einmal das am schlimmsten betroffene Land Afrikas. AIDS trifft die Südhälfte des Kontinents am härtesten. In Südafrika beispielsweise, dem modernsten aller afrikanischen Länder, leben fünf Millionen Menschen mit HIV – mit Abstand die höchste Zahl irgendeines afrikanischen Landes.

Bei Südafrikas Nachbarn Botswana und Simbabwe ist der Anteil der HIV-Infektionen noch höher. Dort schätzt man, daß 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung HIV-positiv sind. Alle warten auf den Tod, der ihnen mit Sicherheit bevorsteht. Medikamente aus dem Westen können den Tod nur hinauszögern statt verhindern. In der Zwischenzeit tragen diejenigen, die in Behandlung sind, zur weiteren Ausbreitung der Krankheit bei.

Für Ghana liegt keine offizielle Statistik vor, aber im benachbarten Burkina Faso wurden im letzten Jahr alle Mütter getestet, die ein Kind im Krankenhaus zur Welt brachten. Fünfzehn Prozent waren HIV-positiv. Da Landesgrenzen in Afrika keine große Bedeutung haben, kann man davon ausgehen, daß ein ähnlicher Prozentsatz auf die nahegelegenen Länder zutrifft, einschließlich Ghana.

Wenn eine Infektionskrankheit fünf Prozent der Bevölkerung befällt, gilt die Krankheit als außer Kontrolle geraten. Daraus werden bald fünfzehn, dann 30 Prozent usw. In einer freizügigen Gesellschaft können sich Geschlechtskrankheiten schnell ausbreiten, und in Afrika wird AIDS fast ausschließlich mittels heterosexueller Beziehungen übertragen.

Die biblische Lösung für AIDS

Ich forderte die Mitglieder des „Virgins Club“ auf, einen Beitrag zur Rettung Afrikas zu leisten. Der HIV-Virus wurde 1981 entdeckt, als meine Frau und ich mit unseren Kindern in Ghana wohnten. 25 Jahre später hat die AIDS-Krise ein Ausmaß angenommen, das man sich zur Zeit ihrer Entdeckung kaum hätte vorstellen können. Bei der Bekämpfung dieser Seuche sind zwei Jahrzehnte verschwendet worden. In Afrika sind ihr Millionen von Menschen bereits zum Opfer gefallen, und daran werden weitere Millionen sterben.

Trotz dieser düsteren Perspektive gibt es eine gute Nachricht. Es gibt doch eine Lösung für die AIDS-Krise in Afrika. Nach zwei weiteren Jahrzehnten wäre Afrika HIV-frei, wenn sich alle Afrikaner dem Beispiel des „Virgins Club“ anschließen und den Vorsatz fassen würden, sexuelle Enthaltsamkeit vor der Ehe und danach eheliche Treue zu praktizieren.

Einige mögen überrascht sein zu erfahren, daß Option „C“ eigentlich keine Garantie vor einer HIV-Infektion ist. Kondome sind als Verhütungsmittel nicht 100 Prozent wirksam, noch bieten sie absolut sicheren Schutz vor HIV und anderen geschlechtlich übertragenen Infektionen.

In bezug auf Geschlechtskrankheiten gibt die amerikanische Behörde für Seuchenbekämpfung (CDC) diese Empfehlung heraus: „Das sicherste Mittel zur Vermeidung von geschlechtlich übertragbaren Krankheiten ist der Verzicht auf Geschlechtsverkehr oder eine monogame Beziehung zu einem Partner, der getestet worden ist und für infektionsfrei befunden wurde.

Für solche Personen, die sich aufgrund ihres Sexualverhaltens dem Risiko einer Infektion aussetzen, kann die korrekte und konsequente Anwendung des männlichen Gummikondoms die Wahrscheinlichkeit einer Infektion reduzieren. Kein Verhütungsmittel ist jedoch 100 Prozent wirksam, und die Verwendung von Kondomen bietet keinen absoluten Schutz vor Geschlechtskrankheiten“ (www.cdc.gov/hiv/pubs/facts/transmission.htm).

Damit ist die Wirksamkeit von Werbekampagnen für „Safer Sex“ – womit man die Verwendung von Kondomen meint – in Frage gestellt. Es gibt nur eine Garantie gegen die Ansteckung mit AIDS: die Pflege einer sexuellen Beziehung nur in der Ehe.

Auf einem Kontinent, wo vielerorts die Polygamie zur Tagesordnung gehört, erscheint der biblische Bericht heute wie eine prophetische Mahnung: „Gott, der Herr, dachte: Es ist nicht gut, daß der Mensch so allein ist. Ich will ein Wesen schaffen, das ihm hilft und das zu ihm paßt ... Deshalb verläßt ein Mann Vater und Mutter, um mit seiner Frau zu leben. Die zwei sind dann eins, mit Leib und Seele“ (1. Mose 2,18. 24; Gute Nachricht Bibel).

Freizügiger Sex: russisches Roulett?

Vor 1900 Jahren ermahnte der Apostel Paulus die Christen in der griechischen Stadt Korinth: „Hütet euch vor der Unzucht!“ Er ergänzte seine Ermahnung mit dieser Warnung: „Alle anderen Sünden, die ein Mensch begehen kann, betreffen nicht seinen Körper. Wer aber Unzucht treibt, vergeht sich an seinem eigenen Leib.“

Was immer Paulus seinerzeit mit seiner Ermahnung gemeint haben mag, denkt man heute als erstes an Geschlechtskrankheiten. In Ghana gibt es, wie bereits erwähnt, keine offizielle Statistik über solche Infektionen. In den USA hingegen hat man seit Jahrzehnten die Zahl geschlechtlich übertragener Erkrankungen registriert. Dort sind Geschlechtskrankheiten unter jungen Menschen ein großes und wachsendes Problem.

Als ich 1967 das Abitur machte, hatte nur einer von 32 Schulabgängern eine Geschlechtskrankheit. Bis 1983 war das Verhältnis 1:18, und heute weist jeder vierte Schulabgänger eine Infektion auf. Und das ist nicht alles: 1967 machte man sich Sorgen wegen fünf Geschlechtskrankheiten. Heute ist ihre Zahl auf 30 angestiegen, und davon gilt ein Drittel als unheilbar.

HIV ist ein Virus. Bis jetzt hat man noch kein Heilmittel gegen einen Virus gefunden. Herpes, die am häufigsten übertragene Geschlechtskrankheit, ist ein hochgradig ansteckender Virus. Genitalherpes ist oft sehr schmerzhaft und belastet seine Opfer ein Leben lang. Andere Geschlechtskrankheiten können zu Unfruchtbarkeit führen.

1967 war die größte Sorge mancher Eltern in den USA, daß ihre unverheiratete Tochter schwanger würde. Den meisten Eltern von damals ist nicht bekannt, daß für ihre Enkelinnen heute die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit einer Geschlechtskrankheit viermal höher ist als die einer ungewollten Schwangerschaft. Von der sexuellen Revolution der 1960er Jahre geprägt, gibt unsere Gesellschaft mit der Verteilung von Kondomen und der Verschreibung der Pille für Schüler bzw. Schülerinnen grünes Licht für Sex. Mit welchen Folgen? Im Durchschnitt holt sich einmal pro Stunde ein Teenager in den USA eine HIV-Infektion.

Wer hat die Lösung?

Eine Infektion mit AIDS ist auch auf andere Weise möglich: Wir wollen nicht alle AIDS-Kranken Afrikas als sexuell zügellose Menschen darstellen. Infiziertes Blut, das bei Transfusionen benutzt wird, ist ebenso eine Ursache wie mangelnde Hygiene in Krankenhäusern und Kliniken. Nichtsahnende Ehepartner werden von ihren bereits infizierten Partnern angesteckt, und es gibt die vielen unschuldigen Kinder, die bereits bei der Geburt den Virus von ihren infizierten Müttern „erben“.

In ihrer Berichterstattung über die AIDS-Krise in Afrika plädieren die westlichen Medien für mehr Geld, um eine bessere Betreuung AIDS-kranker Afrikaner zu ermöglichen und die Forschung nach einem Impfstoff bzw. Heilmittel zu fördern usw. Gerade die Entwicklung eines allumfassenden Impfstoffs gegen AIDS gestaltet sich schwierig, weil HIV auch Mutationen aufweist. Anfang des Jahres warnten Mediziner in New York vor einem neuen HIV-Strang, den sie das „Supervirus“ nannten. Heute vermag niemand mit Sicherheit zu sagen, ob und wann ein wirksamer Impfstoff zur Verfügung stehen wird.

Die Zeitschrift Gute Nachrichten beklagt die moralische Rückgratlosigkeit unserer Medien gegenüber der AIDS-Epidemie in Afrika. Die sexuelle Freizügigkeit unserer Gesellschaft ist bekanntlich ein bedeutender Faktor bei der Ausbreitung von AIDS. Aber aus Angst vor dem Vorwurf moralischer Überheblichkeit sind unsere „liberalen“ Medien nicht willens, diese Ursache klar beim Namen zu nennen.

Wir setzen uns hingegen bewußt für die einzige Strategie ein, deren Erfolg garantiert ist. Sie drückt sich durch das Schlagwort des „Virgins Club“ in Kumasi, Ghana aus: Abstinenz vor der Ehe, Treue in der Ehe. Oder wie die Bibel es vor fast 3500 Jahren ausdrückte: „Du sollst nicht ehebrechen“ (2. Mose 20,14).

– GN Mai-Juni 2005 PDF-Datei dieser Ausgabe

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