Sieben Vorhersagen für die Endzeit

Frühere Generationen haben geglaubt, die biblische Endzeit zu erleben. Sie irrten sich jedoch. Doch die Bibel enthält tatsächlich Prophezeiungen, die vor unserer Generation nicht hätten erfüllt werden können.

Von Melvin Rhodes

Kurz vor seiner Kreuzigung hat Jesus Christus eine wichtige Prophezeiung über Endzeitereignisse gemacht. Wir finden diese in Matthäus 24, Markus 13 und Lukas 21 aufgezeichnet. Seine Jünger hatten ihn gefragt: „Sage uns, wann wird das sein, und was ist das Zeichen deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitalters?“ (Matthäus 24,3; Elberfelder Bibel).

Als Antwort gab ihnen Jesus eine Beschreibung der Zustände und Ereignisse, die sein zweites Kommen einleiten würden. Er sagte zudem, dass seine Wiederkehr, wenn diese Zeichen offensichtlich werden würden, innerhalb einer Generation erfolgen würde (Matthäus 24,34).

In den letzten fast 2000 Jahren haben viele geglaubt, in der Zeit zu leben, in der Jesus wiederkehren würde. Sie haben sich natürlich geirrt. Doch gibt es eine Reihe von Vorhersagen in der Bibel, deren Erfüllung vor unserer modernen Ära, der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, nicht möglich gewesen wäre.

1. Die globale Selbstausrottung der Menschheit ist möglich

In Matthäus 24, Vers 22 sagt Jesus über die Zustände in der Welt kurz vor seinem zweiten Kommen: „Wenn diese Zeit der Not nicht abgekürzt würde, würde die gesamte Menschheit umkommen. Doch wegen der Auserwählten Gottes wird sie abgekürzt werden“ („Neues Leben“-Übersetzung).

Die Hauptbotschaft, die Jesus Christus brachte, war die Botschaft vom kommenden Reich Gottes. Diese Botschaft wird als das „Evangelium“ bezeichnet (Markus 1,1). Evangelium bedeutet „gute Nachricht“. Weil einige der Prophezeiungen, die Ereignisse kurz vor der Errichtung von Gottes Reich beschreiben, negativ erscheinen können, sollten wir immer daran denken, dass das Hauptaugenmerk biblischer Prophezeiungen der guten Nachricht (Evangelium) vom kommenden Reich Gottes gilt.

Matthäus 24, Vers 22 zeigt uns, dass Jesu Eingreifen in das Weltgeschehen die menschliche Rasse vor der Selbstauslöschung bewahren wird. Erst seit etwas mehr als fünfzig Jahren besitzt die Menschheit die Fähigkeit zur Selbstvernichtung. In diesem Zeitraum hatten sowohl die USA als auch die Sowjetunion Wasserstoffbomben produziert und angehäuft. Die Welt musste mit der beiderseitigen Bereitschaft zum nuklearen Angriff bzw. Gegenschlag leben.

In den ersten Jahren des nuklearen Zeitalters gab es nur drei Atommächte (Großbritannien war die dritte Nuklearmacht). Bis Mitte der 1960er Jahre traten auch Frankreich und China dem Atomclub bei. Heute haben mindestens acht Nationen Atomsprengköpfe. Durch das nukleare Wettrüsten im Nahen Osten wird sich diese Zahl wohl noch erhöhen.

Natürlich steigt damit die Wahrscheinlichkeit, dass mit der weltweiten Zunahme von Atomwaffen jemand diese Massenvernichtungswaffen auch für üble Zwecke einsetzt. In den letzten Jahren wurde den Atomprogrammen Nordkoreas und Irans viel internationale Aufmerksamkeit zuteil. Seit dem Zerfall der Sowjetunion warnen Experten vor einem atomaren Angriff durch Terroristen. Heute wird z. B. der Möglichkeit, dass ein Teil des pakistanischen Atomarsenals in die Hände radikaler Islamisten fallen könnte, wenig Beachtung geschenkt. Stellen Sie sich einmal die Folgen für den Rest der Welt vor, falls jemand wie etwa Osama bin Laden (oder andere wie er) Zugang zu Atomwaffen erhalten sollten.

Die gute Nachricht ist, dass Jesus eingreifen wird, um die Menschheit vor der Vernichtung zu retten. Die Erfüllung dieser Prophezeiung ist erst in den letzten fünfzig Jahren möglich geworden.

2. Eine bedeutende jüdische Präsenz im Heiligen Land

Geopolitisch liegt das Hauptaugenmerk der Endzeitereignisse auf Jerusalem und seiner Umgebung, auf dem Gebiet, das viele als das Heilige Land bezeichnen. Lukas 21 ist ein Parallelkapitel zu Matthäus 24. Sehen Sie hier, was Lukas über Christi lange Prophezeiung aufzeichnet, die diese Fragen der Jünger beantwortete: „Meister, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein, wenn das geschehen wird?“ (Lukas 21,7).

In seiner Antwort zeigte Jesus, dass Jerusalem der Brennpunkt der politischen und militärischen Unruhen sein würde, die unmittelbar vor seiner Rückkehr auftreten würden: „Wenn ihr aber sehen werdet, dass Jerusalem von einem Heer belagert wird, dann erkennt, dass seine Verwüstung nahe herbeigekommen ist . . . Denn das sind die Tage der Vergeltung, dass erfüllt werde alles, was geschrieben ist“ (Verse 20-22).

Diese Worte wären für den, der etwa vor einem Jahrhundert gelebt hat, nahezu unverständlich gewesen. Jerusalem war auch in der Antike unzählige Male umkämpft gewesen, aber seit 1517 hatte die Stadt, die innerhalb der Grenzen des Osmanischen Reiches lag, über vierhundert Jahre lang Frieden. Die Juden lebten dort unter türkischer Herrschaft als eine Minderheit. Aber das sollte sich alles im Laufe des 20. Jahrhunderts auf dramatische Weise ändern. Und die Dinge mussten sich ändern, wenn sich die biblischen Prophezeiungen erfüllen sollten.

Der alttestamentliche Prophet Sacharja ist von Gott dazu benutzt worden, sehr viel über die Endzeitereignisse und das zweite Kommen des Messias zu offenbaren. Sacharja lebte und prophezeite mehr als 500 Jahre vor Christi erstem Kommen. Sein prophetisches Buch teilt uns aber sehr viel über unsere heutige Welt mit. In Sacharja 12, Verse 2-3 lesen wir: „Siehe, ich will Jerusalem zum Taumelbecher zurichten für alle Völker ringsumher, und auch Juda [die jüdischen Bewohner des Landes Israel] wird’s gelten, wenn Jerusalem belagert wird. Zur selben Zeit will ich Jerusalem machen zum Laststein für alle Völker. Alle, die ihn wegheben wollen, sollen sich daran wund reißen; denn es werden sich alle Völker auf Erden gegen Jerusalem versammeln“ (Sacharja 12,2-3).

In Vers 9 fügt er hinzu: „An jenem Tag werde ich danach trachten, alle Völker zu vernichten, die gegen Jerusalem anrücken“ (Einheitsübersetzung).

Wenn man diese Verse liest, dann könnte man möglicherweise denken, dass sie sich auf längst vergangene Ereignisse beziehen, denn Jerusalem ist im Laufe der Zeitalter mehrfach umkämpft gewesen. Kapitel 14 stellt aber eindeutig klar, dass es sich hier um zukünftige, nicht um vergangene Ereignisse handelt. Es geht um die Zeit unmittelbar vor der Rückkehr Jesu Christi.

„Siehe, es kommt ein Tag für den Herrn . . . Denn ich versammle alle Völker zum Krieg gegen Jerusalem. Die Stadt wird erobert, die Häuser werden geplündert, die Frauen geschändet. Die Hälfte der Stadt zieht in die Verbannung . . . Doch dann wird der Herr hinausziehen und gegen diese Völker Krieg führen und kämpfen, wie nur er kämpft am Tag der Schlacht.

Seine Füße werden an jenem Tag auf dem Ölberg stehen, der im Osten gegenüber von Jerusalem liegt. Der Ölberg wird sich in der Mitte spalten und es entsteht ein gewaltiges Tal von Osten nach Westen. Die eine Hälfte des Berges weicht nach Norden und die andere Hälfte nach Süden“ (Sacharja 14,1-4; Einheitsübersetzung).

Es ist offensichtlich, dass die letzten Zeilen dieser Prophezeiung erst noch erfüllt werden müssen. Später lesen wir im gleichen Kapitel, wie die Völker, die gegen Jerusalem in den Krieg gezogen sind, nun nach Jerusalem kommen müssen, um den König, Jesus Christus anzubeten (Vers 16). Diese Kapitel von Sacharja stellen eine Prophezeiung über die Ereignisse dar, welche dem zweiten Kommen Jesu vorausgehen und es mit einschließen. Ein jüdisch kontrolliertes Jerusalem ist dabei deutlich der zentrale Fokus.

Kurz vor Sacharja lebte ein anderer Prophet namens Daniel während der Zeit der babylonischen Gefangenschaft der Juden. Sein Buch spricht davon, dass das tägliche Opfer der Juden in der Endzeit abgeschafft werden wird (Daniel 12,11; siehe Verse 1-13). Dieses endzeitliche Ereignis hatte seinen Vorläufer in der Entweihung des Tempels unter dem syrischen Herrscher Antiochus Epiphanes im zweiten Jahrhundert v. Chr. Jesus Christus bestätigt aber, dass sich Daniels Vorhersage auch um ein zukünftiges Ereignis handelt, das seiner Rückkehr vorausgehen wird (vgl. dazu Daniel 11,31; Matthäus 24,15). Das bedeutet, dass die Opfer, die unterbunden werden, zuerst noch in Jerusalem eingeführt werden müssen – was eine jüdische Hoheit über die Stadt vorauszusetzen scheint. Vor einhundert Jahren waren solche Entwicklungen nur schwer vorstellbar – aus dem einfachen Grund, weil es keine unabhängige jüdische politische Präsenz im Nahen Osten gab.

Nachdem die Juden gegen die Römer im Jahr 66 n. Chr. und dann später erneut im Jahr 132 rebelliert hatten, war Judäa völlig zerstört worden. Die meisten verbliebenen Juden sind im Römischen Reich und über seine Grenzen hinaus verteilt worden. Bis zum Jahr 1948, als die moderne Nation Israel gegründet wurde, sollte es kein jüdisches Heimatland mehr geben.

Ein unabhängiges jüdisches Heimatland war vor einem Jahrhundert lediglich der Traum einer kleinen Gruppe von Eiferern. Es kam seiner Verwirklichung während des Ersten Weltkriegs einen Schritt näher, als die Streitkräfte des britischen Commonwealth im Dezember 1916 die Kontrolle über Jerusalem von den Türken übernahmen. Einige Monate später hat sich die britische Regierung verpflichtet, ein unabhängiges jüdisches Heimatland in den alten Gebieten zu errichten, die die Juden seit Jahrhunderten bewohnt haben.

Es sollten weitere 30 Jahre vergehen, bis dieser Traum im Jahr 1948 Wirklichkeit wurde. Seit dieser Zeit musste der winzige Staat Israel 1948, 1967 und 1973 jeweils in einem Krieg um sein Überleben kämpfen. Die Nation hatte eine endlose Zahl von Terrorangriffen und Vernichtungsdrohungen durch feindselig gesonnene Nachbarn, die fest entschlossen sind, den jüdischen Staat auszulöschen, zu ertragen.

Erneut haben wir hier eine Prophezeiung, die nun in unserer Zeit in Erfüllung gehen kann.

3. Der endzeitliche König des Nordens und der König des Südens

In Daniel 11 finden wir eine erstaunliche Prophezeiung über zwei Führer, den König des Nordens und den König des Südens, die die Regionen anführen, die geografisch nördlich und südlich des Heiligen Landes gelegen sind. Um diese Prophezeiung verstehen zu können, müssen wir zu der Zeit von Alexander dem Großen zurückkehren, der gegen Ende des vierten Jahrhunderts v. Chr. gelebt hat – ca. 200 Jahre nach Daniel.

Alexander nimmt im Buch Daniel eine wichtige Rolle ein, obwohl Daniel ihn nicht kannte. Er hätte das ja gar nicht gekonnt, da er fast zwei Jahrhunderte vor Alexanders Geburt gestorben ist.

Aber Gott offenbarte Daniel, dass nach Babylon Persien als die größte Macht der Region aufkommen werde, worauf dann wiederum Griechenland folgen würde. Es überrascht nicht, dass sich die Prophezeiungen über den Aufstieg Griechenlands vor allem um Alexander den Großen drehen, einen der größten Eroberer aller Zeiten.

In Daniel 8 lesen wir einen lebendig geschilderten Bericht über die kommende Auseinandersetzung zwischen Persien und Griechenland. Denken Sie beim Lesen daran, dass ein Horn königliche Macht und Autorität symbolisiert. Persien „hatte zwei hohe Hörner, doch eins höher als das andere, und das höhere war später hervorgewachsen“. Das bezieht sich auf das medo-persische Reich, der Vereinigung von zwei Nationen oder Völkern. Wie in Vers 3 vorhergesagt worden ist, sind die Perser nach den Medern zur Größe aufgestiegen.

In Vers 5 lesen wir, wie Persien dann später von Alexander dem Großen besiegt wird: „Und indem ich darauf achthatte, siehe, da kam ein Ziegenbock vom Westen her über die ganze Erde, ohne den Boden zu berühren, und der Bock hatte ein ansehnliches Horn zwischen seinen Augen.“ Das „ansehnliche Horn“ bzw. der königliche Führer war Alexander der Große.

Die Prophezeiung darüber, dass seine Armee nicht einmal den Boden berühren würde, bezieht sich auf die unglaubliche Geschwindigkeit, mit der er die damals bekannte Welt eroberte. All dies wurde in einer sehr kurzen Zeit erreicht. Alexander starb im Jahre 323 v. Chr., als er lediglich ungefähr 33 Jahre alt war. Sogar sein plötzlicher, unerwarteter Tod wurde vorhergesagt: „Und der Ziegenbock wurde sehr groß. Und als er am stärksten geworden war, zerbrach das große Horn, und es wuchsen an seiner Stelle vier andere Hörner nach den vier Winden des Himmels hin“ (Vers 8).

Nach Alexanders Tod wurde sein Reich auf vier seiner Generäle aufgeteilt, die hier erwähnten vier „anderen Hörner“. Zwei dieser so etablierten Dynastien sollten tief greifende Auswirkungen auf das jüdische Volk haben. Diese beiden Dynastien bestanden aus den Nachkommen des Seleukus, der ein riesiges Reich von Antiochien in Syrien, nördlich von Jerusalem, aus regierte und Ptolemäus, der Ägypten von Alexandria aus regierte.

Daniel 11 stellt eine lange und detaillierte Prophezeiung über die dynastischen Konflikte zwischen diesen beiden Mächten dar, wobei ihre jeweiligen Führer als „der König des Nordens“ und „der König des Südens“ bezeichnet werden. Von besonderer Bedeutung ist dabei, dass jedes Mal, wenn diese zum Kampf gegeneinander antraten, die Juden in Mitleidenschaft gezogen wurden. Das sollte sich von der Zeit des Alexanders bis zur Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. erstrecken, über einen Zeitraum von fast zwei Jahrhunderten.

Dann springt die Prophezeiung plötzlich zur Endzeit. In Vers 40 lesen wir: „Und zur Zeit des Endes wird sich der König des Südens mit ihm messen, und der König des Nordens wird mit Wagen, Reitern und vielen Schiffen gegen ihn anstürmen und wird in die Länder einfallen und sie überschwemmen und überfluten. Und er wird in das herrliche Land [das Heilige Land] einfallen, und viele werden umkommen“ (Daniel 11,40-41).

Es würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, alle Details zu behandeln. Daher nur soviel: Der letzte Teil von Daniels Prophezeiung über diesen Nord-Süd-Konflikt bezieht sich auf einen Kampf der Kulturen zwischen dem Führer einer bald entstehenden europäischen Supermacht – einem wiederbelebten Römischen Reich (das die seleukidisch-syrische Herrschaft abgelöst hatte) und einem Führer, der der Nachfolger der ptolemäischen Herrschaft über Ägypten sein wird, das heute Teil der islamischen Welt ist. (Wenn Sie mehr über diese Zusammenhänge erfahren wollen, können Sie unsere kostenlose Broschüre Krisenherd Nahost: Was sagt die Bibel über seine Zukunft? bestellen.)

Wir sehen heute, wie sich die geopolitischen Bedingungen für diesen unvermeidlichen Zusammenstoß formieren. Wieder haben wir weitere prophezeite Umstände, für die die Bühne zu unserer Lebenszeit bereitet ist!

4. Eine endzeitliche Vereinigung europäischer Nationen

In Daniel 2 und 7 lesen wir Prophezeiungen über vier große heidnische Reiche, die in den Jahren zwischen der Zeit Daniels und der zukünftigen Errichtung von Gottes Reich entstehen würden (Daniel 2,44). Daniel selbst lebte als jüdischer Verbannter im alten Babylon im ersten dieser großen Reiche (Daniel 7,4).

Nach dem Fall Babylons im Jahre 539 v. Chr. würde Persien zur größten Macht werden, danach Griechenland (Verse 5-6). Nach Griechenland kam dann das Römische Reich – „furchtbar und schrecklich und sehr stark“. Dieses Reich sollte „Hörner“ haben und würde in der einen oder anderen Form bis zur Errichtung von Gottes Reich bei Christi Wiederkehr andauern (Verse 7-9).

Wie wir im vorigen Teil gesehen haben, stellen Hörner Führer oder Regierungen dar. Hier repräsentieren diese zehn Hörner zehn Versuche, das Römische Reich wieder mit der Macht auszustatten, die es im Altertum besaß. Seit dem Fall des weströmischen Reiches im Jahr 476 n. Chr. hat es mehrere Versuche einer Wiederherstellung gegeben. Kurz vor der Rückkehr Christi wird noch ein weiterer Versuch unternommen werden.

Wir finden weitere Einzelheiten dazu in Offenbarung 17. Hier lesen wir von einem letzten Versuch, das Römische Reich wiederauferstehen zu lassen, unternommen von zehn Königen, „die ihr Reich noch nicht empfangen haben; aber wie Könige werden sie für eine Stunde Macht empfangen zusammen mit dem Tier. Diese sind eines Sinnes und geben ihre Kraft und Macht dem Tier“ (Offenbarung 17,12-13).

Sie werden auch „gegen das Lamm kämpfen, und das Lamm wird sie überwinden, denn es ist der Herr aller Herren und der König aller Könige“ (Offenbarung 17,14). Erneut wird hier deutlich, dass es sich um eine zukünftige Prophezeiung handelt.

Frühere Versuche, ein vereintes europäisches Reich zu schmieden – von Justinian im 6. Jahrhundert über Karl den Großen, Napoleon, Mussolini und Hitler – wurden immer gewaltsam angegangen. Die letzte Auferstehung des Römischen Reiches wird aber nicht auf die gleiche Weise vonstatten gehen. Offenbarung 17 deutet an, dass es sich um eine freiwillige Union handeln wird. Wenn diese zehn Führer Macht erhalten, werden sie ihre Autorität wiederum einem einzigen Führer übergeben. Die Bibel bezeichnet sowohl diese Person als auch die Supermacht, die er anführen wird, als „das Tier“. Das knüpft an Daniels Vorhersage über vier heidnische Reiche an, von denen jedes als ein wildes Tier dargestellt worden ist.

Erst heute ist diese Erfüllung möglich. 1957 wurden die Römischen Verträge von sechs europäischen Nationen unterschrieben und damit die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft gegründet. Heute ist die EWG zur Europäischen Union (EU) mit 27 Mitgliedsstaaten angewachsen. Aus dieser werden wahrscheinlich die zehn Nationen oder zehn Führer erwachsen, die die letzte Auferstehung des Römischen Reiches darstellen werden. (Nähere Einzelheiten können Sie in unserem Artikel „Die Supermacht der Zukunft: Europa“ auf Seite 13 nachlesen.)

Einige haben spekuliert, dass die zehn Könige, die hier in dieser Prophezeiung erwähnt werden, die Führer von zehn Regionen der EU sein werden, die die Grenzen Europas neu ziehen und die heutigen Nationalstaaten auflösen werden. Die Bibel sagt nicht mit Bestimmtheit, welche zehn Regionen oder Nationen die letzte Auferstehung dieser militaristischen Supermacht darstellen werden – nur dass diese neue europäische Supermacht in der Tat kurz vor Christi Rückkehr auftreten wird.

Aber erst als die zehnte Nation, Griechenland, 1981 der EU beitrat, war irgendeine denkbare Erfüllung dieser Prophezeiung überhaupt möglich.

5. Endzeitlicher Aufstieg und Niedergang Israels und Judas

„Israel“ war der neue Name, den Gott dem biblischen Patriarchen Jakob in 1. Mose 32 gab. Die zwölf Stämme Israels stammten von seinen zwölf Söhnen ab. Diese Stämme bildeten später ein vereintes Königreich.

Es ist fast 3000 Jahre her, dass das Königreich Israel in zwei Teile aufgespalten wurde. Zehn der zwölf Stämme Israels rebellierten gegen König Rehabeam, den Sohn von König Salomo bzw. den Enkel von König David. Die Bibel bezeichnete diese zehn Stämme weiterhin als Israel. Die anderen beiden Stämme (Juda und Benjamin), die Davids Nachkommen die Treue hielten, waren als das Haus Juda oder einfach als Juda bekannt.

Manchmal wird Israel auch als das nördliche Königreich bezeichnet und Juda als das südliche. Unter den nördlichen Stämmen sollten die Nachkommen von Jakobs Sohn Josef durch dessen Söhne Ephraim und Manasse besondere Bedeutung und Dominanz gewinnen. Ihnen wurde von Jakob prophezeit, dass sie in den letzten Tagen die führenden Nationen der Welt sein würden (1. Mose 49,1. 22-26; vgl. auch 5. Mose 33,13-17).

Etwa 200 Jahre nach der Aufspaltung des vereinten Königreichs fielen die nördlichen Stämme an Assyrien und wurden von den Assyrern in die nördlichen Teile ihres Reiches deportiert. Heutzutage oft als die verlorenen Stämme bezeichnet, wanderten sie später nordwestlich durch Europa und ließen sich am Ende in neuen, weit vom Nahen Osten entfernten Heimatländern nieder.

Mehr als ein Jahrhundert nach Israels Deportation nach Assyrien fiel das Königreich Juda an Babylon; sein Volk ging aber in der Geschichte nicht verloren. Wir kennen sie heute als die Juden.

Der Name Ephraim wird in der Bibel manchmal als repräsentativ für das gesamte nördliche Königreich benutzt, obwohl er sich auch ebenso allein auf die Nachkommen von Josefs Sohn mit diesem Namen beziehen kann. Diesen wurde prophezeit, dass sie „eine Menge von Völkern“ werden würden (1. Mose 48,19). Bemerkenswerterweise wurde diese Verheißung an Ephraim durch das britische Reich und Commonwealth erfüllt.

Ephraims älterem Bruder Manasse war auch offenbart worden, dass er zu einer großen Nation werden würde (im gleichen Vers) und sich von dieser Menge von Völkern loslösen würde. Diese Prophezeiung sollte sich in der Gründung, dem Wachstum und der Dominanz der Supermacht USA erfüllen.

In einer aufschlussreichen Prophezeiung über die USA und Großbritannien sagt Jakob (Israel), dass durch sie sein Name fortleben solle (Vers 16). Verweise auf „Israel“ in den endzeitlichen Prophezeiungen beziehen sich auch oft auf die USA oder die englischsprachigen Länder des britischen Reiches oder beides. Manchmal kann „Israel“ aber auch alle zwölf Stämme bedeuten. Wir müssen uns die spezifischen Verse in ihrem jeweiligen Kontext ansehen, um festzustellen, was jeweils genau gemeint ist.

„Juda“ bezieht sich dagegen immer auf die Juden, die Nachkommen des Hauses oder Königreichs Juda. Es ist wichtig, dass wir verstehen, dass die moderne Nation, die Israel genannt wird, in Wirklichkeit Juda ist und aus den Juden besteht. (Für weitergehende, umfassende Einzelheiten bestellen Sie bitte unsere kostenlose Broschüre Amerika und Großbritannien: Was sagt die Bibel über ihre Zukunft?.)

Wenn wir diesen entscheidenden Teil der biblischen Geschichte kennen, dann hilft uns das, einen Bibelabschnitt im Buch Hosea tiefgründiger zu verstehen. Dabei handelt es sich um eine Prophezeiung über Ephraim (der Menge von Völkern – Großbritannien und einige der Nationen, die daraus hervorgingen). Diese Prophezeiung warnt vor der Zerstörung, die dem endzeitlichen Aufstieg der israelitischen Nationen folgen wird.

In Hosea 5 lesen wir eine Prophezeiung, die Israel, Ephraim und Juda erwähnt: „Wider Israel zeugt seine Hoffart; darum sollen Israel und Ephraim fallen um ihrer Schuld willen; auch Juda soll mit ihnen fallen“ (Hosea 5,5; alle Hervorhebungen durch uns). Die Prophezeiung fährt fort: „Alsdann werden sie kommen mit ihren Schafen und Rindern, den Herrn zu suchen, aber ihn nicht finden; denn er hat sich von ihnen gewandt. Sie sind dem Herrn untreu und zeugen fremde Kinder; darum wird sie auch der Neumond fressen samt ihrem Erbteil“ (Verse 6-7).

Neumonde treten in monatlichen Abständen auf. Dass der Neumond sie „fressen“ wird, scheint zu bedeuten, dass Israel, Ephraim und Juda alle innerhalb eines Monats zu Fall kommen werden.

Diese Prophezeiung wurde nicht in der Antike erfüllt. Wie bereits erwähnt, fiel Juda an Babylon, nachdem Israel mehr als ein Jahrhundert zuvor an Assyrien gefallen war. Es scheint aber, dass beide – Israel und Juda – am Ende gemeinsam fallen werden, und zwar innerhalb eines Monats. Diese Prophezeiung muss erst noch in Erfüllung gehen.

Erinnern wir uns daran, dass Israel seinen Namen an Ephraim und Manasse weitergegeben hat, die wiederum die Vorfahren des britischen und amerikanischen Volkes waren. Da Ephraim in dieser Prophezeiung hier gesondert erwähnt wird, muss sich der Hinweis auf „Israel“ hier auf Manasse bzw. die USA beziehen, die heutzutage die dominantere der beiden Nationen ist.

Zwei Jahrhunderte lang, bis zum Zweiten Weltkrieg, waren diese Rollen vertauscht, war die Menge von Völkern – das britische Reich – eine größere Macht als die einzelne Nation, die USA. Aber heute ist Amerika größer.

„Juda“ bezieht sich auf das jüdische Volk, insbesondere auf diejenigen, die die moderne Nation im Nahen Osten bilden, die sich selbst Israel nennt.

Hier haben wir also eine Prophezeiung, die sich auf alle drei Nationen – die USA, Großbritannien und Israel (Juda) bezieht. Gemäß dieser Prophezeiung scheinen alle drei innerhalb eines einzigen Monats zu Fall zu kommen. Vers 6 zeigt, dass sich diese Nationen wieder an Gott wenden wollen, aber feststellen müssen, dass es zu spät ist. Wegen ihrer Sünden wird er zulassen, dass sie eine Niederlage und einen Kollaps erleiden.

Diese Prophezeiung hätte vor dem Aufstieg von Großbritannien und den USA zu Weltmächten im 19. Jahrhundert und der Gründung des jüdischen Staates Israel im 20. Jahrhundert nicht erfüllt werden können.

Wenn diese Vorstellung zu weit hergeholt scheint, dann sollten wir bedenken, dass Israel und die Vereinigten Staaten zu den vielleicht am meisten verteufelten und kritisierten Nationen auf Erden zählen. Unter muslimischen Hardlinern gilt Amerika üblicherweise als „der große Satan“ und Israel und Großbritannien als „die kleinen Satane“.

6. Das Evangelium wird in aller Welt gepredigt werden

In seiner großen Endzeitprophezeiung beantwortet Jesus die von seinen Jüngern gestellte Frage: „Sage uns, wann wird das sein, und was ist das Zeichen deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitalters?“ (Matthäus 24,3; Elberfelder Bibel).

Nachdem er eine Reihe von Zeichen für die zeitliche Nähe seines Kommens aufgelistet hat, offenbart er: „Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen“ (Matthäus 24,14).

Das Evangelium ist die gute Nachricht vom kommenden Reich Gottes. Diese Botschaft könnte ohne die Bibel und religiöse Freiheit nicht überall auf der Welt gepredigt werden. Beides trat allmählich ein, zusammen mit dem Aufstieg der englischsprachigen Völker seit dem 16. Jahrhundert bis heute.

Es war jedoch erst durch technische Fortschritte wie Fernsehen und Radio und anderer Massenkommunikationsmittel nach dem Zweiten Weltkrieg sowie deren breite Akzeptanz möglich, hunderte Millionen Menschen mit der Botschaft der Bibel zu erreichen. Das Evangelium vom Reich Gottes wird auch weiterhin allen Nationen gepredigt werden, solange wir die Freiheit haben, unsere Zeitschrift Gute Nachrichten bzw. The Good News und andere Medien dafür einzusetzen.

Trotzdem war es während der letzten 50 Jahre nicht möglich gewesen, alle Länder zu erreichen. Die früheren kommunistischen Länder hatten keine religiöse Freiheit zugelassen. China, mit einem Viertel der Weltbevölkerung, erlaubt diese immer noch nicht. Auch andere Nationen versuchen die Veröffentlichung biblischer Wahrheiten und sogar die Bibel selbst zu unterdrücken. Viele islamische Nationen erlauben keine religöse Freiheit. In manchen Ländern riskieren die Menschen die Todesstrafe, wenn sie ihre Religion wechseln.

Das Internet verändert jedoch alles. Es kann durch die Regierungen viel schwerer kontrolliert werden. Die Evangeliumsbotschaft vom kommenden Reich Gottes geht immer noch in die Welt hinaus. Sie wird nur dann beendet werden, wenn Gott beschließt, dass sein Werk vollendet und die Zeit für die letzten Endzeitereignisse gekommen ist.

Das ist eine weitere Prophezeiung, deren Erfüllung erst in letzter Zeit möglich geworden ist.

7. Weltweite Kommunikation und Gottes letzte Zeugen

Eine weitere Endzeitprophezeiung der Bibel konnte bis zu diesem Zeitalter der unmittelbaren weltweiten Kommunikation nicht erfüllt werden. Nur die technologischen Fortschritte der letzten Jahre haben es möglich gemacht, dass die Ereignisse von Offenbarung 11 stattfinden – dass die Menschen auf der ganzen Welt das Schicksal von Gottes letzten beiden Zeugen sehen können. Diese beiden Zeugen, die an biblische Propheten wie Elia und Elisa erinnern, werden der Welt in den letzten dreieinhalb Jahren vor Christi Rückkehr Gottes letzte Warnung bringen.

„Ich will meinen zwei Zeugen Macht geben, und sie sollen weissagen tausendzweihundertundsechzig Tage lang . . . Und wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben, so wird das Tier, das aus dem Abgrund aufsteigt, mit ihnen kämpfen und wird sie überwinden und wird sie töten. Und ihre Leichname werden liegen auf dem Marktplatz der großen Stadt, die heißt geistlich: Sodom und Ägypten, wo auch ihr Herr gekreuzigt wurde.

Und Menschen aus allen Völkern und Stämmen und Sprachen und Nationen sehen ihre Leichname drei Tage und einen halben und lassen nicht zu, dass ihre Leichname ins Grab gelegt werden. Und die auf Erden wohnen, freuen sich darüber und sind fröhlich und werden einander Geschenke senden; denn diese zwei Propheten hatten gequält, die auf Erden wohnten“ (Offenbarung 11,3 und 7-10).

Beachten Sie hier, dass die Menschen auf der ganzen Welt ihre Leichen während dieser dreieinhalb Tage in Jerusalem ausgebreitet sehen können. So etwas war vor der Zeit des Satellitenfernsehens, tragbarer Kommunikationsgeräte und des Internets nicht möglich. Damit haben wir erneut eine Prophezeiung, deren Erfüllung erst in den letzten Jahren möglich geworden ist. Die Ereignisse liegen natürlich noch in der Zukunft, aber erst heute ist es überhaupt möglich geworden, dass sich so etwas ereignet.

Wird diese Generation das Reich Gottes auf Erden erleben?

Wir haben gesehen, wie sieben in der Bibel prophezeite Umstände bis vor Kurzem nicht hätten stattfinden können. Die Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 war eindeutig ein wichtiger Wendepunkt für die Erfüllung der Bibelprophezeiungen, wie auch der Erwerb der Wasserstoffbombe durch die beiden Supermächte der 1950er Jahre, die zur Phase der gegenseitigen atomaren Abschreckung geführt hat.

All das ist jetzt möglich geworden. Damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit stark, dass unsere Generation die Rückkehr Jesu Christi und die Errichtung von Gottes Reich auf Erden erleben wird. Schließlich hat Jesus selbst gesagt, dass die Generation, die zu der Zeit leben wird, wenn diese Dinge erst einmal ihren Anfang genommen haben, „nicht vergehen [wird], bis dies alles geschieht“ (Matthäus 24,34). Wie Jesus seinen Jüngern in Lukas 21, Vers 28 sagt: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“

– GN März-April 2008 PDF-Datei dieser Ausgabe

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