Von der Redaktion

Haben Sie den Mut zur Veränderung?

Auch wenn man sich dessen nicht bewusst ist, kann es sein, dass man Glaubensvorstellungen annimmt, die falsch sind. Woher wissen Sie, dass das, was Sie glauben, wirklich wahr ist?

Manche bekennenden Christen des traditionellen Christentums unserer Zeit würden diese Frage hinsichtlich ihres Glaubens und dessen Ausübung vielleicht als Provokation auffassen. Wir stellen die Frage aber nicht im Sinne einer Provokation, sondern als Aufforderung zur Sicherstellung, dass unser Glaube auf einem soliden Fundament fußt. Das Fundament für unsere Glaubenspraxis sollen u. a. die Apostel Jesu Christi und Jesus selbst sein (Epheser 2,19).

Stellen Sie sich daher vor, Sie würden als Mensch aus dem 21. Jahrhundert mit Ihrer traditionellen christlichen Auffassung ins erste Jahrhundert n. Chr. zurückversetzt. Es ist ca. 30 Jahre nach Jesu Tod, und Sie lernen den Apostel Paulus kennen. Paulus lädt Sie zum Gottesdienst in einer der Gemeinden ein, die er betreut.

Als durchschnittlicher Christ des 21. Jahrhunderts würden Sie zum Gottesdienst am Sonntag erscheinen. Doch niemand wäre da. Die Gläubigen in den von Paulus betreuten Gemeinden wären alle am Vortag – dem biblischen Sabbat – zum Gottesdienst erschienen.

Im Frühling gäbe es kein Osterfeuer und keinen Gottesdienst bei Sonnenaufgang am Ostersonntag. „Ostern“ wäre in den Gemeinden des ersten Jahrhunderts n. Chr. überhaupt kein Begriff gewesen. Stattdessen hätten Sie mit Ihren neuen Glaubensbrüdern und -schwestern im Frühling das Passah und das Fest der Ungesäuerten Brote gehalten. Im weiteren Verlauf des Jahres hätten Sie andere biblische Jahresfeste gehalten wie z. B. Pfingsten, den Posaunentag und das Laubhüttenfest, aber kein Weihnachten, Halloween oder Allerheiligen.

Sie wären wohl auch von manchen Predigtthemen in Ihrer neuen Gemeinde überrascht. Ihre Glaubensfreunde würden die buchstäbliche Wiederkehr Jesu Christi erwarten, um das Reich Gottes auf der Erde zu etablieren und Frieden und Wohlstand für alle Menschen zu bringen. Sie würden auch in Erfahrung bringen, dass die Hauptstadt dieses Reiches Jerusalem sein wird.

Einige Themen wären Ihnen wohl vertraut, wie die Sündenvergebung durch das Opfer Jesu oder „Buße tun“ (unrichtiges Handeln bereuen) in Verbindung mit dem Vorsatz, nicht mehr zu sündigen, was durch die Kraft Gottes möglich ist. Diese Kraft erhalten wir durch den heiligen Geist, der erstmalig zu Pfingsten ausgegossen wurde.

Würde es Ihnen schwerfallen, das, was Sie durch Ihren Besuch in einer Gemeinde des ursprünglichen Christentums erfahren, zu akzeptieren? Wahrscheinlich nicht, denn Sie würden sich Ihrem Umfeld in unserem theoretischen Beispiel – Ihren Mitchristen des ersten Jahrhunderts – anpassen wollen.

Wie sieht es aber heute aus? Ihr Umfeld als bekennender Christ ist nicht das Christentum der Apostel Jesu, sondern das abgewandelte Christentum unserer Zeit. Einen christlichen Glauben zu haben, der auf dem Vorbild der ersten Christen beruht, setzt voraus, dass man fest verwurzelte Denkgewohnheiten verlernt. Haben Sie den Mut dazu?

– GN Januar-Februar 2014 PDF-Datei dieser Ausgabe

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