Was machen Sie, wenn die Krise plötzlich eintrifft?

Was nehmen Sie bei einer großen unerwarteten Krise mit? Wenn Sie sich nicht darauf vorbereiten, wird das Wertvollste in Ihrem Leben nicht zur Verfügung stehen.

Von Darris McNeely

Plötzlich müssen Sie aus Ihrem Hotelzimmer in einem fremden Land fliehen, nachdem Sie nur Sekunden zuvor aus dem Schlaf gerissen wurden. Sie ziehen sich schnell an und gehen hinaus, ohne zu wissen, ob Sie zurückkehren werden.

Sie wissen auch nicht, was Sie draußen auf der Straße erwartet. Was nehmen Sie mit? Vielleicht viel mehr, als Sie sich jemals vorstellen können!

Das war die Frage, die ich im November 2005 in Amman, Jordanien beantworten musste, nachdem Terroristen einen Bombenanschlag gegen drei benachbarte Hotels verübt hatten. Mein Hotel war nicht Ziel des Anschlags, aber das wusste man zunächst nicht. Um 23.00 Uhr wurde ich durch ein heftiges Klopfen an meiner Zimmertür geweckt. Ein Hotelangestellter rief mit lauter Stimme, um uns und die anderen Hotelgäste zu wecken. Es hieß, wir müssten uns sofort anziehen und das Hotel verlassen. Wir hatten keine Ahnung, was uns in den nächsten Minuten bevorstand. Wir zogen uns so schnell wie möglich an und gingen hinaus auf die Straße.

Was nehmen Sie in einem solchen Notfall mit? Vielleicht haben Sie sich das im Sinne einer „Was wäre, wenn . . .“-Frage überlegt, um festzustellen, was Ihnen in einer solchen Situation am wichtigsten wäre. In meinem Fall verblieben mir an jenem Abend nur einige Sekunden, um die Frage zu beantworten. Die Antwort ließ sich schnell finden. Ich packte meinen Reisepass, meinen Flugschein und mein Portemonnaie. In dem Augenblick wusste ich nicht, ob ich mein Hotelzimmer wieder sehen würde, und mein Rückflug nach Hause war bereits für den nächsten Tag gebucht. Mehr als alles andere wollte ich diesen Flug nicht verpassen!

Was nimmt man mit, wenn man das Zuhause plötzlich und unerwartet verlassen muss? Die meisten Menschen würden wohl die Dinge mitnehmen, die ihnen am wertvollsten sind. Einige, die ich gefragt habe, würden ihre Bibel mitnehmen, andere ihre unersetzbaren Familienfotos. Wieder andere würden keineswegs ihr Notebook oder ihr Smartphone zurücklassen.

Was würden Sie unter solchen Umständen mitnehmen?

Die Frage verdient eine tiefgründige Analyse. Der physische Gegenstand, auf den wir nicht verzichten möchten, ist Ausdruck unserer Wertschätzung dieses Gegenstands. Doch in einer Krisensituation würden wir alle in einem Sinne das Gleiche mitnehmen: das Wertesystem, das unsere Lebensführung prägt – unseren Charakter.

Wenn die Krise uns ereilt, sind wir das, was wir sind – die Gesamtsumme unserer Erfahrungen und Entscheidungen, die im Wesentlichen unsere Reaktion auf die Notsituation bestimmen werden.

Diese ungreifbare Qualität unseres Wesens ist der Kern biblischer Warnungen vor einer kommenden Zeit der Umwälzungen, die ohne ihresgleichen in der Menschheitsgeschichte sein wird – die prophezeite große Trübsal und der Tag des Herrn. Wann soll das geschehen? Unmittelbar vor der Wiederkehr Jesu Christi auf diese Erde!

„Lasst uns wachen und nüchtern sein“

In einem seiner eindringlichsten Appelle hinsichtlich der Zukunft ermahnte der Apostel Paulus die Christen seiner Zeit wie folgt:

„Von den Zeiten und Stunden aber, liebe Brüder, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen werden: Es ist Friede, es hat keine Gefahr –, dann wird sie das Verderben schnell überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau und sie werden nicht entfliehen.

Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, dass der Tag wie ein Dieb über euch komme. Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. So lasst uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern lasst uns wachen und nüchtern sein. Denn die schlafen, die schlafen des Nachts, und die betrunken sind, die sind des Nachts betrunken.

Wir aber, die wir Kinder des Tages sind, wollen nüchtern sein, angetan mit dem Panzer des Glaubens und der Liebe und mit dem Helm der Hoffnung auf das Heil. Denn Gott hat uns nicht bestimmt zum Zorn, sondern dazu, das Heil zu erlangen durch unsern Herrn Jesus Christus, der für uns gestorben ist, damit, ob wir wachen oder schlafen, wir zugleich mit ihm leben“ (1. Thessalonicher 5,1-10; alle Hervorhebungen durch uns).

In diesen Versen betont Paulus die Notwendigkeit der persönlichen Vorbereitung. Eine Notlage wird eintreten, wenn sie am wenigsten erwartet wird, wenn alles seinen normalen Gang in einer Zeit des Friedens und der Sicherheit zu gehen scheint. Plötzlich, wie bei einem Dieb in der Nacht, verändert sich die Welt in dramatischer Weise und steuert auf eine Zeit des göttlichen Eingreifens in menschliche Angelegenheiten. Das hat unsere Welt noch nie erlebt.

Was könnte der Auslöser für diese unerwartete Wende sein? Vielleicht ein Terroranschlag, der eine schnelle, umfangreiche Gegenreaktion einer Weltmacht provoziert, die wiederum einen Krieg entfacht, in den viele Nationen hineingezogen werden? Vielleicht wird es eine neue Finanzkrise sein, die die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft zieht und unseren gewohnten Lebensstil bedroht. In deren Folge werden dann beispiellose Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft ergriffen, wie z. B. eine massive Neuausrichtung internationaler Beziehungen, einschließlich der Einrichtung einer zentralen Weltbank mit grenzüberschreitenden Befugnissen.

Was vielen zunächst als positive Lösung erscheint, kann sich später als repressive Macht erweisen und eine noch größere Krise auslösen.

Den Prophezeiungen der Bibel zufolge werden die Ereignisse dieser Zeit plötzlich auftreten in einer Größenordnung, die noch nie da gewesen ist (Daniel 12,1).

Paulus beschreibt deren Eintreten wie „ein Dieb in der Nacht“. Einem Dieb in der Nacht zu begegnen ist erschreckend, denn man rechnet nicht damit. Dadurch können unsere Entschlossenheit, Findigkeit und unser Mut auf die Probe gestellt werden. Wie wir darauf reagieren, kann auch davon abhängen, ob wir uns im Voraus mit der Möglichkeit einer solchen Situation auseinandergesetzt haben.

Was werden Sie tun, sollte eine große Krise weltweiten Ausmaßes eintreten?

Wie schlimm kann es werden?

Heute gibt es in den USA eine ganze „Überlebensindustrie“, die den Menschen diverse Optionen für die Katastrophe anbietet. Beispielsweise können unterirdische Bunker gebaut und mit Lebensmitteln, Wasser und anderen Vorräten ausgestattet werden, um deren Besitzern Schutz im äußersten Notfall zu gewähren.

Solche Einrichtungen gehen weit über vernünftige Vorkehrungen für eine Naturkatastrophe wie etwa einen Wirbelsturm bzw. Hurrikan hinaus, bei denen man davon ausgehen muss, dass es ein paar Tage lang zu Stromausfällen oder sonstigen Unbequemlichkeiten kommen kann. Einen Atomkrieg zu überleben ist aber eine ganz andere Sache. Kann man sich jemals ausreichend darauf vorbereiten?

2009 wurde der Roman One Second After [„Eine Sekunde danach“] veröffentlicht. Darin wird der Einsatz einer Kernwaffe gegen die USA beschrieben, deren nuklearer elektromagnetischer Puls (NEMP) die landesweite Stromversorgung Nordamerikas und damit alle elektronischen Geräte ausschaltet. Da die Waffe in der Atmosphäre und nicht auf dem Boden gezündet wird, bleibt die Wirkung auf das biologische Leben begrenzt, aber alles Elektronische wird durch die elektromagnetische Schockwelle zerstört.

Die Erzählung des Romans war freilich Fiktion, doch sie beruhte auf Fakten. Wissenschaftler und Militärs haben schon lange vor dieser Möglichkeit gewarnt und den Verantwortlichen dringend dazu geraten, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen einzuleiten. Jede Nation, die eine Atombombe und ein entsprechendes Trägersystem besitzt, wäre theoretisch in der Lage, einen solchen Angriff auszuführen.

Der Roman One Second After beschreibt, wie das Leben in einer Kleinstadt des Bundesstaats North Carolina nach der Zündung der NEMP-Bombe weitergeht. Innerhalb von 30 Tagen gehen die Lebensmittelvorräte der Stadt zur Neige. Lastwagen können nichts anliefern, denn sie sind aufgrund der Zerstörung ihrer elektronischen Zündung nicht mehr einsatzfähig. Pflügen und Ernten mit landwirtschaftlichen Maschinen ist aus demselben Grund unmöglich. Die Hälfte der Einwohner der Stadt verhungert.

Ähnlich ergeht es den Bewohnern der Stadt, deren Medikamente kühl gelagert werden müssen. Ohne Strom funktioniert kein Kühlschrank mehr. Das Gesundheitswesen bricht ebenfalls zusammen, und Patienten, die bereits in Behandlung waren und auf medizinische Geräte angewiesen sind, sterben auf qualvolle Weise.

Es dauert nicht lange, bevor sich das soziale Gefüge der Gesellschaft aufzulösen beginnt. Bruder kämpft gegen Bruder, Nachbar gegen Nachbar. Große kriminelle Banden durchziehen die Gegend auf der Suche nach Lebensmitteln. Man mordet, um zu überleben. Um die Stadt vor solchen Übergriffen zu schützen, wird eine Bürgerwehr ins Leben gerufen.

Der Roman malt ein ernüchterndes und grafisches Bild der Umstände, die durch den Einsatz moderner Waffen herbeigeführt werden können. Ohne Strom würde unsere heutige Zivilisation jäh zusammenbrechen. Hunger, Seuchen und Gewalt wären innerhalb nur weniger Wochen die Todesursache für viele Menschen. Die apokalyptischen Szenarien, die man in Spielfilmen sehen kann, wären die schreckliche Realität für die Überlebenden.

Zwei Sekunden danach

Der Titel des Romans, One Second After, betont, wie sich alles nur eine Sekunde später verändert, nachdem das „Dieb in der Nacht“-Ereignis stattgefunden hat. Das gewohnte Leben ist damit vorbei. Man rätselt, wie es nun weitergehen soll, und das neue Leben beginnt eine weitere Sekunde später, also zwei Sekunden nach der Katastrophe.

Wie man dann lebt, wird von den inneren Werten bestimmt, die wir Charakter nennen. Charakter hat nichts mit dem Materiellen zu tun, sondern mit dem Geist. Er definiert uns viel mehr als unser Eigentum – die vielen „Spielzeuge“, die wir im Laufe des Lebens in unserer materialistischen Welt sammeln. Doch unser Charakter lässt sich nicht mittels physischer Maßstäbe messen.

In jener Nacht in Amman, als ich wegen eines Bombenalarms aus meinem Hotel fliehen musste, nahm ich meinen Reisepass und meinen Flugschein mit. In der unerwarteten Notsituation waren sie mir sehr wichtig. Doch wenn der Notfall eintritt, den Paulus wie einen Einbrecher in der Nacht beschreibt, werden greifbare Gegenstände nicht ausreichen.

Wir werden etwas anderes brauchen, um uns in dieser prophezeiten Krisenzeit zu behaupten. Die Umwälzungen werden derart groß sein, dass eine solide geistliche Orientierung, Mut und Einfallsreichtum für eine noch nie da gewesene Situation vonnöten sein werden. In unserem Fall wird das Überleben eine geistliche Komponente erfordern, die nicht erst in der Krise entsteht, sondern jahrelang im Voraus durch die konsequente Entscheidung für eine göttliche Lebensführung gefestigt worden ist. Die Grundlage dieser Lebensführung sind die moralischen Prinzipien, die in der Heiligen Schrift offenbart werden.

Der Apostel Petrus beschrieb den notwendigen Wandel: „Wenn nun das alles so zergehen wird, wie müsst ihr dann dastehen in heiligem Wandel und frommem Wesen, die ihr das Kommen des Tages Gottes erwartet und erstrebt, an dem die Himmel vom Feuer zergehen und die Elemente vor Hitze zerschmelzen werden. Wir warten aber auf einen neuen Himmel und eine neue Erde nach seiner Verheißung, in denen Gerechtigkeit wohnt“ (2. Petrus 3,11-13).

In diesem Kapitel hatte Petrus bereits die Spötter widerlegt, die die prophezeite Wiederkehr Jesu Christi verneinen. Als Beweis nannte er die Zeit Noahs und die Sintflut, die als Gottes Gericht auf eine böse Welt kam, die ihn ablehnte. Die wissentliche Ablehnung Gottes wird auch ein Merkmal der Zeit unmittelbar vor der Wiederkehr Jesu sein (2. Petrus 3,3-7).

Eine ähnliche Zeit heute

Unser Zeitalter heute ähnelt der Beschreibung des Apostels Petrus in 2. Petrus, Kapitel 3. Die Erkenntnis Gottes ist heute nicht gefragt, ebenso die moralischen Prinzipien der Bibel. Als Beispiel seien die Begriffe Familie und Ehe genannt, die unsere Gesellschaft anders definiert als vor nur 50 Jahren. Als gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften rechtlich anerkannt wurden, sagte mir ein jüngerer Kollege: „Ich kann nachvollziehen, dass diese Entscheidung für Sie eine große Veränderung darstellt. Sie können sich an eine Zeit erinnern, in der sich die Öffentlichkeit noch an einer Sicht der Ehe orientierte, die besser zur biblischen Definition passte.“

Setzt sich der heutige Trend fort, dann werden wir bald in einer Welt leben, in der der biblische Standpunkt zur Ehe nicht nur als altmodisch und irrelevant, sondern auch als Diskriminierung gelten wird. Diejenigen, die die Ehe sachlich nach biblischer Definition lehren, werden sich dann wahrscheinlich sogar einer Anklage wegen Volksverhetzung aussetzen. Wie in früheren Epochen wird man versuchen, diejenigen, die die biblische Moral lehren, mundtot zu machen.

Petrus sagt allen, die zum Zuhören bereit sind – denen, die in der biblischen Endzeit leben –, dass ihre Lebensführung von göttlichem Charakter geprägt sein soll. Es kommt eine neue Welt, in der nur die Gerechtigkeit Platz haben wird. Den Weg zu dieser neuen Welt, mitten durch die turbulenten Zeiten, die uns bevorstehen, beschreitet man im Glauben und „in der Tugend und in der Tugend Erkenntnis und in der Erkenntnis Mäßigkeit und in der Mäßigkeit Geduld und in der Geduld Frömmigkeit und in der Frömmigkeit brüderliche Liebe und in der brüderlichen Liebe die Liebe zu allen Menschen“ (2. Petrus 1,5-7).

Die Botschaft, die wir in der Zeitschrift Gute Nachrichten betonen, ist eine einfache Botschaft. Wie bereitet man sich auf die traumatischen Ereignisse vor, die die Bibel für die Zukunft voraussagt? Ändern Sie Ihre Lebensführung jetzt! Lesen Sie Ihre Bibel, um herauszufinden, wie Sie Ihr Leben an göttlichen Werten orientieren können. Lassen Sie Gott und sein Wort der Mittelpunkt Ihres täglichen Lebens sein. In der Krise haben Sie dann die „Berechtigung“, Gott anzurufen und um Hilfe zu bitten. Verlassen Sie sich auf ihn, wenn Sie Hilfe brauchen.

Wachen und verstehen

Interessieren Sie sich für die Prophezeiungen der Bibel? Verfolgen Sie die Trends im aktuellen Geschehen, um sie mit den Vorhersagen der Bibel zu vergleichen und „zu entfliehen diesem allen, was geschehen soll, und zu stehen vor dem Menschensohn“, wenn er kommt (Lukas 21,36)? Wenn Sie mit dem Lesen dieses Artikels noch nicht aufgehört haben, sollen Sie das beachten, was uns der Apostel Petrus sagt. Wir sollen auf das prophetische Wort achten „als auf ein Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen“ (2. Petrus 1,19).

Die Prophezeiungen der Bibel sollen uns motivieren, dem Wort Gottes gemäß zu wandeln und uns damit auf die Zeit des Gerichts vorzubereiten, die „dieser gegenwärtigen, bösen Welt“ (Galater 1,4) bevorsteht.

Was für Menschen sollen wir sein? Menschen, die die moralischen Werte der Bibel kennen und akzeptieren, auch wenn sie von immer mehr Menschen ignoriert und von vielen nicht verstanden werden.

Was werden Sie mitnehmen, wenn der Notfall bei Ihnen unerwartet eintritt? Wird Ihnen dann etwas Physisches – z. B. Ihr Smartphone – am wichtigsten sein? Wie wird es für Sie zwei Sekunden nach der Katastrophe weitergehen? Das Wertvollste, was Sie in einer solchen Zeit begleiten kann, ist der Charakter, für den Sie sich in den Wochen, Monaten und Jahren zuvor entschieden haben. Fangen Sie noch heute damit an!

– GN September-Oktober 2014 PDF-Datei dieser Ausgabe

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