Warum ist Israel wichtig?

Christen sollen Jesu Ermahnung beherzigen und „über die Zeichen der Zeit urteilen“ können (Matthäus 16,3). Ohne Kenntnis der wahren Identität Israels in den Prophezeiungen der Bibel werden wir nie in der Lage sein, die Zeichen unserer Zeit zu verstehen.

Von Darris McNeely

Man könnte sich darüber wundern, wie oft das kleine Land Israel in den Schlagzeilen auftaucht. Schließlich ist Israel in seinen international anerkannten Landesgrenzen nur etwa gleich groß wie das Bundesland Hessen, mit ein wenig mehr als acht Millionen Einwohnern.

Es stimmt zwar, dass Israel ein hoch entwickelter Industriestaat ist, nach seinem Bruttoinlandsprodukt 2014 die 36.-größte Volkswirtschaft der Welt. Es hat auch den höchsten Lebensstandard im Nahen Osten und den dritthöchsten in ganz Asien.

Doch es ist nicht Israels wirtschaftliche Leistung, über die in den Nachrichten berichtet wird. Es sind die Spannungen und manchmal auch die Schlagabtausche zwischen Israel und den Palästinensern – und anderen Nachbarn –, die Journalisten und Redakteure erwähnenswert finden.

In seiner fast 70-jährigen Geschichte hat Israel viermal Krieg gegen seine Nachbarn geführt und die eigene Existenz verteidigt. Wie in unserem Leitartikel auf Seite 4 dargelegt, ist es das erklärte Ziel islamischer Fundamentalisten, die in den benachbarten Regionen einen entscheidenden Einfluss haben, Israel von der Landkarte verschwinden zu lassen.

Trotz dieser Feindseligkeiten existiert Israel immer noch. Welche Bedeutung hat der jüdische Staat heute? Warum ist Israel wichtig? Dabei geht es um ein richtiges Verständnis der Identität der Israelis in den Prophezeiungen der Bibel. Nachfolgend erläutern wir Ihnen fünf Gründe für die Wichtigkeit des Staates Israel.

Nr. 1: Die Prophezeiungen der Bibel setzen eine israelitische Präsenz im Heiligen Land voraus.

In Daniel 9 finden wir eine Vorhersage, die als die 70-Wochen-Prophezeiung bekannt ist. Sie beschreibt die Rückkehr der Juden von der babylonischen Gefangenschaft nach Jerusalem, geht aber auch auf die Zeit unmittelbar vor der verheißenen Wiederkehr Jesu Christi ein. Teile dieser Prophezeiung behandeln die „heilige Stadt“ – Jerusalem – und deren Wiederaufbau.

Wir finden einen wichtigen Hinweis auf die Endzeit in Daniel 9, Vers 27. In diesem Vers geht es um eine prophetische Woche, in deren Mitte jemand „Schlachtopfer und Speisopfer abschaffen“ wird, und zwar dann, wenn „im Heiligtum ein Gräuelbild [stehen wird], das Verwüstung anrichtet, bis das Verderben, das beschlossen ist, sich über die Verwüstung ergießen wird“.

Es gab ca. 167 v. Chr. eine Vorausschau auf dieses endzeitliche Ereignis, als der syrische Herrscher Antiochus Epiphanes den Tempel in Jerusalem entweihte, indem er dort Schweinsblut als Opfer darbrachte (Daniel 11,31). In Matthäus 24, Vers 15 bezog sich Jesus auf diese Schandtat als Beispiel einer weiteren Entweihung in der Zeit vor seiner Wiederkehr: „Wenn ihr nun sehen werdet das Gräuelbild der Verwüstung stehen an der heiligen Stätte, wovon gesagt ist durch den Propheten Daniel – wer das liest, der merke auf! . . .“

Diese Prophezeiungen identifizieren Jerusalem als Austragungsort des prophezeiten Geschehens. Sie beschreiben die Wiederkehr des Messias nach Jerusalem und können nur dann in Erfüllung gehen, wenn die Juden im Heiligen Land sesshaft sind und die Hoheit über Jerusalem haben. Deshalb ist die Staatsgründung Israels im Jahr 1948 ein wichtiger Schlüssel zum richtigen Verständnis der Prophezeiungen. Das ist aber nur der erste von mehreren Gründen für die Wichtigkeit Israels!

Nr. 2: Die Juden sind nur ein Teil des biblischen Volks Israel.

In der Bibel setzt sich das Volk Israel aus den Angehörigen der zwölf israelitischen Stämme zusammen, die Ägypten mit Mose verlassen haben. Diese zwölf Stämme waren die Nachkommen der zwölf Söhne des Patriarchen Jakob, dessen Namen Gott in Israel änderte (1. Mose 32,28). Das ist das Volk Israel im Alten Testament.

Heute sind die Juden für viele Leute gleichbedeutend mit dem alttestamentlichen Volk Israel. Dabei übersehen sie, dass nur einer der Söhne Jakobs Juda hieß. Seine Nachkommen sind die Juden. Doch Juda war nur einer der Söhne Jakobs und die Juden nur einer der Stämme Israels. Es gibt auch die anderen Söhne Jakobs: Ruben, Simeon, Levi, Issachar, Sebulon, Dan, Josef, Benjamin, Naftali, Gad und Asser.

Die Nachkommen dieser zwölf Söhne waren die zwölf Stämme der Nation Israel. Die biblischen Bücher Josua, Richter, 1. und 2. Samuel und 1. und 2. Könige berichten über diese Stämme. König David herrschte über die Nation Israel von Jerusalem aus, und sein Sohn Salomo baute dort einen herrlichen Tempel für Gott.

Doch der Stamm Juda – die Juden – waren nur ein Teil des Volks Israel. Man muss also kein Jude sein, um ein Israelit zu sein!

Warum ist uns heute nur dieser eine Stamm Juda bekannt? In der Bibel finden wir die Antwort auf diese gute Frage.

Nach dem Tod Salomos spaltete sich die Nation Israel. Zehn Stämme nördlich von Jerusalem trennten sich von Salomos Sohn Rehabeam und bildeten zusammen das Königreich Israel. Die südlich gelegenen Stämme Juda und Benjamin waren fortan das Königreich Juda, dessen Hauptstadt Jerusalem war.

Das nördliche Königreich Israel war nie jüdisch. Es war das südliche Königreich Juda, das als die Juden bekannt war. Wenn wir das Wort Israel im Alten Testament lesen, bezieht es sich in der Regel auf das gesamte Volk der Israeliten – aller zwölf Stämme – oder auf die zehn Stämme im Norden des Heiligen Landes, die nach Salomos Tod als das Königreich Israel bekannt waren. Mit Juda ist entweder ein einzelner Stamm oder das Königreich Juda im Süden des Heiligen Landes gemeint.

In Kapitel 16 des Buches 2. Könige wird sogar berichtet, dass Israel und Juda Krieg gegeneinander geführt haben! Ahas war der König Judas und Pekach der König Israels. König Pekach schloss ein Bündnis mit Rezin, dem König des Nachbarlandes Syrien, und gemeinsam griffen sie Juda an. In Vers 6 lesen wir: „In dieser Zeit brachte Rezin, der König von Aram, Elat wieder an Aram und trieb die Juden aus Elat hinaus“ (Elberfelder Bibel).

In diesem Vers finden wir das Wort Juden zum ersten Mal in der Bibel, und Israel führt Krieg gegen die Juden! Ja, die Juden gehören zu den Nachkommen Israels, aber sie sind weder das Haus Israel noch das Königreich Israel.

Viele wichtige Prophezeiungen der Bibel über die Endzeit unterscheiden zwischen diesen zwei Nationen. Manchmal wird die nördliche Nation das Haus Israel genannt und manchmal Ephraim, der führende Stamm unter den zehn Stämmen des Nordens. Die südliche Nation wird das Haus Juda bzw. Juda genannt.

Im Norden des Heiligen Landes existierte das Königreich Israel etwa 200 Jahre lang, bevor es von den Assyrern erobert wurde. Die Israeliten des Nordens wurden deportiert und gelten heute als die verlorenen zehn Stämme Israels. Sie sind aber nicht wirklich verloren, denn Gott kennt ihre Identität und weiß, wo sie heute unter den Nationen zu finden sind.

Das Königreich Juda im Süden überdauerte seine nördliche Brudernation, geriet aber selbst etwas mehr als ein Jahrhundert später durch die Babylonier in Gefangenschaft. Einige Jahrzehnte danach kehrte eine kleine Minderheit der Juden nach Jerusalem zurück und baute die Stadt und den Tempel wieder auf. Die Juden blieben mit ihrer eigenen kulturellen Identität in Jerusalem, bis die Römer sie nach zwei Aufständen aus der Region vertrieben. Bis zur Staatsgründung Israels 1948 lebten die Nachkommen jener Juden verstreut, hauptsächlich im Nahen Osten und Europa.

Der moderne jüdische Staat nennt sich zwar nach dem antiken Namen Israel, repräsentiert jedoch nur einen kleinen Anteil des biblischen Volks Israel, das einst im Heiligen Land lebte und auf das sich so viele noch nicht erfüllte Prophezeiungen der Bibel beziehen. Wo sind die anderen Israeliten? Sie finden eine ausführliche Antwort auf diese Frage in unserer kostenlosen Broschüre Amerika und Großbritannien: Was sagt die Bibel über ihre Zukunft?.

Nr. 3: Die Juden gehören zum biblischen Volk Israel, ebenso aber auch andere Nationen.

Wer die Juden dem biblischen Israel gleichsetzt, ignoriert die große Mehrheit der Nachkommen dieses Volks. Diese Mehrheit ist aber wichtig zum richtigen Verständnis des Nahostkonflikts und der Zukunft dieser Region. Wir finden einen Schlüssel in 1. Mose 48, als Jakob (Israel) die Söhne Josefs, Ephraim und Manasse, segnete. Dabei sagte er: „Weiterleben soll mein Name durch sie“ (1. Mose 48,16; Einheitsübersetzung).

Er gab ihnen seinen Namen und übertrug ihnen die Verheißung des Segens, die er von seinem Vater Isaak erhalten hatte, die er wiederum von seinem Vater Abraham bekommen hatte. Die Verheißung nationaler Größe wurde also den Söhnen Josefs übertragen.

In 1. Mose 49 finden wir eine Prophezeiung über die Stämme Israels in der Endzeit. Josefs Nachkommen sollten großen Segen von Gott erhalten. Wenn wir uns die moderne Welt ansehen, um die Empfänger dieses Segens ausfindig zu machen, fallen die großen Englisch sprechenden Nationen auf, vornehmlich Großbritannien und die USA. Interessanterweise unterhält der Staat Israel viele Verbindungen zu Großbritannien und den Vereinigten Staaten.

Man beginnt, die Prophezeiungen der Bibel wirklich zu verstehen, wenn man die Verheißungen kennt, die Gott Abraham und seinen Nachkommen gab, und dabei weiß, welche Nationen heute zu den Nachkommen Abrahams gehören. Der Erhalt des Segens, den die Nachkommen Abrahams allein seiner Gerechtigkeit zu verdanken haben, ist jedoch keine Garantie für die Fortdauer des Segens. Nur die Gerechtigkeit der Nachkommen kann ihnen die Fortdauer des Segens garantieren. Daran erkennt man die Notwendigkeit der Reue in den modernen israelitischen Nationen.

Gott ruft die Menschen überall zur Reue auf, und die Englisch sprechenden Nationen wie Großbritannien, Kanada, Australien und die USA tragen hierbei eine größere Verantwortung gegenüber Gott.

Unsere Welt nähert sich rasch dem Ende des menschlichen Zeitalters, in dem Satan der Teufel die Menschen beeinflusst. Eine neue Weltordnung unter der Herrschaft Jesu Christi steht bevor.

Bevor die neue Ära beginnt, müssen wir eine Zeit der Trübsal erleben, wie es sie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte gegeben hat. Der Prophet Daniel beschrieb diese Zeit, die in der nicht allzu fernen Zukunft liegt: „Es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen“ (Daniel 12,1; alle Hervorhebungen durch uns).

In diesem einen Vers gibt es eine Warnung vor einer kommenden Zeit beispiellosen Leidens, aber auch einen Hinweis auf die Errettung von Gottes Volk.

Es ist wichtig, das aktuelle Geschehen vor dem Hintergrund der in diesem Beitrag behandelten Prophezeiungen zu verfolgen. Deshalb berichten wir in der Zeitschrift Gute Nachrichten über die sich schnell verändernde Lage im Nahen Osten, mit Israel und Jerusalem als Mittelpunkt der prophetischen Vorhersagen. Außerdem sind wir Zeugen wachsender Herausforderungen für Amerika, Großbritannien und die anderen Englisch sprechenden Nationen in einer Welt, in der sich die Machtverhältnisse langsam aber merklich verschieben.

Nr. 4: Kenntnis der wahren Identität Israels stärkt unser Vertrauen in Gottes Verheißungen für alle Nationen.

Das Zeitalter des Menschen gipfelt bald in der Wiederkehr Jesu Christi auf diese Erde. Jesus wird eine völlig neue Weltordnung schaffen, das Reich Gottes. Die Stämme Israels werden dann alle zusammengeführt und wiedervereinigt, woraus ein Israel entstehen wird, das ganz anders als der heutige kleine Staat Israel sein wird.

Die Juden in Israel sind lediglich Teil eines einzelnen Stammes, d. h. nur ein kleiner Teil des biblischen Volks Israel. Doch die Juden sind wichtig, weil ihre Identität mit dem Gesetz Gottes verknüpft ist. Der biblische Sabbat am siebten Tag der Woche, die Festtage Gottes, die man heute allgemein „jüdisch“ nennt, und andere Aspekte der Thora prägten die jüdische Kultur jahrhundertelang.

Daher sind die Juden heute ein sichtbarer Beweis der Existenz Israels. Israel, die Nation der zwölf Stämme, die einen Bund mit Gott schloss, wird in der neuen Weltordnung der Zukunft eine wichtige Funktion in Gottes Plan für alle Menschen haben.

Im Römerbrief erzählt der Apostel Paulus die Geschichte von Israels Aufstieg, Niedergang und Hoffnung auf Wiederherstellung. Israel sollte eine Vorbildnation der göttlichen Lebensweise sein, gegründet auf Gottes Gesetz. Gott sonderte Israel aus und gab dem Volk besondere Verheißungen materieller Art. Diese physischen Verheißungen waren eine Vorausschau auf den geistlichen Segen durch Jesus Christus, der ein Nachkomme des israelitischen Königs David war.

Paulus’ inniger Wunsch für Israel, sein Volk, war dessen Errettung (Römer 10,1). Obwohl das antike Israel ungehorsam war und dafür bestraft wurde, ist diese Bestrafung nicht permanent, denn Gott hat sein Volk nicht unwiderruflich verworfen. Durch Paulus offenbart Gott, dass ein Rest Israel unter den Nationen existiert, und dank der Gnade Gottes wird dieser Rest eines Tages wieder gesammelt.

Nur wenige Menschen verstehen, dass Israels Ablehnung Gottes dem Plan und der Verherrlichung Gottes dient! Paulus schrieb, dass seine Landsleute „verstockt“ waren, „wie geschrieben steht: Gott hat ihnen einen Geist der Betäubung gegeben, Augen, dass sie nicht sehen, und Ohren, dass sie nicht hören, bis auf den heutigen Tag“ (Römer 11,7-8). Deshalb fragte Paulus: „Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne! . . . Gott hat sein Volk nicht verstoßen, das er zuvor erwählt hat“ (Römer 11,1-2).

Paulus erklärte, dass das Heil aufgrund von Israels vorübergehender Verstocktheit denen, die nicht zu Israel gehören, angeboten wird. Später wird Israel Gottes Gnade erfahren, wodurch letztendlich allen Menschen geholfen wird – “die Versöhnung der Welt“ (Römer 11,15). Alle Stämme Israels – viel mehr als der heutige Staat Israel – werden wiedervereinigt. „So wird ganz Israel gerettet werden“, wenn Gott „abwenden wird alle Gottlosigkeit von Jakob“ (Römer 11,26).

Alle anderen Nationen und Völker, die in der Bibel Heiden genannt werden, werden die Gelegenheit haben, eine ähnliche Beziehung zu Gott zu haben, wie Gott sie den Israeliten anbieten wird, gegründet auf seinen ewigen Verheißungen. Zu der von Gott bestimmten Zeit werden alle Menschen ihn kennenlernen dürfen. Alle Nationen werden dann nach Jerusalem kommen und die Wege Gottes lernen wollen (Jesaja 2,1-4; Sacharja 14,16).

In seiner Begeisterung über Gottes Plan für Israel und die Menschen schrieb Paulus: „O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!“ (Römer 11,33).

Gott wird das Volk Israel retten, und das Volk Israel umfasst mehr als nur den Staat Israel im Nahen Osten. Ganz Israel – alle Stämme – wird gerettet, und dazu gehören andere moderne Nationen. Gottes Gnade gegenüber Israel werden dann alle Menschen erfahren dürfen.

Gottes Treue gegenüber Israel spiegelt seine Liebe zu allen Menschen wider, die uns durch seinen Sohn Jesus Christus offenbart wurde (Johannes 3,16).

Nr. 5: Der Staat Israel ist eine Vorausschau auf die zukünftige Heimat aller Israeliten im Heiligen Land.

In einer Rede vor den Vereinten Nationen verknüpfte der israelische Premierminister Benjamin Netanyahu sein Land mit der historischen Heimat seines Volkes: „Wir führen unsere Herkunft fast 4000 Jahre zurück auf die Zeit von Abraham, Isaak und Jakob. Wir haben eine Reise durch die Zeit hinter uns, haben die größten Widrigkeiten überwunden und unseren souveränen Staat in unserer angestammten Heimat, dem Land Israel, etabliert.“

Viele Freunde Israels sind von einem historischen Anspruch der Juden auf das Heilige Land als Heimat überzeugt. „Schließlich gab Gott ihnen das Land“, sagen sie. Darüber hinaus meinen sie, die Erfüllung biblischer Prophezeiungen über die Rückkehr der Israeliten ins Gelobte Land durch die Rückkehr der Juden nach Israel zu erkennen.

Wenn es einen historisch begründeten Anspruch der Juden auf eine Heimat im Nahen Osten gibt, dann beschränkt er sich allein auf das frühere Gebiet vom Haus Juda. Galiläa und die Westbank gehören aber nicht dazu. Außerdem waren die Einnahme und der Besitz des Landes an die Bedingung der Bündnistreue gegenüber Gott geknüpft – eine Bedingung, die der säkulare Staat Israel heute nicht erfüllt.

Wie zu Beginn dieses Artikels dargelegt, hängt eine jüdische Präsenz in Jerusalem mit bestimmten endzeitlichen Prophezeiungen der Bibel zusammen. Die Rückkehr der Juden ins Heilige Land, um den Staat Israel zu gründen, dient aber auch als Vorausschau auf die Erfüllung von Prophezeiungen über eine Rückführung von ganz Israel – allen zwölf Stämmen – in die frühere Heimat der Israeliten.

Wann sollte das geschehen? Nicht im Jahr 1948, sondern erst bei der Wiederkehr Jesu Christi, wenn das Haus Israel und das Haus Juda wiedervereinigt werden. Durch den Propheten Hesekiel sagt Gott: „Siehe, ich will das Holz Josefs, das in der Hand Ephraims ist, nehmen samt den Stämmen Israels, die sich zu ihm halten, und will sie zu dem Holz Judas tun und ein Holz daraus machen, und sie sollen eins sein in meiner Hand. Und so sollst du die Hölzer, auf die du geschrieben hast, in deiner Hand halten vor ihren Augen und sollst zu ihnen sagen: So spricht Gott der Herr: Siehe, ich will die Israeliten herausholen aus den Heiden, wohin sie gezogen sind, und will sie von überall her sammeln und wieder in ihr Land bringen und will ein einziges Volk aus ihnen machen im Land auf den Bergen Israels, und sie sollen allesamt einen König haben und sollen nicht mehr zwei Völker sein und nicht mehr geteilt in zwei Königreiche . . . Und mein Knecht David soll ihr König sein und der einzige Hirte für sie alle . . . Und sie sollen wieder in dem Lande wohnen, das ich meinem Knecht Jakob gegeben habe“ (Hesekiel 37,19-22. 24-25).

Ja, der von den Toten auferweckte König David wird König über ganz Israel sein. Dann werden viele Völker „zum Hause des Gottes Jakobs“ hingehen, nach Jerusalem, um Gottes Wege zu lernen (Jesaja 2,3). Der Staat Israel ist wichtig, weil wir durch die Kenntnis seiner wahren Identität die Treue Gottes erkennen!

– GN Juli-August 2015 PDF-Datei dieser Ausgabe

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