Bin ich nach dem Tod im Himmel?

Die Vorstellung, dass man nach dem Tod in den Himmel fährt, tröstet viele Christen. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Vorstellung wahr ist. Gründet sie sich wirklich auf die Bibel?

Von Steve Myers

Trauerfeiern sind genau das – traurige Anlässe. Wer verabschiedet sich gern von einem lieben Menschen? Die meisten Leser dieses Beitrags erlebten wohl bereits den Tod einer solchen Person: Mutter oder Vater, Bruder, Schwester, Ehepartner oder das eigene Kind. Fragten Sie sich dabei, was aus der Person geworden ist bzw. wo sie sich nach dem Tod befindet?

Wenn ein lieber Mensch stirbt, ringen wir zunächst meistens mit der Akzeptanz des Geschehenen. Das Verkraften des Verlusts fällt uns schwer.

Einfach davon auszugehen, dass die verstorbene Person vom Himmel aus auf uns schaut, genügt uns nicht. Wir wollen die Wahrheit wissen. Wir zweifeln vielleicht an der traditionellen christlichen Sicht über den Verbleib der Toten. Mit dem Tod konfrontiert, fragen wir uns: Was passiert mit mir, wenn ich sterbe?

Leben nach dem Tod: Wahrheit oder Wunschdenken?

Manchmal möchten wir an ein Leben nach dem Tod glauben – besonders dann, wenn unsere eigene Sterblichkeit uns bewusst wird. Wir wissen, dass der Tod auf uns alle wartet. Diese Erkenntnis im Hinterkopf zu haben ist jedoch ganz anders als die Konfrontation mit dem Tod, wenn ein lieber Mensch stirbt.

In dieser Situation ist die Vorstellung des Himmels als Ort der Belohnung für die Gerechten ein tröstlicher Gedanke. Wir wollen daran glauben, dass unsere Lieben nach dem Tod im Himmel weiterleben und dass uns dasselbe Schicksal bevorsteht. Daher sind Umfrageergebnisse zum Thema Leben nach dem Tod keine große Überraschung. Demnach sind viele Leute überzeugt, dass mit dem Tod nicht alles endgültig vorbei ist. Nach Umfragen sollen 36 Prozent der Deutschen an ein Leben nach dem Tod glauben, in Großbritannien sind es 55 Prozent und in den USA gar 81 Prozent.

Basiert die Meinung der Befragten aber auf der Wahrheit oder ist sie nur frommes Wunschdenken?

Für Christen soll die Bibel die Quelle ihres Glaubens sein, denn „dein [Gottes] Wort ist die Wahrheit“, sagte Jesus Christus (Johannes 17,17).

Was sagt die Bibel wirklich über den Tod und die Toten aus? Die biblische Antwort wird Sie ganz bestimmt überraschen, wenn Sie nur die traditionelle Sicht des abgewandelten Christentums unserer Zeit kennen.

An dieser Stelle mögen manche Christen einwenden, dass ihre Vorstellung vom Himmel doch auf der Bibel beruht. Wie stellen Sie sich das Leben im Himmel vor? Einige meinen, dass wir nach dem Tod Flügel erhalten und dann auf den Wolken schweben werden. Andere sind überzeugt, dass wir im Himmel ewig auf das Gesicht Gottes schauen werden.

Woher hat man solche Ideen? Sie mögen dank dem Einfluss des Christentums weitverbreitet sein, doch man findet sie auf keinen Fall in der Bibel! Es mag Sie schockieren, aber viele Lehren des modernen Christentums sind nicht bibelkonform!

Seit Jahren sagen wir unseren Lesern: „Glauben Sie nicht uns, sondern glauben Sie der Bibel!“ Wir fordern Sie auf, unsere Aussagen mit der Bibel zu vergleichen und nur das anzunehmen, wofür Sie in der Bibel eine Bestätigung finden. Der vorliegende Beitrag bietet Ihnen eine erste Gelegenheit dazu.

Außer Jesus ist niemand in den Himmel gefahren

Lehrt die Bibel, dass wir nach dem Tod in den Himmel fahren? Ca. 60 Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung schrieb der Apostel Johannes Folgendes: „Und niemand ist in den Himmel hinaufgestiegen außer dem, der vom Himmel herabgestiegen ist“ (Johannes 3,13; Einheitsübersetzung, alle Hervorhebungen durch uns).

Der einzige, der vom Himmel kam, war Jesus. Folglich ist er auch der einzige, der jemals in den Himmel gefahren ist! Diejenigen, die aus christlicher Sicht an das Leben nach dem Tod im Himmel glauben, haben sich nie mit der klaren Aussage dieser Bibelstelle befasst.

Bereits zu Pfingsten im Jahr der Kreuzigung Jesu hatte der Apostel Petrus diese Wahrheit verkündet. „Ihr Männer, liebe Brüder, lasst mich freimütig zu euch reden von dem Erzvater David. Er ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns bis auf diesen Tag . . . Denn David ist nicht gen Himmel gefahren“ (Apostelgeschichte 2,29. 34).

Jesu Jünger lehrten niemals, dass man nach dem Tod in den Himmel fährt. Warum lehrten sie es nicht? Weil Jesus niemals versprach, dass seine Nachfolger in den Himmel fahren werden!

In Hebräer 11 werden die großen Männer und Frauen des Glaubens aus der Zeit des Alten Testaments beschrieben. Der Autor berichtet uns, dass sie alle zum Zeitpunkt der Abfassung des Hebräerbriefs – mehr als 30 Jahre nach der Auferstehung Jesu – immer noch auf ihre zukünftige Belohnung warteten: „Diese alle haben durch den Glauben Gottes Zeugnis empfangen und doch nicht erlangt, was verheißen war . . . denn sie sollten nicht ohne uns vollendet werden“ (Hebräer 11,39-40).

Der Tod: ein vorübergehender Schlaf

Warum hatten sie Gottes Gabe des ewigen Lebens noch nicht erhalten? Wo sind sie, da sie offensichtlich nicht im Himmel sind?

Jesu Reaktion auf den Tod seines Freundes Lazarus offenbart die Antwort. Jesus sagte seinen Jüngern: „Lazarus, unser Freund, schläft, aber ich gehe hin, ihn aufzuwecken. Da sprachen seine Jünger: Herr, wenn er schläft, wird‘s besser mit ihm. Jesus aber sprach von seinem Tode; sie meinten aber, er rede vom leiblichen Schlaf. Da sagte es ihnen Jesus frei heraus: Lazarus ist gestorben“ (Johannes 11,11-14).

Jesu Feststellung zeigt uns etwas Wichtiges in Bezug auf den Tod. Er sagte nicht, dass Lazarus bereits im Himmel war. Stattdessen sagte er einfach, dass Lazarus schlief. Jesus setzte den Tod dem Schlaf gleich.

Der Vergleich mit dem Schlaf ist sehr aufschlussreich. Wer einen tiefen Schlaf erlebt, hat kein Bewusstsein vom Vergehen der Zeit oder den Geschehnissen in seinem Umfeld. In diesem Sinn ähnelt der Schlaf der Bewusstlosigkeit. In der ganzen Bibel wird der Tod symbolisch mit dem Schlaf verglichen. Die Toten sind ohne Bewusstsein. Sie warten schlafend im Grab auf eine zukünftige Auferstehung.

König Salomo bestätigte, dass der Tod wie ein tiefer Schlaf ist: „ Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu; denn bei den Toten, zu denen du fährst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit“ (Prediger 9,10). Im selben Kapitel schrieb er auch: „Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen gar nichts“ (Vers 5; Elberfelder Bibel).

Wenn wir solche Bibelstellen lesen, wird uns klar, dass die Idee, die Gerechten würden nach dem Tod in den Himmel fahren, keine Lehre der Bibel ist. Stattdessen schlafen sie im Grab. Alle Menschen – die Gerechten und die Ungerechten – gehen am Ende des Lebens in den Schlaf des Todes ein.

Das ist eine ganz andere Perspektive als die, die uns das heutige Christentum vermittelt! Wir brauchen aber, da es kein Leben unmittelbar nach dem Tod gibt, beim Verlust eines lieben Menschen nicht von Trauer überwältigt zu bleiben.

In seinem Brief an die Gemeinde zu Thessalonich betonte Paulus die Hoffnung, die wir haben können: „Wir wollen euch aber, liebe Brüder, nicht im Ungewissen lassen über die, die entschlafen sind, damit ihr nicht traurig seid wie die andern, die keine Hoffnung haben“ (1. Thessalonicher 4,13).

Anstelle der grausamen Vorstellung, dass wir unsere Lieben nie wiedersehen werden, können wir Trost in der Wahrheit der Bibel finden: Die Verstorbenen schlafen lediglich, und dieser Schlaf ist vorübergehend!

Besser als die übliche Sicht des Himmels als Ort der Belohnung

Befassen wir uns kurz mit dem Konzept des Himmels als Ort der Belohnung für die Gerechten. Dort werden wir, unsere Angehörigen und Freunde nach dem Tod sein. Manche meinen, dass ihre bereits verstorbenen Lieben von dort aus auf sie schauen.

Haben Sie sich jemals gefragt, wie ein solches Paradies wirklich wäre? Wäre es ein Ort des grenzenlosen Glücks und der Freude? Wie könnte es beim Anblick unserer Welt wirklich „himmlisch“ sein? Vom Himmel auf die Erde blickend würde man eine Welt voller Übel sehen: Krieg, Hunger, Krankheiten, Verbrechen usw. Man würde auch Zeuge der Schwächen und Fehler der eigenen Angehörigen sein – und des Leidens, das sie dadurch auf sich bringen! Und das wäre das Paradies? Nein, das wäre nur eine einzige Qual, ein wahrhaftiger Albtraum!

Die Bibel beschreibt eine ganz andere Zukunft für die gerechten Toten. Worauf warten sie schlafend in ihren Gräbern? Wann werden sie aus dem Schlaf des Todes aufgeweckt?

Die Antwort auf diese Fragen ist eine der großen Offenbarungen der Heiligen Schrift, die uns Hoffnung und Trost vermittelt. Die Gerechten werden wieder zum Leben erweckt, um mit Jesus Christus eintausend Jahre lang hier auf dieser Erde zu herrschen (Offenbarung 20,4).

Wann findet das statt? Bei der Wiederkehr Jesu Christi, zum Zeitpunkt der Auferstehung für Jesu wahre Nachfolger (1. Thessalonicher 4,16).

Der alttestamentliche Patriarch Hiob wusste, was ihm nach dem Tod bevorsteht: „Meinst du, ein toter Mensch wird wieder leben? Dort bei den Toten würde ich warten und die Tage zählen, bis meine Ablösung kommt“ (Vers 14, „Hoffnung für alle“-Übersetzung und die Lutherbibel). Hiob verstand, dass er nach dem Tod nicht in den Himmel fahren, sondern eines Tages auferstehen wird.

Noch wichtiger war seine Erkenntnis, dass diese Auferstehung mit einer Verwandlung verknüpft sein wird. Paulus beschreibt diese Verwandlung in 1. Korinther, Kapitel 15. Es handelt sich um eine Veränderung von sterblich zu unsterblich, von einer vorübergehenden materiellen Existenz aus Fleisch und Blut zu ewigem Geistleben in Herrlichkeit. So wird die Auferstehung der Toten in Christus sein, denn sie werden Jesus Christus gleich gestaltet sein (1. Johannes 3,2).

Wollen Sie vom Schlaf des Todes in Herrlichkeit aufgeweckt werden?

Die Bibel beschreibt die Verwandlung der Gerechten durch eine Auferstehung vom Schlaf des Todes. Das ist die wunderbare Bestimmung, die Gott für die treuen Jünger Jesu vorgesehen hat. Wie können wir bei dieser Auferstehung dabei sein? Die Realität dieser Zukunft soll unsere Lebensführung heute beeinflussen!

Jesus sagt uns, was die oberste Priorität in unserem Leben sein soll: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit“ (Matthäus 6,33). Er sagt uns auch, dass er viele, die sich in seiner Nachfolge wähnen, überhaupt nicht kennt:

„Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!“ (Matthäus 7,21-23).

Haben Sie bislang an die nicht biblische Tradition des Himmels als Ort der Belohnung für die Gerechten geglaubt? Verlassen Sie sich stattdessen auf das Wort Gottes, das eine Quelle der Hoffnung ist! Darin sehen wir, dass der Tod, wie ein Schlaf, nicht ewig andauert. Wie Hiob können auch wir zuversichtlich sein, dass wir aus diesem Schlaf wieder wachgerufen werden.

Es gibt also eine gute Nachricht für die verstorbenen Gerechten! Es kommt die Zeit, wenn sie wieder aufgeweckt und in das ewige Leben mit Christus eingehen werden.

Werden Sie nach dem Tod im Himmel sein? Nein, aber Sie können mit Ihrem König Jesus Christus ewig hier auf dieser Erde leben. Freuen wir uns auf seine Wiederkehr, wenn der Schlaf der gerechten Toten zu Ende sein wird!

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserer kostenlosen Broschüre Nach dem Tode – was dann?.

– GN Mai-Juni 2015 PDF-Datei dieser Ausgabe

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