Von der Redaktion

Jesus von Nazareth als historische Person

„Jesus hat niemals existiert“, so die Behauptung eines Lesers unserer Zeitschrift Gute Nachrichten. Mit dieser Sichtweise meinen wohl einige, den zeitgemäßen Bildungsstand einer aufgeklärten Welt widerzuspiegeln. Für andere ist die Verneinung der historischen Person Jesu – und damit auch der Existenz Gottes – eine Befreiung von den beengenden Moralvorstellungen der Bibel.

Nun, was immer ihre Gründe sein mögen, viele Menschen meinen, dass es außer in der Bibel keine weiteren geschichtlichen Hinweise auf Jesus von Nazareth gibt. Diese Meinung entspricht aber nicht den Tatsachen, denn es gibt außerbiblische Zeugnisse der Existenz Jesu.

Die römischen Autoren Cornelius Tacitus, Gaius Tranquillus Sueton und Gajus Plinius Caecilius Secundus bezeugen die Existenz Jesu. Cornelius Tacitus (ca. 55-120 n. Chr.) war römischer Senator, Konsul, Statthalter der Provinz Asia (identisch mit dem Westteil der heutigen Türkei) und einer von Roms größten Historikern. Tacitus berichtet, dass Nero den Brand Roms den dortigen Christen zur Last legte. Gaius Tranquillus Sueton (ca. 70-140 n. Chr.) war Zeitgenosse des Tacitus, Kanzleichef Hadrians und Hauptbibliothekar der Stadt Rom. Sueton berichtet von einem „Chrestos“, der die Ursache von Streitigkeiten unter den Juden war.

Der berühmte Autor Gajus Plinius Caecilius Secundus (ca. 61-113 n. Chr.) war nach 110 n. Chr. als Prokonsul der Provinzen Bithynien und Pontus (in der heutigen Türkei) tätig. Er beschreibt in einem Brief an den Kaiser Trajan Christen, die in ihren Gottesdiensten „Christus wie einem Gott ein Lied darbrachten“ (Epistulae, 10,96).

Unabhängig von der Bibel liefern diese römischen Autoren folgende Hinweise auf Jesus (Details finden Sie in unserer kostenlosen Broschüre Jesus Christus: Die wahre Geschichte):

Die Bezeichnung für eine Gruppe von Menschen, „Chrestianer“ genannt, leitete sich von „Chrestos“ [Christus] ab.

Dieser „Chrestos“ wurde während der Herrschaft von Tiberius hingerichtet, und zwar durch Pontius Pilatus. Tiberius war zwischen 14 und 37 n. Chr. römischer Kaiser. Pontius Pilatus war von 26 bis 36 n. Chr. Prokurator in Palästina.

Die neue Bewegung vertrat einen „Verderben bringenden Aberglauben“, womit wahrscheinlich der Glaube an die Auferstehung Jesu nach seiner Hinrichtung gemeint war.

Die neue Bewegung der Christen hatte ihren Anfang in Judäa und breitete sich nach Rom aus.

Die frühen Christen hielten Jesus für ein göttliches Wesen.

Außerdem haben wir das Zeugnis des jüdischen Historikers Flavius Josephus, der nach seiner Gefangennahme beim jüdischen Aufstand gegen die Römer (66-70 n. Chr.) in Rom lebte. Dort schrieb er geschichtliche Berichte bis zu seinem Tod ca. 100 n. Chr. In seinem umfangreichen Werk Jüdische Altertümer erwähnt Josephus Jesus zweimal.

Diese Zeugnisse aus dem Jahrhundert nach dem Tod Jesu sind wichtig, da sie seine Existenz als Person der Geschichte und damit auch die Glaubwürdigkeit des biblischen Berichts bestätigen.

– GN Mai-Juni 2016 PDF-Datei dieser Ausgabe

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