Evolution als Glaubensbekenntnis

Charles Darwin räumte ein, dass der zu seiner Zeit verfügbare Fossilbericht nicht ausreichte, um seine Vorstellung vom „Überleben der Lebenstüchtigsten“ nachzuweisen. Er hoffte aber, dass spätere Entdeckungen seine Theorie beweisen würden. Heute, mehr als anderthalb Jahrhunderte später, fehlen die Beweise immer noch. Somit ist die Akzeptanz der Evolution eher Ausdruck blinden Glaubens als auf Fakten beruhende Erkenntnis.

Von Mike Kelley

Im Jahr 1859 erschütterte Charles Darwin die Welt der Naturwissenschaft – und der Religion – mit der Veröffentlichung seines Buches Die Entstehung der Arten. Es dauerte nicht lange, bis die naturwissenschaftliche Gemeinde auf beiden Seiten des Atlantiks sich der Idee anschloss, dass sich das Leben über „Millionen und Millionen von Jahren“ entwickelt hatte, wie Darwin es in seinem Buch formulierte.

Das Leben selbst soll nach Darwin spontan in „irgendeinem warmen Teich“ entstanden sein, wie er sich in einem Brief an einen Freund ausdrückte. Darwin fand sich bald auf einem ehrenwerten naturwissenschaftlichen Podest mit großen Denkern der Vergangenheit wie Galileo und Newton.

Mehr als 150 Jahre später akzeptiert eine erdrückende Mehrheit aller Naturwissenschaftler die Evolutionstheorie als Fakt, obwohl die Entdeckung der Beweise im Fossilbericht für die Richtigkeit der Theorie, deren Fehlen Darwin selbst zugegeben hatte, immer noch ausbleibt. Das überrascht eigentlich nicht, denn wir leben in einer Welt, in der man keinen Schöpfergott haben will, der den Menschen ihr Verhalten vorschreibt.

Dennoch gibt es Menschen, denen Zweifel beim Lesen von Darwins Buch gekommen sind. Einigen Naturwissenschaftlern, darunter Geologen, fielen bestimmte Ungereimtheiten auf, beispielsweise das unerklärliche Auftauchen von Lebensformen an der falschen Stelle im Fossilbericht. Andere Lücken in der Theorie waren auch Darwin bekannt.

Eine Theorie voller Lücken

Das letzte halbe Jahrhundert hat es nicht gut gemeint mit Darwins Theorie. Darwin hatte bei der Veröffentlichung seines Buches selbst auf die „fehlenden Bindeglieder“ im Fossilbericht hingewiesen, deren damals noch nicht nachgewiesene Existenz ein Beweis der Evolution sein sollte. Darwin erwartete jedoch, dass diese Bindeglieder bei späteren Untersuchungen gefunden würden. Nachdem Paläontologen 150 Jahre lang überall auf der Welt geforscht haben, fehlen Darwins so wichtige Bindeglieder heute immer noch.

Neue Entdeckungen der letzten Jahrzehnte haben die Komplexität der Zelle offenbart, und im Bereich der Mikrobiologie ist die Erkenntnis sprunghaft vorangeschritten. Dadurch wurde die Glaubwürdigkeit von Darwins Theorie zusätzlich herausgefordert. Manche Wissenschaftlicher, die auf diesen Gebieten tätig sind, stellen die Evolution offen in Frage.

Das „Discovery Institute“, eine in Seattle, Washington beheimatete naturwissenschaftliche Denkfabrik, die sich u. a. mit der Evolutionstheorie kritisch auseinandersetzt, nennt mehr als 700 namhafte Naturwissenschaftler und Forscher, die in einer „höheren Intelligenz“ die plausibelste Erklärung für den Ursprung des Lebens sehen.

Die neuen Entdeckungen, die am Fundament der Evolution rütteln, erinnern an die Lage im späten Mittelalter, als man allgemein der Überzeugung war, dass die Erde der Mittelpunkt des Universums war. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts glaubte man, dass die Sonne, der Mond, die Planeten und die Sterne alle um die Erde kreisten.

Dann wies der polnische Astronom Kopernikus Mitte des 16. Jahrhunderts mathematisch nach, dass die Sonne der Mittelpunkt unseres Sonnensystems sein muss. Mithilfe seiner neuen Erfindung, des Teleskops, bestätigte der Italiener Galileo einige Jahrzehnte später diese Entdeckung des Kopernikus.

Der Standpunkt von Kopernikus war revolutionär und wurde anfangs mit Spott und Häme zurückgewiesen. Galileo wurde deswegen bekanntlich verfolgt. Heute werden Naturwissenschaftler, die mit ihren Entdeckungen die Glaubwürdigkeit der Evolution in Frage stellen, manchmal von ihren Kollegen verspottet.

Was bei der Evolution jedoch oft übersehen wird, ist, dass sie immer noch eine Theorie ist. Eine naturwissenschaftliche Theorie ist eine auf Vernunft basierende Erklärung, die den erkannten Umständen gerecht zu werden scheint, aber nicht durch wiederholte Bestätigung mittels der naturwissenschaftlichen Methode nachgewiesen werden kann. Eigentlich widerspricht die Evolution an sich der Bestätigung durch Beobachtung – als Resultat von Experimenten –, da sie über Jahrmillionen stattgefunden haben soll bzw. stattfindet. Da sie sich nicht beobachten lässt, kann sie nur Theorie bleiben, anstatt als nachgewiesene Gesetzmäßigkeit anerkannt zu werden.

Anstelle einer Theorie ist die Darwinsche Evolution eher eine Hypothese – eine Vermutung, die als Annahme gilt –, mit der man die Entstehung der Vielfalt der Lebensformen auf unserer Welt verstehen will. Die Evolution setzt außerdem auch die Gesetzmäßigkeiten der Physik, Chemie und Biologie voraus, erklärt aber nicht, wie diese naturwissenschaftlichen Gesetze entstanden sind. Ob Theorie oder Hypothese, die Evolution ist voller Lücken, für die man keine Erklärung hat. Vor diesem Hintergrund ist die Evolution eigentlich eine Art Philosophie oder Religion, für die Glauben notwendig ist.

Die Kambrische Explosion

Eine der beiden Säulen der Darwinschen Evolution ist das Konzept der universalen gemeinsamen Abstammung. Damit ist gemeint, dass alle heutigen Lebensformen letztendlich einen einzigen gemeinsamen Vorfahren hatten. Darwin schätzte, dass dieser Vorfahre vor 700 oder 800 Millionen Jahren gelebt hatte.

Wenn alle Lebensformen tatsächlich einen gemeinsamen Vorfahren gehabt hätten, würde der Fossilbericht über die Jahrmillionen seiner Entstehung eine Vielfalt an Übergangsstufen bei der evolutionären Entwicklung des Lebens aufweisen. Diese fossilen Übergangsstufen findet man aber nicht – das sind die sogenannten „fehlenden Bindeglieder“, auf deren spätere Entdeckung Darwin hoffte. Er wusste, wie wichtig diese Übergangsformen für seine Theorie waren:

„Wenn die Arten durch unmerkliche Übergänge aus anderen Arten entstanden sind, warum finden wir dann nicht überall Übergangsformen? . . . Warum finden wir denn nicht eine Menge solcher in den Schichten der Erdrinde eingebettet? Die Zahl der einstigen Zwischenvarietäten“, meinte Darwin, „muss sehr groß gewesen sein. Warum wimmelt also nicht jede geologische Formation und jede Schicht von Zwischengliedern? Die Geologie zeigt uns keineswegs eine ununterbrochene Kette organischer Wesen, und das ist vielleicht der ernsthafteste Einwand, der gegen meine Theorie erhoben werden kann“ (Die Entstehung der Arten, Reclam, Stuttgart, 1963, Seite 229-230 bzw. Seite 429-430; Hervorhebung durch uns).

Anstelle von unzähligen „Übergangsformen“, deren Existenz Darwin voraussagte, zeigt uns der Fossilbericht etwas ganz anderes. Nach Meinung der Paläontologen fand eine „Explosion“ des Lebens vor etwa 600 Millionen Jahren statt, in einem Zeitalter, das als Kambrium bekannt ist. In einem Zeitraum von wenigen Millionen Jahren – lediglich ein Blip auf dem Bildschirm beim angeblichen geologischen Alter der Erde – erschienen Tausende neuer Kreaturen, die eine fortgeschrittene anatomische Entwicklung aufwiesen.

Darwins Rätsel war, dass kein evolutionärer Vorfahre für diese komplexen Kreaturen gefunden werden konnte, und zwar nirgends – auf keinem Kontinent. Das Fehlen der notwendigen Übergangsformen schrieb er „der Unvollkommenheit des geologischen Berichts“ zu.

Dazu schrieb der Journalist George Sim Johnston: „Das Urteil der modernen Paläontologie ist eindeutig: Der Fossilbericht offenbart keine allmähliche Darwinsche Evolution. Otto Schindewolf, der vielleicht führende Paläontologe des 20. Jahrhunderts, stellte fest, dass die Fossilien Darwin ‚glatt widersprechen‘. Steven Stanley, der als Paläontologe an der Johns Hopkins University lehrt, schreibt in The New Evolutionary Timetable, dass der ‚Fossilbericht nicht einen einzigen Übergang von einer Spezies zur anderen überzeugend nachweist‘ “ („An Evening With Darwin in New York“, Crisis, April 2006; Hervorhebung durch uns).

Seit Darwins Tod wurden Millionen neuer Fossilien gefunden, die sich auf Tausende unterschiedlicher Spezies verteilen, aber keines dieser Fossilien konnte als eines von Darwins fehlenden Bindegliedern identifiziert werden. In seinem 1991 erschienen Buch Darwin on Trial schrieb Dr. Phillip Johnson: „Das größte Problem, das der Fossilbericht für Darwin darstellt, ist die ‚Kambrische Explosion‘ vor ca. 600 Millionen Jahren. Fast alle tierischen Phyla [Hauptklassifikation von Tieren] erscheinen in den Ablagerungen dieses Zeitalters, jedoch ohne jeglichen Hinweis auf die evolutionären Vorfahren, die für Darwinisten erforderlich sind“ (Seite 54; Hervorhebung durch uns).

Was der Fossilbericht offenbart, sind weiche Würmer, Quallen und ähnliche Kreaturen ohne skelettartige Körperteile. Nur eine verhältnismäßig kurze Zeit später erscheint plötzlich eine Vielfalt an höher entwickelten Lebensformen mit Skeletten, inneren Organen und Herzen. In der Tat existierten bereits im Kambrium-Zeitalter die Grundzüge der tierischen Körperteile, die es heute gibt – ganz im Gegensatz zu den Vorstellungen Darwins.

In einem 2013 erschienenen Artikel der Zeitschrift Science über die Kambrische Explosion beschrieb Professor Christophe Lowe von der Universität Stanford das Unvermögen der naturwissenschaftlichen Gemeinde, das plötzliche Auftreten so vieler Lebensformen aus evolutionärer Sicht zu begründen: „Die Hypothesen, die die Kambrische Explosion erklären sollen, sind so unterschiedlich und vielfältig wie die Fossilien, die sie zu erklären versuchen.“ In seinem Artikel bestätigte er das plötzliche Auftreten neuer kambrischer Lebensformen, ohne dass die bekannten vorkambrischen Fossilien ihre Vorfahren gewesen wären.

Mit unterschiedlichen Theorien versucht man die Kambrische Explosion und andere Besonderheiten des Fossilberichts, die der Darwinschen Evolution widersprechen, zu erklären, aber bislang ohne durchschlagenden Erfolg.

Sind Mutationen wirklich Fortschritt?

Darwins andere Säule für seine Theorie, die natürliche Auslese, führte zum Ausdruck „Überleben der Lebenstüchtigsten“, der heute auch auf den Gebieten der Wirtschaft und Politik verwendet wird. Darwin meinte, dass Mutationen in Lebensformen, die die „Lebenstüchtigkeit“ der Lebensform erhöhten, mittels natürlicher Auslese an die nachfolgenden Generationen weitergegeben würden.

Die Lebensformen, denen diese Mutationen fehlten, wären hingegen weniger „lebenstüchtig“ und daher letztendlich zum Aussterben verurteilt. Für Darwin war es ganz einfach: Genetische Veränderungen, die vorteilhaft wären, würden mit großer Wahrscheinlichkeit vererbt. Lässt sich das bei Mutationen nachweisen?

Das Erforschen von Mutationen über Jahrzehnte zeigt, dass die meisten eher unvorteilhaft sind und das dauerhafte Überleben der Lebensform fraglich erscheinen lassen. Was ist aber die Wahrscheinlichkeit, dass im seltenen Fall einer günstigen Mutation diese vererbt wird?

Dr. Murray Eden, Professor der Informatik an der Massachusetts Institute of Technology in Boston, befasste sich mit dieser Frage. Er verglich die DNA mit einer Software, die bei nur einigen wenigen minimalen Veränderungen unbrauchbar würde. „Kein heute existierender Softwarecode kann zufällige Veränderungen in seinem Aufbau verkraften, ohne unbrauchbar zu werden. Die Befehlskette würde unweigerlich zerstört“ („Inadequacies of Neo-Darwinian Evolution as a Scientific Theory“, Mathematical Challenges to the Neo-Darwinian Interpretation of Evolution, 1967, Seite 14). Mit anderen Worten: Die genau abgestimmte DNA-Kette lässt es als sehr unwahrscheinlich erscheinen, dass eine zufällige Mutation zu funktionsfähigen Genen führen könnte.

Man weiß, dass Mutationen bei etwa einer von zehn Millionen DNA-Reproduktionen vorkommen. Was ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine „günstige“ Mutation zufällig vorkommt, ohne Steuerung?

In dem Buch Darwin’s Doubt kommentierte Dr. Stephen Meyer die Stellungnahme von Professor Eden: „Hatte der Mutations- und Auslesemechanismus genügend Zeit – z. B. seit der Entstehung des Universums –, um nur einen winzigen Bruchteil der Gesamtheit der möglichen Sequenzen bei Aminosäuren zu produzieren, vergleichbar mit einem einzigen funktionierenden Protein dieser Größenordnung? Laut Eden ist die Antwort ein entschiedenes Nein“ (2013, Seite 176).

Die Bereitschaft, sich den Beweisen zu fügen

Forschungsergebnisse der letzten Jahre offenbaren eine erstaunliche Komplexität der DNA, für deren Entstehung nicht niedere Lebensformen, sondern eine höhere Intelligenz die plausiblere Erklärung zu sein scheint. In der Tat war es eine sachliche Auseinandersetzung mit der DNA, die den verstorbenen Sir Antony Flew veranlasste, seinen Atheismus zu widerrufen und die Existenz einer höheren Intelligenz zu akzeptieren. Dieser Wandel war besonders bemerkenswert, da Flew lange Zeit als Englands führender Atheist galt.

Er änderte seinen Standpunkt „fast ausschließlich aufgrund einer Untersuchung der DNA“. Er stellte dazu fest: „Ich meine, dass die DNA aufgrund der fast unglaublichen Komplexität ihrer Verkettung, die erforderlich ist, um Leben hervorzubringen, auf die Notwendigkeit von Intelligenz hinweist, die mitgewirkt haben muss, um diese außerordentlich diversen Elemente zusammenzuführen . . . Es geht um die enorme Komplexität der Vielzahl der Elemente und die enorme Feinheit ihres Zusammenwirkens. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese zwei Aspekte per Zufall zum genau richtigen Zeitpunkt zusammentreffen, ist einfach verschwindend gering. Diese enorme Komplexität, wodurch etwas hervorgebracht wurde, schien mir das Resultat höherer Intelligenz zu sein“ (There Is a God: How the World’s Most Notorious Atheist Changed His Mind, 2007, Seite 75; Hervorhebung durch uns).

Wie änderte sich seine persönliche Überzeugung aufgrund der neuen Erkenntnisse? „Ich glaube jetzt, dass das Universum durch eine grenzenlose Intelligenz ins Leben gerufen wurde. Ich glaube, dass die komplizierten Gesetzmäßigkeiten dieses Universums auf das hinweisen, was die Wissenschaftlicher als den Sinn Gottes bezeichnet haben. Ich glaube, dass das Leben und dessen Fortpflanzung ihren Ursprung in einer göttlichen Quelle haben.

Warum glaube ich daran, der ich den Atheismus mehr als ein halbes Jahrhundert lang erklärt und verteidigt habe? Die kurze Antwort lautet wie folgt: Es ist das Weltbild, das die moderne Naturwissenschaft hervorgebracht hat. Die Naturwissenschaft hebt drei Dimensionen der Natur hervor, die auf Gott hinweisen. Die erste ist, dass die Natur Gesetzen unterliegt. Die zweite ist das Leben, das auf intelligente Weise organisiert ist, ein Ziel verfolgt und aus der Materie entstanden ist. Die dritte ist die Existenz der Natur selbst.“

Zu welcher Schlussfolgerung gelangte er? „Wir müssen uns dorthin begeben, worauf die Beweislage hindeutet.“ In seinem Fall bedeutete das, dass die einzige vernünftige Erklärung für die Komplexität des Lebens eine höhere Intelligenz ist (Seite 88-89).

Überraschende Geständnisse mancher Evolutionisten

Die Beweise, die gegen die Darwinsche Evolution sprechen, mehren sich auf den Gebieten Biologie, Genetik und selbst im Fossilbericht. Es gibt Evolutionisten, die dies einräumen, wie die nachfolgenden Zitate zeigen.

Steven Jay Gould, Professor an der Harvard University für Paläontologie und Verteidiger der Evolution, räumt in seinem Buch The Panda’s Thumb ein, dass die „äußerste Seltenheit von Übergangsformen in dem fossilen Bericht sich als das Branchengeheimnis der Paläontologie fortsetzt . . . Der Gradialismus [evolutionäre Veränderung über lange Zeiträume] wurde in den steinernen Ablagerungen nie gesichtet“ (1977, Seite 181).

In einem 1980 verfassten Aufsatz gab Gould zu, dass der Fossilbericht die traditionelle Sicht der Darwinschen Evolution nicht unterstützt. Gould zufolge wäre sie „als allgemeine Annahme effektiv tot, trotz ihrer Fortdauer als Orthodoxie in Lehrbüchern“ („Is a New and General Theory of Evolution Emerging?“, Paleobiology, Winterausgabe 1980, Seite 120).

David Raup, vormals für den Bereich Geologie am Naturgeschichtlichen Museum der Stadt Chicago zuständig, sagte bereits vor ca. 40 Jahren:

„Wir haben Darwins Theorie bereits ca. 120 Jahre [bald sind es 160 Jahre] und unser Kenntnisstand in Bezug auf den Fossilbericht ist erheblich erweitert worden . . . Ironischerweise haben wir aber jetzt noch weniger Beispiele eines evolutionären Übergangs als zur Zeit Darwins. Damit meine ich, dass einige der klassischen Beispiele der Darwinschen Veränderung im Fossilbericht – beispielsweise die Evolution des Pferdes in Nordamerika – aufgrund detaillierterer Informationen aufgegeben oder modifiziert werden mussten. Was einst, als weniger Details bekannt waren, als nette, einfache Progression erschien, scheint jetzt viel komplexer und viel weniger gradualistisch zu sein“ („Conflicts Between Darwin and Paleontology“, Field Museum of Natural History Bulletin, January 1979, Seite 22-25).

Später räumte er noch zusätzlich ein: „In den Jahren nach Darwin hofften seine Verteidiger vorhersehbare Progressionen zu finden. Im Allgemeinen wurden sie nicht gefunden, doch der Optimismus stirbt langsam, und manche pure Fantasie hat sich in die Lehrbücher eingeschlichen“ (Science, 17. Juli 1981, Seite 289).

C. P. Martin der McGill University in Montreal schrieb: „Mutation ist ein pathologischer Prozess, der wenig oder gar nichts mit der Evolution zu tun hat“ („A Non-Geneticist Looks at Evolution“, American Scientist, Januar 1953, Seite 100).

Evolution als Glaubensbekenntnis

Traditionelle Überzeugungen sterben oft nur langsam aus. Vor 400 Jahren wollten diejenigen, die an die Erde als Mittelpunkt des Universums glaubten, neu entdeckte, gegenteilige Beweise nicht annehmen. Heute verschließen sich manche Naturwissenschaftlicher der Möglichkeit höherer Intelligenz als der Ursprung des Lebens, obwohl einiges in der modernen Forschung darauf hindeutet. Das evolutionäre Paradigma, das ihr Denken bestimmt, verhindert die sachliche Auseinandersetzung mit Alternativen.

Wie reagiert die naturwissenschaftliche Gemeinde auf forschungsbedingte Einwände gegen die Evolution? Mit demselben Verhalten, das sie schöpfungsgläubigen Menschen vorwerfen: Für sie ist die Evolution eine Art Glaubensbekenntnis.

Dr. Scott Todd, Immunologe an der Kansas State University, bestätigte diese Haltung unter seinen Kollegen: „Selbst wenn sämtliche Forschungsergebnisse auf einen intelligenten Designer hinweisen, bleibt diese Hypothese bei der Naturwissenschaft außen vor, weil sie nicht naturalistisch ist“ (Nature, 30. September 1999, Seite 423).

Der Biologe Richard Lewontin fügt hinzu: „Wir verteidigen die Naturwissenschaft, auch wenn manche ihrer Konstrukte absurd sind . . . Die naturwissenschaftliche Gemeinde toleriert unnachgewiesene ‚Es war einmal so‘-Geschichten, weil wir uns dem Materialismus verpflichtet haben. Jener Materialismus ist auch absolut, denn wir können nicht zulassen, dass dem Gedanken an das Göttliche Zutritt gewährt wird“ („Billions and Billions of Demons“, The New York Review of Books , 9. Januar 1997, Seite 31; Hervorhebung durch uns).

In dem Kapitel „The Possibility of Intelligent Design“ geht Dr. Stephen Meyers in seinem bereits erwähnten Buch auf die Weigerung mancher Naturwissenschaftler ein, die Möglichkeit überhaupt in Betracht zu ziehen, dass Intelligenz anstelle von blindem Zufall bei der Entstehung des Lebens mitgewirkt haben könnte:

„Wenn die Indizien für Intelligentes Design präsentiert werden, hat man es schwer, evolutionären Biologen zu erklären, warum diese Idee überhaupt berücksichtigt werden sollte . . . Obwohl viele Biologen die ernsthaften Mängel bei den rein materialistischen Theorien der Evolution erkennen, lehnen sie Alternativen ab, die richtungsweisende intelligente Führung oder Planung beinhalten“ (Darwin’s Doubt, Seite 337).

Mit anderen Worten: Es gibt manche, die an der Evolutionstheorie festhalten und offensichtliche gegenteilige Beweise zurückweisen. „Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott“, ist der biblische Kommentar zu dieser Denkweise (Psalm 14,1; 53,1). Wer sich allein an dem Materiellen orientieren will, wird jede Erklärung ablehnen, die die Existenz eines Schöpfergotts beinhaltet.

Gibt es irgendwelche Parallelen zwischen den agnostischen Naturwissenschaftlern unserer Zeit und den Philosophen zur Zeit des Apostels Paulus? „Da sie sich für Weise hielten“, beschrieb Paulus die Philosophen damals, „sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere . . . Und wie sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen, hat sie Gott dahingegeben in verkehrten Sinn“ (Römer 1,22-23. 28).

Die Entdeckungen der letzten Jahrzehnte haben die unglaubliche Komplexität der Natur bestätigt. Woran glauben Sie? Dass die Natur und das Leben allein durch evolutionären Zufall entstanden sind? Oder kommt für Sie die Möglichkeit eines Schöpfers in Frage? Ihre Antwort – ob so oder so – spiegelt ein Glaubensbekenntnis wider.

– GN November-Dezember 2016 PDF-Datei dieser Ausgabe

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