Die Krise zur Zeit des Endes

Für einige ist es schwer verständlich, dass Jesus, der gekommen war, um uns ein Leben voller Genüge zu ermöglichen, vor einer großen Endzeitkrise warnte.

Von John Ross Schroeder

Das Wetter hat die Menschen schon immer fasziniert. Sie betrachten die Wolken mit ihren verschiedenen Schattierungen und Farbtönen und lesen daran ab, wann ein Wetterwechsel bevorsteht. Während meiner Jugend als Bauernsohn im südlichen Texas hatte ich beim Traktorfahren auf dem elterlichen Hof reichlich Gelegenheit, mich mit Wolkenformationen zu beschäftigen und mit dem Gedanken zu spielen, eines Tages Amateurmeteorologe zu werden. Das Wetter zu beobachten ist für viele Menschen ganz normal.

Die Fähigkeit und die Neigung des Menschen, das Wetter vorherzusagen, nahm Jesus Christus vor knapp zweitausend Jahren für eine aufschlussreiche Bemerkung zum Anlass: „Des Abends sprecht ihr: Es wird ein schöner Tag werden, denn der Himmel ist rot. Und des Morgens sprecht ihr: Es wird heute ein Unwetter kommen, denn der Himmel ist rot und trübe. Über das Aussehen des Himmels könnt ihr urteilen; könnt ihr dann nicht auch über die Zeichen der Zeit urteilen?“ (Matthäus 16,2-3; alle Hervorhebungen durch uns).

Was wollte Jesus damit sagen? Wenn wir schon das Wetter beobachten und beurteilen können, sollten wir, so meinte er, erst recht die Zeichen der Zeit beobachten und daraus Schlüsse ziehen können.

Gewitter kommen und lösen sich wieder auf

An dem Wetter in Texas fiel mir unter anderem auf, dass Gewitter häufig – sowohl am Himmel als auch in der Wettervorhersage – angekündigt wurden und dann doch nicht eintrafen. Die Anzeichen waren vorhanden. Dichte, dunkle, drohende Kumuluswolken zogen sich zusammen. Der Himmel war schwarz, und den kommenden Platzregen konnte man schon in den Knochen spüren. Aber dann kam doch nichts. Die Wolken lösten sich wieder auf. Unsichtbare Faktoren hatten die Lage verändert.

Manche Menschen beschäftigen sich intensiv mit den Prophezeiungen der Bibel und sehen darin Parallelen zu Entwicklungen in der Weltpolitik. Für sie hat es oft den Anschein, als stünde der Weltuntergang unmittelbar bevor. Aber dann lösen sich Spannungen wieder auf, und das Unheil zieht an der Welt vorbei. So schien es, dass die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg im Begriff war, endzeitliche Prophezeiungen über Europa und den Nahen Osten zu erfüllen. Aber es kam anders.

Der kalte Krieg ging zwar zu Ende, aber die Friedensdividende mittels Abrüstung lässt immer noch auf sich warten. Viele der Kernwaffen der USA und der ehemaligen UdSSR sind noch immer erhalten. Russland mag in wirtschaftlicher Hinsicht dem Westen unterlegen sein, aber es ist nach wie vor stark bewaffnet.

Doch ca. vierzehn Jahre nach dem Ende des kalten Krieges waren es nicht die Russen, sondern die Amerikaner, die sich mit der Invasion des Iraks über die UNO hinwegsetzten. Damit lieferten sie den Beweis, dass die Weltorganisation, die 1945 als letzte Hoffnung der Menschheit gegründet wurde, um uns von der „Geißel des Krieges“ zu befreien, machtlos ist, wenn eine Supermacht ihr militärisches Vorhaben unbedingt durchsetzen will.

Bis an die Zähne bewaffnet

Bedrohungen durch Waffengewalt gibt es nicht nur zwischen Staaten. Terroristische Vereinigungen, die innerhalb der Grenzen eines Landes operieren, bedrohen eine Gesellschaft von innen. Sie setzen sich einfach über jedes Recht hinweg und sind meistens bis an die Zähne bewaffnet.

Ertragssteigerungen in der Landwirtschaft, die durch Neuentwicklungen und Entdeckungen möglich gemacht werden, halten mit dem Bevölkerungswachstum in vielen armen Ländern nicht Schritt. Manche Kommentatoren sehen in unseren bisherigen Leistungen bei der Verteilung von Ressourcen keinen Grund zur Hoffnung, dass die ganze Weltbevölkerung ausreichend ernährt werden kann. So stand in der Londoner Times Folgendes zu lesen: „Nach dem Urteil einer internationalen Expertenrunde belastet das enorme Wachstum der Weltbevölkerung die Ressourcen der Erde so sehr, dass das Überleben der Menschheit auf dem Spiel steht.“

Professor David King beschreibt die umweltpolitische Sackgasse, in die wir leichtgläubig geraten sind: „Der Westen vernichtet die ökologische Basis, von der sein ökonomisches Wohlergehen abhängt. Wir sitzen in einer Zwickmühle. Wir müssen praktisch zwischen kurzfristigem und langfristigem Wohlergehen entscheiden“ (The Crisis of Our Time [„Die Krise unserer Zeit“], Associated University Presses, Plainsboro, New Jersey, 1988, Seite 215).

Uns fehlt die Weisheit und die Weitsicht, die in der Bibel zu finden sind, wenn auch einzelne Zukunftsforscher sich nicht scheuen, daraus zu schöpfen.

So schreibt William Rees-Mogg: „Im ersten Buch Mose wird die Geschichte von Josef erzählt. Weil der Pharao auf den Rat des Josef hörte, war er auf die sieben mageren Jahre vorbereitet, die auf die sieben fetten Jahre folgten. Seit damals gilt, dass die Zukunft denen gehört, die darauf vorbereitet sind“ (The Great Reckoning [„Die große Abrechnung“], Sidgwick & Johnson, London, 1992, Seite 35).

Wie kann man sich aber auf die Zukunft vorbereiten, wenn man nicht weiß, was kommt? Antwort: Man nimmt die Bibel zu Hilfe. Durch die ganze Bibel hindurch – vom ersten Buch Mose bis zum Buch der Offenbarung – zieht sich ein roter prophetischer Faden, der Altes und Neues Testament miteinander verbindet.

Eine große Krisenzeit

Die Bibel warnt ganz konkret vor einer Zeit weltweiter Not auf Erden, die ihresgleichen sucht. Diese Periode welterschütternder Wirren wird in mehreren biblischen Büchern erwähnt, die zu verschiedenen Zeiten von verschiedenen Autoren geschrieben wurden. Eines dieser Bücher ist das Buch Daniel, das um 535 v. Chr. von einem großen Propheten Gottes geschrieben wurde. Dieser Mann diente als eine Art Reichskanzler unter den Herrschern zweier aufeinanderfolgender Reiche, die jeweils den größten Teil der uns von damals bekannten Welt umfassten.

Im elften Kapitel des Buches Daniel beginnt eine der längsten und ausführlichsten Prophezeiungen der ganzen Bibel. Sie erstreckt sich vom ersten Regierungsjahr des ersten Herrschers des medo-persischen Reiches, Darius des Meders, bis zur „Zeit des Endes“ (Verse 1-40). Der übrige Teil desselben Kapitels handelt von einem erbitterten Machtkampf im Nahen Osten.

Mit dem zwölften Kapitel beginnt ein wichtiger Abschnitt in dieser langen Prophezeiung: „Zu jener Zeit wird Michael, der große Engelfürst, der für dein Volk eintritt, sich aufmachen. Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit.“

Schon vor der Zeit Daniels schrieb der Prophet Jeremia eine ähnliche Warnung nieder: „Forschet doch und sehet, ob dort Männer gebären! Wie kommt es denn, dass ich sehe, wie alle Männer ihre Hände an die Hüften halten wie Frauen in Kindesnöten und alle Angesichter so bleich sind? Wehe, es ist ein gewaltiger Tag, und seinesgleichen ist nicht gewesen, und es ist eine Zeit der Angst für Jakob; doch soll ihm daraus geholfen werden“ (Jeremia 30,6-7).

Vor dem zwanzigsten Jahrhundert konnte man sich die Tragweite solcher Worte nicht vorstellen. Und doch werden sie von Jesus Christus selbst intensiviert. Die Rede, in der Jesus das Unheil ankündigte, wurde später die Ölbergprophezeiung genannt, da er sie kurz vor seinem Tode auf dem Ölberg vor den Toren Jerusalems hielt.

Manchen fällt es schwer zu glauben, dass Jesus Christus, der Retter der Menschheit, der sich für jeden Sünder opferte und uns ein ausgefülltes Leben schenken will, auch solche Weltzustände ankündigen konnte, wie sie in dieser einzigartigen Passage beschrieben sind. Aber er hat es getan!

Die schlimmste Prüfung

Der Evangelist Matthäus hat für uns folgende schicksalhafte Worte aus dem Munde Jesu Christi, d. h. des Messias, festgehalten: „Denn es wird eine Schreckenszeit sein, wie die Welt sie noch nie erlebt hat und auch nie wieder erleben wird. Wenn diese Zeit der Not nicht abgekürzt würde, würde die gesamte Menschheit umkommen. Doch wegen der Auserwählten Gottes wird sie abgekürzt werden“ (Matthäus 24,21-22; „Neues Leben“-Übersetzung).

Die Bedeutung dieser Prophezeiung kann man nicht hoch genug ansetzen. Denn sie besagt, dass kein Mensch überleben würde, wenn Gott nicht wie versprochen eingreifen würde. Es werden Katastrophen über die Menschheit hereinbrechen, ähnlich den Darstellungen in manchen surrealistischen Spielfilmen, und Menschen werden nur deswegen überleben, weil Gott dem Unheil ein Ende setzen wird.

Diese Vorhersagen stammen nicht aus unserer Feder. Vielmehr sind sie von Jesus Christus selbst ausgesprochen worden. Wir können leicht den Fehler machen, solche Passagen zu überspringen und uns nur mit den angenehmen Seiten der Evangelien zu befassen, wie den Berichten über Christi Wunderheilungen und seinen Verheißungen von Vergebung, Barmherzigkeit und Frieden (Matthäus 6,14; 5,7; Johannes 14,27), so wichtig diese Aspekte des Evangeliums auch sind.

Christus hat ganz klar gesagt, dass wir uns nach jedem Wort, das aus dem Munde Gottes kommt, richten müssen (Matthäus 4,4; Lukas 4,4). Er hat es uns nicht freigestellt, biblische Prophezeiungen über bevorstehende Katastrophen zu ignorieren. Den Kopf in den Sand zu stecken wendet keine auf uns zukommenden Gefahren ab. Im Evangelium des Lukas finden wir die folgende ernsthafte Warnung Jesu Christi: „Denn das sind die Tage der Vergeltung, dass erfüllt werde alles, was [in der Heiligen Schrift] geschrieben ist“ (Lukas 21,22).

Diese Vorhersagen sind Ankündigungen der schlimmsten Krise der Menschheitsgeschichte. Wir bewegen uns mit rasender Geschwindigkeit darauf zu, als wären unsere bisherigen Krisen nicht schon schlimm genug.

Wann geschieht das alles?

Aber wann genau wird das alles eintreffen? Die gleiche Frage haben die Jünger Jesu ihrem Meister gestellt: „Sage uns, wann wird das geschehen? und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt?“ (Matthäus 24,3).

Jesus ging in allgemeiner Form auf diese Frage ein (Verse 4 bis 35) und legte sich aber hinsichtlich des Zeitpunkts nicht genau fest: „Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater“ (Vers 36). Nach seiner Auferstehung fragten ihn die Jünger noch einmal, wann er ein neues Zeitalter einführen und das Reich Gottes auf Erden errichten werde. Seine Antwort: „Es gebührt euch nicht, Zeit oder Stunde zu wissen, die der Vater in seiner Macht bestimmt hat“ (Apostelgeschichte 1,7).

In den vergangenen zweitausend Jahren haben sich viele Menschen nach der Wiederkehr Christi gesehnt und dabei seine eigenen Worte übersehen. Sie haben gehofft, die Erfüllung der Prophezeiungen selbst zu erleben, ohne zu erkennen, dass sie sich auf eine spätere Zeit bezogen. Doch die Prophezeiungen über die Endzeit sind genauso gültig wie schon von Anfang an. Sie werden sich erfüllen, aber erst zu der Zeit, die Gott bestimmt hat.

Ein Anfang und ein Ende

Carl Sagan, der verstorbene ehemalige Professor für Astronomie an der Cornell-Universität, stellte einst fest: „Es gab einmal eine Zeit, ehe Sonne und Mond existierten, ehe Tag und Nacht sich abwechselten. Damals gab es noch keinen Menschen, der über den bevorstehenden Beginn hätte berichten können, damit die Nachwelt davon erfährt“ (Shadows of Forgotten Ancestors [„Schatten vergessener Ahnen“ ], Century Publishers, London, 1992, Seite 11).

Der Apostel Paulus schreibt von einer Zeit „vor der Zeit der Welt“ (2. Timotheus 1,9) bzw. „vor den Zeiten der Welt“ (Titus 1,2). Wir können uns schwerlich vorstellen, wie es damals, vor der Schöpfung, wohl war. Doch sprechen manche Wissenschaftler und, noch wichtiger, die Bibel von einer solchen Zeit.

Ebenso schwer zu verstehen mit unserem menschlichen Verstand ist wohl auch die Zukunft, die in den letzten vier Kapiteln des letzten Buches der Bibel, der Offenbarung, beschrieben wird. Aber wenn es schon einen Anfang gab, dann gibt es auch ein Ende. Die Menschheitsgeschichte vollzieht sich geradlinig. Von dieser Warte aus kann man schon sagen, dass die Zeit fortschreitet.

Unsere eigene kleine Welt mag beständig erscheinen. Wenn wir morgens aufstehen, gibt es wie jeden Tag sonst einen Sonnenaufgang. Unsere Wohnung ist dieselbe wie gestern, der Weg zur Arbeit ebenso, und an unserem Arbeitsablauf ändert sich auch nicht viel. Das Leben geht einfach weiter. Dieser Schein trügt. In unseren nachdenklichen Augenblicken wissen wir schon, dass unser Leben eines Tages zu Ende gehen wird. Wie König Salomo schrieb: „[Die] Lebenden wissen, dass sie sterben werden“ (Prediger 9,5).

Auf die Bibel ist Verlass

So sicher wie unser Tod ist, so sicher ist auch die Erfüllung biblischer Prophezeiungen. Als Herrscher des Universums ist Gott willens und fähig, seine Ankündigungen wahrzumachen: „Ich bin Gott, und sonst keiner mehr, ein Gott, dem nichts gleicht. Ich habe von Anfang an verkündigt, was hernach kommen soll, und vorzeiten, was noch nicht geschehen ist. Ich sage: Was ich beschlossen habe, geschieht, und alles, was ich mir vorgenommen habe, das tue ich“ (Jesaja 46,9-10).

Gehören Sie zu den Optimisten, die es schon immer gab und die meinen, die Menschen werden sich bessern und die Katastrophe doch noch abwenden? Warum ist uns dann nach dem Zweiten Weltkrieg die Befreiung von der „Geißel des Krieges“ nicht gelungen? Die Weltlage ist heute leider nicht positiv, auch wenn wir sie uns so vorstellen wollen. Man braucht sich nur die Nachrichten im Fernsehen anzusehen oder eine Tageszeitung zu lesen.

Das, was jenseits der großen Katastrophen liegt, sollte uns motivieren. Nachdem er die bevorstehenden unheilvollen Ereignisse angekündigt hatte, sagte Jesus Christus: „Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht . . . So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist“ (Lukas 21,28. 31).

Die Prophezeiung über den Nahen Osten im elften Kapitel des Buches Daniel schließt mit einer ermutigenden Botschaft ab: „Zu jener Zeit wird Michael, der große Engelfürst, der für dein Volk eintritt, sich aufmachen. Denn es wird eine Zeit so großer Trübsal sein, wie sie nie gewesen ist, seitdem es Menschen gibt, bis zu jener Zeit. Aber zu jener Zeit wird dein Volk errettet werden, alle, die im Buch geschrieben stehen. Und viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande. Und die da lehren, werden leuchten wie des Himmels Glanz, und die viele zur Gerechtigkeit weisen, wie die Sterne immer und ewiglich“ (Daniel 12,1-3).

Eine Mahnung zur Wachsamkeit

„Wer nicht nach den großen Zusammenhängen fragt, wird von den Nachrichten immer wieder überrascht werden“ (William Rees-Mogg, britischer Journalist).

Mit unseren Beiträgen zum aktuellen Weltgeschehen wollen wir nicht bloß über aktuelle Entwicklungen informieren, sondern in erster Linie die Welt aus biblischer Sicht zeigen.

Deshalb finden Ereignisse, welche die Schlagzeilen der Tagespresse beherrschen, nicht immer unsere Aufmerksamkeit. Denn sie sind häufig aus langfristiger Sicht von untergeordneter Bedeutung. Wichtiger sind die größeren Zusammenhänge, die hinter den Nachrichten stehen. Wie der langjährige Journalist und ehemalige Chefredakteur der britischen Zeitung The Times, William Rees-Mogg, schreibt: „Fest steht, dass die Schatten, die große Ereignisse in Politik und Wirtschaft vorauswerfen, in den Massenmedien selten, wenn überhaupt, zu erkennen sind.“

Die wichtigste Quelle für die Beiträge in der Zeitschrift Gute Nachrichten ist natürlich die Bibel. Daher wird fast alles, was wir zum aktuellen Weltgeschehen bringen, vor dem Hintergrund dessen geschrieben, was Gott nach den Offenbarungen in der Bibel mit dem Menschen vorhat.

Ein Viertel bis ein Drittel der Bibel besteht aus Prophezeiungen, und diese Prophezeiungen haben viel mit weltpolitischen Entwicklungen zu tun. Unter diesem Gesichtspunkt wird die Bibel immer ein aktuelles Buch bleiben.

Wenn es um Tendenzen in der Weltpolitik geht, ist die wichtigste Prophezeiung der Bibel die sogenannte Ölbergprophezeiung, die in Matthäus 24, Markus 13 und Lukas 21 niedergeschrieben ist. In dieser Prophezeiung mahnt uns Jesus Christus persönlich, sorgfältig auf unseren geistlichen Zustand zu achten. Außerdem beschreibt er Ereignisse und Entwicklungen, die seiner Wiederkehr vorausgehen werden.

Nachdem er seinen Jüngern erklärt hatte, wie schlimm die Welt vor seiner Wiederkehr aussehen werde, sagte Jesus: „Von dem Tage aber und der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater“ (Markus 13,32; alle Hervorhebungen von uns).

Wenn wir nun schon den genauen Zeitpunkt nicht wissen, sollten wir deswegen diese ganze Rede ignorieren und vergessen? Auf keinen Fall! Denn gleich anschließend sagt Jesus: „Seht euch vor, wachet! denn ihr wisst nicht, wann die Zeit da ist“ (Vers 33).

Er vergleicht sich dann mit einem Gutsherrn, der in ein fernes Land zieht und sein Eigentum dem Hauspersonal anvertraut. Extra erwähnt wird, dass der Türhüter bis zur Wiederkehr seines Herrn wachsam zu bleiben hat. Mit dieser Geschichte will Jesus Christus seine Mahnung noch tiefer in das Bewusstsein seiner Jünger einprägen: „[So] wacht nun; denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt“ (Vers 35). Er warnt sie davor, bei der Arbeit einzuschlafen, und schließt seine Rede mit einer zweiten Wiederholung seiner Anweisung: „Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wachet!“ (Vers 37).

Lukas geht mehr auf das persönliche Verhalten ein, das von uns gefordert wird. Nach seiner Darstellung mahnt uns Jesus, geistlich auf der Höhe zu bleiben, und warnt uns vor bestimmten Ablenkungen:

„Hütet euch aber, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit täglichen Sorgen und dieser Tag nicht plötzlich über euch komme wie ein Fallstrick; denn er wird über alle kommen, die auf der ganzen Erde wohnen“ (Lukas 21,34-35).

Die meisten Menschen, sagt Jesus Christus, wird es kalt erwischen, zum Teil, weil sie keine Ahnung haben, was für ein Verhalten Gott von ihnen erwartet. Christus will natürlich, dass seine Anhänger dieser Falle entgehen. Deswegen mahnt er uns: „So seid allezeit wach und betet, dass ihr stark werdet, zu entfliehen diesem allen, was geschehen soll, und zu stehen vor dem Menschensohn“ (Lukas 21,36).

– GN September-Oktober 2016 PDF-Datei dieser Ausgabe

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