Eine von zwei Jahreszeiten für Teilzeitchristen

Von der Redaktion

Umfragen und statistische Erhebungen der letzten Jahre zeigen, dass der Gottesdienstbesuch für deutsche Christen nicht besonders beliebt ist. Von den ca. 45 Millionen deutschen Christen römisch-katholischer und evangelischer Prägung gehen weniger als zehn Prozent regelmäßig zum Gottesdienst.

Doch in dem Erscheinungszeitraum dieser Ausgabe wird das traditionelle Christentum Ostern feiern, eines von den zwei christlichen Festen im Jahr mit der höchsten Zahl von Gottesdienstbesuchern. An diesen zwei Festen steigt der Prozentsatz der Kirchgänger manchmal auf ca. 25 Prozent der Konfessionsangehörigen. Zu Ostern – und zu Weihnachten – strömen viele, die man sonst während des Jahres nicht im Gottesdienst sieht, in die Kirche. Auch wenn es während des Jahres für sie sonst nicht wichtig ist, halten diese Teilzeitchristen den Gottesdienstbesuch an diesen Kirchenfesten für notwendig.

Manche verbinden Ostern heute eher mit Ostereiern als mit dem Gang in die Kirche. Die Zeitschrift Focus berichtete vor drei Jahren von einer Umfrage, wonach ein Viertel der Bundesbürger zu Ostern auf die Suche nach den bunt bemalten Eiern gehen wollte. Das waren mehr als diejenigen, die vorhatten, zu Ostern in die Kirche zu gehen.

Ein katholischer Autor erklärt, wie Eier und Hasen mit Ostern in Verbindung gebracht wurden: „Das Ei wurde zum beliebten Ostersymbol. Schöpfungsmythen vieler antiker Völker drehen sich um ein kosmogonisches Ei, aus dem das Universum entstand. In dem antiken Ägypten und Persien tauschten Freunde zur Frühjahrs-Tagundnachtgleiche, zu Beginn ihres neuen Jahres, bemalte Eier aus. Diese Eier waren für sie ein Fruchtbarkeitssymbol, denn das Hervorgehen eines Lebewesens vom Ei war für Menschen der Antike etwas Überraschendes. Im Nahen Osten übernahmen Christen diesen Brauch, und das Osterei ist zu einem religiösen Symbol geworden. Es stellte das Grab dar, aus dem Jesus zu neuem Leben erweckt wurde“ (Greg Dues, Catholic Customs and Traditions, 1992, Seite 101; Hervorhebungen durch uns).

Das Osterei als Sinnbild für Jesu Auferstehung scheint aber heute keine besondere Wirkungskraft mehr zu haben. Nach einer Umfrage des Emnid-Instituts im April 2011 verneinen 62 Prozent der Deutschen die Auferstehung Jesu. Statistisch gesehen gehören ca. 65 Prozent der Deutschen einer christlichen Konfession oder Glaubensgemeinschaft an. Unter den Menschen in Deutschland, die sich zum Christentum bekennen, gibt es anscheinend manche, die nicht an die Auferstehung Jesu glauben.

Im Neuen Testament findet man keinen einzigen Hinweis auf Ostern. Von dem Zeitpunkt der Gründung der neutestamentlichen Kirche an bis zum Ende des ersten Jahrhunderts hinterließen die Apostel Jesu keine Berichte darüber, dass sie Ostern feierten bzw. andere anwiesen, ein solches Fest einzuführen. Das Gleiche gilt übrigens auch für Weihnachten.

Ein wahrer Nachfolger Jesu Christi „soll auch leben, wie er gelebt hat“ (1. Johannes 2,6). Jesus hat kein Ostern gefeiert, noch benutzte er Eier als Sinnbild für seine Auferstehung. Alle Teilzeitchristen – und alle anderen Christen, die Ostern feiern – können sich in unserer kostenlosen Broschüre Gottes Festtage – der Plan Gottes für die Menschen über die Feste informieren, die Jesus, seine Apostel und die ersten Christen hielten.

– GN März-April 2017 PDF-Datei dieser Ausgabe

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