Hat Jesus Christus wirklich existiert?

Gab es Jesus Christus wirklich? Welche Beweise gibt es dafür? Was auch immer Sie gehört haben mögen, überzeugende historische Quellen belegen seine Existenz. Es ist wichtig, dass Sie nicht nur verstehen, dass es ihn gab, sondern auch, warum er gekommen ist!

Von Darris McNeely

Hat es Jesus von Nazareth je gegeben? Hat er wirklich existiert? Sind die biblischen Geschichten über ihn wahr? Dies sind wichtige Fragen. Und es ist wichtig, dass Sie die Antworten kennen, denn um das ewige Leben im Reich Gottes empfangen zu können, muss man den wahren Jesus Christus kennen!

Einige argumentieren, dass es Jesus nicht gegeben haben kann, weil er nicht in historischen Aufzeichnungen aus dem ersten Jahrhundert erwähnt wird. Aber natürlich gibt es zeitgenössische Biografien über ihn – um genau zu sein, vier Biografien von verschiedenen Autoren. Sie werden auch die Evangelien genannt. Und man findet sie in der Bibel.

Für diejenigen, die nicht an Jesus Christus glauben wollen, reicht das aber nicht. Sie bestehen auf weiteren Beweisen aus zeitgenössischen Berichten, die von Historikern aus dem ersten Jahrhundert geschrieben wurden, welche nicht zu den Nachfolgern Jesu Christi gehörten.

Nicht christliche römische Werke aus dem frühen zweiten Jahrhundert, die Jesus Christus und das Christentum erwähnen, sind Historikern sehr wohl bekannt.

Indem die Zweifler aber auf Aufzeichnungen aus dem ersten Jahrhundert bestehen, verlangen sie einen Standard, den nur wenige historische Personen aus der antiken Welt erfüllen können. Das ist deshalb der Fall, weil nur sehr wenige Werke aus dieser Zeit bis heute erhalten geblieben sind.

Die einzigen zum größten Teil erhaltenen römischen Werke aus dem ersten Jahrhundert sind ein Handbuch für Landwirtschaft, eine Komödie eines Freundes eines Kaisers und ein paar andere Werke. Wir würden nicht erwarten, dass das Christentum oder Jesus in irgendeinem dieser Werke erwähnt werden.

Römische Berichte, die Jesus und das Christentum erwähnen

Historiker wissen jedoch, dass es Berichte aus der Zeit des Römischen Reiches gibt, die Jesus und das Christentum erwähnen. Zu diesen nicht christlichen Werken römischer Autoren aus dem frühen zweiten Jahrhundert gehören:

Das Leben der Caesaren von Gaius Suetonius Tranquillus, einem römischen Verwaltungsbeamten und Chefsekretär des Kaisers Hadrian. Er schrieb ca. 120 n. Chr.

Die Plinius-Briefe von Plinius dem Jüngeren, einem römischen Beamten in der Türkei. Er schrieb ca. 120 n. Chr.

Die Annales (Annalen) des römischen Historikers Tacitus. Er schrieb ca. 115 n. Chr.

Auch der berühmte jüdische Historiker Josephus aus dem ersten Jahrhundert schrieb über Jesus und eine Reihe von Personen, die in den Evangelien erwähnt werden. Wir behandeln seine Schriften etwas später in diesem Beitrag.

Nachfolger des „Chrestus“ aus Rom vertrieben

Gaius Suetonius Tranquillus (auch als Sueton bekannt) schrieb 120 n. Chr.: „Da die Juden unter ihrem Anführer Chrestos [Christus] beständig Unruhe anstifteten, vertrieb er [Kaiser Claudius] sie aus Rom“ (Leben der Caesaren, Gaius Suetonius Tranquillus, Artemis-Verlag, Zürich 1955, Seite 296; §25).

Claudius regierte von 41 bis 54 n. Chr. Zu diesem Zeitpunkt sahen die Römer keinen Unterschied zwischen den Juden und Christen, da beide Gruppen für Außenstehende das Gleiche glaubten und praktizierten. Deshalb verbannte Kaiser Claudius alle zusammen.

Bedeutend an Suetonius’ kurzer Aussage ist die Tatsache, dass eine Reihe von Juden in Rom Nachfolger des „Chrestus“ geworden waren. „Chrestus“ scheint ein Fehler in der Rechtschreibung für die lateinische Form „Christus“ zu sein. Es steht also fest, dass es schon im Jahr 50 n. Chr. eine bedeutende Anzahl von Christen in Rom gegeben hat. Dies führte zu einem Konflikt mit den römischen Behörden. Der Grund wird aber nicht erwähnt.

Die Verbannung der Juden aus der Hauptstadt Rom wird in der Bibel in Apostelgeschichte 18, Vers 2 erwähnt: „Und [Paulus] fand einen Juden mit Namen Aquila, aus Pontus gebürtig; der war mit seiner Frau Priszilla kürzlich aus Italien gekommen, weil Kaiser Klaudius allen Juden geboten hatte, Rom zu verlassen. Zu denen ging Paulus.“

Der enge Zusammenhang zwischen dieser kurzen Erwähnung und der Apostelgeschichte ist besonders interessant. Zu Pfingsten, bei der Gründung der neutestamentlichen Kirche ca. 31 n. Chr. (Apostelgeschichte 2), waren auch „Besucher aus Rom“ unter denjenigen, die den wundersamen Ereignissen von Apostelgeschichte 2, Verse 6-12 beiwohnten (Neue Genfer Übersetzung).

Die anwesenden Menschen, die mehrere Sprachen und Dialekte aus mehr als zwölf verschiedenen Teilen des Römischen Reiches sprachen, hörten die Apostel „in unsern Sprachen von den großen Taten Gottes reden“. Es wird nicht genau gesagt, wann die ersten Christen in Rom erschienen.

Allerdings wäre es nicht zu weit hergeholt, davon auszugehen, dass einige von denen, die zu Pfingsten in Jerusalem waren, ihre erstaunlichen Erfahrungsberichte zurück nach Rom trugen. Diese Geschichten verbreiteten sich unter den dortigen Juden und den zum Judentum Bekehrten. Zwei Jahrzehnte später führte dies zur Vertreibung der Juden und Christen aus Rom.

Wie sollte mit Christen umgegangen werden, die den Kaiser nicht als Gott verehrten?

Ca. 120 n. Chr. schrieb Plinius der Jüngere, ein römischer Beamter aus der Türkei, an Kaiser Trajan. Er bat um Rat, wie mit den Christen verfahren werden sollte, die sich weigerten, das Bildnis des römischen Kaisers zu verehren. Plinius berichtete, dass diese Christen sich regelmäßig versammelten und Lieder zu „Christus als ihrem Gott“ sangen (Plinius-Briefe, 10:96:7).

Zwei Tatsachen sind bei diesem Bericht über die Christen und das Christentum bemerkenswert. Erstens gab es weniger als hundert Jahre nach dem Tod Christi eine beachtliche Anzahl von Nachfolgern Jesu Christi im nördlichen Kleinasien. Zweitens versammelten sich diese Leute und sangen Lieder zu „Christus als ihrem Gott“.

Die erste Tatsache ist interessant, weil dies genau das Muster ist, das wir immer wieder im Buch der Apostelgeschichte sehen können: Frühe christliche Lehrer wie Paulus, Barnabas und Apollos gingen in Kleinasien (der heutigen Türkei) und Griechenland von Stadt zu Stadt. Sie verkündeten die Göttlichkeit und Auferstehung Jesu Christi und die Erlösung, die durch ihn möglich ist. Manchmal trafen sie dabei auf große Feindschaft; andere Male trafen sie auf aufnahmebereite Zuhörer. So begann sich das Christentum langsam aber sicher auszubreiten – häufig trotz der Verfolgung.

Die zweite Tatsache ist bemerkenswert, weil Plinius’ Brief an den Kaiser zeigt, dass die Christen, denen er begegnete, Jesus Christus für göttlich hielten. Seine Korrespondenz zeigt auch, dass ihr Glaube so stark war, dass sich einige sogar trotz der Androhung von Folter und Todesstrafe weigerten, diesen Glauben aufzugeben!

Auch dieses Muster sehen wir immer wieder in der Apostelgeschichte: Menschen, die so fest davon überzeugt waren, dass Jesus Christus eine reale Person war, die gelebt hat, gestorben und wieder auferstanden war, dass sie den Tod als Märtyrer in Kauf nahmen, anstatt ihren Glauben zu verleugnen.

Christus wurde unter Tiberius von Pontius Pilatus hingerichtet

Die vollständigste Information, die wir von einem römischen Autor aus dieser Zeit haben, stammt von Publius Cornelius Tacitus, einem römischen Senator und Historiker, der um 56 n. Chr. geboren wurde und seine Werke im frühen zweiten Jahrhundert verfasste. Als Historiker berichtete er über die verheerenden Brände in Rom 64 n. Chr. unter der Herrschaft des Kaisers Nero. Er schreibt, dass Nero die Christen für die Brände verantwortlich machte:

„Um also dieses Gerücht [Nero hätte das Feuer selbst legen lassen, um seinen Besitz zu erweitern] niederzuschlagen, schob Nero die Schuld auf andere und bestrafte sie mit besonderen Martern. Es waren jene Leute, die das Volk wegen ihrer Schandtaten hasste und mit dem Namen ,Christen‘ belegte. Dieser Name stammt von Christus, der unter Tiberius vom Prokurator Pontius Pilatus hingerichtet worden war. Dieser verderbliche Aberglaube war für den Augenblick unterdrückt worden, trat aber später wieder hervor und verbreitete sich nicht nur in Judäa, von wo das Unheil ausgegangen war, sondern auch in Rom“ (Tacitus, Annales, 15:44).

Was können wir von diesem Bericht des Historikers Tacitus über die Umstände in Rom im Jahr 64 n. Chr. lernen? Bedenken Sie, dass Tacitus kein Freund der Christen war. Er hielt sie für erbärmlich.

Nur knapp drei Jahrzehnte nach der Kreuzigung Jesu gab es in Rom eine Gruppe von Menschen, die als „Christen“ bekannt waren.

Sie wurden „Christen“ genannt nach einem, der „Christus“ (die lateinische Form des griechischen „Christos“) hieß.

Ihr Anführer „Christus“ wurde unter der Regierung des Prokurators Pontius Pilatus (26-36 n. Chr.) und der Herrschaft des Kaisers Tiberius (14-37 n. Chr.) hingerichtet.

Die Römer meinten, die Christen glaubten einen „verderblichen Aberglauben“.

Die Christen wurden wegen „ihrer Schandtaten“ gehasst.

Ihre Bewegung begann in Judäa (im Heiligen Land) und breitete sich von dort nach Rom aus.

64 n. Chr. gab es bereits eine „gewaltige Menge“ Christen in Rom.

Dies ist sehr erstaunlich, weil es die Berichte der Evangelien und der Apostelgeschichte bestätigt (einschließlich des Zeitpunkts der Kreuzigung Christi während der Herrschaft des Tiberius und Pontius Pilatus, vgl. dazu Lukas 3,1-2).

Worum handelte es sich bei dem „verderblichen Aberglauben“ der Christen? Tacitus geht nicht näher darauf ein. War es der Glaube an einen gekreuzigten Mann, der von den Toten auferstanden war? Oder der Glaube, auch Christen würden eines Tages von den Toten auferstehen? Oder dass ihr Anführer „Christus“ als König eines Reiches zurückkommen würde, das Rom ersetzen und die Weltherrschaft übernehmen würde?

Wir wissen es nicht genau, aber Tacitus’ Wortwahl über diese Bewegung, die auf einem „verderblichen Aberglauben“ basierte, ist ziemlich auffällig. Denn die Römer mit ihrer Vielzahl heidnischer religiöser Anschauungen akzeptierten fast alles – außer der Auferstehung von den Toten!

Josephus erwähnt Johannes den Täufer

Schauen wir uns einen weiteren nicht christlichen Autor an, nämlich den berühmten jüdischen Historiker Flavius Josephus. Er schrieb Der Jüdische Krieg und Jüdische Altertümer im späten ersten Jahrhundert. In seinem Werk Jüdische Altertümer erwähnt Josephus bekannte Personen des Neuen Testaments, wie z. B. Jesus, Johannes den Täufer und Jakobus, den Halbruder Jesu.

Josephus wurde 37 n. Chr. als Sohn einer priesterlichen Familie geboren und genoss eine erstklassige Ausbildung. Er führte eine jüdische Einheit als Militärkommandeur in Galiläa während des jüdischen Aufstands gegen Rom an (66 bis 70 n. Chr.), wurde aber 67 n. Chr. von den Römern gefangen genommen.

Am Ende des Krieges ging er mit dem römischen General Titus nach Rom, wo er bis zu seinem Tod ca. 100 n. Chr. lebte und mehrere Schriftwerke verfasste.

Josephus schrieb über Johannes den Täufer und dessen Henker Herodes Antipas:

„Manche Juden waren übrigens der Ansicht, der Untergang der Streitmacht des Herodes sei nur dem Zorne Gottes zuzuschreiben, der für die Tötung von Johannes dem Täufer die gerechte Strafe gefordert habe. Den Letzteren nämlich hatte Herodes hinrichten lassen, obwohl er ein edler Mann war, der die Juden anhielt, nach Vollkommenheit zu streben, indem er sie ermahnte, Gerechtigkeit gegeneinander und Frömmigkeit gegen Gott zu üben und so zur Taufe zu kommen . . .

Da nun infolge der wunderbaren Anziehungskraft solcher Reden eine gewaltige Menschenmenge zu Johannes strömte, fürchtete Herodes, das Ansehen des Mannes, dessen Rat allgemein befolgt zu werden schien, möchte das Volk zum Aufruhr treiben, und hielt es daher für besser, ihn rechtzeitig aus dem Wege zu räumen, als beim Eintritt einer Wendung der Dinge in Gefahr zu geraten und dann, wenn es zu spät sei, Reue empfinden zu müssen.

Auf diesen Verdacht hin ließ also Herodes den Johannes in Ketten legen, nach der Festung Machaerus bringen, die ich oben erwähnte, und dort hinrichten. Sein Tod aber war, wie gesagt, nach der Überzeugung der Juden die Ursache, weshalb des Herodes Heer aufgerieben worden war, da Gott in seinem Zorn diese Strafe über den Tetrarchen verhängt habe“ (Jüdische Altertümer, Buch 18, Kapitel 5, Absatz 2).

Auch das passt sehr genau zu dem, was wir über Johannes in den Evangelien lesen. Matthäus 3, Verse 1-10, Markus 1, Verse 1-6 und Lukas 3, Verse 1-14 erwähnen alle Johannes’ Beliebtheit und die Botschaft über Reue, so wie Josephus Jahrzehnte später darüber berichtete. Matthäus 14, Verse 3-12 beschreibt außerdem die Szene in Herodes’ Palast, als Johannes auf Befehl des Herrschers hingerichtet wurde.

Josephus und Jakobus, „Bruder des Jesus, der Christus genannt wird“

Zusätzlich zu den verschiedenen Herrschern und Mitgliedern der Familie des Hohepriesters, die in den Evangelien erwähnt werden (und durch archäologische Funde bestätigt wurden) erwähnt Josephus auch Jakobus, den Halbruder Jesu:

„Bald darauf gelangte die Nachricht vom Tode des Festus [des römischen Gouverneurs] nach Rom, und nun schickte der Cäsar den Albinus als Landpfleger nach Judäa . . . Er [Ananus, der Hohepriester] versammelte daher den hohen Rat zum Gericht und stellte vor dasselbe den Bruder des Jesus, der Christus genannt wird, mit Namen Jakobus, sowie noch einige andere, die er der Gesetzesübertretung anklagte und zur Steinigung führen ließ“ (Jüdische Altertümer, 20:9:1; Hervorhebung durch uns).

Dieser Jakobus ist auch der Verfasser des biblischen Buches, das seinen Namen trägt. Obwohl er ein Halbbruder Jesu war, glaubte er zunächst nicht an ihn als Messias (Johannes 7,5). Aber nach Jesu Tod und Auferstehung gehörte er zu denjenigen, die sich zu Pfingsten in Jerusalem versammelten, als die Kirche ca. 31 n. Chr. gegründet wurde (Apostelgeschichte 1,14).

Wir haben hier drei Hauptpersonen des Neuen Testaments – Johannes der Täufer, der Apostel Jakobus und sein Halbbruder Jesus, der Christus oder Messias genannt wurde –, die von einem jüdischen Historiker später im selben Jahrhundert erwähnt wurden. Sagt Josephus noch etwas anderes über Jesus?

Josephus‘ Bericht über Jesus Christus

„Um diese Zeit lebte Jesus, ein weiser Mensch, wenn man ihn überhaupt einen Menschen nennen darf. Er war nämlich der Vollbringer ganz unglaublicher Taten und der Lehrer aller Menschen, die mit Freuden die Wahrheit aufnahmen. So zog er viele Juden und auch viele Heiden an sich. Er war Christus.

Und obgleich ihn Pilatus auf Betreiben der Vornehmsten unseres Volkes zum Kreuzestod verurteilte, wurden doch seine Anhänger ihm nicht untreu. Denn er erschien ihnen am dritten Tage wieder lebend, wie gottgesandte Propheten diese und tausend andere wunderbare Dinge von ihm vorherverkündigt hatten. Und noch bis auf den heutigen Tag besteht das Volk der Christen, die sich nach ihm nennen, fort“ (Jüdische Altertümer, 18:3:3; Text in Fettdruck hervorgehoben für nachfolgende Diskussion).

Obwohl manche Gelehrte Teile dieses Zitats – oder das Zitat insgesamt – ablehnen, wurde es bereits 315 n. Chr. in griechischer Sprache von Eusebius zitiert und erscheint in allen uns bekannten frühen Manuskripten von Josephus.

Doch die in Fettdruck hervorgehobenen Teile des Zitats erscheinen sehr seltsam für einen jüdischen Autor, der selbst kein Christ war. Die meisten Gelehrten meinen, dass der in Fettdruck hervorgehobene Text im 2. oder 3. Jahrhundert hinzugefügt wurde. Als Beleg für ihre Sichtweise berufen sie sich auf eine arabische Übersetzung des Textes, die anscheinend dem ursprünglichen Wortlaut von Josephus näher liegt:

„Um diese Zeit lebte ein weiser Mensch, der Jesus genannt wurde, und sein Verhalten war gut, und man hielt ihn für rechtschaffen. Und viele Menschen unter den Juden und anderen Nationen wurden seine Nachfolger. Pilatus verurteilte ihn zum Tod durch Kreuzigung. Seine Nachfolger blieben ihm dennoch treu. Sie berichteten, dass er ihnen drei Tage nach seiner Kreuzigung erschienen war und dass er lebte. Folglich glaubten sie, dass er der Messias war, der nach den Propheten Wunder vollbringen sollte.“

Hier fehlt die Feststellung, die anscheinend später hinzugefügt wurde, wonach Jesus Wunder vollbrachte, der vorhergesagte Messias war und von den Toten auferstanden war – anstatt dass andere an ihn als Messias bzw. an seine Wunder glaubten und seine Auferstehung als Augenzeugen bezeugten.

Es scheint, dass dieses arabische Manuskript von Josephus’ ursprünglichem Text kopiert wurde, bevor ein Schreiber den Text ergänzte. Die meisten Historiker sind sich einig, dass Josephus ursprünglich über Jesus schrieb, aber dass ein späterer Schreiber Josephus’ Bericht mit seiner christlichen Überzeugung ausschmückte.

Wie der Sachverhalt auch immer sei, hier in der umfangreichsten erhaltenen Geschichte Judäas vom ersten Jahrhundert haben wir die Bestätigung, dass es Jesus, Johannes den Täufer und auch Jakobus, den Halbbruder Jesu, wirklich gegeben hat!

Es werden auch die Schlüsselpunkte der Evangelien und der Apostelgeschichte bestätigt – dass Jesus ein weiser und rechtschaffener Mann gewesen ist, an den sowohl Juden als auch Heiden als ihren Messias glaubten, dass er in der Amtszeit von Pontius Pilatus gekreuzigt wurde und dass über ihn berichtet wurde, dass er drei Tage nach seinem Tod wieder zum Leben auferweckt wurde und seinen Nachfolgern erschien.

Diejenigen, die die Existenz Jesu Christi leugnen, müssen nicht nur eine Reihe von klaren Hinweisen auf ihn völlig negieren, sondern auch die historischen Bezüge auf seinen Halbbruder Jakobus und Johannes den Täufer. Außerdem müssen sie erklären, warum es historische Bestätigungen für die in den Evangelien und der Apostelgeschichte erwähnten Hauptthemen und Ereignisse gibt!

Ja, Jesus lebte – aber wie wahr sind seine Behauptungen?

Die Bibel, das inspirierte Wort Gottes, sagt, dass Jesus lebte, starb und wieder zum Leben erweckt wurde und dass er der göttliche Sohn Gottes ist und Gott in Menschengestalt war. Es kann nachgewiesen werden, dass die Bibel wahr ist. Sie bezeugt das Leben von Menschen, die mit Jesus gelebt haben und gewandelt sind.

Die Bibel berichtet über andere Ereignisse, die sich in der Zeit und auf die Weise ereignet haben, wie die Berichte es wiedergeben. (In diesem Zusammenhang interessiert Sie vielleicht unsere kostenlose Broschüre Die Bibel – Wahrheit oder Legende?.)

Wir haben gesehen, dass die Werke früher Autoren, die über diese Zeit schrieben, die Existenz Jesu als historische Person des ersten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung bezeugen. Sowohl die Geschichte als auch die Tradition bestätigen diese Wahrheit.

Die nächste naheliegende Frage ist: War er, wer er zu sein behauptete? War Jesus Gott? War er Gott in Fleisch?

Der Theologe C. S. Lewis schrieb: „Entweder war dieser Mensch Gottes Sohn, oder er war ein Verrückter oder noch schlimmer. Man kann ihn als Geisteskranken einsperren, man kann ihn verachten oder als Dämon töten. Oder man kann ihm zu Füßen fallen und ihn Herr und Gott nennen. Aber man kann ihn nicht mit gönnerhafter Herablassung als einen großen Lehrer der Menschheit bezeichnen. Das war nie seine Absicht; diese Möglichkeit hat er uns nicht offengelassen“ (Pardon, ich bin Christ; Seite 56-57).

Augenzeugen des ersten Jahrhunderts, die Jesu Leben, Tod und Auferstehung miterlebt haben, sagen, dass er Gott war. Entweder war er es oder er war es nicht.

Warum musste Jesus als Mensch leben?

Dies führt uns zu einer sehr wichtigen Frage: Warum musste Jesus als Mensch leben? Warum musste derjenige, den die Schrift als das Wort identifiziert, der Gott war und mit Gott war (Johannes 1,1), Menschengestalt als Jesus von Nazareth annehmen?

Die Antwort auf diese Frage wird kaum verstanden. Aber sie öffnet eine andere Dimension des Verständnisses über die grundlegende Natur Gottes und warum er menschliches Leben hier auf der Erde schuf.

Was wissen wir über das Wort? Den Anfangspunkt finden wir in den Schriften des Apostels Johannes: „Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dieses war im Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen“ (Johannes 1,1-5; alle Hervorhebungen durch uns).

Diese Schriftstelle offenbart, dass Jesus schon im Anfang bei Gott gewesen ist und selbst Gott war, noch bevor er Mensch wurde. Hier wird er „das Wort“ genannt, das Wesen, das Gott war und Jesus Christus in Menschengestalt wurde. Das heißt, dass er vor seiner Menschwerdung ein göttliches geistliches Wesen war. Er war ewig und lebte als Gott seit Ewigkeit in einer Koexistenz mit Gott.

„Ewigkeit“ bedeutet eine andere Dimension der Existenz. Sie unterscheidet sich von der materiellen, an Zeit und Ort gebundenen Welt, die wir bewohnen. Gott wohnt in der geistlichen Dimension der Ewigkeit: „Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in der Ewigkeit wohnt“ (Jesaja 57,15; „Neues Leben“-Übersetzung). Das Konzept der Ewigkeit fordert unseren sterblichen Verstand heraus, doch Gott lebt in dieser Dimension.

Gott offenbart sich selbst als Wesen ohne Anfang und Ende. Er ist Geist. Er existiert über den Kosmos, den er geschaffen hat, hinaus. Gottes Wesen ist Geist – heiliger Geist, der ewig ist.

Johannes offenbart, dass das Wesen, das „das Wort“ genannt wird, diese Welt erschaffen hat. Paulus bestätigt dies: „Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist alles durch ihn und zu ihm geschaffen“ (Kolosser 1,16). Das Wesen, das Jesus von Nazareth wurde, wird als derjenige offenbart, durch den Gott das Universum schuf. Dieses fundamentale Verständnis hilft uns dabei, das ungeheure Ausmaß der Entscheidung zu verstehen, die er traf, um in Menschengestalt unter den Menschen zu leben.

Was müssen wir sonst noch über die Menschwerdung Jesu Christi verstehen?

Von der Position Gottes zur Position eines Dieners

Gottes Liebe für seine Schöpfung hörte nicht auf, nachdem er Sonne, Mond, Sterne und die Planeten in ihrem eleganten kosmischen Ballett in Bewegung gesetzt hat. Er hatte nie vor, ein abwesender Schöpfer zu sein.

Noch vor der Schöpfung der Welt war es beschlossen, dass ein Opfer gebracht werden würde, falls es notwendig sein sollte. Zuerst war es ein Opfer der Position – von der Existenz auf derselben Ebene mit Gott in ein Leben als Mensch auf der Erde. Es ist schwierig, wenn nicht gar unmöglich, die Liebe hinter dieser aufopfernden Entscheidung zu begreifen.

Das Wort gab seine göttliche Macht und Herrlichkeit auf und lebte als Immanuel – „Gott unter uns“ – auf der Erde (Matthäus 1,23). Er kam als Diener, um die Erlösung der Menschheit möglich zu machen. Der Apostel Paulus offenbart in Philipper 2, Verse 6-8:

„Er war in allem Gott gleich, und doch hielt er nicht gierig daran fest, so wie Gott zu sein. Er gab alle seine Vorrechte auf und wurde einem Sklaven gleich. Er wurde ein Mensch in dieser Welt und teilte das Leben der Menschen. Im Gehorsam gegen Gott erniedrigte er sich so tief, dass er sogar den Tod auf sich nahm, ja, den Verbrechertod am Kreuz“ (Gute Nachricht Bibel).

Dies hilft uns zu verstehen, warum er in seiner letzten Nacht vor seinem Tod Folgendes betete: „Und nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war“ (Johannes 17,5).

Das höchstmögliche Opfer für uns

Kommen wir nun zum nächsten Teil seines Opfers: „Ihr wisst, um welchen Preis ihr freigekauft worden seid . . . mit dem kostbaren Blut eines reinen und fehlerlosen Opferlammes . . . Ihn hatte Gott schon zu diesem Opfer bestimmt, bevor er die Welt schuf“ (1. Petrus 1,18-20; Gute Nachricht Bibel).

Mit ihrer Entscheidung im Garten Eden, von der verbotenen Frucht zu nehmen und zu essen, brachten die ersten Menschen Adam und Eva die Menschheit auf einen Weg, der vom Schöpfergott wegführte. Sie wiesen die Erkenntnis zurück, die Gott ihnen durch den Baum des Lebens angeboten hatte (siehe 1. Mose 2,9). Dadurch wurde ein Opfer notwendig, womit die Menschen von der Sünde erlöst werden konnten. Gottes großer Plan sah das Blutvergießen des einzigen Opfers vor, das die Strafe für Sünde, nämlich den Tod, aufheben konnte.

Die Heilige Schrift hat viel über Christi Tod und das Blutvergießen zur Vergebung der Sünde zu sagen, damit die Menschheit versöhnt werden kann. Dies ist ein wichtiger und grundlegender Teil des Planes Gottes. Sein Plan ist, „dass alles zusammengefasst würde in Christus, was im Himmel und auf Erden ist“ (Epheser 1,10).

Christi Tod durch sein vergossenes Blut ist das einzige Opfer, das die Strafe für Sünde für alle Zeiten bezahlen kann: „Christus aber ist gekommen als Hohepriester der künftigen Güter . . . ist er ein für allemal in das Heiligtum hineingegangen, nicht mit dem Blut von Böcken und jungen Stieren, sondern mit seinem eigenen Blut, und so hat er eine ewige Erlösung bewirkt.

Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche einer Kuh die Unreinen, die damit besprengt werden, so heiligt, dass sie leiblich rein werden, wie viel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst kraft ewigen Geistes Gott als makelloses Opfer dargebracht hat, unser Gewissen von toten Werken reinigen, damit wir dem lebendigen Gott dienen. Und darum ist er der Mittler eines neuen Bundes; sein Tod hat die Erlösung von den im ersten Bund begangenen Übertretungen bewirkt, damit die Berufenen das verheißene ewige Erbe erhalten“ (Hebräer 9,11-15; Einheitsübersetzung).

Jesus „hat nur ein einziges Opfer für die Sünden gebracht und dann für immer den Platz an Gottes rechter Seite eingenommen . . . Denn mit einem einzigen Opfer hat er alle, die Gottes Eigentum werden sollen, für immer zur Vollendung geführt“ (Hebräer 10,12-14; Gute Nachricht Bibel). Durch sein Opfer bzw. sein Blut kann die Menschheit mit Gott in einem ewigen Bund versöhnt werden. Durch diesen Bund sind die Erlösung und die Teilnahme an der göttlichen Existenz in Ewigkeit möglich.

Ein Gott der Liebe

Gottes wesentlicher Charakter ist Liebe (1. Johannes 4,8; 1. Johannes 4,16). Von allen Aposteln, die mit Christus lebten, war es Johannes, der die Liebe Gottes, ausgedrückt durch das Opfer seines Sohnes, hervorhob: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes 3,16).

Johannes zitierte Jesus bei einer weiteren Gelegenheit: „Gottes Geist allein macht lebendig; alle menschlichen Möglichkeiten richten nichts aus. Die Worte, die ich zu euch gesprochen habe, sind von diesem Geist erfüllt und bringen das Leben“ (Johannes 6,63; Gute Nachricht Bibel). Das Leben, das wir erwarten, ist das ewige geistliche Leben von Gott, der Geist ist (Johannes 4,24).

In ihrer großen Liebe, die in der ganzen Bibel zum Ausdruck kommt, wollen Gott, der Vater, und das Wort, das Jesus wurde, ihre Existenz mit anderen Wesen außerhalb der Engelwelt teilen – nämlich mit Menschen. Menschen sind nach dem Bilde Gottes geschaffen und wurden mit einem Verstand und einer Natur ausgestattet, auf die Gott seinen Geist übertragen kann. Dadurch bekommt der Mensch das Potenzial, ewiges Leben zu erben.

(Geistliches Leben bedeutet nicht die Existenz als formlose Energie, wie es sich manche vielleicht vorstellen. In der Geistwelt haben geistliche Körper Form und Substanz.)

Menschen sind nach dem Bilde Gottes geschaffen, besitzen aber nicht dieselbe geistliche Essenz. Der Mensch ist physisch, geschaffen aus den stofflichen Elementen der Erde (aber mit einem menschlichen Geist für den Verstand, die Emotionen und die Persönlichkeit). Da wir Entscheidungsfreiheit besitzen, können wir sündigen – und das tun wir auch. Wie wir jedoch gesehen haben, hat Gott eine Möglichkeit geschaffen, wodurch wir mit ihm durch das Opfer Jesus Christi versöhnt werden können.

Noch vor Gründung der Welt machten das Wort und Gott, der Vater, einen Plan für die Menschheit: „Denn ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. Er ist zwar zuvor ausersehen, ehe der Welt Grund gelegt wurde, aber offenbart am Ende der Zeiten um euretwillen“ (1. Petrus 1,18-20).

Der Plan sah vor, dass das Wort in Menschengestalt kommen sollte. Dies zeigt, dass sich der ewige Geist mit dem menschlichen Geist verbinden kann. Das Wort, das ewig existierende Wesen, das zusammen mit dem Vater Gott war, wurde gesandt, um Jesus von Nazareth zu werden – Gott in Menschengestalt (Matthäus 1,23). Durch seine Auferstehung wurde er wieder Geist. Dadurch wurde uns Menschen, die wir zum Bilde Gottes geschaffen sind (1. Mose 1,27), der Weg geebnet, Geistwesen im Reich Gottes zu werden.

Deshalb ist es so äußerst wichtig zu wissen, dass Jesus wirklich existiert hat und warum er gekommen ist. Die historische Existenz Jesu Christi hier auf Erden im ersten Jahrhundert ist ein zentraler Punkt, damit Gott seinen Plan für die Menschheit erfüllen kann.

Ohne Jesu Christi Leben in Menschengestalt, seinen Tod und seine Auferstehung haben wir keine Hoffnung auf das ewige Leben mit Gott. Die Bibel offenbart uns nicht nur, dass es einen Gott gibt, sondern auch, warum er überhaupt menschliches Leben geschaffen hat. Die große Bedeutung des Lebens ist, dass Menschen zum Bilde Gottes geschaffen wurden, damit sie verherrlichte göttliche geistliche Angehörige der unsterblichen Familie im Reich Gottes werden können.

Was sollen Sie tun?

Jesu Christi Auferstehung zurück ins geistliche Leben macht ihn zum erstgeborenen Sohn in Gottes Plan für die menschliche Erlösung (siehe auch Römer 8,29; 1. Korinther 15,20; 1. Korinther 15,23; Kolosser 1,18). Die Nachfolger Christi, die gestorben sind, und die, die bei seinem Kommen noch am Leben sein werden, werden in einem einzigartigen Augenblick von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit verwandelt werden (1. Korinther 15,50-54). Nach der Verwandlung werden sie das Reich Gottes erben und ihr geistliches Leben mit Christus und Gott, dem Vater, teilen. Diese Hoffnung auf das ewige Leben wird in der Heiligen Schrift offenbart.

Jesus Christus, der Sohn Gottes, lebte als Mensch. Heute ist er unser Hohepriester und bald kommender König. Er lebt und er ist Gottes Mittel zur Versöhnung und Erlösung. Das richtige Verständnis über den wahren Jesus ist sehr wichtig, wenn man Gottes großartige Gabe – das ewige Leben im Reich Gottes – erhalten möchte.

Die Reaktion vieler der Versammelten auf die Pfingstpredigt des Apostels Petrus und seine Aufforderung an sie sind auch heute noch überaus wichtig für alle, die Gottes großes Geschenk schätzen: „Was sollen wir tun, Brüder? Petrus antwortete ihnen: Kehrt um und jeder von euch lasse sich auf den Namen Jesu Christi taufen zur Vergebung seiner Sünden; dann werdet ihr die Gabe des heiligen Geistes empfangen“ (Apostelgeschichte 2,37-38; Einheitsübersetzung).

– GN März-April 2017 PDF-Datei dieser Ausgabe

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