Ist das Leben Jesu Christi glaubhaft belegt?

Der Bericht über Jesus Christus und seine ersten Anhänger wurde uns im Neuen Testament überliefert. Aber wie zuverlässig ist diese Überlieferung? Und wie glaubhaft ist die Geschichte? Wie sieht das Beweismaterial aus?

Von Peter Eddington

Die alten Bücher und Briefe, die im Neuen Testament zusammengefasst sind, erzählen das außergewöhnliche Leben des Jesus von Nazareth. Wir erfahren darin von den Umständen seiner Geburt, seiner Tätigkeit als Prediger, seinen Lehren und Wundern und auch von seinem Tod und seiner Auferstehung. Wir lernen außerdem, dass er der lang ersehnte Messias bzw. Christus war, den die Prophezeiungen des Alten Testamentes angekündigt hatten.

Wie der Apostel Petrus schreibt: „Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen“ (2. Petrus 1,16; alle Hervorhebungen durch uns). Aber wie glaubwürdig ist diese Aussage? Und wie glaubwürdig ist das ganze Neue Testament?

Bibelkritiker behaupten schon lange, dass die ganze Bibel, wie wir sie kennen, unzuverlässig überliefert wurde. Nicht nur das, sie behaupten sogar, dass die in der Bibel enthaltenen Geschichten erfunden seien und ohnehin nicht aus der Feder der angeblichen Verfasser stammten. Ist solche Kritik gerechtfertigt?

Wie wir sehen werden, ist diese Kritik an der Bibel jedoch unbegründet. Im Gegenteil: Vieles spricht dafür, dass das Neue Testament, wie wir es kennen, dem ursprünglichen Wortlaut entspricht. Das ist wichtig, denn nur auf dieser Grundlage können wir die Geschichte vom Leben und der Auferstehung Jesu Christi glauben.

Wir beweisen Ihnen anhand von vier Argumenten, dass das Neue Testament zuverlässig überliefert ist, und unterstützen diese Argumente mit weiteren Überlegungen. Das sind längst nicht alle Argumente für die Zuverlässigkeit des Neuen Testamentes, wie Sie selbst leicht feststellen können.

Eine Fülle an handgeschriebenen Abschriften der Bibel

In ihrem Buch I Don’t Have Enough Faith to Be an Atheist schreiben die Bibelwissenschaftler Norman Geisler und Frank Turek:

„Heute sind uns fast 5700 handgeschriebene griechische Abschriften des Neuen Testamentes bekannt. Daneben gibt es über 9000 Abschriften in anderen Sprachen, zum Beispiel Aramäisch, Koptisch, Latein und Arabisch. Das sind insgesamt fast 15 000, darunter ganze Bibeln, ganze Bücher, einzelne Seiten und auch Seitenfragmente . . . Kein anderes Werk des Altertums ist mit so vielen Vervielfältigungen belegt.

An zweiter Stelle steht die Ilias von Homer, mit 643 Abschriften. Die meisten anderen Schriftwerke des Altertums sind durch weniger als ein Dutzend handgefertigte Kopien bezeugt, doch nur wenige Historiker stellen den geschichtlichen Wahrheitsgehalt solcher Werke in Frage“ (Seite 225, Ausgabe von 2004).

Das Neue Testament ist also mit Tausenden von Duplikaten reichlicher belegt als irgendein anderes Werk des Altertums. Dass Alexander der Große gelebt hat, wird allgemein angenommen, doch die schriftlichen Zeugnisse dafür sind verhältnismäßig spärlich. Wenn wir bedenken, wie viele schriftliche Zeugnisse vom Leben Jesu Christi bestehen – weitaus mehr als von jeder anderen Persönlichkeit des Altertums – sollten wir da nicht glauben, dass er gelebt hat und dass die Geschichte seines Lebens, die uns überliefert ist, der Wahrheit entspricht?

Sehr alte Abschriften

Geisler und Turek führen weiter aus: „Das Neue Testament ist nicht nur durch eine Fülle an Duplikaten belegt, sondern dazu gehören auch solche, die kurz nach den Urschriften niedergeschrieben wurden. Die älteste Abschrift, deren Echtheit unumstritten ist, enthält eine Passage aus Johannes 18 . . . Die meisten Experten vermuten, dass sie zwischen 117 und 138 n. Chr. entstanden ist, aber manche halten sie für noch älter“ (Seite 226).

Das Entstehungsdatum mancher handgeschriebenen Fragmente wird von einigen zwischen 50 und 70 n.Chr. angesetzt, doch diese Datierung ist umstritten. Aber selbst die vorsichtigsten Schätzungen laufen darauf hinaus, dass wir Abschriften besitzen, die weniger als einhundert Jahre nach den Urschriften entstanden sind.

Geisler und Turek stellen fest: „Die Zeitspanne zwischen der Abfassung der Urschrift und der Entstehung der ältesten Abschrift ist beim Neuen Testament viel kürzer als bei jedem anderen Schriftwerk des Altertums. Die zweitkürzeste Zeitspanne finden wir bei der Ilias, und sie beträgt etwa 500 Jahre. Bei den meisten anderen Werken des Altertums beträgt die Zeitspanne eintausend und mehr Jahre. Im Falle des Neuen Testamentes haben wir es mit 25 oder vielleicht sogar weniger Jahren zu tun“ (Seite 227).

Mit anderen Worten: Die ältesten überlieferten Abschriften des Neuen Testamentes waren solche der Urschriften und entstanden wenige Jahrzehnte nach diesen. Bei anderen Werken des Altertums aber entstanden die ältesten noch vorhandenen Abschriften über tausend Jahre nach deren Urschriften.

Vor diesem Hintergrund erscheint es rätselhaft, dass die Geschichte Jesu Christi und die Lehren des Neuen Testamentes überhaupt in Frage gestellt werden. Denn Platon, Herodot und Julius Cäsar werden überhaupt nicht in Frage gestellt, obwohl wir nur wenige Kopien ihrer Werke besitzen und die ältesten von ihnen über 1400 Jahre nach den Urschriften entstanden sind. So sind nur sieben Exemplare der Werke Platons und zehn der Werke Cäsars vorhanden, und doch gelten sie als maßgebend und zuverlässig. Wie wir bereits festgestellt haben, vom Neuen Testament sind etwa 15 000 Abschriften vorhanden.

Vor Kurzem noch wurde ein Fragment des Markusevangeliums gefunden, das nach Meinung einiger Fachleute aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert stammt. (Siehe „Entdeckung des ältesten Fragmentes des Neuen Testamentes?“ auf Seite 13.)

Bestätigung durch andere Schriftsteller des Altertums

Am Anfang des vierten Jahrhunderts nach Christus erließ der römische Kaiser Diokletian drei Befehle zur Verfolgung der Christen. Ihre Versammlungsräume und ihre Schriften, darunter Teile des Neuen Testamentes, sollten vernichtet und die Christen umgebracht werden. Dem Kaiser ist es freilich nicht gelungen, sämtliche Schriften zu vernichten und alle Christen zu töten. Aber selbst wenn keine Abschriften des Neuen Testamentes überlebt hätten, könnten wir fast die ganze Sammlung aus Zitaten wiederherstellen, die wir bei außerbiblischen Autoren des Altertums finden.

Geisler und Turek schreiben: „Hunderte, wenn nicht Tausende von Abschriften fielen dieser Verfolgungswelle, die erst im Jahre 311 n. Chr. abebbte, zum Opfer. Aber selbst wenn es Diokletian gelungen wäre, jedes einzelne Duplikat der Bibel von der Erdoberfläche zu entfernen, hätte er uns nicht daran hindern können, das Neue Testament wiederherzustellen. Denn die frühen Kirchenväter – Männer des zweiten und dritten Jahrhunderts wie Justinus der Märtyrer, Irenäus, Klemens von Alexandrien, Origenes und Tertullian – zitierten das Neue Testament so oft – insgesamt 36 289 Mal –, dass alle Verse bis auf elf wiederhergestellt werden könnten . . .

Wir haben also nicht nur Tausende von Vervielfältigungen des Neuen Testaments, sondern auch Abertausende von Zitaten daraus. Bei einem solchen Reichtum an Beweismaterial können wir den ursprünglichen Wortlaut des Neuen Testamentes mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ermitteln“ (Seite 228).

Unterschiedliche Lesarten selten von Bedeutung

Manche Bibelwissenschaftler behaupten, man habe in handgeschriebenen Abschriften des Neuen Testamentes an die 200 000 Fehler gefunden. Dagegen ist festzuhalten, dass es sich nicht um Fehler, sondern um unterschiedliche Lesarten handelt. In den allermeisten Fällen geht es nur um abweichende Rechtschreibung und Interpunktion. Um auf die Zahl von 200 000 zu kommen, muss man jede Wiederholung einer Lesart in allen 5000 griechischen Vervielfältigungen berücksichtigen. Wenn zum Beispiel eine Lesart sich in 2000 Duplikaten findet, gilt das als 2000 Fehler. Die Zahl von 200 000 Lesarten, geschweige denn Fehlern, ist also weit überhöht.

Andere Bibelwissenschaftler schätzen, dass der Anteil an sachlichen Variationen bei nur 1 zu 60 liegt und tatsächlich nur insgesamt fünfzig wirklich von Belang sind. Damit liegt der Genauigkeitsgrad des ermittelten Urtextes des Neuen Testamentes bei 99,5 Prozent. Eine eingehende Beschäftigung mit den Argumenten und Beispielen, die zu diesem Fazit führen, kann faszinierend sein.

Es sind bisher keinerlei Hinweise gefunden worden, die Zweifel an der Zuverlässigkeit der Überlieferung des Neuen Testamentes aufkommen lassen. Nur ein Prozent der unterschiedlichen Lesarten ändert den Sinn einer Stelle und selbst dann steht keine christliche Lehre auf dem Spiel. Die Fülle der Duplikate und auch der Lesarten ist eher eine Bestätigung der Geschichte von Jesus Christus, wie sie im Neuen Testament festgehalten ist.

Wenn Unterschiede zwischen Handkopien von sachlicher Bedeutung sind, kann man die richtige Lesart auf Grund ihrer Häufigkeit in den Abschriften identifizieren.

Bestätigung der Existenz Jesu

Wir kennen zehn nicht christliche Schriftsteller, die Jesus in den ersten 150 Jahren nach seinem Tod erwähnen. Zum Vergleich könnte man anführen, dass wir nur neun Zeugen für das Leben des Tiberius haben, des römischen Kaisers zur Zeit Christi. Wenn man christliche Autoren mit berücksichtigt, haben wir sogar 43 Zeugen für Christus, dagegen nur zehn für Tiberius.

Interessant ist eine Bestätigung der Kreuzigung von Jesus Christus durch den ungläubigen römischen Historiker Tacitus: „[Jesus] wurde während der Herrschaft des Tiberius der Höchststrafe unterzogen.“ Der jüdische Historiker Josephus schreibt, dass Pontius Pilatus Jesus „zur Kreuzigung verurteilte“. Lucian von Samosata, ein griechischer Satiriker, erwähnte die Kreuzigung ebenfalls.

Mara Bar-Serapion, der kein Christ war, bestätigte ebenfalls, dass Jesus hingerichtet worden war. Selbst der jüdische Talmud berichtet, dass „Jeschua [an einem Pfahl] aufgehängt wurde“. Mehr darüber findet man bei Lee Strobel im Buch The Case for the Real Jesus (2007, Seite 113).

Anerkenntnisse von Atheisten und liberalen Gelehrten unserer Zeit

Selbst Fachleute, die Aussagen des Neuen Testamentes ablehnen, erkennen an, dass es wahre Geschichte enthält.

So kommt der Historiker Gerd Lüdemann, ein Atheist, nicht umhin, zuzugeben, dass Christus und seine Jünger tatsächlich gelebt haben und dass diese Jünger von der Auferstehung Christi überzeugt waren. Er meint aber, dass sie sich diese Auferstehung eingebildet haben. So schreibt er: „Wir können davon ausgehen, dass Petrus und die Jünger Erlebnisse nach dem Tode Jesu hatten, die sie als Erscheinungen des auferstandenen Christus deuteten“ (What Really Happened?, Seite 80, zitiert von William Lane Craig in „Visions of Jesus: A Critical Assessment of Gerd Lüdemann’s Hallucination Hypothesis“). Lesen Sie auch unseren Beitrag auf Seite 4 in dieser Ausgabe, „Hat Jesus Christus wirklich existiert?“.

Auch andere haben Ähnliches behauptet. Aber eine kollektive Halluzination selbst hat den Hauch des Übernatürlichen an sich. Warum also nicht einfach für bare Münze nehmen, was das Neue Testament ausdrücklich sagt?

Paula Fredriksen, eine eher skeptische Wissenschaftlerin an der Universität Boston, beschreibt das Zeugnis der Jünger so: „Für sie war das, was sie sahen, der auferstandene Jesus. Denn das haben sie ja behauptet und ihr weiteres Verhalten beweist, dass sie davon überzeugt waren. Ob sie tatsächlich den auferstandenen Jesus gesehen haben, weiß ich nicht. Ich war ja nicht dabei. Ich weiß nicht, was sie wirklich gesehen haben. Aber als Historikerin kann ich nicht leugnen, dass sie etwas gesehen haben müssen“ (zitiert von Strobel, Seite 119).

An derselben Stelle schreibt Fredriksen weiter: „[Die] Überzeugung der Jünger, den auferstandenen Christus gesehen zu haben, gehört zum historischen Gemeingut und ist nicht anzuzweifeln.“

Wenn man nun einräumt, dass die Erfahrung der Jünger echt war, warum lehnt man ihre gemeinsame Deutung dieser Erfahrung ab? Das Gegenteil wäre doch geboten, oder?

In guter Ordnung aufgeschrieben – für einen sicheren Grund

Die Männer, die das Neue Testament schrieben, dachten tief über das nach, wovon sie berichteten. Da war zum Beispiel der Arzt Lukas, ein Begleiter des Apostels Paulus. In der Einleitung zu seinem Evangelium schreibt er an seinen Gönner Theophilus:

„Viele haben es schon unternommen, Bericht zu geben von den Geschichten, die unter uns geschehen sind, wie uns das überliefert haben, die es von Anfang an selbst gesehen haben und Diener des Worts gewesen sind. So habe auch ich’s für gut gehalten, nachdem ich alles von Anfang an sorgfältig erkundet habe, es für dich, hochgeehrter Theophilus, in guter Ordnung aufzuschreiben, damit du den sicheren Grund der Lehre erfährst, in der du unterrichtet bist“ (Lukas 1,1-4).

Hört sich das wie eine erdichtete Geschichte an? Kann man wirklich glauben, der Verfasser sei von Leuten in die Irre geführt worden, die einer kollektiven Halluzination aufgesessen waren? Dieser Lukas befragte viele Augenzeugen, um sicherzustellen, dass er die Wahrheit schrieb. Er war ein großer Historiker und ein von Gott inspirierter Schriftsteller.

Beweise, auf die man bauen kann

Wir können davon ausgehen, dass der Text des Neuen Testamentes, den wir heute haben, der Urschrift entspricht, die von den Aposteln und ihren Begleitern niedergeschrieben wurde. Wir können ebenfalls davon ausgehen, dass der Inhalt wahr ist. Dazu gehört der Bericht, dass Jesus von den Toten auferstanden ist.

Wir haben gesehen, dass Tausende von handgeschriebenen Abschriften, darunter sehr alte Exemplare, noch heute vorhanden sind und dass wir genug Zitate in der außerbiblischen Literatur des Altertums finden, um fast das ganze Neue Testament wiederherzustellen – wenn das denn nötig wäre. Die verschiedenen Lesarten in den Kopien sind in den meisten Fällen völlig unbedeutend und tun der Botschaft keinen Abbruch. Aus dem Altertum gibt es für kein anderes Schriftwerk auch nur annähernd so viel Bestätigung in Form von Duplikaten.

Dennoch werden Aussagen der Vervielfältigungen, zum Beispiel zur Auferstehung Christi, immer wieder in Frage gestellt.

Strobel schreibt: „Haben neue Erklärungen die Auferstehung Jesu denn widerlegt? Nein. Im Gegenteil. Anhand von fünf Tatsachen, die reichlich bewiesen und in der Fachwelt kaum noch umstritten sind, kann man die Auferstehung Jesu glaubhaft machen. Da ist zuerst der Kreuzigungstod; dann die Überzeugung der Jünger, dass Jesus auferstanden war und ihnen erschienen ist; danach die Bekehrung des Christenverfolgers Paulus; ferner die Bekehrung des Skeptikers Jakobus, der Jesu Halbbruder war; und schließlich das leere Grab. Alle Versuche der Skeptiker und Muslime, Jesus wieder zu begraben, scheitern an einer sachlichen Untersuchung“ (Seite 266).

Ja, Jesus Christus hat tatsächlich gelebt. Seine Mutter war eine Jungfrau. Er unterrichtete seine Jünger. Er predigte vor großen Mengen und gab ihnen durch übernatürliche Macht zu essen. Er ging auf Wasser. Er heilte die Kranken. Er erweckte Tote zum Leben. Er starb durch Kreuzigung. Und das war nicht alles. Er lebte wieder und verließ sein Grab und er unterrichtete seine Jünger auch noch danach. Er fuhr in den Himmel auf. Und er versprach, wiederzukommen. Seine Jünger hielten sich an seine Lehren und verkündigten das Reich Gottes.

In der westlichen Gesellschaft wird ein Kampf gegen die Glaubwürdigkeit der Bibel geführt. Seltsamerweise behaupten diejenigen, die gegen die Bibel argumentieren, dass die Menschen, die in der Bibel einen zuverlässigen Bericht über vergangene Ereignisse und Persönlichkeiten sehen, ihre Überzeugung mit Glauben begründen, der auf Ignoranz und Aberglauben beruht.

Bei einer objektiven Beurteilung des Sachverhalts verhält es sich in Wirklichkeit aber genau umgekehrt. Diejenigen, die der Bibel jegliche Glaubwürdigkeit absprechen, argumentieren aus schierer Ignoranz heraus.

Trotz einer Vielzahl von Anhaltspunkten für die Wahrhaftigkeit der Heiligen Schrift haben nur wenige gebildete Menschen den intellektuellen Mut, die Bibel mit aufgeschlossenem Sinn unter die Lupe zu nehmen. Zu groß sind die Vorurteile gegen das Buch der Bücher. Sind Sie dabei eine Ausnahme?

Entdeckung des ältesten Fragmentes des Neuen Testamentes?

Im Februar 2012 berichtete die Zeitschrift Christianity Today von Überlegungen eines Daniel Wallace, Professor am „Dallas Theological Seminary“, zu einer faszinierenden Abschrift, von der man vermutete, sie sei die älteste bisher bekannte Teilhandschrift des Markusevangeliums. Es hieß, sie stamme aus dem ersten Jahrhundert nach Christus, d. h. aus einer Zeit, zu der manche Urchristen noch lebten.

Der Verfasser des Zeitschriften-Berichts, Stoyan Zaimov, erklärte: „Wenn sich die Datierung dieses Fundes ins erste Jahrhundert bestätigt“, so Wallace, „werden wir die erste Abschrift [des Neuen Testamentes] besitzen, die zu Lebzeiten von Augenzeugen der Auferstehung Jesu entstand.“

Der bekannte Fachmann für das Neue Testament, Craig Evans, kommentierte: „Wenn die Echtheit und frühe Datierung [dieser handschriftlichen Kopie] bestätigt werden sollten, hätten wir in diesem Fragment des Markusevangeliums einen bedeutenden Beweis für die zuverlässige Überlieferung des Neuen Testamentes. Wir warten alle gespannt auf seine Veröffentlichung.“

Ursprünglich sollte die Abschrift im Jahre 2013 veröffentlicht werden, aber der Termin wurde verschoben, angeblich auf 2017, weil man sie gemeinsam mit anderen Fragmenten, die noch untersucht werden, veröffentlichen will. Wir müssen also noch warten, um das Fragment zu sehen. Wir haben aber schon jetzt das Zeugnis von Daniel Wallace, einem renommierten Gelehrten, der sich zu einem Entstehungsdatum zwischen 80 und 100 n. Chr. bekennt.

Wie das Ergebnis in diesem Fall auch aussehen wird, es gibt bereits jetzt genug frühe Zeugnisse zum Markusevangelium und anderen Büchern im Neuen Testament.

Wenn die im Markusevangelium geschilderten Ereignisse im Leben Jesu nicht stattgefunden hätten, wäre das Werk von den Zeitgenossen mit Spott überzogen worden. Zu diesen Ereignissen gehört auch die Auferstehung Christi. Offensichtlich wurde das Werk nicht verspottet, sondern für bare Münze genommen. Aus diesem Grund wurden denn auch viele Kopien des Markusevangeliums und anderer Teile des Neuen Testamentes angefertigt und verbreitet.

Viele tausend Menschen haben Jesus persönlich erlebt, und Hunderte von ihnen haben ihn nach seiner Auferstehung gesehen. Es wäre also höchst töricht gewesen, zu den Lebzeiten dieser Augenzeugen das Markusevangelium zu schreiben, wenn die darin enthaltenen Geschichten nicht stimmten. Es wäre gleich als Lügengeschichte verschrien worden. Es muss allgemein bekannt gewesen sein, dass Jesus gelebt hat und dass viele Menschen überzeugt waren, ihn nach seiner Auferstehung gesehen zu haben.

– GN März-April 2017 PDF-Datei dieser Ausgabe

Gute Nachrichten
Postfach 301509
D-53195 Bonn

Telefon: (0228) 9 45 46 36
Fax: (0228) 9 45 46 37
E-Mail: info@gutenachrichten.org

Inhaltsverzeichnis ]  Artikel drucken ]  Artikel versenden ] Artikel kommentieren ]


© 1997-2019     Alle Rechte vorbehalten  
Valid XHTML 1.0