Das „große Babylon“ 100 n. Chr. und in den Jahren danach

Von der Redaktion

Stellen wir uns vor, Sie hätten ca. 100 n. Chr. gelebt und eine Niederschrift des letztes Buches der Bibel – der Offenbarung – gelesen. Was hätte für Sie „das große Babylon“ bedeutet, das der Apostel Johannes in Offenbarung 17, Vers 5 erwähnt und im selben Kapitel näher beschreibt?

Johannes erzählt uns, dass die Könige auf Erden vom Wein dieses großen Babylons „betrunken geworden“ sind (Vers 2). Da Trunkenheit durch Wein in der Bibel der Verführung gleichgesetzt wird, wäre die Annahme sicherlich nicht zu weit hergeholt, dass Babylon ein religiöses System ist.

Johannes schließt seine Beschreibung des großen Babylons wie folgt ab: „Die Wasser, die du gesehen hast, an denen die Hure sitzt, sind Völker und Scharen und Nationen und Sprachen ... Und die Frau, die du gesehen hast, ist die große Stadt, die die Herrschaft hat über die Könige auf Erden“ (Offenbarung 17,15. 18; Hervorhebung durch uns). Ca. 100 n. Chr. war das große Babylon eine Stadt, die Herrschaft über Völker, Nationen, Sprachen und Könige hatte.

Welche Stadt hätten Sie damals mit dieser Beschreibung verbunden? Eigentlich kann es nur eine Antwort auf die Frage geben: Rom, die Hauptstadt des damaligen Römischen Reiches. Nur etwa 20 Jahre nach der Niederschrift der Offenbarung erreichte das Römische Reich unter Kaiser Hadrian seine größte Ausdehnung mit einem Hoheitsgebiet, das sich von Südengland nach Portugal, Nordafrika und bis zum Euphrat erstreckte.

Doch das Buch Offenbarung beschreibt das große Babylon nicht allein zur Zeit der Niederschrift dieses Buches. Die Prophezeiungen, die Johannes für uns festhalten durfte, handeln vornehmlich von der Endzeit und der Wiederkunft Jesu Christi. Das verführerische babylonische System wird auch dann existieren und vom wiederkehrenden Jesus zerstört werden.

War in den Jahrhunderten nach 100 n. Chr. Rom immer noch der Mittelpunkt eines religiösen Systems, das „die Herrschaft . . . über die Könige auf Erden“ hatte?

Es ist eine unbestreitbare historische Tatsache, dass der römische Papst in vergangenen Jahrhunderten Könige gekrönt und abgesetzt hat. Papst Leo III. krönte Karl den Großen, den großen König der Franken, zu Weihnachten im Jahr 800. Die geistliche Macht der Kirche wurde von Papst Gregor VII. klar gezeigt, als er Heinrich IV. exkommunizierte, der daraufhin seine Reue durch sein Erscheinen vor der päpstlichen Residenz, barfuß im Schnee stehend, bekundete.

Papst Clement IV. hatte die Macht, Millionen seiner Mitbürger, Italiener, an einen französischen König zu „verkaufen“. Im Gegenzug erhielt der Papst eine jährliche Zahlung. Der Papst drohte mit Exkommunizierung, sollte die fällige Jahreszahlung nicht geleistet werden. Freilich ist es heute kaum vorstellbar, dass ein Papst etwas Derartiges täte. Die Glaubensartikel, mit denen dieses Verhalten gerechtfertigt wurde, sind jedoch immer noch Teil des katholischen Glaubensguts – eine Tatsache, die von vielen übersehen wird, die nur das heutige Gesicht der Kirche kennen.

Zur Zeit der ersten Christen war Rom Mittelpunkt einer großen heidnischen Religion mit ihren Bräuchen, Traditionen und Lehren, von denen manche in dem abgewandelten Christentum der römischen Kirche wieder auftauchten. Fazit: Keine andere Stadt in der Geschichte hat so viel Ähnlichkeit mit der Beschreibung von Johannes in Offenbarung 17 und 18.

– GN Juli-August 2019 PDF-Datei dieser Ausgabe

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