Die überwältigende Kraft Gottes

Die Nationen der Welt streben nach Macht, um echten oder potenziellen Feinden zu widerstehen. Aber wie sieht es bei Ihnen aus? Wenn Gott mit seiner unüberwindbaren Macht auf Ihrer Seite steht, können Sie gewiss sein, dass er Sie durch jede Not begleiten wird!

Von John LaBissoniere

In der modernen Kriegsführung gibt es das Konzept der „überwältigenden Kraft“. Hierfür war während des Zweiten Weltkriegs das Wort Blitzkrieg beispielhaft: ein koordinierter, schneller und konzentrierter Angriff mit Panzern, Infanterie, Artillerie und Kampfflugzeugen, der eine überwältigende militärische Überlegenheit darstellte.

Dieses Konzept fand sich auch in der nach dem amerikanischen General Colin Powell genannten „Powell-Doktrin“ des Golfkriegs der Jahre 1990-1991 wieder. Powell bestand auf „überwältigender Schlagkraft“ durch den Einsatz von Panzereinheiten und der Luftwaffe, um irakische Truppen aus Kuwait zu vertreiben. In ähnlicher Weise plant das israelische Militär in einem möglichen zukünftigen Konflikt mit der libanesischen Terrororganisation Hisbollah den Einsatz einer „massiven und überwältigenden“ Streitmacht.

Ein Parallelkonzept zur überwältigenden Kraft aus defensiver Sicht wird durch den Ausdruck „Frieden durch Stärke“ veranschaulicht. Damit ist gemeint, dass eine Nation stärker sein muss als jeder potenzielle Gegner, um den Frieden zu erhalten und militärische Angriffe zu verhindern. Demnach führt Schwäche zur feindlichen Aggression, Stärke hingegen fördert den Frieden.

So befremdend es auch erscheinen mag, sind diese beiden Strategien auch für Christen hinsichtlich ihrer Beziehung zu ihrem himmlischen Vater relevant. Warum das? Weil die Heilige Schrift erklärt, dass wir uns in einem geistlichen Kampf befinden (2. Korinther 10,4). Und es gibt eine „überwältigende Kraft“, die uns helfen kann, jede Prüfung und Anfechtung zu meistern, mit denen wir konfrontiert werden. Und diese Kraft macht auch einen geistlichen „Frieden durch Stärke“ möglich!

„Ihr werdet Kraft empfangen“

Das biblische Pfingstfest erinnert an den spektakulären Tag, an dem Gott zum ersten Mal seinen heiligen Geist ausgegossen hat, um ihn in einer Gruppe von Menschen leben zu lassen. Dieses große Ereignis wird in Apostelgeschichte 2 beschrieben. 120 Jünger Jesu waren in Jerusalem versammelt, um diesen bedeutsamen biblischen Festtag zu halten.

Nach der inspirierten Predigt des Petrus ließen sich am selben Tag ca. 3000 Menschen taufen, worauf sie den heiligen Geist erhielten (Apostelgeschichte 2,38. 41). Und die Apostel predigten danach weiter: „Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen“ (Apostelgeschichte 4,33; alle Hervorhebungen durch uns).

Diese „große Kraft“ – damit ist Gottes Gabe des heiligen Geistes gemeint – erfüllte die Apostel und andere Jünger mit ungeheurer geistlicher Dynamik und Mut (Apostelgeschichte 1,8). Das Wort „Kraft“ ist eine Übersetzung des griechischen Wortes dunamis, von dem unsere Wörter Dynamit, Dynamo und dynamisch abgeleitet sind. In Bezug auf den heiligen Geist sind damit wundersame Kraft und Macht zu verstehen.

Die „große Kraft“, mit der die Jünger predigten, nachdem Gott seinen Geist auf sie ausgegossen hatte, erwies sich also als überzeugend, kraftvoll – und ja, überwältigend. Tatsächlich ist dieser Geist die Essenz der eigenen unbestreitbaren, lebendigen und mächtigen göttlichen Natur Gottes!

Gottes absolute Überlegenheit und unbesiegbare Stärke werden in der ganzen Bibel deutlich. Der Apostel Paulus beschrieb Jesus Christus als „über alle Reiche, Gewalt, Macht, Herrschaft und alles, was sonst einen Namen hat, nicht allein in dieser Welt, sondern auch in der zukünftigen“ (Epheser 1,21).

Die Verkörperung der Liebe Gottes

Zweifellos ist der heilige Geist Gottes überwältigende Kraft, doch er ist noch wesentlich mehr. Er ist auch die Verkörperung seiner makellosen Liebe, Integrität, seines Charakters und seiner Rechtschaffenheit. Tatsächlich ist unser ewiger Schöpfer ganz und gar rein, völlig tugendhaft, sachkundig, weise und von unbegrenzter Intelligenz. Um genau zu sein, ist er in jeder Hinsicht absolut vollkommen (Psalm 18,31).

Darüber hinaus zeigt uns die Heilige Schrift, wie Gott durch seinen heiligen Geist seine überwältigende Kraft sowie seine liebevolle fürsorgliche Natur offenbart hat – vor allem gegenüber denen, die ihn zutiefst lieben, ehren und ihm gehorchen. Jesu Mutter Maria sagte in diesem Sinn: „Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist“ (Lukas 1,49).

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, wie der Prophet Jeremia den erstaunlichen Schutzschirm Gottes und die Ermutigung beschrieb, die Gott ihm persönlich gegeben hat: „Aber der Herr ist bei mir wie ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen“ (Jeremia 20,11). Auf ähnliche Weise drückte sich der Autor des 94. Psalms aus, der in der griechischen Septuaginta König David zugeschrieben wurde: „Der Herr ist mein Schutz, mein Gott ist der Hort meiner Zuversicht“ (Psalm 94,22).

In derselben Weise, wie Gott diese und andere Diener durch die überwältigende Kraft seines Geistes unterstützt hat, verspricht er, dasselbe auch für Sie zu tun, wenn Sie ihn lieben und danach streben, seinen Willen zu tun! Gottes Angebot der fürsorglichen und großzügigen Garantie seiner Hilfe wird in diesem überaus beruhigenden Vers des Römerbriefs zusammengefasst: „Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?“ (Römer 8,31).

Es ist ein immenser Trost zu wissen, dass keine Macht auf Erden – auch wenn sie überwältigend erscheint – uns geistlich unterwerfen oder zerstören kann, wenn Gott auf unserer Seite ist.

Dennoch kann es aufgrund der Schwierigkeiten und Belastungen im täglichen Leben manchmal den Anschein geben, dass Gott doch nicht immer für uns da ist. Manche Psalmen wurden in Zeiten von intensivem Stress und großer Verfolgung verfasst, so zum Beispiel Psalm 94: „Herr, wie lange sollen die Gottlosen, wie lange sollen die Gottlosen prahlen?“ (Vers 3). Die Antwort finden wir einige Verse weiter im selben Psalm: „Denn der Herr wird sein Volk nicht verstoßen noch sein Erbe verlassen“ (Psalm 94,14).

Der Apostel Paulus war von Gottes andauernder Hilfe überzeugt, als er Folgendes schrieb: „Was also könnte uns von Christus und seiner Liebe trennen? Leiden und Angst vielleicht? Verfolgung? Hunger? Armut? Gefahr oder gewaltsamer Tod? Man geht wirklich mit uns um, wie es schon in der Heiligen Schrift beschrieben wird: Weil wir zu dir, Herr, gehören, werden wir überall verfolgt und getötet – wie Schafe werden wir geschlachtet! Aber dennoch: Mitten im Leid triumphieren wir über all dies durch Christus, der uns so geliebt hat“ (Römer 8,35-37; „Hoffnung für alle“-Übersetzung).

„Alle eure Sorge werft auf ihn“

Was soll diese herausragende Passage für Sie bedeuten? Sie zeigt, dass Sie nicht durch negative Gedanken und Gefühle belastet sein oder durch eine Prüfung oder Leiden überwältigt werden müssen. Das ist absolut wahr, denn wir haben die unbesiegbare Kraft Gottes und seine tief empfundene Liebe auf unserer Seite. Wir können uns voll und ganz auf seine unerschütterliche Verpflichtung verlassen, immer bei uns zu sein und uns durch jede Not oder Anfechtung zu begleiten, damit wir schließlich in das ewige Leben als Angehörige seiner göttlichen Familie eingehen können.

Diese Zuversicht war ein Merkmal von König Davids Beziehung zu seinem himmlischen Vater: „Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich“ (Psalm 23,4).

Wenn Sie über diese großartige Verheißung nachdenken, können Sie erkennen, warum wir alle danach streben sollten, unsere ängstlichen Gedanken und Sorgen zu überwinden? (Siehe dazu Lukas 12,29 und Philipper 4,6.) Ohne Zweifel können Sie sich bedingungslos auf Gott verlassen, der uns versichert: „Ich will dich nicht verlassen und nicht von dir weichen“ (Hebräer 13,5). Mit diesem Wissen blieb der Apostel Paulus auch bei schwierigen Prüfungen und Verfolgung nachdrücklich optimistisch. Und Sie können ihn nachahmen!

Wie Paulus können auch Sie ein treuer und eifriger Jünger Jesu Christi sein, indem Sie Ihre Gedanken und Taten darauf ausrichten, Gott zu lieben, ihm zu gehorchen und sein Reich als oberstes Ziel Ihres Lebens setzen (Matthäus 6,33). Paulus fasste diese lebenswichtige Haltung zusammen, als er den Athenern sagte: „Denn in ihm [Gott] leben, weben und sind wir“ (Apostelgeschichte 17,28). Paulus stützte sich nicht auf seine eigene schwache Kraft, sondern auf die überwältigende Kraft seines Schöpfers und ließ sich von ihm führen.

Deshalb konnte Paulus schreiben: „Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten um Christi willen; denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark“ (2. Korinther 12,10).

Paulus und der Apostel Petrus wussten jedoch, dass Geduld und Ausdauer absolute Voraussetzungen sind, um in Zeiten der Prüfungen zu bestehen. Petrus schrieb: „So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit“ (1. Petrus 5,6). Es ist also nicht durch Ihr Tun und nicht zu Ihrer Zeit, sondern durch Gottes Kraft und zu seiner Zeit!

Die überwältigende Kraft des Geistes Gottes kann jederzeit bei Ihnen sein. Sie können wissen, dass Gott Ihnen in jedem Kampf, den Sie im Leben durchmachen, helfen wird (Philipper 4,6-7). Schließlich sind die Verheißungen und Belohnungen, die Gott uns verheißt, erstaunlich! Die überwältigende Kraft des Geistes Gottes kann jederzeit bei Ihnen sein. Außerdem hat Jesus klar umrissen, was Sie als einen seiner treuen Jünger in seinem bald kommenden Reich erwartet: „Wer durchhält und den Sieg erringt, wer bis zuletzt nach meinem Willen lebt, dem werde ich Macht über die Völker der Erde geben“ (Offenbarung 2,26; „Hoffnung für alle“-Übersetzung).

Bleiben Sie daher fest und konzentrieren Sie sich immer auf das große Ziel Ihres Lebens: den Eingang in das Reich Gottes (Matthäus 6,33). Lassen Sie sich durch nichts davon ablenken!

Sie können mit absoluter Sicherheit wissen, dass Gott Ihnen zum Erfolg verhelfen wird, „der überschwänglich tun kann über alles hinaus, was wir bitten oder verstehen, nach der Kraft, die in uns wirkt“ (Epheser 3,20).

Und um welche Kraft handelt es sich? Es ist die überwältigende Kraft des heiligen Geistes!

– GN Juli-August 2019 PDF-Datei dieser Ausgabe

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