Schlüssel zu einer dauerhaften Ehe

2017 betrug die Scheidungsrate in Deutschland 37 Prozent. In anderen westlichen Ländern ist die Scheidungsrate noch höher. Manche Paare heiraten gar nicht, um sich bei einer Auflösung der Beziehung nicht scheiden lassen zu müssen. Was können Eheleute tun, um den Bestand ihrer Ehe zu sichern?

Von Jerold Aust

Eine Hochzeit mitzuerleben bereitet den eingeladenen Gästen viel Freude. Schon bei der Einladung fangen wir an, über das richtige Geschenk nachzudenken. Wir tauschen unsere Gefühle über das Brautpaar aus und bringen unsere besten Wünsche für seine Zukunft zum Ausdruck.

Eine Hochzeit ist eine sichtbare Bestätigung dafür, dass der Ehebund von Freude gekennzeichnet sein soll. Wer würde das einem Ehepaar nicht wünschen? Wäre es nicht schön, wenn alle Ehepaare aus ihrer Ehe Freude und Stärke schöpften? Natürlich wäre es schön, aber leider ist es vielfach nicht der Fall.

2017 betrug die Scheidungsrate in Deutschland 37 Prozent. Noch höher war die Scheidungsrate in den USA mit 53 Prozent, aber die USA sind bei dieser Statistik nicht Weltmeister. In Luxemburg, Portugal, Spanien und Tschechien liegt sie bei mehr als 60 Prozent!

Solche Zahlen offenbaren, dass viele Menschen heiraten, ohne sich bewusst zu machen, was das wirklich bedeutet. Manche Paare lassen sich zwar vorher beraten, aber auch das bietet keine Gewähr dafür, dass die Ehe gelingen und lebenslangen Bestand haben wird.

Ist die Einrichtung der Ehe nur eine Sache dieses Lebens, oder hat sie eine Bedeutung, die darüber hinausgeht? Könnte es sein, dass der Ehebund ein Abbild von etwas Höherem ist, von etwas, das vollkommen und göttlich ist? Dieses Höhere wäre ohne Zweifel himmlische Wonne.

Wenn die Flitterwochen vorbei sind

Ich kenne ein Ehepaar, Daniel und Brigitte, dessen Ehe einen wunderbaren Anfang nahm. Das erste halbe Jahr war so schön, dass die beiden sich nicht vorstellen konnten, ihr Glück würde jemals zu Ende gehen. Sie hatten sich zufällig bei einem Volleyballspiel kennengelernt. Bei Daniel war es Liebe auf den ersten Blick: Er konnte sich auf das Spiel überhaupt nicht konzentrieren. Dennoch hat seine Mannschaft gewonnen.

Brigitte aber schien ganz gelassen und grüßte die anderen Spieler wie sonst. Es verging einige Zeit, bis Daniel den Mut aufbrachte, Brigitte zu einer Tanzveranstaltung einzuladen. Beim Tanzen verliebten sie sich. Und nur ein Jahr später waren sie verheiratet.

Im ersten halben Jahr hat jeder alles für den anderen getan. Es fiel überhaupt kein böses Wort. Im Gegenteil: So oft es irgend ging, tauschten die beiden die nettesten Bemerkungen aus. Es war ihnen klar, dass diese Ehe im Himmel geschlossen worden war.

Aber eines Tages ergab es sich, dass Daniel zwar ganz verschämt – aber für Brigitte ganz unverschämt –, ihr einen Vorschlag machte, wie man im Haushalt eine bestimmte Arbeit doch viel besser verrichten könne, als sie das bisher tat. Für Brigitte brach eine Welt zusammen. Sie heulte wie ein Schlosshund. Daniel kam sich wie ein Schurke vor und versuchte, sie zu beruhigen. Langsam aber sicher wich bei beiden der Rausch der Verliebtheit der ernüchternden Erkenntnis, dass der andere doch nicht perfekt war.

Der Schrecken saß tief, aber die beiden entschlossen sich, mehr auf die Stärken des jeweiligen Partners als auf die Schwächen zu schauen. Im Laufe der Zeit wurden sie zu glücklichen Eltern und später zu noch glücklicheren Großeltern. Erkennen Sie sich in dieser Geschichte wieder? Vielleicht ist es bei Ihnen nicht so glücklich verlaufen. Oder vielleicht steht Ihnen die Ehe noch bevor.

Wie auch immer: Es ist möglich, eine gesunde und glückliche Ehe zu führen.

Voraussetzung aber ist, dass jeder Partner dem anderen Liebe und Zärtlichkeit entgegenbringt. Eine erfolgreiche Ehe wird auf gegenseitiger Aufopferung gebaut. Das Problem ist, dass das nicht unserer Natur entspricht! Es ist aber auch nicht ganz so schwer, wie wir es uns vielleicht vorstellen. Mit Gottes Hilfe können wir eine glückliche Ehe führen, solange wir unser Augenmerk weniger auf die Erfüllung unserer eigenen Bedürfnisse und mehr auf die Erfüllung der Bedürfnisse unseres Partners richten.

Die Ehe wurde von Gott geschaffen

Die allererste Ehe wird in der Bibel im Buch 1. Mose erwähnt. Hier ist die Geschichte der ersten Begegnung der späteren Ehepartner:

„Und der Mensch gab einem jeden Vieh und Vogel unter dem Himmel und Tier auf dem Felde seinen Namen; aber für den Menschen ward keine Gehilfin gefunden, die um ihn wäre. Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm eine seiner Rippen und schloss die Stelle mit Fleisch. Und Gott der Herr baute eine Frau aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin nennen, weil sie vom Manne genommen ist. Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und seiner Frau anhangen, und sie werden sein ein Fleisch“ (1. Mose 2,20-24).

Sie sollten „ein Fleisch“ werden. Damit ist der Sinn und Zweck der Ehe genannt. Vergessen wir das nicht!

Die Ehe als Einrichtung wurde von Gott erfunden – nicht vom Menschen. Sie gilt seit der Erschaffung des Menschen, und zwar nicht nur für heute, sondern in alle Ewigkeit. Stoßen Sie sich aber nicht an dieser Wortwahl! Denn die Bedeutung der Einrichtung der Ehe geht über dieses Leben hinaus. Die Ehe ist nämlich Sinnbild und Abbild der Einheit, die zwischen Gott, dem Vater, seinem Sohn und dem Menschen besteht (siehe Johannes 17,11).

Liebe nach der Verliebtheitsphase

Wie kann die Verliebtheit, die vor der Eheschließung herrscht, vergehen? Sollte sie denn nicht selbst der Beweis ihrer eigenen Unvergänglichkeit sein? Ach nein, leider nicht. Gott hat uns mit dem Hang zur Verliebtheit zwar erschaffen, aber seine Absicht dabei war es, die Ehe herbeizuführen. Die Verliebtheit ist also nur Mittel zum Zweck. Im Englischen sprechen wir von der „Chemie“ zwischen zwei Menschen, und das ist gar nicht so weit gefehlt.

Die amerikanische Ehe- und Familientherapeutin Dr. Pat Love (siehe www.patlove.com/index.php/aboutlove) schreibt:

„Wenn wir verliebt sind, so schön es auch ist, laufen wir Gefahr, Entscheidungen zu treffen, die wir später bereuen werden . . . Es ist wichtig zu verstehen, dass die Verliebtheit erst der Anfang der Liebe ist. Sie ist eine vorübergehende Phase, in der wir zur Liebe angetrieben werden. Sie ist kein Dauerzustand und erst recht keine ausgereifte Liebe“ (The Truth About Love, 2001, Seite 31). Darauf kommen wir noch zurück.

Die Hochstimmung der Verliebtheit vergeht. Dagegen kann man leider nichts machen. Gott hat uns mit dem Hang zur Verliebtheit ausgestattet, weil sie in der Ehe einen Prozess in Gang setzt, der uns hilft, unserer Bestimmung gerecht zu werden, die darin besteht, göttlichen Charakter zu bilden, damit wir die Ewigkeit in der Gottfamilie verbringen können.

Wenn der Rausch der Verliebtheit vergangen ist, fängt das neue Ehepaar an, sich mit wahrer Liebe vertraut zu machen. Dazu gehören gegenseitige Achtung, Liebe und Dienstbereitschaft. Die Ehe ist zwar geschlossen, aber längst nicht abgeschlossen. Man muss ständig an ihr arbeiten, damit sie funktioniert. Mit ständiger Pflege kann die Ehe zu einer tieferen Liebe führen. Hilfreiche Ratschläge dazu finden Sie im Kapitel „Die Ehe: Fundament der Familie“ in unserer kostenlosen Broschüre Das Leben meistern.

Wie steht es mit der „wilden Ehe“?

Angesichts der Probleme, die bekanntlich mit der Ehe verbunden sind, lassen sich viele Paare heute auf eine „Ehe auf Probe“ oder gar eine „wilde Ehe“ ein. Wie steht es damit?

Die Katholische Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten berichtet dazu:

„Dass viele Paare heute ohne Trauschein zusammenleben, ist allgemein bekannt. Gegenwärtig werden 60 Prozent aller Ehen nach einer Phase des Zusammenlebens geschlossen, aber weniger als die Hälfte aller wilden Ehen führt zu einer gesetzmäßigen Ehe. Viele Paare glauben irrtümlicherweise, dass die Wahrscheinlichkeit einer Trennung bei einer wilden Ehe geringer ist als bei einer staatlich anerkannten Ehe.

Die Angst vor einer herkömmlichen Ehe ist schon verständlich, denn viele Menschen sind die Kinder geschiedener Eltern oder sind mit Menschen befreundet, deren Eltern geschieden sind. Andere Gründe für eine wilde Ehe sind Bequemlichkeit, Ersparnisse, Gemeinschaft und Geborgenheit sowie der Wunsch, das Elternhaus zu verlassen“ („Cohabitation“, ForYourMarriage.org).

Das überparteiliche amerikanische Meinungsforschungsinstitut „Pew Research Center“ (www.pewresearch.org) stellt fest:

„Im abgelaufenen halben Jahrhundert hat die amerikanische Familie durch neue Ansichten zu Ehe und Kindererziehung gewaltige Veränderungen erfahren. Das durchschnittliche Alter Eheschließender ist gestiegen und viele verzichten auf die Ehe ganz und gar. Der zunehmende Anteil unverheirateter Paare sorgt dafür, dass es immer mehr uneheliche Kinder gibt und dass immer mehr Kinder später mit einem alleinerziehenden Elternteil leben“ (Gretchen Livingston, „Family Life Is Changing in Different Ways Across Urban, Suburban and Rural Communities in the U.S.“, 19. Juli 2018, Hervorhebung durch uns).

Ein Freund von mir, der an einer Hochschule lehrt, war überrascht, dass seine Studenten meinten, die wilde Ehe sei eine neue und kluge Idee. Die wilde Ehe gibt es schon lange, aber nicht in dem Ausmaß, in dem sie heute verbreitet ist. Ist sie aber eine kluge Idee? Schauen wir, was Gott dazu sagt: „Manchem scheint ein Weg recht; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode“ (Sprüche 14,12; 16,25).

Nach Gottes Wort sind alle sexuellen Beziehungen außerhalb der Ehe Sünde (siehe 2. Mose 20,14).

Was ist an der Ehe denn so wichtig?

Heute wird häufig die Frage gestellt: „Warum sollte ich heiraten, wenn ich in wilder Ehe leben kann? Wenn man bedenkt, was verschiedene Umstände zu Tage fördern können, wie weit die Ansichten zu verschiedenen Themen auseinandergehen können und welchen Einfluss eine Eheschließung auf die Finanzen haben kann, wäre es nicht angebracht, eine gesetzliche Bindung zu vermeiden?“

Nun, Gott hat die Ehe eingerichtet, gerade weil sie eine Bindung bedeutet, und zwar eine Bindung, die zu einer Einheit führt. Die menschliche Ehe sollte Abbild und Sinnbild einer Beziehung auf der Gottebene sein, wie der Apostel Paulus erklärt:

„Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter wie dem Herrn. Denn der Mann ist das Haupt der Frau, wie auch Christus das Haupt der Gemeinde ist, die er als seinen Leib erlöst hat. Aber wie nun die Gemeinde sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen ihren Männern unterordnen in allen Dingen.

Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegeben, um sie zu heiligen. Er hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, damit er sie vor sich stelle als eine Gemeinde, die herrlich sei und keinen Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern die heilig und untadelig sei.

So sollen auch die Männer ihre Frauen lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, der liebt sich selbst. Denn niemand hat je sein eigenes Fleisch gehasst; sondern er nährt und pflegt es wie auch Christus die Gemeinde. Denn wir sind Glieder seines Leibes. Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein“ (Epheser 5,22-31).

Paulus schließt seine Behandlung des Themas Ehe mit einem wichtigen Vergleich ab: „Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde. Darum auch ihr: ein jeder habe lieb seine Frau wie sich selbst; die Frau aber ehre den Mann“ (Verse 32-33). Fazit: Die irdische Ehe besteht zwar nur bis zum Tod eines Partners, aber sie ist ein Abbild und Sinnbild der himmlischen Ehe zwischen Christus und seinem Volk – eine Ehe, die nie zu Ende gehen wird. (Der Beitrag auf der gegenüberliegen Seite, „Der höhere Sinn der Ehe“, geht näher auf dieses Thema ein.)

Es ist augenscheinlich, dass mehr zu einer menschliche Ehe gehört als der „Liebestrank“, das chemische Gemisch, das einen Mann und eine Frau zusammenführt. Und doch ist die gegenseitige Anziehung ein Mittel, das Gott geschaffen hat, um Mann und Frau zusammenzuführen, damit sie sich vermehren (1. Mose 1,28). Gott schuf Ehe und Familie, um die Erziehung auf seinen Wegen zu ermöglichen (5. Mose 6,6-7), wobei sein Endziel ist, Milliarden Kinder in seine eigene Familie aufzunehmen (Hebräer 2,10).

Sich verlieben

Das Phänomen der sexuellen Anziehung hat natürlich Gott geschaffen. Diese Anziehung fängt auf der seelischen Ebene an, wie sogar von der medizinischen Wissenschaft erkannt wird.

Wie Dr. Pat Love schreibt: „Das Gehirn ist eine erstaunliche Erfindung. Es fängt schon lange vor Ihrer Geburt an, zu arbeiten, und hört erst auf, wenn Sie sich verlieben. Das Phänomen der Verliebtheit ist ein glänzendes Beispiel für die Weisheit der Natur [wir würden eher von der Weisheit Gottes sprechen] auf dem Gipfel ihrer Kraft. Die bekannten Verhaltensweisen, die mit der Verliebtheit einhergehen, werden von einer festen Kette chemischer Veränderungen im Gehirn ausgelöst . . .

Unser Gehirn wird sozusagen mit einem Liebestrank überflutet, der aus Botenstoffen wie Phenylethylamin, Dopamin und Noradrenalin besteht . . . Die Verliebtheit ist das von der Natur eingesetzte Mittel, uns zur Begegnung, Paarung und Fortpflanzung zu bewegen“ (a. a. O., Seite 28-31).

Wie sieht die Verliebtheit aus? Nun: Man sieht plötzlich alles durch die rosarote Brille. Es kommt Schlag auf Schlag! Man vergisst zu essen und zu trinken. Die normalen Sorgen und Belange des Lebens verschwinden von der Tagesordnung. Doch erinnern wir uns: Gott gebot dem ersten Menschenpaar, sich zu vermehren und die Erde zu füllen. Mit der Verliebtheit fängt es an! Gott hat uns mit dem Drang ausgestattet, zu heiraten und Kinder zu zeugen. Wie vom Blitz getroffen, schleudern wir unsere Vernunft in den Wind. Mit der Weisheit hat es ja Zeit, nicht wahr?

Leider wird dieser überwältigende Drang als der Normalzustand missverstanden, der die Ehe bis zum Tod eines der beiden Partner kennzeichnen wird. Wenn dieser Rausch abklingt, springen viele über Bord und landen nicht selten unter den Haifischen – ein Schritt, der nicht besonders zu empfehlen ist.

Die Verliebtheit ist nur der erste Schritt zu einer dauerhaften Liebe. Erst wenn der Ernst des Lebens wieder anfängt, fängt die wahre Liebe an. Wahre Liebe verlangt gewissenhafte Arbeit im Dienste des Partners, und das ist nicht immer einfach. Wenn es einfach wäre, würde es nie zu einer Scheidung kommen.

Warum ist es nicht einfach? Weil das menschliche Fleisch schwach ist (Matthäus 26,41; 2. Korinther 12,9) und weil wir uns in unserer Schwäche von Satan beeinflussen lassen, der uns vom rechten Weg abbringen will (Jeremia 17,9; Römer 8,7; Epheser 2,2). Diese Erkenntnis mag uns gegen den Strich gehen, aber so ist es.

Bausteine für eine solide Ehe

Wie können wir eine glückliche, blühende Ehe führen, wenn die Phase der Verliebtheit vorbei ist? Nachfolgend sind fünf Vorschläge, deren Umsetzung keine übermäßigen Talente und Kräfte erfordern. (Wenn sie nicht dramatisch genug für Sie sind, denken Sie daran, dass Gott uns große Aufgaben versprochen hat, wenn wir die geringeren Aufgaben gut erfüllen.)

1. Seien Sie Ihrem Partner der beste Freund!

Wenn das bei Ihnen bereits der Fall ist, ist es wahrscheinlich so, dass Sie schon vieles tun, was wir hier empfehlen. Wenn es nicht bereits der Fall ist, setzen Sie Ihre Fantasie ein, um sich Möglichkeiten einfallen zu lassen, Zeit füreinander zu finden, ob es zu Hause ist oder wenn Sie unterwegs sind!

Wenn Sie junge Kinder haben, kann es schwer sein, ohne die Kinder auszugehen. Aber versuchen Sie es! Fragen Sie Freunde und Verwandte, ob sie nicht mal für Sie auf die Kinder aufpassen könnten. Wenn Sie dann mit Ihrem Partner allein und außer Haus sind, schalten Sie die Sorgen und Ärgernisse aus, die Sie ständig plagen. Richten Sie Ihren Blick wieder auf die Eigenschaften Ihres Partners, die Sie schätzen.

Machen Sie es wieder wie in der Zeit der Werbung: Fragen Sie Ihren Partner nach seinen Zielen und Wünschen. Fragen Sie, wie Sie ein besserer Partner werden könnten. Lassen Sie den Streit und den Konkurrenzkampf beiseite.

In der Ehe erwartet Gott von uns einen vollen Einsatz. Ihr Partner ist der Mensch, der Ihnen am nächsten steht, der mehr als alle anderen Ihr Interesse im Auge hat. Zeigen Sie sich mal gütig, feinfühlig und großzügig! Widmen Sie Ihrem Partner Aufmerksamkeit, Rücksicht und Liebe. Machen Sie Ihren Ehepartner zum Mittelpunkt Ihrer Welt!

2. Füreinander da sein.

Man kann eine Freundschaft vertiefen, indem man füreinander da ist. Wenn Sie ein Ehemann sind und Ihre Frau auch nur andeutet, dass sie Hilfe im Haushalt schätzen würde, zum Beispiel beim Aufräumen in der Küche oder sonst wo im Haushalt, dann gehen Sie ihr zur Hand und erfüllen Sie ihre Wünsche!

Nach einem schweren Arbeitstag in der Firma ist es leicht, sich aufs Sofa zu werfen und zu erwarten, dass die Frau einen mit Speis und Trank bedient, während man sich beim Fernsehen entspannt. Wenn Sie eine glücklichere Ehe haben wollen, versuchen Sie mal, die Wünsche Ihrer Frau in Bezug auf den Haushalt zu erfüllen!

Sie könnten sie auch mal in die Stadt fahren, damit sie sich etwas Schönes gönnen kann. Wie der kanadische Schauspieler John Candy im 1987 gedrehten Spielfilm Ein Ticket für Zwei sagte: „Man soll seine Arbeit mögen, aber seine Frau lieben!“

Wenn Sie eine Ehefrau sind und Ihr Mann einen Wunsch äußert, den Sie erfüllen könnten, dann versuchen Sie mal, das zu tun! Es kann sein, dass Ihr Mann die meisten seiner Wünsche für sich behält, aber das bedeutet noch lange nicht, dass sie ihm unwichtig sind.

Suchen Sie nach Wegen, die Bedürfnisse und Wünsche Ihres Partners zu erfüllen! Es ist ja wahrscheinlich, dass sie Ihnen schon bekannt sind. Wenn beide sich bemühen, bleibt die Liebe am Leben. Gott sagt: „Hoffnung, die sich verzögert, ängstet das Herz; wenn aber kommt, was man begehrt, das ist ein Baum des Lebens“ (Sprüche 13,12; Hervorhebung durch uns).

3. Sich gegenseitig trösten.

Es kommt öfter vor, dass der eine oder andere Partner in einer Ehe niedergeschlagen ist, zum Beispiel nach dem Verlust eines Freundes oder Verwandten. Als engste Freunde sollten Ehepartner sich in solchen Fällen gegenseitig trösten.

Unsere Hauptstütze in allem ist aber natürlich Gott. Wir sollten zu ihm beten, um Hilfe und Leitung zu bekommen. Wir sollten füreinander und miteinander beten. Wenn Ihr Partner besonders niedergeschlagen ist, kann es angebracht sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen oder gute Freunde um Rat zu bitten.

Seien Sie für den anderen da, wenn er an Überforderung oder Trauer leidet! Und vergessen Sie nicht, dass Gott Ihnen helfen kann, Ihren Partner in schweren Zeiten zu trösten.

4. Gemeinsam Spaß haben.

In der Ehe geht es natürlich nicht nur darum, in schweren Zeiten füreinander da zu sein. Man soll auch gemeinsam Freude und Spaß haben. Nehmen Sie sich die Zeit dafür! Auch Spaß kann eine Beziehung vertiefen. Gemeinsam zu lachen ist gut für eine Ehe.

Als ich diesen Rat einem Bekannten gab, erwiderte er, dass seine Frau selten mit ihm lachte, ihn aber häufig auslachte. Das störte ihn aber wenig. Er hatte die Gewohnheit, ihr bei solchen Gelegenheiten zu entgegnen: „Fürs Auslachen nehme ich kein Aufgeld!“ Er pflegte ihr zu sagen, dass er, wenn er früher gewusst hätte, wie lustig er sei, Komiker geworden wäre. Sie sagte dazu immer, er sei schon einer. Seien Sie also dankbar für die Gaben, die Ihnen Gott gegeben hat, auch wenn sie bescheiden oder lustig sind, und nehmen Sie sich nicht allzu ernst.

Suchen Sie nach kurzweiligen Aktivitäten, die Sie mit Ihrem Partner allein oder auch mit Freunden und Verwandten unternehmen können. Allein schon die Übung, gemeinsam zu überlegen, welche Aktivitäten beiden Spaß machen würden, kann Spaß machen.

Man könnte zum Beispiel Karten spielen, tanzen, kegeln, essen gehen, Tennis spielen, einkaufen, Puzzles zusammensetzen, spazieren gehen, gemeinsame Hobbys betreiben, Freunde einladen, Videospiele spielen, Sehenswürdigkeiten besichtigen und vieles andere mehr. Es kommt darauf an, die gemeinsame Gegenwart zu genießen und einen Erinnerungsschatz anzulegen.

5. Nett zueinander sein.

Die meisten Ehefrauen wollen, dass ihre Männer nett zu ihnen sind. Wenn Sie ein Mann sind, werden Sie Nettsein vielleicht weibisch finden. Aber was ist falsch an einem freundlichen Ton, an einem Hauch von Feingefühl? Der Ton macht die Musik. Achten Sie darauf, dass Ihr Ton schöne Musik macht!

Sind zarte Worte denn wirklich ein Zeichen eines weibischen Wesens? Im Hohelied Salomos, einem Buch, das der Liebe zwischen einem Mann und einer Frau gewidmet ist, überschütten sich die beiden mit Lobpreisungen. Warum sollten wir es nicht auch machen?

Wir sollten Worte verwenden, die Liebe und Wertschätzung zum Ausdruck bringen. Das heißt aber nicht, dass wir Süßholz raspeln sollten. Wir sollten aber Worte verwenden, die den Partner ehren, und wir sollten sie auch vom Herzen meinen.

Ein Bekannter sagte mir einmal, dass seine Frau den Wunsch geäußert hatte, mindestens einmal am Tag etwas Nettes aus seinem Munde zu hören. Das ist nicht zu viel verlangt. Freundliche Worte gehören zum Bindemittel einer erfolgreichen Ehe.

Um es zusammenzufassen: Seien Sie Ihrem Partner der beste Freund, helfen Sie einander, auch im Kleinen, trösten Sie einander, haben Sie Spaß miteinander und führen Sie miteinander eine freundliche Sprache! Das alles sind wesentliche Zutaten einer glücklichen und gesunden Ehe. Damit können Sie den Bund und die Bindung in diesem irdischen Leben erhalten und sich auf die ewige Ehe zwischen Christus und seiner Kirche vorbereiten.

Der höhere Sinn der Ehe

Ist der Sinn der Ehe mit Gemeinschaft, Fortpflanzung und Kindererziehung erschöpft? Oder hat die Ehe eine noch höhere Bedeutung?

Die Ehe zwischen zwei Menschen hat Gott geplant und eingesetzt (siehe 1. Mose 2,24). Er verfolgte damit die Absicht, die Ehe zwischen Jesus Christus und seiner Kirche abzubilden. Diese Kirche besteht aus Menschen, die Gott ausgewählt und bekehrt hat und die als Heilige oder wahre Christen bekannt sind.

Anweisungen für eine gesunde Ehe gibt uns Paulus in Epheser 5. Gegen Ende dieses Kapitels gewährt er uns einen flüchtigen Blick auf die Erfüllung der Ehebeziehung: „Denn wir sind Glieder seines Leibes. Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seiner Frau hängen, und die zwei werden ein Fleisch sein. Dies Geheimnis ist groß; ich deute es aber auf Christus und die Gemeinde“ (Epheser 5,30-32; alle Hervorhebungen durch uns).

Das große Geheimnis ist die Erkenntnis, dass die menschliche Ehe eine Vorläuferin der Ehe zwischen Christus und seiner Braut, der Kirche, ist (2. Korinther 11,2; Offenbarung 19,7-8). Aber das ist noch nicht alles.

Die Ehe und das himmlische Jerusalem

Jesus zeigt uns, dass die Erfüllung unserer Ehe mit ihm, dem Lamm, alle Menschen zum Neuen Jerusalem, das vom Himmel herabkommt, hinführt. Der Apostel Johannes beschreibt einen Blick in diese Zukunft, die ihm ein Engel gewährte: „Komm, ich will dir die Frau zeigen, die Braut des Lammes. Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem herniederkommen aus dem Himmel von Gott“ (Offenbarung 21,9-10).

Damit wird der Anteil der Heiligen am Neuen Jerusalem hervorgehoben. Wir wissen aber, dass diese himmlische Stadt allen Menschen das Heil anbieten wird: „Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie; das ist unsre Mutter“ (Galater 4,26). Dazu gehört das Heil aller Menschen, die zum Schluss Gott folgen werden (vgl. dazu 1. Timotheus 2,4; Römer 11,36; Johannes 3,16-17).

Die Heiligen der Kirche dieses Zeitalters sind die Erstlinge einer noch größeren Menschenernte (siehe Jakobus 1,18), die während des tausendjährigen Reiches und der anschließenden Zeit des Gerichts eingebracht wird (Offenbarung 20,4-6. 11-13).

Aus der Bibel wissen wir, dass Christus schon dabei ist, den Heiligen und allen anderen Menschen eine Stätte im himmlischen Jerusalem vorzubereiten (Johannes 14,2). Dieses himmlische Jerusalem ist die Mutter aller geistlichen Kinder Gottes in alle Ewigkeit.

Die Ehe gilt für die Ewigkeit!

Die Ehe ist dazu gedacht, einen Rahmen für einen Bund zwischen zwei Menschen und Gott zu bilden. Sie wird ihre Bestimmung aber erst dann erfüllen, wenn alle Heilssuchenden in vollkommener Eintracht in einem Bund mit Jesus Christus und Gott, dem Vater, leben (siehe 1. Korinther 15,22-28; Offenbarung 21,22). Die irdische Ehe soll diese Aussicht abbilden.

Die Eintracht, die in einer irdischen Ehe möglich ist, weist auf die ewige Ehe hin, die Christus mit der Menschheit verbinden wird (Epheser 5,31-32). Nach dem Ratschluss und dem Willen Gottes ist die Einrichtung der Ehe also für die Ewigkeit gedacht! Das gilt natürlich nicht für Ehen, die heute unter den Menschen geschlossen werden, denn mit dem Tod eines Partners endet die Ehe (Römer 7,1-2). Wir können aber davon ausgehen, dass wir in der zukünftigen Gottfamilie weiterhin enge Beziehungen zu unserem früheren irdischen Ehepartner und guten Freunden haben werden.

– GN Januar-Februar 2019 PDF-Datei dieser Ausgabe

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