Der Drang nach Unsterblichkeit

Die Menschen wollen ewig leben. Nach Überzeugung vieler Naturwissenschaftler dürfte das bald möglich sein. Der Preis wird aber voraussichtlich sehr hoch werden. Sind Sie dafür bereit?

Von Victor Kubik

Die Aussicht auf die künstliche Verlängerung menschlichen Lebens, vielleicht sogar um Jahrhunderte, klingt vielversprechend. Und tatsächlich laufen Entwicklungen in der Medizingeräte- und Nanotechnik, beim 3D-Druck und der Biotechnik darauf hinaus, dass es dem Menschen gelingen wird, den Tod abschaffen zu können.

Die Rede ist wohlgemerkt nicht davon, dass ein Mensch ewig lange mit Gelenkentzündung, Wirbelsäulenverfall und abnehmender Intelligenz wird leiden müssen. Nein, es geht um den alten Traum ewiger Jugend.

Wird dieser Traum tatsächlich in Erfüllung gehen? Ist die Hoffnung berechtigt, dass der Mensch den Tod abschaffen kann? Können wir wissen, was die Zukunft bringt?

Schritte zur ewigen Jugend

Gegen den Alterungsprozess ist schon viel getan worden. So sind Operationen zur Reparatur oder zum Ersatz von Gelenken schon lange Routine. Das Gleiche gilt für Verpflanzungen von Organen wie Nieren, Lunge, Leber und Herz.

Heute denkt man über die Möglichkeit nach, voll funktionsfähige Organe durch 3D-Druck künstlich herzustellen. In der Neurowissenschaft wird an Wegen gebastelt, unmittelbare Kommunikation zwischen digitalen Rechnern und dem menschlichen Gehirn zu ermöglichen. Man hegt die Hoffnung, dass man damit altersbedingten kognitiven Störungen wie der Altersdemenz vorbeugen kann. Wir scheinen an der Schwelle massiver Veränderungen zu stehen.

Im Jahre 2017 investierte der Unternehmer Elon Musk, bekannt für SpaceX und Tesla, in eine Existenzgründung namens Neuralink. Diese Firma verfolgt das Ziel, unmittelbare Kommunikation zwischen dem menschlichen Gehirn und Computern zu ermöglichen.

Obwohl Chipimplantate inzwischen recht häufig vorkommen – manche Firmen in USA und Schweden setzen sie bei ihren Angestellten ein – steckt die Entwicklung von Mitteln zum direkten Datenaustausch zwischen dem Gehirn und der Maschine noch in den Kinderschuhen. Die Fachzeitschrift MIT Technology Review berichtete vor Kurzem von einer Existenzgründung namens Nectome, deren Ziel es ist, den Inhalt eines Verstandes digital zu speichern. Eine Hürde, die sie überwinden muss, ist, dass der Prozess erst funktionieren kann, wenn der betreffende Mensch gestorben ist (Antonio Regalado, 13. März 2018).

Dennoch wird die Frage aufgeworfen: Können das Wissen und die Persönlichkeit eines Menschen überhaupt digital gespeichert werden? Wenn die Antwort „Ja“ lautet, wäre die Unsterblichkeit in erreichbare Nähe gerückt. Ist der alte Körper schon verbraucht? Dann baue bzw. drucke einen neuen aus und übertrage auf ihn die gespeicherten Wissens- und Persönlichkeitsdaten. Wenn der neue Leib selbst verbraucht ist, wiederhole den Prozess.

Heute wollen viele Menschen den Körper erhalten, den sie schon besitzen. In einem Gespräch mit der britischen Sonntagszeitung Sunday Express erklärte Ray Kurzweil, technischer Leiter bei Google: „Bis 2029 dürften wir in der Lage sein, durch medizinische Technik die durchschnittliche Lebenserwartung jährlich um ein Jahr zu verlängern“ (zitiert von Sean Martin, 20. März 2017). Er glaubt, dass man bald in der Lage sein wird, winzige Roboter zu bauen und zu programmieren, damit sie im menschlichen Körper auf molekularer Ebene Schäden beseitigen können.

Im Jahre 2013 gründete Google mit einem Startkapital von $1,5 Mrd. seine geheimnisumwitterte Abteilung Calico, die Wege zur Verlangsamung des Alterungsprozesses mit den damit verbundenen Krankheiten finden soll. Führungskräfte in der Firma geben zu verstehen, dass sie innerhalb der nächsten zehn Jahre tief greifende Ergebnisse werden präsentieren können.

Der Bestsellerautor Yuval Noah Harari, Professor für Weltgeschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem, hält sich mit seinen Voraussagen weniger zurück. In seinem umstrittenen Buch Homo Deus: Eine Geschichte von Morgen (2017), schreibt er:

„Im 21. Jahrhundert ist davon auszugehen, dass der Mensch seine Hand nach der Unsterblichkeit ausstreckt . . . Der rasante Fortschritt auf Gebieten wie der Gentechnik, der Erneuerungsmedizin und der Nanotechnik führt zu immer optimistischeren Prognosen. Manche Fachleute erwarten die Überwindung des Todes bis zum Jahre 2200, andere bis 2100.“

Die Eliten als treibende Kraft

Wer steckt hinter diesem Drang nach Unsterblichkeit? Nehmen wir an, Sie sind ein Milliardär, seit Jahrzehnten als Industrieführer bekannt. Wenn Ihr Tod in Sicht kommt, wie ist Ihnen zumute? Es wäre verständlich, wenn Sie noch länger leben wollten. Ihr ganzer Wissens- und Erfahrungsschatz wird sich bald in Nichts auflösen. Trotz Ihrer beträchtlichen finanziellen Mittel sind Sie aber nicht in der Lage, den Verfall Ihres gebrechlichen Körpers zu verhindern.

Ihre Freunde, Verwandten und Angestellten sind schon dabei, Ihr Erbe unter sich aufzuteilen. Sie selbst aber werden bald tot sein – es sei denn, Sie finden einen Weg, sich unsterblich zu machen.

Wir können also verstehen, dass die Superreichen einen Riesenaufwand betreiben, um das Geheimnis zur Unsterblichkeit noch vor ihrem Tod zu entdecken.

Wie Gott werden?

Wo soll das alles enden?

Harari schreibt: „Unser Ziel wird jetzt sein, den Menschen zum Gott zu machen, aus dem Homo sapiens [Lateinisch für „weiser Mensch“ ] einen Homo deus [„Gottmensch“] zu machen.“

Machen Sie sich nun auf einen Gedanken gefasst, der manchem die Sprache rauben wird! Wenn sich der Mensch dem Geheimnis der Unsterblichkeit nähert, wird er nach Harari keinen Bedarf mehr an einem übernatürlichen Gott haben. Nach seiner Sicht ist der Mensch in der Lage, „bisher undurchschaubare und unlenkbare Naturkräfte in übersichtliche Bahnen zu lenken. Wir brauchen nicht mehr zu einem Gott oder einem Schutzheiligen für unsere Rettung zu beten. Wir wissen schon, wie man Hungersnöte, Seuchen und Krieg verhindert, und meistens tun wir es auch.“

Nach Harari wird die große Aufgabe des Menschen in Zukunft darin bestehen, „sich göttliche Schöpfungs- und Zerstörungsgewalt anzueignen“.

Kann es überhaupt für eine solche Überheblichkeit eine Rechtfertigung geben? Dass wir uns derart göttliche Macht und Vollkommenheit anmaßen, kommt Götzendienst und Gotteslästerung gleich!

Leute wie Elon Musk, die sich in der Welt der höheren Technik bewegen, wollen diese Gottmenschen zum Mars und in den tieferen Weltraum schicken.

Ein erster Versuch, wie Gott zu werden

Die meisten von denen, die von der Unsterblichkeit durch Menschenhand besessen sind, verachten die alten Schriften der Bibel und verzichten dadurch auf wichtige Weisheiten und Erkenntnisse, die zu Wohlstand und Frieden führen könnten. Dadurch beschwören sie auch verheerende Folgen herauf.

Aus der Bibel geht klar hervor, dass die Menschheit schon einmal an der Schwelle göttlicher Kräfte zu stehen schien. Es geschah vor 4000 Jahren, als die kollektiven technischen und innovativen Fähigkeiten der Menschen einem Höhepunkt zustrebten. Die Anführer protzten: „Wohlauf, lasst uns eine Stadt und einen Turm bauen, dessen Spitze bis an den Himmel reiche“ (1. Mose 11,4).

Der wahre Gott – bestehend aus Gott, dem Vater, und dem Wort, das später zu Jesus Christus wurde – nahm diese Entwicklung wahr und erklärte: „Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun“ (1. Mose 11,6; Hervorhebung durch uns).

Wie lange hätte die Stadt gebraucht, um das Niveau des alten Alexandria zu erreichen, das für seine weltverändernde Bibliothek berühmt war? Vielleicht wäre es sogar innerhalb kurzer Zeit zu einem frühen „Silicon Valley“ Mesopotamiens geworden. Die Möglichkeit bestand schon. Einige Tausend Jahre später wechselte der Mensch innerhalb von etwas über einhundert Jahren vom Zeitalter mit Pferd und Kutsche zum Zeitalter der Kernwaffen und der Raumfahrt.

Gott wollte aber nicht, dass der Mensch so schnell zu diesen Fähigkeiten gelangte, denn er wollte ihm eine Frist von insgesamt 6000 Jahren gewähren, um ihm die Möglichkeit zu geben, jeden denkbaren falschen Weg auszuprobieren, um ihn auf die Offenbarung des richtigen Weges vorzubereiten, der allein in der Bibel beschrieben wird.

Deswegen legte Gott den Menschen von dort und damals das Handwerk und machte ihrem Vorhaben ein jähes Ende. Gott sagte: „Wohlauf, lasst uns herniederfahren und dort ihre Sprache verwirren, dass keiner des andern Sprache verstehe!“ (1. Mose 11,7). Das Ergebnis? Das ehrgeizige Bauprojekt platzte. Die Menschen trennten sich und zogen davon (1. Mose 11,8).

Heute befinden wir uns in einer späteren Phase der Heilsgeschichte und haben die Möglichkeit, die volle Wucht menschlicher Torheit zu erleben.

Ewige Wonne für einige, für andere eine düstere Zukunft?

Wie würde die Zukunft aussehen, die im Buch über den Homo deus gezeichnet wird? Eine Buchbesprechung im New York Times Review kommt zu folgendem Ergebnis:

„Die kurze, grauenhafte Antwort lautet: eher Westworld (eine schreckliche Welt, die von Androiden bevölkert wird) als Disney World. Eine kleine Elite, bestehend aus Übermenschen und technisch Hochbegabten, wird sich vom Rest der Menschheit lösen. Wer sich die Fähigkeiten aneignet, Gehirn, Körper und Verstand umzubauen – das werden ja für Harari die Hauptleistungen des 21. Jahrhunderts sein – wird zu einem Gottmenschen werden. Die Massen, die es nicht schaffen, werden auf der Strecke bleiben und aussterben“ (Jennifer Senior, 15. Februar 2017).

Im Gegensatz zu bekannten Persönlichkeiten wie dem ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama und dem Microsoft-Gründer Bill Gates, die das Buch über den Homo deus gepriesen haben, beendet Senior ihre Buchbesprechung mit der Mahnung: „Wenn die von Harari geschilderte Zukunft auch nur teilweise stimmt, kann ich nur sagen, dass man sich mit aller verfügbaren Kraft dagegen stemmen sollte.“

Harari selbst erkennt an, dass der Mensch mit Mängeln behaftet ist und dass diese Mängel durch die Unsterblichkeit eher verschlimmert werden könnten. Es wäre zu erwarten, dass diese Mängel sich trotz bester Vorsätze besonders bei Reisen zu anderen Planeten bemerkbar machen könnten.

Der christliche Apologet C. S. Lewis schrieb zu Recht: „Wir wollen hoffen, dass der Mensch niemals in der Lage sein wird, seine Bosheit zu anderen Planeten zu bringen!“

Der technische Fortschritt bringt niemals nur Vorteile mit sich. Nach einer Massenschießerei in einer Schule in Florida fragte die Journalistin Peggy Noonan im Wall Street Journal: „Was ist in den letzten vierzig Jahren passiert, um eine derart unruhige und gewaltbereite Gesellschaft hervorzubringen?“ Ihre Antwort: „Über uns ist eine Revolution in den zwischenmenschlichen Beziehungen, in der Technik und in der Kultur hinweggefegt . . . Unsere seelische Gesundheit, besonders unter jungen Menschen, steckt in einer Krise“ (15. Februar 2018). Wer möchte denn schon ewig an seelischer Krankheit leiden?

Dann gibt es noch die Abgehängten. Die Konzentration der technischen Eliten auf menschliche Unsterblichkeit ist überaus kostspielig und ganz und gar ausgrenzend. „Minderwertige“ brauchen sich gar nicht erst zu bewerben! Aber selbst, wenn es diesen Eliten gelingen sollte, den Tod mit technischen Mitteln zu überwinden, so würden sie doch nicht ihre Angehörigen und Freunde mitnehmen können.

Weitaus gewaltiger und aussichtsreicher ist die Perspektive, die Gott nicht nur einer Elite, sondern allen Menschen anbietet, und zwar als Geschenk.

Die Zukunft, die Gott für seine Kinder bereithält

Wenn ein Mensch sich entschließt, sich geistlich einer Verwandlung zu unterziehen und die Frucht des Geistes Gottes hervorzubringen (siehe Galater 5,22-23), wird er, wie wir im 1. Johannes 3, Vers 1 erfahren, zu einem Kind Gottes! Wenn wir nun schon als Kinder Gottes in diesem Leben gelten, was werden wir erst werden, wenn wir als ewig lebende Mitglieder der Familie Gottes wiedergeboren werden?

Die kurzsichtige, ausgrenzende Perspektive des Buches über den Homo deus gleicht dem Götzendienst und der Gotteslästerung. Sie setzt voraus, dass wir in der Lage sind, uns selbst zu Gott zu machen. Das ist insofern ironisch, als Gott ohnehin will, dass wir auf seine Ebene gelangen; allerdings nur durch sein Wirken und nach seinen Bedingungen. Das ist sogar der rote Faden, der sich durch die ganze Bibel zieht und im Evangelium offenbart wird, das Jesus Christus predigte.

Gott schuf den Menschen nach seinem Ebenbild, nach seiner Art. Darin erkennt man seine Absicht, dass wir so werden, wie er ist (vgl. dazu 1. Mose 1,26-27). Im Neuen Testament wird davon berichtet, dass Jesus aus Psalm 82, Vers 6 zitiert: „Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter?“ (Johannes 10,34). Der Psalm nennt uns „Söhne des Höchsten“. Wenn ein Sohn aufwächst, ist er in vieler Hinsicht seinem Vater ähnlich.

Diese Sicht wird durch die Aussage in 1. Johannes 3, Vers 2 bekräftigt: „Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn es offenbar wird, werden wir ihm gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“

Begreifen wir, was das bedeutet? Paulus geht noch tiefer darauf ein: „Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unsern nichtigen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann“ (Philipper 3,20-21). Dieser verherrlichte Leib wird in Offenbarung 1, Verse 13-17 beschrieben. Nach seiner Auferstehung waren das Haupt und das Haar des Jesus „weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee“, seine Augen „wie eine Feuerflamme“ und seine Stimme „wie großes Wasserrauschen“.

Das wichtigste Merkmal des ewigen Lebens, das uns Gott bietet, ist wohl das Geschenk göttlicher Liebe, die so ganz anders ist als der Heißhunger der todesfürchtigen Techno-Eliten auf eine künstliche Unsterblichkeit. Gott ist die Liebe (1. Johannes 4,8. 16). Diese Liebe wird jeden Winkel des zukünftigen Reiches ewig lebender Wesen durchdringen. Die Fülle des Lebens in diesem Reich können wir heute nur andeutungsweise begreifen (1. Korinther 2,9).

Die Botschaft des Homo deus sieht eine Art physische Unsterblichkeit vor, aber nur für die Superreichen und Superklugen. Die meisten Menschen – das sind Milliarden! – werden draußen vor der Tür bleiben. Dieser menschliche Plan ist höchst elitär und grenzt den Durchschnittsmenschen aus. Er errichtet eine unüberwindbare Trennung zwischen Arm und Reich, eine Trennung, die vermutlich auch Familien und Freundschaften endgültig durchschneidet.

In starkem Gegensatz dazu hat Gott die Absicht, „viele Söhne zur Herrlichkeit“ zu führen (Hebräer 2,10). Gott grenzt nicht aus, sondern will, dass alle Menschen – auch Menschen, die bereits gestorben sind – das Heil erlangen (1. Timotheus 2,4-5).

Die schlimmste Angst des Menschen ist die Angst vor dem Tod. Seit Jahrtausenden fragen sich Menschen, was wohl nach ihrem letzten Atemzug kommt. Wer zum eigenen Schaden die Bibel von sich weist, verzichtet unter anderem auf die tröstliche, inspirierende Erkenntnis, dass Jesus den Tod bereits überwunden hat! Paulus erklärt zum Beispiel, dass unser Heiland Jesus Christus „dem Tode die Macht genommen und das Leben und ein unvergängliches Wesen ans Licht gebracht hat durch das Evangelium“ (2. Timotheus 1,10).

Der Weg, der wirklich zur Unsterblichkeit führt

Es gibt einen Weg, der tatsächlich zur Unsterblichkeit führt. Das Heil mag zwar ein Geschenk sein, das weder erworben noch erarbeitet werden kann, aber wenn man dieses Geschenk schon empfangen hat, erwartet Gott, dass man auf seinem Weg wandelt – dem Weg zu Frieden, Wohlstand und Segen.

Die Namen derer, die sich Gott verschrieben haben, sind im Buch des Lebens verzeichnet (Offenbarung 20,12). Ist Ihr Name einmal in dieser Liste, haben Sie um Ihr Heil nichts zu befürchten, solange Sie sich nicht von Gott wieder abwenden.

Lassen Sie sich nicht von denen verführen, die – auch mit guten Vorsätzen – eine Unsterblichkeit durch Menschenhand in Aussicht stellen! Richten Sie vielmehr Ihr Augenmerk auf die Unsterblichkeit, die Ihnen Gott schenken will, damit Sie „das Reich empfangen und [es] immer und ewig besitzen“ (Daniel 7,18)!

Unsterblichkeit durch Raumfahrt?

Manche Futuristen und Unternehmer sehen in einer Fahrt zum Mars den ersten Schritt zur Erhaltung der Menschheit. Für Elon Musk wäre die Gründung von Kolonien auf dem Mars eine Art Datensicherung für die Zivilisation (Business Insider, 10. Oktober 2015).

Eine Reise zum Mars würde schätzungsweise neun Monate in Anspruch nehmen. Welche Hindernisse könnten einer solchen Reise aber im Wege stehen? Von langen Aufenthalten von Astronauten in einer Umlaufbahn um die Erde hat die NASA Erkenntnisse über Hindernisse gewonnen, die einen langen Flug zum Mars erschweren könnten. Hier sind einige davon:

Beeinträchtigung des Sehvermögens bis hin zur Blindheit. Viele männliche Astronauten, die bisher auf der Internationalen Raumfahrtstation gedient haben, haben an einer Beeinträchtigung ihres Sehvermögens gelitten. In manchen Fällen waren die Mängel nicht mehr rückgängig zu machen. Wenn es um das Vorhaben einer Reise zum Mars geht, gilt es in der Abteilung für Raumfahrtmedizin bei der NASA als höchste Priorität, diese Beeinträchtigung des Sehvermögens zu bekämpfen. Zu den konkreten Auswirkungen ausgedehnter Raumflüge auf die Augen gehören eine Verflachung des Augenrückens, Faltungen im Gefäßgewebe hinter der Netzhaut und eine übermäßige Sammlung von Flüssigkeit um den Sehnerv, vermutlich verbunden mit einer Schwellung des Sehnervs selbst.

Beeinträchtigung des Immunsystems. Ausgedehnte Raumflüge führen zu einer starken Beeinträchtigung des Immunsystems. Das liegt zum Teil daran, dass T-Zellen, eine Art weiße Blutkörperchen, sich im Weltraum nicht richtig vermehren. Auch ein Teil des künstlichen Immunsystems, die Antibiotika, funktioniert im Weltraum nicht so gut wie auf der Erde, weil sich im Weltraum die Bakterien schneller anpassen und resistent werden.

Kosmische Strahlungen. Kosmische Strahlungen gelten als das größte Risiko für Flüge zu anderen Planeten. Ist ein Raumfahrzeug nicht ausreichend mit einem Schutzschild verkleidet, können bei den Astronauten durch kosmische Strahlungen Erbgutschäden, aggressiver Krebs und grauer Star verursacht werden. Es wird auch damit gerechnet, dass kosmische Strahlungen Gehirn- und Nervenschäden hervorrufen können.

Selbst ein sonst ausreichender Schutzschild kann nicht verhindern, dass die Astronauten von Sonnenstürmen –, wie einem koronalen Massenauswurf – getötet werden, wenn sie sich außerhalb des magnetischen Feldes der Erde befinden.

Knochen- und Muskelschwund. Nach drei oder vier Monaten im Weltraum wird ein Astronaut an Knochenschwund leiden. Nach seiner Wiederkehr zur Erde kann es vier Jahre dauern, bis dieser Knochenschwund wieder geheilt ist. Auch Muskelschwund ist ein durch die Erfahrungen mit der Raumstation bekanntes Problem, das eine Reise zum Mars erschweren könnte.

Seelische Leiden. Mit anderen Menschen auf engem Raum zusammengepfercht zu sein, kann zu ernsthaften Konflikten und seelischen Belastungen führen. Bei einem längeren Raumflug könnten die zunehmende Entfernung und die Unerreichbarkeit von Freunden und Familie diese Belastungen noch verschlimmern. Kosmische Strahlungen könnten obendrein noch irreführende Sinneswahrnehmungen, zum Beispiel Bilder und Gerüche, vortäuschen.

Kreislaufstörungen. Bei Astronauten in der Internationalen Raumstation hat man festgestellt, dass eine geringe Schwerkraft zu Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern führen kann.

Dekompressionskrankheit und Barotrauma. Wenn sie außerhalb der Raumstation arbeiten, atmen Astronauten reinen Sauerstoff ein, aber bei einem Druck, der weniger als einem Drittel des normalen Luftdrucks auf der Erde in Höhe des Meeresspiegels entspricht.

Der Grund dafür ist, dass diese Bedingungen es den Raumfahrern erlauben, sich mit einem geringeren Energieaufwand als sonst zu bewegen und Körperstellungen einzunehmen, die sonst mit höheren Spannungen verbunden wären. Der Nachteil ist aber, dass der Wiedereintritt in die Raumstation, wo der Luftdruck eher den Bedingungen auf der Erde entspricht, leicht zur Dekompressionskrankheit führen kann.

Vielleicht laufen diese Hindernisse auf ein göttliches Verbot von Reisen zu anderen Planeten hinaus. Auf der anderen Seite hat der Mensch bereits viele scheinbar unüberwindliche Hindernisse bezwungen, zum Beispiel in der Luftfahrt und in der Erforschung des Meeresbodens.

Vor dem Hintergrund des Wunsches, den Weltraum näher zu erkunden, ist es umso erstaunlicher, dass Gott uns das ganze Universum schenken will. Das wird in unserer Broschüre Das Geheimnis Ihrer Existenz näher erklärt, die wir Ihnen auf Anfrage gern zusenden.

Die Vierte Industrielle Revolution: Ein Riesensprung, aber wohin?

Es heißt, dass wir heute an der Schwelle der Vierten Industriellen Revolution stehen. Mit anderen Worten, es wird erwartet, dass uns gewaltige Veränderungen bevorstehen. Ob es uns gefällt oder nicht, weitverbreitete Veränderungen sind dabei, die Grenzen zwischen den Bereichen der Physik, der Informatik und der Biologie zu verwischen. Radikale Veränderungen stehen uns in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Biotechnik, Nanotechnik, Robotik, Internet der Dinge, 3D-Druck, Materialwissenschaft, Energiespeicherung und Quanten-Computing bevor.

Neuronale Datensicherung und -übertragung

Die Abschaffung des Todes durch den Menschen setzt eine Fähigkeit voraus, die bisher nicht verwirklicht wurde, nämlich die Fähigkeit, das Wissen, das Gedächtnis und die Persönlichkeit eines Menschen extern zu speichern. Wie lange wird es wohl dauern, bis wir dazu in der Lage sind?

Wenn man dem Neurowissenschaftler Kenneth Hayworth glauben kann, wird es überhaupt nicht mehr lange dauern. Er hat ein neues Fachgebiet gegründet, das er Konnektomik nennt. In einem Gespräch vor einigen Jahren mit der Fachzeitschrift The Chronicle of Higher Education sagte er: „Die Menschheit bewegt sich zielstrebig auf die Kopierung der Daten zu, die in einem menschlichen Gehirn gespeichert sind. Wir werden ein Gehirn konservieren, in Scheiben schneiden, in einem Rechner simulieren und mit einem Roboterkörper verbinden“ (zitiert von Evan Goldstein in „The Strange Neuroscience of Immortality“, 16. Juli 2012).

Hayworth hofft, dass sein Gehirn den Vorreiter macht. Es soll nach seinem Tod durch eine Imprägnation mit Kunststofflösung plastiniert werden. Im nächsten Jahrhundert, wenn Wissenschaft und Technik noch weiter fortgeschritten sind, soll es dann wieder zum Leben zurückgebracht werden.

Gentechnik

Rasante Entwicklungen sind auch in der Gentechnik zu verzeichnen. Auf dem Papier sieht die Gentechnik hoffnungsverheißend aus, verspricht sie doch die fast vollständige Beseitigung von Krankheiten und Geburtsfehlern. Dabei wird die Möglichkeit eingeräumt, dass sie auch schlimme Folgen haben könnte, zum Beispiel wenn mutierte Viren außer Kontrolle geraten. Bei einem Gentherapieversuch ist schon mindestens ein Patient gestorben.

Der bereits erwähnte Yuval Noah Harari tritt dafür ein, dass Frauen mehrere Eier befruchten und untersuchen lassen. Die besten könnten dann wieder für eine normale Schwangerschaft in den Mutterleib eingeführt werden. Die aussortierten befruchteten Eier könnten aber genetisch repariert und ebenfalls verwendet werden.

3D-Druck menschlicher Organe

Zur Vierten Industriellen Revolution gehört die Herstellung von allerlei Gegenständen durch 3D-Drucker. Unter dem Begriff des 3D-Druckens werden verschiedene Verfahren der sogenannten additiven Fertigung zusammengefasst. Das gemeinsame Merkmal dieser Verfahren ist die Steuerung der Fertigung durch Software. Sie werden gerne für die schnelle Herstellung von Prototypen neuer Erfindungen eingesetzt. Im Bereich der Orthopädie wurden aber bereits durch 3D-Drucker verwendungsfähige Implantate für Gelenke, Wirbelsäule und verletzte Knochen hergestellt.

In der Medizin wird das 3D-Drucken menschlicher Organe in Aussicht gestellt. Das könnte eine Verbesserung gegenüber der heutigen Methode des Organwachstums im Labor sein. Diese Technik hat bereits einen Namen: Biodrucken.

Einem Bericht des Senders CNN zufolge könnten die Schritte des Biodruckens so aussehen: Mediziner ernten Stammzellen und lassen sie sich vermehren. Diese Zellen werden von einem Biodrucker organisiert und zu einem neuen Organ oder Organteil verarbeitet. Das neue Organ oder Organteil wird dann in einen Patienten eingepflanzt. Firmen wie Organovo, die ihren Sitz in Kalifornien hat, sind schon dabei, organische Gewebe künstlich herzustellen (Brandon Griggs, „The Next Frontier in 3-D Printing: Human Organs“, 5. April 2014).

Wenn der 3D-Druck mit der Gentechnik verbunden wird, könnten wir eines Tages die chemische Herstellung ganzer menschlicher Genome sehen. Wenn das gelingt, wird es möglich sein, Menschen ohne Eltern hervorzubringen. Umstritten wie das ohne Zweifel sein wird, könnte man dann Menschen nach dem Muster herausragender Persönlichkeiten wie Albert Einstein herstellen.

Geistliche Aspekte

Kann man in der Bibel Rat dafür finden, wie wir zu diesen atemberaubenden Entwicklungen stehen sollten? Leider werden die äußerst wichtigen Erkenntnisse, die wir aus der Bibel gewinnen können, von vielen Wissenschaftlern verachtet. Die Bibel erklärt klar, dass es einen Geist im Menschen gibt (Hiob 32,8; 1. Korinther 2,11). Dieser Geist sorgt für die Fähigkeiten, seiner selbst gewahr zu werden und logisch zu denken. Ohne ihn hätten wir keine Kreativität, keine Persönlichkeit und kein Temperament. Der Geist im Menschen lässt sich durch physische Mittel weder erhalten noch nachbilden. Er selbst hat keinen physischen Bestand.

Die Vierte Industrielle Revolution könnte Unheil mit sich bringen. Jack Ma, Geschäftsleiter der großen chinesischen E-Commerce-Firma Alibaba, warnt: „In den nächsten 30 Jahren wird die Welt mehr Leid als Freude erleben“ (Bloomberg News, 23. April 2017).

Die Bibel erklärt, warum die Welt so viel Leid erleben wird. Sie zeigt aber auch, wie man Glück findet und was der Sinn des menschlichen Lebens ist. Wir empfehlen Ihnen hierzu unsere kostenlose Broschüre Der Weg zum ewigen Leben – unauffindbar?, die wir Ihnen auf Anfrage gern zusenden.

KI: „Gefährlicher als Kernwaffen“

Bei der Suche nach Unsterblichkeit und anderen gewaltigen Durchbrüchen setzen viele Wissenschaftler und Ingenieure auf Künstliche Intelligenz. In der Tat scheint die Künstliche Intelligenz einiges zu versprechen. In der Vergangenheit beruhte die Informatik auf der Unterscheidung zwischen Ja und Nein. Bei der Künstlichen Intelligenz aber geht es um Nuancen in der Wahrnehmung, wie beispielsweise bei der Erkennung von Sprach- und Bildmustern.

Was sollte daran schlecht sein? Nun, der Industrieführer Elon Musk, Gründer milliardenschwerer Firmen wie Tesla, PayPal und SpaceX, sagte vor dem Publikum auf der South-By-Southwest-Konferenz von 2018, dass die Künstliche Intelligenz gefährlicher als Kernwaffen sei (11. März 2018).

Seiner Meinung nach könnte die Künstliche Intelligenz zu einer göttlichen Superintelligenz führen, die bei Missbrauch die Macht über die ganze Welt erringen könnte. Die Menschen hätten dann einen unsterblichen Diktator, vor dem es kein Entrinnen gäbe.

„Wenn die Künstliche Intelligenz ein Ziel hätte und die Menschheit sich im Weg befinden würde, würde die Künstliche Intelligenz die Menschheit ohne jegliche Überlegung vernichten“ (CNBC, 6. April 2018).

Um die Künstliche Intelligenz in nützliche Bahnen zu lenken, hat Musk eine Firma namens Neuralink gegründet. Zu ihm gesellen sich weitere Stimmen, die eine enge staatliche Regulierung der Künstlichen Intelligenz fordern – vor allem im Bereich der Waffenentwicklung.

Aus der Bibel wissen wir, dass uns eine Zeit noch nie da gewesener Verheerung und Vernichtung bevorsteht: „Es wird eine Schreckenszeit sein, wie die Welt sie noch nie erlebt hat und auch nie wieder erleben wird. Wenn diese Zeit der Not nicht abgekürzt würde, würde die gesamte Menschheit umkommen. Doch wegen der Auserwählten Gottes wird sie abgekürzt werden“ (Matthäus 24,21-22; „Neues Leben“-Übersetzung). Ein solches Ausmaß an Zerstörung setzt eine fortgeschrittene Technik voraus.

Und doch: Es gibt eine gute Nachricht! Gott wird eingreifen. Um mehr darüber zu erfahren, bestellen Sie bitte unsere Broschüre Biblische Prophezeiung: Ein Blick in Ihre Zukunft?. Tappen Sie nicht in eine Falle hinein! Erfahren Sie, was Gott für Sie bereithält!

– GN März-April 2019 PDF-Datei dieser Ausgabe

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