Abtreibung: eine Entscheidung fürs Leben

Sind Sie aufgrund einer ungeplanten Schwangerschaft in eine schwierige Situation geraten? Denken Sie dabei an eine Abtreibung? Lesen Sie vor Ihrer Entscheidungsfindung diesen Artikel.

Von Vince Szymkowiak und Paul Kieffer

In den Vereinigten Staaten ist es per Gesetz verboten, das Ei eines Adlers zu zerstören. Wer dagegen verstößt, kann mit bis zu fünf Jahren Gefängnis und 250.000 US-Dollar Geldbuße bestraft werden. Aber die Tötung eines ungeborenen Menschen ist erlaubt. Was für merkwürdige Werte!

Die Geißel der Abtreibung grassiert rund um den Globus. Wussten Sie, dass in den letzten 30 Jahren weltweit schätzungsweise zwischen 1,2 und 1,3 Milliarden Kinder – ein Sechstel unserer Weltbevölkerung – abgetrieben wurden? Das sind achtmal mehr Tote durch Abtreibung als Kriegstote in den Kriegen des 20. Jahrhunderts!

Vor einigen Jahren wurde in einer britischen Zeitung berichtet, dass jede dritte Schwangerschaft in Europa durch Abtreibung beendet wurde (Claire Bates, Daily Mail, 19. Januar 2012). Nach Angaben des US-Außenministeriums beläuft sich die Anzahl der Abtreibungen in China auf sage und schreibe 23 Millionen pro Jahr (LifeSiteNews, 15. April 2016).

Wie kommt es, dass eine solche massenhafte Auslöschung von Leben von so vielen Menschen akzeptiert wird? Viele Befürworter der Abtreibung verwenden das unsinnige Argument, dass die Leibesfrucht in einer Gebärmutter kein Mensch ist. Ein ungeborenes Kind ist aber doch ein Mensch. Es ist mehr als ein Haufen Gewebe. „Der Herzschlag beginnt nach 22 Tagen, Schluckauf nach 52 Tagen und Organe funktionieren bereits acht Wochen nach der Befruchtung. Es ist also offensichtlich, dass eine Abtreibung einen Menschen tötet“ (Keith Riler, LifeNews.com, 9. Juli 2012). Ein Ungeborenes kann sogar auf Musik reagieren!

Sind Sie wegen einer ungewollten Schwangerschaft in eine schwierige Lage geraten? Wenn ja, denken Sie bitte nicht an eine Abtreibung! Wir müssen uns alle von Gott lenken lassen und bei Verfehlungen seine Vergebung suchen. Wir müssen lernen, uns in Ehrfurcht vor dem Leben zu üben.

Was sagt die Bibel?

Die gesellschaftliche Debatte zur Abtreibung wurde und wird emotional geführt. Manche sehen das Thema Schwangerschaftsabbruch als moralische bzw. ethische Frage. Hinsichtlich der Frage der Straffreiheit entscheiden der Gesetzgeber und die Gerichte, ob die Abtreibung mit dem verfassungsmäßig verbürgten Schutz des Lebens vereinbar ist.

Doch bei der Abtreibung geht es um viel mehr als nur die Gesetze und deren Auslegung. Gezeugtes Leben zu beenden ist nicht vordergründig eine politische oder rechtliche Frage. Es ist eine moralische bzw. ethische Frage, weil nur derjenige, der das Leben schuf und alles Leben auf diesem Planeten erhält, über Leben und Tod entscheiden darf.

Ist das Leben nicht von selbst entstanden, dann spricht der Schöpfer des Lebens das letzte Wort in dieser Angelegenheit. Sein Wort ist der ultimative „oberste Gerichtshof“, dessen Urteil in Fragen des Lebens entscheidend ist.

Jede Diskussion über die Abtreibung bzw. die Entfernung gezeugten Lebens aus dem Mutterleib muss aus der Perspektive des ursprünglichen Lebensspenders – des Schöpfers – geführt werden. Diese Perspektive finden wir in der Heiligen Schrift.

Was berichtet uns die Bibel über den Anfang menschlichen Lebens? In 1. Mose 2, Vers 7 lesen wir: „Da machte Gott der Herr den Menschen aus Erde vom Acker und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.“ Im 6. Gebot verkündete der Schöpfer einen grundsätzlichen Schutz für menschliches Leben: „Du sollst nicht töten“ (2. Mose 20,13; alle Hervorhebungen durch uns). Allein dem Lebensspender steht es zu, über menschliches Leben zu befinden.

Unsere Gesellschaft mag ein Ungeborenes als bloßes Gewebe abtun, aber die Schrift macht deutlich, dass es ein Kind ist. Das sehen wir zum Beispiel im Bericht des Lukasevangeliums über die Geburt von Johannes dem Täufer und Jesus Christus. Maria, die mit Jesus schwanger war, begegnete ihrer Kusine Elisabeth, die mit Johannes schwanger war. „Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe“ (Lukas 1,41). Elisabeth sagte: „Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe“ (Lukas 1,44). In beiden Versen wird der ungeborene Johannes ein Kind genannt.

Der ungeborene Johannes hüpfte vor Freude im Mutterleib. Er war also offensichtlich bereits ein Mensch. Der ungeborene Jesus war es offensichtlich auch. Wäre es denn in Ordnung gewesen, Johannes oder Jesus abzutreiben?

Eine weitere wichtige Aussage der Bibel in Bezug auf das Leben im Mutterleib finden wir in der Geschichte des Propheten Jeremia. In Jeremia 1, Vers 5 sagt Gott über ihn: „Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete, und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest, und bestellte dich zum Propheten für die Völker.“

Es steht also fest, dass sowohl das Alte als auch das Neue Testament Ungeborene als Kinder sieht. Die Sichtweise, wonach ein ungeborenes Kind noch kein Mensch sei, ist eines der heimtückischsten Argumente der Befürworter der Abtreibung. Unser schonungsloses Urteil dazu lautet: Damit will man bei einer Abtreibung die Möglichkeit eines Schuldbewusstseins eliminieren, dass man damit ein menschliches Leben beendet hat.

Der Schöpfer allen Lebens sieht alle Aspekte des Lebens in seiner Schöpfung. Das Leben eines ungeborenen Kindes im Mutterleib entgeht ihm nicht. Wenn Gott das Kind im Mutterleib bereits kennt, sollten wir dieses Leben nicht respektieren und schützen?

Ein verhängnisvolles Urteil

Eine der folgenschwersten Entscheidungen, die bisher vom Obersten Gerichtshof der USA gefällt wurde, war das schicksalhafte Urteil vom Januar 1973, in Amerika als Roe vs. Wade bekannt. Das Gericht befand, dass eine Frau bei der Ausübung ihres Rechts auf eine Privatsphäre die Entscheidung für eine Abtreibung selbst treffen darf – ohne Indikations- bzw. Beratungspflicht. Damit wurde die Abtreibung in den USA legalisiert.

In den Jahren seit dem Richterspruch hat es in den USA mehr als 50 Millionen Abtreibungen gegeben. Die jährliche Zahl von mehr als einer Million Schwangerschaftsabbrüchen ist höher als die Gesamtzahl der Kriegstoten Amerikas in allen Kriegen ihrer 243-jährigen Geschichte.

Der Fall Roe vs. Wade hat in den USA zur landläufigen Meinung geführt, dass ein Ungeborenes keine verfassungsmäßigen Rechte besitzt. Wenn die Ungeborenen denn keine verfassungsmäßigen Rechte besitzen sollen, wer soll sie schützen?

Das Argument, dass jede Frau das Recht hat, darüber zu befinden, was mit ihrem Körper zu geschehen hat, ist fadenscheinig. Haben denn die Ungeborenen kein Recht zu bestimmen, was mit ihnen gemacht wird? Ob sie leben oder sterben sollen? Wer tritt denn für sie ein?

Erstaunlich und wenig bekannt ist, dass „Jane Roe“, die Anklägerin im Verfahren Roe vs. Wade, deren eigentlicher Name Norma McCorvey lautete, sich später besonnen und ihre Rolle bei der Legalisierung von Abtreibungen bitter bereut hat. Mitte der 1990er Jahre wurde sie zu einer glühenden Verfechterin eines allgemeinen Abtreibungsverbots. Bis zu ihrem Tod im Jahre 2017 blieb sie eine Aktivistin mit diesem Ziel. Einmal sagte sie, ihr Auftritt in dem Schlüsselverfahren sei der größter Fehler ihres Lebens gewesen (Alexandra Desanctis, „Little Known Facts about Roe vs. Wade“, National Review, 23. Januar 2017).

1974 begann in der Bundesrepublik Deutschland die rechtliche Aufweichung des allgemeinen Abtreibungsverbots mit der Verabschiedung des Paragrafen 218a, der einen straffreien Schwangerschaftsabbruch in den ersten zwölf Wochen vorsah. Weniger als ein Jahr später wurde die Neuregelung vom Bundesverfassungsgericht verworfen, doch in seiner Urteilsbegründung wies das Gericht auf die Möglichkeit hin, die Gesetzgebung verfassungskonform zu gestalten und damit straffreie Abtreibungen zu erlauben:

„Der Lebensschutz der Leibesfrucht genießt grundsätzlich für die gesamte Dauer der Schwangerschaft Vorrang vor dem Selbstbestimmungsrecht der Schwangeren und darf nicht für eine bestimmte Frist in Frage gestellt werden. Der Gesetzgeber kann die grundgesetzlich gebotene rechtliche Missbilligung des Schwangerschaftsabbruchs auch auf andere Weise zum Ausdruck bringen als mit dem Mittel der Strafdrohung . . . Es [steht] dem Gesetzgeber frei, andere außergewöhnliche Belastungen für die Schwangere, die ähnlich schwer wiegen, als unzumutbar zu werten und in diesen Fällen den Schwangerschaftsabbruch straffrei zu lassen“ (BVerfGE 39, 1).

Die Neufassung von Paragraf 218 im Jahr 1976 ist die Grundlage für straffreie Abtreibungen in Deutschland nach der Fristenlösung mit Indikations- bzw. Beratungspflicht. Man schätzt zurzeit, dass etwa vierzehn Prozent der Schwangerschaften in Deutschland durch Abtreibung beendet werden.

In den USA treten manche – darunter Politiker wie die Präsidentschaftskandidatin des Jahres 2016 Hillary Clinton – für die landesweite Abschaffung einer Fristenregelung für Schwangerschaftsabbrüche ein. Seit Januar sind Abtreibungen im Bundesstaat New York bis zum neunten Monat erlaubt, wenn die Gesundheit der Mutter gefährdet oder der Embryo nicht lebensfähig ist. Dabei sind die Gesundheitsgefährdungen nicht näher definiert.

Die Frau selbst ist nicht allein schuld

Abtreibungsgegner in den USA machen oft den Fehler, der Frau die ganze Schuld an einer Abtreibung in die Schuhe zu schieben. Dabei übersehen sie, dass der Zeuger ebenfalls schuldig ist, vor allem wenn er für eine Abtreibung eintritt oder gar aufkommt. Viele heranwachsende Frauen geben dem Druck ihres Partners nach, weil sie Angst vor dem Verlust der Beziehung haben. Und viele Ehemänner unterstützen die Entscheidung ihrer Frau, ein Kind abzutreiben, weil sie selbst keine Lust haben, für ein weiteres Familienmitglied zu sorgen.

Und dann gibt es die Ärzte und Kliniken, die Abtreibungen vornehmen, sowie die Interessenverbände, die hinter ihnen stehen. Die Gesellschaft insgesamt trägt eine große Mitschuld an der Sünde der Abtreibung.

In den Vereinigten Staaten wird dieses seelische Krebsgeschwür mit einer verächtlichen Gleichgültigkeit betrachtet. Eine Frau, die als Beraterin in einer Abtreibungsklinik arbeitet, ging so weit, dass sie die Abtreibung ihres eigenen Kindes verfilmte. Damit wollte sie „der Stigmatisierung des Schwangerschaftsabbruchs entgegenwirken und für das Recht aller Frauen kämpfen, sich ohne Schande, Ausgrenzung und Zwang für eine Abtreibung zu entscheiden“ (Lindsey Beaver, „New Jersey Abortion Clinic Counselor Explains ‚Why I Filmed My Abortion‘ “, The Washington Post, 8. Mai 2014).

Wie krank doch unsere Gesellschaft geworden ist! Wenn die Abtreibung derart weit und breit gefördert wird, ist sie offensichtlich mehr als die Sünde der betroffenen Frau.

Die Bestimmung des menschlichen Lebens

Unbeachtet bei allen Diskussionen über die Abtreibung ist die Frage, wozu die Menschen überhaupt existieren. Wie wichtig ist das menschliche Leben für den Lebensspender, den Schöpfergott? Es steht im Mittelpunkt seines großen Vorhabens für das gesamte Universum! In den Psalmen schrieb der israelitische König David Folgendes dazu:

„Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrn ge macht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan“ (Psalm 8,4-7).

Der Autor des Hebräerbriefs zitiert diese Verse und ergänzt sie in Bezug auf die Bestimmung des menschlichen Lebens:

„Wenn er [Gott] ihm [dem Menschen] alles unter die Füße getan hat, so hat er nichts ausgenommen, was ihm nicht untertan wäre. Jetzt aber sehen wir noch nicht, dass ihm alles untertan ist. Den aber, der eine kleine Zeit niedriger gewesen ist als die Engel, Jesus, sehen wir durch das Leiden des Todes gekrönt mit Preis und Ehre; denn durch Gottes Gnade sollte er für alle den Tod schmecken“ (Hebräer 2,8-9).

Der nächste Vers erklärt, dass der Auftrag Jesu Christi zum Teil darin besteht, „viele Söhne zur Herrlichkeit“ zu führen. Wie sollen wir das verstehen? Gottes Vorhaben für die Menschen besteht darin, seine göttliche Familie durch viele „Söhne und Töchter“ zu erweitern (2. Korinther 6,18). Der „Eintritt“ in diese Familie erfolgt durch eine Verwandlung von materiellem Fleisch in verherrlichten Geist, und zwar mittels einer Auferstehung. Das ist der Grund, warum wir existieren. Die menschliche Fortpflanzung ist beispielhaft für den großartigen Prozess, bei dem die Menschenkinder Gottes in seine unsterbliche geistliche Familie hineingeboren werden können.

Durch die Abtreibung wird ein menschliches Leben frühzeitig beendet – ein Leben, für das Gott das Potenzial der Zugehörigkeit zu seiner Familie vorgesehen hat!

Ich habe eine Abtreibung vornehmen lassen. Kann mir Gott vergeben?

Während einige Frauen ein Brandmal in ihrem Gewissen haben und nichts dabei finden, ihre Leibesfrucht abtreiben zu lassen, plagen sich andere mit seelischen Schmerzen, Reuegefühlen und Gewissensbissen ab. Viele quälen sich im Bewusstsein, den größten Fehler ihres Lebens begangen zu haben. Als sie schwanger waren, fielen sie in ihrer Angst auf die Lüge herein, eine Abtreibung sei der beste Ausweg aus einer erdrückenden Lage. Im Nachhinein aber sieht für sie alles anders aus. Nach Monaten oder vielleicht Jahren fragen sie sich: „Wird mir Gott vergeben? Kann mir Gott vergeben?“

Viele von uns haben schon Schlimmes getan. Und die Qual der Schuld lässt uns einfach nicht los. Kann Gott Ehebruch vergeben? Kann er Mord vergeben? Kann er eine Abtreibung vergeben? Aber sicher doch!

Von der Vergebungsbereitschaft Gottes lesen wir in Micha 7, Verse18-19: „Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die übrig geblieben sind von seinem Erbteil; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er ist barmherzig! Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.“

Der leidende Hiob sagte: „Du würdest meine Übertretung in ein Bündlein versiegeln und meine Schuld übertünchen“ (Hiob 14,17). In Hebräer 8, Vers 12 wird im Zusammenhang mit Reue aus Jeremia zitiert: „Denn ich will gnädig sein ihrer Ungerechtigkeit, und ihrer Sünden will ich nicht mehr gedenken.“

Wenn wir auf die Gnade Gottes angemessen antworten, wird er uns jede Sünde vergeben! Gott will, dass wir auf seine Barmherzigkeit vertrauen. Es ist ihm viel lieber, uns zu vergeben, als uns zu verdammen.

Es wäre aber verkehrt, daraus den Schluss zu ziehen, wir dürften ruhig sündigen, weil Gott uns nachher vergeben werde. Eine solche Haltung wird in der Bibel scharf verurteilt: „Was sollen wir nun sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade umso mächtiger werde? Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir doch gestorben sind?“ (Römer 6,1-2).

Nein, wir dürfen die Gnade Gottes nicht gering schätzen!

Vergebung setzt Reue voraus

Manche verfallen in Verzweiflung über ihre Sünden. Ein Beispiel dafür finden wir im ersten Korintherbrief. Paulus verlangte den Ausschluss eines Gemeindemitglieds, weil der Mann mit seiner Stiefmutter geschlechtlich verkehrte (1. Korinther 5,1-5). Nachdem aber dieser Mann seine Sünde bereut hatte, ermahnte Paulus die Gemeinde, ihm zu vergeben und ihn zu trösten, „damit er nicht in allzu große Traurigkeit versinkt“ (2. Korinther 2,7). Paulus wusste, wie heilsam Reue und Vergebung sein können. Er schrieb:

„Denn auch ich habe, wenn ich etwas zu vergeben hatte, es vergeben um euretwillen vor Christi Angesicht, damit wir nicht übervorteilt werden vom Satan; denn uns ist wohl bewusst, was er im Sinn hat“ (2. Korinther 2,10-11). An dieser Stelle sticht hervor, dass Satan uns mit Zweifeln und Entmutigung überlisten kann, wenn wir die Vergebung Gottes ablehnen. Ja, Gott kann eine Abtreibung vergeben, vorausgesetzt, dass man Reue zeigt.

König David, der Verfasser der meisten Psalmen, bekannte Gott seine Sünden. David machte sich sowohl des Mordes als auch des Ehebruchs schuldig. Und doch hielt er an der Erkenntnis fest, dass Gott unsere Übertretungen so weit von uns entfernt, wie der Osten vom Westen ist: „So fern der Morgen [d. h. der Osten] ist vom Abend [d. h. der Westen], lässt er unsre Übertretungen von uns sein“ (Psalm 103,12).

Martin Luther benutzte den Ausdruck „Buße tun“ als Übersetzung des griechischen Wortes metanoeo. „Buße tun“ ist heute leider kein klar verständlicher Begriff. Man missversteht häufig „Buße tun“ als Anweisung, eine gewisse Gegenleistung oder Abbuße für seine Schuld aufbringen zu müssen. Das Lexikon zur Bibel (Rienecker) schreibt: „Luther hat . . . ein Wort eingesetzt, das eigentlich ,bessern‘ . . . bedeutet.“ Die Scofield-Bibel erklärt in der Fußnote zu Apostelgeschichte 17, Vers 30: „ ,Buße‘ oder ,Buße tun‘ ist die Übersetzung des griechischen Zeitwortes metanoeo, das bedeutet, einen anderen Sinn haben, den Sinn ändern.“

„Buße tun“ heißt im biblischen Sinn: Reuemütige Umkehr, indem man seinen Sinn ändert, sich zu Gott bekehrt (umkehrt) und sich bessert. Reue bedeutet also, dass man im Rückblick sagen kann: „Wenn ich zurückgehen könnte, würde ich es nicht wieder tun.“ Vergebung setzt voraus, dass wir auf die Barmherzigkeit Gottes und das vergossene Blut Jesu Christi, der zur Vergebung unserer Sünden gestorben ist, vertrauen.

Anzuerkennen, dass wir gesündigt haben und etwas zu bereuen haben, ist nicht angenehm. Tatsächlich ist echte Reue das Schmerzhafteste, was ein Mensch erleben kann. Sie ist aber auch das Heilsamste, was ein Mensch erleben kann. Vom reumütigen Sünder schreibt David: „Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist! Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zurechnet, in dessen Geist kein Trug ist!“ (Psalm 32,1-2).

Jedem reumütigen Menschen kann jede Sünde vergeben werden. Mit Jeremia können wir Gott so anrufen: „Heile du mich, Herr, so werde ich heil; hilf du mir, so ist mir geholfen; denn du bist mein Ruhm“ (Jeremia 17,14).

Ehrfurcht vor dem Leben

Wenn Sie an eine Abtreibung denken, tun Sie es bitte nicht! Suchen Sie lieber nach fachkundiger, lebensbejahender Beratung! Und wenn Sie schon eine Abtreibung hinter sich haben, vertrauen Sie darauf, dass Gott bereit ist, Ihnen zu vergeben! Schöpfen Sie Mut aus den Worten Jesu, die er an eine bei Ehebruch ertappten Frau richtete: „So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr“ (Johannes 8,11).

Unser himmlischer Vater ist der große Lebensspender. Als seine Kinder wollen wir um jeden Preis für das Leben seiner ungeborenen Kinder eintreten!

– GN Mai-Juni 2019 PDF-Datei dieser Ausgabe

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