Zehn biblische Gründe für den Sabbat

Vielen gilt das biblische Sabbatgebot als eine überholte Belastung, manchen gar als Fluch. Wenn man aber den biblischen Sinn des Sabbats versteht, sieht die Sache ganz anders aus.

Von Mario Seiglie

Zu Gottes Wesensart gehört, dass die Werke seiner Hände häufig mehrere Zwecke gleichzeitig erfüllen. Ein Beispiel dafür ist ein Baum. Ein Baum versorgt uns mit Nahrung in Gestalt von Samenkörnern und Früchten, bietet uns Schatten bei brennender Sonne und liefert Holz, das für Bauzwecke verwendet werden kann. Er bietet Vögeln Schutz, erhält die Ackerkrume, reichert den Boden mit Blättern an, verbessert die Feuchtigkeit der Luft, atmet Kohlendioxid ein und Sauerstoff aus, schwächt starke Winde und verschönert die Welt.

Der Sabbat, obwohl weniger greifbar und sichtbar als ein Baum, ist dennoch ebenfalls eine Schöpfung Gottes, die mehrere Zwecke gleichzeitig erfüllt. Er ist eine regelmäßig wiederkehrende Zeitspanne, die zum Wohl des Menschen ausgesondert wurde. In diesem Beitrag wollen wir auf zehn biblische Gründe für die Erschaffung des Sabbats eingehen.

Gleich drei dieser Gründe werden schon am Anfang der Bibel erwähnt: „Und so vollendete Gott am siebenten Tage seine Werke, die er machte, und ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken, die er gemacht hatte. Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn, weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken, die Gott geschaffen und gemacht hatte“ (1. Mose 2,2-3; alle Hervorhebungen durch uns).

Wir wollen uns nun mit diesen und anderen Gründen für die Erschaffung des Sabbats befassen.

1. „Und Gott segnete den siebenten Tag“ (1. Mose 2,3).

Der erste Grund für den Sabbat ist, dass er ein Segen sein soll. Ein Segen Gottes ist mehr als ein netter Gedanke. Wenn Gott uns segnet, wirkt er Wunder, um unser Leben zu verbessern – sowohl in leiblicher als auch in geistlicher Hinsicht. Im Hinblick auf den Sabbat sieht man das in folgendem Abschnitt aus dem Buch Jesaja:

„Und der Fremde, der sich dem Herrn zugewandt hat, soll nicht sagen: Der Herr wird mich getrennt halten von seinem Volk. Und der Verschnittene soll nicht sagen: Siehe, ich bin ein dürrer Baum. Denn so spricht der Herr: Den Verschnittenen, die meine Sabbate halten und erwählen, was mir wohlgefällt, und an meinem Bund festhalten, denen will ich in meinem Hause und in meinen Mauern ein Denkmal und einen Namen geben; das ist besser als Söhne und Töchter. Einen ewigen Namen will ich ihnen geben, der nicht vergehen soll.

Und die Fremden, die sich dem Herrn zugewandt haben, ihm zu dienen und seinen Namen zu lieben, damit sie seine Knechte seien, alle, die den Sabbat halten, dass sie ihn nicht entheiligen, und die an meinem Bund festhalten, die will ich zu meinem heiligen Berge bringen und will sie erfreuen in meinem Bethaus, und ihre Brandopfer und Schlachtopfer sollen mir wohlgefällig sein auf meinem Altar; denn mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker“ (Jesaja 56,3-7).

Gott verspricht uns großartige Segnungen sowohl für das heutige als auch das zukünftige Leben: „Wenn du deinen Fuß am Sabbat zurückhältst und nicht deinen Geschäften nachgehst an meinem heiligen Tage und den Sabbat Lust nennst und den heiligen Tag des Herrn Geehrt; wenn du ihn dadurch ehrst, dass du nicht deine Gänge machst und nicht deine Geschäfte treibst und kein leeres Geschwätz redest, dann wirst du deine Lust haben am Herrn, und ich will dich über die Höhen auf Erden gehen lassen und will dich speisen mit dem Erbe deines Vaters Jakob; denn des Herrn Mund hat’s geredet“ (Jesaja 58,13-14).

Zu diesem Abschnitt über geistliche und leibliche Segnungen stellt der Bibelkommentar The Bible Knowledge Commentary fest: „Der Mensch, der seine eigenen Wünsche zurückstellt, um den Willen Gottes zu erfüllen, erlebt Freude nicht nur am göttlichen Heil [,,über die Höhen auf Erden gehen“], sondern auch an Wohlstand [„speisen mit dem Erbe“]. Diese Verheißung wird mit den Worten versiegelt, ,denn des Herrn Mund hat’s geredet‘.“

2. „Und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn“ (1. Mose 2,3).

Ein zweiter Grund für den Sabbat ist seine Heiligung. Die Heiligung des Sabbats bedeutet, dass Gott ihn zu heiligen Zwecken ausgesondert hat. Gott nennt den Sabbat seinen Tag und spricht von seinen Sabbaten. Ein Beispiel: „Jeder von euch soll Mutter und Vater fürchten und auf meine Sabbate achten; ich bin der Herr, euer Gott“ (3. Mose 19,3; Einheitsübersetzung).

Dieser Grundsatz wird im vierten Gebot der Zehn Gebote festgehalten: „Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun . . . Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn“ (2. Mose 20,8-11).

Gott ist die einzige Quelle von Heiligkeit. Nur er kann etwas heiligen: „Wer sollte dich, Herr, nicht fürchten und deinen Namen nicht preisen? Denn du allein bist heilig!“ (Offenbarung 15,4).

3. „Gott segnete den siebenten Tag . . ., weil er an ihm ruhte von allen seinen Werken“ (1. Mose 2,2-3).

Der dritte Grund für den Sabbat ist, dass er ein Tag der Ruhe sein soll – eine Zeitspanne zur Erholung. Wenn es an dieser Stelle heißt, dass Gott „ruhte“, so ist das hebräische Wort für „ruhte“ schabat. „Von der Wurzel des Zeitworts schabat wird das Hauptwort schabbat hergeleitet. Schabbat bedeutet eine Zeitspanne, die zur Erholung ausgesondert ist“ (Warren Baker und Eugene Carpenter, The Complete Word Study Dictionary: Old Testament, 2003, Seite 1098).

Gott will, dass auch wir uns am Sabbat von unseren täglichen Mühen erholen, wie er in 2. Mose 23, Vers 12 bestätigt: „Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun; aber am siebenten Tage sollst du feiern, auf dass dein Rind und Esel ruhen und deiner Sklavin Sohn und der Fremdling sich erquicken.“

Der Sabbat dient zur Erholung von den Strapazen des Alltags- und Arbeitslebens: „Er ist ein ewiges Zeichen zwischen mir und den Israeliten. Denn in sechs Tagen machte der Herr Himmel und Erde, aber am siebenten Tage ruhte er und erquickte sich“ (2. Mose 31,17).

Vom Anfang bis zum Ende der Bibel wird dem Leser eingeschärft, den Sabbat als Gottes heiligen Tag der Ruhe und des Gottesdienstes zu betrachten. So hat Jesus den Sabbat Gottes heilig gehalten: „Und er kam nach Nazareth, wo er aufgewachsen war, und ging nach seiner Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge und stand auf und wollte lesen“ (Lukas 4,16).

4. „Er ist ein ewiges Zeichen zwischen mir und den Israeliten“ (2. Mose 31,17).

Ein vierter Grund für den Sabbat ist, dass er ein Bundeszeichen zwischen Gott und seinem Volk ist. Diese Eigenschaft setzt ihn von allen anderen der Zehn Gebote ab.

Wie es in 2. Mose 31, Verse 16-17 heißt: „Darum sollen die Israeliten den Sabbat halten, dass sie ihn auch bei ihren Nachkommen halten als ewigen Bund. Er ist ein ewiges Zeichen zwischen mir und den Israeliten.“

Das hebräische Wort, oht, das hier mit „Zeichen“ wiedergegeben wird, bedeutet „ein Signal wie eine Fahne, ein Leuchtfeuer oder ein Denkmal“ (Strong’s Greek and Hebrew Dictionary, Nummer H266). Wie eine Fahne ein Volk identifiziert, ein Leuchtfeuer die Aufmerksamkeit auf sich zieht und ein Denkmal auf einen besonderen Ort, eine besondere Person oder ein besonderes Ereignis hinweist, so hat Gott den Sabbat dazu ausersehen, ein Zeichen zu sein, das sein Volk identifiziert. Den Sabbat zu halten ist ein lebenslanger Bund zwischen Gott und demjenigen Menschen, der zu ihm eine Beziehung pflegt.

5. „Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligest . . ., [denn] in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist“ (2. Mose 20,8-11).

Der fünfte Grund für den Sabbat ist, dass er uns an Gott als unseren Schöpfer erinnert. In dem eben zitierten Vers bedeutet „gemacht“, dass Gott die Erde in sechs Tagen neu gestaltet hat. Die Erschaffung von allem aus dem Nichts hatte früher stattgefunden. Der Sabbat ist also ein Denkmal, das auf die Macht Gottes hinweist, alles, was da ist, uns eingeschlossen, geschaffen zu haben.

In Psalm 92, der dem Sabbat gewidmet ist, heißt es: „Herr, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief. Ein Törichter glaubt das nicht, und ein Narr begreift es nicht“ (Verse 6-7).

Es ist leicht zu übersehen, dass vieles, was wir genießen, ein Geschenk ist. Denken wir zum Beispiel an Nahrung, Wasser, Luft, Licht, Wärme, die Jahreszeiten, Tiere, Vögel, Bäume und Blumen und natürlich auch an das Leben überhaupt!

6. „Denn du sollst daran denken, dass auch du Knecht in Ägyptenland warst und der Herr, dein Gott, dich von dort herausgeführt hat mit mächtiger Hand und ausgerecktem Arm. Darum hat dir der Herr, dein Gott, geboten, dass du den Sabbattag halten sollst“ (5. Mose 5,15).

Der sechste Grund für den Sabbat hat mit Erlösung zu tun. Die Grundbedeutung von „Erlösung“ war die Befreiung eines Sklaven durch die Zahlung eines Lösegeldes. In der Bibel wird der Begriff mehr für das Heil verwendet. Gott ist nicht nur unser Schöpfer, sondern auch unser Erlöser. Durch den Tod seines Sohnes wurde unsere Befreiung aus geistlicher Sklaverei ermöglicht.

Die Ausführung seines Heilsplanes begann Gott mit dem Volk Israel. Später machte er Menschen aus allen Völkern die Erlösung zugänglich. Jeder, der auf sein Angebot eingeht, kann durch Glauben an Jesus Christus und sein Opfer Erbe Abrahams werden. Wie Paulus schreibt:

„Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben“ (Galater 3,26-29).

Es ist bezeichnend, dass Jesus Menschen am Sabbat heilte und dadurch die Tatsache unterstrich, dass der Sabbat ein Tag der Befreiung ist.

7. „Sechs Tage sollst du arbeiten; der siebente Tag aber ist ein feierlicher Sabbat, heilige Versammlung“ (3. Mose 23,3).

Der siebte Grund für den Sabbat ist, dass an ihm Gottesdienst abgehalten werden soll. Der Sabbat gehört zu den Festen des Herrn, „die ihr ausrufen sollt als heilige Versammlungen an ihren Tagen“ (3. Mose 23,4). Und wer bestimmt, welches ihre Tage sind? Gott natürlich.

Der Begriff „an ihren Tagen“ im Hebräischen bedeutet, einen Termin im Kalender für ein Treffen festzulegen, so wie wir heute einen Arzttermin haben. Es ist wichtig zu beachten, dass es Gott ist, der den Termin festlegt und die Einladung dazu verschickt. Wer die Einladung annimmt, wird dann zu diesem Termin erscheinen. Und wer den Termin ablehnt, ignoriert Gottes Einladung zu einem Treffen mit ihm!

8. „Dies sind die Feste des Herrn, die ihr ausrufen sollt als heilige Versammlungen; dies sind meine Feste: Sechs Tage sollst du arbeiten; der siebente Tag aber ist ein feierlicher Sabbat, heilige Versammlung“ (3. Mose 23,2-3).

Eine heilige Versammlung ist eine gebotene Zusammenkunft, die Gemeinschaftspflege im Volk Gottes fördert. Wenn es irgend geht, sollen wir am Sabbat miteinander Gemeinschaft pflegen.

Die Wichtigkeit der Gemeinschaftspflege wird in Hebräer 10, Verse 24-25 hervorgehoben: „Lasst uns aufeinander Acht haben und uns anreizen zur Liebe und zu guten Werken und nicht verlassen unsre Versammlungen, wie einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr seht, dass sich der Tag naht.“

9. „Und er [Jesus Christus] lehrte in einer Synagoge am Sabbat . . .“ (Lukas 13,10).

Der neunte Grund für den Sabbat ist, dass wir an ihm aus Gottes Wort unterwiesen werden. Wir kommen nicht nur zusammen, um Gemeinschaft zu pflegen, sondern auch um göttliche Lehren zu empfangen.

Wie Jesus hat auch der Apostel Paulus am Sabbat gelehrt: „Danach verließ Paulus Athen und kam nach Korinth Danach verließ Paulus Athen und kam nach Korinth . . . Und er lehrte in der Synagoge an allen Sabbaten und überzeugte Juden und Griechen . . . Er blieb aber dort ein Jahr und sechs Monate und lehrte unter ihnen das Wort Gottes . . . Paulus aber blieb noch eine Zeit lang dort“ (Apostelgeschichte 18,1. 4. 11. 18).

Aus diesen Versen geht hervor, dass er an nahezu achtzig wöchentlichen Sabbattagen in Korinth die Gemeinde unterrichtete.

10. „Also verbleibt dem Volk Gottes noch eine Sabbatruhe“ (Hebräer 4,9; Einheitsübersetzung).

Der zehnte Grund für den Sabbat ist, dass er uns an die herrliche Zukunft erinnern soll, die der Welt bevorsteht, wenn die Erde erneuert wird.

Im Hebräerbrief wird die Aussicht auf diese Zukunft gebraucht, um die gläubigen Hebräer zum Durchhalten anzuspornen. So lesen wir Folgendes: „Denn hätte schon Josua sie in das Land der Ruhe geführt, so wäre nicht von einem anderen, späteren Tag die Rede. Also verbleibt dem Volk Gottes noch eine Sabbatruhe. Denn wer in seine Ruhe eingegangen ist, der ruht auch selbst von seinen Werken aus, wie Gott von den seinigen. Bemühen wir uns also, in jene Ruhe einzugehen, damit niemand aufgrund des gleichen Ungehorsams zu Fall kommt!“ (Hebräer 4,8-11; Einheitsübersetzung).

Das Anchor Bible Dictionary stellt zur Bedeutung des Wortes „Sabbatruhe“ fest: „Das Wort ,Sabbatruhe‘ [vgl. dazu den Wortlaut der Einheitsübersetzung] ist die Übersetzung des [griechischen] Wortes ,sabbatismos‘, eines einzigartigen Wortes im Neuen Testament. Dieses Wort kommt auch bei Plutarch vor im Sinne des Haltens des Sabbats, und in vier nachbiblischen christlichen Schriften, die sich nicht auf Hebräer 4, Vers 9 stützen, und bedeutet die ,Sabbatfeier‘ am siebenten Tag“ (Seite 855; Hervorhebung durch uns).

Der Sabbat erinnert uns also nicht nur an die Vergangenheit und die Gegenwart, sondern auch an die Zukunft. Er erinnert an die Vergangenheit, wenn wir an Gottes Schöpfung denken; an die Gegenwart, wenn wir Gott als unseren Erlöser betrachten; und an die Zukunft, wenn wir uns auf das tausendjährige Reich Gottes freuen, mit Jesus Christus als König aller Könige.

Wir haben in diesem Beitrag gesehen, dass Gott uns mindestens zehn Gründe für den Sabbat offenbart. Wir wollen für jeden dieser Gründe dankbar sein und dieses Geschenk Gottes für die vielen Zwecke verwenden, die er damit verbunden hat.

Mehr Informationen über den Sabbat finden Sie in unserer kostenlosen Broschüre Der biblische Ruhetag – Samstag oder Sonntag?, die Sie bei uns bestellen oder im Internet als PDF-Datei bzw. E-Book herunterladen können.

– GN Mai-Juni 2019 PDF-Datei dieser Ausgabe

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