„Der Erstgeborene von den Toten“: Was bedeutet das?

Der Apostel Paulus nannte Jesus Christus „den Erstgeborenen von den Toten“. Wenn Jesus „der Erstgeborene“ von den Toten ist, dann werden andere später folgen. Was sagt uns die Bibel über dieses wichtige Thema? Das sollten Sie wissen, denn es geht um Ihre Zukunft!

Von Peter Eddington

Gott schafft sich eine Familie, deren Mitglieder aus Geist bestehen und die auf der göttlichen Ebene leben werden. Zu dieser Familie können auch Sie gehören! Als Jesus sein Grab verließ, leitete er eine Wende im Schicksal der Menschheit ein. Mit seiner Auferstehung und seiner Auffahrt zum Thron Gottes war Jesus der Erste von vielen, die als Geistwesen in der Gegenwart Gottes leben werden.

Bisher besteht die Gottfamilie aus zwei Wesen, nämlich Gott und dem Wort (Johannes 1,1-2). Vor etwa 2000 Jahren wurde das Wort zu einem Menschen in der Gestalt von Jesus Christus, dem Sohn Gottes (Vers 14). Nach seinem irdischen Leben und Tod wurde Jesus zu einem Leben als Geistwesen auferweckt. Dadurch wurde er zum „Erstgeborene[n] von den Toten“ (Kolosser 1,18) und zum „Erstgeborene[n] . . . unter vielen Brüdern“ (Römer 8,29).

Wer sind denn nun diese „vielen Brüder“? Es sind Gottes Getreue, die zur Zeit der Auferstehung zu unsterblichen Geschwistern Jesu Christi in der Familie Gottes werden sollen, denn unser jetziges irdisches Leben ist erst der Anfang! Es geht dabei aber nicht darum, dass wir in den Himmel kommen, wie wir noch sehen werden.

Wir wollen uns in diesem Beitrag mit den Aussagen der Schrift zu diesem wichtigen Thema befassen.

Nachkommen Gottes, nach seinem Ebenbild

Wie bereits erwähnt, wurde Jesus durch seine Auferstehung von den Toten zum Erstgeborenen von vielen Brüdern, was im Sprachgebrauch der Bibel auch Schwestern mit einschließt. Mit anderen Worten, es werden Christus auch andere Auferstandene folgen. In einer Rede in Athen sagte Paulus, einige griechische Dichter zitierend, dass wir „göttlichen Geschlechts“ sind (Apostelgeschichte 17,29).

Das griechische Wort, das hier mit „Geschlecht“ übersetzt wird, ist genos. Andere Übersetzungen davon wären: „Verwandtschaft“, „Rasse“, „Stamm“, „Familie“ und „Art“. Unsere Art ist die Art der Gottfamilie.

Auch in den hebräischen Schriften des Alten Testaments ist dieser Gedanke zu finden. So werden Menschen von Gott als „Götter“ und „Söhne des Höchsten“ bezeichnet (Psalm 82,6). Nach biblischem Sprachgebrauch schließt „Söhne“ auch Töchter mit ein. Nachkommen eines Lebewesens sind von derselben Art wie das Lebewesen selbst. Beispielsweise sind die Nachkommen von Menschen auch Menschen. Somit sind die Nachkommen Gottes auch Götter. Das bestätigte Jesus selbst in Johannes 10, Verse 34-36, wo er diese Stelle aus Psalm 82 zitierte.

Auch wenn in Psalm 82 Menschen Götter genannt werden, werden sie dennoch als sündhaft und sterblich bezeichnet. Das heißt, sie sind erst Götter im Werden.

Der Mensch ist zwar nach dem Ebenbild Gottes geschaffen, aber ihm fehlen noch die Macht, das Wesen und die Herrlichkeit Gottes. Dennoch hat er das Potenzial, in den Besitz dieser Eigenschaften zu gelangen. Er kann so werden wie Gott und Christus heute sind, denn Jesus war erst „der Erstgeborene unter vielen Brüdern“.

In Kolosser 1, Vers 18 nennt Paulus Christus den Erstgeborenen von den Toten. Damit ist u. a. gemeint, dass Jesus den Weg ins Reich Gottes zugänglich gemacht hat, denn dadurch können sich seine treuen Nachfolger auf ihre eigene Auferstehung verlassen. So heißt es in Hebräer 6, Verse 19-20:

„Diese [Hoffnung] haben wir als einen sicheren und festen Anker unsrer Seele, der auch hineinreicht bis in das Innere hinter dem Vorhang. Dahinein ist der Vorläufer für uns gegangen, Jesus, der ein Hoherpriester geworden ist in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.“

Jesus hat den Tod überwunden und ist der Vorläufer, der erste Auferstandene, der vielen anderen den Weg ins ewige Leben gebahnt hat. Wie wir bereits in Römer 8, Vers 29 gesehen haben, ist er der „Erstgeborene unter vielen Brüdern“.

Welche Schlüsse können wir daraus ziehen? Die Bibel lässt keinen Zweifel daran, dass es nach Christus auch weitere Auferstandene geben wird. Wie Paulus in Römer 6, Vers 5 erklärt: „Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.“

Es geht hier nicht um eine Auferstehung zu einer Fortsetzung dieses irdischen Lebens, sondern es geht um eine Verwandlung zu einer Art Lebewesen, die nicht mehr sterben kann. Aber es hat nichts mit einem Leben im Himmel zu tun.

Die Auferstehung der Erstlinge

Die Bibel berichtet von mehreren Auferstehungen zum irdischen Leben. Das vielleicht eindrucksvollste Beispiel ist die Wiedererweckung des Lazarus (Johannes 11). Die Menschen, von denen in diesen Berichten die Rede ist, sind aber dadurch nicht unsterblich geworden.

Paulus unterscheidet deutlich zwischen denen, die gestorben und zum irdischen Leben wiedererweckt worden sind, und denen bei der künftigen Auferstehung der Erstlinge Gottes: „Unser Bürgerrecht aber ist im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Jesus Christus, der unsern nichtigen [d. h. physischen] Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann“ (Philipper 3,20-21; siehe auch 2. Korinther 5,1-5).

Paulus spricht von einem zukünftigen Leben auf einer ganz anderen Ebene. Wie er schreibt, wird Christus „unseren nichtigen Leib verwandeln“, damit er „seinem verherrlichten Leibe“ gleich wird. Diese Verwandlung ist das Thema eines ganzen Kapitels im ersten Korintherbrief (Kapitel 15). Dort fängt Paulus mit einer Bestätigung der Auferstehung Christi an, geht aber dann über zu einer Erklärung der Auferstehung der Nachfolger, die in Jakobus 1, Vers 18 „Erstlinge“ genannt werden. Jesus ist aber der erste und damit vorrangige Erstling (1. Korinther 15,20-23).

Die Auferstehung der Erstlinge beschreibt Paulus so:

„Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib . . . Der erste Mensch, Adam, ‚wurde zu einem lebendigen Wesen‘, und der letzte Adam [Jesus Christus] zum Geist, der lebendig macht . . . Und wie wir getragen haben das Bild des irdischen [d. h. Adams], so werden wir auch tragen das Bild des himmlischen [d. h. des Christus]. Das sage ich aber, liebe Brüder, dass Fleisch und Blut das Reich Gottes nicht ererben können“ (1. Korinther 15,44.49-50). So wie der Körper Christi aus Geist besteht, so wird auch unser Körper aus Geist bestehen.

Aus diesem Kapitel geht u. a. hervor, dass auch wahre Christen erst ins Reich Gottes eintreten können, wenn Christus zur Erde zurückkehrt. An die Wiederkehr Christi werden wir durch den Posaunentag erinnert, einen jährlichen biblischen Festtag (vgl. dazu 3. Mose 23,24-25), der im September oder Oktober gefeiert wird. Bei der Wiederkehr Christi, wenn die letzte Posaune erschallt, werden die Toten in Christus auferstehen und wird Gott die Ernte seiner Erstlinge einsammeln.

Wir lesen in 1. Korinther 15, Verse 51-52: „Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden“ (siehe auch 1. Thessalonicher 4,16). In jener Schicksalsstunde werden die Nachfolger Christi an der Auferstehung teilnehmen, „die besser ist“ (Hebräer 11,35).

Das griechische Wort, das in Kolosser 1, Vers 15 als „der Erstgeborene“ übersetzt ist, lautet prototokos. Nach dem Greek-English Lexicon of the New Testament and Other Early Christian Literature bezieht sich dieses Wort auf „Christus als Erstgeborenen einer neuen Menschheit, die verherrlicht werden soll, wie ihr erhabener Herr verherrlicht ist“.

Damit wird die Aussage in Kolosser 1, Vers 18 erhellt, wo es heißt, dass Christus „der Erstgeborene von den Toten [ist], damit er in allem der Erste sei.“ Er ist der Erste, der von den Toten aufersteht, das heißt, in einer Auferstehung zum Leben auf der Geistebene.

Die Menschen, die in diesem Zeitalter vor der Wiederkehr Christi als Erstlinge in die Kirche Gottes berufen sind, werden auch die „Gemeinde der Erstgeborenen“ genannt (Hebräer 12,23). Jesus ist sowohl der erste der Erstlinge des Heils, als auch der erste der Erstgeborenen. Nach diesen Erstgeborenen werden noch andere Menschen folgen. Sie sollen in künftigen Zeitaltern in die Familie Gottes aufgenommen werden, wenn der ganzen Welt die Erlösung zugänglich gemacht wird.

Kommen Sie nach Ihrem Tod in den Himmel?

Im abgewandelten Christentum unserer Zeit wird gemeinhin angenommen, dass wir nach dem Tod in den Himmel kommen. Dieser Glaube widerspricht jedoch der Lehre der Bibel. In Johannes 3, Vers 13 heißt es: „Und niemand ist gen Himmel aufgefahren außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn.“ Als Johannes gegen Ende des ersten nachchristlichen Jahrhunderts diese Worte schrieb, waren alle Helden des Glaubens aus dem Alten Testament und auch die meisten Apostel, die im Neuen Testament erwähnt werden, bereits gestorben.

In der Apostelgeschichte finden wir eine Rede, die der Apostel Petrus am Gründungstag der Kirche zu Pfingsten hielt. Er sagte: „[Der Erzvater David] ist gestorben und begraben, und sein Grab ist bei uns bis auf diesen Tag . . . Denn David ist nicht gen Himmel gefahren“ (Apostelgeschichte 2,29. 34). Mit anderen Worten, selbst David – ein Mann nach Gottes Herzen (Apostelgeschichte 13,22) – ruht in seinem Grab und wartet auf die Auferstehung bei der Wiederkehr Christi. Außer Jesus Christus ist bisher niemand in den Himmel gefahren oder zum ewigen Geistleben auferstanden.

Wenn also Jesus als König aller Könige und Herr aller Herren zur Erde zurückkehrt, wird er dann die Heiligen, seine Nachfolger in diesem Zeitalter, sammeln und zum Himmel bringen? Die überraschende Antwort der Bibel ist „nein“. Die Heiligen werden mindestens eintausend Jahre lang mit Christus auf der Erde herrschen.

Im letzten Kapitel der Bibel spricht Jesus von seiner Wiederkehr zur Erde, um das Reich Gottes zu errichten, und sagt: „Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind“ (Offenbarung 22,12).

Wenn Jesus zurückkehrt, wird er unsere Belohnung mitbringen. Er wird seinen Thron auf der Erde aufstellen und die Heiligen werden mit ihm nicht im Himmel, sondern auf der Erde dienen.

Eine weitere Bestätigung dafür, dass wir nicht im Himmel, sondern auf der Erde leben werden, finden wir in Offenbarung 5, Vers 10, wo es heißt, dass die auferstandenen Heiligen mit Christus „auf Erden“ herrschen werden. Ähnliches ist in Offenbarung 20, Vers 6 zu lesen: „Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.“ Jesus wird auf der Erde herrschen (Offenbarung 11,15; Daniel 7,14. 27). Wenn die Heiligen also mit Christus herrschen, werden auch sie auf der Erde sein!

Ja, die auferstandenen Heiligen werden Christus tausend Jahre lang dienen. Sie werden als unsterbliche Geistwesen auf der Erde herrschen. Der Tod wird ihnen nichts mehr anhaben können. Eine solche herrliche Zukunft steht den Heiligen Gottes bevor!

Kein großes Geheimnis

Ein zum Glaubensgerüst von Millionen gehörender großer Irrtum ist die Vorstellung einer „heimlichen Entrückung“, die angeblich vor der Großen Trübsal bzw. der Wiederkehr Christi stattfinden soll. Wahr ist, dass die Auferstehung der Heiligen bei der Wiederkehr von Christus in Macht und Herrlichkeit stattfinden wird. Sie wird der ganzen Menschheit sichtbar sein. Sie wird nicht in einem geheimen Winkel geschehen.

Wenn Jesus beim Schall der siebten Posaune zurückkehrt, „werden . . . alle Geschlechter auf Erden [wehklagen] und . . . den Menschensohn . . . auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit [kommen sehen]. Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden“ (Matthäus 24,30-31).

Alle Menschen, ja alle Stämme und Völker, werden die Wiederkehr Jesu miterleben! In dem Augenblick werden die Heiligen, die Auserwählten, auferstehen und gesammelt werden. Das wird ein nicht zu übersehendes Ereignis sein. Es wird nicht hinter verschlossenen Türen passieren. Die Lehre von der heimlichen Entrückung ist eine Irrlehre, die auf einer Fehlinterpretation vieler Bibelstellen zur Auferstehung beruht.

Gottes große Bestimmung für Sie

Gottes Bestimmung für den Menschen ist, uns durch die Auferstehung ewiges Leben in seiner Familie zu schenken. Wir sollen seine Nachkommen werden und auf seiner Ebene existieren. Deswegen nannte Paulus Jesus den „Erstgeborene[n] unter vielen Brüdern“. Wenn Gott Sie heute beruft, wie können Sie sicherstellen, dass Sie zu den Geschwistern Christi gerechnet werden, die ewiges Leben im Reich Gottes ererben sollen?

Im Buch Offenbarung finden wir einen Schlüssel zur Antwort auf diese Frage. „Und der Drache [Satan, der Teufel] wurde zornig über die Frau und ging hin, zu kämpfen gegen die Übrigen von ihrem Geschlecht, die Gottes Gebote halten und . . . das Zeugnis Jesu [haben]“ (Offenbarung 12,17). Zu den Merkmalen derjenigen, die an der Auferstehung und der Belohnung teilhaben werden, gehört somit, dass sie Gottes Gebote halten und das Zeugnis Jesu haben.

Man sieht also, es geht um mehr als nur darum, Jesus als Heiland anzunehmen. Dieser Annahme muss ein neuer Lebenswandel folgen. Man muss die Gebote Gottes halten und das Zeugnis Jesu haben. Man muss Mühe aufwenden.

Die Zeit duldet keinen Aufschub

Wir können Gott dafür dankbar sein, dass es eine Auferstehung geben wird, in der treue Christen unseren zurückkehrenden Herrn und Heiland Jesus Christus bei seiner Wiederkehr in der Luft treffen werden. Das ist die große Hoffnung für alle, die auf Gott vertrauen und an seine Bestimmung für ihr Leben glauben. Deswegen dürfen wir nicht zögern, unsere Beziehung zu Gott und seinem Sohn zu pflegen.

Fangen Sie also heute an! Nähern Sie sich Gott in Gebet und bitten Sie um seine Hilfe bei der Erfüllung seines Willens. Bleiben Sie Gott, dem Vater, und Jesus Christus nahe und legen Sie Ihre Zukunftsängste ab. Vertrauen Sie auf die Hoffnung der Auferstehung im Bewusstsein, dass Jesus der Erstgeborene von den Toten und der Erstgeborene unter vielen Brüdern ist!

– GN Mai-Juni 2019 PDF-Datei dieser Ausgabe

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