Was fordert Gott von uns,
damit wir das ewige Leben erlangen?

Von Don Henson

Gottes Verheißung für alle, die an Jesus Christus als Erlöser glauben und sein Sühneopfer annehmen, ist ewiges Leben. Haben wir aber eine Verantwortung über den Glauben an Jesus hinaus? Fordert Gott etwas von uns, damit wir das ewige Leben erlangen können?

In dem Bibelvers, der in die meisten Sprachen und Dialekte übersetzt worden ist, betonte Gott seine Bereitschaft, ewiges Leben denen zu geben, die an seinen Sohn glauben: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Johannes 3,16).

Mit dieser Bibelstelle als Beleg sind viele Menschen der Meinung, daß man Jesus Christus als persönlichen Erlöser nur annehmen müsse, und damit sei der Erhalt des ewigen Lebens gesichert. Ist das aber die Lehre der Bibel?

Was bedeutet „die an ihn glauben“? In diesem Halbsatz, „die an ihn glauben“, steckt mehr als nur an die Person Jesus Christus zu glauben. Es bedeutet nämlich gleichzeitig auch zu glauben, was Jesus sagt. Es bedeutet, Jesus nachfolgen zu wollen.

Es beinhaltet auch, daß wir glauben, daß Christus für unsere Sünden den Opfertod erlitten hat und daß wir das Opfer Christi in der richtigen Art und Weise achten und es annehmen zur Vergebung unserer Sünden. Dann vergibt uns Gott unsere Sünden. Er wischt die Sünden ab, so daß sie nicht mehr da sind.

Wir selbst können uns nicht von unseren begangenen Sünden befreien. Auch wenn wir jetzt in der Lage wären, ein hundertprozentig Gott wohlgefälliges Leben zu führen, würden wir von den bereits begangenen Sünden nicht loskommen. Da die Sünde aber den Tod nach sich zieht, hätten wir, trotz unserer Anstrengung richtig zu leben, den ewigen Tod zu erwarten.

Nur durch das Opfer Jesu Christi können wir von Gott die Vergebung unserer Sünden erhalten. Gott befreit uns so vom ewigen Tod und schenkt uns das ewige Leben.

Dieses Geschenk des ewigen Lebens ist Ausdruck von Gottes Liebe zur Menschheit. Der Apostel Paulus erklärte es folgendermaßen: „Auch ihr wart tot durch eure Übertretungen und Sünden ... Aber Gott, der reich ist an Barmherzigkeit, hat in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, auch uns, die wir tot waren in den Sünden, mit Christus lebendig gemacht – aus Gnade seid ihr selig geworden“ (Epheser 2,1. 4-5).

In seinen weiteren Ausführungen im gleichen Kapitel stellt Paulus fest, wie wir das ewige Leben erhalten: „Denn aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch: Gottes Gabe ist es, nicht aus Werken, damit sich nicht jemand rühme“ (Verse 8-9).

Niemand kann ewiges Leben verdienen

Obige Bibelstellen machen klar, daß wir ewiges Leben durch die Gnade Gottes und den Glauben an Jesus Christus erhalten. Ewiges Leben ist Gottes Geschenk, das wir nicht verdienen und uns nicht erarbeiten können. Niemand wird behaupten können, daß er ewiges Leben verdient hat oder daß ihm ewiges Leben aufgrund seiner eigenen Gerechtigkeit zusteht. Da das Heil ein Geschenk Gottes an uns ist, können wir es auch nicht fordern, als hätten wir es verdient. Sonst wäre es kein Geschenk!

Aber zurück zu der eingangs gestellten Frage: Fordert Gott irgend etwas von uns, damit wir sein wunderbares Geschenk des ewigen Lebens erhalten können?

Wenn es irgend jemanden gibt, der uns fachkundige Auskunft geben kann, dann ist es Jesus Christus. Schließlich ist er derjenige, der mit seinem Leben das ewige Leben für uns möglich gemacht hat. Die Bibel nennt ihn den „Urheber des ewigen Heils“: „So hat er, obwohl er Gottes Sohn war, doch an dem, was er litt, Gehorsam gelernt. Und als er vollendet war, ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber des ewigen Heils geworden“ (Hebräer 5,8-9; alle Hervorhebungen durch uns).

Ewiges Leben resultiert aus dem Glauben. Was bedeutet dann diese Bibelstelle, in der es heißt, daß Jesus für diejenigen der Urheber des Heils geworden ist, „die ihm gehorsam sind“? Das ewige Leben ist Gottes Geschenk an uns, das wir nicht verdienen können. Was hat der Gehorsam mit dem ewigen Leben zu tun? Wenn wir etwas tun müssen, um Gottes Geschenk zu erhalten, wie kann es dann ein Geschenk sein?

Christus definiert den Weg zum ewigen Leben

Da Jesus der Urheber unseres Heils ist, lohnt es sich, seine Belehrung näher zu untersuchen, um zu sehen, wie wir ewiges Leben erlangen können.

Jesus führte viele Diskussionen mit den Pharisäern, den religiösen Führern seiner Zeit, die die strenge Einhaltung ihrer Auslegung des Gesetzes Gottes forderten. Obwohl Jesus viele Meinungsverschiedenheiten mit den Pharisäern hatte, sagte er niemals, daß der Gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes unnötig oder gar falsch wäre.

Im Gegenteil: Jesus betonte ausdrücklich, daß unsere Gerechtigkeit über die Gerechtigkeit der Pharisäer hinausgehen muß, wenn wir ins Reich Gottes eingehen wollen (Matthäus 5,20).

Das Problem der Pharisäer war, daß sie den Grund für den Gehorsam gegenüber dem Gesetz Gottes nicht verstanden. Dieses mangelnde Verständnis prangerte Jesus an: „Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr den Zehnten gebt von Minze, Dill und Kümmel und laßt das Wichtigste im Gesetz beiseite, nämlich das Recht, die Barmherzigkeit und den Glauben! Doch dies sollte man tun und jenes nicht lassen“ (Matthäus 23,23).

Einerseits lobte Jesus die Pharisäer und die Schriftgelehrten für ihren Gehorsam, meinte aber, daß sie etwas Wichtiges übersehen hatten: Sie hatten die viel wichtigeren Lektionen nicht gelernt, die aus dem Gehorsam gegenüber Gott resultieren sollten und die der eigentliche Grund für den Gehorsam waren. Christus betonte, daß der Gehorsam kein Zweck an sich sei, sondern uns helfen solle, die göttliche Sichtweise von Recht, Barmherzigkeit und Glauben zu lernen.

In Matthäus 7, Vers 21 finden wir eine weitere bemerkenswerte Feststellung Jesu: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.“ Jesus macht deutlich, daß es nicht ausreicht, ihn Herr und Meister zu nennen. Darüber hinaus müssen wir etwas tun. Jesus sagte, daß wir den Willen unseres himmlischen Vaters tun müssen.

Wie verhält sich aber die Ermahnung Jesu, wir müssen den Willen des Vaters tun, um ins Himmelreich zu kommen, mit der Vorstellung, daß das ewige Leben ein Geschenk ist? Werden wir nicht deshalb gerettet, weil wir an Jesus Christus glauben?

Wahrig Deutsches Wörterbuch definiert Glauben als unerschütterliches Vertrauen bzw. als gefühlsmäßige Überzeugung. Jesus möchte, daß wir verstehen, daß das Erlangen des ewigen Lebens von mehr abhängt als nur von einer gefühlsmäßigen Überzeugung, daß er unser Erlöser ist. Unsere Überzeugung, daß Jesus unser Erlöser ist, muß mehr sein als nur ein tröstlicher Gedanke oder ein intellektuelles Konzept – eine emotionale oder intellektuelle „Bekehrung“. Jesus warnt uns davor, ihn anzuerkennen oder „Herr“ zu nennen, ohne daß entsprechende Taten folgen. Jesus lehrte, daß Gott das Vorzeigen unseres Glaubens fordert, indem wir mit einer gehorsamen Geisteshaltung den Willen des Vaters tun.

Jesu Nachfolge bedeutet ein verändertes Leben

Jesus Christus betonte, daß seine Jünger als seine Nachfolger Mühe aufwenden und Opfer bringen müssen. Die Annahme Jesu als persönlichen Erlöser bringt Herausforderungen und oft schwierige Entscheidungen mit sich: „Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir. Denn wer sein Leben erhalten will, der wird’s verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird’s finden“ (Matthäus 16,24-25).

Diese Art Nachfolge umfaßt viel mehr als nur die geistige Akzeptanz. Die wahre Nachfolge Jesu Christi umfaßt eine vollständige Veränderung unserer Prioritäten fürs Leben. Wir gehören nicht mehr uns selbst, sondern Gott hat uns teuer erkauft – nun sind wir sein Eigentum (1. Korinther 6,20). Wenn wir nun das tun, was wir wollen, werden wir unser Leben verlieren. Statt dessen fordert Gott von uns, das zu tun, was Jesus uns gebietet.

Dazu gehört ein lebendiger, überzeugter Gehorsam gegenüber dem Willen Gottes, mit dem wir unseren Glauben an Jesu Sühneopfer für uns und seine Führung in unserem Leben ausdrücken. Dieses Prinzip spiegelt sich in dem Gleichnis der anvertrauten Pfunde wider, das wir in Lukas 19, Verse 11-27 finden. In dem Gleichnis vergleicht sich Jesus mit einem Fürsten, der sich auf eine weite Reise begibt. Vor seiner Abreise vertraut er seinen Knechten Pfunde – Geld – an und weist sie an, damit in seiner Abwesenheit zu handeln.

Bei seiner Rückkehr fordert der Fürst Rechenschaft von seinen Knechten. Er belohnt zwei seiner Knechte, weil sie die anvertrauten Pfunde mehrten. Der dritte Knecht hingegen behauptete, er habe Angst vor dem Verlust des anvertrauten Pfundes gehabt und deshalb habe er es nicht investiert.

Die Angst dieses Knechtes und sein daraus resultierender Ungehorsam gegenüber dem Willen seines Herrn bewiesen seine Untreue. Dieses Gleichnis veranschaulicht das Prinzip, daß Gehorsam, Taten und geistliches Wachstum unseren Glauben zur Schau stellen. Außerdem zeigt uns dieses Gleichnis, daß der Gehorsam die Resultate und Errungenschaften hervorbringt, die Gott von uns erwartet. Auf der anderen Seite zeugt unsere Weigerung zu gehorchen vom mangelnden Glauben und wird zu unserer Verurteilung führen.

Der Anfang einer lebenslänglichen Verpflichtung

Eine weitere in diesem Gleichnis enthaltene Lektion ist die Erkenntnis, daß unsere Annahme Jesu Christi als Erlöser nicht der Abschluß, sondern erst der Anfang unseres Wandels mit Gott ist. Paulus drückte dies wie folgt aus: „Auch euch, die ihr einst fremd und feindlich gesinnt wart in bösen Werken, hat er nun versöhnt durch den Tod seines sterblichen Leibes, damit er euch heilig und untadelig und makellos vor sein Angesicht stelle; wenn ihr nur bleibt im Glauben, gegründet und fest, und nicht weicht von der Hoffnung des Evangeliums, das ihr gehört habt und das gepredigt ist allen Geschöpfen unter dem Himmel“ (Kolosser 1,21-23).

Ist Ihnen aufgefallen, daß das ewige Leben an eine Bedingung geknüpft ist? Um „heilig und untadelig“ vor Gott zu bleiben, müssen wir „im Glauben“ bleiben. Wir müssen etwas tun, wir müssen treu sein.

Die Bekehrung ist erst der Anfang von Gottes Wirken in uns. Nicht nur das: Die Bekehrung ist auch der Anfang unseres Wirkens für Gott. Das ewige Leben zu erhalten bedeutet mehr, als daß wir uns nach der Taufe zurücklehnen und in passiver Haltung darauf warten, daß Gott uns unsterblich macht. Wir verstehen, daß das ewige Leben sein Geschenk ist und daß unser Gehorsam uns dieses Geschenk nicht „verdienen“ läßt. Außerdem sollten wir verstehen, daß wir Gott in uns wirken lassen müssen, indem wir unseren Glauben durch Gehorsam unter Beweis stellen.

Wir haben bereits den Abschnitt in Epheser 2 angeführt, in dem Paulus klarstellt, daß wir durch Gottes Gnade und nicht durch unsere eigenen Werke gerettet werden. Aber Paulus beendet seine Ausführungen über unser Erlangen des ewigen Lebens durch Gottes Gnade wie folgt:

„Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, daß wir darin wandeln sollen“ (Epheser 2,10). Paulus betonte, daß der Zweck unserer Errettung durch Jesu Sühneopfer der Anfang eines neuen Lebens der guten Werke ist.

Gehorsam und Hingabe sind erforderlich

Ein wohlhabender junger Mann kam zu Jesus und fragte ihn, wie er das ewige Leben erhalten könne: „Meister, was soll ich Gutes tun, damit ich das ewige Leben habe?“ (Matthäus 19,16). Christi Antwort mag einige schockieren, die der Überzeugung sind, der Gehorsam gegenüber Gottes Gesetz sei nicht notwendig: „Er aber sprach zu ihm: Was fragst du mich nach dem, was gut ist? Gut ist nur Einer. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote“ (Vers 17).

Jesu Antwort lautete nicht, daß nichts außer dem Glauben an Gott notwendig sei. Er sagte dem jungen Mann, daß er die Gebote Gottes halten müsse, um das Geschenk des ewigen Lebens zu erhalten. Jesus sagte auch nicht, daß man mit dem Gehorsam das ewige Leben verdienen könne, denn es gibt nichts, womit man es verdienen könnte. Trotzdem stellte Jesus klar, daß der Gehorsam erforderlich ist. Ohne Gottes Gnade können wir das ewige Leben unmöglich erlangen, aber diese grundsätzliche Wahrheit befreit uns nicht von der Verpflichtung, Gott zu gehorchen.

Ewiges Leben ist Gottes Geschenk an uns, und es ist kein „billiges“ Geschenk. Dieses Geschenk kostete Jesus Christus sein Leben. Jesus, der Sohn Gottes, opferte sein Leben, damit wir dieses kostbarste aller Geschenke erhalten können.

In ähnlicher Weise erwartet er von uns, daß wir unser Leben aufgeben, um ewiges Leben zu erhalten: „Wenn jemand zu mir kommt und haßt nicht seinen Vater und die Mutter und die Frau und die Kinder und die Brüder und die Schwestern, dazu aber auch sein eigenes Leben, so kann er nicht mein Jünger sein; und wer nicht sein Kreuz trägt und mir nachkommt, kann nicht mein Jünger sein“ (Lukas 14,26-27; Elberfelder Bibel).

Unsere Liebe zu Jesus Christus und unsere Hingabe ihm gegenüber müssen uns wichtiger sein als irgendeine andere Beziehung. Jeder von uns muß willens sein, „sein Kreuz“ zu tragen, indem wir Jesus trotz der größten Herausforderungen des Lebens treu nachfolgen.

Jesus ermahnt uns, die Kosten seiner Nachfolge und die Bedingungen, die er dafür stellt, zu überschlagen: „So auch jeder unter euch, der sich nicht lossagt von allem, was er hat, der kann nicht mein Jünger sein“ (Vers 33). Jesus opferte sein Leben für uns; wir müssen bereit sein, unser Leben aufzugeben, um seine Nachfolger zu werden.

Jesus betonte, daß unser Gehorsam lediglich die Minimalanforderung ist, die Gott erwartet: „Wer unter euch hat einen Knecht, der pflügt oder das Vieh weidet, und sagt ihm, wenn der vom Feld heimkommt: Komm gleich her und setz dich zu Tisch? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir das Abendessen, schürze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe; danach sollst du auch essen und trinken? Dankt er etwa dem Knecht, daß er getan hat, was befohlen war? So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprecht: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren“ (Lukas 17,7-10).

Wenn ein Knecht die Minimalanforderung seines Herrn erfüllt, hat er damit lediglich seine Pflicht getan – so nach Jesu Christi Worten. Dies hilft uns zu verstehen, daß unser Gehorsam unsere Pflicht ist, die von Gott vorausgesetzt wird, damit er uns das Geschenk des ewigen Lebens erteilen kann.

In Matthäus 16, Vers 27 weist Jesus auf das bedeutsame Verhältnis zwischen Werken und dem ewigen Leben hin: „Denn es wird geschehen, daß der Menschensohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln, und dann wird er einem jeden vergelten nach seinem Tun.“ Nach unseren Taten – unserer Lebensführung – wird uns Jesus Christus bei seiner Rückkehr richten und belohnen: „Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind. Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Selig sind, die ihre Kleider waschen, daß sie teilhaben an dem Baum des Lebens und zu den Toren hineingehen in die Stadt“ (Offenbarung 22,12-14).

Gehorsam: Nachweis des Glaubens

Durch unseren Glauben an Jesus Christus will Gott uns ewiges Leben schenken. Was hat der Gehorsam gegenüber Gott damit zu tun?

Unser Gehorsam ist nicht unser Bemühen, uns selbst gerecht zu machen oder Gottes Gunst zu erlangen. Statt dessen ist der Gehorsam der Ausdruck unseres Glaubens an Gottes Verheißungen. Obwohl wir wissen, daß Gott unseren Gehorsam erwartet, leisten wir diesen Gehorsam nicht widerwillig. Nein, unser Gehorsam ist unser bereitwilliger Ausdruck der Liebe und Dankbarkeit für alles, was Gott für uns tut. Er ist der zuversichtliche und enthusiastische Ausdruck unseres Glaubens an Gottes Verheißungen, „denn wer zu Gott kommen will, der muß glauben, daß er ist und daß er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt“ (Hebräer 11,6).

Der Apostel Johannes bestätigt, daß Glauben und Gehorsam keine Gegensätze sind, sondern eng miteinander verbunden sind: „Denn das ist die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer. Denn alles, was von Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat. Wer ist es aber, der die Welt überwindet, wenn nicht der, der glaubt, daß Jesus Gottes Sohn ist?“ (1. Johannes 5,3-5).

Durch Gehorsam drücken wir unseren Glauben an Jesus aus, überwinden die Welt und erfüllen den Zweck Gottes für unser Leben. Johannes fügt hinzu, daß das Halten der Gebote Gottes keine unzumutbare Last ist.

Um die Wichtigkeit des Glaubens zu untermauern, führte Paulus in Römer 4, Vers 13 aus, daß Abrahams Gerechtigkeit ihm durch den Glauben, nicht durch des Gesetzes Werke zuteil wurde. Wie hat Gott gewußt, daß Abraham des Glaubens ist?

Denken wir an Jesu Ermahnung in der bereits zitierten Bibelstelle in Matthäus 7, Vers 21. Lippenbekenntnisse sind nutzlos; ein Bekenntnis muß durch Taten – Gehorsam – nachgewiesen werden. In diesem Sinne bestätigte Jakobus den Glauben Abrahams: „Willst du nun einsehen, du törichter Mensch, daß der Glaube ohne Werke nutzlos ist? Ist nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerecht geworden, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehst du, daß der Glaube zusammengewirkt hat mit seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen geworden. So ist die Schrift erfüllt, die da spricht: Abraham hat Gott geglaubt, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden, und er wurde ein Freund Gottes genannt. So seht ihr nun, daß der Mensch durch Werke gerecht wird, nicht durch Glauben allein“ (Jakobus 2,20-24).

Mit unseren Werken verdienen wir nicht das Heil, aber sie zeugen von unserem Glauben, durch den wir gerettet werden. Ewiges Leben ist Gottes Geschenk, und der Gehorsam ist eine Voraussetzung dafür. Auf den ersten Blick scheinen sich diese beiden Feststellungen zu widersprechen. Wie Jesus Christus jedoch klar lehrte, gibt es Dinge, die wir tun müssen, wenn wir das ewige Leben ererben wollen. Dazu gehört nach Jesu Worten der Gehorsam, wie wir bereits gelesen haben.

Wenn Jesus wiederkommt, um die Menschen nach ihren Taten zu richten, wird er ein strenges Urteil den Menschen verkünden, die zwar an ihn geglaubt haben, aber ihren Glauben nie in bereitwilligem Gehorsam gegenüber Gottes Gesetz umsetzten: „Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!“ (Matthäus 7,23).

Jesus Christus und die Autoren der Bibel lehren die treue Hingabe gegenüber Gott, die durch das Halten seines Gesetzes ausgedrückt wird. Unser Gehorsam steht nicht im Widerspruch zum Glauben. Im Gegenteil: Gehorsam bestätigt den Glauben, Gehorsam zeugt vom Glauben. Durch ihren Gehorsam im Glauben folgen Christen dem Vorbild Abrahams, dessen Beispiel wir an dieser Stelle nochmals betonen möchten: „Ist nicht Abraham, unser Vater, durch Werke gerecht geworden, als er seinen Sohn Isaak auf dem Altar opferte? Da siehst du, daß der Glaube zusammengewirkt hat mit seinen Werken, und durch die Werke ist der Glaube vollkommen geworden“ (Jakobus 2,21-22). Gott fordert also Gehorsam von den Menschen, denen er das ewige Leben durch Glauben an Jesus Christus schenken will.

– INTERN Oktober 1999 PDF-Datei dieser Ausgabe

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