David: ein Mann nach Gottes Herzen

Das Leben des Königs David ist ein wichtiges Fallbeispiel eines Mannes, der in all den Höhen und Tiefen seines Lebens seine Orientierung an Gott behalten hat.

Von Jerold Aust

Die meisten Menschen machen eine Sache richtig und sind damit zufrieden. König David machte vieles richtig und war immer bereit, noch mehr zu tun.

Schon in seiner Jugend blieben Davids Überzeugungen seiner Familie und seinen Freunden nicht verborgen. Als David als Teenager ein israelitisches Militärlager besuchte, war er geschockt zu hören, wie arrogant Goliat, der Held der Philister, die Israeliten herausforderte: „Und der Philister sprach: Ich habe heute dem Heere Israels hohngesprochen, als ich sagte: Gebt mir einen Mann und lasst uns miteinander kämpfen“ (1. Samuel 17,10).

Kein einziger Israelit wagte es, sich dem Giganten entgegenzustellen, und genau das machte David wütend. „Was wird man dem geben, der diesen Philister erschlägt und die Schande von Israel abwendet?“ fragte er. „Denn wer ist dieser unbeschnittene Philister, der das Heer des lebendigen Gottes verhöhnt?“ (1. Samuel 17,26).

Was nun folgte, wurde zur Legende. Wie wurde dieser junge Mann, der in seinem bisherigen Leben vor allem Schafe gehütet, Poesie geschrieben und Lieder im Lichte der Nacht gesungen hatte, zu einem furchtlosen und gefürchteten Krieger? Sehen wir uns doch gemeinsam in der Bibel an, wie David mit der Zeit zum berühmtesten König Israels heranreifte.

Davids Leistungen waren enorm. Er eroberte Jerusalem und machte es zur Hauptstadt des Landes. Außerdem wiedervereinigte er die Israeliten zu einer starken Nation. In den 40 Jahren seiner Herrschaft erweiterte er Israel zu einem Reich, das sich von Ägypten bis nach Mesopotamien hin erstreckte. Wir sehen einen Mann mit vielen Talenten. Er war Schäfer, Poet, Musiker, Krieger und Staatsmann. Vor allem aber war er der Mann, der den Standard für alle ihm nachfolgenden Könige Israels und Judas setzte.

Als der jüngste der Söhne Isais war es seine Aufgabe, die Schafe zu hüten. Die Schafe zu hüten bringt mit sich, dass man viele Stunden alleine auf dem Feld verbringen muss. Es bietet aber auch die Gelegenheit, viel Zeit mit Gott zu verbringen und so eine ganz persönliche Beziehung zu ihm aufzubauen – eine Beziehung, die sich während Davids gesamten Lebens weiterentwickelte.

Die Geschichte seines Aufstiegs zum Throne Israels begann wohl eher ungewöhnlich. Es fing alles an, als Gott seinen Propheten Samuel losschickte, um denjenigen zu finden, der König Saul ersetzen sollte. Saul hatte sich durch sein schlechtes Verhalten vom Königsamt disqualifiziert, und Gott hatte sich für einen Nachfolger entschieden: den jungen David.

Äußerlichkeiten an zweiter Stelle

Gott befahl Samuel zum Hause Isais zu gehen, wo er einen der Söhne Isais zum nächsten König über Israel salben sollte. Samuel führte den Auftrag aus und sah sich einen Sohn nach dem anderen an. „Als sie nun kamen, sah er den Eliab an und dachte: Fürwahr, da steht vor dem Herrn sein Gesalbter“ (1. Samuel 16,6).

Samuel dachte, wie es wahrscheinlich die meisten von uns getan hätten: Er war sich sicher, dass der älteste Sohn Eliab mit seiner selbstbewussten Haltung und seinem beeindruckenden Aussehen derjenige wäre, den Gott wählen würde. „Aber der Herr sprach zu Samuel: Sieh nicht an sein Aussehen und seinen hohen Wuchs; ich habe ihn verworfen. Denn nicht sieht der Herr auf das, worauf ein Mensch sieht. Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an“ (1. Samuel 16,7).

Was für Gott zählt, ist das Herz eines Menschen, seine innerste Motivation und seine Einstellung: „Meine Hand hat alles gemacht, was da ist, spricht der Herr. Ich sehe aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und der erzittert vor meinem Wort“ (Jesaja 66,2). Eliabs makelloser Körper und gutes Aussehen qualifizierten ihn nicht für das Amt des nächsten Königs von Israel. Davids Herz jedoch tat es!

Einer nach dem anderen kamen Isais Söhne vor Samuel, um zu bestimmen, wer von ihnen denn nun König werden solle. Es war seinem Vater gar nicht eingefallen, überhaupt auch nur David holen zu lassen. Samuel war sehr erstaunt, als klar wurde, dass Gott keinen einzigen der anderen Söhne ausgewählt hatte. Also fragte er: „Sind das die Knaben alle?“ (1. Samuel 16,11).

Man sagte ihm, dass der jüngste Sohn noch auf der Weide die Schafe hütete. Samuel sagte: „Sende hin und lass ihn holen; denn wir werden uns nicht niedersetzen, bis er hierher kommt. Da sandte er hin und ließ ihn holen. Und er war bräunlich, mit schönen Augen und von guter Gestalt. Und der Herr sprach: Auf, salbe ihn, denn der ist’s. Da nahm Samuel sein Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn geriet über David von dem Tag an und weiterhin“ (Verse 12-13).

Aus diesen bescheidenen Anfängen kam Israels größter König. David hatte in jungen Jahren gelernt, Schafe zu hüten, nun wollte Gott ihn lehren, eine ganze Nation zu führen.

Nachdem er zum König gesalbt worden war, kehrte er zurück zu seinen Schafen, und es geschah erst etwas später, dass er seine Brüder am Schlachtfeld besuchte und dabei Goliats Herausforderung hörte.

Als David fragte, was mit demjenigen geschehen würde, der Goliat besiegte, wurden seine Worte dem König Saul gesagt. Neugierig geworden sandte der König nach ihm. David ließ sich weder von Israels König, noch von dem feindlichen Riesen einschüchtern. Er erzählte, wie er einst einen Löwen und einmal einen Bären besiegt hatte, die seine Schafherde bedrohten: „So hat dein Knecht den Löwen und den Bären erschlagen, und diesem unbeschnittenen Philister soll es ergehen wie einem von ihnen; denn er hat das Heer des lebendigen Gottes verhöhnt“ (1. Samuel 17,36).

Ein Kampf im Namen Gottes

Ohne Waffenrüstung trat David dem Giganten entgegen, in seiner Tasche nur ein paar ausgewählte Steine aus einem nahen Bach. Als Goliat sah, wie klein der junge David war, begann er sich über ihn lustig zu machen: „Und der Philister sprach zu David: Bin ich denn ein Hund, dass du mit Stecken zu mir kommst? Und der Philister fluchte dem David bei seinem Gott und sprach zu David: Komm her zu mir, ich will dein Fleisch den Vögeln unter dem Himmel geben und den Tieren auf dem Felde“ (Verse 43-44).

Davids Antwort zeigte keine Spur von Furcht: „David aber sprach zu dem Philister: Du kommst zu mir mit Schwert, Lanze und Spieß, ich aber komme zu dir im Namen des Herrn Zebaoth, des Gottes des Heeres Israels, den du verhöhnt hast. Heute wird dich der Herr in meine Hand geben“ (Verse 45-46). Was nun geschah, wurde noch zu Davids Lebzeiten legendär.

„Und David tat seine Hand in die Hirtentasche und nahm einen Stein daraus und schleuderte ihn und traf den Philister an die Stirn, dass der Stein in seine Stirn fuhr und er zur Erde fiel auf sein Angesicht. So überwand David den Philister mit Schleuder und Stein und traf und tötete ihn. David aber hatte kein Schwert in seiner Hand“ (Verse 49-50).

Saul und die gesamte israelitische Armee war geschockt, als sie Zeugen des Unmöglichen wurden. Ein unbekannter Hirtenjunge hatte den Riesen getötet. Die erschrockenen Philister flohen und das Blatt wendete sich für die Israeliten.

Ein eifersüchtiger König

Nachdem David Goliat getötet hatte, verlangte Saul, dass David im Palast wohne und einen militärischen Posten übernehme (1. Samuel 18,2. 5). Dies tat David und er erwies sich als ein treuer und weiser Anführer.

Als die Israeliten wieder einmal von einem erfolgreichen Feldzug gegen die Philister heimkamen, wurden Saul, David und die Armee vom Volk begrüßt. Als Saul die Frauen singen hörte, „Saul hat tausend erschlagen, aber David zehntausend“ (1. Samuel 18,7), wurde er sehr eifersüchtig auf David.

David diente weiterhin unter seinem eifersüchtigen und oftmals wütenden König. Saul versuchte mehrmals David zu töten, war aber niemals erfolgreich. Als sich die Umstände nicht besserten, sah David sich dazu gezwungen, vor Saul zu fliehen und mit einer kleinen Schar von Anhängern als Ausgestoßener zu überleben. Trotz aller Schwierigkeiten nutzte Gott die Zeit, in der David sich vor Saul verstecken musste, um David viele wichtige Lektionen zu lehren. Durch die Ängste und die Herausforderungen, die David erlebte, entwickelte er ein starkes Vertrauen in Gott und Entschlossenheit in allem, was er tat.

Zuerst floh David nach Nebo, wo er Vorräte für sich und seine Mannschaft besorgte. Außerdem erhielt er dort das Schwert des Riesen Goliat von dem Priester Ahimelech. Von Nebo ging es weiter nach Gad, tief ins Territorium der Philister. Dort war er zumindest sicher vor Saul. Nach und nach sammelten sich immer mehr Männer um ihn. Wie David waren sie Ausgestoßene der israelischen Gesellschaft. Zusammen bildeten sie den Anfang und den harten Kern von Davids ausgezeichneter Kampftruppe.

Als David nach Judäa zurückkehrte, hörte Saul davon, dass der Priester Ahimelech David geholfen hatte, indem er ihm das Schwert Goliats gab. Außer sich vor Wut befahl Saul, dass die 85 Priester von Nob getötet werden sollten, bloß weil einer von ihnen David zur Seite gestanden hatte. Nur einer von Ahimelechs Söhnen entkam dem Massaker und verbündete sich mit David.

Zu dieser Zeit hörte David davon, dass die Philister die Stadt Keilah in Judäa bedrohten. Mit Gottes Hilfe gelang es David, die Philister zu besiegen und Keilah zu befreien. Trotzdem wandten sich die Bewohner Keilahs gegen David, und sie beschlossen, ihn und seine 600 Mann an Saul zu verraten. Also floh David erneut in die Wüste.

David verzichtet auf Rache

In dieser Geschichte erkennen wir Davids wahren Charakter. Als David und Saul das erste Mal aufeinander trafen, führte Saul eine Armee von 3000 Soldaten an. Allesamt waren sie erpicht darauf, Davids kleine Bande endlich zu erwischen. Als Saul eine Höhle betrat, um dort „sein Geschäft zu verrichten“, ahnte er nicht, dass David, und mit ihm seine gesamte Truppe, sich in eben dieser Höhle versteckt hielt. Davids Männer drängten ihn dazu, seinen Verfolger zu töten: „Siehe, das ist der Tag, von dem der Herr zu dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in deine Hände geben, dass du mit ihm tust, was dir gefällt“ (1. Samuel 24,4).

David jedoch hielt seine Männer zurück. Er schlich sich nur nahe genug an Saul heran, um ihm einen Zipfel von seinem Mantel abzuschneiden. Ein ahnungsloser Saul verließ dann die Höhle und ging zu seinen Soldaten. In diesem Moment erschien David am Eingang der Höhle und präsentierte den Rockzipfel. Anstatt Rache zu nehmen, bat er Saul darum, ihn doch nicht mehr zu verfolgen.

Davids sanfter Weg hatte Erfolg. Saul gab zu, dass er ja eigentlich überhaupt keinen Grund hatte, David zu verfolgen, und dass David ihm in allen Dingen immer gut und treu gedient hatte. Saul bat David darum zu schwören, dass er seinen Nachkommen nichts antun würde, wenn er einst König von Israel würde. David schwor es ihm und er hielt sein Versprechen.

Sauls Sinneswandel jedoch war nicht von Dauer. Es dauerte nicht lange, bis er wieder versuchte, David zu fangen und zu töten. Einmal lagerte Saul mit seinen Soldaten in einem Tal. Nachts schlichen sich David und Abischai, einer seiner besten Männer, in die Mitte von Sauls Lager. Zusammen gelangten sie bis zu Sauls Zelt, wo sie den König in tiefem Schlaf fanden. Abischai bat David darum, ihn Sauls Speer nehmen zu lassen und ihren Feind doch endlich zu töten.

Doch David hielt ihn von Saul zurück: „So wahr der Herr lebt, sicherlich wird der Herr ihn töten, oder seine Zeit wird kommen, dass er sterbe oder dass er in einen Streit ziehe und umkomme. Der Herr aber lasse ferne von mir sein, dass ich meine Hand an den Gesalbten des Herrn lege! So nimm nun den Speer zu seinen Häupten und den Wasserkrug und lass uns gehen!“ (1. Samuel 26,9-11).

Als David und Abischai sich in sicherer Entfernung vom Lager befanden, drehte David sich um, rief laut nach Saul und zeigte ihm wieder einmal, wie leicht er ihn hätte töten können. Auch dieses Mal war Saul zutiefst beschämt über seine eigenen bösen Absichten David gegenüber. Seine Abschiedsworte hatten prophetischen Charakter: „Gesegnet seist du, mein Sohn David! Du wirst es gewiss tun und vollenden“ (Vers 25).

David wird König

Auch Davids Worte in dieser Nacht waren von prophetischer Natur. Saul starb im Kampf, auch sein Sohn Jonatan (1. Samuel 31,2. 6). Davids Trauer über den Tod seines größten Feindes dient uns als ein Beispiel für wahres und aufrichtiges Trauern. Er dichtete sogar ein Lied, Saul und Jonatan zu Ehren, und er befahl, das Lied im ganzen Land bekannt zu machen (2. Samuel 1,19).

Anschließend kehrte David nach Juda zurück, wo er in einer öffentlichen Zeremonie zum König gesalbt wurde (2. Samuel 2,4). Er regierte siebeneinhalb Jahre über den Stamm Juda. Vorerst jedoch wurden die nördlichen Stämme noch von Isch-Boschet, einem der Söhne Sauls, regiert.

Die Rivalitäten zwischen den Feldherren des Nord- und des Südreiches erhitzten sich bald mehr und mehr. Abner führte Isch-Boschets Armeen an und Joab war Davids Heerführer. In einer Schlacht zwischen den beiden Armeen tötete Abner einen der Brüder Joabs. Joab wiederum nahm Rache, indem er Abner tötete. David trauerte um seinen Feind Abner ebenso wie um Saul und seinen Sohn.

Kurz danach wurde Isch-Boschet umgebracht. Auch um diesen trauerte David und bestrafte dessen Mörder. Dieses Verhalten zeigt uns, wie David stets um Fairness bemüht war. Er ließ es nicht zu, dass eine unrechte Tat ungestraft blieb. Lieber blieb er der König eines einzigen Stammes, als sich mit unrechter Gewalt den Thron zu erkämpfen.

Jetzt war der Weg frei für David, um rechtmäßig Anspruch auf das ganze Land Israel zu erheben. Schließlich wurde er zum König über eine wiedervereinigte Nation gesalbt. Kurz danach eroberte er Jerusalem und machte es zu seiner Hauptstadt (2. Samuel 5,6-10). Er regierte 33 Jahre lang über das vereinigte Israel. Zusammen mit den sieben Jahren in Juda ergibt das eine Regierungszeit von vollen 40 Jahren.

Unter Davids Herrschaft florierte das Königreich. Die Dinge standen gut für ihn, militärisch, politisch und geistig. Mit Gottes Hilfe errang David einen Sieg nach dem anderen. Seine materielle Macht war atemberaubend. Sein Königreich grenzte an das Mittelmeer im Westen, an die Wüste Sinai im Süden, an den Euphrat im Norden und im Osten umfasste es viel Land jenseits des Jordans.

Schwere Zeiten für Davids Hof

Wie alle Menschen, war auch David alles andere als perfekt. Einige seiner Fehltritte waren recht dramatisch. Gott, der sich darum gekümmert hat, dass Davids ruhmreiche Taten bis in unsere Zeit überliefert wurden, lässt auch seine Fehler nicht in Vergessenheit geraten. So können wir von seinem guten wie auch von seinem schlechten Beispiel vieles lernen (Römer 15,4; 1. Korinther 10,11).

Sein Ehebruch mit Batseba, der Frau des Uria, wurde zu einem Wendepunkt in Davids Leben. Gott bestrafte ihn hart für seinen Ehebruch und den darin verwickelten Mord. Bis hierhin war David sehr erfolgreich in allem, was er tat, doch seit dieser Episode nahmen seine Probleme mehr und mehr zu. Davids Reue, festgehalten in Psalm 51, gilt als ein inspirierendes Beispiel für Menschen in allen Zeitaltern.

Im nächsten großen Abschnitt in Davids Leben geht es vor allem um seinen Sohn Absalom. Nach großen Problemen in der Familie begann Absalom aktiv gegen David vorzugehen – er wollte auf den Thron seines Vaters (2. Samuel 15). Durch viele falsche Versprechungen schaffte er es schließlich, das Volk auf seine Seite zu ziehen. Sein Vater, David, musste wieder einmal fliehen, um sich zu retten.

Schlussendlich kam es zur Schlacht zwischen Absaloms Truppen und Davids Getreuen. Absaloms Männer waren keine Herausforderung für Davids erfahrene Streiter. Es gab ein schreckliches Gemetzel, und dieses Mal war es Absalom, der um sein Leben floh. Als er sich auf seinem Maultier davon machte, blieb er mit seinen langen Haaren in den Zweigen eines Baumes hängen. Das Tier lief einfach weiter und ließ Absalom im Baum hängen. Als er noch versuchte sich zu befreien, holten ihn seine Verfolger ein und töteten ihn.

Nach Absaloms Tot war das Vertrauen des Volkes in die starke Hand ihres Königs David zutiefst erschüttert. Es dauerte viele Jahre, bis ganz Israel ihn wieder als König akzeptierte.

Ein Mann nach Gottes eigenem Herzen

Wenn wir alle Schwierigkeiten und Fehler Davids betrachten, wundern wir uns vielleicht, warum Gott trotz allem immer noch gut von ihm dachte. Ein Teil der Antwort auf diese Frage finden wir darin, dass David sich trotz aller Fehltritte immer noch von ganzem Herzen darum bemühte, Gottes Willen zu tun. Er gab nicht auf! Er zog sich nie von seinen Verantwortungen zurück. Er fiel, doch er stand wieder auf und gab sein Bestes. Die Bibel zeigt uns, dass umso mehr Schwierigkeiten David durchlebte, umso mehr auch seine Kraft und sein guter Charakter wuchsen.

David blieb Gott sein ganzes Leben lang treu. Seine Loyalität gegenüber seinem Schöpfer stand stets außer Frage. Er traf nicht immer die besten Entscheidungen, und er beging auch einige Sünden, doch war er stets bereit, seine Fehler einzusehen und sich zu ändern. Nie machte er Gott oder andere Menschen für seine eigenen Fehler verantwortlich.

In der Apostelgeschichte sagte Paulus, dass David ein Mann nach Gottes eigenem Herzen war. Gott, so schrieb er, „erhob David zu ihrem König, von dem er bezeugte: Ich habe David gefunden, den Sohn Isais, einen Mann nach meinem Herzen, der soll meinen ganzen Willen tun“ (Apostelgeschichte 13,22). Welch eine Ehre für den Hirtenjungen, der zum König wurde!

Die Schöpfung beeindruckt einen jungen Hirten

Ein junger Hirte schaute zum Nachthimmel hinauf und staunte über dessen herrliche Pracht. Später schrieb er seine Gedanken nieder, die uns in der Bibel zugänglich sind: „Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“ (Psalm 8,4-5).

Der junge Hirte hieß David – der spätere König Israels, der viele der Psalmen schrieb. Was lehrt uns die Perspektive dieses Hirten?

David war furchtlos. Er tötete einen Bären, einen Löwen und den Riesen, den Philister Goliat. Der treue David stellte die Ehre Gottes vor einer geängstigten Nation Israel und den arroganten Philistern wieder her. Er blieb dem verfolgungswahnsinnigen, eifersüchtigen König Saul treu, obwohl dieser ihn wiederholt zu töten versuchte. David führte Israel in vielen Schlachten zum Sieg. Davids Treue zu Gott überzeugte den eigentlichen Thronanwärter Prinz Jonatan, David würde der nächste König Israels sein.

Aber David war nicht immun gegen fleischliche Versuchungen. Er beging Ehebruch mit Batseba und ließ daraufhin ihren Mann Uria umbringen. Gott wies David für seine Sünden scharf zurecht, die er später zutiefst bereute (Psalm 51).

Gott vergab David, teilte ihm jedoch mit, dass das Unheil aus seinem Haus über ihn kommen würde. Später musste David um sein Leben vor seinem eigenen Sohn fliehen, der sich an die Macht putschen wollte. Der König trauerte um seinen Sohn Absalom, den sein Aufstand das Leben kostete. Davids spätere Volkszählung zur Feststellung der Kampfstärke Israels zeugte von mangelndem Glauben. König David war ein gerechter Mann, dessen Leben aber auch etliche Blessuren aufweist.

Einen Schlüssel zur innigen Beziehung Davids mit Gott finden wir in Psalm 51. Dort entdecken wir das Herz Gottes in der Brust eines reumütigen Sünders (Apostelgeschichte 13,22). Seine demütige Einstellung half David, Gottes Vorhaben mit den Menschen zu verstehen.

Von der herrlichen Schöpfung Gottes tief beeindruckt, fragte David: „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?“ (Psalm 8,5). David erkannte, dass der Mensch die Krönung der physischen Schöpfung ist: „Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan“ (Verse 6-7; siehe auch 1. Mose 1,26).

Der Hebräerbrief zitiert die Worte Davids, fügt jedoch hinzu, dass wir unser erstaunliches Potenzial noch nicht erreicht haben: „Wenn er [Gott] ihm [dem Menschen] alles unter die Füße getan hat, so hat er nichts ausgenommen, was ihm nicht untertan wäre. Jetzt aber sehen wir noch nicht, dass ihm alles untertan ist“ (Hebräer 2,6-8).

Wir erfahren dann, dass Gott durch Jesus Christus „viele Söhne zur Herrlichkeit geführt hat“ (Verse 9-11). Die Zeit kommt, wenn wir mit „Ehre und Herrlichkeit“ gekrönt werden (Psalm 8,6). Alle, die Gott treu sind, werden als Könige und Priester auf Erden herrschen (Offenbarung 5,10). Die Krone der Ehre und Herrlichkeit, die David in Psalm 8 beschrieb, ist Teil unserer menschlichen Bestimmung.

Warum war David so furchtlos?

Die Bibel sagt uns: „Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt; der Gerechte aber ist furchtlos wie ein junger Löwe“ (Sprüche 28,1). Als junger Schäfer besiegte David einen Löwen und einen Bären (1. Samuel 17,34-37). Es besteht daher kein Zweifel, dass David sehr mutig war. Warum war er so furchtlos? Was war der Grund für seinen Wagemut? Die Bibel gibt uns die ermutigende und inspirierende Antwort darauf.

Davids Furchtlosigkeit begründete sich in seiner Liebe zu Gott. Die Bibel definiert Gottes Liebe so: „Denn das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer“ (1. Johannes 5,3). Davids Einstellung zu der Liebe zu Gott ist wunderschön im Psalm 119 beschrieben.

Die Liebe zu Gott und das Halten seiner Gebote sind untrennbar miteinander verbunden. Gottes Liebe für die Menschen ist in den Zehn Geboten ausgedrückt (siehe 2. Mose 20; 5. Mose 5). Die ersten vier Gebote zeigen, wie die Menschen Gott ehren und anbeten sollen – ganz so, wie Jesus es auch tat. Die letzten sechs Gebote zeigen, wie wir Menschen miteinander umgehen und aufeinander Acht geben sollen – auch hier ist Jesus uns ein perfektes Beispiel dafür. Wenn die Menschen diese Wege Gottes verlassen, häufen sie nur Leid auf sich, wie die Geschichte der letzten 6000 Jahre gezeigt hat. Wer diese ewigen Wahrheiten Gottes nicht kennt, hat auch keinen Zugang zu den vielen Segnungen, die wir dann erhalten, wenn wir Gottes Geboten folgen.

David kannte die Definition der Liebe zu Gott. Er wusste, dass Liebe und das Halten der Gebote untrennbar miteinander verknüpft sind: „Wie kann ein junger Mensch sein Leben meistern? Indem er tut, was du gesagt hast, Herr. Von Herzen frage ich nach deinem Willen; bewahre mich davor, ihn zu verfehlen! Was du gesagt hast, präge ich mir ein, weil ich vor dir nicht schuldig werden will“ (Psalm 119,9-11; Gute Nachricht Bibel).

„Wie habe ich dein Gesetz so lieb! Täglich sinne ich ihm nach. Du machst mich mit deinem Gebot weiser, als meine Feinde sind; denn es ist ewiglich mein Schatz“ (Verse 97-98).

„Ich hasse die Wankelmütigen und liebe dein Gesetz“ (Vers 113).

„Jetzt ist es Zeit für dich zu handeln, Herr; denn viele übertreten dein Gesetz. Ich liebe die Gebote, die du gabst, viel mehr als selbst das allerfeinste Gold“ (Verse 126-127; Gute Nachricht Bibel).

„Großen Frieden haben, die dein Gesetz lieben; sie werden nicht straucheln“ (Vers 165).

„Meine Zunge soll singen von deinem Wort; denn alle deine Gebote sind gerecht“ (Vers 172).

Die Liebe zu Gott bestärkt und ermutigt seine Diener. Wer aktiv und von Herzen Gottes Gebote hält, kann daraus viel Stärke gewinnen. Gottes Wort macht uns mutiger, furchtloser und zuversichtlicher: „Auch darin hat die Liebe Gottes bei uns ihr Ziel erreicht, dass wir dem Tag des Gerichts voller Zuversicht entgegensehen; denn so wie Christus mit dem Vater verbunden ist, so sind ja auch wir es in dieser Welt. Die Liebe kennt keine Angst. Wahre Liebe vertreibt die Angst. Wer Angst hat und vor der Strafe zittert, bei dem hat die Liebe ihr Ziel noch nicht erreicht“ (1. Johannes 4,17-18; Gute Nachricht Bibel).

Es war ein schlechter Tag für den Löwen und den Bären, als sie Davids Schafherde angriffen. Und mit Sicherheit war es auch kein guter Tag für den Riesen Goliath, der den jungen Hirten David herausforderte. David war „furchtlos wie ein junger Löwe“. Er fand seinen Mut und seine Stärke in der Liebe zu Gott. David wusste, dass Gott ihn nie verlassen würde, weil Gott ihn liebte.

– INTERN Februar 2011 PDF-Datei dieser Ausgabe

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