„Das Schwert des Geistes“

Das sechste Rüstungsteil in Epheser 6 ist „das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes“. Was hat ein Schwert mit unserer Anwendung der Bibel zu tun?

Von der Redaktion

Die Geschichte von Gideon und seinen 300 Männern ist für uns in der Bibel in Richter 7 niedergeschrieben. Gideon und seine 32.000 israelitischen Mitstreiter hatten sich nahe des Lagers der Midianiter versammelt, doch sie waren gegenüber ihren 135.000 Unterdrückern deutlich in der Unterzahl. Gideon war bereit für den Kampf, aber Gott hatte andere Pläne. Er war nämlich im Begriff, seinem Volk zu zeigen, was für ein mächtiger Gott er ist.

Gott befahl Gideon, jeden Kämpfer nach Hause zurückkehren zu lassen, der sich vor dem bevorstehenden Kampf fürchtete. 22.000 Männer nutzten die Gelegenheit, ihre Stellung zu verlassen. So blieben nur 10.000 übrig. Doch Gott war auf eine noch kleinere Gruppe aus.

Gott befahl Gideon also, die übrigen Soldaten von einer Quelle trinken zu lassen. Jeder, der das Wasser wie ein Hund leckte, blieb, während die anderen nach Hause geschickt wurden. Als schließlich nur noch 300 Männer übrig waren, umzingelten Gideon und seine kleine Armee die Midianiter. Auf ein Zeichen hin bliesen sie die Posaunen, zerbrachen die Krüge, mit denen sie ihre Fackeln verdeckten, und riefen: „Hier Schwert des Herrn und Gideons!“ (Richter 7,20).

Dann geschah das Undenkbare. Diese 300 Männer, die keine Schwerter, sondern Fackeln und Posaunen in den Händen hatten, schlugen das gesamte Lager der Midianiter in die Flucht. In der Schrift lesen wir, wie Gott bewirkte, „dass im ganzen Heerlager eines jeden Schwert gegen den andern war“ Richter 7,22). Bevor die Israeliten also zu ihren Schwertern greifen konnten, trieb Gott das feindliche Lager in Chaos und Niederlage. Durch ein Wunder wurden die Israeliten von ihren Feinden befreit.

Die berühmte Geschichte lehrt uns eine unschätzbar wertvolle Lektion: Es ist Gott, der den Sieg gibt. Durch sein Schwert werden wir gerettet.

Das Schwert nehmen

In der gesamten Welt kennt man sowohl reale als auch fiktive Personen, deren Identität fast untrennbar mit ihrem Schwert verbunden ist.

In England haben wir König Artus und sein Schwert Excalibur. Im Nahen Osten gibt es Ali und seinen Krummsäbel Zulfiqar. In Spanien El Cid und sein Langschwert Tizona. In Schottland William Wallace und seinen namenlosen Zweihänder.

Das Schwert ist das einzige offensive Teil der Waffenrüstung, das Paulus auflistet. Auch wenn wir den Rest unserer Rüstung perfekt angelegt haben, sind wir ohne unser Schwert doch nichts weiter als schwer gepanzerte bewegliche Ziele.

Das ist vielleicht der Grund, warum wir uns an den Namen von König Artus’ Schwert erinnern, aber nicht an sein Schuhwerk. Freilich ist der Rest der Rüstung überlebenswichtig, doch nur mit dem Schwert können wir angreifen und unmittelbar das tun, was wir tun müssen.

Das Schwert eines römischen Soldaten

Der römische Gladius ist heute bekannt als „das Schwert, das die Welt eroberte“. Basierend auf einem spanischen Design bot der Gladius viele Möglichkeiten im Nahkampf und wurde in den Händen eines geübten römischen Soldaten zu einer Furcht einflößenden Waffe. Mit seinen zwei Schneiden vernichtete ein solches geschärftes Schwert ungepanzerte Feinde, und mit seiner keilförmigen Spitze durchdrang es sogar schwere Metallrüstungen.

Ein römischer Infanterist zog aber nicht nur mit seinem Gladius bewaffnet in die Schlacht. Er hatte auch einen Dolch (pugio), mehrere Speere (pila) und leichte, kurze Wurfspeere (plumbatae) bei sich, doch das Schwert war seine wichtigste Waffe. Wie bereits erwähnt, war es auch die einzige Waffe, die Paulus in seiner Beschreibung der Waffenrüstung Gottes auflistet.

Was ist das Wort Gottes?

Das Wort Gottes wird auf unterschiedliche Weise beschrieben.

„Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“ (Psalm 119,105; alle Hervorhebungen durch uns). Gottes Wort, die Bibel, erleuchtet. Es zeigt uns, was gut und schlecht bzw. was weise und unweise ist. Es ist das ultimative Werkzeug, das uns zeigt, wie wir das bestmögliche Leben frei von Finsternis führen können.

„Heilige sie in der Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit“ (Johannes 17,17). Gottes Wort ist schlicht und ergreifend die Wahrheit. Wir können vollkommenes Vertrauen in die Genauigkeit, Wahrheit und Fehlerlosigkeit seiner Worte haben. Wenn wir sie befolgen, leiten sie uns ausnahmslos auf dem Weg, den wir gehen sollen.

Durch fehlendes Wissen von Gottes Wort können wir zerstört werden, wie Gott es einst den Israeliten vorhielt: „Mein Volk ist dahin, weil es ohne Erkenntnis ist. Denn du hast die Erkenntnis verworfen; darum will ich dich auch verwerfen“ (Hosea 4,6). Doch wenn wir es hören und auch befolgen, werden wir gesegnet. Jesus sagte: „Gesegnet sind alle, die das Wort Gottes hören und danach leben“ (Lukas 11,28; „Neues Leben“-Übersetzung).

Dieses Wissen ist aber nicht nur uns vorbehalten, denn wir müsen bereit sein, jedem zu antworten, der uns fragt: „Seid immer dazu bereit, denen Rede und Antwort zu stehen, die euch nach eurem Glauben und eurer Hoffnung fragen“ (1. Petrus 3,15; „Hoffnung für alle“-Übersetzung).

Warum ein Schwert?

„Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer als jedes zweischneidige Schwert und dringt durch, bis es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens“ (Hebräer 4,12)

Das allmächtige Schwert des lebendigen Gottes vermag auch die stärksten Verteidigungen unseres Feindes zu zerschneiden – bis zum Knochenmark. Von einem Diener Gottes gebraucht, kann nichts seiner Fähigkeit, bis zum Kern einer Sache durchzudringen und die Wahrheit zu enthüllen, widerstehen.

Als Soldaten in Gottes Armee liegt es in unserer Verantwortung und Pflicht, sein Wort zum Erkennen der Wahrheit zu benutzen und ihr dann zu folgen. Wenn uns Gottes Wort etwas Falsches an unserem Verhalten zeigt, können wir diese geistliche Waffe zur chirurgischen Entfernung aller schlechten Gedanken und Taten zeigen:

„Die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören. Wir zerstören damit Gedanken und alles Hohe, das sich erhebt gegen die Erkenntnis Gottes, und nehmen gefangen alles Denken in den Gehorsam“ (2. Korinther 10,4-5).

Im Gegensatz zu den anderen, ausschließlich defensiven Teilen der Waffenrüstung Gottes ist das Schwert auf eine einzigartige Weise sowohl für offensive als auch defensive Aktionen geeignet. Eine gute Verteidigung ist von unschätzbarem Wert, doch nur mit dem Schwert können wir auch die uns gegebene Arbeit beenden.

Denken Sie daran, dass Jesus Christus die Bibel benutzt hat, um Satans Angriffe abzuwehren (vgl. dazu Matthäus 4, Verse 4, 7 und 10). Auch wir müssen lernen, „von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht“, zu leben (Matthäus 4,4).

Ein Schwert ist nicht für den Fernkampf geeignet, sondern nur für den Nahkampf. Was sagt das über die Natur des christlichen Kampfes aus?

Die Römer haben sich im Kampf zum Teil darauf verlassen, ihre Feinde aus der Entfernung mit Wurfspeeren und Pfeilen anzugreifen, aber diese Möglichkeit gibt Gott uns christlichen Soldaten nicht. Könnten wir unsere Schlachten aus weiter Entfernung kämpfen, würden wir nie eine wirkliche Prüfung erleben.

Auf den ersten Blick mag uns das auch gar nicht so schlimm erscheinen! Doch „wir müssen durch viele Bedrängnisse in das Reich Gottes eingehen“ (Apostelgeschichte 14,22).

Wenn wir uns jedoch überlegen, dass es für uns ohne Prüfungen kein Wachstum gibt, und ohne Wachstum keinen Eingang in das Reich Gottes, verstehen wir, dass Prüfungen essenziell für unseren christlichen Weg sind, auch wenn sie unangenehm sein mögen. Schließlich werden die Verheißungen in Offenbarung 2, Verse 7, 11, 17 und 26 sowie Kapitel 3, Verse 5, 12 und 21 denjenigen zuteil, die überwinden – nicht denjenigen, die so bleiben, wie sie sind.

„Meine lieben Brüder, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallt, und wisst, dass euer Glaube, wenn er bewährt ist, Geduld wirkt. Die Geduld aber soll ihr Werk tun bis ans Ende, damit ihr vollkommen und unversehrt seid und kein Mangel an euch sei“ (Jakobus 1,2-4).

Paulus listet nur eine Waffe auf, da wir nur eine brauchen: Es gibt keinen Gegner, den das Wort Gottes, verbunden mit dem heiligen Geist, nicht besiegen könnte. Und so treten wir in die Schlacht, nur mit unserem Schwert bewaffnet, und bekämpfen unsere Gegner frontal.

Dieser Kampf ist real. Er ist unmittelbar, direkt vor uns und geistlicher Natur. Unsere ewige Zukunft in Gottes Reich steht auf dem Spiel, und wir nehmen den Kampf auf, sodass wir an der uns von Gott versprochenen Zukunft festhalten können.

Welche Verheißungen haben wir?

Wir kämpfen und kennen dabei bereits den Ausgang der Schlacht. Durch zwei der vielen starken und sicheren Verheißungen in Gottes Wort wissen wir, dass wir bis zum Ende durchhalten und gerettet werden, wenn wir uns immer an Gott und sein Wort halten. Daran gibt es keinen Zweifel.

„Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden“ (Matthäus 24,13).

„Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein? . . . Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?“ (Römer 8,31).

Gottes Verheißungen sind so sicher wie diejenige, die er Jesaja gegeben hat: „Wie ich’s gesagt habe, so lasse ich’s kommen; was ich geplant habe, das tue ich auch“ (Jesaja 46,11).

Nehmen Sie das Schwert des Geistes in die Hand, denn die Schlacht gehört Ihnen!

Jetzt anwenden

Ein Schwert muss geschliffen werden, um auch weiterhin nützlich zu sein – und es wird sich sicherlich nicht von alleine schleifen. Nehmen Sie sich deshalb jeden Tag Zeit für ein regelmäßiges Bibelstudium.

Suchen Sie sich ein Thema aus, über das Sie noch nicht so viel wissen, wie sie gerne wüssten, oder eine Charaktereigenschaft, die Sie näher betrachten und an Ihnen verbessern möchten. Durch ständige Übung halten wir unser Schwert messerscharf und sind immer bereitet, die Hoffnung zu verteidigen, die in uns ist.

In der nächsten Ausgabe behandeln wir die Kraft des Gebets sowie das Beten im Geist.

– INTERN März-April 2016 PDF-Datei dieser Ausgabe

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