Kennen Sie die wahren Werte Gottes?

Lassen Sie sich von falschen Werten zum Narren halten? Schon möglich – wenn Sie nicht wissen, wie man zwischen falschen und gottorientierten Werten unterscheidet.

Von Paul Kieffer

Wussten Sie, dass die vorherrschenden Wertvorstellungen unserer Gesellschaft die Satans sind? Die Bibel nennt Satan den „Gott dieser Welt“ (2. Korinther 4,4), was den meisten Menschen – auch vielen bekennenden Christen – unbekannt ist.

Er hat die Menschen dazu verführt, seine falschen Normen als Maßstab zu übernehmen, an dem sie sich selbst messen. Seine Normen mögen „glänzen“, doch besitzen sie keinen echten Wert und keine Substanz.

Gehören Sie, ohne es recht zu wissen, zu den Milliarden, die stillschweigend, unermüdlich – ja sogar verzweifelt – dem Narrengold der falschen Werte nachjagen? Sagen Sie nur nicht: „Ausgeschlossen, das könnte mir nie passieren!“ Satans Normen sind nicht immer auf Anhieb als falsche Werte erkennbar – auch nicht von manchen heute Berufenen.

Lässt man sich von falschen Wertvorstellungen beherrschen, kann es einem gehen wie dem unerfahrenen Goldgräber, der seinen Fund auf die Goldwaage legen ließ und vom Goldprüfer gesagt bekam: „Wertloses Zeug. Es ist Narrengold, und der Narr sind leider Sie.“

Das Narrengold der falschen Werte ist ebenso unecht wie der wertlose Haufen „blindes“ Erz, den der glücklose Goldgräber dem Prüfer gab. Auch in der Kirche Gottes ist es vorgekommen, dass manche – traurigerweise – alles verkauft haben, um eine „Goldgrube“ zu erwerben, die nicht die Schätze des Reiches Gottes enthält, sondern nur trügerisch glimmerndes Narrengold.

Manche Leser dieses Beitrags haben keinen klaren Begriff davon, worin die wahren Werte bestehen. Vor Jahren betonten wir den Vorsatz: „Die wahren Werte wiedererlangen.“ Würde es Ihnen schwerfallen, in wenigen Worten zu sagen, was heutige Christen „wiedererlangen“ sollen?

Jesus Christus ist der große geistliche „Goldprüfer“. An ihm allein und an seinem Wort – der Heiligen Schrift – können wir unsere Werte messen. Die Bibel ist die „Feuerprobe“ (ähnlich der Feuerprobe bei der Goldanalyse), der wir unsere Wertvorstellungen unterziehen müssen, um zu sehen, ob es sich um Narrengold oder ewige, unvergängliche Reichtümer handelt.

Die trügerischen Werte Satans

Unterziehen wir die Normen dieser Welt – Satans trügerische Werte – der Probe durch die Heilige Schrift, so erweisen sie sich als kupferreiche Legierung, als Goldimitation.

Ein falscher Wert, der die Welt beherrscht, ist zum Beispiel das Streben nach „Erfolg“ durch materiellen Reichtum bzw. Besitz. Es dürfte offensichtlich sein, dass unsere Gesellschaft von Grund auf materialistisch ist.

Schöne Dinge zu haben ist natürlich nichts Böses – grundsätzlich. Die Bibel lehrt auf jeden Fall nicht, dass Reichtum an sich falsch ist. Abraham war zu seiner Zeit ein wohlhabender Mann, und das wäre er auch in unserer Zeit gewesen. Jesus Christus kam, damit wir „das Leben und volle Genüge haben sollen“ (Johannes 10,10).

Verdrängt das Streben nach materiellem Eigentum jedoch Gottes wahre Werte aus unserem Leben und wird es zur Sucht, zur alleinigen Zielvorstellung, so wird es zum Fallstrick. In diesem Sinn schrieb der Apostel Paulus an Timotheus:

„Die Frömmigkeit aber ist ein großer Gewinn für den, der sich genügen lässt. Denn wir haben nichts in die Welt gebracht; darum werden wir auch nichts hinausbringen. Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns daran genügen lassen.

Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung und in viele törichte und schädliche Begierden, welche die Menschen versinken lassen in Verderben und Verdammnis. Denn Geldgier ist eine Wurzel alles Übels; danach hat einige gelüstet und sie sind vom Glauben abgeirrt und machen sich selbst viel Schmerzen. Aber du, Gottesmensch, fliehe das!“ (1. Timotheus 6,6-11).

Jeder Reichtum wird am Ende eine große Enttäuschung, denn Geld und materieller Besitz vergehen – man kann sie nicht mit ins Grab nehmen. Und man kann sich damit nicht ins Reich Gottes „einkaufen“. Deshalb warnt Christus in Lukas 12, Vers 15: „Sehet zu und hütet euch vor aller Habgier; denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.“

Jesus beschreibt dann in einem Gleichnis einen Mann, der nicht aufhörte, egoistisch große Schätze anzuhäufen, als ob ihm das Sicherheit geben könnte über den Tod hinaus. Gott sprach zu dem Mann: „Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wes wird’s sein, das du bereitet hast?“ (Vers 20)

An anderer Stelle sagt Christus: „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Oder was kann der Mensch geben, womit er seine Seele auslöse?“ (Matthäus 16,26)

Wer sich den Mammon zum höchsten Ziel setzt, wird am Ende mit Werten dastehen, die wertloser sind als ein Klumpen Narrengold.

Ein weiterer falscher Wert: Ruhm

Nicht jeder wird sich als ruhmbegierig bezeichnen, und doch: Die meisten Sterblichen sehnen sich, vielleicht uneingestanden, nach den Kindern des Ruhms – Prestige, Popularität, Prominenz, Idol sein.

Wiederum: Ruhm an sich ist nichts Böses. Jesus selbst genoss Ruhm unter seinen Zeitgenossen: „Und Jesus kam in der Kraft des Geistes wieder nach Galiläa und die Kunde von ihm erscholl durch alle umliegenden Orte. Und er lehrte in ihren Synagogen und wurde von jedermann gepriesen“ (Lukas 4,14-15).

Salomos Ruhm hatte sich so in alle Welt verbreitet, dass die Königin von Saba eine lange Reise auf sich nahm, um ihn zu besuchen. Sie wollte sehen, ob der Ruf, den er unter den Menschen genoss, berechtigt war: „Es ist wahr, was ich in meinem Lande von deinen Taten und von deiner Weisheit gehört habe“ (1. Könige 10,6). Salomos Ruhm war berechtigt.

Wird aber der Ruhm zum Selbstzweck und strebt der Mensch mehr nach Berühmtheit als nach Gottes wahren Werten und dem Reich Gottes, so wird Ruhm zum falschen Wert, zum Katalysator vieler böser Dinge. Ein Beispiel für solches Berühmtsein – oder besser Berüchtigtsein – war Absalom, Davids Sohn, der das Herz des Volkes von David abwenden und selbst gewinnen wollte.

Zum Teil beruhte sein Ruhm wohl auf seinem guten Aussehen, das er zur Schau stellte: „Es war aber in ganz Israel kein Mann so schön wie Absalom und er hatte dieses Lob vor allen; von der Fußsohle bis zum Scheitel war nicht ein Fehl an ihm“ (2. Samuel 14,25).

Seine Eitelkeit war so groß, dass er offenbar ein großes „Theater“ daraus machte, alljährlich sein abgeschorenes Haar zu wiegen und die Resultate bekannt zu geben: „Und wenn man sein Haupt schor – das geschah alle Jahre, denn es war ihm zu schwer, sodass man es abscheren musste –, so wog sein Haupthaar zweihundert Lot nach dem königlichen Gewicht“ (Vers 26).

Seine Eitelkeit und Ruhmsucht führten schließlich seinen Sturz herbei – sein langes Haar verfing sich in einem Baum, er hing buchstäblich zwischen Himmel und Erde, und sein Feind tötete ihn (2. Samuel 18,9. 14).

Ähnlich wird sich das egoistische, pervertierte Trachten nach Ruhm, das die Menschen unserer Welt beherrscht, am Ende als Zeit- und Kraftverschwendung erweisen. Die Seifenblase ihres Ruhms wird platzen, wenn Christus sie nach ihren Früchten fragt und sie keine vorzuweisen haben.

Zwei weitere falsche Werte: Macht und Wissen

Noch ein falscher Wert, nach dem viele in unserer Gesellschaft streben, ist Macht. Der Urheber aller Machtgier ist Satan. Er war nicht zufrieden mit der Verantwortung, die Gott ihm ursprünglich gab, und Neid auf Gott ergriff ihn:

„Du aber gedachtest in deinem Herzen: Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren über die hohen Wolken und gleich sein dem Allerhöchsten“ (Jesaja 14,13-14).

Wer der Sucht nach mehr und mehr Macht verfällt, der ahmt den größten Putschisten aller Zeiten nach – den „Gott dieser Welt“, Satan den Teufel. Und der Fluch, der Satan – den Vater der Machtgier – treffen wird, wird mit Sicherheit auch jene treffen, die sich seine selbstsüchtigen Haltungen zur Lebensrichtschnur machen.

Dann gibt es einen falschen Wert, der oft in der Maske eines wahren Wertes daherkommt und auch tatsächlich gute Elemente enthält, gleichwohl aber als falscher Wert eingestuft werden muss: Wissen. Wissen ist gut, solange es auf der Grundlage aller Wahrheit aufbaut, dem Wort Gottes. Wissenserwerb als Selbstzweck aber führt zu Eitelkeit („Wissen bläst auf“ – 1. Korinther 8,1).

Und Wissen, das sich nicht auf Gottes Wort und Gottes Wahrheit gründet, führt weg vom ewigen Leben, weil es falsche Resultate hervorbringt.

In unserer Gesellschaft wird ein förmlicher Wissenskult getrieben, Wissen wird vergötzt. Doch das Heil des Menschen hängt nicht davon ab, wie gebildet er nach den Maßstäben dieser Welt ist, wie groß sein Wortschatz ist, wie viele akademische Titel er hat.

Bei vielen endet der Bildungsprozess lediglich damit, dass sie sich in einer der Philosophien bzw. Anschauungen Satans spezialisieren, zum Beispiel Evolutionstheorie, falsche Psychologie, unlautere Geschäftspraktiken.

Wie der Römerbrief es ausdrückt: „Und wie sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen, hat sie Gott dahingegeben in verkehrten Sinn, sodass sie tun, was nicht recht ist“ (Römer 1,28). Und Salomo: „Manchem scheint ein Weg recht; aber zuletzt bringt er ihn zum Tode“ (Sprüche 14,12).

Wer Menschenwissen – abgehoben von Gotterkenntnis – zum Gott erhebt, der lernt lediglich, schneller in Ungerechtigkeit zu verfallen als der, der nicht so sehr danach strebte, Satans Wesen und Denken in sich aufzunehmen.

Das heißt nicht, dass ein Christ ungebildet sein soll. Echte Bildung muss aber im Einklang stehen mit Gottes Gesetzen und Wahrheiten, nicht im Widerspruch dazu; sie muss sich auf sie gründen. Und das Wissen selbst darf nie zum Gott werden.

Man kann nicht zwei Herren dienen

Diese falschen Werte richten Schaden an, jeder auf seine spezielle Weise. Allerdings gibt es gewisse Gemeinsamkeiten zwischen ihnen.

Erstens: Keiner ist von bleibendem Wert. Sie werden „verbrennen“ und „vergehen“, wenn Christus die Welt erneuert und sein System an die Stelle des heutigen Weltsystems treten lässt (Hebräer 1,11; 2. Petrus 3,10).

Zweitens: Sie erscheinen dem Menschen – der ja manchmal dazu neigt, die Dinge oberflächlich zu sehen – alle als sehr wertvoll. Sie sind trügerisch („Betrug“, Matthäus 13,22), sowohl für den, der sich in den falschen Werten hervorgetan hat, als auch für den, der es nicht getan hat, aber es sich insgeheim wünscht.

Solche Schein-Werte, oberflächlich vielleicht gut wirkend, haben in Wahrheit nicht mehr Wert als das besagte Narrengold. Gott wird sie nicht als die Basis anerkennen, aufgrund derer er Menschen in seine unsterblichen, Geist beschaffenen Kinder verwandelt.

Und drittens: Das Praktizieren von falschen Werten erstickt die wahren Werte, die Gottes Wort lehrt und zu fördern sucht. Der Mensch kann sich nicht gleichzeitig wahre und falsche Werte zum Maßstab machen. Hier gibt es kein Nebeneinander; man kann sich grundsätzlich nur in die eine oder die andere Richtung orientieren. Jesus betonte, dass man nicht Gott und gleichzeitig dem Mammon dienen kann: „Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird an dem einen hängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon“ (Matthäus 6,24).

Die wahren Werte Gottes

Und worin bestehen nun die wahren Werte? Zwischen ihnen und den falschen Werten gibt es insofern eine Parallele, als für jeden falschen Wert ein wahrer Wert als Gegenstück existiert, der an dessen Stelle treten sollte.

Der erste dieser wahren Werte heißt Charakter. Während die Menschen dieser Welt um mehr Geld und materiellen Besitz kämpfen, sollte der echte Christ nach Gerechtigkeit hungern und dürsten (Matthäus 5,6). Physischer Besitz ist kurzlebig; der Charakter aber bleibt uns ewig und ist somit eine ganz besondere Art von Reichtum. Hervorbringung von Charakter, diesem Ziel dient der ganze Plan Gottes!

Die grundlegenden Charakterzüge, um die es geht – die in Galater 5, Verse 22-23 beschriebene „Frucht des Geistes“ –, sind die eigentlichen hohen Güter: „Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht.“

Statt fruchtlos nach dem zweiten falschen Wert Ruhm zu streben, trachtet der echte Christ nach Aufbau und Erhaltung guter Gruppenbeziehungen. Der falsche Wert „Ruhm“ gründet sich auf Eitelkeit und das Ich. Engagement für eine Gruppe dagegen dient sowohl einem selbst als auch den anderen Beteiligten. Mit solchen Gruppenbeziehungen sind gemeint: Ehe, Familie, Freundeskreis, Kirchengemeinde.

Wie der Ruhm gründen sich gute Gruppenbeziehungen auf die Gefühle, die wir für andere hegen und die andere für uns hegen. Aber im Gegensatz zum Ruhm steht hier das Helfen, Ermutigen und Bereichern der anderen im Mittelpunkt, nicht das Unterdrücken oder Herabsetzen anderer zum Zwecke der Selbstüberhebung.

Exemplarisch für solche Beziehungen steht die Kirche, die nicht als Sprungbrett für die egoistischen Begierden einzelner, sondern geradezu als Verkörperung des Füreinander und Miteinander gedacht ist, „damit im Leib keine Spaltung sei, sondern die Glieder in gleicher Weise füreinander sorgen. Und wenn ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit, und wenn ein Glied geehrt wird, so freuen sich alle Glieder mit“ (1. Korinther 12,25-26).

Wer sich zu diesem zweiten wahren Wert bekennt, strebt nicht nach Selbsterhöhung, sondern hält Freunde und Familie hoch und schult sich zum Mitglied der Gottfamilie und der „Braut Christi“ bei Christi Wiederkehr (vgl. dazu Offenbarung 19,7-9).

Statt den dritten falschen Wert – Macht – zu suchen, sollte der Christ das Dienen suchen. Christus selbst, der schon vor der Erschaffung der Erde existierte und Gottes Allmacht teilte, schätzte den Wert des Dienens so hoch, dass er seine Macht ablegte und selbst zum Diener wurde.

„Geht so miteinander um, wie Christus es euch vorgelebt hat. Obwohl er Gott war, bestand er nicht auf seinen göttlichen Rechten. Er verzichtete auf alles; er nahm die niedrige Stellung eines Dieners an und wurde als Mensch geboren und als solcher erkannt. Er erniedrigte sich selbst und war gehorsam bis zum Tod, indem er wie ein Verbrecher am Kreuz starb“ (Philipper 2,5-8; „Hoffnung für alle“-Übersetzung).

In Matthäus 20, Verse 25-28 betonte Jesus das Dienen als Lebenseinstellung: „Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele“ (alle Hervorhebungen durch uns).

Wer nach Dienen strebt – wer das Ideal des Dienens zu einem Hauptziel in seinem Leben erhebt –, der wird zur Gruppe derer gehören, die den Hungrigen zu essen und den Durstigen zu trinken gegeben haben und den nackten Fremdling bekleidet haben. Er wird das Reich erben, das ihm bereitet war vom Anbeginn der Welt (siehe Matthäus 25,34).

Und wie sieht es beim Wert „Wissen“ aus? Statt (nur) rein weltliches Wissen sollte Weisheit das Ideal des echten Christen sein. Weisheit lässt sich definieren als richtige Anwendung wahren Wissens, aufgebaut auf dem Fundament des göttlichen Wortes.

Ein mit solcher Weisheit Gewappneter ist gut gerüstet für die Welt von heute und die Welt von morgen. „Denn Weisheit ist besser als Perlen, und alles, was man wünschen mag, kann ihr nicht gleichen“ (Sprüche 8,11).

Auf Fels gebaut

Jesus definiert einen Weisen als einen Menschen, der Gottes Wort hört und auch danach lebt: „Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf den Felsen baute“ (Matthäus 7,24).

In diesem Gleichnis hält das Haus, das auf den Felsen des „Hörens“ und „Tuns“ des Wortes gebaut ist, alle Stürme und Unwetter aus, es fällt nicht. Und die Weisen, die Christi Wort hören und tun, werden diejenigen sein, die ins Reich Gottes eingehen: „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr! in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel“ (Vers 21).

Wie zwischen den falschen Werten, gibt es auch zwischen den wahren Werten gemeinsame Nenner.

Einmal darin, dass es sich bei den wahren Werten um unvergängliche handelt, die bleibenden Lohn bringen: „Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht nachgraben noch stehlen“ (Matthäus 6,19-20).

Und zweitens sehen die wahren Werte dem „fleischlichen“ Menschen nicht unbedingt Glück bringend aus, obwohl sie es wirklich sind. Den „Wert“ der wahren Werte wird man erst dann erkennen, wenn man sie im eigenen Leben praktiziert.

Diese simple Tatsache – dass man gehorchen und die wahren Werte im Glauben ehren muss (im Glauben, dass sie zu unserem Vorteil wirken) – macht den meisten Menschen den Zugang zu ihnen so schwer, denn sie können die Dinge Gottes sowieso nicht verstehen: „Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen“ (1. Korinther 2,14).

Gottes wahre Werte sind ein Goldschatz, den Gott im Feld des Lebens vergraben hat. Für diese Werte, so heißt es, sollen wir geistlich alles „verkaufen“ und freudig die Wahrheit „kaufen“:

„Das Himmelreich ist gleich einem verborgenen Schatz im Acker, welchen ein Mensch fand und verbarg ihn; und in seiner Freude darüber geht er hin und verkauft alles, was er hat, und kauft den Acker. Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie“ (Matthäus 13,44-46).

Gottes Werte sind keine unechte „Goldgrube“ mit glitzernden falschen Werten. Sie sind vielmehr die Substanz unserer Suche nach dem ewigen Leben.

Und wie sieht es bei Ihnen aus? Suchen Sie die wahren Reichtümer der wahren Werte Gottes? Oder lassen Sie sich vom Narrengold der falschen Werte zum Narren halten?

Wertevermittlung: Sind Sie ein Vorbild für Ihre Kinder?

Wie behandeln Sie Ihre Kinder? Wie gehen Sie mit Ihrem Ehepartner und anderen Menschen um? Ihre Kinder lernen daraus! Sie beobachten, wie Sie sich im Laufe des Tages in unterschiedlichen Situationen verhalten.

Wenn Sie wollen, dass Ihre Kinder Werte wie Ehrlichkeit, Selbstachtung und Mitgefühl zum Ausdruck bringen, dann sollten Sie selbst solche Qualitäten verkörpern. Alle Belehrung der Welt ist nutzlos, wenn Ihre Kinder in Ihnen eine Verhaltensweise sehen, die Ihren Moralpredigten widerspricht.

Ihre Kinder werden Ausdauer nicht für wichtig halten, wenn Sie gewohnheitsmäßig Ihre eigenen Vorsätze aufgeben oder sich diese als schwierig erweisen. Ihre Kinder werden nicht bereit sein, Verpflichtungen einzuhalten, wenn Sie selbst Ihre Zusagen nicht ernst nehmen und Ihre Kinder nicht, wie versprochen, zu einem Zoobesuch ausführen.

Ihre Kinder werden glauben, dass Lügen in Ordnung ist, wenn Sie Ihr Kind beim Klingeln des Telefons auffordern, dem Anrufer zu sagen, Sie wären nicht zu Hause. „Wenn es Widersprüche gibt zwischen dem, was Sie sagen und dem, was Sie tun, dann werden Ihre Kinder das einfach ignorieren, was Sie ihnen gesagt haben. Wenn Ihre Handlungen aber mit Ihren Worten in Einklang stehen, dann wird Ihre Botschaft dadurch verstärkt“, betont Dr. Gary Hill, Direktor der Beratungsstelle am „Family Institute“ der Northwestern University in Chicago, Illinois. Ihre Kinder können daran erkennen, dass das, was Sie ihnen sagen, von großer Wichtigkeit ist, wenn Sie Ihren Worten immer durch Ihre Taten Nachdruck verleihen.

Natürlich ist niemand in diesen Dingen perfekt. Vielleicht mussten Sie den Zoobesuch absagen, weil Sie all die anderen Dinge, die Sie in jener Woche zu erledigen hatten, nicht ausreichend berücksichtigt hatten. Erklären Sie Ihren Kindern, dass Zuverlässigkeit – oder welche Charaktereigenschaft Sie gerade nicht an den Tag gelegt haben – Ihnen weiterhin wichtig ist. Sonst könnten diese den Eindruck bekommen, dass der Grund, weshalb Sie bestimmte Dinge nicht gesagt oder getan haben, der ist, dass Ihnen diese Dinge nicht wirklich am Herzen liegen.

Wertevermittlung: Wie man Zeit für Kinder findet

Es ist eine Tatsache: Je weniger Zeit Eltern und Kinder miteinander verbringen und je weniger sie Gedankenaustausch und gemeinsame Aktivitäten pflegen, desto mehr sind die Kinder dem Einfluss der Unterhaltungsmedien, ihrer Altersgenossen und anderer gesellschaftlicher Kräfte ausgeliefert.

„Ob sich Kinder die Werte ihrer Eltern zu eigen machen, hängt von der Intensität der gemeinsamen Beziehungen und davon ab, ob die Eltern da sind und ihre Kinder immer wieder aufbauen“, weiß Isabelle Fox, Verfasserin des Buches Being There: The Benefits of a Stay-at-Home Parent [„Dasein: Die Vorteile des nichtberufstätigen Elternseins“], zu berichten. Ihre Kinder müssen praktisch erfahren, dass Sie sie lieben und dass Sie sehr gerne mit ihnen zusammen sind.

„Wenn man Kindern das Gefühl vermitteln will, dass man sie sehr schätzt, muss man sich häufig mit ihnen beschäftigen“, stellt Fox fest. „Wenn Ihre Kinder wissen, dass sie Ihnen viel bedeuten, werden sie sich mit Ihnen identifizieren und versuchen, Ihren Erwartungen und Hoffnungen zu entsprechen. Von jemandem aber, zu dem sie keinerlei Beziehung haben, werden sie nichts lernen.“

Wenn Vater und Mutter berufstätig sind, ist es freilich nicht immer einfach, im vollen Terminkalender gemeinsame Lücken zu finden. Man kann sich aber dadurch helfen, dass man Zeit für gemeinsame Aktivitäten reserviert. Manche Familien haben gute Erfahrungen damit gemacht, jede Woche eine bestimmte Zeit für Familienaktivitäten fest vorzumerken. Sie könnten zum Beispiel einen Abend in der Woche als Familienabend bezeichnen.

Erklären Sie Ihren Kindern dann, dass diese Zeit für Familienaktivitäten und gemeinsame Gespräche reserviert ist. Man könnte zum Beispiel einmal miteinander Minigolf oder Badminton spielen und ein anderes Mal zu Hause bleiben und sich bei Karten- und Brettspielen unterhalten.

Nehmen Sie Ihre jetzigen Familienaktivitäten unter die Lupe. Ein Einkaufsbummel durch die Kaufhäuser ist selten aufbauend für eine Familie und hebt eher materialistische Werte hervor. Weitaus besser wären ein Museumsbesuch, ein Spaziergang im Wald oder ein Besuch in einem Tierpark oder einem botanischen Garten.

Gemeinsame Aktivitäten können auch Hausarbeiten sein. Anstatt dass einer die Arbeit alleine erledigt, kann man mal eine Aufgabe gemeinsam angehen. Die ganze Familie kann zum Beispiel mithelfen, die Wohnung aufzuräumen, den Garten vom Unkraut zu befreien oder Schäden am Haus zu reparieren. Davon hat man einen dreifachen Nutzen: Die Kinder verbringen Zeit mit ihren Eltern, sie erwerben neue Fähigkeiten und sie sehen das Vorbild der Eltern beim Arbeiten.

– INTERN Januar-Februar 2017 PDF-Datei dieser Ausgabe

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