Hasst Gott den Sünder?

Sünde ist der gefährlichste und trügerischste Feind der Menschheit. Es ist sicher, dass Gott die Sünde hasst. Wie sieht er aber den Sünder an? Hasst er ihn ebenfalls?

Von Dean Wilson

Haben Sie sich jemals gefragt, wie Gottes Haltung gegenüber Sündern ist? Es ist eine vernünftige Annahme, dass Gott gegen die Sünde ist. Bedeutet dieses aber, dass Gott den Sünder genauso wie die Sünde hasst? Gott hasst Sünde, aber was ist Sünde? Woher wissen wir, was Sünde ist und was keine Sünde ist? Diese wichtige Frage betrifft jeden Menschen, denn der Apostel Paulus sagt uns, dass „sie allesamt Sünder [sind] und ermangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten“ (Römer 3,23). Was sind die Konsequenzen der Sünde? Römer 6, Vers 23 stellt kategorisch fest, dass „der Sünde Sold“ der Tod ist (Römer 6,23).

Wiederum fragen wir: Was ist Sünde? Der Apostel Johannes sagt dazu: „Ein jeder, der Sünde tut, übertritt das Gesetz, und die Sünde ist die Gesetzesübertretung“ (1. Johannes 3,4; Schlachter-Bibel). Im gleichen Brief fügt Johannes hinzu: „Jede Ungerechtigkeit ist Sünde“ (1. Johannes 5,17).

Als Gott die Menschen erschuf, gab er ihnen die Entscheidungsfreiheit und damit die Möglichkeit, ihre Lebensweise nach eigenen Vorstellungen zu bestimmen. Gott sagt uns, wie wir leben sollten, aber er zwingt uns seine Vorstellungen nicht auf:

„Ich nehme Himmel und Erde heute über euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, damit du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen“ (5. Mose 30,19; alle Hervorhebungen durch uns).

Römer 8, Vers 7 zeigt uns jedoch, warum sich so wenige Menschen entscheiden, nach Gottes Vorstellungen zu leben: „Denn fleischlich gesinnt sein ist Feindschaft gegen Gott, weil das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag’s auch nicht.“

Satans Einfluss auf die Menschen

Es gibt einen unsichtbaren geistlichen Einfluss, der zur Sünde verleitet: Satan den Teufel. Sein Einfluss auf die Menschheit ist überwältigend. Er ist so groß, dass Satan „die ganze Welt verführt“ hat (Offenbarung 12,9).

Als Gott anfing, mit dem Menschen zu sprechen, lauerte Satan bereits im Hintergrund auf. Seine Verführung fing an, als Gott ihm erlaubte, die ersten beiden Menschen auf Erden – Adam und Eva – zu betrügen. Satan erschien Eva in der Gestalt einer Schlange und fragte: „Ja, sollte Gott gesagt haben: ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?“ (1. Mose 3,1).

Eva antwortete, dass Gott ihr und ihrem Mann erlaubt habe, von den Früchten aller Bäume zu essen, außer einem einzigen. Wenn sie von dem einen Baum essen würden, so müssten sie sterben.

Satan fing dann mit seiner geschickten Verführung an:

„Da sprach die Schlange zum Weibe: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben, sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esset, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.

Und das Weib sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon, und er aß“ (Verse 4-6).

Aus menschlicher Sicht könnte man fragen, warum es so schlimm wäre, von der Frucht zu essen. Sie sah so gut aus, bestimmt würde sie niemandem schaden – so sah es jedenfalls für Eva aus.

Sie wurde verführt, und ihr Mann Adam nahm auch bereitwillig von der Frucht, deren Verzehr Gott verboten hatte. Was Adam, Eva und ihre Nachkommen nicht beachtet haben, ist die Wichtigkeit des Gehorsams gegenüber Gott.

Es ist für den menschlichen Verstand nicht immer sofort zu erkennen, warum etwas schädlich ist. Oft stellen sich die tragischen Konsequenzen erst später ein. Es lohnt sich also, Gott beim Wort zu nehmen.

Die hässlichen Narben der Sünde

Römer 5, Vers 12 zeigt uns die Konsequenzen des Weges, den Adam und Eva einschlugen: „Deshalb, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben.“

Der Tod „ist zu allen Menschen durchgedrungen“ als Folge der Sünde von Adam und Eva. Sie wählten einen Weg, den alle Menschen seitdem ebenso gewählt haben: den Weg der Sünde, der unwiderruflich den Tod bringt.

Unsere Entscheidung, den Weg der Sünde zu wählen, hat auch noch andere ernsthafte Konsequenzen: „Siehe, des Herrn Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte, und seine Ohren sind nicht hart geworden, sodass er nicht hören könnte, sondern eure Verschuldungen scheiden euch von eurem Gott, und eure Sünden verbergen sein Angesicht vor euch, dass ihr nicht gehört werdet“ (Jesaja 59,1-2).

Die Konsequenzen dieser durch unsere Sünden herbeigeführten Trennung von Gott sind verheerend. Jesaja beschreibt die tödlichen Auswirkungen der Sünde auf die Menschheit:

„Denn eure Hände sind mit Blut befleckt und eure Finger mit Verschuldung; eure Lippen reden Falsches, eure Zunge spricht Bosheit. Es ist niemand, der eine gerechte Sache vorbringt, und niemand, der redlich richtet. Man vertraut auf Nichtiges und redet Trug; mit Unheil sind sie schwanger und gebären Verderben . . .

Ihre Füße laufen zum Bösen, und sie sind schnell dabei, unschuldig Blut zu vergießen. Ihre Gedanken sind Unheilsgedanken, auf ihren Wegen wohnt Verderben und Schaden. Sie kennen den Weg des Friedens nicht, und Unrecht ist auf ihren Pfaden . . . Unsre Abtrünnigkeit steht uns vor Augen, und wir kennen unsre Sünden: abtrünnig sein und den Herrn verleugnen und abfallen von unserm Gott, Frevel reden und Ungehorsam . . . denn die Wahrheit ist auf der Gasse zu Fall gekommen, und die Aufrichtigkeit findet keinen Eingang. Und die Wahrheit ist dahin, und wer vom Bösen weicht, muss sich ausplündern lassen“ (Jesaja 59,3-4. 7-8. 12-15).

Die klaren Konsequenzen der Sünde

Paulus setzt dieses Thema mit einer scharfen Zurechtweisung fort: „Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer. Da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen . . . Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer . . . Ihre Füße eilen, Blut zu vergießen; auf ihren Wegen ist lauter Schaden und Jammer, und den Weg des Friedens kennen sie nicht. Es ist keine Gottesfurcht bei ihnen“ (Römer 3,10-12. 14-18). In diesen Versen beschreibt der Apostel die rohe menschliche Natur, die nicht von Gottes Einfluss gemäßigt wird.

Die Sünden der Menschen führen unaufhaltsam zu der weltweiten Krise, die Jesus Christus selbst beschrieb: „Denn dann wird große Bedrängnis sein, wie sie von Anfang der Welt bis jetzt nicht gewesen ist und auch nie sein wird. Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden“ (Matthäus 24,21-22; Elberfelder Bibel).

Gottes Haltung gegenüber der Sünde und dem Sünder

Nun zurück zu unserer ursprünglichen Frage: Hasst Gott den Sünder?

Absolut nicht! Sein Wort lehrt uns das Gegenteil: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde“ (Johannes 3,16-17).

Bedeutet das, dass Gottvater und Jesus Christus die Sünde akzeptieren bzw. dulden? Hebräer 1, Vers 9 offenbart ihre Haltung der Sünde und Sündern gegenüber. In Bezug auf Jesus Christus heißt es in diesem Vers:

„Du hast geliebt die Gerechtigkeit und gehasst die Ungerechtigkeit; darum hat dich, o Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl wie keinen deinesgleichen.“

Es ist ganz klar, dass Gott die Sünde hasst. Das bedeutet aber nicht, dass Gott diejenigen hasst, die in der Sünde verstrickt sind. Die Bibelstelle in Johannes 3, Verse 16-17 zeigt uns, dass Gott seinen Sohn nicht deshalb sandte, weil er die Sünder hasst, sondern weil er alle Menschen liebt. Da auf die Sünde die Todesstrafe folgt, bietet Gott den Menschen einen Weg an, der daraus herausführt (Römer 6,23).

Trotz unserer Sünde offenbart Gott seine Liebe zu uns: „Denn Christus ist schon zu der Zeit, als wir noch schwach waren, für uns Gottlose gestorben . . . Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren“ (Römer 5,6. 8).

Der Tod von Jesus Christus ermöglicht unsere Versöhnung mit Gott. Dadurch wird auch unsere Beziehung zu Gott möglich gemacht: „Um wie viel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind! Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, um wie viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, nachdem wir nun versöhnt sind. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch Gottes durch unsern Herrn Jesus Christus, durch den wir jetzt die Versöhnung empfangen haben“ (Verse 9-11).

Jesus Christus gab sein Leben auf, um die Strafe für unsere Sünden zu bezahlen. Daraufhin kann Gott uns ein unbezahlbares Geschenk anbieten: ewiges Leben. Durch dieses Geschenk werden wir befreit von der Folge der Sünde: dem ewigen Tod.

Gottes Liebe zur Menschheit

Psalm 103 erklärt Gottes liebevolle Haltung der Menschheit gegenüber: „Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: der dir alle deine Sünde vergibt und . . . der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit . . . Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte. Er wird nicht für immer hadern noch ewig zornig bleiben. Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat“ (Verse 2-4. 8-10).

„So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein. Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der Herr über die, die ihn fürchten. Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, dass wir Staub sind . . . Die Gnade aber des Herrn währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, dass sie danach tun“ (Verse 12-14. 17-18).

Gott flehte das Haus Israel an, die Sünde zu bereuen: „Wenn der Gerechte sich abkehrt von seiner Gerechtigkeit und tut Unrecht, so muss er sterben; um seines Unrechts willen, das er getan hat, muss er sterben. Wenn sich dagegen der Ungerechte abkehrt von seiner Ungerechtigkeit, die er getan hat, und übt nun Recht und Gerechtigkeit, der wird sein Leben erhalten . . . Kehrt um und kehrt euch ab von allen euren Übertretungen, damit ihr nicht durch sie in Schuld fallt. Werft von euch alle eure Übertretungen, die ihr begangen habt . . . Denn warum wollt ihr sterben, ihr vom Haus Israel? Denn ich habe kein Gefallen am Tod des Sterbenden, spricht Gott der Herr. Darum bekehrt euch, so werdet ihr leben“ (Hesekiel 18,26-27. 30-32).

Wir haben bereits gelesen, dass „der Sünde Sold“ der Tod ist (Römer 6,23). Der Rest dieses Verses gilt jedoch denjenigen, die willens sind zu bereuen, ihre Wege zu verändern und Jesu Sühneopfer anzunehmen: „Die Gabe Gottes . . . ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.“

– INTERN Januar-Februar 2017 PDF-Datei dieser Ausgabe

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