Das Ende der Welt
Lektionen aus Pompeji

Das Ende der Welt: Lektionen aus Pompeji © Wikimedia Commons
Pompejis Wohlstand und günstige Lage machten es zu einem Anziehungspunkt. Durch den Vesuv endete die Welt für Pompeji einen Tag nach dem Fest des Vulcanus, des römischen Feuergotts.

Vor langer Zeit war Pompeji eine lebendige, blühende Stadt. Innerhalb weniger Stunden blieb nur ein schwelender Ascheberg zurück. Was können wir aus dieser tragischen Geschichte lernen?

Von Scott Ashley

Immer wieder hatte es Warnsignale gegeben. Bäche und Brunnen versiegten ganz plötzlich, besonders in der Nähe des Vesuvs. Einige der Bauern führten die Trockenheit auf das späte Augustwetter zurück. Sie erkannten nicht, daß das Wasser knapp unterhalb der Erdoberfläche durch die ständig ansteigende Hitze verdampfte.

In der majestätischen Bucht von Neapel hatte das Meer seltsamerweise an einigen Stellen zu kochen angefangen. Durch die Hitze des Untergrunds stiegen riesige Luftblasen an die Meeresoberfläche. Die Fischer wunderten sich über diesen Anblick, konnten sich die Ursache aber nicht erklären.

Hier und da fing die Erde sogar zu rumpeln und zu zittern an. Von Zeit zu Zeit schien der Vesuv zu stöhnen und zu ächzen.

Eigenartigerweise verließen immer mehr Tiere – Hunde, Katzen, Mäuse und Ratten – die Stadt. Etwas Seltsames war im Gange. Die Bewohner Pompejis fragten sich, was dies alles zu bedeuten hatte.

Niemand erkannte, daß ein tödliches Monster bald erwachen sollte.

Eine Stadt auf einen Felsen gebaut

Einige Jahrhunderte früher hatten sich die ersten Siedler darüber gefreut, so eine herrliche Gegend für eine Stadt gefunden zu haben. In der Bucht von Neapel gab es große Fischschwärme. Der Boden war sehr fruchtbar und versprach reiche Ernten, besonders wenn man das warme Klima hinzurechnete.

Der Fluß Sarno sorgte für ausreichende Mengen an frischem Trinkwasser. Ein Hafen diente als Anlaufpunkt für Schiffe und machte Pompeji zum Handelszentrum.

Doch die ersten Siedler bemerkten nicht, daß sie ihre Häuser auf einem Plateau aus prähistorischer vulkanischer Lava errichtet hatten.

Ein Wohlstand, der sich auf alte Katastrophen gründete

Während der nächsten Jahrhunderte weitete sich die Stadt über die ganze Ebene aus. Mit der Zeit wechselte die Vorherrschaft von den Griechen über die Etrusker zu den Samniten und fiel dann im vierten Jahrhundert v. Chr. unter die Herrschaft Roms.

Nach einem Aufstand gegen Rom im Jahr 90 v. Chr. wurde Pompeji zur Kolonie des wachsenden Römischen Reiches und seine Bewohner zu römischen Bürgern. Die Gegend erblühte sowohl zum kommerziellen und landwirtschaftlichen Mittelpunkt als auch zur Urlaubsregion.

Pompeji war berühmt für seine eben gepflasterten Straßen, sein Amphitheater, das 20 000 Besuchern Platz bot, zwei große Theater, herrliche Weinberge und Gärten, ein riesiges Forum und viele mehrstöckige Gebäude.

Ein Wasserturm versorgte 43 öffentliche Springbrunnen durch ein System von Bleirohren mit frischem Wasser, das wiederum von einem neuen Aquädukt kam, das sich über ca. 30 km bis hin zu einem Bergsee erstreckte. Wie in vielen anderen römischen Städten erholten sich die Bürger in verschiedenen großen, öffentlichen Bädern. Reich geschmückt besaßen die Thermen Schwitzräume, Kalt- und Heißwasserbecken und ein großes Schwimmbecken.

Ein Großteil des Reichtums dieser Stadt gründete sich auf den fruchtbaren Boden dieser Gegend. In einem Jahr konnten drei Getreideernten eingebracht werden. Berühmt war Pompeji auch für seine Weinberge und Olivenbäume. Saftige Weiden außerhalb der Stadt ernährten große Schafherden und förderten die Wollindustrie.

Doch die Einwohner von Pompeji wußten nicht, daß der fruchtbare Boden, von dem ihr Reichtum abhing, auf die vergangenen Vulkanausbrüche des Vesuvs zurückzuführen war.

Der Genuß des guten Lebens

Es lebte sich gut in Pompeji. Für viele war das Leben sogar sehr luxuriös. Der große römische Redner Cicero hatte eine Villa in Pompeji; der Schwiegervater von Julius Cäsar besaß eine in der Nachbarstadt Herculaneum. Einige Villen waren so groß, daß sie einen ganzen Häuserblock einnahmen. Oft besaßen sie einen Innenhof, in dem es nicht selten einen Teich und manchmal einen Springbrunnen gab.

Dort konnten sich die reichen Pompejaner an heißen Sommertagen entspannen. Wunderschöne Gärten umgaben sie, in denen sich elegante Statuen und herrliche Mosaikböden befanden. Die Innenräume der Villen waren mit farbenprächtigen Fresken dekoriert, die verschiedene Aspekte des Alltags, der Geschichte, Mythologie und des religiösen Glaubens der Einwohner wiedergaben.

Der Reichtum und die gute Lage der Stadt zogen viele Besucher aus dem ganzen Römischen Reich an. Pompeji war eine kosmopolitische Stadt, die von den Einflüssen verschiedener Kulturen und Religionen geprägt war. Die Menschen konnten ihren Glauben in vielen Tempeln ausüben, die den Göttern Jupiter, Juno, Mars, Venus, Isis, Minerva und anderen gewidmet waren.

Die Mauern des Amphitheaters sind mit Graffiti geschmückt und bezeugen, daß erfolgreiche Gladiatoren zu den großen Stars dieser Zeit gehörten: „Celadus ist der Herzschmerz aller Mädchen.“ „Severus – 55 Kämpfe – hat schon wieder gewonnen.“ „Der ungeschlagene Hermiscus war hier.“ „Crescens, der Netzfischer, besitzt die Herzen aller Mädchen.“ Andere Inschriften forderten die Bürger auf, ihre Stimme für diesen oder jenen Kandidaten abzugeben.

Pompeji lag sicher hinter seiner massiven Stadtmauer, welche an einigen Stellen 6 m dick und mehr als 9 m hoch war. Die Mauer bestand aus robusten Basaltsteinen, mit denen auch die Straßen gepflastert waren. Die Erbauer von Pompeji wußten nicht, daß Basalt getrocknete Lava aus vergangenen Vulkanausbrüchen war, die diese Gegend früher heimgesucht hatten.

Pompeji war so wohlhabend, daß es sich leisten konnte, Hilfsangebote von Rom auszuschlagen, als viele Gebäude bei einem großen Erdbeben im Jahr 62 n. Chr. erhebliche Schäden erlitten. Die Nachbarstadt Herculaneum wurde bei diesem Erdbeben vollständig zerstört. Doch die Bürger Pompejis waren zuversichtlich, diesen und andere Rückschläge allein bewältigen zu können.

Selbst als Pompeji über einige Jahre hinweg immer wieder von kleineren Erdbeben heimgesucht wurde, machten sich die Menschen wenig Sorgen. Sie brachten diese Ereignisse ganz sicherlich nicht mit dem Vesuv in Verbindung, der für sie immer ein friedlicher Berg gewesen war.

So blieb die wachsende Gefahr unerkannt: Nur zehn Kilometer entfernt bildeten sich unvorstellbare Kräfte unterhalb des Vesuvs, als der Vulkan langsam von seinem langen Schlaf erwachte.

Die Hölle kommt zur Erde

Im August 79 n. Chr. nahmen die Erdbeben zu. Dann, am 24. August – ironischerweise einen Tag nach dem Fest Vulcanalia, das den römischen Feuergott Vulcanus ehrte – verwandelte sich die Welt von Pompeji ganz plötzlich.

An diesem Tag im August herrschte reges Treiben in Pompeji. Gegen Mittag, als tausende Pompejaner ihren alltäglichen Beschäftigungen wie dem Fischen, der Landwirtschaft, dem Kaufen und Verkaufen und dem Essen und Trinken nachgingen, wurden sie von einem ohrenbetäubenden Donnern aufgeschreckt. Das Ende ihrer Welt brach über sie herein.

Die Spitze des Vesuvs verschwand in einer riesigen Explosion. Staub, rotglühender Bimsstein, Asche und Flammen wurden mehr als 20 km in die Luft geschleudert. Männer, Frauen und Kinder fingen zu schreien an, als sich der helle Tag plötzlich verdunkelte und nur noch von heftigen Blitzen und brennenden Steinen, die mitten unter der äußerst verängstigten Bevölkerung aufschlugen, erleuchtet wurde.

Sehr schnell wurde die Stadt von einer atemraubenden Ascheschicht bedeckt. In Panik geratene Menschen eilten, um Familienmitglieder zu finden und zu fliehen. Andere, vom brennenden Ascheregen völlig verängstigt, rannten in die Häuser und verschlossen Türen und Fenster.

Irgendwann kam die Dämmerung, doch kaum jemand bemerkte den Unterschied. Denn zu diesem Zeitpunkt bedeckte bereits eine hohe Aschedecke ganz Pompeji. Einige Nachzügler zündeten Fackeln an und kämpften sich durch die Asche, in der Hoffnung, Sicherheit am Hafen oder auf den Straßen, die aus der Stadt herausführten, zu finden – wenn sie sie noch finden konnten.

Als es Nacht wurde, begannen die Dächer zu knacken und unter dem Gewicht der Asche zusammenzubrechen. Einige Menschen versuchten, aus den Fenstern im zweiten Stock ihrer Häuser zu klettern, als sie erkannten, daß sie ersticken oder von der ansteigenden Aschedecke am lebendigen Leib begraben werden würden. Andere schlugen Löcher durch die Dächer und Wände ihrer Häuser, um dem Tod zu entkommen. Einige versteckten sich, wo immer sie sich sicher wähnten.

In einem Haus kletterte ein angebundener Hund höher und höher, während der Ascheberg immer weiter anstieg. Als seine Leine ihn am Weiterklettern hinderte, erstickte er, weil der Ascheregen seine Nase und seinen Mund verstopfte.

Zu diesem Zeitpunkt waren nur noch Tote und diejenigen, die auch noch sterben würden, in der Stadt.

Die ganze Nacht über fiel der Ascheregen weiter. Dreimal kam eine Lawine aus Felsbrocken, heißer Asche und giftigem Gas den Berg herunter und machte nur ganz knapp vor der Stadt halt. Trotzdem bedeckten etwa zwei Meter Bimsstein und Asche Pompeji, als die Morgendämmerung anbrach.

Der letzte Schlag

Am frühen Morgen verabreichte der Vesuv der tödlich verwundeten Stadt seinen letzten Schlag. In weniger als einer Stunde verschluckten drei weitere glühend heiße Lavaströme und ein Ascheregen die Stadt. Die ersten zwei Lawinen erstickten Pompeji mit weiteren 60 cm Asche und Geröll. Die dritte Lawine schlug mit so einer Kraft zu, daß alles, was noch stand, davongetragen wurde.

Jetzt starb jeder und alles, was bisher noch überlebt hatte. Ein paar Pompejaner – Ehemänner und Ehefrauen, Eltern und Kinder, Freunde – versuchten sich gegenseitig zu trösten, während sie starben. Ihre Umarmungen sollten für immer „einzementiert“ werden.

An diesem Tag und am nächsten bedeckten noch mindestens zwei weitere Lavaströme die Stadt und begruben alles noch tiefer unter sich. Als der Vesuv – jetzt nur noch ein Stumpf von einem Berg – endlich Ruhe gab, starrten die Überlebenden der Nachbarstädte auf eine graue, von Asche bedeckte Landschaft, die wie die Mondoberfläche aussah.

Verschwunden waren die saftigen Felder und Weiden, die Bäume und selbst der Fluß. Ein paar zertrümmerte Bäume ragten aus der glühenden Asche hervor. Die blühende Stadt Pompeji gab es nicht mehr. Sie hatte sich in einen Friedhof verwandelt.

Einige Überlebende suchten später unter dem Schutt- und Aschehaufen, welcher einmal ihre Stadt gewesen war, nach ihren begrabenen Häusern. Als die Lava und Asche abgekühlt waren, gruben sie Tunnel, um nach Wertgegenständen zu suchen. Eine Person schien sich an eine biblische Geschichte zu erinnern und kritzelte „Sodom und Gomorra“ an eine Wand.

Die meisten Überlebenden allerdings verließen die Stadt für immer. Mit der Zeit geriet die Lage Pompejis in Vergessenheit. Die Menschen vergaßen sogar den Namen Pompejis und nannten den darüber entstandenen Hügel „la cività“: die Stadt. Irgendwann gab es keinen mehr, der sich daran erinnerte, daß es dort je eine Stadt gegeben hatte. Über die nachfolgenden Jahrhunderte hinweg brach der Vesuv immer wieder aus und bedeckte den kalten, grauen Sarg der Stadt mit weiteren Ascheschichten.

Darunter blieb die Stadt begraben, sechs Meter unter der Erde – eine Stadt aus dem ersten Jahrhundert, eingefroren in der Zeit, die erst 17 Jahrhunderte später wiederentdeckt werden sollte.

Eine ernüchternde Forschungsquelle

Pompeji hat sich für Historiker und Archäologen als reichhaltige Schatzkammer erwiesen. Bei den verschiedenen Ausgrabungen seit dem 18. Jahrhundert erhielten sie einen detaillierten Einblick in eine antike Welt, die am 24. August des Jahres 79 n. Chr. ein plötzliches und gewaltsames Ende genommen hatte.

Viele Millionen Besucher sind inzwischen durch die ausgegrabenen Straßen gewandelt, um die reiche Kunst zu bewundern und in die Häuser, Geschäfte und Werkstätten zu schauen, die 2000 Jahre später immer noch erhalten sind.

Man kann nicht anders, als diesen Ort tief bewegt zu verlassen. Pompeji erinnert an so viele Dinge: die Zerbrechlichkeit und die Vergänglichkeit unserer Existenz, daran, wie so viele Städte und Zivilisationen verschwinden konnten und wie schnell auch unser Leben zu Ende sein kann.

Pompeji erinnert auch an die Torheit des Menschen, einer unerfreulichen Realität nicht ins Auge zu schauen und Warnsignale zu ignorieren, bis es zu spät ist.

Reiche und Arme, freie Bürger und Sklaven, Junge und Alte – alle traf dasselbe Schicksal in Pompeji. Die einzigen, die sich retten konnten, waren diejenigen, die die zunehmende Gefahr rechtzeitig erkannten. Diejenigen, die zu lange gewartet, die die Ernsthaftigkeit ihrer Lage verleugnet oder die darauf gehofft hatten, daß sich die Situation bald ändern würde, für sie wurde die Stadt zum Grab.

Werden wir die Lektion ignorieren?

Beinhaltet die Katastrophe, die Pompeji befiel, eine Lektion für uns heute?

Sie sollte es! Die Geschichte Pompejis läßt sich nicht aus unserem Gedächtnis verdrängen und vermittelt uns ein leichtes Gefühl des Unbehagens. Unsere Zeit gleicht in vielen Dingen der Zeit Pompejis. Das Leben ist gut; wir leben in der wohlhabendsten Zeit der Menschheitsgeschichte. Die Technologie hat uns viel gegeben und das Leben bequem gemacht.

Könnte sich dies je ändern? Ihre Bibel sagt, daß es sich ändern kann – und auch wird.

Wir leben in einer Welt, in der auch Sünde und materielles Vergnügen dominieren. Die drei Worte „Sodom und Gomorra“ eines Bürgers aus dem alten Pompeji sagen mehr über die Stadt aus als viele Bücher, die darüber geschrieben wurden.

Wenn man Pompeji besucht, muß man nicht lange suchen, um das moralische Klima dieser Stadt zu erkennen. Mehrere Dutzend Häuser konnten aufgrund ihrer detaillierten Wandmalereien als Bordelle identifiziert werden. Selbst in Privathäusern wurden Wandgemälde und Mosaiken, die sexuelle Aktivitäten wiedergeben, gefunden, und viele alltägliche Haushaltsgegenstände wie Lampen, Geschirr und Vasen stellten sexuelle Motive dar.

Neueste Ausgrabungen eines öffentlichen Bades weisen darauf hin, daß eine ganze Etage zur Prostitution genutzt wurde. Übergroße Darstellungen von Geschlechtsorganen wurden in Mauern gefunden, und in einem Fall wurde so ein Bild gleich mit in die Straße eingepflastert.

Die Bibel berichtet von sexueller Freizügigkeit in den antiken Städten Sodom und Gomorra (1. Mose 19,1-13), die der Schöpfer des Universums durch Feuer zerstörte (Vers 24). Ihre Verderbtheit war so groß, daß sie zum Inbegriff für Sünde wurden. Unsere Städte heute unterscheiden sich diesbezüglich kaum von Sodom und Pompeji, wie es der Apostel Paulus für die Zeit vor Jesu Wiederkehr vorhersagte.

„Das sollst du aber wissen, daß in den letzten Tagen schlimme Zeiten kommen werden. Denn die Menschen werden viel von sich halten, geldgierig sein, prahlerisch, hochmütig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, gottlos, lieblos, unversöhnlich, verleumderisch, zuchtlos, wild, dem Guten feind, Verräter, unbedacht, aufgeblasen. Sie lieben die Wollust mehr als Gott“ (2. Timotheus 3,1-4; alle Hervorhebungen durch uns).

Obwohl Paulus von unserer Zeit sprach, hätte er auch Pompeji beschreiben können. Und wie damals in Pompeji wird auch für unsere Gesellschaft ein Tag der Abrechnung kommen. Eine biblische Prophezeiung nach der anderen sagt eine Zeit globaler Unruhen voraus, wie sie der Mensch noch nie erlebt hat (Jeremia 30,7; Daniel 12,1).

Jesus Christus sagt über diese Zeit: „Denn es wird dann eine große Bedrängnis sein, wie sie nicht gewesen ist vom Anfang der Welt bis jetzt und auch nicht wieder werden wird“ (Matthäus 24,21). Können wir dies überhaupt begreifen? Was bedeutet es, eine Zeit des Terrors und der Unruhen, des Chaos und der Katastrophen zu haben, wie es sie in der Geschichte der Menschheit noch nie gegeben hat?

Denken wir am Anfang dieses neuen Jahres zurück an die Nachrichten, die die Schlagzeilen des letzten Jahres dominierten: schreckliche Naturkatastrophen, Krieg, Terrorismus, Korruption, blutige Bürgerkriege, Hungersnot, Seuchen und gescheiterte Friedensbemühungen. Lesen Sie Matthäus 24 und machen Sie sich ihre eigene Checkliste von den Worten Jesu.

Wie ein Dieb in der Nacht

Der Apostel Paulus sprach eine Warnung aus, die heute viel aktueller ist, als zu seiner Zeit: „Von den Zeiten und Stunden aber, liebe Brüder, ist es nicht nötig, euch zu schreiben; denn ihr selbst wißt genau, daß der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht. Wenn sie sagen werden: Es ist Friede, es hat keine Gefahr –, dann wird sie das Verderben schnell überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen. Ihr aber, liebe Brüder, seid nicht in der Finsternis, daß der Tag wie ein Dieb über euch komme. Denn ihr alle seid Kinder des Lichtes und Kinder des Tages. Wir sind nicht von der Nacht noch von der Finsternis. So laßt uns nun nicht schlafen wie die andern, sondern laßt uns wachen und nüchtern sein“ (1. Thessalonicher 5,1-6).

„Schnelles Verderben“ nimmt eine ganz andere Bedeutung an, wenn man durch die Straßen von Pompeji wandert. Bei den Ausgrabungen lagen die Überreste einer Mittagsmahlzeit vor mehr als 2000 Jahren noch auf den Tischen. In Kochtöpfen fand man Fleischknochen. In einem Ofen lagen die Überreste eines Schweins, das beim Eintreten der Katastrophe gerade geröstet wurde. Brot, Eier, Fische, Nüsse und Datteln lagen, durch die Asche konserviert, auf den Tischen, bis sie zum Erstaunen der Archäologen entdeckt wurden.

Der Anblick der in Gips gegossenen Menschen, die dem Unglück nicht entkommen konnten, läßt den Besucher von Pompeji erschaudern. Ihre Körper, in der erkaltenden Lavaglut einzementiert, sind irgendwann zu Staub zerfallen und hinterließen leere Körperformen. Archäologen füllten diese leeren Formen fast 2000 Jahre später mit Gips aus. Die Gipsfiguren zeugen heute von dem Moment, als der Tod die Bürger von Pompeji ereilte.

Werden wir wie die Bürger von Pompeji das Zittern und Donnern ignorieren, bis es zu spät ist? Oder werden wir statt dessen die Warnung Jesu Christi im Lukasevangelium 21, Vers 36 annehmen? „So seid allezeit wach und betet, daß ihr stark werdet, zu entfliehen diesem allen, was geschehen soll, und zu stehen vor dem Menschensohn.“

– Gute Nachrichten Januar-Februar 2006 PDF-Datei dieser Ausgabe

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